Zahl des Tages (28.02.09): 44.600.000.000
Hmmm, ich hatte eigentlich eine andere Zahl aus den unendlichen Weiten der Bankbilanzen geplant, kann diese aber zum Teufel nicht verifizieren (verifizieren heisst hier nur, dass ich gerne mehr als eine Quelle hätte, bzw die Originalquelle) ... Daher für heute eine andere, allerdings ebenfalls erschreckende Zahl aus der gleichen Ecke ...
Die Bank of Amerika hat Kredite und Hypotheken in Höhe von 886,2 Mrd. Dollar in den Büchern. Das heißt nur dummerweise nicht, dass die auch 886,2 Mrd. Dollar wert sind ... Sondern nur einen Marktwert von 841,6 Mrd. Dollar haben. Und das kommt nicht von einem Weltuntergangstheoretiker, sondern die Bank selbst. Der Unterschied zwischen dem Ansatz in der Bilanz und dem, was dort eigentlich stehen sollte (und vor einem Jahr auch stehen musste!), beträgt also schlappe
44.600.000.000 (44 Mrd.) Dollar.
Wer immer mal wissen wollte, warum die Bilanzierung zu Marktpreisen (mark-to-market) - wie früher üblich - der einzig sinnvolle Ansatz ist, muss nur diese Zahlen nehmen. Wir haben zwar jetzt eine Bank, die auf dem Papier eine halbwegs solide Bilanz hat, nur glaubt dieser Bilanz niemand. Keinen Zentimeter. Im Englischen wird das gerne "mark-to-phantasy" genannt.
Jeder weiss, dass die Banken eigentlich im Moment (sprich zu Marktpreisen) allesamt Pleite sind. Das einzige, was die Banken am Leben hält, ist das Verschieben der Verluste in die Zukunft. Und die Hoffnung darauf, dass sich ein Teil der Verluste in Zukunft in Luft auflösen wird (z.B. weil die Hauspreise wieder steigen) und der andere Teil von dann wieder sprudelnden Gewinnen im Kerngeschäft aufgefangen werden kann. Die Hoffnung stirbt zuletzt ...
Reuters: BofA carries loans $44 billion above market value
gefunden über Creditwritedowns: BofA carrying loans on books for $44 billion above fair value (scheint aber gerade down zu sein)



