Freitag, Juli 31, 2009

Musik zum Wochenende: 42 und Chemical Brothers

Ziemlich wilder Mix heute. Eigentlich wollte ich nur den Film verlinken, den ich bei C0T0D0S0:42 gefunden habe:

.






Es ist Beitrag zum 42 * 42 Filmfestival von Chris Milk. Das Leben in 42 Sekunden. Sher schön und generell hat sowieso alles mit einem Bezug zur 42 gute Chancen, ein Posting zu bekommen. Aber der Film ist wirklich schön.

Dann habe ich mir die Website des Machers mal ein wenig angeschaut:

Chris Milk - Moving

und auch ein ein paar nette Videos gefunden: Gnarles Barkely, Courtney Love, U2, Modest Mouse, ...

Leider gibt es nicht alles bei Youtube zum Embedden und ich brauche doch noch etwas Musik zum Wochenende ... Daher gibt's heute zweite Wahl:













(wenn das Posting irgendwie kaputt ist, liegt es am Ausprobieren eines neuen Blog-Editors).

US-BIP Q02/09: -1,0%

Ok, es ist nur die erste Veröffentlichung. Ok, heute wurden auch die alten Zahlen überarbeitet und der Vergleich ist daher u.U. noch etwas wackliger als sonst. Aber trotzdem ist die Zahl wichtig genug, um sie zur Zahl des Tages zu machen.

Im zweiten Quartal 2009 schrumpfte die US-Wirtschaft um

1,0%

nach -6,4% (annualisiert) im ersten Quartal.

BEA.gov: GDP Q02/09 preliminary elease

Erster ;-)

Update (14:35)

Satte 0,83% (also fast das gesamte Minus) gingen auf den Lagerabbau zurück! Wow!

Übrigens wurde die komplette Datenreihe zurück bis 1929(!) überarbeitet.

Update (14:38):

Durch die Korrekturen ist das durchschnittliche annualisierte Minus seit Beginn der Rezession im vierten Quartal 2007 von 1,8% auf 2,8% gestiegen und damit um schlappe 55% stärker ausgefallen als nach der alten Berechnungsmethode.

Sind die US-Immobilienpreise bereits am Tief?

Ein kleiner Hinweis auf einen schönen Artikel, in dem die Entwicklung am US-Immobilienmarkt diskutiert wird. Ziemlich ausführlich werden die Teile des Markts (neue und gebrauchte Häuser) und die Tiefs (Preis oder Umsatz) diskutiert.

Die Umsätze bei den Neubauten haben wahrscheinlich das Tief schon gesehen. Das ist allerdings auch nicht wirklich überraschend. Die absoluten Umsätze sind auf extrem niedrige Niveaus gesunken. Und (wie auch schon ein paar Mal geschrieben habe) sind die Werte noch viel extremer, wenn man berücksichtigt, dass bei den alten Tiefstständen die Bevölkerung noch wesentlich kleiner war. Wenn man also die Verkäufe von Neubauten auf die Größe der Bevölkerung umlegt, hat man klar die schlechtesten Wert seit es die Statistiken gibt. Kurz: Da ist halt irgendwann Ende mit dem Abwärtstrend (wie auch bei den Autoverkäufen, die inzwischen eine durchschnittliche Haltedauer von über 25 Jahren impliziert (Zahl des Tages (4.2.09): 26,9)).

Bei den Gebrauchtimmobilien ist das Tief bei den Umsätzen u.U. schon erreicht, auch wenn hier die Diagnose schwieriger ist.

Noch unklarer ist die Lage in beiden Fällen bei den Preisen. Es gab jetzt zwar einen Monat mit steigenden Preisen (Wette gewonnen ;-) !, übrigens nur bei der nichtsaisonbereinigten Zahl), allerdings sind selbst etwas längere Bewegungen wie die drei Monate Plus in Großbritannien (Zahl des Tages (30.07.09): 1,3) noch kein klarer Beleg für einen Boden. Dazu findet sich im Artikel ein schöner Chart zu den Preisen in Los Angeles in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Damals gab es direkt dreimal drei oder mehr Monate mit steigenden Preisen, bevor dann der endgültige Boden erreicht wurde und die Preise nachhaltig stiegen.

Interessant auch der Hinweis, dass die Tops bei Umsätzen (2005) und Preisen (2006) 13 Monate auseinanderlagen. Es wäre also durchaus logisch, wenn die Preise am Tief ähnlich hinterherlaufen. Die 12 Monate werden aber nicht mehr reichen, um den Case-Shiller-20-City-Index auf ein Gesamtminus von 40% zu treiben :-) (Neue Wette: Case-Shiller-Index sinkt nicht mehr als 40%).

The Big Picture: Has the housing market hit bottom?

Donnerstag, Juli 30, 2009

Jon Stewart zur US-Immobilienkrise

Das Thema Krise ist ja ein wenig aus der Mode bei den satirischen Betrachtern, aber gestern kam mal wieder was (danke an Telos für den Hinweis!).


Wenn noch der Shiller drin auftaucht. Und der Geithner. Und der noch gleich mehrfach. Ja dann ist es eine sichere Verlinkung:

The Daily Show With Jon StewartMon - Thurs 11p / 10c
Home Crisis Investigation
www.thedailyshow.com
Daily Show
Full Episodes
Political HumorJoke of the Day

Update (31.07.09)

Weil die Frage in den Kommentaren aufkam: Die Story, dass US-Finanzminister Geithner sein Haus verkaufen wollte, stimmt übrigens:

WSJ: As High-End Stalls, Geithner Stuck Renting Out His Westchester Home

Was nicht stimmt: 2004 (als Geithner das Haus gekauft hat) war nicht das Top der US-Immobilienpreise. Das war erst etwa 2 Jahre später.

Zahl des Tages (30.07.09): 1,3

Nach dem ich die Zahl inzwischen zwei,dreimal geschlampt habe, hebe ich die heute mal wieder auf den Thron.

In Großbritannien scheint die Stabilisierung der Immobilienpreise inzwischen nachhaltig zu sein. Nach einem Plus von 1,2% im Mai (Nationwide: HPI May Press Release (PDF!)) und einem Plus von 1,0% im Juni (Nationwide: HPI June Press Release (PDF!)) stiegen die Preise im Juli erneut um

1,3%.

Das Plus ist das dritte (und bisher größte) in Folge und nebenbei auch das größte seit Anfang 2007.

Im Jahresvergleich sieht die Reihe so aus: 15% Minus im April, 11,3% im Mai, 9,3% im Juni und nur noch 6,2% im Juli. Man sieht deutlich, dass es eine klare Trendwende ist. Das muss nicht das endgültige Ende des Preisverfalls sein. Aber die Zeit, in der die Preise wie Steine unkontrolliert fallen, ist definitiv vorbei.

Marketwatch: British house prices up 1.3% in July: Nationwide
Nationwide: HPI July Press Release (PDF!)

Auf solche Zahlen hoffe ich jetzt noch aus den USA ...

Mittwoch, Juli 29, 2009

Zahl des Tages (29.07.09): 650%

OK, die Zahl ist aus einem Wust von Zahlen relativ frei herausgepickt. Aber sie gehen alle in die gleiche Richtung ...

Durch die im ersten Halbjahr bereits aufgelaufenen Firmeninsolvenzen steigen die Ausfälle an, für die der Pensionssicherungsverein einspringen muss. Jede Firma, die Pensionen auszahlen will, muss in den PSV Beiträge einzahlen.

Der Pensionsicherungsverein musste im gesamten Jahr 2008 nur 137 Millionen Euro auszahlen, 2009 sind es schon über 4 Milliarden. Allein die Pleite von Arcandor hat zu Belastungen von etwa 1 Mrd. Euro geführt.

Da der PSV in guten Zeiten vorgesorgt hat, steigen die Beiträge schwächer als die Auszahlungen. Dass die Beiträge steigen, zeigt aber auch, dass die Vorsorge nicht hoch genug war. Der Beitrag beträgt für 2009 1,35% der Pensionen nach 0,18%, somit ein Anstieg um

650%.

So sind z.B. die Beiträge von Bayer im ersten Halbjahr auf 70 Millionen gestiegen. Im gesamten Vorjahr waren es nur 9,9. Daimler hat nach 20 Millionen in 2008 jetzt schon 78 Millionen eingeplant. Berücksichtigt sind dabei nur die Insolvenzen des ersten Halbjahrs. Sollte es im zweiten Halbjahr zu weiteren Pleiten kommen (und davon ist auszugeben), steigen diese Belastungen weiter.

Tja, und damit haben wir heute mal wieder einen Blick auf ein System gewesen, das hoffnungslos prozyklisch ist und in Krisenzeiten zu weiteren Sparmaßnahmen führt. Die Krise wird also verschärft statt gelindert. Wie in der Arbeitslosenunterstützung, wo unsere große Koalititon bei völlig absehbarer Explosion der Belastungen (u.a. durch die Kurzarbeit) die Beiträge sogar noch gesenkt hat ... Und 2010 gehen die Beiträge dann durch die Decke ...

FTD: Pleitewelle zehrt an Dax-Konzernen

Noch mehr Junk im Hause Ambac

Und wieder ist einer der US-Kreditversicherer einen Schritt näher am Abgrund ...

Diesmal

a) die Kombination aus Ratingagentur Standard & Poors und Ambac-Tochter Ambac Assurance. Ergebnis: Herabstufung um mehrere Stufen von BBB auf CC.
b) die Kombination aus Ratingagentur S&P und Ambac-Tochter Ambac-Financial. Ergebnis: Herabstufung um noch mehr Stufen von BB auf CC.

Die Herabstufungen tief in den Junk-Bereich sind das Ergebnis der Ankündigung vom Montag, nach der Ambac erneut 1,3 Mrd. Dollar Verlust erwartet. Schlimmer aber: Ohne die Möglichkeit gewisse interne Kapitalquellen anzuzapfen, ist die Firma mit etwa 1 Mrd. Dollar überschuldet. Ambac hat daher die Zins- und Tilgungszahlungen auf einige Papiere eingestellt.

Marketwatch: Ambac sees quarterly losses of roughly $1.3 bln
Marketwatch: S&P slashes Ambac Assurance rating to junk

Ambac und MBIA versichern zusammen Anleihen im Wert von mehr als 600 Mrd. Dollar und sind auch große Player im Bereich von Credit Default Swaps (CDS, Kreditausfallversicherungen). Der Ausfall von beiden ist also mglw. nicht ganz unkritisch. Auch wenn sich die meisten Marktteilnehmer inzwischen darauf eingestellt haben dürften. Ich habe das ja schon im Januar 2008 als "angekündigste Pleite des Jahres bezeichnet (Der Kauf der Woche: 14% Rendite mit Triple A Sicherheit).

Warum "angekündigste Pleite"? Firmen, die ihr eigenes Rating verkaufen, sind inhärent wacklig. Ein Kreditversicherer nimmt ungeratete oder niedrig geratete Anleihen, übernimmt die Ausfallhaftung (dadurch bekommt die Anleihe das Rating des Kreditversicherers) und kassiert dafür vom Anleihenemittenten Versicherungsprämie. Ein solches Geschäft ist natürlich sofort tot, wenn der Kreditversicherer selber kein hervorragendes Rating mehr bieten kann.

Übrigens stellt sich bei einem solchen Geschäftsmodell auch die Frage, ob eine solche Firma überhaupt jemals ein AAA verdient hat. IMHO ist die Antwort darauf ein klares Nein.

Spätestens als die Löcher in den Bilanzen sichtbar wurden (MBIA und Ambac haben einen großen Teil der überwiegend wertlosen Schrottanleihen versichert), war das Rating wacklig (auch wenn MBIA noch im Frühling 2008 meinte, sie wären 42 Dollar wert, siehe MBIA ist 42 Dollar je Aktie wert).

Und IMHO war auch immer klar, dass die erste Ratingherabstufung nur eine Konsequenz haben kann: Eine Herabstufung bis zum bitteren Ende. Es sei denn, es gibt eine große Kapitalerhöhung oder eine Rettungsaktion. Aber große Kapitalerhöhungen gingen nicht mehr, weil die Firmen nichts mehr wert waren und der Staat hat sich auch noch nicht eingemischt.

Es kam sogar schlimmer: die alten Kreditversicherer haben durch die Neugründung eines Kreditversicherers von Warren Buffet noch eine saubere, unbelastete und ausreichend finanzierte Konkurrenz bekommen, die in der Folge auch einen Großteil des Neugeschäfts einsammeln konnte. Spätestens da war klar, dass Ambac und MBIA chancenlos sind ...

Die ganze Entwicklung dieser Firmen, die ich schon Anfang 2008 als angekündigste Pleiten des Jahres bezeichnet habe: Suche nach MBIA. OK, das Timing (2008) stimmt nicht, das Ergebnis (Pleite) aber schon.

Update (12:03)

FT Alphaville hat auch was dazu:

FT Alphaville: Ambac clings to life (updated)

Die CDS auf Ambac (eigentlich schon ein Witz, dass es sowas gibt ...) kosten 65,5% Prozent im Vorraus (in der Punkte-Skala, die hier bei den Staatsanleihen manchmal kommt, wären das 6.550 Punkte (und die noch sofort fällig)). Daraus errechnet sich eine 90%ige Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls in den nächsten 5 Jahren. Noch 10% zu niedrig IMHO ;-)

Und zum Thema "nicht ganz unkritisch": Die Deutsche Bank hält durch Ambac und MBIA versicherte Anleihen im Gesamtwert von 33,5 Mrd. Euro. Inwieweit die Deutsche Bank diese Anleihen schon weit genug abgeschrieben hat, weiss wohl nur die DeuBa selber.

