Sonntag, August 31, 2008

Commerzbank kauft Dresdner für 9,8 Milliarden Euro (inkl Kommentarüberblick)

Das ist zwar eine Nachricht, die allgemein breitgetreten wird und die ich daher nicht unbedingt bringen muss, aber ich finde das dann doch zu wichtig, um nicht darüber zu schreiben ...

Die Allianz hat unter die lange Leidensgeschichte einen Schlussstrich gezogen (Kaufpreis 24 Milliarden für 80% der Anteile, Verkaufspreis heute 9,8 Milliarden Euro).

Die Commerzbank kann zusammen mit der Dresdner Bank endlich der bisher unangefochtenen Nummer 1 Deutsche Bank auf Augenhöhe begegnen und die europäische Bankenlandschaft hat einen zweiten relevanten Player mit Sitz in Deutschland. Da die Allianz mit 30% am neuen Haus beteiligt bleiben will, droht auch keine Übernahme aus dem Ausland.

FTD: Commerzbank kauft Dresdner

FAZ:Eine zweite große deutsche Bank


Wer andere Quellen bevorzugt:

News.Google.de


Update (21:37)

Kommentar von Robert von Heusinger in der FR:
FR: Kleine Bank - ganz groß

FAZ: Die Details der Übernahme

Und ein FAZ Kommentar:

FAZ: Der Finanzplatz gewinnt
FAZ:
Eine zweite große deutsche Bank

Get ready to rock!

Grab your keyboard and Go!

Javascript Rock Star

Mein Score war vierstellig negativ. Aber mit einem Bluetooth Keyboard lässt sich echt albern rumhüpfen ;-)

Freitag, August 29, 2008

Mehr oder weniger Arme weltweit?

Schon interessant, wie man aus der gleichen Zahl zwei so unterschiedliche Überschriften machen kann (News.google.de):

Spiegel Online: Zahl der Armen schrumpft auf 1,4 Milliarden Menschen

Ähnliche Überschriften hat zum Beispiel die FAZ, die WAZ und einige andere.

Frankfurter Rundschau: Das Heer der Armen ist größer als gedacht

Ein ähnliche Überschrift hat z.B. die TAZ.

Da sag nochmal einer, dass Zahlen eindeutig wären ...

Das Problem: Die Anzahl der Armen ist gestiegen. Allerdings wurde auch die Definition von "arm" geändert. Früher waren es 1 Dollar Einkommen am Tag, heute sind es 1,25 am Tag (jeweils kaufkraftbereinigt). Allein dadurch steigt natürlich die Anzahl der Armen schon. Aber nur wenn ich die DEFINITION ändere. Wenn ich das vergleiche, was ich eigentlich vergleichen will, nämlich über den Zeitraum, stelle ich selbst bei geänderter Definition einen Rückgang fest:

1990: 1 Dollar --> 1.500 Millionen
1990: 1,25 Dollar --> 1.800 Millionen
2005: 1 Dollar --> 879 Millionen
2005: 1,25 Dollar --> 1.400 Millionen

Und darüber freut sich dann die FAZ (die zur weiteren Optimierung den Rückgang dann mit 1981 vergleicht und daher noch mehr Rückgang zu feiern hat).

Einen Anstieg errechnen kann man ausschließlich in Afrika, denn in Asien ist die Zahl *deutlich* zurückgegangen.

Wenn man jetzt allerdings den prozentualen Anteil der Armen in den Entwicklungsländern misst, stellt man einen Rückgang von knapp der Hälfte der Bevölkerung (1990) auf knapp ein Viertel (2005) fest.

Dass die FAZ und der Spiegel den (wichtigen) Hinweis nicht bringen, dass sich die Lebensmittelpreise seit 2005 deutlich erhöht haben und daher möglicherweise auch die 1,25 Dollar nicht reichen, wundert nicht.

Und die Frankfurter Rundschau schreibt:


Die Erhöhung der Armutsgrenze von einem auf 1,25 Dollar ist auch dadurch gerechtfertigt, dass der Dollar gegenüber fast allen anderen Währungen an Wert verloren hat. Die Bank rechnet die Statistiks (sic)-Daten deshalb um in Kaufkraft-Paritäten.
Aha! Versteht das jemand? Ich denke eigentlich, dass der Dollarverlust doch genau über die Kaufkraftparitäten bereinigt wird. Und dann müsste ich nicht nochmal was korrigieren. Zumindest versteh ich das so. Habe ich den Denkfehler oder die FR?

