Samstag, Februar 28, 2009

Zahl des Tages (28.02.09): 44.600.000.000

Hmmm, ich hatte eigentlich eine andere Zahl aus den unendlichen Weiten der Bankbilanzen geplant, kann diese aber zum Teufel nicht verifizieren (verifizieren heisst hier nur, dass ich gerne mehr als eine Quelle hätte, bzw die Originalquelle) ... Daher für heute eine andere, allerdings ebenfalls erschreckende Zahl aus der gleichen Ecke ...

Die Bank of Amerika hat Kredite und Hypotheken in Höhe von 886,2 Mrd. Dollar in den Büchern. Das heißt nur dummerweise nicht, dass die auch 886,2 Mrd. Dollar wert sind ... Sondern nur einen Marktwert von 841,6 Mrd. Dollar haben. Und das kommt nicht von einem Weltuntergangstheoretiker, sondern die Bank selbst. Der Unterschied zwischen dem Ansatz in der Bilanz und dem, was dort eigentlich stehen sollte (und vor einem Jahr auch stehen musste!), beträgt also schlappe

44.600.000.000 (44 Mrd.) Dollar.

Wer immer mal wissen wollte, warum die Bilanzierung zu Marktpreisen (mark-to-market) - wie früher üblich - der einzig sinnvolle Ansatz ist, muss nur diese Zahlen nehmen. Wir haben zwar jetzt eine Bank, die auf dem Papier eine halbwegs solide Bilanz hat, nur glaubt dieser Bilanz niemand. Keinen Zentimeter. Im Englischen wird das gerne "mark-to-phantasy" genannt.

Jeder weiss, dass die Banken eigentlich im Moment (sprich zu Marktpreisen) allesamt Pleite sind. Das einzige, was die Banken am Leben hält, ist das Verschieben der Verluste in die Zukunft. Und die Hoffnung darauf, dass sich ein Teil der Verluste in Zukunft in Luft auflösen wird (z.B. weil die Hauspreise wieder steigen) und der andere Teil von dann wieder sprudelnden Gewinnen im Kerngeschäft aufgefangen werden kann. Die Hoffnung stirbt zuletzt ...

Reuters: BofA carries loans $44 billion above market value

gefunden über Creditwritedowns: BofA carrying loans on books for $44 billion above fair value (scheint aber gerade down zu sein)

Autos! Autos! Autos!

Und niemand will sie haben ...



Noch viel mehr beeindruckende Bilder von Auto"halden" gibt's hier:

The Big Picture: Unsold Cars Around the World

Erste Bank verstaatlicht!

Doof, aber trotzdem:

Erste Bank verstaatlicht!

gefunden über: Yigg: Erste Bank verstaatlicht!

Update (28.02)

Ich versuche den Artikel nochmal rauszureissen:

Österreichs Erste Bank AG will das Kapital um 2,7 Mrd. Euro erhöhen, wobei bis zu 1,9 vom Staat kommen können. Das heißt aktuell immer, dass sie auch vom Staat kommen werden.

Der Standard: Erste Bank zapft die Staats-Pipeline an

Marketwatch: Erste Group seeks to raise 2.7 billion euros

Freitag, Februar 27, 2009

Musik zum Wochenende: Röyksopp

Die erste Single von der neuen CD:


Happy Up Here from Röyksopp on Vimeo.

zuerst gesehen hier:

Kottke.org: Happy Up Here

Die Platte kommt erst am 20.3. raus, ihr könnt die aber ruhig schon vorbestellen (und ich werde reich) ;-): Röyksopp: Junior

Wer nicht warten kann, was von der ersten CD: Melody a.M.:


Eple from Röyksopp on Vimeo.

Immer noch ein geiler Song!

Und die kommt auch sofort ... Wenn auch nicht von Amazon (ist die ausverkauft und jemand möchte mir für 5000 Euro mein ultrarares Sammlerstück abkaufen?)

Zahl des Tages (27.02.09): -6,2%

Langsam nähern sich die Zahlen der Realität an ...

Nachdem die Vorabschätzung des US-BIPs für das 4. Quartal ein ziemlich überraschend kleines Minus von nur 3,8% brachte (US-BIP Q4/08: -3,8%), kommt die erste richtige Berechnung heute auf ein Minus von

6,2%.

Marketwatch: U.S. GDP revised to decline of 6.2% in fourth quarter

oder direkt zur Quelle:

BEA:GOV: GROSS DOMESTIC PRODUCT: FOURTH QUARTER 2008 (PRELIMINARY)

Update (14:49)

Ganz kleines Update:

Ein großer Teil der Verschlechterung zwischen erster und zweiter Veröffentlichung geht auf eine niedrigere Lagerhaltung zurück. Darauf bin ich bereits bei der ersten Schätzung eingegangen. Das kann man jetzt sogar positiv sehen: Wenn die Lagerbestände nicht aufgebaut wurden, wird der Abbau dieser Lagerbestände auch in den nächsten Quartalen nicht negativ wirken ...

Update (15:33)

Schlechtester Quartalswert seit 1982:

FAZ: Amerikas Wirtschaft schrumpft wie seit 1982 nicht mehr

Citi-State-Group ...

Der Staat stockt bei der Citigroup auf!

Anteil des Staats jetzt 36%. Technisch wurden Vorzugsaktien in Stammaktien umgetauscht. Kaufkurs pro Aktie 3,50$ 3,25$. Kurs gestern: 2,50. Kurs heute (vorbörslich) 1,40$.

Und wenn ich das richtig verstehe (bin mir aber nicht sicher), zahlt der Staat die 3,50 3,25$ on top, obwohl er für die Vorzugsaktien ja auch schon was bezahlt hat.

Toller Deal für den Steuerzahler!

Es bleibt bei meiner Prognose: Wenn der Staat den Banken neues Geld nur gegen stimmrechtbehaftestes Eigenkapital zur Verfügung stellt und dafür einen realistischen Kurs bezahlt, ist der Großteil des Finanzsystems in Kürze verstaatlicht.

Marketwatch: Citi exchanging $27.5 bln in preferred; US to match $25 bln
Marketwatch: U.S. government to own up to 36% of Citi

Update (14:55)
FTD: Washington steigt groß bei Citigroup ein

Daraus:

Nach dieser Transaktion sei es nicht nötig, weiteres Staatsgeld in das wegen der Finanzkrise ins Straucheln geratene Institut zu stecken.
Wer glaubt wird selig ...

Update (14:58)

Auslöser für die neue Kapitalzufuhr sind übrigens weitere 9,6 Mrd. Dollar Wertberichtigungen ...

Update (15:35)

Vorbörslich war die Aktie der Citigroup fast ein Pennystock ...

Pre-Market Graph for C*

Update (01.03.09)

Damenwahl hat mir einen guten Übersichtsartikel zur Citigroup-Kapital"erhöhung" in den Kommentaren hinterlassen, den ich gerne noch ergänzen würde. Meine fehlerhaft erwähnten 3,50$ habe ich oben schon verbessert ...

Citigroup Arithmetic Explained

Noch ein Hedgefonds Betrug

Laut Handelsblatt der "größte aller Zeiten". Kann ich aber nicht nachvollziehen ...

Greenwood und Walsh heißen die beiden Fondsmanager, die 1,3 Milliarden Dollar eingesammelt haben. Anleger waren u.a. die Carnegie Mellon University (49 Mio.), die University of Pittsburg (65 Mio.), ein Pensionsfonds der Angestellten des Bundesstaats Iowa (339 Mio.) und einer für die Angestellten von Sacramento (90 Mio.).

Dummerweise haben die Manager von den 1,3 Milliarden Dollar mindestens 553 Mio einfach für private Zwecke verballert. Und die Aktionäre schauen jetzt in die Röhre.

Aber warum das der größte Betrugsfall sein soll, ist mir schleierhaft. Madoff und Stanford dürften größer sein. OK, vielleicht ist es korrekt, weil die Schadensumme im Fall Greenwood und Walsh schon feststeht, aber irgendwie erscheint mir das eher der verzweifelte Versuch zu sein, eine knallige Überschrift hinzubekommen.

"Der größte Hedge-Fonds-Betrugsfall aller Zeiten" vs. "Noch ein Hedgefonds Betrug".

Handelsblatt: Der größte Hedge-Fonds-Betrugsfall aller Zeiten
FT Alphaville: The teddy bear fraud
Marketwatch: Futures traders charged in alleged $1.3 bln scam
Original-Anklage der CFTC

Donnerstag, Februar 26, 2009

Zahl des Tages (26.02.09): 1.750.000.000.000

Puah, was nimmt man davon als Zahl des Tages? Den Etat oder das Loch? Für 2009 oder 2010? OK, das Loch. OK, 2009. Denn das ist etwa viermal so hoch wie das Rekorddefizit von George W. Bush ... Und was haben wir darüber gejammert ...

Der Etat für 2009 (ab 1.10.08) umfasst bei einem Gesamtvolumen von 3,9 Billionen Dollar ein unglaubliches Defizit von

1.750.000.000.000 (1,75 Billionen) Dollar.

Fast die Hälfte des Etats sind also ungedeckt! Wow!

Marketwatch: Obama unveils $3.6 trillion budget for 'new era'

Handelsblatt: Obama fehlen 1,75 Billionen Dollar

Für 2010 gibt es übrigens einen Etat von 3,55 Billionen und ein Minus von 1,17 Billionen Dollar

Wer übrigens das Teil mal im Original lesen will ... Das gibt's hier: Budget. Wen nur die Zahlen interessieren: Summary (PDF!)

Es sind nur 134 Seiten ;-) Das wird aber (wie wahrscheinlich auch das Defizit ...) mehr werden. Spätestens in den Verhandlungen mit Kongress und Senat. Alles unter 1000 Seiten gilt als Arbeitsverweigerung ;-)

Im Entwurf sind übrigens 250 Mrd. Dollar für das Finanzsystem vorgesehen. Ob man das braucht oder wofür das eingesetzt wird, ist unklar.

Verlustticker 3: DreBa 6,3 Mrd.--> Freude

Während die Commerzbank den Kauf trotz der 6,3 Mrd. Euro Verlust bei der Dresdner Bank verteidigt, freuen sich die Aktionäre der Allianz, dass das Thema Dresdner Bank endlich beendet ist. Ab jetzt zahlt nicht mehr die Allianz, sondern die Commerzbank. Und das heisst dummerweise am Ende wohl: wir, der deutsche Steuerzahler ...

FTD: Blessing verteidigt Dresdner-Kauf
FTD: Martin Blessings neuer Trümmerhaufen

Und die Allianz-Aktionäre feiern, obwohl die Dresdner Bank das Geschäftsergebnise 2008 mit 6,4 Mrd. belastet hat und damit zum Jahresminus geführt hat. Ohne Dresdner hätte die Allianz 4 Milliarden Gewinn eingefahren, was etwa eine Halbierung des Vorjahresergebnis ist.

Spiegel: Börsianer bejubeln Ende des Dresdner-Dramas

Dass auch bei der Allianz wahrscheinlich nicht alles in sonnigster Sonne ist, hat m106 ja schonmal beschrieben: Ein Rentenhändler packt aus

Update (22:57)

Eigenkapital der Dresdner Bank von 7,8 auf 2,8 Mrd. gesunken. Kernkapitalquote:4,0%. Mindestkernkapitalquote: 4,0%. Ohohhho Commerzbank ... Der Kauf war strategisch richtig, nur schlechtes Timing, oder wie?
FTD: Kapitalpolster der Dresdner schwindet

Der EU-Abgeordneten-Renten-Bailout

Der Stern versucht etwas gequält aus einem Rentenfonds, dem EU-Parlamentarier freiwillig beitreten konnten, einen Riesenskandal zu machen. Eine gute Story ist es aber allemal:

Es werden erst die Mitglieder gesammelt (u.a. Claudia Roth, Sahra Wagenknecht, Angelika Beer, Cem Özdemir, Alexander Graf Lambsdorf, Tobias Pflüger, Jean-Marie Le Pen, etc. pp; manche sind noch Mitglied, manche nicht mehr). Dann werden die Anlagen durchleutet: Öl, Tabak, etc. Passt jetzt zu den Grünen oder Wagenknecht eher weniger, aber so richtig der Skandal ist es nicht ...

Dann wird es aber langsam spannender ... Nämlich auf Grund der Tatsache, dass die Renten aus dem EU-Fonds mit den deutschen Altersansprüchen verrechnet werden müssen. Ein Experte dazu: "Unter dem Strich rechnet sich das für fast niemanden". Es sei denn, man verschweigt in Berlin die Einnahmen aus Brüssel. Und das scheint nicht ganz unwahrscheinlich zu sein, denn in Berlin kennt man angeblich erst zwei Fälle, die in Berlin Alteransprüche kassieren und gleichzeitig Geld aus dem Luxemburger Rentenfonds bekommen. Was angesichts der Anzahl der Mitglieder zumindest unwahrscheinlich ist. Obwohl es durchaus sein könnte, dass die Politiker alle noch aktiv sind und daher keine Altersbezüge aus Berlin erhalten.

Aber ich finde, dass erst ganz am Ende der Skandal kommt. Der Fonds hat am Anfang ziemlich konservativ, sprich in Staatsanleihen, investiert und dann nach und nach den Aktienanteil erhöht. Aber irgendwie war der Fonds nicht so richtig rentabel. Bereits Ende 2007 (als noch über allen Börsen die Sonne schien und die Zahl der Mahner und Rezessionswetter gaaanz klein war) fehlten im Fonds 31 Millionen Euro. Was mit diesem Loch 2008 passiert ist, kann man sich leicht vorstellen: Es ist genauso explodiert, wie die Aktienkurse implodiert sind ...

Ich hab da durchaus Mitleid, denn meiner Lebensversicherung ist 2008 das Gleiche passiert. Nur dass ich nicht in dem Ausschuss sitze, der mir einen Bailout genehmigen kann. Aber wenn man das kann, macht man das scheinbar. Denn eine (eigentlich logische) Reduzierung der Bezüge akzeptieren die Parlamenarier nicht. Und wollen die Ausschüttung aus Steuergeldern aufstocken.

Und wenn der Stern nicht drauf gestoßen wäre, hätte wahrscheinlich kein Hahn danach gekräht ...

Danke an den (anonymen) Tippgeber, der den Hinweis in den Kommentaren hinterlassen hat.

Zur ganzen Geschichte geht's hier:
Stern: Das Schweigen der EU-Parlamentarier

US-Immobilienverkäufe: Kein Silberstreif am Horizont!

So heute gibt es die Zahlen für die US-Neubauten. Kurzversion: Desaster. Die entscheidende Zahl hat sich nicht wie bei den gebrauchten Immobilien verbessert (US-Immobilienverkäufe: Erster Silberstreif am Horizont?), sondern im Gegenteil deutlich verschlechtert.

Erst einmal zu den absoluten Zahlen: Im Januar sanken die Verkäufe von neuen Häusern in den USA auf einen (saisonbereinigten und annualisierten) Wert von 309.000. Im Vergleich zum Vormonat beträgt das Minus 10,2%, zum Vorjahr sogar 48,2%(!). Der Preis fiel im Monats(!)vergleich um 9,9%(!), allerdings kann dieser Rückgang auch zum Teil daran liegen, dass einfach keine neuen teuren Häuser mehr auf den Markt kommen, weil diese schon länger als unverkäuflich gelten.

Jetzt langsam zu der Zahl, die ich am spannendsten finde: Die Lagerbestände an unverkauften Neubauten gingen leicht um 3,2% auf 342.000 zurück. Da die Umsätze aber noch stärker einbrachen, verschlechterte sich das von mir bevorzugte Verhältnis "Lagerbestände in Monatsumsätzen" und erreichte mit 13,3 Monaten sogar ein neues Verlaufshoch in dieser Krise.

Man muss die Zahlen, wie ich gestern auch schon erwähnt habe, mit einer gehörigen Portion Skepsis nehmen. Sie sind sehr ungenau, saisonbereinigt, etc. pp. Daher kann man aus einem Monat allein NIE etwas Sinnvolles herausziehen. Auch wenn die Medien es gerne machen ... (Oder die Spindoktoren, die gerne mal unbereinigten Zahlen vergleichen und aus einem steigenden Umsatz in einem Monat eine positive Nachricht machen, auch wenn in dem entsprechenden Monat der Umsatz immer steigt (wie Lebkuchen im November ...).

Marketwatch: New home sales plunge 10.2% to record low

Verlustticker 2: GM 7,5 Mrd.--> Pleite

OK, das mit der Pleite ist noch nicht fix ... Da hat der Obama scheinbar was dagegen.

Allein im 4. Quartal hat General Motors 7,5 Mrd. Euro (9,6 Mrd. Dollar) Verlust eingefahren. Im Gesamtjahr betrug das Minus 24 Mrd. Euro (30,9 Mrd. Dollar).

Handelsblatt: GM hat nach Milliardenverlust das Ende vor Augen
FAZ: 30,9 Milliarden Dollar Jahresverlust
Marketwatch: GM loses $9.6 billion in fourth quarter

Übrigens: GM hat bereits über 13 Mrd. Dollar Staatshilfen bekommen und will weitere 30 Mrd. Hilfen haben.

Übrigens: Die Marktkapitalisierung von GM ist im Laufe der Woche unter 1 Mrd. Dollar gesunken (das wäre fast Zahl des Tages geworden). Die Aktie hat sich aber in der Hoffnung auf neue Staatshilfen wieder kräftig erholt.

Spannend für die Opel-Diskussion: Das Europageschäft hat 1,6 Mrd. Dollar Miese eingefahren und Opel macht etwa 80% des Europageschäfts aus. Auch im Vorjahr 2007 lag der Gewinn nur bei mageren 55 Millionen Dollar. Eine gesunde Firma sieht anders aus. VW zum Vergleich hat 2007 6,5 Mrd. Euro und 2006 knapp 2 Mrd. Euro verdient. Die Demonstrationen der Opelaner sind zwar nachvollziehbar, ändern daran aber leider nichts.

Den Optimismus des Autopapstes Dudenhöfer von der Uni-Essen-Duisburg kann nicht nachvollziehen. Ich glaube, dass Opel zu klein ist und salopp gesagt zu wenig auf dem Kasten hat, sowohl auto- und produktions- als auch marketingtechnisch.

DerWesten.de: "Autopapst" Dudenhöffer: Opel ist noch zu retten
Handelsblatt: Opel kann auch ohne Partner überleben
FTD: Tiefensee für Staatseinstieg bei Opel

FAZ: Opelaner demonstrieren für ihre Jobs

Update (17:13)

Wie jemand beim Don ausgerechnet hat, macht das 1.234 Dollar Verlust pro Sekunde ... (Rebellmarkt)

Verlustticker 1: RBS 27 Mrd.--> Rekordrettungspaket

24,1 Milliarden Pfund (=27 Mrd. Euro) Minus für das Geschäftsjahr 2008. Wow!

