Sonntag, Mai 31, 2009

Zahl des Tages (31.05.09): 10,1

Eine Zahl, auf die ich immer besonderen Wert lege und die ich immer versuche zu bringen, sind die monatlichen Zahlen zu den US-Immobilienverkäufen. Die Zahlen für die gebrauchten Immobilien hatte ich ja bereits (US-Gebrauchtimmobilienumsätze: April 09 +2,9%), die Zahl für die Neubauten möchte ich hiermit nachreichen. Die Umsätze stiegen im April um 0,3% gegenüber dem Vormonat. Da diese Zahl mit einer hohen Unsicherheit versehen ist, sagt die eigentlich sehr wenig. Spannender dabei (weil weniger stark schwankend), ist der Vergleich zum Vorjahr. Dabei errechnet sich ein (übrigens) signifikantes Minus von 34%.

Allerdings schaut man damit weit zurück in die Vergangenheit. Was wir ja wollen, ist ein Blick in die Zukunft. Und hierbei habe ich immer auf eine Zahl hingewiesen: Den Lagerbestand in Monaten. Dazu nimmt man den Umsatz des Monats und die Anzahl der zum Verkauf stehenden Häuser und errechnet daraus dieses Verhältnis. Und das hat sich *Tusch* seit Jahresbeginn deutlich verbessert. Während ich schon vor ewa eine Quartal mal Stabilisierungskennzeichen ausgemacht habe, sind diese nun nicht mehr zu übersehen. Nachdem wir am Anfang des Jahres noch Werte von über 12 Monaten hatten, sind wir inzwischen bei nur noch

10,1

Monaten angekommen.

Grund für diesen Rückgang ist nicht so sehr die steigende Nachfrage (diese hat sich zwar auf sehr niedrigen Niveau stabilisiert, ein Aufwärtstrend ist aber (noch?) nicht in Sicht), sondern viel mehr das sinkende Angebot. Nach Schätzungen stehen aktuell nur noch knapp 300.000 Häuser zum Verkauf, das sind 4,2% weniger als im März.

Pessimisten werden jetzt einwenden, dass die Leute heute womöglich so frustriert sind, dass sie erst gar nicht mehr versuchen, ihr Haus loszuwerden. Und ebenfalls wird der Skeptiker darauf hinweisen, dass ein Lagerbestand von 10 Monaten noch ganz klar auf Rezessionsniveau liegt.

Aber immerhin nimmt der vorsichtige Optimist zur Kenntnis, dass der Markt nicht durch ein steigendes Angebot (stammend aus immer mehr Foreclosures) immer weiter unter Druck gerät.

The Big Picture: New Home Sales Fall 34%
Mit schönen Grafiken: The Big Picture: New Home Sales, Permits & Starts
FT Alphaville: Sales of new homes in US climb in April, fall in March

Ebenfalls mit schönen Grafiken:
NorthernTrust: Daily Commentary: 090528 (PDF)

Die Hyporealestate braucht noch mehr Geld ...

Ok, die Überschrift hört sich wie recycelt an. Ist sie wohl auch, aber was soll man machen?!?

Der Chef der HRE Wiandt hat in einem Interview mit der FAS weiteren Kapitalbedarf angekündigt. Wie viel ist noch nicht klar, aber es wird mehr werden ...

Wiandt findet es übrigens nachvollziehbar, dass der Staat nach den ganzen Kapitalspritzen jetzt auch die Kontrolle übernehmen will. Da kann ich nur zustimmen. Ich konnte nie nachvollziehen, warum der Staat überhaupt jemals Geld ohne Gegenleistung zur Verfügung gestellt hat.

FAZ; „Wir benötigen weitere Hilfe“

Freitag, Mai 29, 2009

Zahl des Tages (30.05.09): 26,6%

Wieder mal eine Zahl des Tages, die tendenziell eher langweilig ist, weil sie aus dem unerschöpflichen Pool der Börsendaten stammt. Trotzdem ist die Zahl spannend, weil sie nicht zu dem von den Börsianern gezeichneten Bild der Entspannung passt. Schaut man auf die Aktienkurse, schaut man auf die Anleihenkurse, schaut man auf die unterschiedliche Entwicklung der Rendite für "Hochsicherheitsanleihen" und "Risikoanleihen" gibt es nur eine Interpretation: Die Krise ist vorbei, das Risiko wird wieder gesucht. Folglich sinken die Aufschläge für Risiko wieder auf normale Niveaus.

Dazu passt eine Entwicklung aber gar nicht. Die Kurssteigerungen bei den Edelmetallen. Eigentlich hiess es vor ein paar Monaten noch, dass Gold und Silber von der Flucht in den sicheren Hafen profitieren würden. Nun traut sich das Geld scheinbar wieder auf's offene Meer zurück, nur bei Gold und Silber ist keine Verkaufsneigung zu erkennen. Im Gegenteil: Silber hatte im Mai den stärksten Kursgewinn seit 22 Jahren zu verzeichnen und legte satte

26,6%

zu. Auch Gold konnte knapp 10% zulegen und notiert mit knapp 980 Dollar je Feinunze nur noch wenige Prozent unterhalb des Höchstkurse des aktuellen Zyklus.

Allerdings ist ein ganzer Teil des letzten Anstiegs auf die erneute Schwäche des Dollars zurückzuführen. In Euro sind die Hochs bei etwa 770 Euro je Feinunze noch etwas weiter (etwa 10%) entfernt.

Und damit haben wir mit dem Dollar eigentlich direkt den zweiten Kandidaten angesprochen, der nicht ins rosarote Bild passt, das gerade gemalt wird. Denn auch im Dollar spiegeln sich die gleichen Gründe wider, die auch zu den stabilen Edelmetallkursen führen: Die Angst vor einer Schuldenspirale in den USA mit anschließender Dollarabwertung und Hyperinflation.

Auch wenn unklar ist, wie wahrscheinlich dieses Szenario ist, lässt sich doch eines festhalten: Die Deflation ist im Moment kein Thema mehr.

Marketwatch: Silver posts biggest monthly gain in 22 years; gold rallies

Zahl des Tages (29.05.09): 0,8874

Nach meinem grauenhaften Artikel zu Zensursula von gestern habe ich Schreibblockade.

Zum Glück tut mir heute die GM-Aktie *endlich* den Gefallen und wird zum Pennystock. Warum das nicht schon früher passierte, ist mir ein großes Rätsel. Aber am (wahrscheinlich) letzten Tag vor der (wahrscheinlichen) Insolvenz am Pfingstmontag (der in den USA kein Feiertag ist) werden die Anleger dann doch nervös ...

Auf

0,8874 Cent

ist die GM Aktie heute gefallen.

So long and thanks for nix, Government Motors.

Donnerstag, Mai 28, 2009

Zensursula am Ende?

Update:

FAKE! Mistartikel. Es geht nicht um Zensursula. Etwas verwirrt hat mich der Artikel bei Heise, der SPD Zweifel an Zensursula brachte und dann kam die FAZ und berichtete vom Nein zum Kindeschutzgesetz. Das habe ich dann in einen Topf geworfen. Mist. Mea culpa.

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Woah. Das wäre ja mal klar unter "erster Erfolg der Internetgeneration" abzuheften. Oder gab's das schonmal?

Ich habe das Thema nur am Rande gestreift, weil ich fand, dass das Thema nicht wirklich hierher gehört. Den Meinungsforschungs/Statistik-Aspekt fand ich dann aber doch spannend genug, um daraus einen Artikel zu machen (Glaube keiner Statistik, ...). Und mit meiner Meinung komplett hinter dem Berg halten konnte ich mich dann doch nicht ...

Aber angesichts meiner Worte


"Ich glaube, dass die Sperren nutzlos sind und nicht eine einzige Kindesmisshandlung damit verhindert wird. Ich glaube auch, dass das Gesetz nur der erste Schritt ist und danach die Zensur (und das ist es zweifelslos, genau wie das Verbot von "Mein Kampf" Zensur ist. Ich halte beides für sinnvoll. Es bleibt trotzdem Zensur!) ausgedehnt wird. Und sowohl technisch (Deep packet Inspection) wie auch inhaltlich (Erst Kinderpornografie, dann Bad Taste, Rechtsradikalismus, Bombenbauanleitungen, dann Wikileaks und am Ende auch Copyrightverletzungen)."
und der darin skizzierten Zensurgefahr wird man mir nachsehen, dass ich mich gerade freue. Denn die SPD will scheinbar das geplante Gesetz nicht mehr mittragen.

FAZ.NET: SPD will Kinderschutzgesetz stoppen

Auch wenn das vielleicht nur dem Wahlkampf (und der Suche der SPD nach Wählern) geschuldet ist, ist es doch ein guter Tag für die Demokratie und ein schlechter für die Diktatur von Leyen.

Den Hinweis auf die extrem schwache Rolle der Presse, in der ich am Anfang nirgendwo ein klares Kontra gelesen haben (auch wenn es das bestimmt irgendwo gab; wahrscheinlich in der TAZ), muss ich noch geben. Überall hieß es, man müsse das Internet kontrollieren, man müsse etwas machen, auch wenn es nicht perfekt sei, etc. pp. Nicht einmal an den Details, wie der mangelnden Kontrolle der Sperrlisten, gab es Kritik. Nicht einmal die Forderung in Richtung eines Richtervorbehalts, einer Kontrolle der zweiten Säule des Staats durch die dritte, wurde vorgebracht. Und das von der Truppe, die sich so gerne als vierte Säule sieht.

Uuund ... GM bessert das Angebot an die Gläubiger doch nach

Was ja *völlig* ausgeschlossen war. Unvorstellbar. Unmöglich. Geradezu unverschämt, an so eine Möglichkeit überhaupt zu denken ...

Jetzt soll es für die Gläubiger (wie bisher) 10% Anteil an der neuen General Motors geben und (neu) Optionen auf weitere 5%15%.

Ob sich an der 90%igen Zustimmung was geändert hat, kann ich nicht sicher sagen. Ich sehe davon zumindest nichts.

Ob das neue Angebot durchkommt? Ich bleibe skeptisch, die CDS-Eigner dürften weiterhin problematisch sein.

GM’s SEC Filing on the Treasury Offer

Original SEC Filing zum nachgebesserten Umtauschangebot

Die ganze Historie:

Siehe dazu hier (27.05.09):And the answer is "No" oder hier (26.05.09): 50 Mrd Staatsgelder für GM? oder hier (23.5.09): GM Gläubiger sagen "No!" oder hier (28.04.09): CDS werden GM vernichten oder hier (27.4.09): Zahl des Tages (27.04.09): 1% oder hier (22.4.09): Am 1. Juni ist alles vorbei.

Update (16:53)

Huch. Die Gläubiger haben bereits zugestimmt? Wenn das stimmt, waren das ein paar große Anleger (wahrscheinlich) Hedgefonds, die den Deal quasi persönlich ausgehandelt haben.

NZZ: GM-Gläubiger stimmen Umschuldung nun doch zu

Laut Spiegel haben dem neuen Angebot bereits 20% der Gläubiger zugestimmt. Da ich die Zustimmung des ersten Angebots nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob das jetzt durchkommt. Haben damals 20, 30 oder 50% der Gläubiger angelehnt?

Spiegel: US-Regierung ködert GM-Gläubiger mit neuem Angebot

Update (17:18)

Marketwatch: GM reaches swap deal, but bankruptcy still lies ahead

Wette verloren! Was ist der gängigste Name für eine Pizzeria?

Ich habe Funghi (2.810 Treffer) gesagt. OK, hat meinen zweiten Verdacht "Margarita" (nur 910 Treffer) geschlagen, aber wird schon von Enzo (3.840) geschlagen. Und meilenweit von Pinocchio (39.100). Und von Pronto (6.940).

Und wahrscheinlich gibt's noch viel bessere ...

Gut, ich kann ja nicht jede Wette gewinnen ;-) Wobei ich da ja auch nur moralischer Sieger war.

Update (17:10)

Margeria, Margerhita, etc. schaffen es nicht. Man findet übrigens alle Schreibweisen. Wie soll ich denn wissen, wie man das schreibt, wenn die Jungs aus der Pizzabude das selber nicht wissen?

Neuer Favorit auf den Gesamtsieg ist "Pizzeria da Mario" mit 104.000 Treffern, davon gut 90.000 aus Deutschland.

Ein anderer ist mit auch noch eingefallen: Pizzeria Italia mit ca. 72.000 Treffern. Huih, wie konnte ich da auf Funghi setzen?!?

77,4 Mio. Gehalt für 2008 - Und im März 2009 pleite

77,4 Millionen Gehalt inkl. Boni hat sich Porschechef Wendelin Wiedeking für das äußerst erfolgreiche Geschäftjahr 2008 (Der beste Hedgefonds der Welt: 6,8 Mrd. Gewinn) gegönnt.

Dumm nur, dass im März 2009, also nicht einmal drei Monate später, VW (die Porsche ja eigentlich kaufen wollte), mit einem Notkredit unter die Arme greifen musste, um die Insolvenz zu vermeiden (Zahl des Tages (24.05.09): 26).

Wenn jemand mal ein Beispiel dafür brauchte, dass sich die Vergütung der Manager und Investmentbanker an zu kurzfristigen Zielen orientiert, dann hat er das hiermit. Und zwar direkt eins der krassesten ...

Spiegel: Wiedeking bestbezahlter Konzernchef Europas

Update (11:40)

Hatte ich gestern (glaube ich) zwar schon getwittert, aber weil's gerade passt noch ein Hinweis auf ein Interview in der FAZ, in dem die wichtigsten Fragen zu den Porsche-Optionsgeschäften beantwortet werden.

FAZ:„Porsche drohen hohe Bargeldverluste aus Optionen“

Update (14:34)

Aktionäre überlegen laut Manager Magazin gegen das Gehalt von Wiedeking zu klagen. Ob das ne Chance hat?

Manager Magazin: Aktionäre wollen Wiedeking ans Geld

Zahl des Tages (28.05.09): -58%

Auch wenn ich in der Zahl des Tages nicht dauernd Horrorzahlen bringen möchte, ist heute wieder ein Tag dafür ...

Der Auftragsrückgang in der Maschinenbaubranchen ist in Deutschland schon die letzten Monate desaströs gewesen. Aber selbst bei der Ausgangsbasis geht es scheinbar immer noch ein Stückchen schlimmer ...

Um

58%

sind die Auftragseingänge das deutschen Maschinenbaus im April gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Dabei gingen die Aufträge aus dem Ausland mit minus 60% noch etwas stärker zurück.

Der Durchschnittswert der letzten drei Monate lag um 47% unter der Vorjahresperiode. Der VDMA führt das noch weiter gestiegene Minus auf die Feiertage (Ostern war 2008 im März) und Großaufträge im Vorjahr zurück.

Übel. Übel.

Solche Einbrüche fängt auch irgendwann die Kurzarbeit nicht mehr ab. Egal ob es einen Einbruch um 47% oder 58% gibt ... Und dann bekommen wir die üblichen Zweitrundeneffekte durch die Verbraucherzurückhaltung, weil diese den Arbeitsplatz verloren haben bzw. sich davor fürchten.

Spiegel: Aufträge im Maschinenbau brechen massiv ein
Handelsblatt: Maschinenbau: Größter Einbruch aller Zeiten

US-Gebrauchtimmobilienumsätze: April 09 +2,9%

Die annualisierte Rate liegt bei 4,68 Millionen in der Größenordnung der ersten vier Monate des Jahres.

Im spannenderen Teil der Einfamilienhäuser stieg der Umsatz um 2,5%, der Preis ganz leicht gegenüber dem Vormonat, gegenüber dem Vorjahr ist das Minus aber immer noch bei -14,9%.

Wie ich in dem Zusammenhang schon mehrfach betont habe, kann es eine Stabilisierung nur geben, wenn der Lagerbestand sinkt. Also nicht permanent neue Häuser auf den Markt kommen und die Umsätze weiter sinken. Die Umsätze scheinen sich nun zu stabilisieren und interessanterweise gibt es trotz steigender Zahl von Insolvenzen kein steigendes Angebot. Der Lagerbestand gerechnet in Monatsumsätzen sank für die Einfamilienhäuser von 9,38 auf 9,18 Monate im April. Im langjährigen Durchschnitt liegt der Wert bei 7,1, bleibt also noch hoch (vor allem im Vergleich zu 4,x Monaten, die noch 2006 üblich waren).

Allerdings ist der Lagerbestand auf alle Häuser (also inkl. Mehrfamilienhäuser) gesehen auf 10,2 Monate gestiegen. Damit scheint sich der Markt der Mehrfamilienhäuser, der als erstes Stabilisierungszeichen sendete, auf einmal wieder zu verschlechtern. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Mangelndes Kapital für die Bauherren (Mehrfamilienhäuser sind ja zur Vermietung gedacht)? Keine Lust auf das Risiko mehr? Eigentlich müsste die Nachfrage nach Mietwohnungen doch steigen durch die ganzen Leute, die ihr Haus verlassen müssen. Hmm?

Generell lebt der Markt im Moment vom Niedrigpreisbereich. Auch deshalb sinkt der durchschnittliche Hauspreis. Besonders auffällig: Häuser mit Preisen von mehr als 750.000 Dollar sind scheinbar komplett unverkäuflich. Der Lagerbestand beträgt 40(!) Monate.

Marketwatch: Home sales rise 2.9%, boosted by bottom fishing

Mittwoch, Mai 27, 2009

Zahl des Tages (27.05.09): 305

Heute war ein Tag, an dem sich gleich mehrere Zahlen anboten. Bemerkenswert fand ich die 0,0% (Nicht-)Inflation in Deutschland, zum ersten Mal seit 22 Jahren (FAZ.NET: Inflationsrate auf null Prozent gesunken). Es gab auch Zahlen vom US-Immobilienmarkt (u.a. ein Preisrückgang von 0,5%, der viel besser ist als die Case-Shiller-Werte von gestern). Herausgepickt habe ich aber eine andere Zahl aus dem US-Bankensektor.

Heute gab es die neue Liste der FDIC mit einem Überblick über die Situation bei den amerikanischen Banken. Nicht nur viele mehr oder weniger spannende "Details" sind da drin, wie z.B. die Höhe der Problemkredite und den Gewinnrückgang des Sektors um 61%, sondern auch die Kurzversion:

305

Banken gelten zum Ende des 1. Quartals als "problematisch". Und damit 53 (oder 17%21%) mehr als noch vor einem Quartal. Die Summe der Assets der problematischen Banken ist noch dramatischer von 159 Mrd. auf 220 Mrd. Dollar (oder 38%) gestiegen.

Im Artikel sind noch ein paar spannende Zahlen, so z.B. die Zinsmarge der US-Banken, die auf 3,38% gestiegen ist und damit eine gute Basis zum "Richtig-Viel-Geld-Verdienen" bietet. Wenn nicht die fiesen Problemkredite wären ...