Naja, selber denken hilft. Zumindest hat man dann nach dem Lesen von vier Artikeln in FAZ, Spiegel, FR und TAZ mehr Fragen als vorher.

Meine Interpretation ist so kurz wie simpel: Wer bei der pösen neoliberalen Globalisierung mitmacht (Asien) verringert die Armut. Wer nicht mitmacht, verliert (Afrika).

Wochenend und Sonnenschein ... Lykke Li

Mir fällt schon gar nichts mehr zur Börse ein, deshalb einfach etwas Musik ...

Lykke Li



Oder das hier:

“I..m Good, I..m Gone” akustisch.



Wer mehr will ... Hier geht's zur Homepage von Lykke Li bei Myspace.com oder zur richtigen(?) Homepage: LykkeLi.com

Donnerstag, August 28, 2008

His Steveness lebt!

Auch wenn Bloomberg gestern (aus Versehen) einen prophylaktisch geschriebenen Nachruf schon veröffentlicht hat. Peinlich ...

Die ganze Meldung (die es bei Bloomberg natürlich nicht mehr gibt) gibt's hier:

Gawker.net: Steve Jobs's Obituary, As Run By Bloomberg

Dass Nachrichtenagenturen sowas im Voraus schreiben, war zu erwarten. Die können ja auch nicht alles bei Bedarf sofort wissen. Aber was dann doch etwas verblüffend ist:

"(IF STOCK DROPS): The decline is no surprise to investors and analysts, many of whom considered Jobs irreplaceable. Gene Munster of Piper Jaffray & Co. in Minneapolis had said if Jobs left the company for any reason, Apples stock might plummet as much as 25%.
"

Wenn also die Aktie fällt, hat die Nachrichtenagentur auch direkt eine clevere Erklärung parat!

Jetzt verstehe ich auch endlich, warum die ganzen hektischen Tag-Für-Tag Börsenberichterstatter IMMER ALLES erklären können. Warum der DAX gestiegen ist, warum Daimler gefallen ist, welches Gerücht welche Aktie oder welche Währung getrieben hat, etc. pp.

Das kam mir schon immer extrem klugscheißerisch vor. Aber jetzt weiss ich wie das geht. Die schreiben einfach drei Marktberichte und per If ... Then ... Else wird der passende Text rausgesendet ...

Infectious Greed: Steve Jobs: Not Dead Yet

Kauf Anvil Mining

Rot/Schwarz Wette wie im Kasino ... Besser nicht nachmachen ...

---


ANVIL MNG LTD WP-Portrait
ISIN: CA03734N1069
Handelsplatz: Frankfurt
Nominal / Stück: 300
Kurs: 4,55 EUR
Vorauss. Volumen: 1.500,00 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 10,95 EUR Details

Handelsprovision: 10,00 EUR
Börsengebühr: 0,95 EUR
Hinweis zu sonst. Entgelten: ggf. zzgl. Maklercourtage, fremde Spesen (z.B. Eintragung in das Namensregister bei Namensaktien, Clearinggebühren, etc.)
Vorauss. ausmachender Betrag: 1.510,95 EUR


Order-Details
Gültig bis: 28.08.08
Ordertyp: Limit 5,00 EUR
Orderzusatz: Kein Zusatz

Order-Informationen
Handelsdatum: 28.08.08
Valutadatum:

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Aber wenn das Zwitschern stimmt, kommt Anvil ungeschoren bei der Minenlizenzüberprüfung davon.

Update: ausgeführt zu 4,78.

US-BIP +3,3% - Strohfeuer

Steuerschecks. Lageraufbau. Nix nachhaltiges bis auf den Exportboom durch den schwachen Dollar.

Marketwatch: Second-quarter growth revised significantly higher


Das "wirkliche" Wachstum dürfte weiterhin irgendwo zwischen 0 und 1% Plus liegen.

UK-Immobilienpreise minus 10% (Rekord seit 1990)

Mal wieder ein Blick über den Kanal.

Die Immobilienpreise in Großbritannien sind im August um weitere 1,9% gesunken. Im Jahresvergleich ging es um 10,5% nach unten. Das ist der erste zweistellige Verlust seit 1990. Die Zahlen kommen vom großen Immobilienfinanzierer Nationwide und gelten als verlässlich.

Marketwatch: U.K. home prices see 10.5% annual drop

Kein Wunder, dass die britische Wirtschaft nicht mehr wächst. Wobei 0,2% im zweiten Quartal ja doch noch etwas sind ...