Das Ergebnis war etwas besser als erwartet und die Aktie konnte mehr als 20% zulegen.

Die Royal Bank of Scotland hält an der geplanten Kapitalerhöhung fest und plant neue Vorzugsaktien im Wert von bis zu 25,5 Mrd Pfund (also gut 28 Mrd. Euro). Der einzige denkbare Käufer ist der britische Staat, denn kein normal denkender Mensch gibt dem Laden noch Geld. Der Staat hält bereits 70% an der RBS und wird bei der Kapitalerhöhung weiter aufstocken. Beobachter schätzen, dass es am Ende wohl 90% oder mehr werden.

Die RBS wird auch noch das Rettungspaket in Rekordhöhe in Anspruch nehmen. Die schier unglaubliche Summe von 325 Milliarden Pfund (etwa 365 Mrd. Euro) an Assets wird in den staatlichen Sicherungsfonds eingestellt. Konkret versichert der Staat die Assets gegen Verluste. Für die ersten 19,5 Milliarden Pfund haftet die RBS, für den Rest haftet die RBS noch zu 10%, den Rest übernimmt der Staat. Der will dafür eine Versicherungsprämie haben und für diese geht ein großer Teil der Kapitalerhöhung drauf.

Schon sehr strange: Die RBS holt sich erst vom Staat Geld und zahlt es dann wieder an den Staat, um die Versicherungsprämie zu bedienen ... Irgendwie wäre eine volle Verstaatlichung auch nix anderes mehr.

Die Details des Rettungspakets gibt's hier direkt von der Quelle: RBS: HM Treasury Asset Protection Scheme

Die Zahlen gibt's auch auf Deutsch:
FAZ.NET: Royal Bank of Scotland meldet historisches Minus

Update (21:19)

Willem Buiter dazu: Maverecon: A tax payer rip-off of surprising boldness

Ihm fällt dazu nur der Monty Python Gag mit dem toten Papagei ein. Da er ihn aber schon gebracht hat (man kann den aktuell ja täglich bringen ...), spart er sich das Video. Ich nicht ;-) Aber damit's nicht ganz so gewöhnlich wird, eine (nord)deutsche Version. Wusste gar nicht, dass es das auf Deutsch gibt ...



Update (22:15)

Und weil's so schön ist noch ein Zitat von Stephen Hester von der RBS:

"Wir bauen nicht auf Sand, sondern auf Felsen. Wir müssen nur noch den Sand wegfegen".

Damit hätte ich kein Problem, wenn der Sand nicht Meter dick wäre und der Steuerzahler die Nummer bezahlen müsste ...

FT Alphaville: Quote du jour - Stephen Hester, RBS

Update (22:36)

Manche vermuten einen Schlussstrich, ich bin skeptisch. Die RBS ist natürlich aus dem Schneider, aber der britische Steuerzahler wird sich noch wundern ...

Handelsblatt: RBS für Rezession gerüstet

UK-Immobilienpreise: -1,8% im Februar (-17,6%)

Nationwide hat heute die aktuellen Zahlen gemeldet. Die Kurzversion: Der Immobilienmarkt in Großbritannien bliebt im Modus "freier Fall".

Etwas genauer: Gegenüber Januar sind die Preise um 1,8% gesunken, gegenüber Februar 2008 um 17,6%.

Die gesunkenen Zinsen greifen also noch nicht.

Originalquelle:

Nationwide: IMPROVING AFFORDABILITY HELPS NEW AND EXISTING BUYERS

gefunden über:
Creditwritedowns: Nationwide: U.K. house prices down 17.6% in year to Februay

Verlierer des Jahres 2008 will Knete

Mein Verlierer des Jahres 2008 hat zwar seine Bank vor die Wand gefahren und damit inzwischen weit über 100 Mrd. Steuergelder versenkt (HRE Rettungscounter today: + 20.000.000.000), aber trotzdem meint Herr Georg Funke, dass er einen Anspruch auf seinen Bonus hat. Seine Ex-Kollegen Markus Fell und Frank Lamby wollen auch noch Geld bzw. klagen gegen die Entlassung.

Ich reg mich nich auf. Tu ich nich. WATT SOLL DATT HEISSEN: DER WILL SEIN BONNI? ICH GLAUB, ET HACKT! (ich kann das nur als Hebbet Knebel sagen ...)

DerWesten.de: Pleite-Manager verklagen ihre Ex-Bank auf Zahlungen

Update (15:16)
Handelsblatt: Ex-HRE-Chef Funke klagt Gehaltsnachzahlung ein
oder
Spiegel: Ex-Vorstände verklagen Hypo Real Estate

Ein Informationshappen, den ich im ersten Text vergessen habe: Für Funke geht es um 150 Tausend Euro.

Man of the Year: Sir Allen Stanford

Kommt, gebt zu, das ist ein Knaller ...

Das Magazin World Finance hat Sir Allen Stanford (nein, kein Namensdouble ;-)) zum Mann des Jahres gewählt.

World Finance: Speaking with Stanford

Der ganze Text ist zum Schreien komisch. Die Laudatio hat's in sich:

Stanford habe bereits vor 2 Jahren vor der Krise gewarnt und seine Bank problemlos durch die rauhe See gesteuert. Etc. pp.

Auch das Interview mit Stanford ist cool.

Interviewer: Wie sind die Geschäftsaussichten?

Stanford: Gut. Unser Geschäftsmodell war nie das der normalen Wall Street Banken.

OK, das ist uns inzwischen auch aufgefallen.

Stanford dann weiter: Unser Bilanz ist stark. Unsere Aussichten sind so gut wie nie.

Zum Investmentansatz: Die Strategie hat sich als erfolgreich herausgestellt.

und und und.

Echt lesenswert!

Mittwoch, Februar 25, 2009

US-Immobilienverkäufe: Erster Silberstreif am Horizont?

Ich habe immer wieder betont, dass jeder Gedanke an eine Stabilisierung der Immobilienpreise in den USA verschwendet ist, wenn sich nichts Entscheidendes am Lagerbestand ändert.

Und dabei interessant ist weniger die absolute Zahl der Häuser, die zum Verkauf stehen, sondern viel mehr der Bestand in Monatsumsätzen, also die Relation zwischen der Anzahl der zum Verkauf stehenden Immobilien und der im Monat umgesetzten Menge.

Die Zahlen für den Januar für "gebrauchte" Immobilien sind heute gekommen und natürlich sind die absoluten Zahlen weiterhin ein Desaster. Preise kräftig gesunken, Anzahl gesunken, Umsätze gesunken, neue Dekadentiefs, der Anteil des Zwangsverkäufe steigt und immer mehr davon erlösen weniger als die Hypothek hoch ist, etc. pp.

ABER die von mir bevorzugte Relation hat sich verbessert, weil trotz der sinkenden Umsätze die Anzahl der zum Verkauf stehenden Häuser ebenfalls gesunken ist und zwar stärker! Jetzt errechnet sich für den Januar ein Lagerbestand von 9,6 Monaten. Damit liegt der Wert unter der magischen Grenze von 10, die nach einer Daumenregel als Grenze zwischen steigenden und fallenden Preisen gesehen wird.

Man muss das (leider) noch mit Vorsicht genießen.

Erstens ist der Monatsvergleich immer etwas wacklig und zwar aus einem statistischen Grund: Der Monatsumsatz ist saisonbereinigt (und wird auf's Jahr hochgerechnet), während die Anzahl der zum Verkauf stehenden Häuser nicht saisonbereinigt ist (bzw. sein kann). Daher kann die Zahl verzerrt sein. Die nächsten beiden Monate werden da mehr Klarheit bringen (oder auch nicht).

Zweitens ist der Markt der "gebrauchten" Immobilien nur ein Teilmarkt. Wertmäßig dürfte der Markt der Neubauten (auch wegen der höheren Preise) etwas größer sein. Um am US-Immobilienmarkt mehr als den berühmten Silberstreif zu sehen, müsste auch dort eine Verbesserung sichtbar sein.

Daneben gibt es noch ein paar Effekte, die das Verhältnis zusätzlich verzerren können, u.a. die Tatsache, dass man in den USA zuerst den Kaufvertrag abschließt und danach die Hypothek besorgt (komisch, gell?). Die Kaufverträge platzen also viel häufiger als bei uns. Und ob diese geplatzten Verträge sauber in die Statistik einfließen, bezweifeln einige Beobachter.

Marketwatch: Existing-home sales drop 5.3% to 12-year low

Nichtsdestotrotz eine auf den ersten Blick fiese, auf den zweiten Blick (den ihr im deutschen Sprachraum hier exklusiv bekommt, behaupte ich einfach mal frech) aber gar nicht so üble Zahl.

Ambac mit 2,3 Mrd. Verlust

in der unendlichen Saga (die aber noch enden wird, da bin ich mir sicher) der Kreditversicherer liefert heute Ambac die Zahlen für das vierte Quartal.

2,3 Mrd. Dollar Minus gab es, was 8,14 Dollar je Aktien entspricht. Das ist in etwa das Achtfache des Aktienkurses.

Im Vorjahresquartal gab es ein Minus von 3,3 Mrd, was damals 32,02$ Verlust pro Aktie entsprach. Man sieht eine interessante Methode, den Verlust pro Aktie zu senken: Man erhöht einfach die Anzahl der Aktien ...

Interessant auch, dass der Verlust nicht vorwiegend auf einmaligen Abschreibungen beruht. Auch aus dem laufenden Geschäft wurden bereits 6,79 Dollar Minus je Aktie "erwirtschaftet".

Ich bleibe dabei: Die Firmen haben keine Chance zu überleben. Auch Ambac hat (wie MBIA es auch plant) eine neue Tochter für das eigentlich solide Geschäft der Versicherung von öffentlichen Anleihen gegründet. Aber wie auch bei MBIA ist das IMHO das Eingeständnis, dass die alte Firma nicht überlebensfähig ist und offen ist auch, woher die neuen Töchter ausreichend Eigenkapital bekommen sollen.

Marketwatch: Ambac reports quarterly net loss of $2.3 billion

Die ganze Geschichte der "angekündigsten Pleiten des Jahres" in diesem Blog: Suche nach MBIA

Heuschrecken-Lesehinweis

Lesenswert!

Dossier Märklin - Der große Eisenbahnraub

von Angela Maier (München) und Steffen Klusmann (Hamburg)

Finanzinvestoren werden oft als "Heuschrecken" beschimpft, die in Unternehmen einfallen, abgrasen und weiterziehen. Was beim Spielzeughersteller Märklin unter dem Deckmantel der Sanierung geschah, war anders: noch schlimmer.

weiter hier FTD: Dossier Märklin - Der große Eisenbahnraub

Update (15:05)

Ah, die Staatsanwaltschaft ...
Handelsblatt: Staatsanwaltschaft ermittelt bei Märklin

Wer schon immer mal wissen wollte ...

warum das Blog so heißt, wie es heißt, sollte das hier lesen:

FAZ: Die Eierköpfe haben ausgedient

und das hier

Calimero
.

Das sind die beiden "Inspirationen", aus denen sich mein Name zusammensetzt.

Zahl des Tages (25.02.09): -45,7

Das ist schon erschreckend und man kann nur hoffen, dass es Deutschland nicht ähnlich schlimm erwischt ...

Um unglaubliche

45,7%

sind die Exporte Japans im Januar im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Das gab es noch nie.

Japan, das quasi immer Handelsbilanzüberschüsse erwirtschaft hat, hat nach diesem Einbruch tatsächlich ein Handelsbilanzdefizit. Allein im Januar lag dieses bei knapp 8 Milliarden Euro. Auch das gab es noch nie (allerdings reicht die Zeitreihe nur bis 1979 zurück).

Marketwatch: Trade deficit hits record as Japan's exports fall 45%

Dass die Japaner darauf geradezu panisch reagieren, überrascht nicht. Denn die Zahl ist wirklich ein Anlass für Panik ...

Konjunkturprogramme gibt es natürlich:
Handelsblatt: USA und Japan wollen Konjunktur anschieben
aber Japan denkt sogar über direkte Aktienkäufe nach, um eine Abwärtsspirale durch sinkende Kurse zu verhindern:
Marketwatch: Japan considering direct share purchases: report
Das ist dann schon eine eher ungewöhnliche Maßnahme ...

Update (26.2.09)

Handelsblatt: Japan erwägt Eingriff am Aktienmarkt

Dienstag, Februar 24, 2009

Zahl des Tages (24.02.09): 5 (oder noch mehr)

Eigentlich ist die Zahl zwar schon von gestern, aber da ich hier auch viel über Volkswirte meckere, muss auch mal einer gelobt werden, der den Mut hat, eine gewagte Prognose auszusprechen.

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Professor Norbert Walter, hat sich gestern mit einer sehr negativen BIP-Prognose in die Öffentlichkeit gewagt. Für 2009 erwartet er in Deutschland ein Schrumpfen der Wirtschaft um satte

5%.

Und das muss nicht einmal der Worst-Case sein, denn wie Walter betont, kann es durchaus noch schlimmer kommen, wenn sich die Wirtschaft nicht ab dem Sommer erholen sollte.

Die Prognose für das Minus von Walter ist damit doppelt so hoch wie das von der Regierung erwartete.

Und warum Chef-Volkswirte immer so im Konsens schwimmen, sieht man an den Reaktionen in Presse und Politik. Bei der letzten Prognose von Walter (-4% aus dem Dezember 2008) soll Peer Steinbrück persönlich beim Deutsche Bank Chef Ackermann angerufen und interveniert haben.

Und auch die Überschriften in der Presse hören sich schon nach Krawall an:

Welt: Streit um Walters düstere Prognose
FAZ: Der verfolgte Schwarzseher
Handelsblatt: Drastischer Wirtschaftsabsturz erwartet

Das tut man sich als Chef-Volkswirt nicht gerne an.

Norbert Walter hat es zugebenermaßen etwas leichter als die anderen Volkswirte: Er geht nämlich Ende des Jahres in Rente ...

Übrigens hat die DB Research eine ganz coole Website, auf der Berge von Material stehen, das ich gerne lesen würde ...-->

Lettland Junk!

... sagt S&P. Seit gestern nur noch BB+ (nach BBB) und damit keine Investmentqualität mehr. Die CDS sind auf fast 1000 Basispunkte gesprungen und signalisieren damit etwa 10% mehr Zinsen als Bundesanleihen.

Lettland wird spätestens seit der Zwangsverstaatlichung der Parex-Bank als ziemlich kritisch gesehen (Siehe die Historie von Lettland in diesem Blog). Auch das Minus von 10,5 im BIP im 4. Quartal 2008 (Handelsblatt: Lettische Wirtschaft im freien Fall) trägt nicht zum Optimismus bei und die gegen das Sparprogramm der Regierung demonstrierende Bevölkerung (was am Ende für den Rücktritt der Regierung gesorgt hat) ebenfalls nicht (FAZ: Lettlands Premier tritt zurück).

Lettland ist damit das zweite Land in der EU, das den Status "Junk" erhält. Ganz nebenbei ist Lettland auch noch ein Land, das in der erweiterten Eurozone ist, sprich die Währung ist schon locker an den Eurokurs gebunden ... Nicht gut für den Euro ...

Auch für Litauen und Estland wurde der Ausblick auf "negativ" gesenkt. Das aktuelle Rating ist noch BBB+.

FT Alphaville: Latvia junked
Marketwatch: Latvia's CDS spreads soar to record after rating cut

Update (23:47)

Deutsche Quelle: FTD: S&P degradiert Lettlands Staatsanleihen

Update (25.02.09)

Übrigens wird für dieses Jahr ein BIP-Minus von 12(!)% erwartet ...

US-Immobilienpreise 12/08: -2,5% Vm (-18,5% Vj)

Interessanterweise habe ich die Zahl nicht zuerst über meine üblichen Quellen aus den USA bekommen, sondern von der FTD.

Im Dezember lagen die US-Immobilienpreise gemessen am Case-Shiller-Immobilienpreisindex um 2,5% unter dem Vormonat und um 18,5% unter dem Vorjahr.

Damit ist keine Stabilisierung absehbar, im Gegenteil, die Fallgeschwindigkeit nimmt wieder zu. Die letzten drei Monate waren alle mit mehr als 2% im Minus , das Quartalsminus lag bei fast 7%. Im zweiten Quartal 2008 sanken die Preise noch um weniger als 2% und damals hatte ich eine gewisse Hoffnung auf eine Stabilisierung ...

In der am schlimmsten betroffenen Region Phoenix in Arizona sind die Preise vom Hoch aus gerechnet inzwischen über 45% gesunken und sinken noch weiter. An einer Halbierung der Preise geht dort kein Weg vorbei ...

FTD: Hauspreisverfall beschleunigt sich

Oder direkt von der Quelle:

S&P Case-Shiller-Dec.08 (PDF!)

3+10 Mrd. für die HSH Nordbank

3 Milliarden neues Eigenkapital plus 10 Milliarden Garantien vom Land Schleswig-Holstein und der Stadt Hamburg. Interessanterweise ist der Rettungsfonds des Bundes (SoFFin) nicht beteiligt. Der Bund verlangte offenbar eine Aufspaltung in Good-Bank und Bad-Bank (FAZ: Vorerst keine Hilfe für die HSH Nordbank). Außerdem scheint der Bund verärgert zu sein, weil die Bank erst vor 10 Tagen noch mal schnell 200 Millionen Euro an stille Teilhaber ausgeschüttet hat.

In dem Zusammenhang taucht dummerweise direkt die Frage auf, ob sich Schleswig-Holstein damit nicht übernommen hat; das Wort "Staatspleite" taucht dabei sogar auf (wobei Schleswig-Holstein nicht wirklich ein Staat ist).

Dummerweise gibt es auch die Behauptung, dass nicht 3 sondern 9 Milliarden Euro notwendig gewesen wären ... Das mag eine rein politische Aussage der FDP-Opposition sein, aber wahrscheinlich nicht dumm, denn in den letzten Monaten sind die pessimistischen Vorhersagen deutlich häufiger eingetroffen als die optimistischen ...

FTD: Länder verabschieden HSH-Rettung
Handelsblatt: Milliarden für HSH aus Kiel und Hamburg (erste Überschrift war: HSH Nordbank: Politiker fürchten Staatsbankrott)
FAZ: Angeschlagene HSH Nordbank gerettet - vorerst
Spiegel: Politiker warnen vor Staatsbankrott in Schleswig-Holstein

Übrigens ist an der HSH Nordbank auch der Herr Flowers beteiligt, bekannt durch abgezocktes Pokern bei der HRE ... Wer hat dem eigentlich Geld für seine Investments gegebenen?

Und: War Flowers der stille Teilhaber, der die 200 Millionen bekommen hat?

Update (15:40)

Hab noch was zur Ausschüttung gefunden. Scheinbar war es nicht Flowers, der die Knete bekommen hat, sondern "Pensionskassen [und] auch einige Privatanleger".