Marketwatch: Banks' first-quarter profit slumps 61%, FDIC says

oder das Original:

FDIC.gov: FDIC Quarterly Banking Profile Q01/09

Wahrscheinlich kann man auf der Todesliste Nr.2 einfach alles wegstreichen ...

Transrapid im Iran

Ist schon wieder April? Glaub ich erst, wenn ich drinsitze ...

Tagesschau: Schneller pilgern mit dem Transrapid

Update (21:36)

Sah vom ersten Moment an aus wie eine Ente und ist wohl auch eine:

Siemens und ThyssenKrupp kennen den Vertrag nicht:

DPA-AFX: ThyssenKrupp, Siemens unaware of Iran train deal

Update (23:11)

Der Spiegel wundert sich auch:

Spiegel: Rätsel um Transrapid-Auftrag aus Teheran

And the answer is "No"

Wie bereits zu erwarten war, hat sich keine ausreichende Mehrheit (90%) für das Umtauschangebot an die GM-Gläubiger gefunden. Siehe dazu hier (26.05.09): 50 Mrd Staatsgelder für GM? oder hier (23.5.09): GM Gläubiger sagen "No!" oder hier (28.04.09): CDS werden GM vernichten oder hier (27.4.09): Zahl des Tages (27.04.09): 1% oder hier (22.4.09): Am 1. Juni ist alles vorbei.

Damit hat GM jetzt noch bis Montag Zeit, die Insolvenz zu vermeiden. Da aber schon klar ist, dass der Staat darauf eigentlich nur wartet, wird die wohl kommen. Denn sonst wird sich niemand finden, der den Laden übernimmt. Nicht einmal für einen vergleichsweise soliden Laden wie Opel findet sich ein Käufer, der ohne Staatshilfen kaufen möchte.

WSJ: GM Bondholder Offer Disappoints

Den voraussichtlich auf Pennystockniveau sinkenden Aktienkurs von GM halte ich für die Zahl des Tages in der Hinterhand ;-)

Update (14:14)

Handelsblatt: GM: Gläubiger stellen Weichen auf Insolvenz

Update (15:01)

Wenn ich es richtig sehe, sollen die besicherten Anleiheeigner ihr komplettes Geld zurückbekommen. Die anderen werden aber ziemlich leer ausgehen, sprich auf dem Niveau, das schonmal angekündigt war ...

FTD: GM-Gläubiger schmettern Sanierung ab

Update (15:06):

Woher die Tagesschau die Information hat, dass die GM Gläubiger "hoch versichert" sind, wüsste ich mal gerne. Die beste Information, die mir dazu zugetragen wurde, stammt aus einem Kommentar in diesem kleinen Blog und da wurde behauptet, dass nur 2,5 Mrd. CDS auf GM Anleihen existieren würden. Und da die nicht alle auch Anleihen haben, sind das am Ende sogar womöglich noch weniger (Wer nur CDS hat, hat ja kein Stimmrecht). Schade, dass man dazu keine Zahlen bekommen kann. Und Schade, dass die klassischen Medien immer so wenig Links auf die Quellen mitlieferen.

Tagesschau: Insolvenz von General Motors rückt näher

Update (18:05):

Wurde auch schon in den Kommentaren gefragt: Warum kostet die GM Aktie nicht Null, Null Null, sondern 1,23 (in dieser Sekunde)? Vielleicht wissen die Leser von Barry Ritholtz die Antwort? Ich weiss sie nicht, außer dem völlig aus der Luft gegriffenen Verdacht, dass das Umtauschangebot, das den Aktionäre 1% an der neuen Firma geben sollte, u.U. noch gelten könnte.

The Big Picture: Why Isn’t GM $0.00 ?

JP Morgan vor Mega-Gewinn?

Auch wenn es an anderer Stelle schon diskutiert wurde, ein Hinweis auf einen relativ schwachen Artikel in der FTD, der zu Recht von Weissgarnix kritisiert wird. Ganz nebenbei wird der Sachverhalt von Edward Harrsion bei Creditwritedowns viel besser dargestellt. Und bei CalculatedRisk steht dann die wirklich spannende Information.

Warum geht es? JP Morgan hat Washington Mutual gekauft (Washington Mutual Pleite: Neue Nummer 1 in der Top-Ten der größten Pleiten), weil Washington Mutual große Probleme hatte, hohe Abschreibungen vornehmen musste und dann durch den Abzug von Kundengeldern illiquide wurde. Vorher hat JP Morgan auch Bear Stearns übernommen und vor der Pleite gerettet. Für diesen Fall mag etwas ähnliches gelten wie bei der WaMu-Übernahme.

Bei der Übernahme mussten die Vermögenswerte nach den Fair-Value-Regeln auf den richtigen Wert abgeschrieben werden (dadurch kam es ja bei WaMu zu den Problemen). Es gibt aber eigentlich nie einen richtigen wirklichen Wert. Auch der aktuelle Kurs eines Papiers kann ja viel zu hoch oder zu niedrig sein. Nun scheint sich herauszustellen, dass die Werte in den (ehemaligen) Büchern von WaMu deutlich zu niedrig sind. (Die Darstellung ist stark verkürzt, denn eigentlich läuft die Heraufbewertung über die erfolgte Zinszahlungen auf Kredite, die dann hochgerechnet werden. Im Endeffekt steckt aber nichts anderes dahinter: Es sind Assets, die sich als werthaltiger herausstellen als bei der Übernahme angenommen).

Daher verstehe ich die Kritik im FTD Artikel nicht ganz. Denn wenn beides Mal nach Fair-Value bilanziert wird, ist das IMHO völlig OK. Jedenfalls besser als die ganzen Mark-To-Fantasy-Regeln, die sonst dafür sorgen, dass die Bilanzen weiterhin vernünftig aussehen.

FTD: Dossier Banken winkt Milliardengewinn

Weissgarnix kritisiert den Artikel und diskutiert auch ein wenig die grundsätzlichen Probleme des Fair-Value-Accountings, aber hat (wie ich auch) keine bessere Lösung. Es gibt wohl auch einfach keine. Und das, was JP Morgan jetzt macht, ist für mich "Quasi-Fair-Value"-Accounting, auch wenn das bei Krediten nicht so einfach geht. Aber die Bilanzpositionen verhalten sich genau so als wenn es Papiere mit verbrieften Papieren wären: Schätzt man die Ausfallwahrscheinlichkeit hoch ein, ergibt sich ein niedriger Wert und andersherum.

Weissgarnix: Das klingt schon recht tendenziös

Bei Creditwritedowns wird auch ziemlich deutlich gemacht (obwohl Edward eigentlich vom Gegenteil überzeugt ist, aber das zeichnet einen um Aufklärung bemühten Schreiber aus (im Gegensatz zum FTD "Basher")), dass der “Beschissene” in diesem Fall der WaMu Aktionär ist. Diese wurden enteignet, weil WaMu x Milliarden abschreiben musste und die Firma danach nichts mehr wert war und genau diese x Mrd. werden heute wieder zugeschrieben.

Das Ganze gilt übrigens auch für alle anderen Banken, die am Hochpunkt der Krise (bzw. am Tiefpunkt der Kurse) für 'nen Appel und Ei Riesenkreditportfolios übernommen haben.

Creditwritedowns: JPMorgan’s $29 Billion windfall

Und ein richtig um Aufklärung bemühter Schreiber wie Edward Harrison (der bekommt aber eine wirklich dicke Packung Lob heute ab; hat er aber auch verdient) bringt natürlich auch direkt einen Hinweis auf eine Einschätzung, die etwas ganz anderes sagt. Calculated Risk hat nämlich das Szenario, das JP Morgan bei der Übernahme gezeichnet hat, mit dem verglichen, was danach wirklich eingetreten ist. Und fragt sich nun, woher der Wertzuwachs kommen soll. Denn die Immobilienpreise sind in der Realität sogar schwächer gewesen als erwartet. Und die Arbeitslosigkeit ist höher als befürchtet. Die beiden wichtigsten Einflussparameter für die Bewertung der Kredit sind also schlechter als erwartet und die Bewertung damals soll zu hoch gewesen sein? ?!? Das ist natürlich Stirnrunzeln angesagt.

Calculated Risk: Revisiting the JPMorgan / WaMu Acquisition

Und damit sind wir dann auch schlussendlich bei dem angekommen, was man kritisieren muss: Die Bewertung an sich und nicht wie die FTD die Methode der Bewertung. Wobei IMHO sogar die Kritik an der Methode in der FTD auch falsch ist.

Dienstag, Mai 26, 2009

50 Mrd Staatsgelder für GM?

Mist, gerade die Zahl des Tages fertig gemacht, da läuft mir eine andere über den Weg.

Der New York Times zufolge plant die USA satte 50 Milliarden Dollar in GM zu stecken und will dafür 70% an der neuen General Motors übernehmen.

Das ist a) deutlich mehr Staatsgeld b) deutlich mehr Staatsanteil (früher 40) c) deutlich weniger Anteil für die Gewerkschaften (vorher 40%, jetzt 20%) d) weiterhin etwa 10% für die Gläubiger und e) garnix mehr für die Aktionäre (zum alten Plan siehe hier: Zahl des Tages (27.04.09): 1%).

NYT: U.S. Expected to Own 70% of Restructured G.M.

Handelsblatt: USA wollen 50 Mrd. Dollar in GM pumpen

Update (28.05.09):

Übrigens wird (wie erwartet) jetzt versucht, die Gläubiger zum Verantwortlichen der Pleite zu machen. Stimmt aber nicht, der Deal war vom ersten Tag an gemacht, um die Pleite zu bekommen ... Sieht der Kommentar im Handelsblatt genauso.

Handelsblatt: Die Gläubiger haben den Schwarzen Peter

Zahl des Tages (26.05.09): 32.500.000.000

Auch wenn es relativ breitgetreten wurde, kommt die Zahl des Tages heute aus Kalifornien (ich sammle ja nicht dauernd Links zu einem Thema und lasse die dann unveröffentlich vergammeln; also raus damit ;-)).

Dort steht der Bundesstaat des Gouvernators vor der Insolvenz. Ein Minus von

32.500.000.000 (32,5 Mrd.) Dollar

muss dieses Haushaltsjahr verbucht und über Schulden finanziert werden.

Oder man spart oder erhöht die Steuern. Dummerweise muss dazu in Kalifornien entweder das Parlament mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen oder eine Volksabstimmung durchgeführt werden. Die Bevölkerung hat dummerweise mehrheitlich das "No!" angekreuzt. Die einzige Maßnahme, die durchkam, ist ein Verbot für Lohnerhöhungen der Staatsangestellten in Jahren mit einem Haushaltsdefizit.

"Mist" würde Bernd das Brot jetzt sagen. Denn auch eine 2/3-Mehrheit im Parlament ist weit und breit nicht in Sicht.

Doppelmist.

Jetzt stehen die Kalifornier dumm da und sparen an allen Ecken und Enden (u.a. völlig sinnlos bei Schulen, Medicare und Gefängnissen). Und trotzdem müssen sie sich mit ihrer desaströsen Finanzlage Geld pumpen. Das wird teuer, denn bei der vertrackten Lage will der Anleger einen kräftigen Riskoaufschlag sehen. Daher wird schon von einer Staatsgarantie der USA für die Schulden von Kalifornien geredet. Das wäre dann der Mega-Bailout. Immerhin gilt Kalifornien (je nach Rechnung) als fünft- bis siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Weissgarnix@FAZ.net: Oh.Weh. California

Creditwritedowns wagt die Prognose, dass Kalifornien Pleite gehen wird. Denn die Steuereinnahmen sind ein nachlaufender Indikator und brechen nicht so schnell ein wie die Wirtschaft. Insbesondere die sinkenden Einnahmen aus Immobiliensteuern werden erst so langsam sichtbar.

Creditwritedowns: California will go bankrupt

Paul Krugman hingegen sieht (wie üblich) kein größeres Problem in hohen Schulden. Die Diskussion ist trotzdem interessant, weil die Schuldensperre (die Kalifornien ja defakto hat) auch in Deutschland diskutiert wird.

NYT: State of Paralysis

Und ein Überblick über die Nachrichten:

Handelsblatt: Arnies letzte große Schlacht
FTD: Kalifornien stürzt ins Finanzchaos
Spiegel: Kaliforniens Wähler demütigen den Gouvernator
Telepolis: Kalifornier lehnen Sparmaßnahmen von Gouverneur Schwarzenegger ab
CBS: Is California Too Big To Fail?

US-Immobilienpreise Q01/09: -2,2% Vm (-18,7% Vj)

Letzter Dienstag im Monat: Zeit für neue Horrorzahlen vom US-Immobilienmarkt.

Der Case-Shiller-20-Städte-Index, den ich normalerweise verwende, ist im März 2,2% gegenüber dem Vormonat und 18,7% gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Damit zeigte das erste Quartal keine Anzeichen von Stabilisierung.

Der nur einmal am Ende des Quartals berechnete National Price Index, der die Preise auch außerhalb der 20 Metropolregionen erfasst, hat im 1. Quartal 2009 mit einem Jahresminus von 19,1% das größte Minus aller Zeiten vermeldet.

Wenn man auf den Monatsvergleich schaut, war der März aber einen Tick besser als der Februar. Das Minus zum Vormonat ging von 2,8 auf 2,2% zurück und auch in der Breite spiegelt sich das wieder. Das kann etwas Hoffnung machen. Aber bei einem Gesamtrückgang vom Hoch im Sommer 2006 von deutlich über 30% ist diese Hoffnung auch von Nöten. Denn mit mehr als 30% Minus hat der Hauspreisverfall eine Dimension erreicht, die vor 3 Jahren nur von Weltuntergangspropheten prognostiziert wurde.

S&P: Nationally, Home Prices Began 2009 with Record Declines According to the S&P/Case-Shiller Home Price Indices

WSJ: Home Prices Continue Downward March

Update (22:31)

Calculated Risk weist darauf hin, dass die Preisentwicklung deutlich näher am "more adverse" Szenario ist als am "Baseline"-Szenario ...

Case-Shiller: House Prices Tracking More Adverse Scenario

Opel macht Spaß

Schandmännchen zu Opel:

Die drei vorliegenden Investorenangebote sind nach Ansicht des fidelen Freiherrn „wirtschaftlich nicht belastbar.“

Deswegen passen sie ja so gut zu Opel.

Und so kommt Allesaußerwilli Guttenberg zu der Erkenntnis: „Aus volkswirtschaftlicher Sicht führt die Liquidation zu einem Abbau der Überkapazitäten und zu einer entsprechenden Marktbereinigung.“

Viel hübscher lässt sich „Rübe ab!“ kaum noch formulieren.

Fairerweise übermittelt die Bild-„Zeitung“ allerdings auch, dass Guttenberg zugibt, die Liquidation Opels sei politisch „nicht vermittelbar“ – alternativ könne „eine geordnete Insolvenz angestrebt werden“.

Damit kann man sich dann bis nach der Wahl Zeit lassen.

Mehr dazu hier: Schandmaennchen: Alle Gute!

Ich empfehle beonders den Abschnitt zu Nordkorea!

Die Wende? Teil 1: LIBOR-OIS Spread auf 2-Jahrestief

Ich beginne mal eine kleine Serie, in der ich ein paar der Indikatoren untersuche, die ich am Höhepunkt der Krise hier auch dauernd gebracht habe und überprüfe, ob sich die positive Börsenbewegung der letzten Monate auch über die darunterliegenden Daten begründen lässt.

Heute zum Start einer der wichtigen Indikatoren, an dem sich das komplette Einfrieren der weltweiten Kreditmärkte ablesen lies: Der Spread zwischen dem Zins, den die Notenbank verlangte und dem Zins, zu dem sich die Banken selber untereinander Geld geliehen haben. Das Teil heisst LIBOR-OIS-Spread und dieser ist (wenn man die hektischen Schwankungen mit einem Ein-Paar-Tages-Durchschnitt glättet) inzwischen in die Nähe des Zweijahrestiefs gefallen.

Auch der Spread zwischen den Zinssätzen der Banken untereinander und dem Zinssatz einer Staatsanleihe ist deutlich gesunken und signalisiert ebenfalls einen deutlich Rückgang bei der Risikoeinschätzung der Banken (siehe Chart unten).

Der Abstand schwankte seit dem Sommer 2007 überwiegend zwischen der 1 und 2% Marke und erreichte im Hoch im Herbst 2008 Werte von über 4%. Inzwischen ist der Wert auf etwa 0,5% gefallen und liegt damit wieder in dem Bereich, den man als "normal" bezeichnen könnte.

Natürlich geht diese Normalisierung zu einem großen Teil auf die Staatsgarantien zurück, die den Banken entweder explizit gewährt wurden oder die man im Notfall erwartet. Ohne die Staatshilfe sähe es wahrscheinlich komplett anders aus.

Aber sei's drum: Festzustellen bleibt, dass der Interbankenmarkt wieder funktioniert. Vielleicht nicht ganz so gut wie bis zum Sommer 2007. Aber man kann ja durchaus anzweifeln, ob der Zustand, dass niemand bei niemandem auch nur einen Hauch von Risiko gesehen hat, eine richtige Einschätzung war ...



FT Alphaville: A squeeze defreeze

Update (11:30)

Das Handelsblatt weist ebenfalls darauf hin (der Artikel kam etwa 10 Minuten zu spät für diesen Artikel), dass der LIBOR zwar gesunken ist, aber im zweiten Blick doch noch "Risiko" sichtbar ist. Der LIBOR ist nämlich ein Durchschnittswert und der Abstand zwischen höchsten und niedrigsten Wert ist weiterhin wesentlich höher als "normal". Kurz: Die Banken sehen das Risiko des Ausfalls der Gegenseite immer noch. Ich würde das aber eher unter Detail abheften. Der durchschnittliche Rückgang dürfte diesen Effekt deutlich wichtiger sein. Genaue Zahlen habe ich leider nicht, um das näher zu belegen.

Handelsblatt: Gemischte Signale vom Interbankenmarkt

Update (13:45)

Ich habe den Artikel nach dem Feedback aus den Kommentaren nochmal überarbeitet und hoffe, er ist jetzt etwas klarer.

Montag, Mai 25, 2009

Zahl des Tages (25.05.09): 36

Gleich

36

spanische Banken hat die Ratingagentur Moody's in der letzten Woche auf die Überprüfungsliste mit Ausblick negativ gesetzt. Dabei geht es zwar "nur" um das Finanzstärke-Rating, allerdings wurde bei "nur" 34 von den 36 das normale Rating ebenfalls auf Überprüfung gestellt.

Markt am Morgen (22.05.09)

Grund dafür sind natürlich die Probleme am spanischen Immobilienmarkt. Dort sind die Preise inzwischen in einen kräftigen Sinkflug übergegangen. Die Anzahl der Hypotheken, die nicht mehr bedient werden, steigt immer weiter. Inzwischen hat sich die Lage so weit zugespitzt, dass die Caja Madrid die ersten Hypothekenbesicherten Anleihen nicht mehr bedient.

