Zahl des Tages (30.06.09): -0,6%
OK, die Zahl wird nicht sonderlich geheim bleiben und hat an der Wall Street schon für eine spürbare Stimmungsbesserung gesorgt.
Der Case-Shiller-Index, der wichtigste, weil aussagekräftigste Indikator für die Preise von Immobilien in den USA, kam heute mit einem Minus von nur
0,6%.
Damit hat sich die Minus im April deutlich abgeschwächt und so langsam darf man sich Hoffnungen darauf machen, dass das Schlimmste am Immobilienmarkt vorüber ist. Klar, es wird nicht sofort wieder einen Aufwärtstrend geben. Klar, es kann (und wird) wohl noch weiter nach unten gehen. Aber allein der Rückgang der Fallgeschwindigkeit ist schon beruhigend genug.
Im April lagen schon 9 der untersuchten 20 Regionen im Monatsvergleich wieder im Plus. Auch der Jahresrückgang ist von 18,7% (März) auf 18,1% zurückgegangen und liegt damit jetzt schon sichtbar unter dem Verlaufstief vom Januar, als das Minus noch bei 19,0% lag.
Das kann man jetzt auch schon in der Grafik erkennen:
Für den gesamten Finanzsektor (und auch den "Rest" der Wirtschaft) in den USA ist es extrem wichtig, dass die Immobilienpreise nicht noch viel weiter sinken als sie es bisher schon getan haben. Sollten die Preise vom Hoch aus gesehen um 45 oder 50% sinken, kämen noch mehr Hausbesitzer "unter Wasser" (= Hypothek ist höher als der Immobilienwert), was über Zwangsversteigerungen wieder für neue Immobilien auf den Markt sorgen würde. Und natürlich werde mit jedem weiteren Prozent Preisverfall neue Abschreibungen bei den Banken fällig. Stabilität kann in diesen Sektor nur über eine Stabilisierung der Immobilienpreise kommen.
S&P: THE PACE OF HOME PRICE DECLINES MODERATE IN APRIL ACCORDING TO THE S&P/CASE-SHILLER HOME PRICE INDICES (PDF!)
Um etwas Skepsis in die Suppe zu rühren ... Der Immobilienmarkt wird durch verschiedenste Maßnahmen (teilweise künstlich und unter Umständen nur temporär) gestützt:
Die Zinsen sind niedrig,
es gibt Steuergutschriften,
mglw. kommen nicht alle zum Verkauf stehenden Immobilien auch wirklich auf den Markt,
etc. pp.
Aber zusammen mit den deutlich sinkenden Lagerbeständen (siehe die beiden Artikel unten) und der wieder deutlich steigenden Affordability (Hauspreise in Jahreseinkommen gerechnet sinken) kommt man nicht daran vorbei, über einen Boden am Immobilienmarkt nachzudenken.
Vielleicht etwas zu früh, aber ich bin ja berühmt dafür ;-) früh zu spekulieren .... Ich will nicht wie die Optimisten im nach 5 Jahren Aufschwung alle Warnzeichen ignorieren oder wie die Pessimisten nach 18 Monaten Abschwung alle Hoffnungszeichen wegdiskutieren. Die Entwicklung kann man nur richtig beurteilen, wenn man die Augen in beide Richtungen offen hält.
Zahl des Tages (31.05.09): 10,1