Spiegel: HSH Nordbank will 200 Millionen Euro ausschütten

Update (16:18):

Interessante Meinung dazu:

Weissgarnix.de: Staatskommissare für Hamburg und Kiel

Zitat des Tages: Maud Olofsson zu Saab

"Die Wähler haben mich gewählt, weil sie Vorschullehrer, Polizisten und Krankenschwestern haben wollen, nicht um Autofabriken zu kaufen"

Maud Olofsson, schwedische Wirtschaftsministerin.

So viel Rückgrat wünschte ich mir auch von deutschen Politikern. Aber unsere fahren ja wie Rüttgers schon im vorauseilenden Gehorsam nach Detroit.

Handelsblatt: Der letzte Elchtest für Saab

Zu Opel habe ich viele Links und viele Meinungen gesammelt, aber ehrlich gesagt finde ich, dass so ziemlich alles gesagt wurde und ich daher keine Lust habe, einen langen Artikel daraus zu machen. Ich zitiere einfach die FAZ, weil darin IMHO die Fakten richtig zusammengefasst sind:

FAZ: Sieben Mythen über Opel

Daraus folgt eigentlich sehr schlüssig, dass die Rettung von Opel erstens nicht sinnvoll ist, weil Opel keine gesunde Firma ist (gesunde Firmen müssen nicht auf eine Halbierung des Marktanteils in den letzten 15 Jahren zurückschauen) und zweitens technisch fast unmöglich ist, weil Opel tief in die Firmenstruktur von GM eingebettet ist, was dazu führt, dass entscheidende Patent- und Markenrechte in den USA liegen ...

Ich kann den Opelanern wenig Hoffnung machen ...

Update (14:38)

Noch ein Link, der nach dem "erstens" von oben eigentlich schon für ein Ende von Opel sorgen sollte:

FTD: Guttenberg will nur gesunde Firmen retten

Aber das sind natürlich nur Politikeraussagen. Im Zweifelsfall wird die Bedeutung von "gesund" halt neu definiert.

Update (14:54)

Insbesondere ist das hier Mist:
Frankfurter Rundschau: Opel hat eine Zukunft

Die Probleme von Opel werden einfach ignoriert und ein rosarotes Märchen von rettenden Opelmitarbeitern und Opelhändlern geschrieben. Opelmitarbeiter haben noch vor Kurzem die Firma mit einem Lohnaufschlag von 40% auf den eh schon guten IG-Metalltarif beglückt. Und in meiner Heimatstadt sind aus vielen Opelhändlern inzwischen zwei geworden und einer davon ist seit November insolvent ...

Man muss ja jetzt echt aufpassen ...

... was man hört ...

Man beachte die Leiste rechts ...

Duck und weg ...

Techcrunch: Did Last.fm Just Hand Over User Listening Data To the RIAA?

Update (12:08)

Legal gibt's das angeblich hier:

U2 bei Myspace.com

(bei mir geht's aber nicht ... Windows Only oder was?)

Spiel-Spaß-Spannung

So doll find ich es nicht, aber trotzdem:


Play Games at AddictingGames

gefunden über Telepolis: Online-Spiel zur Finanzkrise

Montag, Februar 23, 2009

Zahl des Tages (23.02.09): 60.000.000.000

Zahlen aus der Gerüchteküche will ich eigentlich nicht allzu oft an dieser Stelle bringen, aber heute ist einer unser Alltime-Favorites an der Reihe: AIG. Die ehemals größte Versicherung der Welt, die inzwischen aber das berühmteste Fass ohne Boden ist.

Heute berichtet CNBC das Gerücht, dass die AIG vor einem neuen Rekordverlust von

60.000.000.000 (60 Mrd.) Dollar

stehen soll. Und nicht ganz überraschend tauchen in diesem Zusammenhang direkt auch wieder Spekulationen neue Staatshilfen auf. Die AIG soll mit den Fed of New York, die auch bei den bisherigen Rettungsaktionen die Führung übernommen hat, bereits wieder verhandeln.

Der Verlust wird so gut wie sicher zu weiteren Rating-Herabstufungen sorgen und durch diese ist die AIG gezwungen, die Sicherheiten für bestimmte Geschäfte zu erhöhen. Diese Sicherheiten hat die AIG aber nicht. Es droht damit die Pleite und daran hängend das komplette Chaos im Finanzsystem, weil die AIG RIESIGE Versicherungsgeschäfte (u.a. die berühmt-berüchtigten CDS) abgeschlossen hat. Bei der letzten großen AIG Krise wurden in Deutschland einige ETCs (Exchange Traded Commodities) vom Handel ausgesetzt, weil das was der Anleger als "Kaffee"-ETC kauft, am Ende nur äußerst komplexe Versicherungsgeschäfte sind. Und die Gegenseite des Geschäfts ist ziemlich häufig AIG ... (AIG beeinfusst auch Rohstoff-ETFs - Handel eingestellt)

Für den (weiteren) Einstieg des Staats gibt es ein weiteres technisches Problem: Der Staat hält bereits knapp 80% und kann nicht weiter aufstocken (warum weiss ich nichts, habe ich damals schon mal gesucht, aber nichts zu gefunden, weiss zufällig jemand warum?).

Nächste Woche Montag kommen die Zahlen und dann wissen wir mehr ...

CNBC: AIG Seeks More US Funds As Record Loss Looms

Update (24.2.09)

Kleiner Exponential-Spaß bei Paul Kedrosky:
Infectious Greed: AIG Countdown to Annihilation

Update 2:

Noch ne deutsche Quelle:
FTD: AIG vor 100 Milliarden Jahresverlust

Die US-Bankpleiten in der Karte

Gute Gelegenheit die Bankenpleite des Wochenendes nachzutragen:

US-Bankenpleite Nr. 39:

Name: Silver Falls Bank,
Sitz: Silverton, Oregon,
Assets: 131 Millionen Dollar,
Käufer: Citizens Bank,
Schaden für die FDIC: 50 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer (Platz 36).

FDIC.gov: Citizens Bank, Corvallis, Oregon, Assumes All of the Deposits of Silver Falls Bank, Silverton, Oregon

Und jetzt noch der Anlass für den Nachtrag. Eine interaktive Karte der US-Bankpleiten. Könnte man noch besser machen, z.B. die Anzahl der Pleiten schon vorher in der Kleinansicht anzeigen. Relativ überraschend, dass Florida, einer der Staaten, die von der Immobilienkrise am härtesten getroffen ist, sich bei den Bankenpleiten noch relativ gut hält und Georgia so stark getroffen ist. Kurz: eine nette Spielerei für 2 Minuten ...

Die Karte: TheStreet.com: Interactive Bank Failure Map
Der Artikel: New: Interactive Bank Failure Map
Die Fundquelle: The Big Picture: Interactive Bank Failure Map

Ab Mittwoch wird verstaatlicht!

Nicht Opel, nicht in Deutschland, sondern der Bankensektor in den USA. Wobei die beiden ersten Sachen auch noch kommen ...

Damit scheinen sich die Prognosen der Beobachter zu bewahrheiten, die schon seit Monaten am Ende die vollständige Verstaatlichung des Bankensektors sehen. Vor 6 Monaten waren Roubini, Taleb, Whitney, etc. noch exotische Außenseiter, heute sind sie fast schon Mainstream. Obwohl der Mainstream wahrscheinlich die vollständige Verstaatlichung am Ende des Prozesses immer noch nicht wahrhaben will. Es wird aber so enden. Zumindest wenn man für das Geld des Staates eine Gegenleistung (also Kapitalbeteiligung) verlangt. Und das hat US-Finanzminister Geithner jetzt vor.

Über das Wochenende gab es einige Gerüchte um die Citigroup und eine weitere Stützungsaktion des Staats gegen eine höhere Beteiligung. Scheinbar ist das aber keine Speziallösung für die Citibank gewesen, sondern Teil des Bankenrettungsplans, dessen Details bei der Vorstellung vor etwa 2 Wochen komplett unklar blieben. Das Programm steht auch allen anderen Banken offen.

Der Kapitalbedarf wird dabei nicht von den Banken festgelegt, sondern durch die Stresstests, denen sich die Banken aktuell unterwerfen müssen. Haben die Banken danach einen Kapitalbedarf, können sie erst versuchen, selber Geld einzusammeln. Schaffen sie das nicht, springt der Staat in die Bresche. Dabei kauft er zuerst stimmrechtlose Aktien, die aber nach einer gewissen Zeit automatisch in Aktien mit Stimmrecht umgewandelt werden, wenn die Bank die Aktien nicht vorher zurückkaufen kann.

Das Positive an dem Programm ist ganz klar, dass der Staat nicht weiterhin Geld ausgibt, ohne dafür Gegenleistung zu bekommen. Von daher ist das Programm auf jeden Fall besser als zum Beispiel die unsägliche Rettungsaktion für die Hyporelestate.

Die Börsianer reagieren positiv auf die Nachricht, weil das Thema kurzfristige Enteignung vom Tisch ist. Meiner Meinung nach werden am Ende des Prozesses die meisten Banken aber sowieso verstaatlicht sein. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben ...

FTD: USA bereiten Masseneinstieg vor

Update (16:59)

Link zur Originalpressemitteilung:

Federal Reserve: Joint Statement by the Treasury, FDIC, OCC, OTS, and the Federal Reserve

Update (22:45)

Marketwatch: Stress test could lead to some bank nationalization

Helau!

DerWesten: Klaus Wehling reitet auf dem Goldesel

Und die Bekloppten, die den Wagen auf dem Bild gebaut haben, kenn ich sogar. War der einzige Wagen, der auch in Düsseldorf hätte mitfahren können. Sowohl die Besatzung als auch der Wagen waren super!

Und dass Becker und Jüneman am Freitag ebenfalls was zum Karneval hatten, kommt nicht ganz überraschend ...

WDR 2 Kabarett: Becker/Jünemann

Sonntag, Februar 22, 2009

Zahl des Tages (22.02.09): 46

Ein kurzer Rückblick auf das, was die aktuelle Krise ausgelöst hat: Immobilienpreise, die durch die Decke gingen. Befeuert durch niedrige Zinsen und durch Subprime-Kredite neu erschlossene Käuferschichten. Auch wenn es Märkte gibt, in denen sich die Preise langsam wieder sinnvollen Größenordnungen annähern, gibt es zumindest in Teilbereichen noch Preise, die deutlich zu hoch sind.

Zum Beispiel in Manhattan, einem der Immobilienmärkte, der lange stabil blieb. Dort waren es auch nicht die "neu erschlossenen" Käuferschichten, die die Preise trieben, sondern schlicht ein begrenztes Angebot das auf genügend viele zahlungskräftige Investmentbanker traf. Nur haben diese inzwischen auch ein Problem ...

Das Angebot an höchstpreisigen Appartments in New York steigt: Aktuell werden 795 (nach 518 vor einem Jahr) Appartments angeboten, die mehr als 5 Millionen Dollar kosten sollen. Die Nachfrage sinkt parallel zu den sinkenden Boni der Investmentbanker (sofern diese überhaupt noch einen Job haben).

Der Preisverfall hat aber gerade erst begonnen. Wenn man sich das Verhältnis von durchschnittlichem Appartmentpreis zum durchschnittlichen Einkommen anschaut, ist dieses mit 7,7 immer noch sehr hoch. Das langfristige Mittel in New York liegt bei etwa 4 (landesweit bei etwa 3). Und daraus berechnet sich die heutige Zahl des Tages ...

Sollten die Preise in New York auf das langfristige Mittel zurückfallen, ergibt sich ein Korrekturpotenzial von

46%.

(wobei zu dieser Rechnung noch Nachkommastellen gehören müssen, dann eigentlich ist 7,7 --> 4,0 ein Minus von 48%; aber so genau will ich es mal nicht nehmen. Ich bin heute so großzügig wie die Stürmer RWO, die es tatsächlich geschafft haben, nicht nur den 8. Sieg der Saison, sondern auch den ersten(!) mit 2 Toren Vorsprung einzufahren)

Creditwritedowns: Manhattan real estate in freefall

Buchtipp: The Disciplined Investor (kostenlos!)

Das ist doch mal etwas: Ein Buch umsonst und sogar ein gutes. Nachteil: Es ist auf Englisch.

Da ja niemand von Euch Bücher kauft (zumindest passiert über den Amazon-Link in meinem Blog nichts), könnt ihr das jetzt lauscheppen ;-)

Andrew Horowitz "The Disciplined Investor" (.pdf file)

Oder liest hier niemand Bücher?

Danke für den Hinweis an Olaf von Trader's Quest:

Samstag, Februar 21, 2009

Zahl des Tages (21.02.09): 27.800.000.000

Die Jahresstatistik für 2008 des BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V. ist zwar schon ein paar Tage alt, die Zahl ist aber immer noch spannend, weil sie zeigt, wie extrem im letzten Jahr die Risikoaversion der Privatanleger war.

27.800.000.000 (27,8 Milliarden) Euro

haben die deutschen Anleger auf offenen Investmentfonds abgezogen.

Diese Summe geht aber fast ausschließlich auf die Abflüsse bei den Geldmarktfonds in Höhe von 26,5 Mrd zurück. Aktienfonds haben angesichts der schwachen Börsenentwicklung nur überraschend harmlose 2,3 Mrd. Euro verloren. Da haben sich die deutschen Anleger früher prozyklischer verhalten. Vielleicht sind die Papiere jetzt wirklich schon in den berühmten festen Händen und die zittrigen sind bereits raus.

BVI: Absatzstatistik per 31.12.2008

Mozzak zum Wochenende

Suuuuper Wortspiel ;-)

Der Gott hat eine neue Platte. Und nachdem Gott ein gutes Jahrzehnt lang gelangweilt war und gelangweilt hat, sind die Platten der letzten 5 Jahre wieder gut ...

Hier die neue Single "I'm Throwing My Arms Around Paris" als Video:



Und zum Reinhören die ganze neue Platte hier: Morrissey: Years of Refusal

oder kaufen bei Amazon hier: Years of Refusal

Freitag, Februar 20, 2009

Zahl des Tages (20.02.09): 1000

OK, nur zwei Tage nach der 25.000 beim Gold eine zugegebenermaßen relativ langweilige Zahl (die vor allem auch ungefähr überall kommen wird). Aber als Goldbug muss ich das einfach bringen ...

Auch in Dollar gerechnet ist das Gold jetzt ganz klar wieder auf Kurs zum Allzeithoch. Heute wurde die Marke von

1.000 Dollar

überschritten. Wenn auch nur kurzzeitig und wenn auch bei meinem bevorzugten Edelmetallkursprovider Kitco.com nicht im Chart sichtbar .

Aber wenn's das Wall Street Journal meldet ...

Nein, es stimmt schon, nur muss man wissen, was man als Preis nimmt. Ktico nimmt den jeweils nächsten Termin (also im Moment noch Febraur 2009), Das Wall Street Journal nimmt den liquidesten Kontrakt an der COMEX und das ist (mit Abstand) der April 2009. Und der hat heute bereits im Tageshoch 1000,30 Dollar gekostet.

Update (16:44)

FTD: Gold erreicht 1000-Dollar-Marke

Update (18:43)

Handelsblatt: Gold-Future steigt über 1000 Dollar

10:51 zur Kreditkrise

Stammleser wird's langweilen, alle, die es woanders schon gesehen haben, ebenfalls.

Trotzdem ist das grafisch schön und intelligent gemacht und erklärt gut, wie das mit den Hypotheken und den CDOs am Anfang funktionierte (Eltern mit einem Kind) und warum das später schief ging (verantwortunglose=rauchende Eltern mit einem Haufen Blagen).

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings: Die Rolle, die die Ratingagenturen in dem Prozess spielten, wird nicht kritisch genug gewürdigt. Denn diese waren ja nicht nur dafür verantwortlich für das Rating auf der jeweiligen CDO-"Scheibe", sondern auch für die Dicke der Scheibe. Und damit waren Tür und Tor für zu positive Bewertungen geöffnet.


The Crisis of Credit Visualized from Jonathan Jarvis on Vimeo.

gefunden Spreeblick: Die Finanzkrise visualisiert: The Crisis of Credit

Donnerstag, Februar 19, 2009

HRE Bilanzsumme eine Billion?

Bisher konnte man hier und da lesen, dass die Bilanzsumme der HRE läppische 400 Mrd. Euro beträgt. Damit wäre die HRE, nach Bilanzsumme Stand 2007, die acht größte Bank Deutschlands. Die größte Bilanzsumme hatte 2007 die Deutsche Bank, mit etwas mehr als zwei Billionen Euro.

Gestern berichtete die Hannoversche Allgemeine, mehrere Finanzexperten des Bundestages hätten bestätigt, wonach die HRE Kredit- und Derivatgeschäfte in Höhe von einer Billion Euro, insbesondere in „außerbilanziellen Geschäften“, abgeschlossen habe. Damit wäre die HRE, wenn wir wieder die Rankliste der Bilanzsummen aus dem Jahr 2007 zu Grunde nehmen, auf Platz 2 der größten Banken Deutschlands. Halleluja! Schon erstaunlich, dass diese Meldung kaum Beachtung bisher in der Presselandschaft fand.

HAZ: Hypo Real Estate erschreckt Berlin: Eine Billion verliehen

Derweil hat Teilhaber J.C. Flowers einen Preis genannt, den er gerne für seine Aktien hätte. Er fordert in einem Brief einen Preis von 2,97 Euro je Anteil (Schlusskurs Heute 1,60 Euro). Begründung: Der Durchschnittspreis, der in den zwei Wochen, vor dem Aufkommen der Verstaatlichungsgerüchte, müsse nach seiner Meinung als Grundlage für eine Entschädigung dienen.

Eine Unverschämtheit wie ich finde. Herr Flowers müsste sich über jeden Cent freuen, der über 0 Euro liegt, denn ohne Staatshilfe wäre der Laden genau soviel Wert.


FAZ: Flowers wehrt sich gegen Enteignung

Update (20.02.09; egghat)

Boerse.ard.de: HRE-Bilanz außer Kontrolle

Wenn man den Artikel schon als Erster hatte, kann man sich wenigstens noch an den Rivva-Aggregator hängen ...


Update (20.02.09 20:58; egghat)

Es gibt ein Dementi, das ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten will:


"Hypo Real Estate stellt Fakten zu Absicherungsgeschäften klar

München, 20. Februar 2009 – Die Hypo Real Estate Group hat Meldungen
der Hannoverschen Allgemeinen zu ihren Derivatepositionen klargestellt.
Diese Aussagen würden die Derivatepositionen des Unternehmens falsch
interpretieren, teilte die Hypo Real Estate Group am Freitag mit. Tatsächlich
dienten diese Derivategeschäfte zum weit überwiegenden Teil der
Absicherung von Kredit- und Marktrisiken und würden darüber hinaus
regelmäßig im Geschäftsbericht ausgewiesen.