Diese Anleihen wurden wie die sagenumwobenen CDOs strukturiert. Dabei wurden die Anleihen mit einem Bündel von Hypotheken hinterlegt und dieses Paket in Scheiben geschnitten. Beim Zahlungsausfall wird die schlechteste Tranche zuerst angegriffen. Diese unterste Scheibe bekommt damit logischerweise das schlechteste Rating, weil das Ausfallrisiko am höchsten ist.

Genau das ist jetzt passiert. Die Zahlungsausfälle sind so hoch, dass die Zinszahlung auf die unterste Tranche ausfällt. Dabei geht es um knapp 165 Millionen Euro. Die Tranche wurde übrigens am Anfang mit BB (also knapp unterhalb von Investmentqualität) bewertet (jetzt ist sie allerdings nur noch C)

Jetzt kann man hoffen, dass die spanischen Emittenten die Scheiben so dick wie ein Stück Leberwurst geschnitten haben und nicht so dünn wie eine Scheibe Serrano Schinken, so dass der Zahlungsausfall nicht (wie in den USA) in den oberen Tranchen ankommt. Ganz oben ist das Rating übrigens Triple-A. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass das nicht mehr lange hält. Denn bei 18,3% Zahlungsausfall wären die unteren Tranchen "aufgebraucht" und die oberste Tranche würde angegriffen. Und die Zahlungsasfälle sollen bereits bei 16% liegen ... Ich rieche den Duft von Serrano ...

FT Alphaville: Spanish banking pain, Caja Madrid RMBS edition

Bei Mish's Global Economic Analysis gibt es eine schöne Übersicht über die Downgrades der letzten Monate. Die meisten davon gab es zwar auch hier (und sogar noch ein paar mehr), aber eine nette Zusammenfassung verdient durchaus eine Verlinkung. Vor allem wenn sie mit den weisen Hinweis endet, dass Gold nicht herabgestuft wurde ...

Mish: Government Debt Downgrades vs. Gold

Katamari Damacy Online - Kein Fake

In Frühzeiten dieses Blogs war ein Artikel, der vergleichsweise viele Pageviews gebracht, mein Hinweis auf eine PC-Version des besten Spiels aller Zeiten ;-) Katamari Damacy (Katamari für den PC (yeah!). Leider sind seit dem Auftauchen der Gerüchte zwar Versionen für's iPhone (Postingpause! I Love Katamari für das iPhone ist da!!!) erschienen und eine neue Sequel für die Xbox360 ("Beautiful Katamari" nur für die Xbox360?), aber von einem Katamari für den PC war weit und breit nix mehr zu sehen.

Das schien sich schon zu einer Geschichte à la Duke Nukem Forever zu entwickeln, aber jetzt gibt es scheinbar Neuigkeiten. Und zwar soll die PC-Version Online gehen, so dass man in einem Battle-Mode gegen andere Spieler seinen Katamari rollen kann. So nett wie sich das anhört, so unschön die Tatsache, dass das Online Katamari wohl nur auf Korea beschränkt sein wird. Und solange das nicht für den Mac erscheint, ist mir das eh Wurscht ...

Andriasang: Katamari Damacy Online Resurfaces
gefunden über: Offworld: Two years later: new details on the long-dormant Katamari Damacy Online

Sonntag, Mai 24, 2009

Zahl des Tages (24.05.09): 26

Noch

26

Tage hat laut FTD Porsche Zeit, die Optionsgeschäfte glattzustellen, die zur Übernahme von Volkswagen führen sollten. Die FTD berichtet vom 19. Juni als dem großen Stichtag, an dem viele Optionsgeschäfte enden und Porsche die gewünschten VW-Aktien bezahlen müsse. Um wieviel Geld es sich dabei handelt, bleibt völlig unklar. Einmal ist die Rede von 2,5 Milliarden Euro, einmal gar von zweistelligen Milliardensummen.

FTD: Optionsgeschäfte holen Porsche ein
FTD: Tag der Wahrheit für Porsche

Derweil will Porsche Chef Wiedeking auch nicht von der kritischen Liquiditätssituation im März gewusst haben. *Das* wirft nun wirklich kein gutes Licht auf Porsche. Wenn man schon Hedgefonds spielt, sollte man als Chef wenigstens über die Kredite und deren Laufzeit informiert sein. Die missliche Situation konnte damals nur gelöst werden, indem VW seinem Großaktionär Porsche eine zusätzlichen Kredit in Höhe von 700 Millionen gewährt hat.

Handelsblatt: Wiedeking will nichts gewusst haben
Spiegel: Porsche braucht neuen Milliardenkredit

Update (23:44)

Übrigens war im Handelsblatt am Freitag auch ein Interview mit Christian Wulff, das für ein Politikerinterview gar nicht allzu schlimm ist ...

Handelsblatt: „Erst die Ebbe zeigt, wer nackt im Wasser steht“

Update (25.05.09).

Zeitenwende.ch zum Thema:

Zeitenwende.ch: Porsche am Bettelstab

Schöner Hinweis darauf, dass der European Manager of the year 2008 Wendelin Wiedeking war ... Gewählt von den Journalisten, die uns die Krise erklären wollen. Aber selber Fehleinschätzungen ohne Ende produzieren :-(

Samstag, Mai 23, 2009

GM Gläubiger sagen "No!"

Nur eine kurzes Update zu einer älteren Geschichte:

PleiteWie ich schon vermutet habe, lehnen die Gläubiger von General Motors den Vorschlag zur Umschuldung wohl ab. Die Zustimmung war auch von Anfang kritisch, weil 90% Zustimmung, die benötigt werden, ziemlich voel sind. Vor allem wenn Gläubiger dabei sind, die bei einer Pleite mehr Geld bekommen als bei jeder vorstellbaren Umschuldung. Die Details zum Rettungsplan findet man in meinem alten Beitrag: CDS werden GM vernichten.

Da nützt auch die erzielte Einigung mit den Gewerkschaften nichts mehr ... (Tagesschau: Einigung mit Gewerkschaft).
Oder die nächsten 4 Milliarden Steuergelder für GM (Focus: GM erhält weitere vier Milliarden vom Staat).
Oder die 7,5 Mrd. für die Finanzierungstochter GMAC (FTD: Regierung rettet GM-Autofinanzierer oder Creditwritedowns:GMAC gets a helping hand) (die übrigens garantiert nicht zur Subventionierung von schrottigen Autos benutzt werden ...)

Riesen fallen langsam ... Aber sie können halt doch fallen, so unvorstellbar es am Anfang erscheint ...

Handelsblatt: Gläubiger lassen GM auflaufen
Spiegel: Gläubiger lehnen Angebot von GM ab

Zahl des Tages (23.05.09): 58

Ich gebe zu, dass das gute Wetter und der letzte Spieltag einen gewissen negativen Einfluss auf die Originalität der heutigen Zahl des Tages hat. Allerdings dürfte sich bei Stammlesern herumgesprochen haben, dass ich am Samstag geradezu auf die aktuelle Pleite am US-Bankenmarkt hoffe ...

Und da ich mir sowieso die Arbeit mache, die zu tracken, darf ich daraus auch das Samstagsposting machen ... Auch wenn die interessante Pleite diese Woche schon am Donnerstag kam: Zahl des Tages (22.05.09): 12.800.000.000

US-Bankenpleite Nr. 57:

Name: Strategic Capital Bank,
Sitz: Champaign, Illinois,
Assets: 537 Millionen Dollar,
Käufer: Midland States Bank, Effingham, Illinois,
Schaden für die FDIC: 173 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 110 (gelb).

Midland States Bank, Effingham, Illinois, Assumes All of the Deposits of Strategic Capital Bank, Champaign , Illinois

US-Bankenpleite Nr. 58

Name: Citizens National Bank,
Sitz: Macomb, Illinois,
Assets: 437 Millionen Dollar,
Käufer: Morton Community Bank, Morton, Illinois,
Schaden für die FDIC: 106 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 83 (rot).

Morton Community Bank, Morton, Illinois, Assumes All of the Deposits of Citizens National Bank, Macomb, Illinois

Freitag, Mai 22, 2009

Das Internet weiss alles!

Alles? Nein! Bisher war nämlich unklar, wann die langweiligen Stellen in einem Film kommen, bei denen man am besten auf's Klo geht :-) Aber das Internet wäre nicht das Internet, wenn das nicht jemand geändert hätte:

runpee.com

via

Kottke.org: RunPee

Allein die Tagline: "Can you hold it" ist die Verlinkung schon wert ...

Das sieht dann in etwa so aus:

Oben die Timeline mit den vorgeschlagenen Punkte, darunter die Beschreibung, damit man die Szene erkennt und darunter eine Kurzbeschreibung, was man verpasst. Das ist zuerst verschlüsselt, um die Spannung nicht zu verderben. Wirklich durchdacht.



Und in Klick auf die Site lohnt auch. Das Logo ist gut, was sich aber erst nach etwas Warten erschließt ...

Zahl des Tages (22.05.09): 12.800.000.000

Huch, Überraschung. Bankenpleite am Donnerstag. Die gibt's doch sonst immer Freitagabends ...

In den USA wurde am Donnerstag die Bank United von der FDIC gerettet. Das ist die mit Abstand größte Pleite in 2009.

Die Assets der Bank United betragen

12.800.000.000 (12,8 Milliarden) Dollar.

Das ist die 56. Bankenpleite seit Ausbruch der Krise. Die Geschäfte der Bank United werden von einer neuen Bank United übernommen, die mit 900 Millionen Dollar von der FDIC den Investoren rekapitalisiert wird. Hinter der neuen BankUnited steckt ein Konsortium von Private-Equity-Unternehmen (=Heuschrecken ;-)), darunter bekannte Namen wie Blackstone und Carlyle.

US-Bankenpleite Nr. 56

Name: Bank United,
Sitz: Coral Gables, Florida,
Assets: 12.800 Millionen Dollar (12,8 Mrd.),
Käufer: Bank United (New),
Schaden für die FDIC: 4.900 Millionen Dollar (4,9 Mrd).

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 91 (rot).

Schon wieder ein Treffer. Übrigens ist die zweitgrößte Bank mit dem Status rot (= hochgefährdet). Bei der super Trefferquote kann man den Text für die "Westernbank Puerto Rico" mit 16,7 Mrd. Dollar Assets schonmal vorbereiten ...

FDIC: BankUnited Acquires the Banking Operations of BankUnited, FSB, Coral Gables, Florida

Gute Gelegenheit, die fehlende Bankpleite Nr. 55 nachzutragen:

US-Bankenpleite Nr. 55

Name: Westsound Bank,
Sitz: Bremerton, Washington,
Assets: 335 Millionen Dollar,
Käufer: Kitsap Bank
Schaden für die FDIC: 108 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 18 (rot).

FDIC: Kitsap Bank, Port Orchard, Washington, Assumes All of the Deposits of Westsound Bank, Bremerton, Washington

Update (12:01):

Spiegel: Bankenpleite in Florida erschüttert US-Finanzbranche

Update (12:52):

Korrektur: Die 900 Millionen kommen von den Investoren, nicht von der FDIC.

Creditwritedowns: BankUnited goes bust and is replaced by BankUnited

Donnerstag, Mai 21, 2009

Zahl des Tages (21.05.09): +1,0

Heute kamen die Frühindikatoren aus den USA. Auch wenn die Börse auf jede Teilkomponente immer hektisch reagiert, reicht mir die Verfolgung dieses aggregierten Indikators.

Und da gab's heute für den April zum ersten Mal seit 6 Monaten wieder etwas Positives zu vermelden. Und zum Glück auch keinen Mini-Zuwachs, sondern direkt ein kräftiges Plus von

1,0 Prozentpunkten

von 98,0 auf 99,0.

Das ist signifikant, was man schon daran sieht, dass das dadurch prognostizierte Wachstumsminus sich mit der Zahl heute halbiert hat. Und das Schöne daran: Das relativiert die Zahl auch wieder: Es geht halt immer noch nach unten.

Trotzdem: Die Anzeichen einer Bodenbildung mehren sich. Auch in der Breite überzeugt der Index. Ich kann mich noch an das letzte magere Plus erinnern. Damals waren nur die stark wachsende Geldmenge und die steile Zinskurve positive Komponenten. Dieses Mal ist das viel breiter und 7 der 10 Teilkomponenten sind im Plus, u.a. Aktienkurse, die Zinskurve, das Verbrauchervertrauen, teilweise die Auftragseingänge, die geleisteteten Arbeitsstunden, die Dauer der Arbeitslosigkeit, etc.

Klar also: Wir verlassen den Modus "Freier Fall". Das ist doch schonmal was ...

Marketwatch: April leading indicators rise; recession to ease
Conference Board: Global Business Cycle Indicators
Conference Board: Press release with graph (PDF!)

S&P: Ausblick für Großbritannien negativ ...

... bröckelt da das AAA-Rating von Großbritannien? Das Unvorstellbare? OK, das wirklich Unvorstellbare wäre die USA ohne Triple-A.

Standard&Poors hat heute die Einschätzung von Großbritannien auf negativ herabgestuft. Die Ratingagentur begründet diese Änderung mit einen erwartetetn Anstieg der Staatsverschuldung von aktuell knapp 60 auf etwa 100% des BIPs in den nächsten 5 Jahren und sieht auch danach keine schnelle Verbesserung. Die britsche Regierung erwartet hingegen nur einen Anstieg auf 80% des BIPs. Aber Regierungen sind eh immer zu optimistisch.

Marketwatch: S&P move adds to UK's woes

Die CDS für Großbritannien reagierten natürlich und stiegen um 8 auf 80 Punkte, liegen aber immer deutlich unter dem Höchststand von 164 im Februar.

FT Alphaville: CDS report: UK credit hit by ratings alert

Kleine Randnotiz: Großbritannien hat im April 8,5 Mrd. Pfund zusätzlicher Anleihen begeben - so viel wie noch nie innerhalb eines Monats.

Update (17:08):

Das schlägt natürlich Wellen in Großbritannien und damit auch bei FT Alphaville.

Moody's und Fitch haben das Triple-A *und* den stabilen Ausblick bestätigt:

FT Alphaville: Defending the UK’s triple A

S&P schätzt die Wahrscheinlichkeit für ein Downgrade in den nächsten 2 Jahren auf ein Drittel :

FT Alphaville: S&P: 1 IN 3 CHANCE UK WILL LOSE TRIPLE A RATING

Update (22.05.09)

Heute hat's auch das Handelsblatt:

Handelsblatt: Großbritanniens Bonität ernsthaft in Gefahr

Darin folgende Passage, die IMHO missverständlich ist:

"in Schwierigkeiten geraten. Irland, Griechenland, Portugal und Spanien haben bereits ihr AAA-Rating eingebüßt. Großbritannien wäre das erste Land aus der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7), das seine Topnote verlieren würde."
Das ist insofern falsch, als dass Japan und Italien (beides G7 Mitglieder) kein AAA (mehr) haben. Italien hatte u.U. noch nie eins (ich kann mich zumindest nicht dran erinnern; weiss das jemand, würde mich mal interesssieren) und Japan hat das irgendwann um die Jahrtausendwende verloren, nachdem 10 Jahre mit immer neuen Konjunkturprogrammen gegen die Deflation angegangen wurde.

Glaube keiner Statistik, ...

... bei der du die Frage nicht selber formuliert hast ...

Zuerst wurde folgende Frage gestellt:

"Die Bundesregierung plant ein Gesetz zur Sperrung von kinderpornographischen Seiten im Internet. Kritiker befürchten eine Zensur und bezweifeln die Wirksamkeit solcher Sperren. Befürworter betonen dagegen, dass solche Sperren eine sinnvolle und wirksame Maßnahme im Kampf gegen die Verbreitung solcher Bilder sind. Wie sehen Sie das: Sind Sie für ein Gesetz zur Sperrung kinderpornographischer Seiten im Internet oder dagegen?"
Ergebnis: 92% Zustimmung!

Tolle Schlagzeile. Alle brachten die. Politiker jubelten, weil die Bevölkerung ja voll hinter ihnen steht.

Die Gegner waren genervt und wollten das nicht glauben. Also gleiches Umfrageinstitut beauftragt und folgende Frage gestellt:
"Der Zugang zu Internetseiten mit Kinderpornographie sollte durch eine Sperre erschwert werden, das reicht aus, auch wenn die Seiten selbst dann noch vorhanden und für jedermann erreichbar sind."
Ergebnis: 90% sagten Nein. Sind damit also gegen die aktuelle Form der Kinderporno-Stop-Schilds.

Beide Fragen sind natürlich ziemlich kräftig in die gewünschte Richtung gebogen. Vor allem die zweite Version lässt direkt die Forderung nach noch kräftigeren Eingriffen in die Internetfreiheit aufkommen, etwas was die Macher sicherlich nicht beabsichtigt bzw. nicht bedacht haben.

Ich möchte das Thema nicht ausführlich diskutieren. Das ist an vielen Stellen schon gemacht worden. Ich glaube, dass die Sperren nutzlos sind und nicht eine einzige Kindesmisshandlung damit verhindert wird. Ich glaube auch, dass das Gesetz nur der erste Schritt ist und danach die Zensur (und das ist es zweifelslos, genau wie das Verbot von "Mein Kampf" Zensur ist. Ich halte beides für sinnvoll. Es bleibt trotzdem Zensur!) ausgedehnt wird. Und sowohl technisch (Deep packet Inspection) wie auch inhaltlich (Erst Kinderpornografie, dann Bad Taste, Rechtsradikalismus, Bombenbauanleitungen, dann Wikileaks und am Ende auch Copyrightverletzungen).

Aber eigentlich wollte ich ja über etwas anderes schreiben. Nämlich über die im Verfahren sehr offensichtlich gewordene Unzulänglichkeit von Meinungsumfragen. Mit einer passenden Formulierung bekomme ich fast jedes gewünschte Ergebnis hin. Und noch besser: Die Meinungsforschungsinstitute helfen dabei fleissig mit. Das kann der Mensch von dem Umfrageinstitut gerne schönreden. Aber ich habe schon lange keine Umfrage mehr gesehen, bei der ich in der öffentlichen Darstellung eine umfassende Information inkl. Fragestellung bekommen habe. Ich bekomme immer nur eine völlig unzulässig verkürzte Version wie "92% der Deutschen für Internetsperre" (siehe z.B. unten bei Heise).

Also: Glaube keinem Umfrageergebnis, wenn du die Frage nicht kennst ...

Heise: Umfrage: 92 Prozent für Internetsperren gegen Kinderpornographie

dann

Heise: Konträre Umfrageergebnisse zu Kinderporno-Sperren

Die Zeit hat auch ein Interview mit dem Meinungsforschungsinstitut, das das natürlich anders sieht ...