Die neue laxeren Buchhaltungsrichtlinien haben solche Herabschreibungen sicherlich nicht forciert. Das könnte sich jetzt früher als erwartet rächen ... Es drohen jetzt intransparente Bilanzen: An der Oberfläche schöne Gewinne und tief unten ein Haufen heißer Luft, der noch mit Milliardenwerten bilanziert wird.

Dienstag, Juli 28, 2009

Zahl des Tages (28.07.09): 7

Das ist eh noch nachzutragen und was spannenderes habe ich auch nicht, weil ich beim Aufräumen meiner Feeds noch nicht weit genug bin.

Am Wochenende gab es mal wieder Bankpleiten, dieses Mal waren es direkt

7

auf einen Streich. Allerdings gehörten 6 einer Gruppe an, die alle gleichzeitig die Grätsche gemacht haben und an den selben Käufer gegangen sind.

US-Bankenpleite Nr. 80:

Name: Security Bank of Bibb County
Sitz: Macon, Georgia
Assets: 1,2 Mrd. Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 164 (gelb).

US-Bankenpleite Nr. 81:

Name: Security Bank of Houston County
Sitz: Perry, Georgia
Assets: 383 Mio. Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 134 (orange).

US-Bankenpleite Nr. 82:

Name: Security Bank of Jones County,
Sitz: Gray, Georgia,
Assets: 453 Mio. Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 128 (orange).

US-Bankenpleite Nr. 83:

Name: Security Bank of Gwinnett County,
Sitz: Suwanee, Georgia,
Assets: 322 Mio. Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 13 (rot).

US-Bankenpleite Nr. 84:

Name: Security Bank of North Metro,
Sitz: Woodstock, Georgia,
Assets: 224 Mio. Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 32 (rot).

US-Bankenpleite Nr. 85:

Name: Security Bank of North Fulton,
Sitz: Alpharetta, Georgia,
Assets: 209 Mio. Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 124 (orange).

Alle 6 gingen an:

Käufer: State Bank and Trust Company, Pinehurst, Georgia
Schaden für die FDIC: ingesamt 807 Millionen Dollar.

FDIC: State Bank and Trust Company, Pinehurst, Georgia, Assumes All of the Deposits of the Six Bank Subsidiaries of Security Bank Corporation, Macon, Georgia

Und als Nummer

7

noch eine "normale" Einzelpleite:

US-Bankenpleite Nr. 86:

Name: Waterford Village Bank,
Sitz: Clarence, New York,
Assets: 61 Mio. Dollar,
Käufer: Evans Bank, National Association, Angola, New York
Schaden für die FDIC: knapp 6 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer.

FIDC: Evans Bank, National Association, Angola, New York, Assumes All of the Deposits of Waterford Village Bank, Clarence, New York

Kleines Update zu UTS #27: Irland - Limerick.

Die FAZ hat heute in kleines Update zur teilweise schon desaströsen Lage in Irland, die auch in meinem Urlaubs-Tab-Sweep schon Thema war (UTS #27: Ein Blick nach Irland, genauer Limerick). Brennpunkte scheinen Limerick und Dublin zu sein.

Das ist schon Weltuntergangsstimmung, die dort gezeichnet wird. Oder ist das vielleicht doch einfach nur Italien? Was zeigen würde, dass man auch damit irgendwie leben kann ...

FAZ: Mit Ehrenworten gegen Banden

Wette gewonnen ;-) !

Ok ok, dass mit dem Gewinnen der Wette könnte *etwas* voreilig gewesen sein ...

Das Plus im Mai gegenüber dem April betrug 0,5% im Case-Shiller-City 20 Index. Das ist das erste Plus seit dem Sommer 2006, also seit fast 3 Jahren.

Das Jahresminus liegt immer noch bei 17,1%, aber auch das war schonmal größer.

Marketwatch: U.S. May Case-Shiller home prices up 0.5%

oder direkt von der Quelle:

S&P: HOME PRICE DECLINES CONTINUE TO ABATE ACCORDING TO THE S&P/CASE-SHILLER HOME PRICE INDICES (PDF!)

(noch 17 Monate ...)

Update (21:55)

Noch ein Hinweis auf einen Artikel mit Grafik:

The Big Picture: Case Shiller Index Falls 17% for May ‘09; Monthly Improvement Seen

Und einen Artikel mit vielen Grafiken zum Thema. Insbesondere der durchaus interessanten Information, dass trotz der Verbesserungen neue Häuser fast 1 ganzes Jahr (11,8 Monate) auf einen Käufer warten müssen:

Northern Trust Daily Commentary (28.07.09)
(PDF!)

Update (31.07.09)

Ein kleines, aber nicht ganz unwichtiges Detail:

Das Plus von 0,5% ist ein nicht-saisonbereinigtes Plus. Der saison-bereinigte Wert liegt weiterhin ( wenn auch nur knapp) unter 0.

The Big Picture: Monthly Case Shiller

Montag, Juli 27, 2009

Zahl des Tages (27.07.09): 11%

Es war zu erwarten. Nach meiner Wette zu den US-Immobilienpreisen (Neue Wette: Case-Shiller-Index sinkt nicht mehr als 40%), werde ich die relevanten Datensätze noch intensiver verfolgen als bisher.

Heute gab es die monatlichen Zahlen zu den Verkäufen von neuen Häusern in den USA. Dabei zeigten sich Licht, Licht und Schatten.

Licht Nr. 1 (und Zahl des Tages): Die Anzahl der verkauften Neubauten stieg im Juni (saisonbereinigt) um

11%

gegenüber dem Mai. Annualisiert wurden 384.000 neue Häuser verkauft, was deutlich über der Prognose von 355.000 lag. Auch der Mai wurde nach oben korrigiert, das positive Überraschung war also noch etwas größer. Das Minus gegenüber dem Juni 2008 beträgt allerdings immer noch 21,3%, war aber auch schon einmal größer.

Licht Nr.2 (und für mich die wichtigere Zahl in Hinblick auf eine Bodenbildung): Der Lagerbestand in Monaten sank erneut und zwar kräftig und beträgt jetzt nur noch 8,8 nach 10,2 Monaten im Vormonat. Hier zeigt sich ganz klar, dass die Steuervergünstigungen für Erstkäufer greifen, die Nachfrage also steigt, während das Angebot nur stabil ist. Mittelfristig wird das für eine Preisstabilisierung sorgen.

Aber ich habe ja nicht auf die Umsätze gewettet, sondern auf die Preise gemessen am Case-Shiller-Immobilienpreisindex. Und das ist der Teil, wo wir zum Punkt Schatten kommen :-(

Der durchschnittliche Preis für ein neues Haus ist kräftig um 5,8% in nur einem Monat gesunken. Wie kräftig der Einbruch ist zeigt des Jahresvergleich: Das Minus dort lieg bei 11,2%. Mehr als die Hälfte des gesamten Jahresminus geht also auf nur den letzten Monat zurück.

Jetzt könnte mir ja Angst und Bange werden, wird mir aber nicht :-) Denn erstens sind die Neubauten der deutlich kleinere Teil (etwa 15%) des gesamten Immobilienmarkts und zweitens dürfte der Case-Shiller-Index (Basis für meine Wette) die Preise für Neubauten überhaupt gar nicht messen (die Methodik verlangt eigentlich mehr als einen Preis pro Haus und diese kann es bei Neubauten logischerweise nicht geben). Drittens kann sich bei den Neubauten die Zusammensetzung geändert haben und der Anteil der günstigen Häuser gestiegen sein (was bei den Steuergutschriften durchaus nachvollziehbar wäre), was den Durchschnittspreis entsprechend senkt.

Für manchen mögen sich die Punkte jetzt wie billige Ausreden anhören, es sind aber nur die Gründe, warum der Case-Shiller-Index der bessere Preisindikator ist und deshalb hier schon immer am intensivsten verfolgt wird und deshalb auch Basis für die Wette geworden ist.

Marketwatch: U.S. June new-home sales rise 11% to 384,000
The Big Picture: New home sales
und die negative Version von Barry himself: The Big Picture: New Home Sales Fall 21.3%

Porsche-VW: Wer ist eigentlich gescheitert?

Die Story rund um VW und Porsche scheint ja während meines Urlaubs jetzt endgültig zum Abschluss gekommen zu sein. Die Übernahme von VW durch Porsche ist grandios gescheitert, Porsche wird 10. Marke im Volkswagen-Konzern und den Familien Piech/Porsche gehören jetzt statt 100% an Porsche etwa die Hälfte an (der wesentlich größeren Firma) Volkswagen.

Ich möchte nicht unken, aber bin ich der einzige, der sich vorstellen kann, dass genau das von Anfang an das Ziel war?!? Also dass Porsche VW nie wirklich kaufen wollte, sondern Piech/Porsche die Mehrheit an VW wollte und Porsche nur als Vehikel mit genügend Geld eingesetzt haben? Bin ich der einzige, der sich vorstellen kann, dass die Tränen auf der Abschiedsveranstaltung von Wiedeking nur Krokodilstränen waren?

Ich traue in dieser Story allen Seiten alles zu. Denn die Beziehungen von Porsche und VW waren schon früher sehr komisch. Ich habe auf die sehr seltsamen Beziehungen bei der Entwicklung des VW Touregs/Porsche Cayennes schon einmal hingewiesen (Schnappte Porsche die VW-Beteiligung Daimler vor der Nase weg). Danach profitierte Porsche massiv, weil Volkswagen einen Großteil der Entwicklungskosten übernommen haben soll. Die Entscheidungen stammen alle aus der Ära Piech.

Aus [internen Dokumenten] geht hervor, dass VW mit dem Touareg 2003 und 2004 operative Verluste von 4499 Euro und 218 Euro je Fahrzeug eingefahren hat. Daraus errechnen sich negative Renditen von 14,5 und 0,6 Prozent. Nach einem kleinen operativen Gewinn im Jahr 2005 sei der Touareg 2006 wieder leicht in die Verlustzone gerutscht.
FAZ: VW intern

Heute bringt FT Alphaville ein paar Zitate aus einer Analyse einer Bank, in der die Produktion des Touregs/Cayennes untersucht wird. Dabei scheint es einen sehr unüblichen Verrechungspreis beim im VW-Werk Bratislawa produzierten Porsche Cayenne zu geben. Dieser soll angeblich für 22.000 Euro an Porsche verkauft werden. Porsche packt dann einen Motor rein (wobei nur die Benziner von Porsche kommen, die Diesel sind von VW) und verkauft das Auto dann für 90.000 Euro (oder so) weiter. Das ist natürlich ein ziemlich profitables Geschäft! So profitabel, dass Porsche mit dem einen Modell Cayenne etwa die Hälfte des gesamten Rohgewinns (EBIT) erwirtschaftet.

VW "schenkt" Porsche also etwa die Hälfte des EBITs! Und zusätzlich VW hat auch bei der Entwicklung des Modells einen großen Teil der Kosten übernommen.

Da liegt die Überlegung nicht fern, dass man damit den Gewinn von Porsche künstlich nach oben und gleichzeitig den Gewinn von VW nach unten getrieben hat. VW ist dementsprechend weniger, Porsche mehr wert. Als Konsequenz haben die Familien Piech/Porsche jetzt ein wesentlich günstigeres Umtauschverhältnis erreicht als sie es bekommen hätten, wenn der Cayenne mit einer "normalen" Marge 500 Mio. Gewinn mehr bei VW und 500 Mio. weniger bei Porsche erwirtschaftet hätte.

Alphaville: The VW Cayenne and other Porsche posers

Ich mag mich irren, aber ich sehe die Familien Porsche und Piech NICHT als Verlierer an. Die haben einen 100% Anteil an einem kleinen (und zugegeben feinen) Automobilhersteller (übrigens ohne eine wirkliche Fabrik) gegen knapp 50% an Volkswagen + Audi (allein schon mehr Wert als Porsche) + Seat + Skoda + Bentley + Bugatti + Lamborghini + ein paar LKW Marken eingetauscht. Kein wirklich schlechter Deal! Vor allem nicht, für jemanden, der in der öffentlichen Berichterstattung als gescheitert gilt ...

Update (15:21)

Usul hat mich in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass Jens Berger (a la Spiegelfechter) die gleichen Gedanken schon am Freitag bei Telepolis niedergeschrieben hat:

Telepolis: Der Mohr kann geh'n

Sein Spiegelfechter-Blog sei an dieser Stelle eh mal empfohlen! Hätte ich es nach meinem Urlaub schon gelesen, hätte ich mir meinen Artikel geklemmt.

Sonntag, Juli 26, 2009

Zahl des Tages (26.07.09): 14%

14 Tage Urlaub --> 14% Plus im DAX. Der Zusammenhang ist offensichtlich!

Die Quintessenz: Wer mir weitere 14 Tage Urlaub finanziert, dem verspreche ich weitere 14% Plus. Ich sage allerdings noch nicht genau wo ;-)

Samstag, Juli 25, 2009

UTS #32: US-Geldmenge

Mal was zum Diskutieren (ich bin ja wieder da ;/) ).

Stimmt das?