Die Hypo Real Estate Group sichert, so wie andere Banken und
Marktteilnehmer auch, mit Derivategeschäften Kredit- und Marktrisiken ab,
die zum Beispiel aus Veränderungen bei Zinssätzen und Währungskursen
resultieren. Solchen Absicherungsgeschäften stehen Grundgeschäfte
gegenüber. Die Absicherung zielt auf die Vermeidung von Risiken ab, nicht
auf das Eingehen zusätzlicher Risiken.

Aktuell beträgt das Nominalvolumen an Derivaten bei der Hypo Real Estate
Group rund 1 Billion Euro. Entsprechend der Bilanzierungsvorschriften wird
der Marktwert der Derivate in der Bilanz erfasst und nicht das
dahinterliegende Nominalvolumen. Das Nominalvolumen der Derivate
veröffentlicht die Hypo Real Estate im Geschäftsbericht. Derivatepositionen
werden nach den gängigen Marktregeln zumeist mit zusätzlichen
Sicherheiten unterlegt, Liquiditätsbelastungen resultieren also nur aus
Martkwertveränderungen. Derivate bedürfen nicht einer Refinanzierung des
Nominalwertes. "
Quelle:
Hypo Real Estate stellt Fakten zu Absicherungsgeschäften klar(PDF!)

Auch wenn ich glaube, dass die HRE mehr Leichen im Keller hat als sie zugibt, ist die Story der HAZ aber wohl eher eine "Stille-Post"-Geschichte, die aufgeregte Politiker an aufgeregte Journalisten weitergetragen haben. Die Politiker verstehen die Derivate nicht, die Journalisten auch nicht. "Viel Lärm um nichts" würde ich nicht sagen, sondern eher "Viel Lärm um aktuell noch wenig". Beruhigend finde ich die Derivatepositionen aber trotzdem nicht ...

Zahl des Tages (19.02.2009): +0,4

Es wird mal wieder Zeit für eine Zahl, die zum (wenn auch vorsichtigem) Optimismus Anlass gibt.

Die Frühindikatoren für die US-Wirtschaft im Januar kamen heute mit einem Wert von

+0,4.

Die Frühindikatoren sollen das Wachstum (oder die Schrumpfung) in etwa einem halben Jahr angeben. Allerdings muss man einschränken, dass diese den Einbruch nicht wirklich vorhergesagt haben. Es gab zwar Minuszeichen, aber nicht in der Größe, wie sie das BIP dann am Ende lieferte.

Grund für Optimismus gibt allerdings die Tatsache, dass es bereits das zweite Plus in Folge ist. Der Dezemberwert wurde sogar noch leicht auf 0,2 nach oben korrigiert.

Den größten Einfluss auf das Plus hatte mit +0,54 die stark wachsende Geldmenge, die auch der wichtigste Bestandteil des Indikators ist. Eine wachsende Geldmenge sorgt in normalen Zeiten für eine gute Verfügbarkeit von Geld und Krediten, dem Schmierstoff für die Wirtschaft. Ob das Geld auch dieses Mal in der Wirtschaft ankommt, wird sich noch zeigen. Auch die Zinsen haben zum Plus beigetragen (+0,23), weil die Zinskurve steiler geworden ist ( Zinsen für kurze Laufzeiten sind viel niedriger (sprich bei Null) als die für lange Laufzeiten).
Da diesen beiden Teile zusammen schon 0,77 Punkte ergeben, kann man sich leicht ausmalen, wie die anderen Bestandteile aussehen. Entweder ganz leicht im Plus oder mehr oder weniger deutlich im Minus.

Die Frühindikatoren sind im Moment nur eine Wette darauf, dass die Finanzmärkte, genauer die Kreditmärkte, wieder normal funktionieren. Das Fundament dafür ist gelegt. Die Börsianer fassen das oft so zusammen:

"Man kann die Pferde nur zur Tränke führen, saufen müssen sie selbst."

Ich befürchte nur, dass sie dieses Mal nicht saufen. Oder um exakter im Bild zu bleiben: Die Tränke ist kaputt. Es ist zwar Wasser drin, aber jemand hat den Tropfhahn zugedreht.

Marketwatch: January leading indicators up; recession's intensity to ease

Marketwatch: Leading indicators are a head fake

Oder direkt zur Quelle: Conference Board: Leading Indicators for January 2009

Update (20.2.09)

Noch eine Diskussion über die Bedeutung der Geldmenge als Ergänzung zum Artikel:

Marketwatch: Money supply, in vogue again?

Der Zebrastreifen, über den niemand normal gehen kann

Ist das der berühmteste Zebrastreifen der Geschichte? Auf jeden Fall der berühmteste der Musikgeschichte ... (OK, es ist ein Zusammenschnitt, aber trotzdem spaßig und außerdem nette Musik im Hintergrund)



Kottke.org: Abbey Road cliche on repeat

HRE Rettungscounter today: + 20.000.000.000

Langsam ist der kurzfristige Finanzbedarf der HRE gedeckt, zumindest der, der bereits vor einem Jahr für jeden ersichtlich in der Bilanz stand. Von den 135 Milliarden Verbindlichkeiten, die Ende September in der Bilanz stehen, ist der überwiegende der Teil (also quasi alles, was bis zu einem Jahr Laufzeit hatte) inzwischen finanziert. Es könnte also gut sein, dass in dem Fass ohne Boden jetzt doch ein Boden sichtbar wird. Es sei denn, die HRE muss nochmal massiv abschrieben (was nicht ausgeschlossen ist ...) und dadurch entsteht neuer Finanzierungsbedarf.

Die Nachricht mit den weiteren 20 Milliarden ist zwar noch nicht offiziell, aber ohne Dementi kann man dem Gerücht wohl guten Gewissens Glauben schenken.

Damit steht der Zähler für Kapitalhilfen und Garantien jetzt bei 122.000.000.000 (122 Milliarden) Euro.

FAZ: Die Enteignung der HRE-Aktionäre rückt näher

Dass nach 122 Mrd. Euro Steuergeldern noch jemand ERNSTHAFT Probleme mit einer Enteignung hat, ist für mich völlig unverständlich. Will wirklich jemand daran zweifeln, dass die Firma bei normalem Geldfluss (Geld gegen Eigenkapital) nicht schon lange dem Steuerzahler gehören würde? Und in dessen Hände gehört die Firma auch. Ich empfinde die Kritik an der Verstaatlichung im Gegenteil als ziemliche Frechheit. Wer Verantwortung für das Steuergeld (für das ja nicht der Staat gearbeitet hat, sondern wir alle!) hat, muss im Gegenteil sogar fordern, dass das Geld nicht einfach ohne Kontrolle aus dem Fenster geworfen wird. Geld nur gegen Einfluss! (und die mögliche spätere Rendite, wenn der Laden wieder privatisiert wird). Im Fall HRE gegen eine Verstaatlichung zu sein, ist meiner Meinung nach ein Affront dem Steuerzahler gegenüber.

Aber scheinbar sind die lautesten Rufer in dieser Republik diejenigen, deren geistiger Horizont nicht weiter reicht als "Verstaatlichung ist böse". Das hat man im Kampf gegen den Sozialismus in den 60er und 70er-Jahren verinnerlicht und daran darf jetzt niemand mehr rütteln. Scheinbar egal, dass man mit der Beschränktheit das gefährdet, was man zu retten glaubt (die Marktwirtschaft) und scheinbar ebenfalls egal, dass die Marktwirtschaft in Schweden bei der Verstaatlichung des gesamten Bankensektors Anfang der 90er Jahre auch nicht gestorben ist und scheinbar ebenfalls egal, dass es die reine Marktwirtschaft nicht einmal mehr in den neoliberalen Vorzeigestaaten USA und Großbritannien gibt; im Gegenteil: In keinem anderen Land sind so viele so große Banken verstaatlicht worden wie dort.

Robert von Heusinger kommt ebenfalls nicht mehr aus dem Kopfschütteln raus:
FR-Online: Unverfrorene Lobbyisten

Update (12:05)

Bei Weissgarnix.de hat Frank Luebberding auch was zum Thema:

Weissgarnix.de: Deutsche Phantomschmerzen

Mittwoch, Februar 18, 2009

Zahl des Tages (18.2.09): 25.000

Erwähnte ich eigentlich schonmal, dass Negativer Realzins - Gut für Gold! ist? Ach ja, erinnere mich, steht direkt auf der Startseite ;-)

Zum ersten Mal seit Julius Caesar ist der Goldpreis heute über

25.000 Euro

je Kilobarren gestiegen.

In Dollar sind wir noch ein wenig weg vom Allzeithoch, in Euro hat Gold das längst hinter sich gelassen.

(Bin heute schon wieder auf einem Geburtstag und echt froh, dass das Gold mir am Abend den Gefallen getan hat und über 25.000 Euro gestiegen ist. Eine andere Zahl hätte ich nicht in der Hinterhand gehabt ... Dann kann ich mich jetzt dem Bier zuwenden ;-) )

S&P: MBIA (fast) Junk

Aus meinen angekündigsten Pleiten des Jahres wurde ja nix. Zumindest nicht 2008, aber meiner Meinung nach ist das nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Die Kreditversicherer können ohne ein AAA Rating nicht überleben, weil dann nicht nur der Umsatz, sondern auch die Marge kollabiert.

Das hat jetzt auch die Ratingagentur Stadard & Poor's bemerkt und berücksichtigt das in der neuen Einschätzung. Wörtlich heißt es: "No new business written." Das dürfte die einzig realistische Einschätzung des Neugeschäfts sein, nachdem ein Kreditversicherer wie MBIA sein Top-Rating verloren hat. Die ganze Zwickmühle kann man (wie nur wenige Probleme auf der Welt) in nur einem Satz treffend zusammenfassen: Darf eine Firma ein Triple-A-Rating haben, dessen Geschäftsmodell darauf beruht, ein Triple-A-Rating zu haben? Die Antwort ist natürlich ähnlich knapp: Nein, darf sie nicht.

Zur Nachricht: MBIA wurde herabgestuft und zwar auf allen Ebenen: Die Holding wurde von A- auf BB+, die Municipal Abteilung MBIA Illinois von AA auf AA- und die Kreditversicherungstochter (um die es hier geht) von AA auf BBB+. (Wieso schreibt FT Alphaville Junk, BBB+ ist doch noch kein Junk, oder?)

FT Alphaville: MBIA gets junked

In einem anderen Rating von Moody's für die Finanzstärke des Versicherungsgeschäfts (also nicht direkt die Schuldnerqualität der Firma) ist MBIA schon länger Müll: (Und ... MBIA auch Junk).

Ich glaube, dass MBIA die aussichtslose Lage (insgeheim) auch klar ist. Zumindest interpretiere ich die andere Nachricht von heute zum Thema MBIA so. Danach will MBIA das Versicherungsgeschäft für die öffentlichen Schuldner (Municipal Bonds) MBIA Illinois komplett aus der Holding herauslösen und mit Kapital "well above the levels required for a AAA rating" ausstatten. Nur woher das kommen soll, konnte ich bisher aber nicht klären. Kapitalerhöhung?!?

Für mich sieht das Modell ganz klar nach Good bank/Bad bank aus. Und ich bin nicht der Einzige, der so denkt, daher betont Jay Brown (CEO von MBIA) auch, dass genau das nicht der Fall sei. Glaubt ihm kein Wort! Zumindest solange die Geldquelle nicht geklärt ist. Sollte MBIA 10 Mrd. aus dem Rettungsfonds bekommen, kann das natürlich doch noch funktionieren. Am freien Markt mit freien Kapitalgebern ist/wäre das Geschäftsmodell aber nicht mehr darstellbar.

Ich bin ziemlich skeptisch was das Geschäftsmodell betrifft (merkt man, oder?) und glaube sogar, dass MBIA nicht einmal eine Chance hat, eine "Good Bank" zu gründen. Die Municipals mögen unter normalen Umständen eine relativ risikofreie Nummer sein, die Umstände sind aber nicht normal. Zum Beispiel steht immerhin die (wenn sie unabhängig wäre) siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt, nämlich Kalifornien, kurz vor der Pleite. Und auch den Städten und Counties brechen die Steuereinnahmen weg, da diese zum großen Teil auf den Immobilienpreisen basieren. Auf MBIA werden auch im Geschäftsbereich "Municipal Bonds" bisher unvorstellbare Risiken einstürzen.

Marketwatch: MBIA splitting off muni insurance business

Schlussendlich will MBIA die neue Municipal Abteilung in National Public Finance Guarantee Corp. umbennen, wohl um meine tolle Suche (s.u.) nach MBIA kaputt zu machen ;-)

Die ganze Story hier: Einmal für MBIA und einmal für Ambac ("angekündigste Pleite des Jahres").

Was hat sich der Spiegel denn dabei gedacht?

Will die Presse hier (verzweifelt) einen Skandal konstruieren?!?

"Der Autozulieferer Schaeffler ist trotz Staatshilfe in seine Schieflage geraten: Im vergangenen Jahr bekam der Konzern 1,9 Millionen Euro vom Bund."
Ich hab's gelesen und erst beim zweiten Auftauchen im Text wurde mir klar, dass da Millionen steht und nicht Milliarden. Will der Spiegel jetzt wirklich aus 1,9 Millionen Zuschüssen, die überwiegend zu Forschungsprojekten beigesteuert wurden, eine "Staatshilfe" konstruieren? Schäffler/Conti hat 22 MILLIARDEN Euro Schulden, da sind die 1,9 Millionen nicht einmal Peanuts. Eher ein Sandkorn in der Wüste.

Vorliegen hat das Papier die Rheinische Pest äh Post, die den Artikel im Online Angebot allerdings ziemlich gut versteckt hat ...

RP-Online: Schaeffler-Gruppe erhielt Subventionen

Spiegel: Schaeffler erhielt 1,9 Millionen Euro Subventionen

GM will 30 Milliarden Dollar. Und ich würde wetten, dass Opel auch mehr als 1,9 Millionen Forschungszuschüsse bekommen hat. Die 1,9 Millionen bei Schaeffler sind echt keine News wert. Vor allem keine Schlagzeile ... Also so ein 8 Milliarden Betrug vielleicht, aber den verpennt man ja ...

Dienstag, Februar 17, 2009

It's all over now, Stanford Group

Erst rumorte es in den USA, dann ermittelte die Fed, dann war Wochenende, dann wachte beim Handelsblatt jemand auf und berichtete und das war fast schon zu spät ... Denn mit der heutigen Pressemitteilung der SEC dürfte klar sein, dass die Stanford International Bank der befürchtete 8 Milliarden Dollar Betrug werden dürfte ...

Zuerst gab's die Story hier:

Mittwoch, 11.2.09: Rebellmarkt: Hübsch

Zuzweit ;-) bei mir: Der nächste 8 Mrd. Schwindel? Oder 50 Mrd?

Sonntag, 15.2.09: Handelsblatt: SEC ermittelt bei Standford Financial

Montag, 16.02.09: Rebellmarkt: Stanford und anderes

Dienstag, 17.2.09: Rebellmarkt: Die fette Frau der SEC singt

Dass mein Artikel schon von heute morgen war, aber wegen eines Geburtstags in den Abend verschoben, nimmt mir natürlich jetzt ein wenig des guten Images, aber nichtsdestotrotz (was für ein schönes Wort ...) hat die Blogosphäre diese Story schneller und besser gegriffen als die Mainstreammedien ...

Update zu Stanford International

Also lest die guten Blogs (eine Auswahl rechts in der Leiste). Es lohnt sich.

Oder geht direkt zur Quelle, z.B. hier:

SEC: SEC Charges R. Allen Stanford, Stanford International Bank for Multi-Billion Dollar Investment Scheme

Update (18.2.09)

Heute trudeln natürlich die Nachrichten hinterher ...

Handelsblatt: USA: Neuer Milliarden-Betrugsfall?

Handelsblatt: Lektionen in Veruntreuung

Oder den ganzen Überblick bei Google News: Google News zu den SEC Ermittlungen gegen Stanford

Und noch einen US-Link, der wie üblich deutlich mehr Details enthält ...

Marketwatch: SEC charges Stanford in alleged $8 billion scheme

Update zu Stanford International

Kleines Update zu Der nächste 8 Mrd. Schwindel? Oder 50 Mrd?:

Da zumindest in den USA der mögliche Skandal um die Stanford International Bank einige Aufmerksamkeit erzeugt hat, beginnt jetzt (wie zu vermuten/befürchten) war der Run auf die Bank. Wie heisst der alte Spruch: Bloß keine Panik bekommen und wenn doch, dann bitte als Erster ...

WSJ: Stanford Depositors Head to Antigua for Redemptions

gefunden über FT Alphaville:Stanford depositors seek redemptions

Und eine schöne Zusammenfassung der Lage gibt es hier:

Portfolio.com: Sunday Stanford gefunden über Rebellmarkt: Stanford und anderes

Darin ein paar Klarstellungen, u.a. die, dass es sich kaum um 50 Milliarden Dollar handeln dürfte wie zwischenzeitlich berichtet wurde. Das ist zwar der Wert des gesamten Stanford-Firmenimperiums, aber Bank und Hedgefonds dürften zusammen eher auf 15 Milliarden Einlagen kommen. Der Rest ist eher "Realwirtschaft" und damit zumindest tendeziell unkritischer (auch wen Worldcom und Enron auch zunächst aussahen wie eine seriöse Firma).
Was Anlass zu etwas Hoffnung gibt, ist die Länge der Untersuchungen. Ein einfaches Schneeballsystem wie Madoff müsste eigentlich schneller aufzuklären sein. (Aber vielleicht kann die Fed auch nicht glauben, was sie da sieht)

Interessant auch, dass nach den Informationen in der Bilanz die Laufzeit der Kundeneinlagen bei der Stanford International Bank eine längere Laufzeit haben als die Kredite. Die SIB wäre damit nicht anfällig für einen Bankrun (was ziemlich außergewöhnlich wäre), sie stellt damit quasi das Gegenteil der HRE/Depfa dar, die genau daran gescheitert ist: Langfristige Ausleihungen bei kurzfristiger Geldbesorgung.

Wir werden sehen ...

Update (18:31)

Der Artikel war für heute Abend geschedult. Hat sich aber erledigt, denn es IST Fraud, Beschiss. 8 Mrd. Dollar heiße Luft! (voraussichtlich)

SEC: SEC Charges R. Allen Stanford, Stanford International Bank for Multi-Billion Dollar Investment Scheme

Schreibe nachher noch was, wenn mir die gerade laufende Geburtstagsfeier noch einen Kopf lässt, der klar genug dazu ist ;-)

Ratingagenturen im Winterschlaf: LLoyds verliert AAA

Na geht doch.

Nachdem die Aktie bereits Dezember über 90% Wertverlust zu verkraften hatte (von 6,25 Pfund ging es auf unter 40 Cent), hat LLoyds jetzt doch tatsächlich das AAA Rating von Moody's verloren. Komisch nur, dass das erst jetzt passiert ist. Bei LLoyds sagte der Börsenkurs schon seit Monaten "raus!", spätestens seit der HBOS-Übernahme und den dramatischen Verlusten, die in diesem Zusammenhang auftauchten, rief die Börse nicht mehr, sondern schrie.