Das Interview: Zeit: "Jeder Schritt gegen Kinderpornografie wird begrüßt"
Der Artikel: Zeit: Mehr als 90 Prozent gegen Sperrungen im Internet

Teilweise deckt sich das mit meiner Einschätzung.

Was mich jetzt mal interessieren würde:

Wie hoch wäre wohl die Zustimmung auf die Frage:
"Sind sie für die Sperrung des Zugriffs auf Kinderpornografie im Internet, wenn die Seiten im Netz bleiben, die Zugriffskontrolle über tiefergehende Eingriffe ins Internet verschärft wird und die zensierten Seiten immer mehr werden?"
Denn das werden wir bekommen. Und das wollen bestimmt nicht mehr 92% der Bevölkerung ...

Übrigens würde ich auch nochmal gerne wissen, wieso dieser Eingriff, der immerhin tiefgreifend ist, über einen privatrechtlichen VERTRAG gemacht wird und nicht über ein GESETZ? Wenn man sowas macht, muss man das auch vernünftig fassen und über den üblichen Weg laufen lassen. Der oftmals mit dem Einkassieren des Gesetzes durch das Bundesverfassungsgericht endet.

Und nochmal zum Merken:

Glaube keiner Meinungsumfrage, wenn du die genaue Fragestellung nicht kennst ...

Neid!

Also da zu arbeiten, wäre schon nicht schlecht ...

(Übrigens: Solche Linkschleudern werden in Zukunft wohl zunehmend in meinen Twitter-Feed wandern. Oder findet ihr, das ist eine schlechte Idee?)

Moblin: Die Zukunft der GUI

ENDLICH.

Endlich kein Startmenü mehr, das Microsoft sogar auf Mobiltelefone gepackt hat. Was 'ne kranke Idee! Man nimmt den eh schon zu kleinen Bildschirm des Handies und packt das wichtigste Element in die linke, untere Ecke und lässt den Rest des Bildschirms ungenutzt. Auf sowas Bescheuertes kann nur Microsoft kommen ...

Endlich keine Fenster mehr. Fenster machen auf Netbooks wenig Sinn. Die Anwender wollen keine 5 Programme gleichzeitig ausführen und sehen. Das ist nicht der Einsatzzweck eines kleinen, mobilen Computers.

Wenn man das verstanden hat, muss man zurück treten, neu nachdenken und dabei kann dann sowas rauskommen:



Klar, zu früh das abschließend zu beurteilen. Es ist nur 'ne Demo. Aber im Prinzip schon *viel* besser als Vista (oder XP) auf den kleinen Bildschirm zu quetschen. Ich bin auch gespannt, was und wie Apple das Problem angeht (falls da überhaupt was kommt von Apple)

Update (11:25):

Quelle vergessen:
Heise: Linux für Netbooks Moblin 2.0 mit neuer Oberfläche

Mittwoch, Mai 20, 2009

Zahl des Tages (20.05.09): 53

Also meine Meinung zur BAFin dürfte bekannt sein. Ich nenn es jetzt mal nett "Zahnloser Tiger".

Die FDP hat eine kleine Anfrage gestellt und wollte wissen, wie oft die BAFin die deutschen Banken überprüft hat und welche Ergebnisse das ergeben hat. Seit 2003 gab es

53

Prüfungen.

Wirklich gefunden hat die BAFin dabei wohl nichts. Und dabei waren die Banken, die sich heute als besonders kritisch herausstellen (HRE, Commerzbank/Dresdner Bank) schon 2003 kritisch und wurden besonders intensiv unter die Lupe genommen.

Hmmm. Nichts gefunden ... Unglaublich ...

Der Artikel ist lesenswert. Auch wegen der Parallelen zu 2002/2003.

Spiegel: Finanzaufsicht prüfte deutsche Banken 53-mal

Japans BIP -4,0%

Also noch einen Tacken mehr als die 3,8% Minus, die Deutschland im ersten Quartal hinnehmen musste. Eine Annualisierung spare ich mir, ach ne, jetzt wo mir klar ist, wie das berechnet wird, mache ich das mal schnell: 0,96^4=15,5%. Der Spiegel errechnet übrigens 15,2%. Möglicherweise ist die Rechnung mit einer ungerundeten Ausgangszahl vorgenommen worden. Oder der Spiegel hat den Vergleich mit dem Vorjahresquartal und die Annualisierung durcheinander geworfen ...

Aber eigentlich ist die Annualisierung im Fall von Japan gar nicht so spannend, denn Japan ist Deutschland in einem Voraus: die straucheln schon länger ... Daher ergibt selbst der einfache Vergleich mit dem Vorjahresquartal (Q1/2008) schon ein erschreckendes Minus von 15,2%. Das Minus im Zeitraum Q2/08 bis Q1/09, was dem japanischen Haushaltsjahr entspricht, beträgt 3,5%.

Das Quartalsminus ist das größte seit dem 2. Weltkrieg, das Jahresminus das größte seit 1955. Trotzdem sind die Zahlen besser als erwartet. Der Vergleich mit dem Vorquartal wurde mit -4,4% , der Vergleich mit dem Vorjahresquartal bei -16,5% gesehen.

Sehr offensichtlich, dass die exportorientierten Nationen am stärksten leiden.

Japan posts record GDP drop, but above expectation
Spiegel: Japans Wirtschaft stürzt ab

Update (09:51)

Das Handelsblatt hat auch das Minus von 15,2% als annualisiertes Minus. Die Darstellung im Spiegel scheint also zu stimmen.

Handelsblatt: Japans Wirtschaft bricht drastisch ein

Update (10:15):

Bloomberg macht's klar. Die Version von Marketwatch ist falsch. Das Jahresminus beträgt "nur" 3,5%. Die Zahl ist aber etwas sehr positiv und die kann ich fast nicht glauben. Denn das 4. Quartal 2008 war ähnlich schlecht wie das Q1/09. Und dann kann fast nicht nur ein Minus von 3,5% herauskommen.

Bloomberg: Japan Economy Shrinks Record 15.2% as Exports, Spending Plunge

Also mal zur Quelle und tatsächlich: Für das Fiskaljahr 2008 (bis Ende März 2009) beträgt das Minus nur 3,5%. Das ist dann wohl die Magie der Durchschnittsbildung. Die Zahl findet sich auf Seite 5 im PDF: GDP (expenditure approach) and its components

Aber wenn ich das richtig sehe, sind die 6,9% Minus, die in Deutschland vermeldet wurden, der Vergleich Q1/08 mit Q1/09. Wenn ich mir die Zahlen in Japan heraussuche (Real Gross Domestic Product (original series) auf der Seite ESRI: Quarterly Estimates of GDP (Reference year = 2000)) lag das reale BIP in Japan in Q1-08 bei 140.845 und in Q1-09 bei 127.210. Das ist dann ein Minus von 9,7%. Und damit deutlich mehr als die 6,9% in Deutschland.

Wer die Zahl irgendwo findet (bzw. eine andere, wenn die falsch sein sollte): Bitte einen Kommentar hinterlassen.

JA Solar verpasst *Umsatz*erwartung um 70%

OK, bei den Gewinnen passiert sowas ja manchmal. Aber beim Umsatz?!?

Statt 112 Millionen wurden es nur knapp 34. So daneben habe ich eine Umsatzerwartung schon lange nicht mehr /noch nie gesehen ... Oder kann sich jemand von Euch an sowas erinnern?

Der Verlust je Aktie kam statt mit minus 5 Cent mit minus 18.

Die Erwartung für das Gesamtjahr, die bisher 830 bis 952 Millionen Umsatz vorsahen, hat man dann auch kassiert. Kein Wunder, wenn nach einem Viertel des Zeitraums gerade einmal 4% des geplanten Umsatzes eingefahren wurden ... Aber dass man davon nicht schon mitten im Quartal etwas gemerkt und gewarnt hat, scheint nicht nachvollziehbar ...

Es wirft aber auch einen Blick auf die Solarbranche. Diese kämpft direkt zweifach mit dem Problem des Geldzuflusses. Vor einem Jahr floss das Geld noch und es wurde wie irre in neue Kapazitäten investiert und jetzt stockt der Geldfluss und es fehlt das Geld für neue Solaranlagen. Damit trifft ein wesentlich höheres Angebot auf eine wesentlich niedrigere Nachfrage. Und das in einem ziemlich desaströsen Ausmaß. Das wird noch viele Firmen in die Pleite jagen.

Ach nee, dafür wird bestimmt ein Rettungsfonds aufgelegt ...

Barrons: JA Solar Misses Q1 By Huge Margin; Won’t Hit ‘09 Target

Dienstag, Mai 19, 2009

Zahl des Tages (19.05.09): 500.000.000.000

Mal wieder eine richtig große Zahl. Natürlich aus dem Themenkomplex Finanzkrise.

Heute hat der Senat einer Erhöhung der Kreditaufnahme des amerikanischen Bankensicherungsvereins FDIC in Höhe von

500.000.000.000 (500 Mrd.) Dollar

zugestimmt. Bisher betrug die maximale Höhe der Kreditaufnahme der FDIC nur 30 Mrd. Die Erhöhung ist nur temporär, allerdings ist die langfristige Verschuldungsobergrenze auch auf 100 Mrd. erhöht worden.

Der Hintergrund ist einfach: Die FDIC muss immer mehr Banken retten. Die Rettungsaktionen werden auch spürbar teurer. Inzwischen fehlen den geretteten Banken nicht 5 oder 10% der Bilanzsumme, sondern eher 30%. (Wie eine so große Lücke bei überwachten Banken überhaupt entstehen kann, frage ich jetzt mal besser nicht). Und die Liste der geretteten (und auch der gefährdeten) Banken wird immer länger. Inzwischen werden Verluste bei den kleineren Banken von bis zu 200 Mrd. Dollar befürchtet (Handelsblatt: Kleine US-Banken könnten 200 Milliarden verlieren). Kein Wunder, dass die FDIC neues Geld benötigt. Und auch kein Wunder, dass US-Finanzminister Geithner den Pool der möglichen Empfänger des Rettungsprogramms TARP auch auf einige weitere kleine Banken ausweiten möchte (Marketwatch: Small banks can apply for TARP funds, Geithner says).

Naja, ein paar Hundert Milliarden hier, ein paar da ...

Marketwatch: House approves broad housing bill

US-Neubaubeginne auf Allzeittief

Ein (kleiner) Dämpfer für die Konjunkturoptimisten. Noch nie wurden weniger Baubeginne für neue Häuser verzeichnet als im letzten April. Die Zahlen werden seit 50 Jahren erhoben.

Erwartet wurden (für den schlauen Dieter ;-) : annualisiert) über 500.000, es wurden nur gut 450.000. Ich würde die Zahl nicht überbewerten, weil diese monatliche Zahl stark schwankt.

Außerdem ist die Zahl nicht unbedingt negativ. Sie ist zwar für die Bauwirtschaft kurzfristig nicht positiv, aber sie entlastet mittelfristig den Immobilienmarkt, weil das Angebot sinkt. Für eine Stabilisierung der Hauspreise ist eine sinkende Anzahl neuer Immobilien unerlässlich. Es könnte dem Immobilienmarkt nichts Schlimmeres passieren als viele neue Immobilien, die noch zusätzlich zu den ganzen zwangsvollstreckten "Gebraucht"immobilien den Markt fluten.

Da die fallenden Immobilienpreise immer noch *der* Auslöser für die Krise sind (auch wenn das scheinbar manchmal vergessen wird), hängt daran die Stabilisierung der Wirtschaft und des Bankensektors. Ohne Stabilisierung der Immobilienpreise wird es auch keine nachhaltige Stabilisierung der Banken und keinen Aufschwung der Konsumausgaben geben.

Marketwatch: Housing starts, permits hit record lows in April

Update (23:40)

The Big Picture: New Construction Falls 54%: Less is More

Montag, Mai 18, 2009

Zahl des Tages (18.05.09): 55%

Etwas anderes wirklich Spannendes habe ich heute nicht gefunden und außerdem lungert die Zahl schon lange in meinen Tabs rum ... Und die muss irgendwann raus ... Am Ende dauerte das so lange, weil ich die Zahl aus dem Artikel nie nachprüfen konnte.

Zwei Analysten der BNP Paribas haben die Bilanzen der großen europäischen Banken untersucht und sind zum Ergebnis gekommen, dass der Anteil der Derivate an den Assets bis zu

55%

ausmacht. Nur 30% sind "echte" Wertpapiere. Und wer ist gemeint? "Unsere" Deutsche Bank.
Die Konkurrenz sieht nicht wesentlich besser aus: Bei der UBS sind's zum Beispiel auch 40% Derivate und 33% Wertpapiere. Und wenn man die Derivate in Bezug zum Eigenkapital setzt, hat Barclays mehr als das Dreifache des Eigenkapitals an Derivaten, die UBS sogar fast das Sechsfache.

Das ist auf den ersten Blick ziemlich überraschend, weil die Banken doch von Risikosenkung und Deleveraging sprechen, was so gar nicht zur steigenden Summe passt. Dies lässt sich aber womöglich mit einer Besonderheit der Wertberechnung von Derivaten und der Buchführung nach IFRS erklären.

Punkt 1: Nach US-GAAP (dem in den USA üblichen Bilanzierungsstandard) kann/muss man Derivate gegeneinander verrechnen. Wenn man also einen Call und einen Put (auf das gleiche Papier) hat, bleibt netto von den beiden Positionen kaum etwas übrig. Nach IFRS hingegen bleiben die Positionen beide in der Bilanz und landen, je nachdem ob sie einen inneren Wert haben oder nicht, auf der einen oder anderen Seite der Bilanz. Nach IFRS ist die Bilanz in dieser Hinsicht logischerweise immer länger, die Bilanzsumme also höher.

Punkt 2: Der Wert der Derivate kann auch gestiegen sein, obwohl die Anzahl der Positionen gefallen ist. Das liegt daran, dass der Wert der Derivate unter anderem von der Volatilität (=Schwankungsintensität) der zugrundliegenden Positionen abhängt. Steigt die Volatilität der Basiswerte, steigt auch der Wert der Derivate (unter der Annahme, dass sich sonst nichts ändert). Und Schwankungsintensität hatten wir in den letzten Monaten nun wahrlich.

Wenn die ganze Theorie oben stimmt, dann sollte die Höhe der Derivatepositionen im zweiten Quartal wieder deutlich zurückgehen.

FT Alphaville: CDS report: European bank’s bulging balance sheets

Ich habe bei der BNP Paribas nach dem Report gesucht, aber nichts gefunden. Auch bei der Deutschen Bank habe ich keinen Geschäftsbericht gefunden, der aktuell genug ist und die Zahlen enthielt. Ich glaube aber eher, dass ich blind bin ... Über den Hebel der DeuBa Bilanz nach IFRS vs. US-GAAP wurde auch schon in anderen Blogs diskutiert, ich finde das aber auch nicht wieder. Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.

Übrigens ist der Trend der anschwellenden Derivatepositionen nicht nur auf die Banken beschränkt. Auch in der "realen" Wirtschaft ist der gleiche Trend zu beobachten. Das macht inzwischen sogar der Ratingagentur Moody's Sorgen ... Und mit der Metallgesellschaft hat's bereits vor etwa 15 Jahren mal eine Firma (fast) zerlegt, weil sie sich völlig verfixt hatte. Und den Namen des besten Hedgefonds der Welt (6,8 Mrd. Gewinn) nenne ich besser erst gar nicht. Vor allem, weil der inzwischen nicht mehr wirklich als erfolgreich gilt ... (Was die Sorgen von Moody's nur bestätigt ...)

FTD: Derivate bereiten Moody's Sorgen

D: Nur 0,5% Minus in Q2/09?

Das ist doch mal eine positive Zahl. OK, die Zahl ist rein technisch natürlich unter Null, aber ein Minus von 0,5% wäre sicherlich ein weniger kräftiges Minus als viele es befürchtet haben. Und sie ist auch viel besser als die -3,8% für's erste Quartal 2009 (siehe: Zahl des Tages (15.05.09): -15,2%).

Die Schätzung kommt vom DIW. Zur Begründung verweist das DIW auf leicht steigende Auftragseingänge im Automobilsektor und zumindest stabilisierte Auftragseingänge bei Chemie und Maschinenbau.

Allerdings frage ich mich, ob die stark steigende Arbeitslosigkeit und die geradezu explodierende Kurzarbeit nicht doch so tiefe Löcher in den Portmonees der Verbraucher hinterlässt, dass die bislang relativ stabile private Nachfrage langsam zu bröckeln beginnt. Selbst wenn man den Job noch hat: Allein die Angst vor dem Jobverlust ist schon Grund genug, sich beim Konsum einzuschränken. Und die Angst ist in Deutschland aktuell so stark wie lange nicht mehr ...

Handelsblatt: DIW: Wirtschaft schrumpft langsamer
Handelsblatt: Wirtschaftskrise treibt die Europäer um

Musik zum Wochenende: Phoenix

Neues Album von Phoenix. Die Single gefällt mir ausgesprochen gut und nach den 30 Sekunden Amazon Anspieltipps scheint die CD das Niveau zu halten.





(Das mit dem Amazon Player ist ein Versuch. Sollte der irgendwie nerven, z.B. automatisch starten (macht er bei mir nicht), bitte Bescheid sagen.

Sonntag, Mai 17, 2009

Zahl des Tages (17.05.09): 42

Ich gebe zu, die heutige Zahl des Tages dürfte die sinnloseste und zusammenhangsloseste Zahl des Tages ever sein ... Denn dass die 42 heute kommt, dürften Stammleser schon erwartet bzw. befürchtet haben ...

Denn heute hat mein Verein die Malocherschicht Teil 2 erfolgreich abgeschlossen und hat mit

42

Punkten die 2. Liga gehalten. Freude pur (und ich konnte nicht hin, weil meine Nichte Erstkommunion gefeiert hat; war aber auch schön).

Schon eine Sensation (und direkt die zweite in Folge nach dem Durchmarsch im letzten Jahr)! Wir waren der Absteiger Nummer 1 (vielleicht mit Ahlen (wie RWO superkleiner Etat) und dem FSV Frankfurt (wie RWO vor 2 Jahren noch in Liga 4). Aber dadurch stimmten vom ersten Tag an der Einsatz und die Konzentration. Bei RWO war immer klar, dass es nur über Kampf und Einsatz gehen kann und nicht über Schönspielen.

Zum Abschluss ein paar Bilder aus dem Stadion heute.



Gut, das nächste Jahr wird noch schwieriger. Mit Wehen und mglw. Osnabrück schießen sich ja dieses vielleicht direkt zwei Vereine zwei Jahre nach dem Aufstieg aus der Liga.