Mises.org: How Much Money Inflation?

UTS #31: US-Hauspreise in Gold

Die UK-Hauspreise in Gold kamen ja schon in der UTS-Serie. Heute mal die US-Hauspreise in Gold.

Der Immobilien-Optimist kann daraus eine Normalisierung (und Stabilisierung ableiten), der Gold-Optimist hingegen darauf verweisen, dass der Boden nach der Weltwirtschaftskrise und der großen Inflation in der 70er Jahren noch gut 50% Luft nach unten lässt. Ob die nun als Halbierung der Immobilienpreise oder Verdopplung des Goldpreises kommt, wissen aber auch die Gold-Optimisten nicht so richtig. Vielleicht kommt auch nichts von beidem.

Bullionvault: U.S. House Prices in Gold - Saturday 2nd May 2009

Freitag, Juli 24, 2009

UTS #30: Aktien oder Renten?

Langfristig sind Aktien das bessere Anlagevehikel.

Ich habe hier schonmal darauf hingewiesen, dass das so klar gar nicht ist, wie uns die Promoter der Aktienanlage versprechen (Zahl des Tages (13.06.09): 1,6%).

In diese Kerbe möchte ich noch direkt zweimal hauen.

Einmal mit einem Artikel in der FTD, die sehr schön errechnet, wie die Rendite von Aktien seit 1970 aussieht. Dazu wird der MSCI Index genommen und dessen eigentlich ganz schöne Rendite genommen und um die Wertverluste der Dollars bereinigt. Der Dollar hat seit 1970 nämlich kräftig verloren. Und dann knabbert die Inflation noch an den Renditen. Selbst unter Berücksichtigung der Dividenden kommt beim MSCI nur eine Rendite heraus, die mit 3,2% jährlich unter der Rendite von 10 jährigen Bundesanleihen (seit 1970 4,2%) liegt.

Eine negative Zusatzrendite als Ausgleich für mehr Risiko? Hmmm. Der Vergleich ist zugeben nicht wirklich fair, denn 1970 waren sowohl der Dollar wie Aktien ziemlich teuer.

FTD: Ein ganz reales Desaster

Und eine rein amerikanische Vergleich von Geldmarktpapieren vs. Aktien im S&P 500 gibt es hier:

The Big Picture: S&P500 vs CDs (1994-2008)

Zumindest in diesem (gar nicht so kurzem) Zeitraum haben die Omapapiere die Aktien geschlagen. Und zwar gar nicht so knapp: 207.000 zu 178.000 Dollar.

Ein etwas längerer Zeitraum gefällig?

The Big Picture: Stocks vs. Bonds

Danach haben US-Anleihen Aktien auch im Zeitraum von 1968 bis 2009 geschlagen.

UTS #29: Maastricht Schuldenstand Deutschland Ende 2008

Sollte auch mal Zahl des Tages werden.

1.642 Mrd. Euro Staatsschulden, entspricht 65,9% des BIPs.

Die Prozentzahl steigt dieses Jahr schon allein aufgrund der Tatsache, dass das BIP sinkt. Da müssten die Schulden gar nicht steigen (was sie aber natürlich trotzdem tun).

Bundesbank: Maastricht-Schuldenstand 2008

Donnerstag, Juli 23, 2009

UTS #28: Schuldenstandüberblick

Schulden absolut zu vergleichen ist meistens relativ sinnlos. Staatsschulden muss man in Relation zur Wirtschaftskraft sehen und auch dann noch unterscheiden, wie viel der Schulden im Ausland (u.U. kritisch) liegen und wie viel im Inland (vglw. unkritisch). Auch die persönlichen Schulden muss man immer in Zusammenhang mit dem Vermögen und dem verfügbaren Einkommen sehen. Diese Zahlen bevorzuge ich und nutze die immer, wenn's möglich ist.

Creditloans hat eine solche Rechnung versucht.

Dazu wurden die Auslandsschulden (Staat+Firmen+Private) und das BIP der Länder untersucht. Daraus soll sich der "Wert" der Wirtschaft eines Landes errechnen (das ist natürlich irgendwo Quatsch, weil eine Bestandsgröße (Auslandschulden) mit einer Flussgröße (BIP eines Jahres) abgezogen wird. Da man aber auch die Schulden üblicherweise am BIP misst, lasse ich das mal durchgehen). Die enthaltene Zahl legt man dann auf die Gesamtbevölkerung um.

Dabei schneiden die USA gut ab, weil die Auslandsschulden gar nicht so hoch sind (auch wenn die USA insgesamt natürlich ziemlich hohe Schulden haben). Die Japaner sind noch besser (und die Chinesen würden wahrscheinlich noch weiter vorne liegen). Deutschland liegt bereits im negativen Bereich in etwa auf einem Niveau mit Spanien. Frankreich ist doppelt so schlecht, aber Großbritannien ist neunmal so schlecht.

Die Gesamtverschuldung von Großbritannien ist zwar gar nicht so dramatisch, aber die Verschuldung im Ausland ist mit über 10 Billionen Dollar mehr als doppelt so hoch wie die deutsche und fast so hoch wie die der USA, nur ist die US-Wirtschaft auch mehr als viermal so groß.

America’s Debt to Income Ratio as Compared with Other Countries

Die Zahl würde ich nicht überbewerten, denn es kann gut sein, dass die dem CIA Factbook entnommenen Zahlen die Lage nicht korrekt widerspiegeln. Wenn die Auslandsschulden nämlich keine Nettoposition sind (also die Auslandsguthaben nicht dagegengerechnet wurden), läuft die Rechnung ein wenig ins Leere. Ob das so ist oder nicht, kann ich aber nicht sicher erkennen, außer dass die Tatsache, dass alle Länder Auslandsschulden haben, darauf hindeutet.

Es bleibt dann aber immerhin die Erkenntnis, dass die Briten eine im Vergleich zur eigenen Wirtschaftskraft ziemlich hohe Abhängigkeit vom ausländischen Geld haben.

Mittwoch, Juli 22, 2009

UTS #28: Rettungshypotheken retten auch nichts

Das sollte eigentlich mal Zahl des Tages werden, ist aber irgendwie nie dazu geworden.

In den USA wurden Spezialhypotheken für bereits überschuldete Haushalte eingeführt. Diese sollten diesen Haushalten die Möglichkeit geben, weiterhin ihre Immobilien zu bewohnen und irgendwie auch den Kredit zu bedienen.

Diese Hpotheken namens HomeSaver Advance (natürlich von der staatlichen Fannie Mae) sollten den Immobilienbesitzern über temporäre Probleme (Arbeitslosigkeit, Krankheit) hinweghelfen. Nun stellt sich für viele die Arbeitslosigkeit leider nicht als kurzfristig heraus (siehe die Zahlen zur Langzeitarbeitslosigkeit).

70% der HSA Hypotheken werden ziemlich schnell genauso wenig bedient wie die Hypotheken, die dadurch abgelöst wurden. Ein ziemlicher Flop also.

Kein Wunder, denn im Grunde hat dieses Programm das wirkliche Problem nie gelöst: Es gibt in den USA jede Menge Leute, die "unter Wasser" sind, also eine Hypothek haben, die höher ist als der (gesunkene) Wert des Hauses.

Businessinsider: So Much For Foreclosure Prevention: Fannie "HomeSaver" Re-Default Rate Hits 70%

UTS #27: Ein Blick nach Irland, genauer Limerick

Ein sehr schönes Stimmungsbild aus einer der Krisenregionen Europas.

"In Limerick gibt es das wohl günstigste Heroin Nordeuropas, zwei waffenstarrende Gangs und eine der höchsten Mordraten in der Europäischen Union."

Und das *bevor* Dell am Ende des Jahres die Fabrik dicht macht und nochmal ein paar Tausend Leute arbeitslos werden.

FAZ: Eine Stadt im Überlebensmodus

Dienstag, Juli 21, 2009

UTS #26: Die Zukunft des Kapitalismus

Auch heute nur ein Hinweis in der UTS-Serie. Wie gestern (Buiter) zu spannendes Material, um es direkt wieder in einem weiteren Artikel zu begraben.

Es dürfte hier schon der ein oder andere Artikel verlinkt gewesen sein, aber es schadet nicht, auf die Serie nochmal komplett hinzuweisen. Es sind direkt mehrere spannende Artikel darin.

Es geht um die Serie "Die Zukunft des Kapitalismus" in der FAZ.

Herauspicken möchte ich vier Artikel:

Der erste Teil:
FAZ: Wohlstand für alle ist mehr als eine Phrase (von Thomas Strobl aka Weissgarnix)

FAZ: Die nächste Blase schwillt schon an (von Gunnar Heinsohn), die einen guten Einstieg in seine Theorie bietet. Es geht ihm dabei nicht um Zinsen, sondern um Eigentum. Kann man nicht in einem Satz beschreiben und ich kann es ohnehin nicht besser als Heinsohn selber, daher klemme ich mir eine Zusammenfassung besser.

Und

FAZ: Was sozial ist, schafft Arbeit! (von Heiner Flassbeck).

und immer gern genommen:

FAZ: Die Revolution der gebenden Hand (von Peter Sloterdijk)

Aber auch die anderen Artikel u.a. von Miegel, etc. sind lesenswert
FAZ: Aktuell - Feuilleton - Debatten - Kapitalismus

Eigentlich sollte man jedem verbieten, sich zur Finanzkrise zu äußern, der das nicht gelesen hat ...

Montag, Juli 20, 2009

UTS #25: Willen Buiters Good Bank Plan

Heute nur ein Posting, weil ich es so wichtig finde, auch wenn es alt ist (und ich mir nicht sicher bin, ob ich nicht schonmal darauf hingewiesen habe)

IMHO der beste Vorschlag, wie man die aktuelle Finanzkrise lösen könnte.

Es geht nicht darum, die alten Banken auf Teufel komm raus am Leben zu erhalten, sondern darum, gesunde Banken zu bekommen, die ihre volkswirtschaftliche Aufgabe der Kreditvergabe erfüllen. Und eine "so gerade eben" gerettete Bank erfüllt diese Aufgabe eben nicht.
Bitte lesen, auch wenn ich auf den Artikel bestimmt schonmal hingewiesen habe.

Der ursprüngliche Vorschlag:
FT: The ‘Good Bank’ Solution

Ein paar technische Details, wie man mit den Altschuldner umgehen sollte:
FT: Willem Buiter: How to set up a new ‘good bank’

Im Artikel sind noch ein paar interessante weitere Vorschläge von anderen sehr kompetenten Leuten verlinkt, die in eine ähnliche Richtung zielen. Da heute kein weiterer UTS-Eintrag kommt, habt ihr auch Zeit für diese.

Mir ist weiterhin schleierhaft, warum man - jetzt auch in Deutschland - lieber Geld in Bad Banks steckt als in Good Banks.

Sonntag, Juli 19, 2009

UTS #24: Die Neuregulierung des US-Finanzmärkte ist Blenderei

Augenwischerei. Überwiegend wirkungslos.

Das meint zumindest Christopher Whalen, Managing Director des Risikospezialisten Institutional Risk Analytics. Er ist also kein unbeschriebenes Blatt.

Allein dass die Kontrolle jetzt überwiegend bei der Fed angesiedelt werden soll, die
a) ein komischer Zwitter aus Staat und Privatbanken ist und
b) mit ihrer Geldpolitik mindestens mitverantwortlich ist
reicht eigentlich schon aus, um die Pläne in die Tonne zu befördern.

Man kann das aber auch etwas detaillierter darlegen:

FAZ: „Larry Summers ist mitschuldig an der Finanzkrise“

Zumindest zwei Punkte möchte ich rausheben:

a) Whalen würde gegen meine 40%-Case-Shiller-Wette halten
b) Die Frage, wer die Rechnung zahlt (sehr interessante Überlegung).

UTS #23: Die größten Pleiten der Geschichte

Schöne Übersichtsgrafik über die größten Insolvenzen in der US-Geschichte:




Immer mal praktisch zum Nachschlagen.

GOOD Magazine
gefunden über boingboing: GOOD infographic: largest bankruptcies in history

Samstag, Juli 18, 2009

Home - Der Filmtipp

Kam zwar hier schonmal, aber es lohnt sich immer noch.

Ich dachte, der Film wäre nur eine Woche als Promo im Netz frei verfügbar, aber er ist es immer noch (gefunden hier: Bernhards Weblog: Home - ein Dokumentarfilm von Yann Arthus Bertrand (deutsch)).

Fantastische, beeindruckende Aufnahmen, wenn auch etwas arg lehrhafter Text ...



(Das Embedden scheint nicht zu funktionieren. Dann folgt einfach dem Link oben)

Google Books kann man jetzt auch embedden!

Kleiner Insiderspaß aus dem Urlaub ;-)

Traders Quest: Google Books

Zahl des Tages (18.07.09): 79

Ein Artikel, den aidange in den Kommentaren hinterlassen hat und den ich hier nur Copy-Paste. Vielen Dank dafür!

Diesen Freitag waren es gleich 4 Banken die geschlossen haben darunter zwei grössere.

US-Bankenpleite Nr. 76:

Name: First Piedmont Bank
Sitz: Winder, Georgia
Assets: 115 Millionen Dollar,
Käufer: First American Bank and Trust Company
Schaden für die FDIC: 29 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 33 (rot).