Und die Ratingagentur, die uns eigentlich warnen sollte, trabt nur müde hinterher und schafft es erst jetzt, diesem Pennystock das bestmögliche Rating zu entziehen ...
Danke, war sehr hilfreich :-(
Ich würde dafür keinen Penny zahlen, weder für LLoyds, noch für die Ratings.

FT Alphaville: Lloyds loses top credit rating

Zahl des Tages (17.02.09): 52

Da Russland schon häufiger ein Thema hier war, passt die Zahl ganz gut.

Die Zahl der Milliardäre in Russland ist 2008 von 101 um

52

auf 49 gesunken. Die Anzahl hat sich damit mehr als halbiert, das Vermögen der reichsten 10 ist gar um zwei Drittel auf "nur noch" 75,9 Milliarden Dollar gefallen.

Reichster Russe ist jetzt Michail Prochorow mit einem Vermögen von 14,1 Milliarden Dollar. Der Vorjahres"sieger" Oleg Deripaska hat sein Vermögen von 40 auf 4 Milliarden Dollar gezehntelt(!).

Der bekannteste reiche Russe, Roman Abramowitsch, wird aktuell auf 13,9 Milliarden (Platz 2) nach 24 Milliarden Dollar im Vorjahr geschätzt.

Spiegel: Arme Oligarchen

siehe dazu auch: Krise: Selbst der FC Chelsea muss sparen oder meine anderen Postings zum Thema Russland

Montag, Februar 16, 2009

Drunk as a skunk ?

Medikamente? Oder einfach nur müde?

Der japanische Finanzminister Shoichi Nakagawa beim G7/G8 Treffen:



Meine These: Ihm hatte eine Stunde vorher jemand gesagt, dass das japanische BIP im 4. Quartal um 12,3% gefallen ist. Da hat er einfach so getan, als wäre er komplett dicht ... Vielleicht hören die Journalisten dann ja schneller auf, blöde Fragen zu stellen ;-)


Handelsblatt: Japan: Lallender Finanzminister unter Druck

Update (16.02.09)

Und zurückgetreten.

WSJ: Nakagawa to Resign After G-7 Behavior

Update 2 (10:00)

oder hier

Handelsblatt: Japan: Lallender Finanzminister tritt zurück

Update 3 (11:04)

Jetzt weiss ich, woran mich das erinnert:

Zahl des Tages (16.02.09): 12

Hmmm, nach der großen Zahl von gestern soll wieder eine kleine folgen:

Weniger als

12

Stunden Zeit hatten die US-Senatoren, um das 1100 Seiten dicke US-Konjunkturprogramm zu lesen. (Die 1100 war erst die Zahl des Tages, aber ich wollte ja eine kleine ...)

Angesichts der Verhandlungen, die erst im Kongress und dann im Senat und dann zur Kompromissfindung zwischen beiden stattfanden und der permanenten Änderungen, die vorgenommen wurden, kann man wohl mit Sicherheit sagen, dass der folgende Senator die Wahrheit sagt, auch wenn das unter Senatoren unüblich ist ;-)



Niemand, der darüber abgestimmt hat, egal ob mit Yes oder No, hat das gelesen. Niemand. Bei dem Umfang dürfte selbst teilweise ein zu positive Formulierung sein. In Ausschnitten passt wahrscheinlich besser ...

Es geht ja auch nur um 789.000.000.000 (789 Mrd) Dollar ...

Sonntag, Februar 15, 2009

Stress. Stress. Stress.

Einer der Bestandteile des 1-Billionen-Dollar-US-Rettungspakets sind strengere und häufigere Stresstests für die US-Banken. Wie diese genau aussehen, ist noch unklar, aber das Rating- und Researchunternehmen Creditsights hat einen solchen, selbst entwickelten Stresstest mal durchgespielt, um herauszufinden, welche Banken noch Verluste vor sich haben.

Die kurze Version:

Alle (großen).

Die lange Version:

Wells Fargo: 119 Milliarden Dollar,
Bank of Amerika: 99 Milliarden Dollar,
JPMorganChase: 124 Milliarden Dollar,
Citigroup: 101 Milliarden Dollar,
Goldman Sachs: 47 Milliarden Dollar,
Morgan Stanley: 34 Milliarden Dollar.

Da wollen wir doch mal keine Angst haben, das passt scho mit dem 1 Billionen Dollar Rettungsplan zusammen ... Und auch wenn die Zahlen an sich ziemlich hoch sind, wären sie sogar fast schon mit den bereits gewährten Mitteln aus dem 750 Mrd. TARP zu decken. Ich würde sogar sagen, dass wenn es sich wirklich um Worst Case Annahmen handeln sollte, wäre das sogar eher eine positive Zahl ...

Aber was ist Worst Case? Ein Immobilienpreisrückgang um insgesamt 30, 40 oder 50%? Die Arbeitslosenquote steigt auf 8, 10 oder 15%? Ein Staat macht Pleite? Keiner? Oder direkt mehrere? Man weiss es nicht ... Und somit kann man die Glaubwürdigkeit der Zahlen nicht weiter beurteilen.

NYTimes Dealbook: Under One Stress Test, Big Banks Look Anemic:

Danke für den Hinweis an meinen Leser FJ!

Die Deutsche Bank aus Zuffenhausen ...

Die Deutsche Bank verliert Geld im Eigenhandel, Porsche macht es da ...

Immerhin 392 Millionen Euro hat Porsche im Januar mit Optionsgeschäften auf verschiedene (welche ist wohl unklar) DAX-Werte gemacht. Das kann man zwar nicht auf's Jahr hochrechnen, aber das würden fast 5 Milliarden im Gesamtjahr ergeben.

Wahrscheinlich haben die ihre Supercomputer mal in der Nacht, wenn's aus dem Windkanal nix mehr zu verarbeiten gab, auf die Börse losgelassen und dabei den Stein der Weisen entdeckt ;-)

FTD: Porsche wettet auf weitere Dax-Titel

Musik zum Wochenende ...

Fast schon wieder vergessen, dabei hatte der gute Peter doch am Freitag Geburtstag und irgendwas von ihm wollt ich schon immer posten. Zwar muss ich bei Sledgehammer k***en (OK, ich übertreibe), aber auf den LPs sind immer echte Gems versteckt.

Red Rain ist einer dieser Edelsteine. Und da es mir am Wochenende in einer sehr schönen Version über den Weg gelaufen ist und darin zufällig eine meiner (muss man inzwischen ehemaligen sagen?) Lieblingsbands kommt ...

Here it is:



Mag besonders die Stelle, an der Peter Gabriel als Tom Waits Double in den Song einsteigt ...

Peter Gabriel muss man schon allein aus einem Grund verehren: Er hat Kate Bush entdeckt. Update: Stimmt nicht, sagt Stefan Winterbauer und Wikipedia bestätigt das. Kate Bush wurde von David Gilmour, Pink Floyd, entdeckt. Update Ende.

Übrigens gibt es das Lied nicht nur als (Halb-)Coverversion bei Youtube:



Update (22:42)

Fundstelle war hier: C0T0S0D0: Happy birthday Mr. Gabriel

Zahl des Tages (15.02.09): 325.000.000.000

Mal wieder eine große Zahl. Ist wohl das Zeitalter der großen Zahlen ;-)

325.000.000.000 (325 Milliarden) Dollar

will die japanische Regierung im Haushaltsjahr 2009 (beginnt in Japan immer im April) zusätzlich ausgeben.

Da muss die Merkel sich ja geradezu schämen bei den mickrigen paar Milliarden, die in Deutschland in die Hand genommen werden ...

Marketwatch: Japan reported planning additional stimulus

Aareal Bank greift in den Rettungsfonds

Nun also auch die andere Hälfte der ehemaligen Depfa-Bank. Aareal und Depfa waren früher eine Bank und wurden dann aufgeteilt. Nach einer Zeit landete die Depfa bei der HypoRealEstate und droht diese nun in den Abgrund zu reissen. Dass die Depfa-Bank als Immobilienfinanzierer ungeschoren durch die Krise kommen soll, erschien schon lange als unwahrscheinlich ...

Die Aareal Bank erhält vom SoFFin 525 Millionen Euro stilles Eigenkapital. Dazu gibt es noch einen Garantierahmen von 4 Mrd. für neue Kapitalanlagen.

FAZ: Aareal-Bank beantragt Staatshilfen

Samstag, Februar 14, 2009

Zahl des Tages (14.02.09): 4

Immer wieder Samtags kommen ein paar Bankpleiten in den USA. Heute sind es direkt 4; ein neuer Rekord. Die Todesliste hat allerdings ein vergleichsweise schwaches Wochenende ...

US-Bankenpleite Nr. 35:

Name: Riverside Bank,
Sitz: Cape Coral, Florida,
Assets: 539 Millionen Dollar,
Käufer: TIB Bank,
Schaden für die FDIC: 201,5 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer (Platz 58).

US-Bankenpleite Nr. 36:

Name: Sherman County Bank,
Sitz: Loup City, Nebraska,
Assets: 130 Millionen Dollar,
Käufer: Heritage Bank,
Schaden für die FDIC: 28 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Kein Treffer, Serie gerissen.


US-Bankenpleite Nr. 37:

Name: Corn Belt Bank and Trust Company,
Sitz: Pittsfield, Illinois,
Assets: 271 Millionen Dollar,
Käufer: The Carlinville National Bank,
Schaden für die FDIC: 100 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Auch kein Treffer.

US-Bankenpleite Nr. 38:

Name: Pinnacle Bank,
Sitz: Beaverton, Oregon,
Assets: 73 Millionen Dollar,
Käufer: Washington Trust Bank,
Schaden für die FDIC: 12 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer, Platz 140 (Status orange, nicht rot).

Die Pressemitteilungen des US-Bankensicherungsfonds FDIC:

TIB Bank, Naples, Florida, Assumes All of the Deposits of Riverside Bank of the Gulf Coast, Cape Coral, Florida

Heritage Bank, Wood River, Nebraska, Assumes All the Deposits of Sherman County Bank, Loup City, Nebraska

The Carlinville National Bank, Carlinville, Illinois, Assumes All of the Deposits of Corn Belt Bank and Trust Company, Pittsfield, Illinois

Washington Trust Bank, Spokane, Washington, Acquires All of the Deposits of Pinnacle Bank, Beaverton, Oregon

Freitag, Februar 13, 2009

Zahl der Tages (13.02.09): 4,125

Hab mir Mühe gegeben, die gute Laune, die ich dank des RWO-Heimsieges (3 Tore, trotzdem wieder keins zu viel, alle Siege mit genau einem Tor Vorsprung ... wäre auch noch schöne Zahl des Tages gewesen) habe, in diesen Artikel zu retten. Und auch wenn es heute wieder genügend Weltuntergangsprognosen und andere schlechte Nachrichten gab, ist mir dann doch noch eine positive Zahl untergekommen ...

Es wird viel über Finanzierungsprobleme geredet, aber zumindest solide Firmen mit direktem Zugang zum Kapitalmarkt scheinen diese Probleme noch nicht zu spüren. Heute hat Siemens eine vierjährige Anleihe begeben und musste diese mit "nur"

4,125%

verzinsen. Das sind zwar etwa 2 Prozentpunkte mehr als eine vergleichbare Bundesanleihe, aber Siemens dürfte bei der letzten Anleihe (aufgrund der damals höheren Zinsen) mehr gezahlt haben. Der eigentliche Grund zum Optimismus: Siemens hätte deutlich mehr verkaufen können. Es wurden (inkl. einer zweiten Anleihe) insgesamt 2 Mrd. Euro Volumen geplant, für 20 Mrd. gab es Nachfrage und daher verdoppelte Siemens auf 4 Mrd. Euro. Die zweite Anleihe hat übrigens einen Coupon von 5,125% und läuft 8 Jahre.

Also: Geht doch!

Großes Interesse an milliardenschwerer Siemens-Anleihe

Jon Stewart zum 1 Billion $ Geither Plan

Have fun!

D-BIP: -2,1% in Q4/08

Das ist das größte Minus seit dem Platzen der Wiedervereinigungsblase Anfang der 90er.

Die 2,1% stellen das annualisierte Minus im 4. Quartal dar (das war eigentlich eine Betrachtungsweise, die ich vor allem aus Amerika kannte). Das Quartalsminus lag bei gut 0,5%.

Update:

Die 2,1% Minus sind das Minus im Vergleich zum 3. Quartal 2008 und sind NICHT annualisiert. Nach amerikanischer, also annualisierter Berechnung wäre das Minus damit bei etwa 8%(!) gewesen. Dank an Matsch für den Hinweis1!

Update Ende

Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Minus von 1,7%. Das ist sogar das größte Minus seit 1987.

Im zweiten Quartal rechnen die Volkswirte wieder mit einer Besserung. Ich nicht.

Tagesschau: Deutsche Wirtschaft bricht ein

Handelsblatt: Deutsche Wirtschaft schrumpft mit Rekord

Destatis: Schnellmeldung zur Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2008

Donnerstag, Februar 12, 2009

Zahl des Tages (12.02.09): 17,7

Um

17,7%

ist das Vermögen des Median-Haushaltes in den USA zwischen 2004 und 2007 gestiegen. (Der Median ist die Mitte der Verteilung, sprich 50% der Bevölkerung haben weniger, 50% der Bevölkerung haben mehr Vermögen).

Die Zahl ist aber nicht mehr viel wert, weil sich seit 2007 die Welt massiv geändert hat. Die Immobilienpreise sind gesunken, die Aktienkurse ebenfalls. Laut Marketwatch haben diese Rückgänge den Zuwachs der 7 Jahre vorher aufgefressen:

Marketwatch: Seven years of wealth gains gone

In der Studie finden sich die Zahlen, auf die sich Marketwatch bezieht, leider nicht. Dafür aber eine Menge anderer Zahlen, die zwar alt, aber immer noch spannend sind. Zum Beispiel die Unterschiede zwischen dem durchschnittlichen Vermögen und dem Median-Vermögen. Oder der Anteil der Immobilienvermögen am Gesamtvermögen. Oder der Grund für die Hypotheken (Haus oder Konsum?). Die Zahlen behalte ich aber in Reserve für zukünftige Einträge ;-)

Federal Reserve: Changes in U.S. Family Finances from 2004 to 2007: Evidence from the Survey of Consumer Finances PDF (398 KB)

Soooo knapp ...

... rauschen wir (wenn wir Glück haben) an der großen Krise vorbei ... Zumindest habe ich seit gestern irgendwie das Gefühl ...

Ich meine nicht den ersten (auch wenn der schon knapp ist) und auch nicht den zweiten (der ist ja vergleichsweise lame), sondern den dritten Fall. Da bleibt tatsächlich der Schuh auf der Strecke ...

BBC: Level crossing risks at four year high

via boingboing: Videos of near misses with trains

Mittwoch, Februar 11, 2009

Der nächste 8 Mrd. Schwindel? Oder 50 Mrd?

Es geht um eine Offshore Bank, die wie Madoff auch kompletter Schwindel sein soll. Die Bank heisst Stanford International Bank, der Sitz ist in Antigua und der Laden soll 8 Mrd. Dollar schwer sein.

Warnzeichen:
Ziemlich stabile Rendite. Jahr für Jahr.
Kontrolle durch ein lokales Wirtschaftsprüfungsunternehmen und
seit über 10 Jahren das selbe (kein Wechsel wie üblich).
Zahlen für Einlagen hohe Zinsen (7,5%).
Im Investment-Committee sitzt nur Anonyme (keine Namen).

Und die bisherige Stellungnahme beschränkt sich auf

"We have seen the report. We believe it is the opinion of one analyst, and we have no further comment at this time."

Hmmm, nicht einmal ein Dementi ... Madoff hat immerhin sofort gestanden ...

So jetzt reicht's aber echt mit den schlechten Nachrichten für heute ... Auch wenn an der ganzen Story möglicherweise nichts dran ist.

Das Whistleblower-Dokument findet man hier:
Ducktales (PDF!)

Berichterstattung darüber hier:

Portfolio.com: What's Going On at Stanford International Bank?

The Business Insider: Whistleblower Alleges $8 Billion Fraud At Sir Allen Stanford's Offshore Bank

gefunden über Rebellmarkt: Hübsch

Update (12.02.09)

Es gibt die Nachricht jetzt immerhin auch außerhalb der üblichen Verschwörungskreise ;-)

Bloomberg: Billionaire Stanford’s Firm Said to Face U.S. Probe of CD Sales
Reuters hat's auch.

Der bisher beste Bericht:

Business Week: Is Stanford Financial's Offer Too Good to Be True?

Darin eine Liste der Executives (Friends & Family ;-) ) und immerhin ein erstes Dementi:

"These allegations have been made by disgruntled former employees and are totally without merit."

Update (12.2.09)

Es gibt ein paar mehr Dementis, aber inzwischen auch deutlich größere Anschuldigungen:
FT Alphaville: As Stanford allegations fly, the SEC investigates…

Interessant vor allem der Hinweis darauf, dass die Stanford International Bank zu einem 50 Mrd. Asset-schweren Konstrukt namens Stanford Financial Group gehört. Wenn da die Bank von 8,5 Mrd. nur Fake sein sollte, ist der Rest der Gruppe wahrscheinlich auch nichts wert ...

Update (15.2.09)

Heute hat auch das Handelsblatt die Story:

Handelsblatt: SEC ermittelt bei Standford Financial (Der Tippfehler ist Copyright bei Handelsblatt ;-) )

und auch der Standard, wie mir Hedgie geschrieben hat:

DerStandard: Cricket-Mogul im Visier der Behörden

Zahl des Tages (11.02.09): 16.200.000.000.000

Bitte erstmal setzen! Das meine ich ernst :-(

Angeblich wurde dem Telegraph ein vertrauliches EU-Papier zugespielt, das die Ergebnisse einer Befragung von 44 Banken aus der EU enthält. Diese sollten ihre kritischen Assets auflisten. Dabei kam eine Zahl heraus, die alles in den Schatten stellt, was bisher in der Diskussion stand.

Auf sage und schreibe

16.200.000.000.000 Pfund (16,2 Billionen Pfund oder etwa 18,5 Billionen Euro)

soll die Gesamtsumme der kritischen Assets in den Büchern der Banken betragen.

Das ist mehr als BIP der gesamten EU beträgt (etwa 16,8 Billionen Dollar) und auch wenn ich die Nicht-EU-Staaten in Europa dazupacke, dürfte ich die Summe nicht erreichen. Für alle diese Assets müssten also die gesamte Bevölkerung Europas mehr als 1 Jahr arbeiten. Woah.