Und wie viele wissen, ist

42

ja auch die Antwort auf das Leben, das Universum und den Rest. Das sagt ja schon seit ganz langem Douglas Adams, bevor Google die Antwort übernommen hat. Was liegt näher, als die neue, angeblich den Inhalt einer Seite verstehende Suchmaschine Wolfram Alpha mal zu testen. Und siehe da: 42. Bei Google.de geht das gar nicht (meinten Sie *dem* Rest; grrr), aber im Englischen geht's immerhin.

Und wem das jetzt alles zu doof war: Zur Entspannung etwas Musik.



Der Song heisst (welch Überraschung!)

42

und ist auch in einer Version auf dem neuen, kostenlosen Live-Album Leftright von Coldplay. Und damit bekommen die harten (Durch)Leser dann doch noch was Sinnvolles: Ein schönes Album für lau:

Zum Download von Coldplays Leftright

(Auch wenn der Hinweis glaube ich wirklich überall stand ... Die E-Mail muss man übrigens nicht eingeben ...)


Update (18.05.09)

Zu Wolfram Alpha:

how many roads must a man walk down before you can call him a man?

gefunden über: Spaß mit Wolfram Alpha, Fun with Wolfram Alpha

Google ist geschlagen ;-)

Aber die wirklich wichtigen Fragen kann Alpha auch noch nicht beantworten ...

Wer ist die Macht vom Niederrhein? oder Is there a god?

Wobei ... Eine Frage ist ja klar zu beantworten ...

Update 2 (18.05.09)

Es war zu erwarten:
Mashable: Top 10 Wolfram Alpha Easter Eggs
Mashable: 10 Even Better Wolfram Alpha Easter Eggs

Und in einem Wettbewerb hat Wolfram Alpha schon gewonnen: Die haben *definitiv* die coolste Überlastungsmeldung ever:

"I'm sorry Dave. I'm afraid I can't do that."



Den Film muss ich auch mal wieder in den Spieler werfen ...

Update (04.06.09):

Und es wird noch fleissig weitergesammelt:

Gizmodo: Wolfram Alpha Is Actually a Frustrated Stand-Up Comedian

Samstag, Mai 16, 2009

Zahl des Tages (16.05.09): 22.000.000.000

Es scheint, als schwappten die Wellen der aktuellen Krise gerade wieder über einen weiteren Damm. (Auch wenn die Börse gerade die Welt ausschließlich in Rosa malt). Der Damm, der dieses Mal überspült wird, steht vor dem Versicherungpolder ...

Aus den vielen umfangreichen Rettungsprogrammen (konkret TARP) werden gerade

22.000.000.000 (22 Milliarden) Dollar

für die US-Versicherungsbranche bereitgestellt.

Das Geld soll an Hartford Financial, Prudential, Lincoln National, Principal Financial, Ameriprise Financial und Allstate Corp gehen. Wer wieviel bekommt, scheint noch nicht festzustehen.

Warum jetzt auch die Versicherer kritisch sind bzw. sein sollen, weiss der Teufel. Angeblich soll das Vertrauen der Anleger gestützt werden. Man redet auch von einer Stabilisierung der Rentenmärkte, an denen die Versicherer traditionell ein großer Nachfrager sind. Stützt die US-Regierung hier über einen Umweg vielleicht einfach nur die Nachfrage nach den eigenen Staatsanleihen?!? Irgendjemand muss die ganzen Milliarden, ach was Billionen, ja kaufen ...

Barry Ritholtz von The Big Picture fragt sich schon, wer denn noch alles Geld vom Steuerzahler (auf Deutsch gesagt) in den A**** geblasen bekommen soll. Und fordert viel stärkere Konsequenzen für die Firmen, die das Geld bekommen, unter anderem einen Rücktritt des Vorstands.

The Big Picture: Why Are We Bailing Out Insurers?

Marketwatch: Six insurers cleared to accept TARP money

FTD: US-Versicherer bekommen Milliarden

Freitag, Mai 15, 2009

NEU!e Musik zum Wochenende

Habe gerade im Spiegel gelesen, dass in etwa drei Wochen ein NEU! Tributalbum erscheint. Wenn man sich anschaut, wie viele der Bands und Künstler, die ich gut finde (Joy Division, Radiohead, Stereolab, ...), auf NEU! als große Inspirationsquelle verweisen, muss ich NEU! eigentlich auch gut finden. Und das finde ich auch ...



Eine der Bands, die sicherlich am direktesten nach NEU! klingt, ist Stereolab. Die, traurige Nachricht für mich, sich scheinbar aufgelöst haben. Am 2.4., meinem Geburtstag. Offiziell hieß es zwar "Hiatus", aber das könnte durchaus endgültig sein. Ist bei einer Band aber doch nicht so schlimm, denn die alten Veröffentlichungen nimmt mir ja keiner und die letzten waren dann auch nicht mehr so dolle ...

Daher was Altes und wahrscheinlich das "NEU!igste" Lied von Stereolab:



Spiegel: Hofknicks vor den Krautrock-Königen

Verschluckt sich Barclays am Lehman-(Teil-)kauf?

Hmmm, letzten Herbst habe ich den Kauf von großen Teilen von Lehman durch Barclays "(womöglich voreilig) unter Schnäppchen einsortiert" (Barclays kauft Lehman-Kerngeschäft für 200 Millionen Euro). Jetzt zeigt sich, dass die Vorsicht, mit der ich das "womöglich voreilig" in den Satz eingebaut habe, wohl angebracht war.

Barclays hatte bis vor Kurzem nur den Verkauf der ETF-Tochter iShares geplant, denkt anscheinend aber inzwischen über den Verkauf der gesamten Vermögensverwaltung inkl. iShares nach. Eigentlich hat Barclays iShares sogar schon verkauft, hat aber bis Mitte Juni eine "Nachverkaufsmöglichkeit".

Die spannende Frage dabei ist nun, ob Barclays verkaufen will oder verkaufen muss. Denn eigentlich ist die Vermögensverwaltung einer der interessantesten Bereiche im Bankgewerbe. Da sitzen die reichen Kunden, da gibt es noch brauchbare Gebühren, dort ist relativ krisenfest Geld zu verdienen. Eigentlich eher eine Abteilung, die man zum Tafelsilber zählen würde. Da fragt man sich schon, warum gerade dieser Bereich aufgegeben werden soll ...

Handelsblatt: Barclays prüft historischen Schritt
Marketwatch: Barclays in talks over sale of BGI unit

Update (16:40)

Mit einem Erlös von mindestens 6 Mrd. Euro wäre das übrigens der größte Verkauf in der Vermögensverwaltungsbranche aller Zeiten. Angeblich soll es auch schon einen heißen Interessenten geben: Blackrock.

FTD: Barclays erwägt Milliardenverkauf

Update (16:45)

Marketwatch findet den Zug "vertretbar". Geht die Konjunktur weiter runter, ist ein Verkauf jetzt wahrscheinlich klug, kommt jetzt die Erholung, wäre der Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt eher dumm.

Unabhängig davon frage ich mich, ob Barclays nicht vielleicht doch besser auf das Garantieprogramm von Großbritannien zurückgegriffen hätte.

Marketwatch: Barclays' move to sell family silver is defendable

Erster Überfall auf die Bad Bank!

:-)

Schandmaennchen: Erster Bad Banküberfall:

Zahl des Tages (15.05.09): -15,2%

So, das war zu befürchten. 3,8% Minus im BIP im Vergleich zum Vorjahrquartal, 6,9% im Vergleich zum Vorjahresqaurtal. Ein Desaster mit historischem Ausmaß: 3,8% Minus zum Vorquartal gab es noch nie, 7% Minus im Laufe eines Jahres zuletzt 1970.

Jetzt muss man bedenken, dass die deutsche Berechnungsweise das wirkliche Minus zum Vorquartal berechnet (bzw. veröffentlicht), nach der amerikanischen Version das Wachstum aber auf 1 Jahr hochgerechnet wird. Also muss man die Zahl noch mit 4 multiplizieren und landet dann bei kaum vorstellbaren

-15,2%.

Wuah.

Wir sind Island :-(

Tagesschau: Talfahrt ohne Beispiel

Update (11:28)

Habe im ersten Abschnitt eine Korrektur eingebaut und leicht ergänzt.

Außerdem als Vergleich:

Minus zum Vorquartal in Spanien: 1,8%
Minus zum Vorquartal in Frankreich: 1,2%
Minus zum Vorquartal in den Niederlanden: 2,8%
Minus zum Vorquartal in Italien: 2,4%
Minus zum Vorquartal in Österreich: 2,4%
Schnitt EU: -2,5%

Minus zum Vorquartal in den USA: 1,5% (Zahl des Tages (29.04.09): -6,1%)

Ich schätze, ich muss hier wirklich Island, Singapur oder was aus dem Baltikum ergänzen, um ähnlich schlimme Zahlen zu bekommen ...

Handelsblatt: Deutsche Wirtschaft stürzt brutal ab

Update (11:43)

Dass man nach Osten schauen muss, um noch schlimmere Zahlen zu finden, war keine falsche Annahme ...

Minus zum Vorquartal in

Estand: -6,5%
Litauen: -9,5%
Slowakei: -11,2%
Lettland: -11,2%

Eurostat: BIP in der Eurozone und in der EU27 um 2,5% gefallen

Update (16.05.09)

In Japan werden 16% Minus (annualisiert) erwartet.

Japan Times: Record 16% dip forecast for quarterly GDP

Update (19.05.09):

Meine Rechung mit 4*3,8 ist wahrscheinlich falsch, weil man das geometrisch auf's Jahr hochrechnen muss. Also 0,962*0,962*0,962*0,962 und dann kommt man auf 0,8564, also ein Minus von 14,4%.

Ich war mir zwar ziemlich sicher, dass die Annualisierung auf Basis der absoluten Änderung gemacht wird. Aber eigentlich ist das auch unlogisch, denn Wachstumsänderungen müssen eigentlich immer wie im geometrischen Mittel errechnet werden.

Donnerstag, Mai 14, 2009

Zahl des Tages (14.03.09): 342.038

Im April gab es in den USA

342.038

neue Foreclosures. Bei 342.038 Häusern übernahm also die Bank wieder die Kontrolle. Das Plus gegenüber dem März war nur noch gering (etwa 1%).

Die teilweise erschreckenden Zahlen gibt es dann auf regionaler Ebene. In Nevada haben sich die Foreclosures mehr als verdoppelt. Etwa 1,4% der Immobilien sind an die Bank zurückgegangen. Getoppt wird das noch von der Region Cape Coral-Fort Myers in Florida; dort sind allein im April fast 2%(!) der Immobilien in die Foreclosure gegangen ... In Florida ingesamt gingen die Foreclosures im Vergleich zum März aber wieder leicht zurück.

Die Zahlen zeigen auf jeden Fall, dass der Druck auf den Immobilienmarkt nicht geringer wird. Und das wird sich so lange nicht ändern, wie die Arbeitslosenzahlen so schnell steigt wie aktuell. Nach dem Jubel über nur ca. 600.000 Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe ging es diese Woche schon wieder nach oben. Aber das ist bei dem akuellen Niveau eh Wurscht. Jede Zahl über 300.000 bis 350.000 zieht einen Anstieg der Arbeitslosigkeit nach sich. Und mehr Arbeitslose bedeuten auch mehr Foreclosures.

Reality Trac: FORECLOSURE ACTIVITY REMAINS AT RECORD LEVELS IN APRIL

Zero Hedge: Foreclosures Hit Record High In April

Zero Hedge Blog von Merrill Lynch bedroht

Zero Hedge, eins der Blogs, das ich nicht ganz regelmäßig, aber doch relativ häufig lese (und hier auch schon verlinkt war) hat Ärger mit Merrill Lynch.

Grund war die Veröffentlichung von Auszügen aus Merrill Lynch Dokumenten, die nur intern für gute Kunden gedacht waren. Es ist zwar total üblich, als Journalist darauf Zugriff zu bekommen und auszugsweise zu zitieren, aber eigentlich hat natürlich ML dafür das Copyright. Genau über diesen Hebel hat Merrill Lynch jetzt eine Takedown-Notive verschickt.

Man merkt doch, dass die Econoblogger in den USA einen gewissen Einfluss haben ...

CNBC: Merrill Tries To Muzzle a Blog

Mittwoch, Mai 13, 2009

Zahl des Tages (13.05.09): -9,4%

Dass die Einzelhandelsumsätze in den USA auch im April wieder gesunken sind, kam so ziemlich überall ... Marketwatch hat aber etwas Perspektive hinzugefügt, denn das Minus von 0,4% im April spiegelt die Lage nicht richtig wider. Wie im übrigen fast alle monatlichen Zahlen, weil diese einfach zu schnell zu stark schwanken und in jedes Minus von 0,1% der Weltuntergang reininterpretiert wird.

Einen Schritt zurück gehen, um etwas Überblick zu bekommen.

Dann sieht man, dass der Rückgang im April der 8. in den letzten 10 Monaten war. Im ersten Quartal ging der Einzelhandelsumsatz gegenüber dem Vorjahr um 10% zurück, im April gegenüber dem Vorjahresmonat um

9,4%.

Jetzt sieht man, was es bedeutet, wenn die amerikanischen Verbraucher mal 5% ihres Einkommens sparen und nicht jeden Monat zusätzliche Schulden machen. Und für die US-Wirtschaft als Ganzes heißt das nichts Gutes, denn die Ausgaben der Verbraucher sorgen für 70% des US-BIPs ...

Marketwatch: Retail sales fall 0.4% in April

Cabrio-Ben legt los

Eigentlich war es doch Heli-Ben, oder? Ich zweifle ...

Bild.de: 23 000 Euro vom Winde verweht: Polizei sperrt A2

Obwohl: 23.000 Euro sind zu wenig, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen ...

Freddie Mac braucht mal wieder Geld II

Als kleine Updates zu meiner Zahl des Tages vom letzten Sonntag (Zahl des Tages (10.05.09): 27.250.000.000) liefert nach Fannie Mae und AIG jetzt auch der dritte große verstaatlichte US-Finanzkonzern (wieder einmal) tiefrote Zahlen:

Nach knapp 10 Milliarden Dollar Minus braucht Freddie Mac noch einmal über 6 Mrd. neues Geld vom Staat, um die Pleite zu verhindern.

Fass ohne Boden ...

Marketwatch: Freddie reports quarterly net loss of $9.9 billion
Handelsblatt: Freddie Mac braucht schon wieder Milliarden
Spiegel: Freddie Mac verliert fast zehn Milliarden Dollar
Tagesschau: Freddie Mac braucht mehr Geld vom Staat

:-) Etwas Apple Spaß

Ich mag die Spots.





Update (23:40)

Har har ...
Geek and Poke: Windows Mobile Multi-Touch

Dienstag, Mai 12, 2009

GM Aktie auf dem Kursniveau von 1933(!)

Wäre auch ne schöne Zahl des Tages gewesen ... Aber da die Aktie nur noch 1,09 kostet, habe ich mit "General Motors Aktie ein Penny-Stock" schon die nächste Zahl des Tages in der Hinterhand ;-)

Den Kurssprung an dem Tag, an dem das Sanierungskonzept vorgestellt wurde, habe ich sowieso nie verstanden ... (Zahl des Tages (27.04.09): 1%)

Marketwatch: GM shares revisit Great Depression levels

Olaf von Traders Quest wird jetzt anmerken, dass die Aktie inkl. Dividenden noch nicht wieder auf dem Niveau von 1933 ist. Da ich die Zahlen zur Dividende aber nicht habe, hoffe ich, dass Olaf sie mir liefert :-)


Update (22:32)

Der Spiegel hatte es auch schon:
Spiegel: GM-Aktie stürzt auf 76-Jahres-Tief

Update 2 (23:55)

Die FTD auch:
FTD: GM-Aktien so billig wie zuletzt 1933

Zahl des Tages (12.05.09): -22,6%

Mal wieder China.

In China wurde für das erste Quartal ein Wachstum von 6,1% gemeldet. Dies war zwar der schlechteste Wert seit 17 Jahren, aber noch etwas besser als ich es erwartet hätte. Angesichts des sinkenden Stromverbrauchs hatte ich einen noch stärkeren Einbruch befürchtet.

Auch ein anderer Indikator zeigt Schwäche an. Die Exporte sinken und das schon den sechsten Monat in Folge. Gegenüber dem Vorjahresmonat gingen die Exporte im April um

22,6%

zurück. Das ist noch einmal deutlich mehr als im März, in dem die Exporte "nur" um 17% im Minus lagen. Auch der Exportüberschuss sinkt immer weiter: Von 18,5 Milliarden Dollar im März ging es auf 12,9 Mrd. Das sind schon beeindruckende Zahlen, vor allem für ein Land, das so exportabhängig ist wie China.

Die Chinesen haben die Gefahr früh erkannt und mit einem (verdammt großen, etwa 25% des BIPs) Konjunkturprogramm gegengesteuert. Das entfaltet auch seine Wirkung; der Binnenkonjunktur geht es gut. Die Investitionen in Infrastruktur (Häfen, Straßen, etc.) sind deutlich gestiegen und das, obwohl erst gut ein Drittel des Gesamtvolumens des Konjunkturpakets bewilligt wurde.

China ist definitiv ein interessantes Untersuchungsobjekt für die Wirksamkeit von Konjunkturprogrammen. Alle, die jetzt hoffen, dass ich auf einmal pro Konjunkturprogramme bin, muss ich enttäuschen. Das aus zwei Gründen:

i) In China ist das Investment in die Binnenkonjunktur allein schon deshalb sinnvoll, weil China dieses hohe Handelsbilanzplus hat (bzw. zum Teil hatte) und das ganze angehäufte Geld auch irgendwann einmal ausgegeben werden muss. Die Stärkung der chinesischen Binnenkonjunktur sorgt schließlich für eine nachhaltige Senkung der weltweiten Ungleichgewichte.
ii) Der chinesische Staat schwimmt im Geld und kann sich ein derartig großes Konjunkturprogramm leisten. Das ist in Ländern wie Deutschland, in denen der Haushalt auch in Jahren mit 3% Wachstum nicht ins Plus kommt, anders und daher sehe ich hier Konjunkturprogramme wesentlich skeptischer.

Marketwatch: China export data reveals further deterioration in April
Handelsblatt: Lage für Chinas Exportwirtschaft bleibt düster

Update (13:41)
FTD: Wachstumsmotor China stottert

Wieso diskutiert überhaupt jemand über die Schuldengrenze?

Hat die Frankfurter Rundschau kein besseres Thema für einen Kommentar gefunden?

Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass die Schuldenbremse irgendwas bewirkt? Die Maastricht-Regeln hält doch auch niemand ein. Und in die Schuldenbremse ist der "wirtschaftliche Ausnahmefall" sogar schon eingebaut. Und den kann man nach Belieben ausrufen und dann wieder fleissig Schulden machen ...