Marketwatch: British economy flat in second quarter


Und auch die folgende Nachricht überrascht nicht:

FAZ.NET: Leerverkäufer wetten gegen britische Immobilienaktien

Mit den schwachen Zahlen von heute dürfte diese Spekulation aufgegangen sein ...

Mittwoch, August 27, 2008

Die Liste der gefährdeten US-Banken wird länger

Ich hatte das gestern Abend bereits gelesen. Allerdings war das ein Artikel im Wall Street Journal, den man als Nichtabonnent nicht lesen konnte und sowas ist immer blöd zu verlinken. Bei der Suche nach einer freien Version muss ich dann aber wohl kurz eingenickt sein ;-)

Gut, dass auch die FAZ das Wall Street Journal liest und daraus einen guten Artikel gemacht hat.

Auf der Liste der Banken, die die amerikanische Einlagensicherung FDIC besonders streng überwacht, stehen inzwischen 117 Banken. Das sind 27 (oder knapp ein Drittel) mehr als im Vorquartal.

Die Banken müssen nicht Pleite machen und "bisher" hat dieses Schicksal auch erst 13% der Banken auf der Liste ereilt. Ohne genaue Definition von "bisher" ist diese Zahl aber wenig wert, denn dass am Anfang der Krise die meisten noch nicht Pleite gegangen sind, ist logisch. Das wird erst am Ende der Krise passieren und da sind wir IMHO noch nicht angekommen. Wenn diese 13% über *alle* Krisen gemittelt wurde, wäre das allerdings beruhigend. Ich gehe davon aber nicht aus.

Die Liste der Banken ist übrigens geheim, damit bloß niemand auf die Idee kommt, *sein eigenes* Geld von der Bank abzuheben. Das wäre ja wohl auch zu unverschämt! Das ist Verbraucherschutz à la USA. Bloß keinen Bank-Run riskieren ... Und wer so viel Geld bei der Bank hat, dass die versicherte Summe überschritten wird, hat halt Pech gehabt ...

FAZ.NET: Banken in Not - so viele wie seit 2003 nicht mehr


Update (13:11)

Die FTD kanns auch ;-)

FTD: 117 US-Banken mit Schwierigkeiten


Verlinkt wird der WSJ-Artikel natürlich nirgendwo. Vielleicht sollte ich die Artikel demnächst auch ohne Verlinkung machen, dann kann ich wieder behaupten, schneller als die Großen zu sein ;-)

Will haben ... Draganfly X6

Ein (gar nicht) kleiner RC-Helikopter, an den man eine Photo- bzw. Videokamera, GPS, Infrarotkamera, etc. hängen kann. Sehr cool!

Kostet leidet 2500 Dollar bei RC Toys ...

Draganfly X6

Ich kann mir nur das leisten, aber das macht auch verdammt viel Spaß!

Yes! That's fun. Für nur 30 Euro ...

Dienstag, August 26, 2008

US-Verbrauchervertrauen stabilisiert sich zunehmend

56,9 im August nach 51,9 im Juli.

Die gute Nachricht vor dem Schlafengehen :-)

U.S. consumer confidence rises again; job concerns persist

US-Immobilienpreise sinken weiter

Kein Wunder nachdem bereits Anfang der Woche gemeldet wurde, dass das Angebot stärker steigt als die Nachfrage bei (gebrauchten) Häusern (siehe: US-Hausverkäufe im Plus!)

Heute kamen die Zahlen für die Neubauten. Die Zahl ist im Juli gegenüber dem Vormonat von 503.000 auf 515.000 gestiegen. Das Problem: Die Zahl für den Juni wurde von 530.000 auf 503.000 nach unten korrigiert. Bisher war das Tief mit 513.000 im März. Die korrigierte Juni-Zahl ist also ein neues Tief und die Juli-Zahl ist nur 2.000 (und damit überhaupt nicht signifikant) über dem Tief. Aber immerhin geht es nicht mehr weiter runter. Dramatisch weiterhin der Jahresvergleich: minus 35%.

Der Lagerbestand sinkt aber, weil das Angebot kräftig zurückgeht. In Monatsumsätzen sind es jetzt noch 10,1 nach 10,7 Monate im Juni. Wie ich schon mehrfach geschrieben habe: Das ist die entscheidende Zahl, weil sie zeigt, dass sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in die richtige Richtung verschiebt.

Die Preise liegen im Median 6,3% unter dem Vorjahr. Allerdings halte ich diese Medianberechnung für ziemlich lame und verzerrend. Der Case-Shiller-index ist methodisch viel besser. Kein Panik, kommt gleich noch ;-)

Marketwatch: July's sales of new homes paint a mixed picture

Aber erst noch ein anderer Preisindikator von der OFHEO. Danach ist der durchschnittliche Hauspreis nur um 1,4% im ganzen zweiten Quartal 2008 gesunken.