First American Bank and Trust Company, Athens, Georgia, Assumes All of the Deposits of First Piedmont Bank, Winder, Georgia

US-Bankenpleite Nr. 77:

Name: BankFirst
Sitz: Sioux Falls, South Dakota
Assets: 275 Millionen Dollar,
Käufer: Alerus Financial, National Association
Schaden für die FDIC: 91 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 211 (gelb).

Alerus Financial, National Association, Grand Forks, North Dakota, Assumes All of the Deposits of BankFirst, Sioux Falls, South Dakota

US-Bankenpleite Nr. 78:

Name: Vineyard Bank, National Association
Sitz: Rancho Cucamonga, California
Assets: 1,9 Milliarden Dollar,
Käufer: California Bank & Trust
Schaden für die FDIC: 579 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 57 (rot).

California Bank & Trust, San Diego, California, Assumes All of the Deposits of Vineyard Bank, National Association, Rancho Cucamonga, California

US-Bankenpleite Nr. 79:

Name: Temecula Valley Bank
Sitz: Temecula, California
Assets: 1,5 Milliarden Dollar,
Käufer: First-Citizens Bank and Trust Company
Schaden für die FDIC: 391 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer

First-Citizens Bank and Trust Company, Raleigh, North Carolina, Assumes All of the Deposits of Temecula Valley Bank, Temecula, California

UTS #22: Es gibt schon wieder Subprime

Der Mensch ist ja lernfähig. Hauptauslöser der Finanzkrise waren unsachgemäße Kreditvergabe und zu hohe Risiken (bzw. zu wenig Eigenkapital) bei den Banken. Also werden jetzt nur noch seriöse Kredite vergeben und die Banken erhöhen ihr Eigenkapital.

OK, ersteres können wir uns schonmal abschminken (und das zweite wird ja sogar von der Politik abgeschafft ...)

Es gibt sowohl (wieder/weiterhin) Hypotheken an Schuldner schlechter Qualität:

MSN Money Central: Subprime lending is back with a vengeance

als auch Hypotheken, die höher sind als der Immobilienwert:

Eachtradingday: 125% des Wertes finanzieren? Das ist tatsächlich möglich!

Und wie ich oben schon bei dem anderen Punkt erwähnte: Auch dieses Mal hat der Staat die Finger im Spiel. Die 125% Hypotheken kommen nämlich von Fannie Mae, dem seit der Notrettung komplett verstaatlichtem Immobilienfinanzierer.

"Das Universum und die menschliche Dummheit sind unendlich. Beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." Albert Einstein.

Freitag, Juli 17, 2009

Musik zum Wochenende: Moby (mit David Lynch Video)

Moby - Shot in the Back of the Head

Das Video zu Moby's "Shot in the Back of the Head" von David Lynch. Das Lied ist zwar schon etwas länger draussen, aber das Album Amazon kam erst vorletzte Woche - ein willkommener Anlass das in diese Rubrik einzustellen.

Update (neues Video):

UTS #21: Harvard - Hazard

Es waren die Helden der alternativen Investments und Portfoliodiversifikation und wurden auch hier bejubelt: Die Vermögensverwalter der Stiftungen von Yale und Harvard. Wald. Hedgefonds. Rohstoffe. Nichts war zu exotisch. Aber die letzte Krise hat auch diese Halbgötter entzaubert.

Ein schöner Artikel über Harvard habe ich im Forbes gefunden und mit dem Urlaubs-Tab-Sweep ausgelehrt. Die Krise hat Harvard so stark getroffen, dass es nicht nur um etwa 30% mit dem Vermögen nach unten ging, sondern sogar Liquiditätsprobleme auftraten.

Forbes: Harvard: the Inside Story of Its Finance Meltdown

P.S. Eigentlich müssten die Zahlen inzwischen draussen sein.

Donnerstag, Juli 16, 2009

UTS #20: Hyperinflation - 9 gescheiterte Währungen

Gar nicht so selten, dass sich eine Währung zerlegt (und die Liste dürfte nicht vollständig sein):

Deutschland 1922-1923
Ungarn 1945-1946
Chile 1971-1981
Argentinien 1975-1992
Peru 1988-1991
Angola 1991-1999
Jugoslawien 1992-1995
Weissrussland 1994-2002
Simbabwe 2002-2009

Wenn man jetzt etwas ketzerischer ist, fragt man sich, wo die italienische Lira ist. Oder die türkische? Oder das britische Pfund (Kaufkraftverlust >90% in den letzten 50 Jahren)? Oder Deutschland 1945-1948?

Und noch etwas ketzerischer: Was die nächste Währung sein wird, die kollabiert. Pfund? Forint? Isländische Krona? Lettischer Lat? Mexikanischer Peso? Oder gar Euro oder Dollar?

Mint.com: Hyperinflation: The Story of 9 Failed Currencies

UTS #19: Aktienkurse sind wie Achterbahnfahrten

Und das darf man jetzt wörtlich nehmen. Zumindest wenn man ein iPhone hat ...



Techcrunch: AirCoaster iPhone App Turns The Stock Market Into A Scary Ride

Mittwoch, Juli 15, 2009

UTS #18: Die Fed - das unbekannte Wesen

Über die Entstehungsweise von Geld hatte ich ja schonmal gebloggt.

In dieser (scheinbar unendlich nach unten scrollbaren) Grafik geht es etwas mehr um die Geschichte der Fed, wie sich die Mitglieder zusammensetzen, welche Auswirkungen die Zinsentscheide haben, etc.

Warum findet man so grafische Aufarbeitungen in der deutschen Presse eigentlich (so gut wie) nie?

Mint.com: A Visual Guide to the Federal Reserve

UTS #17: Gold vs. UK-Immobilienpreise

Ich finde solche Vergleiche immer wieder spannend:

Wie viele Münzen Gold braucht man, um ein Barrel Öl zu kaufen? Wie viele Kilobarren, um ein Haus zu kaufen?

Diese Vergleich lassen sich zwar nur schwierig in Investmententscheidungen umsetzen, weil sich ja immer beide Seiten der Gleichung ändern können, um das wieder in ein (angenommenes) Gleichgewicht zu bringen, aber spannend finde ich das nevertheless.

Der Clou der Grafik: Obwohl sich die Hauspreise in Gold schon mehr als halbiert haben, könnte es nochmal mehr als eine Halbierung geben, ohne dass wir historisch unbetretenes Gelände erreichen.

Ob sich die Immobilienpreise nochmal halbieren oder der Goldpreis nochmal verdoppelt, weiss ich auch nicht. Vielleicht passiert ja auch nichts von beidem ...

Seeking Alpha: Gold vs. Housing: 80 Years of U.K. Data

Dienstag, Juli 14, 2009

UTS #16: Der S&P: Teuer oder billig?

Zu dem Thema gibt es gefühlte 2,3 Millionen Studien. Eine der interessanteren möchte ich heute vorstellen.

Dabei werden die zwei Einflussparameter

Inflation
KGV

untersucht.

Das Ergebnis ist einfach: Das KGV alleine ist kein guter Indikator, weil das KGV viel zu stark schwankt. Viel besser ist es ein Formel à la KGV + Inflationsrate zu nehmen. Der dadurch entstehende Wert ist nämlich deutlich stabiler.

Am Ende ist dieses Modell auch nicht viel anders als das FED-Modell, das Aktien in Bezug zu den Zinsen setzt, denn Zinsen und Inflationsrate hängen ja eng zusammen. Trotzdem istd as Modell nicht unspannend. Vor allem die Erkenntnis, dass man Ein-Faktor-Modellen wie dem einfachen KGV keine Sekunde vertrauen sollte ... Außerdem sind schöne über 80 Jahre umfassende Charts von S&P 500, Inflation und KGV im Artikel ...

NewstoUse: S&P 500 INDEX PE AT TROUGHS: A DETAILED 80 YEARS ANALYSIS

Und ein Update im Mai:

NewstoUse: EQUITIES: TIME FOR A PAUSE

UTS #15: Die Renditen des Dow Jones im Detail

Heute nochmal ein Blick auf den Dow Jones Industrial Average.

Ein paar spannende Daten, z.B.

Dow ohne Dividenden 4,6% Rendite,
Dow mit Dividenden 8,9% Rendite.

Diese wichtige Rolle der Dividenden dürfte bekannt sein.

Und das dadurch erzielte Ergebnis kann ich nochmal fast verdreifachen (nicht die Rendite (die steigt nur auf 10,4%), sondern die Menge Geld, die am Ende übrig bleibt). Und zwar durch eine Gleichgewichtung der Indexmitglieder anstelle der üblichen Preisgewichtung.

Am Ende hat das die selbe Ursache wie der Erfolg der antizyklischen Dividenden-Strategie, bei der ich die Dow Werte mit der höchsten Dividendenrendite kaufe, eben weil das häufig die Werte mit dem niedrigsten Kurs sind. Diese gefallenden Aktien erholen sich anschließend meistens überdurchschnittlich.

The Big Picture: Deep Inside the Dow

Und wem das Dow mathematisch zu anspruchslos und zu öde ist, der kann auch mal seinen CDS bewerten ;-)

ISDA CDS Standard Model

Montag, Juli 13, 2009

UTS #14: Die 25 größten Bankpleiten

Business Pundit: 25 Biggest Bank Failures in History

Zur größten deutschen Bankpleite (vor der Krise) noch ein weiterer Hinweis auf einen Artikel in der FAZ.

Die Bruchlandung der "Raumstation Orion"

Und wer noch mehr braucht:

Die ganze Serie der Finanzskandale in der FAZ

UTS #13: Hauspreise vs. Stresstest Szenario

Immer wieder spannend, das angeblich so negative Szenario des Stresstests mit der realen Entwicklung zu vergleichen.

Haben wir schon mit der Arebitslosenquote gemacht, geht aber auch gut mit den Hauspreisen. Und auch hier sind wir nicht auf der positiven Kurve, sondern ziemlich nah am "more adverse" Szenario.

Calculated Risk: Case-Shiller: House Prices Tracking More Adverse Scenario

Da muss man sich doch fragen, ob das wirklich ein Stresstest war oder ob da einfach nur "alles in Butter" rauskommen sollte ...

Sonntag, Juli 12, 2009

UTS #12: Kennen Sie noch das Gefühl, als Sie das Wort Risiko noch nicht kannten?

Na, wer kann den Spruch einem Produkt zuordnen? Naaa?

Ok, ich helfe: Es war aus der Werbung für die Twin Star Altersvorsorge der AXA Versicherung:

Wörtlich:

"TwinStar Klassik - renditestark und sicher vorsorgen

TwinStar Klassik kombiniert endlich Top-Rendite mit einer der höchsten garantierten Renten.
Dieses neue starke Vorsorgekonzept von AXA bietet Ihnen die Sicherheit, die Sie im Alter brauchen."


Und das ganze war wirklich ein gutes Produkt. So gut, dass die AXA jetzt den aktiven Vertrieb eingestellt hat. Die Garantien für die Kursabsicherung sind durch die crashenden Börsen einfach zu teuer geworden. Auf sowas waren die Finanzmathematiker einfach nicht vorbereitet.

Handelsblatt: Axa zieht die Notbremse

Samstag, Juli 11, 2009

UTS #10: Liars Poker - Das Ende der Wall Street

Ein sehr schöner Rückblick auf die aktuelle Finanzkrise von Michael Lewis, der schon vor 20 Jahren die Exzesse der Wall Street und den Zusammenbruch von Salomon Brothers live miterlebt hat und im Buch Liar’s Poker beschrieben hat.

9 Seiten bei Portfolio.com, die sich lohnen.

Das Buch gibt's hier. Kenne ich nicht, aber bekommt ziemlich gute Kritiken. Scheinbar nur noch auf Englisch erhältlich, die deutsche Version scheint ausverkauft zu sein.

Musik zum Wochenende: La Blogothèque

Weil die Links in meinem alten Posting (Live Musik par excellence!) nicht mehr gehen und ja auch jede Menge Leser dazugekommen sind, mal wieder ein Hinweis auf die tolle Seite La Blogothèque, insbesondere die Serie Concerts a emporter.

Dabei Sigur Ros, REM, Bloc Party, The Wombats, Stephen Malkmus, Animal Collective, ... Genug Auswahl, um die nächsten Wochenenden zu überleben ...

Herausgepickt habe ich:

Lykke Li and El Perro Del Mar - Dance Dance Dance.

SPLIT SERIES LYKKE LI & EL PERRO DEL MAR- DANCE DANCE DANCE by lablogotheque

Freitag, Juli 10, 2009

UTS #9: Das Blair-Brown Dilemma

Beeindruckende Grafik zur Entwicklung der Verschuldung britischer Haushalte.



FT Alphaville: The UK’s BB debt

UTS #8: Was ist eigentlich der Repo-Markt?

Was steckt eigentlich hinter den 442 Mrd. Euro, die die EZB den Geschäftsbanken geliehen hat?

Bei Zeitenwende.ch fand sich gestern eine kleine Diskussion und vor allem ein gelungenes Video zum Thema: Wie erzeugt die Notenbank (und in Folge die Geschäftsbanken) eigentlich Geld?

Ansehenswert! Und die Diskussion dahinter ist ebenfalls lohnend.

Zeitenwende.ch: Ein bisschen Repo und noch viel mehr

Ich habe auch noch ein anderes Video zum Thema gefunden, das leider nicht mehr in einem Stück bei Google-Video vorliegt.