Dieses Jahr liegt die offizielle Schätzung für die Neuverschuldung bei -3,9, für das nächste Jahr schon bei -5,9% des BIPs. Erlaubt wären nach den Maastricht-Kriterien eigentlich nur 3%. Beide Zahlen sind übrigens wahrscheinlich schon wieder überholt und werden wohl höher ausfallen ( (Zahl des Tages (07.05.09): +80.000.000.000). Das zweistellige Milliardenminus in der Bundesanstalt für Arbeit deutet die Löcher in den diversen Schattenhaushalten schon an. Das war Regel Nummer 1, die permanent verletzt wurde.

Regel Nummer 2: Die Neuverschuldung darf die Investitionen nicht übersteigen. Diese Regel galt quasi schon immer (Grundgesetz IIRC) und auch daran hat sich die Politik im Zweifelsfall nicht gehalten ...

Wieso sollten die -0,5% der Schuldenbremse, die dritte dieser Regeln, irgendwas bewirken? Im Ausnahmefall ( also alles mit Wirtschaftswachstum von weniger als einem Prozent ) wird die Schuldengrenze doch eh geriessen. Oder glaubt jemand, dass sich irgendein Politiker 2015 an diese Regel seiner Vor(vor)gänger gebunden fühlen wird?

Der Nachhaltigkeitsfaktor der Rentenreforum aus dem Jahr 2004 hat auch keine 4 Jahre gehalten ...

FR: Bei uns in Absurdistan

Montag, Mai 11, 2009

Fake-Gewinn Nr. 5: HSBC

Nur kurz eine Ergänzung der Serie ...

Die HSBC hat satte 6,6 Mrd. Dollar aus der Abwertung der eigenen Schulden gezogen. Aber immerhin hat die HSBC auch ohne diese offensive Buchführung noch Geld verdient. Daher ist die Überschrift eigentlich leicht irreführend. Die Höhe des Gewinns steht noch nicht fest, da die Zahlen vorläufig sind.

Marketwatch: HSBC profit boosted by gain on own debt

Handelsblatt: HSBC enttäuscht mit Ausblick

Zahl des Tages (11.05.09): 19,9%

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UPDATE (12.05.09)

Die Zahl von 19,9% ist kompletter Mist. Das BIP der USA beträgt etwa 14 Billionen und damit sind 1,8 Billionen keine 19.9%. Das merkte Thomas in den Kommentaren an (Danke!).

Da der Spiegel (wie alle klassischen Journalisten keine Quellen mitliefert (ist scheinbar Geheimwissen oder soll welches sein), musste ich etwas wühlen. Auf der Website der CBO war nichts zu finden (letzter Budget Report). Reuters hat aber die Meldung, aus der der Spiegel die Nachricht gestrickt hat. Ich verlinke die jetzt aber auch nicht, ist geheim. Nee ernsthaft: Reuters: WRAPUP 3-White House forecasts higher U.S. budget deficit

Und darin steht auch das BIP-Minus und das beträgt 12,9%. Die 19,9% sind also wahrscheinlich ein Tippfehler.

So und das ist jetzt meine korrigierte Version. Beim Spiegel steht der Mist wahrscheinlich noch in 10 Jahren ;-)
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Vor gut drei Monaten waren es noch 1,75 Billionen (Zahl des Tages (26.02.09): 1.750.000.000.000), inzwischen sind es schon 1,8 Billionen Dollar. Erschreckend, dass dieser zuwachs in Nachkomma-Stellen versackt und kaum noch auffällt. Dabei geht es immerhin um eine Differenz von 50 Mrd. Dollar, eine Summe, die deutsche Politiker (und mich) schon leicht nervös machen würde, selbst wenn es die gesamte Neuverschuldung wäre ...

Da ich hier in den letzten Tagen ein paar Mal auf das deutsche Haushaltsdefizit eingegangen bin (Zahl des Tages (07.05.09): +80.000.000.000, Zahl des Tages (01.05.09): -3,9%), ist ein Blick auf die Neuverschuldung relativ zum BIP als Orientierungspunkt interessant. Die 3%-Grenze nach Maastricht ist in Deutschland ja jedem bekannt. Und bei 10%-Haushaltsminus wie in Großbritannien oder Irland wird man unruhig. Aber die USA werden im aktuellen Haushaltsjahr (noch bis Ende September 09) nach der aktuellen Schätzung ein Minus von

19,9%

des BIPs einfahren und toppen damit alles in Europa.

Ich schätze dass spätestens mit dieser Zahl auch deutlich wird, dass die Diskussionen um das Triple-A-Rating der USA nicht nur reine Hirngespinste sind. Bei 20% Minus steigt der Schuldenstand schon extrem rasant an ...

Spiegel: US-Defizit steigt auf 1,8 Billionen Dollar

Pharmaindustrie + Wissenschaftsverlage == Sumpf!

Harte Story, die ich jetzt nicht mehr ausformuliere, weil der Artikel schon online ist, da ich an der falschen Stelle auf "Return" gedrückt habe ...

Die Geschichte ist aber wichtig, daher eine kurze Version:

Die Pharmaindustrie benötigt permanent positive Studien für ihre Produkte. Dass die Pharmaindustrie diese Ergebnisse fett promotet und die anderen Ergebnisse gerne unter den Tisch fallen lässt, ist nachvollziehbar. Dass sich immer Wissenschaftler finden, die sich ihre Ergebnisse "zurechtbiegen" lassen, ist auch bekannt.

Etwas Neues ist es aber, wenn ein "profilierter" Wissenschaftsverlag wie Elsevier im Auftrag des Sponsors ein Magazin auflegt, das die positiven Studien sammelt und an die Ärzte verteilt. Das kommt dann im pseudoneutralen Mantel einer wissenschaftlichen Publikation und ist am Ende nichts als reine Promotion ...

Von diesen "Magazinen" gab es übrigens 6. Es war also kein einmaliger Ausrutscher und kein Zufall :-(

Guardian: The danger of drugs … and data

gefunden über Slashdot: More Fake Journals From Elsevier

Update (17:31)

Jetzt hat der Spiegel die Story auch:

Spiegel: Elsevier ließ Pseudo-Fachblätter von Pharmafirmen bezahlen

Die Einschätzung als "Peinliche Panne" finde ich aber etwas arg beschönigend ...

Update (12.05.09)

Übrigens gärt die Geschichte schon seit über einer Woche:
Bioethics: Merck Makes Phony Peer-Review Journal

Am Anfang was es aber nur ein Magazin, inzwischen sind es 6.

Die Diskussion ist übrigens auch ganz spannend in Hinsicht auf die Diskussion über "Open Access" zum kostenlosen Publizieren von wissenschaftlichen Ergebnisse. Hier behaupten die Wissenschaftsverlage gerne, dass sie eine unersetzbare Rolle in der Qualitätsprüfung bei der Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse haben. Die Nummer von Elsevier passt dazu nunmal gar nicht ...

Update (15.05.09)

Heute hat's auch Telepolis:

Telepolis: Elsevier-Skandal weitet sich aus

Stresstestergebnisse optimiert?

Das liest man heute quasi überall (sogar im ARD Videotext auf Tafel 122, also ziemlich prominent). Irgendjemand muss diesen Hype losgetreten haben. Keine Ahnung wer, keine Ahnung wann. Aber solche Mechanismen erschließen sich mir nicht. Aber ich bin froh, dadurch gibt es immer wieder Lücken in der allgemeinen Berichterstattung.

Dabei ist die ganze Aufregung um die optimierten Ergebnisse nicht so neu. Ich habe das zwar nicht gebracht (außer in den empfohlenen Artikeln rechts), aber dass die Ergebnisse den Banken schon lange bekannt waren und diskutiert wurden, war nicht geheim ...

Eachtradingday: Verhandeln wir doch einfach mal das Ergebnis - Banken Stress Test

Ach so: Als Beispiel zur aktuellen Aufregung ein Artikel von N-TV:
N-TV: Stresstest ausgeschachert

Zahl des Tages (10.05.09): 27.250.000.000

Ist es eigentlich Zufall, dass alles, was noch unabhängig ist, relativ unkritisch ist (sagt zumindest der Stresstest), aber alles, was schon verstaatlicht werden musste, ein einziges Desaster bleibt?

a) 4,25 Mrd. Dollar Verlust im 1. Quartal bei der AIG:

Handelsblatt: AIG bleibt ein Verlustloch

b) 23 Mrd. Dollar Verlust und weiterer Kapitalbedarf von 19 Mrd. bei Fannie Mae:

Tagesschau.de: Fannie Mae bittet um weitere 19 Milliarden Dollar
Creditwritedowns: Fannie Mae: a bottomless pit for U.S. taxpayers
Infectious Greed: Fannie and Freddie: Biggest Zombies
FT Alphaville: Prime-time problems for Fannie (mit vielen Details zu den kritischen Hypotheken)

Beide zusammen haben also

27.250.000.000 (27,25 Mrd.) Dollar

Verluste eingefahren - allein im ersten Quartal. Die Zahlen bei den anderen Banken waren (auch wenn ich sie fast alle in die Rubrik "Fake-Gewinne" einsortieren musste), wesentlich positiver.

Auffällig auch, dass Fannie bei 23 Mrd. Verlust 19 Mrd. neues Kapital benötigt. Bei den anderen Banken aus dem Stresstest sollen angeblich 75 Mrd. neues Kapital bei satten 600 Mrd. Verlusten ausreichen( Zahl des Tages (08.05.09): 599.000.000.000).

Ohne jetzt zuuuuu verschwörungstheoretisch zu werden, befürchte ich, dass die Buchführung bei den bereits verstaatlichten Firmen deutlich realistischer ist als bei den noch nicht verstaatlichten. Auch beim Kapitalbedarf scheinen mir die Zahlen bei den verstaatlichten Firmen näher am wirklichen Bedarf zu sein ...

Und wer jetzt endlich mal eine Quelle braucht, die den neuen (und die alten) Stresstest komplett entwertet:

  • Fannie and Freddie: In July 2008, Treasury Secretary Paulson testified that Fannie and Freddie were “adequately capitalized” under the test. In August 2008: “even in [Freddie's] most severe stress tests, [show] losses … less than $5 billion.” Actual losses: 20 to 40 times greater.
  • AIG: ”It is hard for us, without being flippant, to even see a scenario within any kind of realm of reason that would see us losing one dollar in any of those [CDS] transactions.” AIG claimed in 2008 “Using a severe stress test … losses could go as high as $900 million.”
 Actual losses: 200 times greater.


  • IndyMac: Sold over $200 billion of “liar’s loans.” Actual losses: 160 times greater than its tests.
  • Rating Agencies: Their stress tests gave AAA ratings to toxic waste. Actual losses: more than an order of magnitude greater.
aus The Big Lie: Stress Test Optimism Just Wall St. Propaganda, Former Bank Regulator Says
gefunden über: Eachtradingday: Der Wert eines Stress Tests!

Und ich wüsste jetzt mal wirklich gerne, ob die Herabstufungen, die bei Fannie Mae in den einzelnen Hypothekenklassen gemacht wurden, auch in den Stresstests der anderen Banken so gemacht wurden. Es würde mich nicht wundern, wenn sich das "widrigere" Szenario als optimistischer herausstellen sollte, als das was Fannie Mae schon heute in den Bilanzen bereits verarbeitet hat ...

Sonntag, Mai 10, 2009

Monopoly - Die Rezessions-Edition

Sehr schön.

Auf den Straßen steht dann "foreclosed", "evicted" oder Shop-Sale. Auf dem Losfeld sammelt man die Arbeitslosenhilfe ein, etc. Und ein paar lustige Aktionskarten würden mir auch noch einfallen ...

How the Recession Changed the Game of Monopoly

And thus ended capitalism

Wie wahr ...

Dilbert - STRIP FOR May 10, 2009

Samstag, Mai 09, 2009

Zahl des Tages (09.05.09): 3

Hmmm, habe kurz überlegt, die Zahl heute mal ausfallen zu lassen (der Grund kommt unten...). Aber das wäre irgendwie auch doof ...

Also mache ich schnel die

3 (drei)

zur Zahl des Tages.

Ausgefallen wäre die Zahl des Tages heute (fast) wegen der

drei Spieltage, in der Bundesliga, die noch unglaublich spannend werden,
drei Spieltage, in der 2. Bundesliga, die für meinen Verein noch erschreckend spannend werden (MSV, Mainz, und Freiburg :-( ).
drei Flaschen Bier heute beim Grillen und vor allem den
drei Schnäppsen dabei ...

FAZ: Gomez-Viererpack gegen Wolfsburg - Bayern dran

Freitag, Mai 08, 2009

Flowers (Partner) wackelt

Kleine Randnotiz: Ex-Flowers-Partner Grove Ventures hat das Angebot des Bundes bei der HRE angenommen und seine gut 5% angedient ...

So ganz geschlossen sind die Fronten bzw. so ganz klar sind die Einschätzungen wohl doch nicht ...

Übrigens: Im Text ist nirgendwo die Rede davon, dass er auch zu 1,39 das offizielle Angebot angenommen hat. Das denken zwar viele, aber das muss nicht so sein ... Bei Primacom hat auch Kabel Deutschland 12 Euro pro Aktie bekommen, bevor die anderen dann alle 10 bekommen haben ...

Tagesschau: Ex-Flowers-Partner steigt aus HRE aus

US-Arbeitslosigkeit 04/09 von 8,5 auf 8,9%

und damit ist das Niveau das "widrigeren Szenarios" des "Stresstests" schon erreicht (10 Mrd. hier, 10 Mrd. dort). So unglaublich widrig kann das Szenario dann wohl nicht gewesen sein ...

563.000 Arbeitslose kamen im April hinzu. Jetzt sind es 13,7 Millionen.

BLS.gov: Employment Situation Summary

oder alle Details im Exployment 04/09 PDF.

Update (14:42)

Interessant! Die Zahl der NILFs (not in labor force, die nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen) ist gesunken! Und zwar fast um 500.00. Der Anstieg der Arbeitslosenzahl geht also fast ausschließlich auf diesen Faktor zurück. Meine treuen Leser werden die NILF-Diskussion kennen. Diese Zahl wurde in der Krise immer größer und es lag der Verdacht nahe, dass dort frustrierte, aber eigentlich trotzdem Arbeitslose versteckt wurden.

Dass die Zahl jetzt sinkt, kann zwei Sachen bedeuten: Die Arbeitsmarktzahlen sind in den Details deutlich positiver als es die Überschrift anzeigt. Es kann aber auch bedeuten, dass die Arbeitsmarktzahlen im Punkt NILF wenig zuverlässig und aussagekräftig sind.

Die anderen Details, die ich verfolge:

Die Anzahl der Leute, die unfreiwillig nur Teilzeit arbeiten, hat sich kaum geändert. Die Zahl der gearbeiteten Stunden auch nicht.

Die Korrekturen für die Vormonate gab es auch wieder und zwar im Febraur von -651.000 auf -681.000 und im März von 663.000 auf 699.000. Die Monatsvergleich ist also eigentlich 66.000 schlechter ausgefallen ...

Update (15:43)

Die 8,9% sind übrigens ein 26-Jahres-Hoch.

Marketwatch: Dollar down after unemployment hits 26-year high

Warum Mainstreammedien Kacke sind

Weil die allen Ernstes einen Artikel vom 2419.4.09 wiederkäuen, in dem Felix Salmon behauptet hat, dass Deutschland keine vernünftigen Wirtschaftsblogger (bzw. eine funktionierende Wirtschaftsblogosphäre) hat.

Gut, die Süddeutsche Zeitung, die immerhin scheinbar über eine sehr erfolgreiche Contentverkaufsabteilung verfügt, hat das "econo" aus "econoblogosphere" mal schnell weggelassen und damit die Aussage schon völlig unzulässig generalisiert. Und Salmon arbeitet auch nicht mehr für portfolio.com, die sind nämlich eingestellt worden, sondern inzwischen für Reuters ("(Felix Salmon, 37, betreibt mit portfolio.com einen der erfolgreichsten amerikanischen Blogs, der sich mit Wirtschaft und Finanzen auseinandersetzt)" ist also auch Mist. Das hätte man auch mit einem kurzen Blick in das Adressfeld des Browsers feststellen können. Da steht reuters.com drinne ...

Das "Original":
SZ: Zehn Thesen, warum deutsche Blogs nicht funktionieren

Das originale Original:
Felix Salmon: 10 reasons for the lack of German econobloggers

Und unsere Mainstreammedien sind begeistert:

Spiegel: Warum Deutschland Blog-Hemmung hat
FTD: Zehn Gründe, warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren (Klickhuring auf 10 Seiten!)
TAZ: Deutsche Blogs funktionieren nicht

Wahrscheinlich folgen noch ein paar ...

Alle haben einfach übernommen.

Inklusive Fehlern! Ohne Korrektur!
Keine Reflexion. Keine Diskussion.
Nichts ergänzt, nichts in einen Zusammenhang gestellt.
Nicht EIN EINZIGER Bezug auf die deutsche Blogosphäre.
Nicht einmal die Reaktionen in den USA hat man mit eingearbeitet (z.B. diese: Creditwritedowns: The German econblogger space is just fine).
Und dafür waren mehr als 2 Wochen Zeit! (Wieso rege ich mich überhaupt über einen so (k)alten Kaffee auf?)

Dabei war das alles da:

In den USA wurde es diskutiert: Creditwritedowns: The German econblogger space is just fine.

Boersennotizbuch hat es diskutiert (Deutsche Wirtschaftsblogs: Warum so wenig? Sind sie gut?), DieBoersenblogger haben es diskutiert (Boersenblogger: Die Sache mit den deutschen Wirtschaftsbloggern). Ich hab mich zurückgehalten, weil mich diese (introvertierten, blogzentrischen) Diskussionen eigentlich nerven. Das wird den Geruch von "Wir drehen uns nur um uns selbst". Und ehrlich gesagt reicht es mir, wenn die Presse das macht. Den Fehler muss ich als Blogger nicht noch nachmachen ...
Ich habe die Chance genutzt und nicht gejammert, sondern auf einige wirklich gute Blogs hingewiesen: Ein Herz für Blogs. Wenn da noch jemand ernsthaft behauptet, da wäre nichts Interessantes dabei (in den Kommentaren findet man noch ein paar spannende Blogs), verstehe ich es auch nicht.

Wenn man nur eine Quelle zu der von der SZ angezettelten Diskussion lesen will, empfehle ich den folgenden Link. Stefan kann das schöner schreiben und regt sich auch nicht so auf, wie ich gerade ;-)

Niggemeier: Schöner sterben mit dem „SZ-Magazin”

und die ganzen Reaktionen darauf:

Rivva

Mein Fazit: Die deutschen Medien müssen noch viel lernen. Mit einem einfachen Übersetzen von Artikeln kommt man nicht weiter. Die Leute sind heute in der Lage, das englische Original selber zu lesen und auch zu finden. Das ist redundant und dafür zahlt in 2 Jahren niemand mehr einen Cent!