Marketwatch: Home prices off 1.4% in second quarter, OFHEO says

OK, jetzt der wirklich gute Indikator: Der Case-Shiller-Hauspreisindex. Dieser ist deswegen besser, weil er Häuser trackt. Das heisst, dass nicht einfach alle verkauften Häuser zusammen addieren wird, sondern das Haus an sich verfolgt wird. Man vergleicht also das selbe Haus beim Verkauf 1998, 2002, 2006 und 2008.

Danach sind die Immobilienpreise im Jahresvergleich im Juni um 15,9% gefallen. So stark wie noch nie. Wobei man sagen muss, dass der Case-Shiller-Index noch nicht so wahnsinnig lang gibt (etwa 20 Jahre).

Marketwatch: Home prices fall a record 15.9% year over year

Ich sehe aber, wie ich gestern schon mal angedeutet habe, ganz klar eine abnehmende Geschwindigkeit beim Preisverfall. Wenn wir von einer parabel- oder sinusförmigen Preiskurve ausgeht, dürften wir damit die Hälfte des Preisverfalls hinter uns haben. Positiv ist das aber nicht ... Denn damit landen wir bei 30 oder 40% Gesamtpreisverfall. Und das ist IMHO in den Abschreibungen der Banken noch lange nicht drin ...

Wobei die Interpretation der Hauspreise natürlich sehr schwierig ist. Wenn der eine Index minus 6 und der andere minus 15% meldet, wird eine schlüssige Interpretation schwierig ...

Wem das jetzt zu viel Zahlen und das alles zu Englisch war:

FTD: US-Hauspreise stürzen ab

GfK schwach. Ifo schwach. Stimmung schlecht.

Der Ifo-Geschäftsklima-Index ist im August auf ein neues Drei-Jahres-Tief gefallen. Der Wert für den Juli beträgt nur noch 94,8 nach 97,5 im Juni. Der Rückgang war deutlich stärker als erwartet.

Tagesschau: Stimmung in der deutschen Wirtschaft sinkt weiter

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland gemessen anhand des GfK Konsumklima-Index ebenfalls gesunken. Nach 3,6 für Juli und 1,9 für August wird jetzt ein Wert von 1,5 für September vorhergesagt.

Tagesschau: Konsumklima trübt sich weiter ein

Kein Wunder, dass der FTD Schattenrat inzwischen ziemlich skeptisch ist. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession wird inzwischen für Deutschland höher gesehen als für die USA(!). Die Ökonomen sind im Vergleich zum Juli deutlich skeptischer geworden.

FTD: Exklusiv: Düstere Zeiten für deutsche Konjunktur

Das Ganze ist schon überraschend. Wenn die USA in die Rezession abrutscht, sind Deutschland und Europa meist mit einiger Verzögerung auch dabei. Dazu reicht ein Blick in die Geschichte. Und wie wurde der immer stärker sinkende Ifo-Index und die immer weiter zurückgehenden Auftragseingänge beurteilt? Die Wirtschaft sei robust. Das wäre wohl nur temporär. Keine Gefahr. Etc. pp.

Aber WENN sich das Wachstum in den USA abschwächt UND die Lage in Europa schlechter wird, kann sich Europa nicht abkoppeln. Das hat bisher (fast) noch nie geklappt. Wenn die USA einen Husten haben, bekommt Europa eine Grippe ... So gut wie immer ...

Ich würde ja immer noch gerne dagegen halten, wenn der Chef-Volkswirt der UBS Klaus Wellersdorf keine Rezession in Deutschland erwartet ...

Deutschland entkommt der Rezession (?)

Lehman CEO vor dem Rauswurf?

Na da waren die Gerüchteköche mal wieder fleissig ...

Aufgeschlagen ist die Meldung beim Observer in Großbritannien. Man wird sehen, was dran ist

Marketwatch: Lehman CEO Fuld faces effort to oust him: report

Und dann noch ein Hinweis auf ein Video von Bloomberg mit dem Analysten Richard Bove von Ladenburg Thalmann. Danach hat Lehman Brothers CEO Richard Fuld nur noch drei Tage um die Probleme bei Lehman zu lösen. Also eine Kapitalerhöhung und der Verkauf eines größere Assets, um Geld in die leeren Kassen zu spülen. Die drei Tage sind allerdings heute vorbei ...