Daher in fünf Teilen von YouTube:









Donnerstag, Juli 09, 2009

UTS #7: Fast alle GALORE Interviews online

Wem der Lesestoff im Sommer ausgeht:

Es gibt jetzt fast alle GALORE Interviews online.

Viel Spaß beim Lesen!

http://bit.ly/nlUoL

See ya.

Bin jetzt (wirklich) weg.

Ich hoffe, das Wetter wird besser ... Sonst blogge ich vor lauter Langeweile noch :) Und trinke zu viel Grimbergen.

Zahl des Tages (09.07.09): 108.000.000.000

So letzte Zahl des Tages vor dem Urlaub.

Dass nach den Hypotheken auf private Immobilien die Hypotheken für kommerzielle Immobilien unter Druck kommen, war abzusehen. Wenn die Firmen Arbeitsplätze abbauen, wird auch Bürofläche überflüssig (vor allem wenn sich Firmen wie Lehman ganz auflösen ...). Wenn die Verbraucher sparen, stehen die Einkaufszentren leer. Diese sinkende Nachfrage trifft jetzt aber auf ein Angebot, das im Immobilienboom wie irre erhöht wurde.

Daraus entstehen jede Menge leer stehender Bürofläche, die zu ziemlich hohen Kosten mit verdammt hohen Schulden gebaut wurde. Und dann platzen die Hypotheken.

Die Gesamtsumme der überfälligen Hypotheken auf Gewerbeimmobilien beträgt aktuell (ende Juni)

108.000.000.000 (108 Mrd.) Dollar.

Das ist doppelt so viel wie am Anfang des Jahres.

Ganz schön kräftiger Anstieg in so kurzer Zeit ... Platzt da Blase Nummer 2?

The Big Picture: Distressed CRE Up 100% to $108B

UTS #6: Boden am US-Immobilienmarkt durch Erstkäufer?

Dass die Erstkäufer einen wichtigen Einfluss auf den Immobilienmarkt haben, ist bekannt. Daher wurde für diese im Rahmen des Konjunkturpakets auch eine spezielle Steuergutschrift von bis zu 8.000 Dollar beschlossen. 20% der Erstkäufer gaben an, dass die Steuergutschrift ein entscheidender Faktor gewesen ist.

Ich habe bei den letzten vergleichsweise guten Zahlen zum US-Immobilienmarkt darauf hingewiesen, dass die Steuergutschriften eine Rolle gespielt haben dürfte. Daher ist die Bestätigung der These einen Hinweis wert.

Live Science: Can First-Time Home Buyers Save the Economy?

Mittwoch, Juli 08, 2009

Das Drei-Fragen-Stöckchen-Spiel

So, das mache ich jetzt zum ersten und letzten Mal mit, weil ich das eigentlich blöd finde ...

Aber auf besonderen Wunsch eines Einzelnen:

Eachtradingday: Die Drei -?- Stöckchen

Ich habe auch brav meine Fragen beantwortet und stelle jetzt drei neue:

1) Seid ihr auch am Wochenende im Urlaub ;-) ?
2) Wie weit sinkt der Case-Shiller-City-20-Hauspreisindex noch (Wettalarm ;-) ) ?
3) Sieht der Konjunkturverlauf der 2008-2011 wie ein L, ein V oder ein W aus?

Bin ich froh, dass ich Frage 3 nicht selber beantworten muss :-)

Ich gebe weiter an

* Boersennotizbuch
* Trader's Quest
* Weissgarnix

Zahl des Tages (08.07.09): 2.000.000.000.000

Doch schon wieder eine Zahl des Tages. Aber wenn sie so auf dem Präsentierteller liegt ...

Bis 2013 wird Deutschland etwa 509 Mrd. Euro neuer Schulden machen. Danach wird der Schuldenstand die

2.000.000.000.000 (2 Billionen) Euro

Grenze überschreiten. Das bezieht sich übrigens auf die Gesamtschulden von Bund, Ländern, Schattenhaushalten und Gemeinden.

Viel Spaß mein Sohn beim Abbezahlen. Du weisst noch nichts von deinem Glück :-(

Spiegel: Staat macht 509 Milliarden Euro neue Schulden

UTS #5: Die 12 schlechtesten Börsengurus aller Zeiten

Leider nur amerikanische dabei. Aber wenn da direkt Jim Cramer *und* Alan Greenspan am Start sind, hat die Liste direkt hohe Sympathiewerte bei mir ...

Billshrink: Hall of Shame: 12 of the Worst Financial Gurus

Wen würdet ihr denn aus Deutschen Landen zufügen?

Mein Alltime-Favorite wäre Mr. Dausend.

Lesetipp: Goldman Sachs Code Klau

Ganz spannende Geschichte, die ich aber wegen meines Urlaubs leider nicht mehr sinnvoll verfolgen kann.

Sergej Aleynikov, ein ehemaliger Programmierer von Goldman Sachs, ist verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, Code eines internen Handelssystems, der natürlich ultrageheim ist, geklaut zu haben und zu seinem neuen Arbeitgeber (4faches Gehalt!) mitgenommen zu haben.

Der ganze Fall wirft ein sehr spannendes Licht auf die internen Handelssysteme von Goldman Sachs, die teilweise für 10% der Börsenumsätze sorgen sollen. Eine Bank - 10% des Gesamtvolumens aus Handelssystemen! Wow!

Einen spannenden Ansatzpunkt für Verschwörungstheorien bester Güte liefert jetzt Goldman Sachs selber:

"The bank has raised the possibility that there is a danger that somebody who knew how to use this program could use it to manipulate markets in unfair ways,”"
Huch! Wenn man weiss, was man tut, kann man das Programm zu Marktmanipulationen nutzen? Wer glaubt dann noch ernsthaft, dass in diesem Geld-Über-Alles-Markt das nicht auch gemacht wurde? Zumindest für Zerohedge liegt der Gedanke nahe: Zerohedge: Guest Post: Manipulation?

FT Alphaville: The Cold War in high frequency trading
FT Alphaville: Who is Serge Aleynikov?
FT Alphaville: The Great Goldman Black Box Heist
FT Alphaville: Ex-Goldman employee accused of cyber-theft

Und (wie leider nicht gerade selten) ziemlich übertrieben dazu Zerohedge:
Zerohedge: Is A Case Of Quant Trading Sabotage About To Destroy Goldman Sachs?
Darin ist allerdings auch die Originalanklageschrift verlinkt (nützlich) und tolle Kommentare (wer Verschwörungstheorien für's Sommerloch sucht).

Eine deutsche Quelle (wie so viele gute Artikel im Handelsblatt im Original von breakingviews.com):

Handelsblatt: Goldman-Ausbildung ist dreifaches Gehalt wert

(P.S. Für Unixer: Aufgefallen sein soll der Code-Diebstahl übrigens durch die Bash-History, die einen FTP-Upload enthielt. Das wäre aber ein ziemlicher Dillentantenfehler ...)

HRE: Die Protokolle der Rettungssitzung

Ein kurzer Hinweis auf die Protokolle zur Rettung der HRE. Die Protokolle gibt's bei der FTD: Protokoll. Eine Bericht natürlich auch: FTD: "Ackermann führt aus, dies sei der Tod"

Die Süddeutsche titelt dramatisch: Sueddeutsche.de: Deutschlands Banken am Abgrund.

Aber ich finde, das geht alles am Thema vorbei. Das Protokoll ist nämlich eigentlich verdammt mager. Und das obwohl (oder weil?) es wahrscheinlich stark überarbeitet wurde.

Den passendsten Kommentar dazu fand ich bisher bei Weissgarnix.

Weissgarnix: Die Protokolle der Weisen von Frankfurt

Ich stimme zu, dass die wirklichen Fragen nicht gestellt wurden (Warum ist die HRE so kritisch? Warum gehen alle Banken danach Pleite?), daher gab es natürlich auch nicht die richtigen Antworten. Ich stimme auch zu, dass das Protokoll generell wenig aussagekräftig ist und scheinbar wichtige Informationen fehlen. Oder entscheiden die Politiker wirklich auf einer so dünnen Datenlage und mit so wenigen kritischen Nachfragen?

P.S. Was will der technische Verantwortliche bei der FTD eigentlich damit sagen: "(bei Download-Problemen verwenden Sie bitte den Internet Explorer)". Wir optimieren unser Angebot auf den schlechtesten der weit verbreiteten Browser und empfehlen diesen dann auch noch?!? Für den Download eines PDFs? Welche technische Hürde gibt es dabei zu überwinden?!?

Neue Wette: Case-Shiller-Index sinkt nicht mehr als 40%

Ich hatte es ja schon angedroht, ich brauche eine neue Wette ... Die letzte, die Saviano mir Ende 2008 angeboten hat (DAX Ende 2009 über 8000) habe ich dummerweise nicht angenommen, da ich selber ziemlich optimistisch war. Aber nachdem nun das erste Halbjahr vorbei ist und vom jetzigen Niveau aus, hätte ich diese Wette wohl eintüten können. Egal. Und die davor (Die egghat'sche Rezessionswette) ist ja geradezu tragisch gegen mich gelaufen.

Daher eine neue:

Ich sehe ja bekanntlich Stabilisierungsanzeichen am US-Immobilienmarkt. Daher ist meine Wette wie folgt:

Ich wette, dass der Case-Shiller-20-City-Index vom Hoch (Sommer 2006) nicht mehr als 40% fallen wird. Wir sind aktuell (April 2009) 32,6% unter dem Hoch. Die Fallgeschwindigkeit nimmt aber deutlich ab.

Was noch unklar ist: Wann ist die Wette zu Ende? Fix nach 12 oder 18 Monaten? Oder wenn wir drei Monate mit steigenden Preisen haben?

m106 hat die Wette schon angenommen, also darf er sich die Bedingung für's Wettende aussuchen. Ich gewinne unabhängig von der Länge des Zeitraums ;-)

Einsatz ist wie üblich Alkohol ;-). Irgendeine lokale Spezialität (wenn ein Schweizer mitmachen will, akzeptiere ich auch einen Sack Toblerone). Von meiner Seite aus also Füchschen-, Schlüssel- oder Schuhmacher-Alt. Für Weintrinker habe ich natürlich keine lokale Auswahl, noch wächst hier kein Wein. Daher nehme ich dann eine Flasche Wein in der Standardklasse (6 bis 8 Euro): Torremoron, Gazur, Cu4tro, Falesco oder was ähnliches von der Weinzeche. Es geht nicht um den Gewinn, sondern den Spaß an der Wette.

Maximal dreimal wette ich (bin ja nicht Krösus, auch weil diesen Monat noch niemand den Amazon-Link benutzt hat).

Wenn übrigens einer Lust hat in meinem Urlaub hier (neben meinem Urlaubs-Tab-Sweep) zu aktuellen Themen zu bloggen, kann ich noch einen Account einrichten. m106 hat einen, aber kommt nicht dazu (obwohl einer seiner grob geschätzten 3 Artikel dieses Jahr der zweitbeliebteste war). Es muss aber natürlich jemand sein, den ich aus den Kommentaren oder einem eigenen Blog "kenne".

Update (15:19)

Zeitraum 18 Monate. Also bis (einschließlich) Oktober 2010. Der Wert für Oktober kommt dann irgendwann im Dezember.

Und keiner wettet? Ich dachte hier wimmelst vor Weltuntergangspropheten ;-)

Update (09.06.09):

OK, die Plätze sind weg.

m106 hatte ja schon zugesagt.

Im Kommentar haben sich noch

Christoph
Ruediger Helge Wolf


Wenn ich die Namen verlinken soll (Homepage, eigenes Blog, o. Ä.) müsst ihr mir die Daten schicken. Ich hoffe, ihr seid dann in 18 Monaten auch noch hier. Beim letzten mal bin ich auch nur einen Einsatz losgeworden ...

UTS #4: Mathematisches Modell für Wirtschaftkrisen

Didier Sornette, Professor an der ETH Zürich, will mit einem mathematischen Modell die Gefahr von Wirtschaftskrisen abschätzen können. Da er gelernter Physiker ist, wird er u.U. auf chaotische Modelle wie sie zum Beispiel bei Strömungssimulationen benutzt werden, zurückgreifen.

Etablierte Wirtschaftswissenschaftler halten das natürlich für Unfug (auch wenn sie es netter ausdrücken), aber sie sitzen im Glashaus: die eigenen Prognosen waren nun mal auch nicht viel besser ...

Sornette hat immerhin schon 2005 die Gefahr gesehen. In einem Interview hat er auf die Frage "are we in a real estate bubble" klipp und klar mit "Yes" geantwortet. Und das können nur wenige Ökonomen von sich behaupten (u.a. Shiller).

Heise.de: Mathematisches Frühwarnsystem für Wirtschaftskrisen

Discover Dialogue: Geophysicist Dider Sornette, The Dauphin of Disasters, 'Is the United States economy sustainable? I don't believe it is.' (PDF!)

Update (10:10)

nigecus hat mich darauf hingewiesen, dass keine Strömungsmodelle, sondern sogenannte Ising-Modelle verwendet werden. Das sagt mir jetzt mal gar nichts, aber half bei der weiteren Suche. Dabei habe ich nämlich erstens einen Wikipedia-Eintrag gefunden zum Ising-Modell, der erklärt, dass das was mit Magnetismus zu tun hat und zweitens zwei Bücher gefunden und wer sich dafür interessiert, darf damit tiefer eintauchen.