Allerdings möchte ich eine andere Summe dagegen stellen: Das gesamte Weltgeldvermögen ist deutlich höher als das BIP. Ich finde als letzte Schätzung 169 Billionen Dollar. Also die Bonzen enteignen und schon passt's wieder ;-)

Aber man muss(soll/darf die Vergleiche nicht zu weit treiben. Man kann den Bericht nur schwierig beurteilen, solange man die Details nicht kennt (und die werden wir wahrscheinlich nie erfahren und wenn doch, dann nur scheibchenweise). "Impaired assets" schreibt der Telegraph. Das muss aber nicht heissen, dass die komplett wertlos sind. Aber was soll das Spekulieren? Die Nachricht ist eigentlich nicht beurteilbar und außerdem ist jetzt Fußball (ich muss auf andere Gedanken kommen ...).

Telegraph: European bank bail-out could push EU into crisis

gefunden über Rebellmarkt: Wäre ich Raucher, bräuchte ich jetzt eine Zigarette

Update (12.02.09):

Der Artikel ist beim Telegraph scheinbar verschwunden, zumindest funktioniert der Link nicht mehr: Telegraph: 'Toxic' EU bank assets total £16.3 trillion

Verschwörungstheoretiker bitte vortreten!

Noch ein Update:

Der Artikel ist doch noch da, aber überarbeitet und jetzt fehlt die Zahl:
Telegraph: European bank bail-out could push EU into crisis

Obwohl die in der URL noch drin ist ...

HRE Rettungscounter today: + 10.000.000.000

Damit steht der Stand der Garantien aus dem SOFFIN jetzt bei 52 Milliarden Euro. Die Gesamtsumme inkl. stiller Einlagen und Eigenkapital bei 102 Milliarden.

Wie schon vorhergesagt, nähern wir uns der Gesamtsumme, die bereits bei der ersten Rettungsaktion im letzten Herbst aus der Bilanz abzulesen war. Und zwar unter der Position "Kurzfristige Verbindlichkeiten". Diese entsprechen ziemlich genau dem kurzfristigen (Re-)Finanzierungsvolumen und das muss die HRE beim letzten Dummen decken, der noch Geld gibt: Beim Staat.

FAZ: HRE braucht weitere 10 Milliarden Euro

Die alltägliche, latente Ausländerfeindlichkeit ...

... ist zum Kotzen. Musste ich einfach mal sagen.

Achtet nicht auf den Bericht, sondern auf die Kommentare:

DerWesten.de: Mesut Öszil - der Rohdiamant mit den knallbunten Schuhen

Dienstag, Februar 10, 2009

Fun: No matter what we do, we lose

Dann lachen wir doch wenigstens etwas:



Und noch einer:



Schön: Building bridges doesn't create jobs, although the way we're heading it may create housing ...

Und Volker Pispers schlägt die Gründung einer Bad Church vor, in die man die Bekloppten aller Religionen, seien es fundamentale Christen oder Moslems, abschieben kann:

WDR2 Kabarett: Volker Pispers - Bad Church


Update (11.2.09):

Ich empfehle dem Handelsblatt entweder das Abo des WDR2-Kabaretts-RSS-Feeds oder eine korrekte Nennung des "Erfinders" der Idee :-(
Handelsblatt: Eine "Bad Bank" für den Papst

USA: Neues 1,5 Billionen Dollar Rettungsprogramm!!!

1 Billionen Dollar kommen vom Finanzministerium zur Stabilisierung der Banken.
Um 500 Milliarden Dollar stockt die Fed ihr Paket zum Rückkauf von Konsumentenkrediten auf.

Mehr Details auf http://financialstability.gov/. Im Moment ist die Site aber noch leer ...

Mehr dazu heute Abend.

Update (17:33)

Bei Marketwatch gibt es schon einen Text der Rede von US-Finanzminister Geithner:

Marketwatch: Text of Geithner's remarks

Update (22:32)

Die Seite oben füllt sich mit Content. Da gibt's auch ein längeres PDF.

Die unterschiedlichen Summen (mancher schreibt 1 Billionen, ich 1,5, andere 2 Billionen) entstehen, weil "bis-zu"-Summen genannt werden. Außerdem ist die Beteiligung von Privatinvestoren noch unklar.

Für die Details verweise ich auf die bekannten Quellen (wenn man das PDF nicht mag):

Tagesschau: Therapeutischer Doppelschlag gegen die Wirtschaftskrise

Handelsblatt: US-Regierung auf Billionen-Rettungskurs

FAZ: 1,5 Billionen Dollar für das Finanzsystem

Und die FTD macht die Bild (wir können die größte Zahl):
FTD: 2000 Mrd. Dollar gegen die Krise

Wobei die Bild tatsächlich nur 1 Billionen schreibt:
Bild.de: Obama pumpt eine Billion Dollar in die US-Kreditmärkte

Marketwatch: Treasury, Fed unveil $1.5 trillion rescue plan

Mehr Kommentar als Nachricht:
Marketwatch: Geithner plan lacks happy ending

Das wirklich Überraschende: Bei der zu erwartenden Flut an neuen Staatsanleihen hätte ich auf fallende Kurse für Staatsanleihen getippt. Aber es kam das Gegenteil ...

FTD: US-Rettungspaket hilft Anleihekursen

Auch bei den Aktienkursen hätte ich eine andere Reaktion als 5% Minus erwartet ...

Was ich ebenfalls spannend finde: Wie lange diskutieren Kongress und Senat eigentlich schon über das 700,800, 900, 920, 820, 819, 838, ??? Milliarden Dollar schwere Konjunkturprogramm. Die Politiker merken nicht einmal, dass die Rettungspakte in der Fed gemacht werden. Und das ohne eine irgendwie geartete demokratische legitimierte Kontrolle. Die hauen einfach so die Milliarden Billionen raus. Die (klassische) Politik scheint mehr und mehr entmachtet ...

Wir erleben in Deutschland mit dem Wirtschaftsministerium etwas Ähnliches ...

Und noch ein Nachtrag:

Das Rettungsprogramm ist noch aus einem anderen Grund interessant: Als Lehman Pleite ging, war die beste (sprich die von mir favorisierte ;-) ) Lösung folgende: Lehman gibt 5 Milliarden (das hatten die auch vor), der Staat gibt 5 Milliarden und Lehman lagert 50 Mrd. Schrott aus der Bilanz ab. Das wäre ein Hebel (Assets zu Eigenkapital) von 5 gewesen und damit vermutlich tragbar. Der Rest von Lehman hätte dann auch eine realistische Überlebenchance gehabt. Immerhin wäre der Hebel des "Good-Lehman"-Rests dann deutlich unter 20 gewesen und damit niedriger als bei allen anderen vergleichbaren Banken. Dass der Staat damals diese 5 Milliarden gespart hat, kostet uns jetzt alle das X-Fache. Deppen!

Jetzt schlägt man ein ähnliches Modell in groß vor ... Aber den Preisverfall der Assets hätte man mit den 5 Mrd. damals vielleicht vermeiden können. Den kompletten Zusammenbruch des Interbankenmarkts hätte man verhindern können. Etc. pp.

Zahl des Tages (10.02.09): 103.000

Hmmm, vielleicht etwas früh verballert die "Zahl des Tages", wo doch täglich so viel passiert ...

Aber manchmal ist ja auch ein ruhiger Blick zurück viel besser als das hektische Alltagsgekritzel.

103.000 Dollar

Hypothek konnte die "stolze" Besitzerin des folgenden Hauses aufnehmen:



103.000 Dollar Schulden auf eine solche Schrottbude! Unglaublich!

Kein Wunder, dass in den USA alles zusammenbricht. Das Haus hat jetzt 15.000 Dollar beim Verkauf gebracht. Gekauft hat es der Nachbar und ... lässt es direkt abreißen. Projekt Gartenvergrößerung, Hornbach.

Die Geschichte lohnt die Lektüre, sie zeigt schön, welche Leute durch die unverantwortlichen Kredite unter die Räder kommen. Wobei man in den USA als Hausbesitzer "nur" die Immobilie verliert und nicht persönlich bis an sein Lebensende für die Schulden haften muss. Schön ist das trotzdem nicht ...

Übrigens landete die Hypothek auf diese Schrottbude in einer Anleihe, die (natürlich) mit AAA bewertet wurde. Von Standard & Poors UND Moodie's, logisch gell?

WSJ: Would You Pay $103,000 for This Arizona Fixer-Upper?

Update (11.02.09)

Da der Artikel gerade ziemlich prominent verlinkt wurde (boah, habe manche Blogs viele Leser), möchte ich auf einen Artikel bei weissgarnix hinweisen, der mit der These aufräumt, dass es einen solchen Wahnsinn in Deutschland nicht gibt:

Weissgarnix.de: Can’t happen here!

Immerhin eine Seite der Gleichung des Horrors aus wahnsinniger Finanzierung auf der einen und wahnsinnigen Preisen auf der anderen Seite, war auch hierzulande möglich. Zum Glück nicht so weit verbreitet wie in anderen Ländern und zum Glück auch mit halbwegs vernünftigen Zahlen auf der Preisseite der Gleichung ...

Update 2 (11.02.09):

Weil hier gerade viele neue Leser reinplumpsen (herzlich willkommen btw), ein Hinweis auf die Horrorzahl von heute:

Zahl des Tages (11.02.09): 16.200.000.000.000

Deutsche Kaupthing Kunden gehen leer aus

Zu Glos schrieb ich gestern noch:

Treffer 3:
Die Bundesregierung äußert sich nicht dazu.

Vielleicht zieht sie es vor zu schweigen, weil man selber bisher wenig Aktivität entwickelt hat (Wo steckt eigentlich Glos).
aus Hoffnung für Kaupthing Geschädigte?
Und jetzt dürft sich die Kaupthing Kunden beim Ex-Wirtschaftsminister für seine Untätigkeit bedanken: Es gibt kein Geld für die deutschen Kaupthing Kunden. Die schwedischen Kunden haben ihr Geld bekommen (weil die schwedische Zentralbank Island geholfen hat) und wenn ich den Überblick habe, wurden die Anleger in Großbritannien und den Niederlanden auch entschädigt. Nur die deutschen Anleger schauen in die Röhre ...

Was Island erreichen will, ist wohl klar: Der deutsche Staat soll sich an der Rettung beteiligen. Mal schauen, ob der neue Wirtschaftsminister was erreicht ... Ich habe aber wenig Zweifel, dass er sich einer Rettung widersetzt. Es werden schließlich Jan und Jupp gerettet, da kann man den Kleinanleger kaum leer ausgehen lassen. Deshalb sollte man diese Büchse der Pandora auch nicht aufmachen: Man bekommt sie nicht mehr zu ...

FTD: Exklusiv Island lässt deutsche Anleger abblitzen

(Die Nachricht tauchte gestern schon kurz im RSS-Feed des Spiegels auf, wurde aber schnell zurückgezogen. Wahrscheinlich wollte die FTD mal wieder eine Nachricht exklusiv für die Printausgabe haben ...)

Update (09:38)

Das Handelsblatt hat die Nachricht auch:
Handelsblatt: Island lässt deutsche Kaupthing-Sparer abblitzen

Es geht übrigens um insgesamt 300 Millionen Euro.


Update (14:21)

Kaupthing selber dementiert. Tolles Wirrwarr!

FTD: Kaupthing widerspricht Grimsson

Montag, Februar 09, 2009

Madoffmap.com

Die US-Geschädigten des Madoff Betrugs in einem Mashup mit Google Maps.

www.madoffmap.com

gefunden über Naked Shorts: Weekend Madoffs

Coole Idee!

Und ein neues Maß: Victim Density ... Was man nicht so alles erfindet in dieser Krise ... (obwohl es den Begriff schon gibt, aber mit nur 62 Treffern ein ziemlich spezieller Spezialbegriff)

Update (22:20):

Habe oben ein "US-" ergänzt, damit klar wird, dass es sich nur um die Geschädigten in den USA handelt. Auch in dieser Hinsicht ist die Karte und Liste allerdings unvollständig, weil es in den USA ja auch noch indirekt Geschädigte gibt z.B. über Pensionsfonds, die Madoff-Anteile hatten.

Zahl des Tages (9.2.09): 1,21

Für 34.000 Euro ist der älteste bekannte Pfennig versteigert worden. Die Münze war (etwa) 1250 Jahre alt.

34.000 Euro für einen Pfennig hört sich toll an. Ist es aber gar nicht. Denn das Ganze ist eine ziemlich miese Rendite ...

Um aus einem Pfennig 3.400.000 Pfennige zu machen, benötigt man einen Faktor von 3,4 Millionen. Ich habe die Rechnung mal mit 1,2% Rendite gemacht:

Nach Einhundert Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 3,296 Pfennige geworden.
Nach Zweihundert Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 10,866 Pfennige geworden.
Nach Dreihundert Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 35,822 Pfennige geworden.
Nach Vierhundert Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 118,087 Pfennige geworden.
Nach Fünfhundert Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 389,274 Pfennige geworden.
Nach Sechshundert Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 1283,238 Pfennige geworden.
Nach Siebenhundert Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 4.230,179 Pfennige geworden.
Nach Achthundert Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 13.944,726 Pfennige geworden.
Nach Neunhundert Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 45.968,597 Pfennige geworden.
Nach Eintausend Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 151.534,843 Pfennige geworden.
Nach Eintausendundeinhundert Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 151.534,843 Pfennige geworden.
Nach Eintausendzweihundert Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite 499.532,505 Pfennige geworden.
Nach Eintausendzweihundertundfünfzig Jahren sind aus diesem 1 Pfennig bei 1,2% Rendite
2.989.789,619 Pfennige, also 29.897,89 Euro geworden

Der Zinseszinseffekt ist doch immer wieder beeindruckend!

Um die restlichen gut 4000 Euro, die noch fehlen, dazu zu bekommen, muss ich die Rendite nur von 1,20 auf 1,21% erhöhen. Dann lande ich schon bei 33.828,37 Euro.

NTV: Wer den Pfennig nicht ehrt ...34.000 Euro geboten

(Ich hoffe nur inständig, dass in der Rechnung kein Fehler ist ...)

Achtung. Fertig. Glos.

Ausnahmsweise kein Pispers ... Obwohl sich das schon morgen ändern kann ...

WDR 2 Kabarett: Wilfried Schmickler (Sendung vom 09.02.2009)

Übrigens kann ich den WDR2-Kabarett RSS-Feed jedem empfehlen. Mit Schmickler, Pispers, Eckenga, Nuhr, Becker und Jünemann kommt da im Normalfall gleich mehrfach pro Woche was richtig Gutes.

Zu Glos fällt mir eigentlich nur eins ein: Dass das Wegsein von Glos erst jetzt Schlagzeilen macht, wundert mich. Ich dachte, der wäre schon vor Monaten abgetreten. Als das HRE-Rettungspaket Version 0.1 geschnürt wurde, war vom Glos auch nichts zu sehen. Als Wirtschaftsminister!

In diesem Blog taucht der Glos tatsächlich nur viermal auf. Das ist in Zeiten, in denen die Politik so gefragt war wie selten, auffällig wenig. Meine Meinung zu Glos kann man kaum besser zusammenfassen, als die Suchergebnisse zu "Glos" kurz zu erläutern:

Treffer 4:

Und noch ein paar harte Worte (lohnenswert allein schon wegen der Worte zu Glos): Tagesschau.de "Staat darf nicht für hausgemachte Verluste geradestehen"
in Solarworld will Opel Werke kaufen! Aber warum?

Treffer 3:
Die Bundesregierung äußert sich nicht dazu.

Vielleicht zieht sie es vor zu schweigen, weil man selber bisher wenig Aktivität entwickelt hat (Wo steckt eigentlich Glos).
aus Hoffnung für Kaupthing Geschädigte?

Treffer 4:
P.P.S. Glos ruft einen "Wettstreit der Ideen" aus. Dabei scheinen mir große Teile des Geldes schon verballert zu sein; das sieht ziemlich nach einer Pseudoveranstaltung aus.
aus US-BIP und meine Kritik an Konjunkturprogrammen

Treffer 1:
Und noch 'ne Frage: Was macht eigentlich unser Wirtschaftsminister Michael Glos? Kümmert der sich jetzt nur noch um die CSU?
aus Peer2? Peer1? Peer, Regieren ist ganz schön schwer.

Komisch. Direkt zweimal frage ich mich, wo der Glos wohl gerade steckenmag, einmal ruft er einen Wettbewerb aus, den ich sofort für "Pseudo" halte (was sich nur Tage später schon bestätigte, denn da war das Programm dann verabschiedet) und beim vierten Mal verlinke ich nur noch frustriert auf den Artikel von anderen ("Gabriel ist ein Schwätzer, Glos ist ein Dummkopf") ...

Der Rücktritt von Glos ist definitiv kein Verlust. Aber besser wird es bei dem Nachfolger wohl auch nicht. Aber es muss ja ein Quotenbayer sein ... Der Partei-Proporz ist scheinbar wichtiger als ein kompetenter Wirtschaftsminister ...

Update (21:05)

"von der Schlafpille zum Azubi" Jürgen Trittin. Kürzer geht's nicht.

Update (21:50)

Das Heute-Journal erklärt mir gerade, dass wir Guttenberg sogar dem Regionalproporz zwischen Franken und Bayern zu verdanken haben. Mein Gott!

Update (10.2.09)

Noch eine Meinung der FTD zu Guttenberg als traurigem Tiefpunkt eines ehemals wichtigen Ministeriums:

FTD: Das abgewirtschaftete Ministerium

Vögel und Flugzeugturbinen ... Der Effekt ...

Wuuhhuuu ...




gefunden über Gizmodo.com: What Happens When Birds Get into a Turbojet Engine

Update (11.2.09)

Ein Leser hat mich im Kommentar darauf aufmerksam gemacht, dass Gizmodo die Seite aktualisiert hat. Es handelt sich bei dem Video NICHT um die Simulation eines Vogels in der Turbine, sondern um die Simulation des Lösens eines der Turbinenflügel/schaufeln. Ein einzelner Vorgel zerstört die Turbine NICHT. Gizmodo hat auch ein Video eingefügt, in dem das mit dem Vogel simuliert wird. Man erkennt Schäden, aber die Turbine explodiert nicht.

Kleiner Spaß zum Wochenstart ...

Cnet Australia geht auf die Straße und fragt die Leute nach dem neuen Windows 7. Dazu demonstriert man das System und die Leute zeigen sich begeistert. Der Gag: Auf dem Democomputer lief KDE 4 auf Linux :-)




Man sieht, wie schlecht das Image von Vista ist. Man kann den Leuten alles andere zeigen, die finden es besser. Und sind sich auch alle sicher, dass Vista Murks ist.

Kein Wunder, dass Microsoft die schlimmsten Falten geradebügelt und alle Mühe darauf verwendet, bloß nirgendwo mehr Erinnerungen an Vista aufkommen zu lassen. Sogar die Version für den Unternehmenseinsatz nennt man wieder Professionell (wie bei Windows 2000 oder XP) und nicht mehr Business wie bei Vista.