Und wenn jemand wissen will, warum die englischsprachige Blogosphäre funktioniert und die deutsche nicht (wobei ich das letzte noch anzweifeln würde): Weil die englische zitiert wird, auch wenn sie Schwachfug schreibt und die deutsche ignoriert wird, auch wenn sie gute Artikel liefert. Und das liegt nicht an der Blogosphäre, sondern an den Mainstremmedien.

Bekloppt! Alle bekloppt!

Lange nix mehr aus der Ecke verlinkt. Und ein "bischen Spaass musch seihhhn" ...

(es kommt auch etwas Finanzkrise drin vor ...)

WDR2 Kabarett Dieter Nuhr - Bekloppt

Zahl des Tages (08.05.09): 599.000.000.000

So endlich sind die offiziellen Ergebnisse da. Ziemlich spannend zu sehen, dass eigentlich fast alle interessanten Informationen bereits in den letzten Tagen als Gerüchte bekannt wurden.

Die Berechnungen haben ergeben, dass den 19 größten Banken weitere Abschreibungen in Höhe von

599.000.000.000 (599 Mrd.) Dollar

drohen.

Ich gebe zu, dass ich damit die eigentliche Zahl des Tages künstlich versteckt habe, weil die Zahl überall stand und dann hätte die Überschrift ja keine Spannung mehr aufgebaut ...
Aus den Verlusten von knapp 600 Mrd. Dollar errechnet sich ein zusätzlicher Kapitalbedarf der 19 größten Banken von

74.600.000.000 (74,6 Mrd.) Dollar

und das ist weniger als erwartet/befürchtet, insbesondere wenn man bedenkt, dass allein die BofA fast die Hälfte davon verschlingt. Die Banken, die einen Kapitalbedarf haben, werden es trotzdem nicht ganz so einfach haben, weil die Löcher teilweise relativ groß sind. Aber zumindest teilweise können die auch einfach Fremdkapital in Eigenkapital umwandeln - Glücklich ist die Bank, die dem Staat schon in die Taschen gegriffen hat ...

Die Liste der Banken spare ich mir. Das meiste hatte ich gestern Abend schon (Stresstestergebnisse sind da (sort of) ... 65 Mrd. Kapitalbedarf insg.). Obwohl da kann ich ja einfach kopieren ;-) Also hier ist die Liste nochmal.

Zuerst die, die (zumindest nach den Berechnungen und Annahmen des Stresstests) unkritisch sind:

American Express Co.: kein Kapitalbedarf
Bank of New York Mellon Corp.: kein Kapitalbedarf
BB&T Corp.: kein Kapitalbedarf
Capital One Financial Corp.: kein Kapitalbedarf
Goldman Sachs Group Inc.: kein Kapitalbedarf
J.P. Morgan Chase: kein Kapitalbedarf
MetLife: kein Kapitalbedarf
State Street Corp.: kein Kapitalbedarf
U.S. Bancorp: kein Kapitalbedarf

Grund für Aktivität besteht hingegen bei folgenden Banken/Instituten:

Bank of America: 33,9 Mrd. Dollar

Die BofA plant eine Kapitalerhöhung (17 Mrd) und den Verkauf von Beteiligungen (10 Mrd) und 7 Mrd. über "andere Maßnahmen".

Handelsblatt:Bank of America fehlen 34 Milliarden Dollar

Citigroup: 5,5 Mrd.

Die Citigroup plant, das Loch über eine normale Kapitalerhöhung zu decken.

(Gestern wurde übrigens noch über ein 50 Mrd. Loch spekuliert. Das erschien mir aber gestern schon etwas arg groß ...FT Alphaville: Citi, BofA have biggest shortfalls)

Fifth Third Bancorp: 1,1 Mrd.

noch keine Maßnahmen bekannt

GMAC (General Motors Finanzarm): 11,5 Mrd.

Hier habe ich noch nichts gehört. Das dürfte eine eher schwierigere Aktion werden.

Update: Das WSJ spekuliert auf den Staat: WSJ: A New Vehicle for Uncle Sam?

KeyCorp: 1,8 Mrd.

noch keine Maßnahmen bekannt

Morgan Stanley: 1,5 Mrd.

Morgan Stanley hat bereits eine neue Anleihe über 3 Mrd. begeben und verzeichnet eine hohe Nachfrage. Außerdem soll eine Kapitalerhöhung im Volumen von 2 Mrd. Dollar durchgeführt werden.

Update: Die KE wurde auf 3,5 bis 4 Milliarden aufgestockt und die Anleihe auf 4 Mrd. Dollar: Handelsblatt: Morgan Stanley sammelt acht Milliarden ein

PNC Financial Services: 0,6 Mrd.

noch keine Maßnahmen bekannt

Regions Financial: 2,5 Mrd.

noch keine Maßnahmen bekannt

SunTrust Banks: 2,2 Mrd.

noch keine Maßnahmen bekannt

Wells Fargo: 13,7 Mrd.

Dazu habe ich auch noch nichts gehört. Könnte die zweite kritische Nummer neben GMAC werden.
Haben wohl doch schon gestern angekündigt, eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 6 Mrd. durchzuführen:
Marketwatch: Wells Fargo to sell $6 billion in common stock


Die allgemeinen Übersichten:

Handelsblatt: Stresstest: Erleichterung in der Finanzwelt
Tagesschau: US-Großbanken brauchen noch einmal 75 Milliarden Dollar

Eine sehr ausführliche Analyse (jede Bank auf einer Seite) gibt es in der FTD. Darin findet man auch relativ viele Wenns und Abers, die Höhe des Risikos, etc.
FTD: Wie die Banken beim Test abschnitten

Oder wer's wirklich wirklich nicht wiedergekäuft haben will: Das Original: Fed: The Supervisory Capital Assessment Program: Overview of Results (PDF)


Übrigens: Wenn jemand Kapitalmaßnahmen mitbekommt, bitte ich um einen Hinweis. Ich werde die oben im Artikel ergänzen.

Update (15:05)

Sehr gute Übersichtstabelle in der NYT:

NYT: Results of the Bank Stress Tests

gefunden über Boersennotizbuch: Stress Tests: Ergebnisse. 74,6 Mrd. Dollar zusätzlicher Kapitalbedarf. 599 Mrd. Dollar Abschreibungsbedarf

Update (17:00)

KE bei Wells Fargo ergänzt.

Morgan Stanley hat das Volumen erhöht.

Beide Nachrichten siehe oben.

Donnerstag, Mai 07, 2009

Stresstestergebnisse sind da (sort of) ... 65 Mrd. Kapitalbedarf insg.

Leider nur für Abonnenten:

WSJ: Raising Capital After Stress Tests

Und wirklich offiziell ist das auch noch nicht, eher eine Sammlung der aktuellen Schätzungen/Gerüchte/...

American Express Co.: kein Kapitalbedarf
Bank of America Corp.: 34 Mrd. Dollar
Bank of New York Mellon Corp.: kein Kapitalbedarf
BB&T Corp.: kein Kapitalbedarf
Capital One Financial Corp.: kein Kapitalbedarf
Citigroup Inc.: 5 Mrd.
Fifth Third Bancorp: unklar
GMAC (General Motors Finanzarm): 11,5 Mrd.
Goldman Sachs Group Inc.: kein Kapitalbedarf
J.P. Morgan Chase: kein Kapitalbedarf
KeyCorp: unklar
MetLife Inc.: unklar, wahrscheinlich kein Kapitalbedarf
Morgan Stanley: 1,5 Mrd.
PNC Financial Services: weniger als 1 Mrd.
Regions Financial: braucht Geld, unklar wieviel
State Street Corp.: kein Kapitalbedarf
SunTrust Banks: ein paar Milliarden
U.S. Bancorp: kein Kapitalbedarf
Wells Fargo: 13 Mrd.

So we'll see ...

Zahl des Tages (07.05.09): +80.000.000.000

Das ging ja schnell:

1. Mai 09: Zahl des Tages (01.05.09): -3,9%

3,9% Staatsdefizit = 50 Mrd. Neuverschuldung

Darin von mir geunkt:

"An anderer Stelle sind auch schonmal bis zu 80 Mrd. Euro in die Diskussion geworfen worden."
Und in den Kommentaren von Thomas (Miscellaneous economic ramblings):
"Ich würde mal ganz frech behaupten: Es werden mit sehr großer Wahrscheinlichkeit mehr als 3,9 % sein."
Und schon heute ist das quasi offiziell aus dem Munde von Peer Steinbrück:
"[dass der Bund] wahrscheinlich in eine Nettokreditaufnahme hineingeht von sage und schreibe über 80 Milliarden Euro"
(gut der Satz ist schwachsinnig zitiert, aber ich finde leider kein besseres Zitat).

Übrigens lag die letzte Schätzung bei 36,8 Mrd, die vorletzte bei 18,4. Die Geschwindigkeit ist vorsichtig gesagt etwas erschreckend ... Aber immerhin: dass die nächste Schätzung bei 160 Mrd liegt, ist dann doch unwahrscheinlich ...

Wo sind nochmal alle die, die noch größere Konjunkturprogramme fordern?

Tagesschau.de: Steinbrück auf dem Weg zum Rekordschulden-Macher

Der Öpel Trabbi kommt!

(weiss jetzt schon, dass kein Artikel aus dem RSS-Feed so häufig durchgeklickt wird wie dieser ;-) ).

Opel plant angeblich ein Billigauto (ich dachte, das wäre das, was die schon verkaufen ...). Und der Name dafür: Trabant. Ach nee: Wartburg (ich fand die Überschrift so besser).

Produktionsstandort soll Eisenach sein. Ein Billigauto aus Deutschland? Hört sich alles nicht wie die beste Idee der Welt (TM) an ...

Handelsblatt: Opel, ein Billigauto und der Name Wartburg

Präsentiert wurde Ihnen diese Idee von General Motors, dem Konzern, der gerade mal wieder 6 Mrd. Dollar Miese eingefahren hat. Nicht im letzten Jahr - nein, denen reicht ein einziges Quartal dafür ...

FAZ: General Motors mit 6 Milliarden Dollar Verlust

Update (17:35):

Übrigens hat GM den Umsatz halbiert. Das liest man bei einer solch großen Firma auch nicht alle Tage ...

Update (18:18):

Ich hätte einen Namensvorschlag in Anlehnung an die alten Opel-Namen Kapitän, Admiral, etc.

Wartburg Generalsekretär ;-)

Andere Ideen?

Update (22:54)

Man beachte die Logos (dank an wolfram, der den Kommentar hinterlassen hat):



Update (11.05.09)
Extrem lustig:

Top Gear - Communist cars part 1/2

Top Gear - Communist cars part 2/2

EZB Leitzins -0,25% auf 1%

Neues Rekordtief.

Handelsblatt: „Zaghafte Anzeichen einer Stabilisierung“

Update (15:43):

Huch, der Artikel ging zu früh online; wollte eigentlich noch was zu Bank Of England schreiben. Diese ist ja bekanntlich am Ende der Zinsmöglichkeiten angekommen und kauft jetzt (ich bin fast geneigt zu sagen "wie verrückt") Anleihen am Markt auf. Heute wurde das entsprechende Programm, unter dem Begriff "quantitative easing" bekannt, um weitere 50 Mrd. Pfund auf jetzt 125 Mrd. Pfund aufgestockt. Dem Zinsniveau hat das wenig geholfen. Am langen Ende fangen die Zinsen bereits wieder an zu steigen ...

Marketwatch: ECB, Bank of England plan $150 billion bond boost

Update (17:32)


Ich hab's in den Kommentaren schon angesprochen. Die Anleihenkurse sinken aus zwei Gründen: a) Das Angebot ist *riesig* (irgendwoher muss der Staat ja seine Schulden holen) und b) spielen die Anleger wieder die Inflationskarte. Sicheres Zeichen dafür: Gold steigt: Marketwatch: Gold rises as ECB rate cut raises inflation worries

47,31% der HRE gehören dem Bund

Das ist das amtliche Endergebnis ;-) des Übernahmeangebots. Damit hat der Bund auf der nächsten Hauptversammlung die Mehrheit, denn es kommen ja nie alle Aktionäre.

Ob das wirklich "Freie Bahn" bedeutet, wie das Handelsblatt textet, weiss ich nicht. Gab es nicht einige Sachen, die mit 75% Mehrheit beschlossen werden müssen? Für den Squeeze Out braucht man auf jeden Fall 95%.

Die Kapitalerhöhung kann man mit einfacher Mehrheit beschließen. Aber um über Kapitalerhöhungen auf die 95% zu kommen, müsste die schon ziemlich kräftig ausfallen. Will der Bund das? Und was ist, wenn die anderen Aktionäre (Flowers) bei den Kapitalerhöhungen einfach mitziehen? Eine KE unter Ausschluss des Bezugsrechts ist ja nicht so einfach. Gut, man kann dem Flowers den Spaß verderben, indem man die KE zu völlig überzogenen Preisen durchführt. Aber damit würde der Bund die Firma auch wertvoller machen und wenn Flowers dann am Ende gegen den Squeeze Out klagt, bekommt er dann möglicherweise mehr Geld.

So ganz durch ist die Nummer noch nicht ...

Handelsblatt: Bund hat freie Bahn bei Hypo Real Estate
Spiegel: Bund sichert sich rund 45 Prozent der HRE
FAZ: Ziel verfehlt, Steinbrück zufrieden

Lustig übrigens auch, dass die Aktie heute wieder 1,80 kostet (gestern sogar teilweise über 2 Euro). Da dürften Einige zweifeln, ob es klug war, das Abfindungsangebot anzunehmen. Immerhin hätte man heute 20 oder 30% mehr bekommen können ...

Update (18:23)

a) Hinweis auf die Kommentare.
b) Weiss jemand, ob die 50% für eine KE ausreichen? Eigentlich braucht man ja 75%.
c) Die FAZ findet, dass die Aktion erfolgreich war. FAZ: Wirksame Drohung
Ich bin mir (wie gesagt) nicht sicher, dass ab jetzt alles problemlos ist und ich bin mir auch nicht sicher, ob es am Ende bei den 1,39 bleibt oder ob der Staat hier nochmal (u.U. kräftig) nachlegen muss. Die Nummer wird der Steinbrück nicht bezahlen, sondern irgendein andere, der in 10 Jahre der Dumme ist. Und darauf spekulieren ist auch schwierig, immerhin spekuliert man gegen denjenigen (den Staat), der im Notfall an den Gesetzen drehen kann ...

Update (22:45)

Etwas mehr Klarheit (dank eines leider anonymen Kommentators; du hättest berühmt werden können ;-) ):

im "finanzmarktstabilisierungsbeschleunigungsgesetz" vom 8.april 09 steht des rätsels lösung.

unter §7 abs 3: (...) bedarf der Beschluss einer Mehrheit, die mindestens zwei Drittel der abgegebenen Stimmen oder des vertretenen Grundkapitals umfasst. Die einfache Mehrheit reicht, wenn die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist. (...)

zum thema einfache mehrheit und

unter §12 Abs 3, 1: (...) des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes betragen jeweils 90 Prozent. (...)

quelle: http://www.bgbl.de/Xaver/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl
Also die KE geht, weil die Hälfte des Grundkapitals wohl da sein wird (Der Bund hat ja schon knapp 48%).

Ob allerdings das Bezugsrecht ausgeschlossen werden wird, ist mir noch nicht klar (ich kann die Datei nicht öffnen. .xav, was ist das denn?)

Infineon will Anleihen zurückkaufen ...

Und zwar nicht zu 100%, sondern nur zu 75% des Nennwerts. Das werden aber wohl trotzdem ein paar Anleger annehmen, denn die Kurse vorher lagen nur bei 65%.

Ich weise darauf hin, denn diese theoretische Möglichkeit war hier schon mal Thema. Und zwar im Zusammenhang mit der Bilanzierung der Banken, die den Wertverlust der eigenen Anleihen in der Bilanz aktiviert haben und so ihre Schulden reduzieren konnten (und einen Sondergewinn erzeugen konnten). Ausführlich erklärt habe ich das hier: Citigroup mit 1,6 Mrd. Fake Gewinn, gemacht hat es aber auch die BofA: Bank of Amerika mit 4,2 Mrd. Fake Gewinn.

Damals habe ich darauf hingewiesen, dass genau das, was Infineon jetzt macht, die theoretische Basis ist, mit der diese Bilanzierungsmöglichkeit begründet wird. Trotzdem halte ich es für falsch, diese Verbuchungsmöglichkeit "hellseherisch" zu ermöglichen. Wenn die Firma einen vorzeitigen Schuldenrückkauf erfolgreich durchgeführt hat, kann das selbstverständlich aktiviert werden, aber vorher halte ich die Verbuchung für etwas arg optimistische Buchführung.

Heise: Infineon will eigene Anleihen in großem Stil zurückkaufen

Update (12.05.09)

Das Programm ist am Ende doch wesentlich kleiner ausgefallen als ursprünglich geplant. Es sind am Ende nur Anleihen im Wert von knapp 40 Millionen (entspricht 52,5 Millionen Nennwert) zurückgekauft worden.

Infineon kauft weniger Anleihen zurück als geplant

Update 2 (12.05.09):

Peinlicher Fehler in der Ad-Hoc-Meldung dazu. Außerdem scheint der Finanzchef von Infineon so an und an Zahlen durcheinander zu werfen. So unwichtige wie Nennwert und den Kurswert der eigenen Anleihen ...

FTD: Schwarzer Montag für Infineon

Mittwoch, Mai 06, 2009

Zahl des Tages (06.05.09): 5

Hmm, eigentlich war heute als Zahl des Tages irgendeine große Zahl aus dem Stresstest geplant. Aber jetzt um 23:45 gebe ich auf ...

Daher mal was aus deutschen Landen. Heute hat Standard & Poors das Rating von

5

Landesbanken auf einen Streich reduziert.

Und das direkt ziemlich kräftig. Bayern LB, HSH Nordbank und West LB sind jetzt nur noch BBB+ (die drittletzte Stufe mit Investmentqualität). LBBW und Nord LB sind jetzt auf „A-“. Die einzige nicht herabgestufte Landesbank ist die Helaba, die auf A blieb. Damit hat die Helaba jetzt die Krone von der LBBW übernommen.

Was relativ überraschend ist, denn immerhin waren das alles mal ziemlich hoch bewertete Institute. Die Bundesländer und die Sparkassen als Eigner haben für die hohen Noten gesorgt.

Die Banken äußerten Unverständnis. S&P konterte, dass ohne diese solventen Eigner die Noten noch (spürbar) schlechter wären. Zumindest das Trio mit BBB+ wäre dann wohl Junk ...

FAZ: Landesbanken verlieren an Kreditwürdigkeit


Update (07.05.09)

Das Handelsblatt hat auch was zum Thema:

Handelsblatt: S&P düpiert Landesbanken

Was für ein unverdientes Weiterkommen ...