UTS #3: Rette Kalifornien

Die prekäre Finanzlage Kaliforniens war ja hier schon einige Male Thema (siehe die Links unten)

Heute mal ein kleines Spielchen: Rette den kalifornischen Haushalt. Hier ein wenig sparen, da ein wenig Steuererhöhungen und schon passt's wieder:

LA Times: State budget balancer


Kalifornien (noch etwas näher) vor der Pleite
Zahl des Tages (26.05.09): 32.500.000.000
Überschuldete in den USA, geografisch aufgeschlüsselt
Zahl des Tages (22.06.09): 11,5%

Update (11:06)

Passt gerade:

Yahoo: California nears financial "meltdown" as revenues tumble

Kampf den (Rohstoff-)Spekulanten

"Endlich!" kann man da nur sagen. Es kann, glaube ich, keiner den volkswirtschaftlichen Schaden genau bezwiffern, den alleine die Ölpreis-Blase, letztes Jahr angerichtet hat. Endlich will jemand etwas dagegen unternehmen, und zwar der neue Chef der der amerikanischen Terminbörsenaufsicht CFTC, Gary Gensler. Der alte Chef Walter Lukken dagegen stellte sich letztes Jahr noch schützend vor die Finanzwelt und sprach sie von jeglicher Verantwortung, für die Preisanstiege der Rohstoffe, frei (Warum wohl?). So will Gensler eine Verschärfung der Positionslimits im Handel mit Öl-, Gas- und anderen Energiekontrakten.



Dienstag, Juli 07, 2009

Zahl des Tages (07.07.09): 4,75

Ha, kann's doch nicht lassen. Nach bereits drei getweeteten Zahlen des Tages (neuer Rekord direkt am ersten Tag!), ist mir dann doch noch eine untergekommen, die es wert ist, ein Blogposting zu bekommen.

Heute gab es neue Zahlen zu den Ausfällen bei den Verbraucherschulden. Fein säuberlich aufgeschlüssselt nach Schulden auf Autos, Boote, Häuser, Kreditkarten, ...

Und mit dem letzteren möchte ich anfangen, auch deshalb, weil es dabei wahrscheinlich um die größte Menge Geld geht. Der Anteil der Schulden auf Kreditkarten, die mindestens 30 Tage nicht mehr bedient wurden, ist im 2. Quartal 2009 auf

4,75%

von vormals 4,52% gestiegen. Das ist der höchste Wert seit die Daten erfasst werden. Die Gesamtsumme (also nicht die Anzahl) der überfälligen Kreditkartenschulden ist von 5,52 auf 6,6% gestiegen.

Ebenfalls kräftig stiegen die Home Equity Loan (eine Art variable Überziehungshypothek) Ausfallraten von 3,30 auf 3,52%.

Die Krise ist noch lange nicht vorbei ...

The Big Picture: Home-Equity Loans Record Delinquency Rate
Marketwatch: ABA: Consumers delinquent on loans rises to record level

Die drei alternativen Zahlen des Tages:
Tweet 1
Tweet 2
Tweet 3

UTS #2: US-Arbeitslosigkeit - Realität vs. "Plan"

Dass der Stabilitätstest für die US-Banken auch im negativeren ("more adverse") Szenario nicht sonderlich streng war, sollte (zumindest für Leser hier) hinreichend bekannt sein. Dass die reale US-Arbeitslosigkeit (deutlich) über den Annahmen für den Stresstest liegt, ebenfalls.

Spannend ist ein weiterer Vergleich der US-Arbeitslosigkeit. Nämlich mit den Prognosen zur Arbeitslosigkeit, die die Obama-Regierung abgegeben hat, als das Mega-Konjunkturpaket diskutiert wurde. Die dunkelblaue Kurve ist die Arbeitslosigkeit *mit* dem positiven Einfluss des Billionen-Dollar-Programms, die hellblaue die Kurve ohne Konjunkturpgrogramm und die roten Punkte sind die real eingetretenen Arbeitslosenquoten.

Jaja, richtig gesehen. Die roten Punkte liegen alle oberhalb der oberen Quote. (Und der Juni war mit 9,5% ja nochmal 0,1 Prozentpunkte höher als der Mai). Wir haben also ein teures Konjunkturprogramm und die reale Arbeitslosigkeit ist trotzdem höher als die, die ohne Konjunkturprogramm vorhergesagt wurde ...



Woran lässt das jetzt mehr Zweifel aufkommen? Am Erfolg von Konjunkturprogrammen oder an der Prognosequalität von Politikern? Oder an beidem?

gefunden über Jason Kolb: Green Shoots

Wird Michael Jackson die kalifornische Wirtschaft retten?

Das wird ernsthaft gefragt!

MSN Moneycentral: Could Michael Jackson’s death save California’s economy?

Unglaublich.

Zeit auf den getwitterten Ökonomen-Witz hinzuweisen:

Was ergibt 2+2

UTS #1: Chinas Immobilienmarkt gibt Rätsel auf

UTS Nr. 1:

Der chinesische Immobilienmarkt gibt Rätsel auf. Immobilienexperte und Regierungsberater (?) Cao Jianhai erwartet nach einer Preisverdopplung der chinesischen Appartmentpreise in den letzten 5 Jahren eine Halbierung in den nächsten zwei. Zu hoch wären die Preise, zu viele Appartments ständen leer.

Bei einem solchen Preisverfall würden den chinesischen Banken ähnliche Probleme drohen wie den amerikanischen, britischen, irischen und spanischen. Das Problem an der Analyse der chinesischen Immobilienpreise: Die Untergangspropheten sind schon seit Jahren davon überzeugt, dass die Preise zu hoch sind. Und sie sinken doch nicht. (oder doch, siehe unten).

Einer der Gründe, der für immer neues Geld am Immobilienmarkt sorgt, sind die stark eingeschränkten Investitionsmöglichkeiten der Chinesen. Die (normalsterblichen) Chinesen können nicht so einfach im Ausland investieren. Also bleiben als Alternativen die (verdammt stark schwankenden) chinesischen Aktien, die Anleihen, die nur niedrige Zinsen abwerfen und eben der Immobilienmarkt. Und da erscheint vielen der Immobilienmarkt ziemlich attraktiv zu sein.

FEER: China's Real Estate Riddle

Ob sie sich irren, wird man sehen ... Zumindest in den offiziellen Statistiken sinken die Preise bereits.

Real estate prices in China's top cities ease 0.6% in May

Wenn ich von Rätseln spreche, meine ich allerdings auch welche. Denn gleichzeitg kommen nämlich "Extrem-Bubble-Nachrichten" aus Shenzen (Chinaknowledge: Shenzhen's new apartment average price swells 32.83% in June) und Bejing (Peking) (AFP: New bubbles rising in China property market: state media), die so gar nicht zum allgemeinen Preisverfall passen wollen. Seltsam ...

UTS Urlaubs-Tab-Sweep

Kleine Einführung. Unter dem Tag UTS werde ich einen Haufen Links posten, die ich in der Vergangenheit gesammelt habe, aber nie die Zeit hatte, die etwas mehr zu kommentieren. Ein Teil davon ist u.U. nicht mehr ganz sooo relevant, aber ich poste das trotzdem mal alles. Ich muss mir auch mal ernsthaft überlegen, was ich mit solchen Links in Zukunft mache, denn ich stolpere über so viele spannende Links, die dann doch nirgendwo auftauchen. Ich bräuchte geschätzte drei Leute, die mir beim Bloggen helfen ... FJ zum Beispiel wirft auch häufig spannende Links in die Kommentare, ich komme aber einfach nicht dazu, zu allem meinen Senf abzugeben. Aber viele Artikel/Interviews/etc. sind so spannend, dass sie auch ohne meinen Senf empfohlen werden müssen. Ideen?

Zahl des Tages (06.07.09): 20

Für

20

Tage wird jetzt hier wundervolle stille herrschen, da ich mich in wenigen Tagen Richtung ameland bewegen werde.

Es kann gut sein, dass ich ein wenig Twittere, aber eine regelmäßige Zahl des Tages gibt es sicherlich nicht. Nach dem Urlaub wieder in alter frische (hoffe ich)

Sonntag, Juli 05, 2009

Zahl des Tages (05.07.09): 5.000.000.000

Fässer ohne Boden produzieren Zahlen des Tages ohne Ende ...

Nachdem die IKB als erste deutsche Bank in die Krise rutschte, richtig viel Hilfe vom Staat brauchte, um dann am Ende für richtig wenig Geld an eine Heuschrecke vertickert zu werden, glaubte man die Geschichte sei (endlich) am Ende. Aber zu früh gefreut. Denn wer hoffte, dass der Verkauf an Lone Star das berühmte Ende mit Schrecken war, musste inzwischen erkennen, dass es doch ein Schrecken ohne Ende ist.

Denn nach den 5 Mrd. Euro, die die IKB aus dem SoFFin (s.u.), deutete sich schon seit ein paar Tagen an, dass ein weiterer Nachschlag fällig wird. Und der kam dieses Wochenende.

Jetzt bekommt die IKB weitere

7.000.000.000 (7 Mrd.) Euro

Staatsgarantien aus dem Stabilitätsfonds SoFFin. Damit beträgt der Gesamtrahmen jetzt 12 Mrd. Grund ist übrigens ein Verlust, der noch etwas höher als ausgefallen ist, als noch vor wenigen Wochen bekanntgegeben wurde.

Spätestens jetzt zeigt sich, dass der Verkauf grundfalsch war. Besser wäre es gewesen, die Bank zu verstaatlichen und abzuwicklen. Bei einer IKB oder auch einer HRE (und bei allen kleineren sowieso) geht das und immer wenn das geht, ist das die sinnvollste Möglichkeit. Aber der Lernprozess hat bei den Politikern immerhin schon mal so weit geführt, dass man die HRE jetzt verstaatlicht. Auch wenn es auch dort scheinbar nicht um die Abwicklung geht und die Gesetzesbasis nur für diese eine Bank geschaffen wurde. Und bei der nächsten Krise wird wieder panisch reagiert.

Man muss sic dochmal Gedanken machen, was passiert, wenn eine Bank die Eigenkapitalanforderungen nicht mehr erfüllt und der normale Weg sich neues Eigenkapital zu besorgen, verstopft ist. Aber man stellt wahrscheinlich einfach ein Stopschild auf. Hilft im Zweifelsfall immer :-(

Tagesschau: IKB bekommt neue Milliardenhilfen
FTD: Soffin päppelt IKB mit weiteren Milliarden

Und der Rückblick:

Juhuhh! Die IKB wieder
Und nochmal 5 Mrd. für die IKB
Und endlich ist sie weg ... IKB geht an Lone Star (Update mit Kommentaren)
IKB braucht und bekommt nochmal 1,5 Milliarden
IKB: Erst viermal retten - dann Prüfen
IKB - Oh jemineh ...
Oh nöh ... IKB schon wieder in der Krise?

Update (06.07.09):

Ein Kommentar von mir in der FAZ:

FAZ: Ein Fass ohne Boden

(OK, ist nicht von mir, aber hätte von mir sein können)

Musik zum Wochenende: Emiliana Torrini

Es ist ja immer sehr erstaunlich, wie viele aufregende Musik aus Island kommt. Nicht nur überrascht, sondern geradezu geschockt war ich, als ich gehört habe, Emiliana Torrini Nummer 1 in den Sigle-Charts in Deutschland ist.

Mit so ruhiger Musik?



oder solcher (Nothing Brings Me Down - live):



Oder mit dem?



(OK, Cover ... Original(?)


)
Viel zu ruhig (es gibt passenderweise auch ein "Sounds of Silence"-Cover von Torrini). Viel zu weit weg vom Massengeschmack. Aber sie hat es dann wohl doch geschafft, obwohl ich bezweifle, dass das Ziel war ...

Aber irgendwie gibt es solche Wunder ... In diesem Fall heisst das Wunder Heidi Klum, in deren Sendung die Musik wohl dauernd eingespielt wurde ...

Samstag, Juli 04, 2009

Zahl des Tages (04.07.09): 117.000.000.000

Ist das der Wendepunkt in der Energieerzeugung der Menschheit?

Nach Berechnungen der UNEP (United Nations Environment Programme) wurde 2008 zum ersten Mal weltweit mehr Geld in erneuerbare Energien gesteckt als in Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Direkt in die Erzeugung erneuerbarer Energien flossen 2008

117.000.000.000 (117 Mrd.) Dollar,

in konventionelle Energien 110 Milliarden. Der Vorsprung der erneuerbaren Energien wächst noch weiter, wenn man Ausgaben für Forschung und Entwicklung berücksichtigt. Insgesamt wurden dann 155 Mrd. Dollar investiert.

Allerdings reichte das Überholen in Geld nicht aus, um die erneuerbaren Energien auch in der Menge der erzeugten Energie auf Platz 1 zu heben. Dieser ist sogar noch weit entfernt, denn die 117 Mrd. reichen nur für 25% der neu geschaffenen Energieerzeugung aus.

Und ein zweiter Wermutstropfen: Das Wachstum hat sich in 2008 deutlich abgeflacht. Nach 73, 54 und 59% Plus gab es in 2008 nur noch 5% Plus. Vor allem im zweiten Halbjahr brachen die Investments aufgrund der Finanzkrise deutlich ein.