Bloomberg: Bove Says Fuld Has Three Days to Solve Lehman's Problems: Video


(gefunden über The Big Picture: Bove: Fuld Has Three Days to Solve Lehman's Problems

Montag, August 25, 2008

DIY Whiteboard für 50 Dollar, 3D-Monitor für 10.

Den ersten Teil aus dem Video kannte ich schon, den zweiten allerdings nicht.

Für den ersten Hack nimmt Johnny Lee eine Wiimote und einen Infrarot-Laserpen. Dazu noch einen PC und einen Projektor und etwas Software und fertig ist das Interaktive Whiteboard.

Für den zweiten Teil wird die Wiimote auf den Bildschirm gelegt und an eine Brille zwei Infrarot-LEDs angeschlossen. Dann kann die Wiimote die Position der Brille tracken. Und wenn der Computer die Position des Betrachters kennt, kann er ein passendes Bild zur aktuellen Position berechnen und Schwupps ist das Bild dreidimensional. Electronic Arts hat das inzwischen gekauft/lizensiert und wird damit Spiele herausbringen.

Schaut es Euch an (sind 6 Minuten). Das ist saucool. Ein interaktives Whiteboard für 50 Dollar und ein 3-D-Monitor für 10. Und die Software ist Open Source und kann auf seiner Website heruntergeladen werden.

Johnny Chung Lee > Projects > Wii

Wer meint die USA rechnen sich alles schön ...

... der hat nicht ganz unrecht ...

Inflation, Wirtschaftswachstum, Level-3-Assets, etc. pp. kennen wir hier ja schon. Aber dass die tatsächlich sogar den Medaillenspiegel bei der Olympiade ebenfalls so abdrucken, wie er gerade am besten in den Kram passt, überrascht mich dann doch ...

Ich habe immer gedacht, dass das bei den Wirtschaftszahlen funktioniert, weil es die Leser ja doch nicht besser wissen und es keiner merkt. Aber beim Medaillenspiegel machen die US-Medien das auch. Wenn die USA nicht genügend Goldmedaillen gewinnen, nehmen die einfach die Gesamtzahl inkl. Silber- und Bronzemedaillen. Oder wenn jemandem auffällt, dass China ja doch ganz schön viele Medaillen gewonnen hat, weist man darauf hin, dass die schließlich auch viel mehr Einwohner haben. Allerdings natürlich nicht darauf, dass man in der Liste der Medaillen pro Einwohner auf Platz 33 liegt (übrigens hinter Deutschland).

Abgeschmackt: 24.08.2008 Medaillen-Spiegel Beijing Peking Olympia - Der einzig wahre mit Bevölkerung gewichtete - only true & fair population adjusted medal table

Ich glaube beim nächsten Mal drucken die einfach die Liste der Medaillengewinner ab, die Englisch sprechen ...

Update (23:22):

Wer Statistikspielereien mag:

Anzahl der Goldmedaillen je BIP:
Infectious Greed: GDP and Gold Medals

Danach hat Indien verloren, nur eine Goldmedaille genau wie Zimbabwe, wo allerdings angesichts der Monsterinflation kein BIP mehr messbar ist ...

US-Hausverkäufe im Plus!

Tja und wieder begehen die Mainstreammedien (naja, nicht alle) den Fehler und vergleichen die Anzahl der verkauften Häuser mit dem Vormonat.

Was leider kompletter Quark ist, weil es halt Monate gibt, in denen quasi immer mehr (bzw. immer weniger) Immobilien verkauft werden als im Vormonat. Ohne diese Bereinigung sind die Zahlen wertlos. Ganz nebenbei sind das sowieso Zahlen, die eine extrem hohe Fehlerquote haben. Änderungen von ein paar Prozent sind eigentlich nicht relevant.

Dass kann man auch schön an der Korrektur des Junis erkennen, der von einem Minus von 2,6 auf minus 2,8 korrigiert wurde.

Aber ich bin ja nicht Miesmacher des Miesmachens wegen ...

Zwei Sachen sind positiv:

Erstens zeigt das Jahresminus von "nur noch" 13,2% langsam erste Stabilisierungsversuche an. Im Januar war das Minus noch bei fast 25%.
Zweitens ist der Juli eigentlich ein schwacher Monat, das kleine Plus also vielleicht doch signifikant.

Möglicherweise geht die Stabilisierung auch auf den Preisrückgang zurück. Der Median der Preise sank im Jahresvergleich um 7,1%.