3 Elfmeter nicht gegeben ...

Spiegel: "Der schlechteste Schiedsrichter meiner Karriere"

Update (11.05.09)

Rasenschach.eu: Beeinflussen statt Leiten…

BofA braucht 35 Mrd. Dollar

(Wahrscheinlich) Vorläufiger Abschluss der Serie: Wer braucht wieviel Geld - Folge BofA.

Heute Nacht sickerte durch, dass die BofA nicht 70 (wie befürchtet, siehe auch BofA und Citi: Wir brauchen mehr Geld! (Udpate!))), aber auch nicht nur 10 (was eigentlich auch noch zu viel ist, um hier "wie erhofft" zu schreiben (siehe auch 10 Mrd. hier, 10 Mrd. dort)) Milliarden Dollar braucht, sondern 35 Milliarden Dollar. Das berichtet zumindest das Wall Street Journal.

Dabei hat die Bank of America schon 45 Mrd. Dollar vom Staat erhalten, den überwiegenden Teil im Zusammenhang mit der Übernahme von Merrill Lynch. Für den Chef der BofA Kenneth Lewis sind das keine guten Nachrichten. Er hat in der vergangenen Woche schon seinen Doppelposten aus Aufsichtsratsvorsitzendem (ist er jetzt nicht mehr) und CEO verloren (Handelsblatt: Alter Weggefährte soll Lewis retten, Spiegel: Aktionäre entmachten Chef der Bank of America). Der Druck, der dabei spürbar wurde, dürfte nun noch größer werden ...

Die Marktkapitalisierung der Bank of America beträgt übrigens nach der Hausse der letzten Wochen wieder knapp 70 Mrd. Dollar. Das würde es (zumindest theoretisch) ermöglichen, den Kapitalbedarf über eine Kapitalerhöhung um gut 50% zu decken.
Man wird dabei übrigens den Verdacht nicht los, dass die Kurse nach oben gezogen werden (womöglich sogar mit Unterstützung des Staats), um dann am Top eine Kapitalerhöhung durchzuziehen.

WSJ: BofA Faces $35 Billion Gap
Handelsblatt: Bank of America erschreckt Bankenbranche


(In Deutschland schreiben übrigens alle 34 Mrd Dollar, keine Ahnung warum. Das WSJ (und daher stammt wohl die Info) sprich von 35. Nicht dass die Milliarde so wahnsinnig wichtig wäre, aber trotzdem komisch)

Update (23:42)

Ganz interessante Rechnung im Handelsblatt, die aus den 34 Mrd. Eigenkapitalbedarf weitere Abschreibungen von 100 Mrd errechnet

Handelsblatt: Was steckt hinter dem 34-Milliarden-Dollar-Engpass?


Update (07.05.09):

Das WSJ hat den Artikel aktualisiert und dort stehen jetzt auch 34 Mrd. Ein gaaaanz klein wenig mehr Klarheit ist doch auch mal schön ...

Dienstag, Mai 05, 2009

Zahl des Tages (05.05.09): 10

Die Stresstests waren ja schon ein paar Mal Thema hier (10 Mrd. hier, 10 Mrd. dort, Zahl des Tages (28.04.09): 17, BofA und Citi: Wir brauchen mehr Geld! (Udpate!), Zahl des Tages (20.04.09): 16). Einmal sind 16 Banken Pleite, einmal 17, einmal braucht die BofA 70, einmal 10, ...

Langsam nähern wir uns dem Ergebnis ...

Heute sind die Ergebnisse der Untersuchung an die Banken gegangen. Daher kann man annehmen, dass die Gerüchte konkreter werden und der Wahrheitsgehalt steigt.

Jetzt geht es um

10

(der 19 größten) Banken, die neues Eigenkapital benötigen. Angeblich waren es zwischenzeitlich auch mal 14 Banken. Die vorläufigen Ergebnisse werden schon seit über einer Woche mit den betroffenen Banken diskutiert. Dabei haben es scheinbar 4 Banken geschafft, die Bedenken der Fed zu zerstreuen.

Am Donnerstagabend wissen wir dann endlich mehr. Ich werde mich bemühen, daraus keine neue Zahl des Tages mehr zu machen ...

FAZ: Banken brauchen viel frisches Kapital

WSJ: More Banks Will Need Capital

Übrigens prüft die Ratingagentur gerade die Bonität der US-Banken. 22 Banken stehen auf jetzt auf Ausblick negativ und damit droht mit einer Fifty-Fifty-Wahrscheinlichkeit eine Herabstufung.

Handelsblatt: S&P prüft US-Banken

Bund gehören 41% an der HRE

So, das Übernahmeangebot des Staats für die Hyporealestate ist gestern Nacht abgelaufen und das Ergebnis nicht wirklich überzeugend ... Die 41 Prozent, die der Bund jetzt hat, sind nicht einmal die einfache Mehrheit und weit weg von den 75%, die man für eine Quasi-Kontrolle der HRE bräuchte ... Der Stand ist zwar von gestern, 17.30 Uhr und es kann noch etwas nachtröpfeln. Ich befürchte aber für den Bund, dass es nicht sonderlich viel ist, denn nach 17:30 geht bei den Banken nicht mehr viel.

Interessant auf jeden Fall, dass Flowers (scheinbar) nicht nur geblufft hat, sondern wirklich hart beim Nein bleiben will.

Bin gespannt, was der Bund jetzt als Nächstes macht. Ob er wirklich die Enteignung wagt? Die Klagen (u.a. von Flowers) gegen die Enteignung liegen ja schon fertig in der Schublade.

Tagesschau: Die HRE wird immer staatlicher

Montag, Mai 04, 2009

Zahl des Tages (04.05.09): 0,00

Ich wollte mich mal herzlich bedanken für die vielen Einkäufe, die im April über den "Unterstützt diesen Blog und starte deinen Amazon-Einkauf hier" durchgeführt wurden. Dabei sind satte

0,00 Euro

herumgekommen.

Dann gibt's demnächst halt Hundefutter statt Pâté ... Schmeckt zwar nicht so toll, aber scheint immerhin nicht auf den ersten Bissen erkennbar zu sein ...

Freakonomics: Recession Relief for Pâté Lovers

Nippelgate reloaded ...

Hat Amerika keine anderen Probleme?

WSJ: Court Throws Out Ruling on Janet Jackson

10 Mrd. hier, 10 Mrd. dort

Keine Ahnung, was dieses bruchstückhafte Leaken der Stresstestergebnisse soll. Und warum niemand vorher dran gedacht hat ... Es ist doch klar, dass in diesem Business, in der jedes Informationshäppchen Millionen wert sein kann, so gut wie nichts geheim bleibt. Spätestens dann, wenn man Hilfe von außen benötigt ...

So wie jetzt (scheinbar) die Citigroup und die Bank of America Hilfe brauchen. Bei beiden sollen die Ergebnisse des Stresstest einen neuerlichen Kapitalbedarf von etwa 10 Mrd. Dollar ergeben haben. Die Zahlen für die Citigroup sickerten bereits am Freitag ins WSJ, für die Bank of America "erst" heute. Bei der Bank of America sollen es übrigens mehr als 10 Mrd. Dollar sein ("well in excess of 10 billion"), für die Citigroup "up to" 10 billion.

Der gesamte Kapitalbedarf der 19 größten Banken wird aktuell auf 100 bis 150 Mrd. geschätzt. Hoch auf der Liste soll u.a. auch Wells Fargo stehen. Am Donnerstag wissen wir dann (vielleicht) mehr.

Spannend wird dann auch zu sehen, ob der neue Kapitalbedarf nach dem "wahrscheinlichen" oder dem "widrigeren" Szenario errechnet wurde. Da ich die Parameter (IIRC) noch nicht gebracht habe, hole ich das hiermit schnell nach:


BIP 2009 -2,0 (-3,3%)
BIP 2010 +2,1 (+0,5%)
Arbeitslosenquote 2009 8,4% ( 8,9%)
Arbeitslosenquote 2010 8,8% (10,3%)
Immobilienpreise 2009 -14% (-22%)
Immobilienpreise 2010 -4% (- 7%

Die erste Zahl ist jeweils das erwartete Szenario, in Klammern das "widrigere". Zumindest bei der Arbeitslosenquote (8,5% im März 09) ist das erwartete Szenario schon (im negativen Sinn) übertroffen worden.

Citi Said to Need Up to $10 Billion

FT: BofA and Citi in last push on stress tests

Handelsblatt: Milliarden-Spritzen für US-Banken

Update (15:17)

Ein Kommentar zu den Stresstests der US.Banken in der FAZ:
FAZ: Frisches Kapital

Eine Info habe ich übrigens noch vergessen. Bei der Citigroup ist scheinbar auch schon klar, woher das Geld kommen soll: natürlich vom Steuerzahler. Und dabei wird wohl auch ein Weg über den Umtausch von Fremd- bzw. Hybridkapital in Eigenkapital nachgedacht. Reines neues Eigenkapital würde auch kaum gehen, die Citigroup ist trotz der Kursexplosion nur etwa 16 Mrd. Dollar wert. 10 Mrd. in neuem Eigenkapital würden also knapp 40% Stimmrechtsanteil und damit die endgültige Verstaatlichung bedeuten. Und das wollen die Amis ja (warum auch immer!) vermeiden ...

Update (16:57)

BofA dementiert:

Handelsblatt: Bank of America dementiert Milliardenkapitalbedarf

Update (22:01)

Well Fargo scheint sich zu konkretisieren:

FT Alphaville: Wells Fargo needs to raise more capital, CNBC says

22,62% der HRE gehören dem Staat

Na, dann kommt die Verkaufswelle wohl doch noch in Schwung. Hätte mich auch gewundert, wenn niemand die Aktien andient, schließlich droht eine Enteignung. Vor dem Wochenende wurden 13,96% der freien Aktien angedient. Inklusive der 8,65%, die der Staat über die letzte Kapitalerhöhung übernommen hat, sind es jetzt 22,62%. Übrigens waren es eine Woche vorher statt 13,96% noch 1,28% (Zahl des Tages (24.04.09): 1,28%)

Rechtlich ist eine Enteignung natürlich eine kritische Nummer. Das Interview im FAZ-Artikel mit Flowers ist ganz interessant. Der Effectenspiegel will übrigens auch dagegen klagen.

Man muss aber anmerken, dass der Bund selber Schuld ist und in diese Falle nur getappt ist, weil er viel zu spät Eigenkapital und damit Kontrolle über die Bank haben wollte (und darauf habe ich früh hingewiesen). Vorher gab es fast 100 Milliarden Euro EigenFremdkapital und Garantien, bevor der Staat zum ersten Mal per Kapitalerhöhung auch eine Gegenleistung für sein Geld bekommen hat. Dass der Steinbrück jetzt im Nachhinein argumentiert, dass dem Staat die Bank ja eigentlich eh gehöre, weil es sie ohne Staatshilfen nicht mehr gäbe, ist ja ein netter Versuch. Aber am Ende sagt der auch nicht anderes als: Wenn wir damals alles richtig gemacht hätten, bräuchten wir heute nicht zu diskutieren. Und man hätte auch kein Problem mit einem renitenten Großaktionär, denn dessen Anteil wäre schon lange auf einen Bruchteil, den man am besten in Promille misst, gesunken. Und damit hätte er keine Macht mehr.

Die Frist läuft übrigens heute Nacht ab. Da erfahrungsgemäß immer Einige auf den letzten Drücker kommen, werden wohl noch einige Prozent dazukommen.

FAZ: Richtung Enteignung

FAZ: Bund hält mehr als 22 Prozent an der HRE

Update (21:48)

Oben den Fehler mit Eigenkapital durch Fremdkapital ersetzt.

Lesetipp für VWL-Interessierte

Ich werde solche Linktipps wohl demnächst in meinen Twitter-Account werfen, aber vorerst müsst ihr mit diesen Linkschleuder-Artikeln noch leben ...

Wer die Diskussion um die ordoliberale VWL aus Köln bisher nicht verfolgt hat, wird auch mit dem folgenden Link nichts anfangen können. Wer's aber gelesen hat, findet hier ein paar interessante Stellungsnahmen:

Handelsblatt: Ökonomenaufruf: Warum wir nicht dabei sind

Update (12:27)

Für etwas mehr Kontext:

Handelsblatt: Deutsche Ökonomen zerfleischen sich

Handelsblatt: Christian Dustmann: "Deutsche VWL ist verknöchert"

Handelsblatt: Bernd Fitzenberger: "Thema verfehlt"

Handelsblatt: Rüdiger Bachmann: "Peinliche Unkenntnis"

Sonntag, Mai 03, 2009

Zahl des Tages (03.05.09): 10.000

Ich bin ja kein Freund von Konjunkturprogrammen. Mich erinnern die Argumente der Befürworter immer ein wenig zu stark an den Baron von Münchhausen, der sich ja bekanntlich auch am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen konnte.
Aber in einem Anfall von Altersmilde habe ich beschlossen, dass ich Konjunkturprogramme eh nicht verhindern kann, weil Politiker irgendetwas machen müssen (Aktivität vortäuschen). Und daher geht es aus meiner Sicht mehr darum, das Geld wenigstens für sinnvolle Projekte auszugeben. Energetische Sanierung von Schulen (und anderen öffentlichen Gebäuden) ist IMHO ein solcher Zweck.

Bei der Abwrackprämie war ich skeptisch, vor allem, weil der ökologische Effekt sehr zweifelhaft ist (siehe hier Abwrackprämie ist ökologisch!, man beachte unbedingt auch die Kommentare). Aber immerhin glaubte ich zwischenzeitlich an einen positiven wirtschaftlichen Effekt. Schließlich meldeten Opel, VW, Ford etc. allesamt Sonderschichten in den Kleinwagenwerken oder zumindest wurde die geplante Kurzarbeit wieder abgesagt. Nun wird aber klar, dass auch der ökonomische Erfolg ein sehr zweifelhafter ist.

Denn die Abwrackprämie hat für jedes zusätzlich verkaufte Auto satte

10.000 Euro

gekostet. Warum 10.000, es waren doch nur 2.500 Euro pro Auto. Stimmt, aber 3 von 4 Autos wären auch ohne die Abwrackpämie gekauft worden. Auf einen zusätzlichen Verkauf gab es also drei reine Mitnahmeeffekte.

Zumindest ist das das Ergebnis einer Studie, die das Wirtschaftsforschungsinstitut IWH im Auftrag der Welt am Sonntag durchgeführt hat. Gut, jetzt kann man direkt sagen, dass sowohl die Welt wie auch das IWH genau das Ergebnis haben und hören wollten. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass ein Konjunkturprogramm genau diesen negativen Effekt haben. Und daher immer sehr skeptisch gesehen wurden. Ich verweise daher auch gerne nochmal auf einen alten Artikel von mir: US-BIP und meine Kritik an Konjunkturprogrammen

Wir reden im aktuellen Fall immerhin über 5 (?) Milliarden Euro, die die Abwrackprämie am Ende kosten soll. Davon wären dann 1,25 Mrd. sinnvoll angelegt, die restlichen 3,75 Mrd. eine netter Zuschuss an die, die gerade zufällig ein Auto gekauft haben (egal aus welchem Land es kommt und Arbeitsplätze sichert) und auch zufällig noch ein altes rumstehen hatten. Ich will nicht unken, aber ich wüsste sinnvollere Ziele für die 3,75 Mrd. Euro, die ja schließlich auch irgendwann irgendjemand wieder zurückzahlen muss ... Aber diese Ziele haben keine fett bezahlten Lobbyisten in Berlin rumlaufen ...

Spiegel: Effekte der Abwrackprämie geringer als angenommen
Handelsblatt: 10 000 Euro pro Abwrack-Käufer

Samstag, Mai 02, 2009

Zahl des Tages (02.05.09): 54

Wochenende - neue US-Bankenpleiten ...

Dieses Mal sogar mal wieder eine mit Relevanz, denn es ist die größte bisher in 2009. Eine Bilanzsumme von 4,1 Milliarden Dollar ist schon kein Klacks mehr. Das entspricht so in etwa die Sparkasse einer 100.000-150.000 Einwohner-Stadt. Nicht sooo dramatisch, aber immerhin ... Interessant auch, dass sich in der Größenordnung scheinbar niemand mehr findet, der die Bank übernehmen will (oder kann ...).

US-Bankenpleite Nr. 52

Name: Silverton Bank,
Sitz: Atlanta, Georgia,
Assets: 4.100 Millionen Dollar,
Käufer: niemand, Geschäfte werden von der FDIC übernommen
Schaden für die FDIC: 1.300 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 162 (gelb).

FDIC: FDIC Creates Bridge Bank to Take Over Operations of Silverton Bank, National Association, Atlanta, Georgia

US-Bankenpleite Nr. 53

Name: Citizens Community Bank,
Sitz: Ridgewood, New Jersey,
Assets: 45 Millionen Dollar,
Käufer: North Jersey Community Bank, Engelwood Cliffs, New Jersey
Schaden für die FDIC: 18 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 12 (rot).

North Jersey Community Bank, Englewood Cliffs, New Jersey, Assumes All of the Deposits of Citizens Community Bank, Ridgewood, New Jersey

US-Bankenpleite Nr. 54

Name: America West Bank,
Sitz: Layton, Utah,
Assets: 299 Millionen Dollar,
Käufer: Cache Valley Bank, Logan, Utah
Schaden für die FDIC: 119 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer. Platz 35 (rot).

Cache Valley Bank, Logan, Utah, Assumes All of the Deposits of America West Bank, Layton, Utah

Freitag, Mai 01, 2009

Zahl des Tages (01.05.09): -3,9%

Nach -0,1% 2008 soll das Staatsdefizit nach der Berechnung analog der Maastricht-Kriterien (also inkl. Länder und Kommunen) auf

-3,9%

des BIPs ansteigen.

Peer Steinbrück rechnet inzwischen mit einer Neuverschuldung von mindestens 50 Milliarden Euro. An anderer Stelle sind auch schonmal bis zu 80 Mrd. Euro in die Diskussion geworfen worden. Selbst die 50 Milliarden wären schon ein neuer Schuldenrekord und würde die 40 Mrd., die der Waigel mal borgen musste, übertreffen. Die 40 Mrd. vom Waigel sind übrigens auch nicht zurückgezahlt worden, das mal nur so als Hinweis ...

Die Zahl zur Neuverschuldung wollte ich mal als Information in Erinnerung rufen, für alle, die immer mehr und immer größere Konjunkturprogramme fordern. Die waren ja heute prominent zu hören ...

Nun kann man immer alles relativieren und darauf hinweisen, dass Spanien bereits 2008 3,8% Minus hatte und 2009 womöglich an die 9%-Marke kommen kann und es Spanien auch noch gibt. Aber das macht das auch alles nicht besser.

Spiegel: EU rechnet mit dramatischem Anstieg deutscher Schulden

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