Und 2009 sieht es noch viel schlimmer aus. Im ersten Quartal sind die Investments um 53% gesunken. Ob die weltweit aufgelegten Konjunkturprogramme, die in vielen Ländern auch erneuerbare Energien umfassten, 2009 noch greifen, bleibt abzuwarten.

UNEP: Global Trends in Sustainable Energy investment 2009 (PDF!)

gefunden über
Paul Kedrosky: QOTD: Renewables Investing Passed Fossil Fuels in 2008

Freitag, Juli 03, 2009

Madoff: SEC-Mitarbeiter stellt Ermittlungen ein und heiratet in die Familie Madoff ein?

Fakt scheint zu sein, dass die SEC bereits 2004 gegen den Mega-Pleitier Bernie Madoff ermittelt hat.

Dabei sind einer Ermittlerin in den Daten von Madoff Unstimmigkeiten aufgefallen und wollte daher weitere Unterlagen anfordern. Laut Washington Post waren die Unstimmigkeiten der Kern des Betrugs, der Betrug wäre also bei weiteren Nachforschungen wohl schon 2004 aufgeflogen.

Die Ermittlerin Walker-Lightfoot meldete das ihrem Vorgesetzten Mark Donohue und dessen Vorgesetzten Eric Swanson. Es passierte nichts. Außer dass Eric Swanson 3 Jahre später eine Nichte von Bernie Madoff heiratete ... Zufall?!? Oder mehr?

Das kommt jetzt alles bei den Nachforschungen im Untersuchungsausschuss zum Madoff-Fall heraus. Bin gespannt, welche Überraschungen da noch kommen ....

Washington Post: Staffer at SEC Had Warned Of Madoff
gefunden über boingboing: SEC boss told underling to stop investigating Madoff in 2004, then marries Madoff's niece

Mehr zur Madoff-Story in diesem Blog: Suche nach Madoff

Update (12:08)

Aber immerhin darf man scheinbar (in den USA) die Verluste aus Madoff-Anlagen abschreiben.

boingboing: Deduct your Ponzi scheme losses

Zahl des Tages (03.07.09): 7

Ok, doof, aber was soll ich machen, wenn die Bankenpleiten über Nacht eintrudeln. Sonst sammle ich die immer erst am Samstag, jetzt aber werden die Bankpleiten direkt zweimal hintereinander zur Zahl des Tages. Aber versprochen: Morgen gibt's eine spannende Zahl aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, die ich schon vorbereitet habe (was bei dem Wetter auch ganz nützlich ist).

Neben den zwei Bankenpleiten, die ich schon gestern hatte (Zahl des Tages (02.07.09): 69), gab es heute noch einmal 5 weitere. Insgesamt gingen also

7

Bankpleiten an einem Wochenende pleite (heute ist der vorgezogene Unabhängigkeitstag), neuer Rekordwert in dieser Krise. Die meisten Banken sind zwar echte Klitschen, aber eine größere mit Assets von knapp 1 Mrd. Dollar ist auch dabei.

Der Zähler für die US-Bankpleiten seit Ausbruch der Krise steht jetzt übrigens bei 74. FJ hat mich in einem Kommentar zu den Bankpleiten vom letzten Wochenende darauf hingewiesen, dass die Summe aller ausgefallenen Assets nur etwa 0,27% der Gesamtsumme alle amerikanischen Banken ausmacht. Das wirkt also deutlich weniger dramatisch als die Anzahl der ausgefallenen Banken; die meisten ausgefallenen Banken sind halt ausgesprochene Klitschen mit teilweise nur ein oder zwei Filialen.

Um die Assets mal in eine Größenordnung zu setzen: Eine Volksbank in Metropolen wie in Montabaur oder Bitburg hat eine Bilanzsumme von etwa 300 bis 400 Millionen Euro. Eine Sparkasse wie Bochum (370.000 Einwohner) hat eine Bilanzsumme von 5,5 Mrd, die in Ingolstadt (130.000 Einwohner) eine Bilanzsumme von 2,8 Mrd. Euro. Man kann sich also grob vorstellen, welche Bedeutung eine Bank hat, deren Bilanzsumme 40 Mio. Dollar beträgt. Das ist (etwas übertrieben) eine Bank für einen größeren Häuserblock ...

Trotzdem zähle ich fleissig weiter:

US-Bankenpleite Nr. 70:

Name: Rock River Bank,
Sitz: Oregon, Illinois,
Assets: 77 Millionen Dollar,
Käufer: Harvard State Bank, Harvard, Illinois,
Schaden für die FDIC: 28 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: auch kein Treffer.

FDIC: The Harvard State Bank, Harvard, Illinois, Assumes All of the Deposits of Rock River Bank, Oregon, Illinois


US-Bankenpleite Nr. 71:

Name: Elizabeth State Bank,
Sitz: Elizabeth, Illinois,
Assets: 55 Millionen Dollar,
Käufer: Galena State Bank and Trust, Galena, Illinois,
Schaden für die FDIC: 11 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: auch kein Treffer.

FIDC: Galena State Bank and Trust, Galena, Illinois, Assumes All of the Deposits of the Elizabeth State Bank, Elizabeth, Illinois

US-Bankenpleite Nr. 72:

Name: First National Bank of Danville,
Sitz: Danville, Illinois,
Assets: 166 Millionen Dollar,
Käufer: First Financial Bank, National Association, Terre Haute, Indiana,
Schaden für die FDIC: 24 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: auch kein Treffer.

FDIC: First Financial Bank, National Association, Terre Haute, Indiana, Assumes All of the Deposits of the First National Bank of Danville, Danville, Illinois


US-Bankenpleite Nr. 73:

Name: Millennium State Bank of Texas,
Sitz: Dallas, Texas,
Assets: 118 Millionen Dollar,
Käufer: State Bank of Texas, Irving, Texas,
Schaden für die FDIC: 47 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: auch kein Treffer.

FDIC: State Bank of Texas, Irving, Texas, Assumes All of the Deposits of Millennium State Bank of Texas, Dallas, Texas


US-Bankenpleite Nr. 74:

Name: Founders Bank,
Sitz: Worth, Illinois,
Assets: 963 Millionen Dollar,
Käufer: PrivateBank and Trust Company, Chicago, Illinois,
Schaden für die FDIC: 189 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 190 (gelb).

PR-119-2009 The PrivateBank and Trust Company, Chicago, Illinois, Assumes All of the Deposits of Founders Bank, Worth, Illinois

Update (11:18)

Edward Harrison hat die Bankpleiten auch erst einzeln geloggt, bevor er dann aufgegeben und dann wie folgt zusammengefasst hat:

Creditwritedowns: Independence Weekend Massacre: 7 banks seized

Klingt fast wie ein Hollywood Shocker: Independence Weekend Massacre. Der Arnie ist ja bald auch wieder zu casten ... Und die Gage geht an den Staat Kalifornien ;-)

Donnerstag, Juli 02, 2009

Zahl des Tages (02.07.09): 69

Donnerstag?!? Mitten in der Woche Bankpleiten?!? OK, beides Extrem-Klitschen, aber trotzdem ...

Damit wird das Tempo vom letzten Wochenende mit direkt 5 Bankenpleiten in den USA (Zahl des Tages (27.06.09): 67) ja nochmal verschärft. Oder es kommt am Wochenende keine mehr. Damit steht der Zähler für US-Bankenpleiten seit Ausbruch der Krise jetzt auf

69.

US-Bankenpleite Nr. 68:

Name: John Warner Bank,
Sitz: Clinton, Illinois,
Assets: 70 Millionen Dollar,
Käufer: State Bank of Lincoln, Lincoln, Illinois,
Schaden für die FDIC: 10 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer.

FDIC: State Bank of Lincoln, Lincoln, Illinois Assumes All of The Deposits of the John Warner Bank, Clinton, Illinois


US-Bankenpleite Nr. 69:

Name: First State Bank of Winchester,
Sitz: Winchester, Illinois,
Assets: 36 Millionen Dollar,
Käufer: State Bank of Lincoln, Lincoln, Illinois,
Schaden für die FDIC: 6 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: auch kein Treffer.

The First National Bank of Beardstown, Beardstown, Illinois, Assumes All of the Deposits of the First State Bank of Winchester, Winchester, Illinois

Die erste Bank gefunden über Creditwritedowns: FDIC Thursday Night Special? John Warner Bank

US-Arbeitslosigkeit 06/09 von 9,4 auf 9,5%

Der Rückgang der Beschäftigten fiel zwar mit 374.000 geringer aus als in den meisten Vormonaten, aber doch höher als von den Analysten erwartet. Die Anzahl der Arbeitslosen stieg im Juni um 467.000 und somit die Arbeitslosenquote von 9,4 auf 9,5%.

Hinter den Kulissen sind die Zahlen ebenfalls schlechter als in den Vormonaten. Zum Beispiel ist die Junizahl positiv beeinflusst worden, weil 358.ooo in die Gruppe NILF (not in labor force) gewandert sind, weil sie nicht mehr arbeiten wollen (Frau mit Kind, finde eh keinen Job, ...) oder nicht mehr müssen (Rente, frühzeitiger Reichtum,...).

Die Korrekturen der beiden Vormonate blieben relativ harmlos. Der April wurde um 15.000 auf -519.000 nach unten, der Mai um 23.000 auf -322.000 nach oben korrigiert.

Eine Zahl anhand derer man die Stimmigkeit der Daten überprüfen kann (und die nicht so in der Öffentlichkeit steht und daher weniger Manipulationsverdacht ausgesetzt ist) ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit. Diese umfasst auch die Teilzeitkräfte, die nur noch z.B. 15 statt 20 Stunden arbeiten dürfen. Diese ist um 0,1 auf 33,0 Stunden gesunken. Das ist der niedrigsten Wert seit Erfassung der Zahlen (1964) (und damit eigentlich auch ein Kandidat für die Zahl des Tages).

Vor einer wirklichen Stabilisierung des US-Arbeitsmarkts wäre zu erwarten, dass diese Zahl zuerst dreht. Denn die vorhandenen Mitarbeiter einfach etwas länger arbeiten zu lassen ist natürlich einfacher als neue Mitarbeiter zu suchen.

BLS.gov: Employment Situation Summary

Auf den besonderen Wunsch eines Einzelnen heute mal kein zusätzlicher Link auf ein deutsches Medium. Jeder Klick in diese Richtung führt nur zu Zwangsabgaben auf Computer zur Rettung der deutschen Presse.

Update (03.07.09)

Northern Trust findet die Daten relativ gut und sieht sie passend zum Erholungstrend. Aber das sind Volkswirte, die schicken nicht die Börse 3% nach oben, wenn die Mai-Zahl etwas besser und nicht 3% nach unten, wenn die Juni-Zahl etwas schlechter als erwartet ist.

Northern Trust June Labor Market Report – Details Less Bearish than Headlines (PDF!)

Paul Krugman weist auf den (Fast-)Stillstand bei den Lohnzuwächsen hin. Da könnte durchaus eine deflationäre Tendenz zu sehen sein ...

Smells like deflation

Update 2 (03.07.09):

Edward Harrison findet die Daten (wie ich) eher schwach:

Creditwritedowns: The weak employment situation summary for June 2009

Irland jetzt nirgendwo mehr AAA

Heute hat auch Moody's als letzte der drei großen Ratingagenturen Irland das AAA entzogen und das Rating 1 Stufe reduziert.

Marketwatch: Moody's cuts Ireland's Aaa credit rating

Eigentlich ein klassischer Tweet, aber da sind immer noch deutlich weniger Leute als hier, also dann eben auch hier.

Die anderen Herabstufungen im Überblick:Suche nach Irland

Kalifornien (noch etwas näher) vor der Pleite

Es kommt nicht wirklich überraschend. Kalifornien steht jetzt ganz kurz vor der Insolvenz.

Arnold Schwarzenegger hat das Minus für das aktuelle Haushaltsjahr um 2 Milliarden auf 26,3 Mrd. Dollar erhöht und danach den Haushaltsnotstand ausgerufen. Der Gouvernator kann nun ein paar Maßnahmen umsetzen, die sonst nicht möglich wären. U.a. bekommen die Staatsangestellten jetzt mehr Urlaub, nur dummerweise weder freiwillig noch bezahlt. Immerhin sind es "nur" drei Tage im Monat.

Ob das jetzt besser ist als 1992, als Kalifornien seine Angestellten (mindestens, genaue Länge finde ich nicht) zwei Monate lang nur mit Schuldscheinen (IOUs, FAQ dazu: SFGate: State IOUs Q&A) bezahlen konnte, weiss ich nicht. Auf jeden Fall sind IOUs auch dieses Mal wieder in der Diskussion.

FAZ: Schwarzenegger ruft Finanznotstand aus

Wie der Haushalt mittelfristig saniert werden soll, bleibt ebenfalls völlig unklar. Die Sparmaßnahmen (und Steuererhöhungspläne) sind schon lange in der Diskussion, nur die Verabschiedung fällt schwer.

Zu den Hintergründen, warum das in Kalifornien so verzwackt ist, empfehle ich einen anderen Artikel von mir:
Zahl des Tages (26.05.09): 32.500.000.000

Die Immobilienblase war in Kalifornien (wie in Florida, Nevada und Arizona) am weitesten aufgeblasen, was sich mit dem Fall der Hauspreise in einer hohen Anzahl von überschuldeten Haushalten und nicht mehr zeitnah bedienten Hypotheken äußerte. Toll zu sehen in der interaktiven Karte:

Überschuldete in den USA, geografisch aufgeschlüsselt

Und dass Kalifornien und das Silicon Valley auch nicht mehr die Wirtschaftswunderregion der Welt darstellen, sieht man schon allein an der Arbeitslosigkeit:

Zahl des Tages (22.06.09): 11,5%

Mittwoch, Juli 01, 2009

US-Automobilverkäufe Juni 09: minus minus minus ...