Alles nur Marketing. Was übrigens komisch ist, dass die angeblich so marketing- und designgetriebene Firma Apple exakt eine Version ihres Betriebssystems im Angebot hat: Mac OS X. Ende. Es gibt nicht einmal zwei Preise für eine Voll- und Updateversion (braucht Apple auch nicht, schließlich hat ja jeder mit seinem Mac ein OS X mitgekauft. Es hat also niemand Bedarf an einer Vollversion).

Sonntag, Februar 08, 2009

Zahl des Tages (08.02.09): -5,1%

In Japan werden die 90er Jahre oft das verlorene Jahrzehnt genannt. Die Wirtschaftsleistung wuchs kaum, das einzige, was nachhaltig stieg, war die Staatsverschuldung ...

Aber es sieht ein wenig danach aus, als ob das aktuelle Jahrzehnt von 2000 bis 2009 im Rest der westlichen Welt ebenfalls als verlorenes Jahrzehnt eingehen könnte.

Die New York Times hat den S&P 500 Index um die Inflation bereinigt und danach ist die Dekade von Anfang Februar 1999 bis Ende Januar 2009 tatsächlich die schlechteste seit Berechnung des S&P 500. Das bisherige Tief war die Dekade bis September 1974 mit minus 4,3%. Damals war die Performance des Aktienindexes allerdings (ganz) leicht positiv, das Minus entstand ausschließlich durch die Inflation. Jetzt war die Inflation "nur " für etwa knapp die Hälfte des Minus verantwortlich.

Und jetzt noch eine Zahl, die nicht in der Grafik ist, aber im Artikel steht: Die Performance NACH Inflation der letzten 10 Jahre ist SCHLECHTER(!!!) als in den 10 Jahren nach dem Crash 1929. Damals war zwar der Rückgang des Indexes höher (5%), aber die Deflation half einen Teil davon wieder hereinzuholen und so blieben im Endergebnis "nur" 2,8%.

Die letzten 10 Jahre waren also (aus Sicht der Börsen) schlechter als in der Weltwirtschaftskrise!!! Das zeigt wieder einmal exemplarisch, wie außergewöhnlich die Zeiten sind, in denen wir gerade leben ...

Grafik in der NYT: Worst Decade yet aus dem Artikel NYT: A 10-Year Stretch That’s Worse Than It Looks gefunden über The Big Picture: Worst 10-Year Stretch

Ein Rentenhändler packt aus

Ich hatte vor einer Woche etwas interessantes im Heibel-Ticker von Stefan Heibel gefunden, leider keine Zeit gehabt was dazu zu schreiben: Dort zitiert er einen Schriftwechsel mit einem seiner Leser, der seit 25 Jahren Wertpapierhändler und seit 12 Jahren selbständiger Wertpapiermakler mit Schwerpunkt Rentenhandel ist.

Ich habe mich schon was länger gefragt, wann die ersten (Lebens-)Versicherungen (ausgenommen AIG), in Anbetracht der aktuellen Lage am Finanzmarkt, in die Schlagzeilen geraten wird, da ich die Befürchtung habe, dass diese genauso wie Banken, toxische Papiere in ihren Büchern haben.

Meine Befürchtungen haben sich durch die Aussagen des Händlers bestätigt. Die Lebensversicherungen sind "bis zur Halskrause voll" mit diesen strukturierten Papieren, die im Moment unverkäuflich sind. Er nennt für das Problem ein konkretes Beispiel:

Noch 2006 herausgegeben an eine Versicherung - heute völlig unverkäuflich:
2 Jahre Verzinsung zu 4% bis zum 25.05.2008 danach Faktor 5,4mal (30-Jahre Swap minus 2-Jahre Swap) mindestens 0% max.7%. Laufzeit bis 25.5.2020.

Bei einer inversen Zinsstruktur - so wie wir es jetzt einige Zeit hatten, fliegt Ihnen das Ding um die Ohren. Also 0% Verzinsung. Gut werden Sie jetzt sagen, dann bleibt immer noch das eingesetzte Kapital. Nur da war sehr oft Lehmann der Emittent. Also wertlos. Selbst wenn es Goldmann oder Merrill Lynch war, für Namenspapiere die ungedeckt sind, werden mittlerweile von keiner Bank der Welt mehr Rücknahmekurse gestellt. Sprich: Die Versicherung hat bis zum 25.5.2020 einen 0%er im Bestand zu wahrscheinlich 30-50 Mio Euro (das waren bei Versicherungen die Durchschnittsgrößen pro Position(!!!)) und die Papiere sind bis dahin völlig unverkäuflich.

Und mit sehr viel Glück existiert dann noch eine Goldmann und mit noch viel mehr Glück zahlt das Goldmann dann zumindest zum Nennwert zurück. Wobei eine übernehmende Bank für solche Forderungen im Normalfall einen Ausschluss bei der Übernahme beantragt. Nur die gesicherten und gedeckten Papiere werden in so einem Falle bedient.


Anhand der zitierten Passage wird das Dilemma der Lebensversicherer ziemlich deutlich. Die Versicherer können natürlich nicht öffentlich zugeben, dass sie solche Papiere in den Büchern haben, da dadurch wahrscheinlich ein "Versicherungs-Run" ausgelöst wird, der in der Gesichte seines gleichens sucht, was zwangsläufig zum Kollaps der Versicherungen führen würde, wenn wir als Steuerzahler nicht wieder Erste-Hilfe leisten. Auch würde dann kein vernünftiger Mensch mehr einen neuen Vertrag bei einer Lebensversicherung abschließen. Die sind aber auf neue Kunden angewiesen, da diese die fälligen Lebensversicherungen finanzieren, was wiederum zum Kollaps der Versicherungen führen würde. Es sollte also niemanden, der das gelesen hat, wundern wenn in nächster Zeit auch Lebensversicherungen, negative Schlagzeilen verursachen. Die Bombe tickt schon etwas länger, nur weiß niemand wann sie explodiert, zum entschärfen ist es jedenfalls zu spät.

Es lohnt sich jedenfalls den gesamten Schriftwechsel sich zu Gemüte zu führen, zu finden im Archiv des Heibel Tickers. Ab Kapitel 5 geht es los.

Euer m106

Überschuldete in den USA, geografisch aufgeschlüsselt

Wer mal einen Überblick über die Verbraucher in den USA haben möchte, die ihre Kreditkarten- bzw. Immobilienschulden nicht mehr bedienen können, kann das auf folgender Karte der New York Fed machen. Man erkennt sofort die Hotspots in Florida und Kalifornien.

New York Fed: Credit Conditions Map (Flash!)

Da kann man (am Wochenende) mal ein paar Minuten lang drin rumklicken ...

(Danke an Olaf von Trader's Quest, der mir den Link schon vor ein paar Wochen geschickt hat. Hab ich dann aber irgendwie vergessen und der Link ist mir erst heute beim Aufräumen wieder in die Hände gefallen).

Video des Monats: Friedhelm Busch vs Raimund Brichta

Keine Ahnung, wie das Video auf YouTube gekommen ist, aber ich kann man mir nicht vorstellen, dass das so auf n-tv gesendet wurde. Da bleibt nur noch zu sagen: "Let's get ready to rumbleeeeeee!"



Update (09:30)

Das Video gibt es tatsächlich auch auf der Seite von n-tv:

n-tv: Inside Busch-Trommel


By-the-Way: Ich muss mich auf die Seite des Herr Brichta schlagen, Busch hat das Problem noch nicht so ganz begriffen, glaube ich.

Samstag, Februar 07, 2009

Wieder 2 (Update 3) Bankpleiten in den USA

Samstag. Das Übliche:

US-Bankenpleite Nr. 32:

Name: FirstBank Financial Services ,
Sitz: McDonough, Georgia,
Assets: 337 Millionen Dollar,
Käufer: Regions Bank,
Schaden für die FDIC: 111 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer (Platz 10).

US-Bankenpleite Nr. 33:

Name: Alliance Bank,
Sitz: Culver City, Kalifornien,
Assets: 1114 Millionen Dollar,
Käufer: California Bank & Trust,
Schaden für die FDIC: 206 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer (Platz 46).

Damit haben wir nach den drei Treffern vom Vorwochenende 5 Treffer in Folge für die Todesliste Nr.2 ... Wer auch immer die Liste gemacht hat: Respekt!

Zahl der Tages (01.02.09): 3

Marketwatch: California, Georgia banks are latest to be seized

Update (08.02.09)

Es gab noch eine dritte Bank, die Pleite ging. Und sogar eine richtig große ...

US-Bankenpleite Nr. 34:

Name: County Bank,
Sitz: Merced, Kalifornien,
Assets: ca. 1700 Millionen Dollar,
Käufer: Westamerica Bank,
Schaden für die FDIC: 135 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer (Platz 68).

FDIC Pressemitteilung dazu

Zahl des Tages (07.02.09): 82

Die Aussagen der CDS sind umstritten. Erstens ist der Markt relativ dünn und zumindest bei großen Schuldnern kann ich mir eigentlich besser die Rendite der real gehandelten Anleihen anschauen und zweitens ist immer die Frage, wer im Falle des Falles überhaupt den CDS begleichen kann. Denn im Falle der Pleite der USA oder Deutschland oder Japans dürfte auf den Finanzmärkten kaum jemand übrig bleiben, der die Versicherung bezahlen kann.

Trotzdem geben die Preise für die CDS eine Idee, bei welchen Schuldnern die Marktteilnehmer Probleme erwarten. Und die Versicherungen auf die USA, ehemals der Referenzschuldner der Welt, kostet bereits

82 Basispunkte.

Das ist mehr als auf Japan (62) oder Deutschland (keine genau Zahl, gestern waren es 58).

Die Höhe bei den USA ist schon überraschend. Die Staatsverschuldung der USA ist niedriger als die Deutschlands. Und das ändert sich auch bei 10% Minus im BIP für 2009 nicht. Und die Verschuldung Japans ist nochmal wesentlich höher. So richtig nachvollziehen kann ich die CDS-Preise nicht.

Alea: U.S. Sovereign CDS Rockets to 82 bp


Update (9.2.09)

Die endgültigen Zahlen, die Markit auf der Website für den 5. Februar gemeldet hat, waren übrigens 80 für die USA, 58 für Deutschland und 54 für Japan. Großbritannien lag bei 127, Frankreich bei 67, Spanien bei 131 und Italien bei 162.

Freitag, Februar 06, 2009

US-Arbeitslosenzahl: +598.000, Quote 7,6%

Damit waren die Zahlen noch ein wenig schlechter als erwartet.

BLS.gov:
THE EMPLOYMENT SITUATION: JANUARY 2009

Wenn ich Zeit habe, ergänze ich nachher noch ein paar Meinungen zu den Zahlen ... Aber nicht darauf verlassen.

Update (14:44)

OK, eine Zahl suche ich noch. Die üblichen Änderungen der Vormonatszahlen:

November jetzt 597.000 nach ursprünglich gemeldeten 584.000, also nochmal 13.000 mehr und im Dezember statt 524.000 jetzt 577.000 (also 53.000 mehr). Rechnet man die beiden Korrekturen ein, waren die 598.000 noch über 60.000 zu niedrig ...

Update (15:24)

Das monatliche Minus war das höchste seit 34 Jahren. Zusammen mit den beiden Monaten davor, waren das gar die schlechtesten drei aufeinanderfolgenden Monate seit Beginn der Statistik 1939.

Zahl des Tages (06.02.09): -149.128.000.000

Nee, nicht der neue Verlust von der Frannies, sondern eine Zahl, die Anlass für leichten Optimismus gibt (auch wenn das Vorzeichen negativ ist).

Um

149.128.000.000 (149,1 Milliarden) Dollar

haben die Ausleihungen der amerikanischen Notenbank Fed in der letzten Woche abgenommen. Sie betragen "nur" noch 1,8 Billionen Dollar. Aber trotz der erschreckenden Gesamtsumme ist immerhin ein Rückgang zu verzeichnen, der inzwischen mehr als Zufall sein muss. Immerhin waren es am Top 2,25 Billionen Dollar (Fed: H.4.1 Factors Affecting Reserve Balances ...). Der Rückgang beträgt also inzwischen 400 Mrd. Dollar.

Besonders stark zurückgegangen sind in der letzten Woche zwei Posten:

a) Um 56 Milliarden gesunken ist die Position "Commercial Papers", die die Fed am Markt gekauft hat (Hintergünde siehe hier: Fed schafft neue Finanzierungsmöglichkeit: Wer hat noch nicht, wer will nochmal?).
b) Um 77 Mrd. Dollar sind die Ausleihungen in Fremdwährungen gesunken. Das müssten die Programme sein, mit denen die Fed anderen Notenbanken (u.a. Südkorea, Mexiko, ...) Geld zur Verfügung gestellt hat (siehe u.a. Forbes: Fed Comes To Rescue Of South Korea)

Ich will nicht unken. Aber genau wie das permanente Aufblähen ein Zeichen für den kompletten Zusammenbruch der Finanzierungsmärkte war, ist das (zugegeben) langsame Schrumpfen der FED-Bilanz ein Zeichen für die Normalisierung.

Auch an anderen Stellen gibt es diese Zeichen. Sowohl die LBBW wie auch die Postbank konnten neue Pfandbriefe im Volumen von jeweils 1 Mrd. Euro emittieren: Handelsblatt: Postbank folgt der LBBW mit Jumbo-Emission. Die Risikoaufschläge blieben dabei unter einem Prozentpunkt (75 BP bei der LBBW, 85 bei der Postbank).

(Übrigens zeigen diese erfolgreichen Emissionen auch, dass niemand die HRE braucht. Das Kerngeschäft können (fast) alle anderen Banken auch. Ich bleib dabei: HRE verstaatlichen und abwickeln.)

gefunden über:
Alea: Fed Balance Sheet: Improving

Zum Thema siehe auch bei mir:
Zahl des Tages (18.11.08) oder Die US-Notenbank Fed - der größte Hedgefonds aller Zeiten

Außerdem war das eine schöne, Hoffnung machende Zahl für's Wochenende. Genießt die und zwar schnell, denn die US-Arbeitsmarktzahlen in 2 Stunden werden noch hart genug ...

Help! He needs somebody. Help!

Tschuldigung, aber manchmal muss ich einfach Hinweise auf Wohltätigkeitsprogramme geben ...



Gefunden über:
Alea: Sponsor an Executive

Für nur 3700 Dollar am Tag. Wer will da schon nein sagen ...

Donnerstag, Februar 05, 2009

Zahl des Tages (05.02.09): 35,5%

Kenneth Rogoff (ein Name, der dem ein oder anderen schon mal über den Weg gelaufen sein dürfte) und Carmen Reinhart haben sich die Wirtschaftskrisen der letzten 100 Jahre, die von Finanzkrisen ausgelöst wurden, unter die Lupe genommen.

Dabei ging es nicht um die Gründe, sondern ausschließlich um die wirtschaftlichen Auswirkungen gemessen an den wichtigsten Konjunkturindikatoren.
Zum Beispiel legte die Arbeitslosigkeit im Schnitt um 7 Prozentpunkte zu und die Zeitdauer bis zur Wende betrug knapp 5 Jahre. Noch etwas länger fielen die Immobilienpreise und der Preisrückgang betrug inflationsbereinigt im Schnitt

35,5%

Die Staatsverschuldung legte um durchschnittlich 86% zu. Die Aktienkurse fielen um 55% (Dauer 3,4 Jahre).

Eigentlich ausreichend Zahlen, um diese Rubrik gleich mehrfach zu füllen ;-)

Wenn man die Durchschnittswerte betrachtet, fällt schnell auf, dass wir danach erst am Anfang der Krise stehen ...

Der Durchschnittswert ist aber nur beschränkt aussagekräftig.

a) Die Schwankungen zwischen den jeweiligen Tiefst- und Höchstkursen sind ziemlich groß.
b) Viele Krisen wüteten nur in Entwicklungsländern, die relativ kapitalschwach sind, keine vernünftigen Finanzsysteme haben, etc. (hier könnte man jetzt diskutieren, ob der Westen in dieser Hinsicht nicht auch ein Entwicklungsland ist).
c) Viele Krisen waren regional beschränkt (ob dadurch eine Krise schlimmer oder weniger schlimm wird, kann man aber nicht so einfach sagen).
d) Die große Weltwirtschaftskrise zieht einige Indikatoren ziemlich hoch bzw. runter; sprich eine einzige Messung beeinflusst den Durchschnittswert ziemlich stark.

Von daher sollte man das mit Vorsicht betrachten. Allerdings wird eines klar: Die 2,5% Minus, die man im BIP an vielen Stellen erwartet oder eine Arbeitslosigkeit, die von 3 auf 4 Millionen steigt, werden in der Presse zwar als schlimmste Krise seit dem 2. Weltkrieg verkauft, im historischen Rückblick gab es aber schon wesentlich schlimmere Krisen ...

Carmen Reinhart, Kenneth Rogofff: The Aftermath of Financial Crises (PDF!)


gefunden über FT Alphaville: UK economy: The good, the bad and the ugly

Der Linktipp für heute ...

... Ich glaube zwar, dass gefühlte 80% der Leute hier auch bei DonAlphonso regelmäßig vorbeischauen, aber auch für die 20% lohnt sich das ...

"[...] wir haben die dickste Krise seit 1929, und niemand hat Schuld auf sich geladen? Wer soll das glauben? [...] Es kann nicht darum gehen, die goldenen Tage der Finanzwirtschaft zu erhalten, sondern exakt diesen Sektor bleigrau zu machen. Ich habe gar nichts dagegen, wenn die Erbsenzähler in den Banken wieder das Ruder übernehmen. Es arbeiten in diesem unproduktiven Sektor immer noch zu viele Leute, und der Weg zur wirtschaftlichen Gesundung kann nicht über eine Aufpäppelung der parasitären Strukturen werden, die aus Banken gesamtgesellschaftliche Risiken gemacht haben, gegen die der islamische Terrorismus ein Vorortfest mit Silversterkrachern ist."
Klare Worte. Wahre Worte.

Rebellmarkt: Systemstabilisierung

WTF? Bale-Out?

OK, kommt überall, muss hier aber wegen des peinlich schlechten Wortspiels hier auch kommen ;-)

Christian Bale während der Dreharbeiten zum neuen Terminator ...



(Nur Ton).

Soll jetzt auch als Techno vertont werden.

Wer davon nicht genug bekommen kann:

Christian Bale vs Lily Tomlin!! Battle of the All-Star Set Tantrums!

Tsss tsss, keine Erziehung diese Stars aus Hollywood.


Update (6.2.09)

Colbert dazu:


BoE : -0,5 auf 1%, EZB: weiterhin 2%.

Das war der Kurz-Leitzins-Newsflash für heute.

BOE Cuts Rates; ECB Stands Pat

Wieso die EZB nicht weiter senkt, ist mir schleierhaft ... Inflationsgefahren kann man doch nur noch nach Einnahme von LSD sehen, oder?

Yesss! (Die SEC auf der Anklagebank)

Es geht um die Rolle der US-Börsen"aufsicht" SEC im Madoff-Fall.