Trotzdem bleibt leider ein großer Berg an nicht verkauften Häusern, der auch im Juli noch größer wurde. Es kommen also weiterhin mehr Häuser auf den Markt als verkauft werden konnten. Aufgrund der hohen Zahl an Foreclosures und der hohen Zahl an "quasi forecloseden" Häusern (wo die Bank den Besitzer nicht rauswirft, obwohl dieser nicht mehr zahlt) dürfte sich auf der Angebotsseite auch keine schnelle Besserung zeigen.

In Monatsumsätzen gerechnet ist die Lagerhöhe auf nun 11,2 Monate gestiegen. Die letzte Zahl ist IMHO die wichtigste, um zu beurteilen, ob das Ende des Abwärtstrends erreicht wird. Noch ist das aber nicht in Sicht. Auch wenn wir mit den Zahlen heute wahrscheinlich das erste Zeichen für eine Verlangsamung des Abwärtstrends gesehen haben ...

Marketwatch: Sales of existing homes rise -- but so do inventories

Zu den monatlichen Änderungen:

The Big Picture: Existing Home Sales, Non Seasonally Adjusted, Explained

CDO Showdown

Showdown heisst in den USA ja (ist ja ein zivilisiertes Land) nicht mehr, dass zwei Cowboys aufeinander schießen; nein, heute verklagt man sich ...

CDOs sind komplex. So komplex, dass man mit ihrer Hilfe Schrott bündeln konnte und ein großer Teil davon noch ein Triple-A-Rating bekam. Ich will auf die Details nicht nochmal eingehen, Stammleser dürften diese Teile kennen.

Komplexität ist aber der beste Dünger für Klagen. Und die Besitzer der unterschiedlichen Tranchen beginnen sich jetzt scheinbar genau damit. Es geht dabei vor allem um die Frage, wann welcher Verlust (sprich der Ausfall eines Schuldners) in welche Tranche gebucht werden muss.

Aber damit noch nicht genug: CDOs konnte man bei den Kreditversicherern wie MBIA oder Ambac gegen Ausfall versichern. Dazu musste man aber auch bestimmte Stimmrechte an den Kreditversicherer abtreten. Damit ist die Interessenslage aber noch komplizierter als bei den Besitzern unterschiedlicher Tranchen einer CDO. Die Kreditversicherung möchte mit aller Macht verhindern, dass die Anleihe als Ausfall gilt, denn dann müsste die Kreditversicherung bezahlen. Der Kunde, der die CDO hält, möchte natürlich nichts lieber als dieses Geld zu kassieren. Immerhin bekäme er dann seinen Einsatz komplett zurück (bis auf die Prämie für die Versicherung natürlich), während die "Fast-Pleite-CDO" bei 5, 10 oder 25% des Nennwerts (und damit mit 95, 90 oder 75% Verlust) herumkrebst.

Gut, dass ich solche Teile nie gekauft habe und diesem Treiben entspannt von der Seitenlinie zuschauen kann ...

FT.COM: Insight: CDO holders face tranche warfare

Sonntag, August 24, 2008

Level 3 Assets der US-Banken im Überblick

Ich war mir eigentlich sicher, dazu schon was geschrieben zu haben. Eine Suche gab aber keinen Treffer ... Sollte es ein Doppler gewesen sein: Sorry!

The Big Picture hatte vor knapp 2 Wochen eine schöne Übersicht über die Level 3 Assets bei den Banken (und bankähnlichen Firmen) verlinkt. Zur Erinnerung: Level 3 Assets sind die Vermögensgegenstände, für die es keinen Wert gibt, der sich wie bei Level 1 direkt oder Level 2 indirekt aus einem Börsenkurs ableiten lässt. Bei Level 3 ist man also ausschließlich auf Finanzmathematik angewiesen.

Die Banken haben in den vergangenen Monaten ihre Level 3 Assets zum Teil deutlich erhöht. Der Skeptiker sagt, dass sie das tun, um die Verluste in diesen Papieren zu verstecken (man bewertet nicht zum niedrigen Marktkurs, sondern zum theoretischen Wert der Anlage). Optimisten sagen aber einfach, dass das an der fehlenden Liquidität liegt, weil es ohne Liquidität keine Kurse gibt und damit auch nichts zum Ableiten des Werts. Also *muss* man in Level 3 umbuchen.

Diese Diskussion ist müßig. Vor allem weil Börsianer eigentlich auch wissen, dass der theoretische Wert einer Anlage und der Kurs an der Börse nur selten übereinstimmen.