Lange nicht mehr auf die Zahlen geschaut. Ist aber auch egal, es ist nicht besser geworden. Allerdings auch nicht schlechter ...

Ford -11%,
Chrysler -42%,
GM -33%,

Toyota -32%,
Honda -30%,
Nissan -23%,
Hyundai -18%,

VW -18%,
BMW -20%,
Mercedes-Benz -23%.

Damit ragt Ford, der einzige der drei großem US-Autohersteller, der keine Staatshilfe bekommen hat und nicht in der Insolvenz ist, aus der Masse heraus. Auch aus der weltweiten. Verdient hat sich Ford das auf jeden Fall.

Update (23:18):

Noch zwei weitere Hersteller:

Audi -8%
Porsche -62%

Handelsblatt: US-Autoabsatz weiter in der Krise

Update (02.07.09)

Hupps, Quelle vergessen:

Motorintelligence: New Vehicle Sales (XLS!)

Übrigens gibt es drei Hersteller mit einem Plus: Subaru, Volvo und Rolls Royce. Bei Rolls Royce heißt das übrigens 29 statt 28 Autos :-) Aber auch im Luxussegment ist das die absolute Ausnahme wie man an Porsche schon sieht. Die Absatzzahlen von Lamborghini, Masarati und Maybach halbieren sich (in etwa) ebenfalls. Nur Ferrari hält sich mit -11% noch recht wacker.

Über den gesamten Markt beträgt das Minus übrigens 27,7%.

Die schlechtesten Schuldner der Welt sind:

OK, nur Staaten, bei Firmen gibt es sicherlich noch schlechtere wie GM am Tag vor der Pleite, das der Credit Default Swap 95 (von maximal 100) UPFRONT kostete. Man musste also direkt am ersten Tag der Versicherung 95% des Nennwerts an die Versicherung überweisen (und nicht erst im Laufe des Jahres in Raten bezahlen).

Bei den schlechtesten Schuldnern gab es eine Wachablösung. Nicht mehr der Fußballeuropaschaftsmitveranstalter Ukraine liegt auf Platz eins (also eigentlich dem letzten Platz), sondern (mal wieder ...) Argentinien.

Argentinien: 76,9% (C)
Ukraine: 65,7% (CC-)
Venezuela: 62,7% (CC-)
Lettland: 40,1% (CCC+)
Island: 37,4% (CCC+)
Dubai: 31,4% (B)
Litauen 31,0% (B)
Kasachstan: 30,7% (B)
Rumänien: 25,4%
Bulgarien: 25,2%

Alea Blog: The World’s Riskiest Sovereign Debt

Zu den Details der Berechnung und für die besten Gläubiger der Welt siehe: Die besten Schuldner der Welt sind:

Die besten Schuldner der Welt sind:

Berechnet wird die Liste aus den Preisen für Credit Default Swaps, aus denen man wiederum rückwärts die Ausfallwahrscheinlichkeit errechnen kann. Diese sehen für einen 5-Jahres-Zeitraum wie folgt aus:

Norwegen 2,7%
Finnland 2,9%
Deutschland 3,0%
Frankreich 3,2%
USA 3,5%

Bei allen fünf Nationen liegen die Ausfallwahrscheinlichkeiten auf dem Niveau von Gläubigern mit dem bestmöglichen AAA-Rating.

Es folgen

Japan 4,0%,
Niederland 4,3%,
Dänemark 4,5%,
Schweiz 4,6%,
Belgien 5,0%

was auf ein AA+ hinauslaufen würde.

Übrigens liegen die Kosten für eine Kreditausfallversicherung für Schulden von Niederlande und Japan im Moment bei 40 bis 50, um mal eine Orientierung an den Sätzen zu geben, die vor ein paar Monaten hier dauernd Thema waren (damals lag selbst Deutschland bei über 80).

Großbritannien liegt übrigens auf Platz 18, einen Platz hinter China.

Leider kann man nicht weiter in den Report reinschauen, wenn man nicht Kunde bei CMA Data Vision ist, die die Liste berechnen. Mich würde das implizite Rating von Großbritannieren ja schon interessieren ...

Alea Blog: The World’s Safest Sovereign Debt: Update

Update (02.07.09):

Zur Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeiten gibt es einen schönen Artikel auf den mich noam in den Kommentaren hingewiesen hat:

A Credit Trader

Darin werden die Berechnungen, die die Basis für die Zahlen oben dargestellen, erläutert. Ich glaube zwar, dass das noch komplizierter ist, weil man die Upfront-Zahlungen anders berücksichtigen muss, aber als grobe Idee kann das reichen. Auch bei sehr hohen Prämien kann das Modell nicht so einfach sein, wie beschrieben. Und auf der anderen muss man auch berücksichtigen, dass das Ergebnis einer Pleite nicht Null für den Anleger bedeutet, sprich die Recovery Rate ist meistens deutlich höher. Gut, bei manchen Pleite gibt es wirklich nur wenige Prozent für die Gläubiger, in vielen Fällen aber deutlich mehr.

Aber zur Daumenregel: Im Endeffekt muss man die Zahlungen der Versicherungen über den 5-Jahreszeitraum (wenn der Basiskontrakt ein 5-Jahres-CDS ist) addieren. Dann hat man als Daumenregel ein Ausfallwahrscheinlichkeit. Wenn also ein Schuldner mit einem CDS von 1000 Bp gehandelt wird, zahlt man über 5 Jahre 5000 Bp. Damit sieht man die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls bei 50%.

Die Daumenregel versagt natürlich bei noch höheren Versicherungsprämien (alles ab 2000 würde ja einen 100%igen Ausfall implizieren) und funktioniert auch nicht bei angenommenen höheren Recovery Rates.

Wer sich da jetzt richtig reinknien will:

credit derivatives handbook

ML Credit Derivative Handbook

13478990 Markit CDS Primer

Zahl des Tages (01.07.09): 6.666 (FAKE!)

Uh, die Zahl des Teufels? Eigentlich nicht, aber vielleicht denkt Peer Steinbrück das trotzdem ...

Es gibt einen neuen Trick, Schwarzgeld zu waschen, bzw. bereits gewaschenes aus Österreich zurückzuholen. Dazu fährt man nach Österreich und kauft dort die Silbermünze "Wiener Philharmoniker". Für Gold- und Silberbugs wie mich eh schon ein Begriff. Diese Münze kostet aktuell in Deutschland gut 12 Euro, darin stecken aber schon 7% MwSt. (Westgold). In Österreich ist sogar die volle Mehrwertsteuer fällig, da zahlt man also etwa 14 Euro (ProAurum.at). (Wobei man das als Ausländer u.U. mehrwertsteuerfrei kaufen kann und erst an der Grenze die 7% deutscher Mehrwertsteuer zahlt. Ob das sinnvoll ist, lasse ich mal dahingestellt. Es geht ja bei der Transaktion darum, das Geld nicht deklarieren zu müssen).

Der Clou an der Geschichte ist jetzt folgender: Die Münze hat einen Nennwert von 1,50 Euro. Und für den Transfer über die Grenze zählt alles, was eine Bargeldfunktion hat, als Bargeld. Die Silbermünze ist danach also nicht 10 oder 14 Euro wert, sondern nur 1,50. Bei der Höchstsumme für Bargeldtransfers von 10.000 Euro (ab da muss man deklarieren) kann man also

6.666

1-Unze-Silbermünzen vom Typ "Wiener Philharmoniker" über die Grenze schaffen. Und das völlig legal.

Bei einem inneren Wert von gut 10 Euro (ohne MwSt.) sind das also knapp 70.000 Euro, die man auf einen Schlag aus Österreich abholen und in die deutsche Heimat mitnehmen kann (wie der Spiegel auf 110.000 kommt, ist mir unklar).

Es gibt dabei natürlich ein paar Probleme: Ab 15.000 Euro muss man sich in Österreich (wie in der ganzen EU) ausweisen. Man muss also mindestens 4 verschiedene Stellen ansteuern, um anonym zu bleiben. Außerdem darf man auch bei der Einreise in Österreich nur 10.000 Euro mitbringen. Man müsste also mehrfach fahren. Wirklich interessant ist das also nur, wenn man das Geld schon nach Österreich geschafft hat und es zurückholen will.

Ob das Ganze Sinn macht, muss jeder selbst beurteilen. Immerhin gehen bei einer vollständig anonymen Aktion 20% MwSt. flöten. Da ist man dann schnell wieder an der Stelle, wo man auch einfach angeben und nachversteuern kann.

Die Nachfrage boomt auf jeden Fall. Statt wie geplant 3 bis 5 Millionen Unzen, konnten 2008 8 Millionen "Philharmoniker" verkauft werden. Und dieses Jahr sind auch schon wieder 5 Millionen über die Theken gegangen.

Scheinbar geht es bei vielen um jedes Prozent Steuerersparnis. Hauptsache kein Geld für den Staat. Kein Aug dem Feind, sagen wir beim Doppelkopf immer. Sportlicher Ehrgeiz oder so. Aber dann mosern, wenn die Autobahn mal wieder nicht mit einer fünften Spur ausgebaut ist, die exklusiv für 7er-Fahrer reserviert ist ;-)

Spiegel: Mit 110.000 Euro legal über die Grenze

Update (14:31):

Schöner, leider anonymer Kommentar mit einem Hinweis auf einen Artikel auf goldseiten.de.

Das Silber wiegt satte 200 Kg und ist damit nicht ganz trivial zu transportieren Und der Verlust bei der Aktion ist ziemlich hoch, denn neben dem Verlust durch die MwSt kommt noch der Spread zwischen An- und Verkaufskurs. Gut, auf 50% wie der Goldseiten-Artikel komme ich nicht, aber das wie der Spiegel nicht zu erwähnen, ist ebenfalls falsch.

Interessant auch der Hinweis darauf, dass eine ähnliche Nummer mit der Goldmünze der Wiener Philharmoniker schon länger geht. Die haben nämlich einen Nennwert von 100 Euro und einen "echten" Wert von knapp 700. Die Summe, die man damit schmuggeln kann, liegt in einer ähnlichen Größenordnung wie beim Silber.

Goldseiten.de: Silber-Philharmoniker: Schwarzgeldtrick? Legal mit 110.000 € über die Grenze

Was mich interessieren würde: Kann man die MwSt. beim Kauf "sparen", also in Österreich bezahlen und sich in Deutschland zurückholen? OK, anonym ist man dann nicht mehr, aber das würde natürlich den Verlust bei der Aktion stark senken. Ist auch eher eine theoretische Frage.

Update (22:25):

Die Silber-Version des Spiegels wird ja noch sinnloser, wenn man weiss, dass auf Silber 20% MwSt fällig wird, auf Gold -egal ob Barren oder Münzen - aber nicht. Danke an den Hinweis in den Kommentaren ...

Update (02.07.09):

Und jetzt hat die FTD die Story auch ... Immerhin ein Beweis, dass sie hier nicht lesen, ansonsten hätten sie gemerkt, wie wenig an der Story dran ist. Und die FTD hat direkt zwei Journalisten benötigt, um diese Story zu abzuschreiben, äh ich meine zu recherchieren. Und da man ja nicht abgeschrieben hat, braucht man auch keine Quelle anzugeben ...

FTD: Österreich macht Geldwäsche leicht

(wer noch weitere Fundstücke hat, her damit. Könnte eine spannende Medienbeobachtung werden ...)

Update (02.07.09 13:00)

Google News


In Österreich haben es fast alle, in Deutschland immerhin die Bild (und verweist auch korrekt auf den Spiegel). Gut, dass die den Fake/Nichtnews nicht erkennt, ist schon OK. Aber die FTD, vor allem nachdem es woanders (hier, Goldseiten, Rebellmarkt) schon zu lesen war, ist schon ziemlich schlecht.

Update (02.07.09: 17:57)

Bei Goldseiten.de gibt es noch ein Update. Danach ist die Information, dass der Nennwert gilt, schlichtweg falsch. Verwiesen wird auf die Seite www.zoll.de:

"Bei gleichgestellten Zahlungsmitteln ist der aktuelle Wert (z.B. bei Gold der Börsenwert und Aktien der aktuelle Rücknahmekurs) zugrunde zu legen."


Zoll.de: Fragen und Antworten zur Anzeigepflicht von Bargeld und gleichgestellten Zahlungsmitteln in Höhe von 10.000 Euro oder mehr an Deutschlands Grenzen zu anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union


Goldseiten.de: Schwarzgeldtrick? Silber-Philharmoniker und die 110.000 € (Teil 2)

und ursprünglich aus dem Goldseiten.de Forum von David M. Reymann, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Edelmetall-Gesellschaft eV : FALSCHMELDUNG zu Silber in der Financial Times Deutschland: Auf Steinbrück gemünzt

Story beendet. Ente.

P.S. Gold aus dem Automaten! ist auch (nicht ganz unerwartet) wohl unter PR-Gag abzuheften: FTD: Goldgräber für einen Tag

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