Auf der Anklagebank die SEC, oben der "Richter" ein Kongressabgeordneter namens Ackermann. Das ist der Zeitpunkt, nachdem die Mitarbeiter der SEC gesprochen haben und defakto nichts gesagt haben (wer sich dafür wirklich interessiert: Das Statement als PDF gibt's beim WSJ: Joint testimony of SEC staff (PDF!). Es ist aber stinklangweilig und inhaltslos).

Vergleichen muss man das Ganze mit dem Statement des Whistleblowers Markopolos, der die SEC mit detailliertesten Informationen über das Schneeballsystem von Madoff informiert hat: Prepared testimony of Harry Markopolos(PDF, 65 Seiten).
Eine sehr gute Zusammenfassung gibt's hier: FT Alphaville: The condensed Markopolos
Das (IMHO) beste zu Markopolos auf Deutsch kam gerade erst: FTD: "Ich tat es für die USA"


gefunden über Naked Shorts: Rep. Ackerman is cranky

Man ist der sauer! Zu recht natürlich.

Um nicht zu depressiv zu werden ...

a) Ein wenig Schadenfreude:
Hochbezahlte Angestellte von Merrill Lynch haben auch ihr Geld bei Madoff investiert (und verloren): FT Alphaville: Merrill execs burned by Madoff

b) Die Banken entschädigen zum großen Teil ihre Kunden, denen sie Madoff Anlagen angedreht haben und nehmen die Verluste in die eigene Bilanz: FTD: Spanische Banken trotzen der Krise oder FT Alphaville: Santander makes offer to Madoff victims oder FT Alphaville: Wells Fargo hurt by Madoff fallout

c) Von den 43 Mrd Dollar (Madoff’s Investors Had $43 Billion), um die Madoff betrogen hat, ist immerhin eine knappe Milliarde wieder "aufgetaucht": FTD: Suche nach Madoff-Geld in Europa

d) Definition von Madoff als Limerick:

With Bernie’s cachet as the lure,
Even smart folks invested, quite sure
That with Madoff, funds grow
And sweet dividends flow.
Now they find themselves swindled … and poor.

Noch zwei andere gibt's hier:
Freakonomics: The Winning Definition of “Madoff,” in Limerick Form

e) Colbert zu Thema Madoff:



(übrigens ist das McCartney Interview auch ziemlich gut)

OK, Ende der guten Nachrichten ...

Weiter mit den schlechten:

a) Die Familie Madoff hat auffällig früh (2006) angefangen, Immobilien aus dem Vermögen von Bernie Madoff auf andere Teile der Familie zu schieben. Nur ein Geschmäckle?
The Big Picture: What Did the Madoff Family Know in 2006?

b) Und JP Morgan hat bereits im letzten Herbst Geld aus den Madoff Fonds abgezogen. Wussten die mehr? Zumindest hatte die Due Dilligence Abteilung Zweifel, was Madoff anging.
NYT: JPMorgan Exited Madoff-Linked Funds Last Fall

Ähnliche Gerüchte gibt es auch bei anderen Banken ...

Update (14:42)

Noch ein Link aus deutschen Landen:

Handelsblatt: „Ohne die Krise wäre das System unentdeckt“


Update (14:55)

Wer mal einen Überblick über ALLE Geschädigten im Fall Madoff haben möchte:

Madoff Client List via The Big Picture: Madoff 13,500 Client List

Russland herabgestuft

Jetzt laut Fitch nur noch BBB nach BBB+. BBB- (nur noch eine Stufe niedriger) ist die letzte Stufe mit Investmentqualität. Und der Ausblick von Fitch blieb auch nach der Herabstufung auf negativ.

FT Alphaville: Russia: From rags to riches to rags

Bei den CDS ist hingegen kaum was passiert. Diese haben die Senkung wohl vorweggenommen.

FT Alphaville: CDS update: Traders shrug off Russia downgrade

Die Hauptursache für die Probleme von Russland sind natürlich die sinkenden Preise für Öl und Gas. Es werden für 2009 nur noch maximal 0% Wachstum erwartet (S&P erwartet sogar 2% Minus), die Steuereinnahmen sollen um 40% einbrechen.

Marketwatch: Russia's economic growth slows; ruble weakens

Aber damit hören die Probleme nicht auf. Russland setzt relativ viel Geld ein, um den Rubel zu stabilisieren, bekommt aber trotzdem die Kapitalabflüsse nicht in den Griff. Noch im letzten Sommer waren die Devisenreserven mit fast 600 Milliarden Dollar extrem komfortabel. Jetzt sind es "nur" noch knapp 400 Milliarden. Von dieser Summe träumen die meisten Länder zwar, aber die Geschwindigkeit des Rückgangs ist schon extrem. Es ist immerhin fast ein Drittel der Devisenreserven in nur einem halben Jahr "verdampft".

Vielleicht sollte Moskau auch seine Politik überdenken. Denn die Geldabflüsse sind auch ein Ausdruck von Angst. Enteignungen wie bei Yukos (oder Erschießungen oder soll man sagen Hinrichtungen auf offener Straße) sind für das Vertrauen in Russland nicht hilfreich. Es wäre niemand wirklich überrascht, wenn Russland Zwangsanleihen auflegen würde oder neue Enteignungen vornehmen würde oder andere komische Maßnahmen beschließen würde. Da bringt man als Oligarch doch mal besser ein paar Milliarden außer Landes. Wer weiss, wofür es noch gut ist ...

Aber nicht nur Russlands Superreiche sind sauer, auch die Bevölkerung geht auf die Straße:

FT Alphaville: Rumblings in Russia

Und was macht Putin? Er lädt bezahlte Jubler zur Gegendemo ein ...

FTD: Dossier Putin bekämpft Proteste mit Jubeldemos

Der Rubel leidet auch schon kräftig. Er ist inzwischen an der unteren Grenze des erlaubten Wechselkursbandes angekommen. Und dieses Band ist erst vor zwei Wochen nochmal deutlich ausgedehnt worden.
Die russische Notenbank soll allein im Januar 30 Milliarden Dollar für die Stützung des Rubels verkauft haben (was natürlich auch wieder die Devisenreserven senkt). Gegenüber dem Dollar hat der Rubel trotzdem schon etwa ein Drittel an Wert verloren.

Handelsblatt: Russland droht eine neue Rubelkrise
FTD: Russland bangt um den Rubel

Weitere 40 Milliarden hat der Kreml für die Stabilisierung des Bankensystems zur Verfügung gestellt. Die Frage ist hier natürlich, ob das Geld für die Rubelstabilisierung hier nicht besser aufgehoben ist. Mit einem fallenden Rubel kann Russland leben, mit einem zusammenbrechenden Bankensystem (wie jedes andere Land auch) aber nicht.

Handelsblatt: Russland: 40 Mrd. Dollar für Banken

Das scheint ein erster Schritt hin zu einer Politikänderung zu sein. Nicht mehr einzelne Firmen sollen gerettet werden (es gab vorher eine Liste von 295 wichtigen Firmen, die besonderem Schutz unterliegen), sondern das Bankensystem soll stabilisiert werden und dieses für die Verteilung der Kredite sorgen. Man wird sehen, ob das funktioniert. Im Westen klappt das eher nicht.

Auch auf fiskalischer Ebene wählt Moskau einen anderen Weg. Es soll in Russland tatsächlich gespart werden. Moskau handelt also komplett gegen die aktuelle Meinung, dass man in der Krise mit Konjunkturprogrammen dagegen halten muss.

FT.com: Moscow abandons bail-outs for bank aid

In Russland leiden auch die Aktien. Der RTS Index ist einer der wenigen Indizes, die (deutlich) unter die Novembertiefs gerutscht sind.

FAZ: In Russland stellt sich die Glaubensfrage

Die Russland Story ist deshalb so interessant, weil sie exemplarisch zeigt, wie unglaublich schnell ein Land aus einer äußerst komfortablen Lage wieder zurück zu einem Junk-Schuldner aus Zeiten der Rubelkrise werden kann. Und es wird interessant zu sehen, ob die politische Antwort auf die Krise, die sich deutlich von der westlichen unterscheidet, die bessere ist.

Mittwoch, Februar 04, 2009

Zahl des Tages (4.2.09): 26,9

So genug der Horrorzahlen. Heute gibt's zwar erneut eine Horrorzahl, aber eine die klar macht, dass der Abschwung auch irgendwann seine Grenzen erreicht. Leider kommt diese Zahl noch nicht vom Immobilienmarkt ...

Wenn man sich die aktuellen Autoverkaufszahlen in den USA anschaut (z.B. hier:US-Automarkt im freien Fall) und diese auf die insgesamt zugelassenen Automobile umrechnet, kommt man auf eine Zahl, die im historischen Rückblick eigentlich überraschend stabil ist. Nur im Moment nicht:



Quelle: Calculated Risk

Und so kommt man auf diese Zahl: Es gibt in den USA aktuell 247,3 Millionen Autos. Die gestrigen Zulassungszahlen ergeben auf das Jahr hochgerechnet einen Absatz von 9,2 Millionen Autos. Daraus errechnen sich dann das Verhältnis von 26,9. Es würde also (theoretisch) 26,9 Jahre dauern, die gesamte Automobilflotte der USA auszutauschen. Knapp 27 Jahre halten die Autos aber einfach nicht. Vor allem nicht die von GM, Ford und Chrysler ...

Kurz: Dieser Abschwung kann *so* nicht weitergehen. Irgendwann müssen die Umsätze wieder anziehen, ansonsten sehen die Autos in den USA bald wie in Kuba aus:



Und dass die Annäherung zwischen den beiden Erzfeinden USA und Kuba so ablaufen soll, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen ;-)

Calculated Risk: Looking for the Sun (enthält übrigens auch ähnliche Rechnungen zum US-Immobilienmarkt)
Econbrowser: January auto sales

Dienstag, Februar 03, 2009

US-Automarkt im freien Fall

Die Zahlen zu den Autoverkäufen in den USA im Januar 2009 sind gekommen. Die letzten Zahlen für den Dezember waren schon sehr schwach (Zahl des Tages (06.01.2009): 53), aber die Zeit vor Weihnachten ist generell eine eher schwache für den Automarkt und daher wenig aussagekräftig. Die Januarzahlen sind im Hinblick auf die Aussagenkraft besser, aber leider nicht in Hinblick auf die Rückgänge ...

General Motors hat 49% Rückgang im Vergleich zum Januar 2008 zu verzeichnen, Chrysler sogar mehr als 55% (mehr als die Zahl des Tages oben), Ford 42% (inkl. Volvo 40%), Toyota 32%, Nissan 30% und Honda 28%. Auch bei den deutschen Autofirmen sieht es nicht viel besser aus: Mercedes Benz hat 43% verloren (inkl. Smart "nur" 36%), BMW 40% (inkl. Smart Mini "nur" 36%) und Porsche 36%. VW hält sich mit minus 12% vergleichsweise gut.

Marketwatch: Detroit car makers hand in steep U.S. sales drops
Marketwatch: Daimler U.S. sales slide 35.5% to 12,209 vehicles in January
Marketwatch: BMW December U.S. sales fall 35.9% to 21,626 units
The Big Picture: Vehicle Sales Plunge

Audi-Zahlen habe ich zwar gefunden, aber nicht für die USA. Hat die zufällig jemand?

Update (4.2.09)

Das Handelsblatt hat die Audi-Zahlen: Das Minus lag bei 26%.

Handelsblatt: US-Autoabsatz fällt auf 27-Jahres-Tief

Test an Feedonly Leser: Bitte mal sagen ob der Feed noch geht!

Und sagen, welchen Feedreader ihr benutzt. Danke!

Update (20:16)

Wenn jemand das hier per EMail bekommt, bitte unbedingt Bescheid sagen. Ansonsten klemme ich den Feed ab. Mir scheint nämlich, dass das niemand benutzt und dann muss das auch nicht weiter laufen ...

Zahl des Tages (03.02.09): (12-02=) 10

Die Schließung der "offenen" Immobilienfonds war ja schon ein Thema an dieser Stelle. Nachdem bei den meisten Fonds die drei Monate vorbei sind, die die Schließung dauern sollte, kann man mal wieder Bilanz ziehen.

Nur 2 Immobilienfonds haben nach Ablauf der ursprünglich drei Monate dauernden Schließung inzwischen wieder geöffnet:

Degi International (ISIN: DE0008007998) und
Catella Focus Nordic Cities (ISIN: DE000A0MY559).

Die anderen Fonds hingegen haben die Schließung verlängert und zwar direkt um 9 Monate:

Weitere 9 Monate geschlossen bleiben:

Degi Europa (ISIN: DE0009807800)
CS Euroreal (ISIN: DE0009805002)
Morgan Stanley P2 Value (ISIN: DE000A0F6G89)
TMW Immobilien Weltfonds (ISIN: DE000A0DJ328)
Axa Immoselect (ISIN: DE0009846451)
Kanam Grundinvest (ISIN: DE0006791809)
Kanam US Grundinvest (ISIN: DE0006791817)

Die SEB hat für den SEB Immoinvest die Schließung ebenfalls verlängert, strebt aber eine schnellere Wiederöffnung für das 2. Quartal 2009 an.

Direkt um 6 Monate geschlossen wurden zwei Fonds der UBS:

Der UBS 3 Kontinente (ISIN: DE0009772681) und
der UBS Euroinvest (ISIN: DE0009772616)

haben also noch mindestens (knapp) 3 Monate vor sich.

Damit haben wir jetzt nicht mehr 12, sondern "nur" noch 10 geschlossene, offene Immobilienfonds. Ein paar Milliarden Anlegergelder stecken damit weiterhin fest. Kein tolles Ergebnis :-(

FTD: Immobilienfonds stecken in der Krise fest

Handelsblatt: Hoffnung für Anleger: Degi öffnet Immobilienfonds

FAZ.NET: Härtetest für die Wiederöffnung

Montag, Februar 02, 2009

Zahl des Tages (02.02.2009): +3,6%

Ein Vorzeichen bei einer positiven Zahl direkt in der Überschrift? Hat das was zu bedeuten? Es hat, denn das Vorzeichen ist das eigentlich Spannende an der Zahl.
Ich packe diese Zahl in der Rubrik "Zahl des Tages", auch wenn die Zahl (und die daran hängende Diskussion) eigentlich einen eigenen Artikel mit besserer Überschrift verdient hat. (Ich schaffe aber keinen zweiten Artikel mehr). Die ursprüngliche Überschrift war: Ich glaub ich spinne! Die Amis können sparen!

Dumm nur, dass sie gerade jetzt damit anfangen ... Jetzt, wo sie

VERDAMMT NOCHMAL

konsumieren sollen, um die US-Wirtschaft zu retten.

Aber zuerst zur Zahl: Die Sparrate der US-Haushalte ist von 2,8% im November 2008 auf 3,6% im Dezember gestiegen. Und das, nachdem die Sparrate sowohl 2005 (-1,4%) als auch 2006 (-2,0%) über das Jahr gemittelt im Minus lag.

Und als wäre es gestern, kann ich mich noch an die Kommentatoren erinnern, die damals darin kein Problem sahen (Schulterklopf: Ich schon!). Den Schulden würden schließlich Vermögen gegenüberstehen. Immobilien und anderes Zeuch, das sich inzwischen als wenig wertstabil herausgestellt hat.

Aber was mir eigentlich noch viel wichtiger ist: Die Sparrate zeigt sehr schön, wo das Problem in einem Abschwung steckt. Die Verbraucher und am Ende natürlich auch die Hersteller werden zurückhaltend und verschieben Ausgaben und Investitionen auf später. Allerdings sind die Verbraucher auch hoch verschuldet und die Sparrate von 3% ist im historischen Vergleich keineswegs hoch. Im Gegenteil: Der Wert dürfte (als angenommenes Jahresmittel) einer der niedrigsten aller Zeit sein.

Das Dumme ist nun, dass die Verbraucher ja eigentlich sparen muss. Für die Altersvorsorge, für den Eigenanteil an der demnächst zu erwerbenden Immobilie, für das nächste Auto, etc. Aber gerade jetzt kann die Wirtschaft das gar nicht gebrauchen.

Man sieht auch hier das grundsätzliche Problem der Krise: Wie ist diese gigantische Blase entstanden? Durch zu viel Kredite, sprich Schulden. Und wie soll die Krise jetzt gelöst werden? Mit mehr Krediten, sprich Schulden.

Wenn man die Krise und die Reaktion darauf in diese letzten zwei Fragen und Antworten packt und die gesammelten Akteure aus Politik und Volkswirtschaft damit konfrontiert, ist mir bisher keine gute Antwort untergekommen.

Es gibt dummerweise auch keine. Und um jetzt mal richtig Angst zu machen: In den 30er Jahren waren die Haushalte weniger stark verschuldet und die Krise wurde richtig übel. Wir haben eine extrem hoch verschuldete Volkswirtschaft. Und eigentlich müssten diese Schulden runter, nicht rauf.

Nur wie?

Schulden erst auf den Staat packen, die Anleihen ins Ausland vertickern und dann den Dollar abwerten. Tja, die einzige Lösung, die mir einfällt. Übrigens hat Roosevelt in den 30er-Jahren den Dollar auch massiv abgewertet (damals gegen Gold ...). Sagt nicht, es hätte niemand vorher gewarnt.

Sonntag, Februar 01, 2009

Zahl der Tages (01.02.09): 3

Auf gaaaaanz clevere Weise die Zahl 31 vermieden, die ich eigentlich an dieser Stelle hätte bringen müssen. Denn der Zähler für die Bankenpleite ist jetzt auf 31 gesprungen, das neue ist aber, dass es direkt drei Banken an einem Wochenende waren. Und darunter eine echte Neuheit: Eine Bank, die trotz der Versicherung der Konten durch die FDIC, niemand mehr kaufen wollte.

US-Bankenpleite Nr. 29:

Name:MagnetBank ,
Sitz: Salt Lake City, Utah,
Assets: 292 Millionen Dollar,
Käufer: keiner(!),
Schaden für die FDIC: keiner.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer (Platz 3).

US-Bankenpleite Nr. 30:

Name:Suburban Federal Savings Bank ,
Sitz: Crofton, Maryland,
Assets: 360 Millionen Dollar,
Käufer: Bank of Essex, Va.,
Schaden für die FDIC: 126 Millionen Dollar.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer (Platz 15).

US-Bankenpleite Nr. 31:

Name: Ocala National Bank,
Sitz: Ocala, Florida,
Assets: 223 Millionen Dollar,
Käufer: CenterState Bank,
Schaden für die FDIC: keiner.

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer (Platz 15).

Und damit gebe ich die Zahl des Tages, die 3, an den (mir unbekannten) Ersteller der Todesliste. Es ist unglaublich, wie gut die Trefferquote dieser Liste ist!

Update (02.02.09)

Eine Meinung zur ersten Bankenpleite in den USA, bei der niemand die Bank übernehmen wollte ...

Creditwritedowns: MagnetBank failure as a canary in the coalmine

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