Da die meisten Börsianer im Moment aber eher skeptisch sind, was man angesichts der Abschreibungen und der Risikoaufschläge auch sein kann, vermutet man, dass in den Level 3 Assets noch einiges an Risiken steckt. Was dann in Zukunft den Banken die Gewinne verhageln wird, wenn nicht gar zu weiteren Katastrophen à la Bear Stearns führen wird.

Daher ist ein Blick auf die Höhe der Level 3 Assets interessant. Und diese gibt es nicht nur nach absoluter Höhe, sondern auch nach prozentualem Anteil an den Gesamtassets und nach Anteil am Eigenkapital.

Nach absoluter Höhe "führt" die Citigroup vor Freddie Mac, JP Morgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Fannie Mae und Merrill Lynch.

Nach Anteil am Eigenkapital Freddie Mac vor IndyMac (bereits Pleite). Danach mit relativ großem Abstand Morgan Stanley, Merrill Lynch und die anderen üblichen Verdächtigen. Anteil am Eigenkapital deutet übrigens sprachlich auf einen Teil des Eigenkapitals hin. Es handelt sich aber nicht um Prozentzahlen unterhalb von 100, sondern um welche deutlich über 100, sprich nicht um Teile, sondern um Vielfache ...

Nach Anteilen von Level 3 Assets an den gesamten Assets führt IndyMac (wie gesagt bereits Pleite) vor (Achtung Festhalten!) General Electric, die am einfachsten mit der deutschen Siemens vergleichbar ist. GE hat schon längere Zeit einige Skeptiker mit seiner äußerst umtriebigen und kreativen Finanzsparte auf den Plan gerufen. Wie groß die Gefahr ist, die darin steckt, werden wir noch sehen ... Nach General Electric folgen Wells Fargo, Freddie Mac, die Citigroup, Allstate, Fannie Mae, lehman, Morgan Stanley und Wachovia.

Übrigens stützen die vorderen Platzierungen der bereits Pleite gegangenen IndyMac leider die pessimistische Interpretation, wonach die Level 3 Assets voller Risiken stecken ...

Econompic Data: Level Three Asset Analysis

gefunden über The Big Picture: Level Three Assets: Banks & Brokers

Wieder eine (kleine) Bankenpleite in den USA

Nummer 9 in der Liste der im Jahr 2008 Pleite gegangenen Banken ist die Columbian Bank and Trust Company aus Kansas. Mit etwa 750 Millionen Dollar Einlagen ist diese aber keine wirklich große Nummer. Der große Teil der Einlagen ist auch nicht gefährdet, da alle versicherten Einlagen von der Citizens Bank and Trust übernommen wurden. Problematisch werden nur die 268 Millionen "brokered" Assets und die Einlagen, die die Versicherungsgrenze überschritten haben (etwa 46 Millionen). (Jede Bank ist nur bis zu einer bestimmten maximalen Summe pro Kunde versichert. Legt man mehr Geld bei der Bank an, schaut man (für diesen Teil) in die Röhre ...)

Tagesschau: Regionale Bank in Kansas muss dichtmachen

Marketwatch: Regulators close Kansas bank

Samstag, August 23, 2008

Managergehälter zu hoch? Und was tun?

Ich wollte zu dem Thema schon länger etwa schreiben. Und nachdem meine Morgenlektürenzeitung einen Artikel zum Thema hatte, scheint mir das Thema gerade wieder aktuell zu sein. Die SPD plane einen Gesetzesentwurf zur Begrenzung der Managergehälter, die CDU sei dagegen.

Tja, und ich mache mir schon länger Gedanken dazu und habe dann nach ein wenig googlen festgestellt, dass alle meine Ideen und der Schluss (dass das Ganze ein gehöriger Haufen populistischer und völlig unwirksamer Mist ist) bei Weissgarnix schon beschrieben wurden.

Ich fasse mich daher kurz und verweise daher nur noch auf diesen Artikel:

Weissgarnix: Aus Doktor Gysis Sprechstunde

Besonders gut gefällt mir der Hinweis darauf, dass die halbe Absetzbarkeit der Managergehälter oberhalb von 1 Millionen (soll das bei Fußballern eigentlich auch kommen?) völlig ins Leere geht, weil die hohen Gehälter überwiegend über Aktien und Aktienoptionen entstehen und diese bereits heute nicht steuerlich absetzbar sind. Neue Aktien verwässern den Anteil der Altaktionäre und diese und zwar nur diese bezahlen diese Rechnung. Da die Aktionäre diesen Vergütungsplänen aber bereits auf einer HV zugestimmt haben, sind die es selbst schuld, wenn sie das zulassen ... Eingreifen und regeln muss der Gesetzgeber da nichts.

Freitag, August 22, 2008

Deutschland entkommt der Rezession (?)

Mutige Prognose!

Da würde ich mir glatt überlegen, dagegen eine Wette anzubieten ... Vor allem, weil Klaus Wellersdorf ja quasi Blogger (genauer Podcaster) ist ...

Dass China nicht in eine Rezession abgegleitet ist nachvollziehbar. Dort ist bei über 10% Wachstum das Niveau auch einfach viel zu hoch. Selbst ein Absinken auf nur 5% Wachstum wäre dort wohl schon eine "gefühlte" Rezession ...

FAZ: Im Gespräch: Klaus Wellershoff: „Deutschland entkommt der Rezession"

Lehman vor Übernahme?

Cooles Gerücht!

Aber ich wär nicht der egghat, wenn ich nicht direkt auf einen Übernahmekurs von 2 Dollar spekulieren würde (der kann von mir aus auch nachher auf 10 korrigiert werden, das hatten wir ja bei Bear Stearns alles schon mal ...).

Außerdem dachte ich, im Zweifelsfalle müsse immer der gute alte Warren Buffet herhalten, wenn ein angeschlagenes Investmenthaus an der Wall Street gerettet werden muss (hatten wir auch bei Bear Stearns als der Kurs bei 120 lag).

Ende der Häme, zurück zu den News.

Die Korea Development Bank hat Lehman als Übernahmeziel bezeichnet. Diese Gespräche in Korea wurden gestern noch als "gescheitert" in der Gerüchteküche gehandelt. Gleichzeitig hat ein Analyst Lehman aufgrund der Möglichkeit einer feindlichen Übernahme auf "Kaufen" heraufgestuft.

Zurück zur Häme ;-): Bei der aktuellen Marktkapitalisierung wird eine Kapitalerhöhung zunehmend unwahrscheinlicher, weil dadurch einfach nicht mehr genügend Geld hereinkommt. So unrealistisch ist eine Komplettübernahme also nicht ... (Vielleicht pusht man den Kurs aber einfach schnell nochmal, um dann die Kapitalerhöhung doch noch zu machen ...)

Marketwatch: Lehman stock up in pre-market


Die Fakten sehen auf jeden Fall nicht gut aus.

a) Die Kosten für die Kreditausfallversicherung von Lehman Anleihen sind und bleiben extrem hoch. Die 750 Basispunkte Aufschlag bedeuten im Endeffekt, dass Lehman 7,5 Prozentpunkte mehr Zinsen bezahlen muss als der US-Staat. Übrigens ist der Aufschlag bei Merrill Lynch genau so hoch. Beide sind also eigentlich Junk.

FAZ.NET: Kreditrisiken bei Lehman bleiben auf Rekordniveau

b) Die Citigroup hat die Gewinnerwartungen für Lehman (und andere) gesenkt:

Marketwatch: Citi cuts earnings views on Goldman, Lehman, Morgan Stanley

c) Und die Fed hat Untersuchungen aufgenommen, ob das Marktgerücht, dass die Credit Suisse Lehman die Kreditlinie gestrichen hätte, war sei. Die Credit Suisse hat dieses allerdings inzwischen dementiert.

Marketwatch: Fed investigated Lehman, Credit Suisse rumor: report

Und Marketwatch meint zum Schluss, dass Lehman angesichts der sich überschlagenden Gerüchte vielleicht auch mal Stellung nehmen sollte ... Dem ist allerdings voll zuzustimmen.

Marketwatch: Another bad week for Lehman

Update (16:30)

Das Wall Street Journal schreibt was zu den Möglichkeiten von Lehman (Verkauf von Teilen, etc.). Interessant daran vor allem, dass die darin enthaltene Grafik Kosten für die Versicherung von Lehman Anleihen für 5 Jahre auf jährlich etwa 400.000 Dollar pro 10 Millionen Kreditsumme zeigt. Was nicht einmal annäherungsweise den 750 Basispunkten entspricht, die die Credit Default Swaps anzeigen.

Kann mir den Unterschied zwischen den 750 Basispunkten in der FAZ und den 400 im WSJ erklären? Sind das unterschiedliche Sachen? Oder habe ich das mit den 750 Basispunkten=7,5% und den 400.000 Dollar je 10 Mio = 4% Aufschlag falsch verstanden?

WSJ: Pitfalls of a Lehman Sale
(kann sein, dass der Artikel mal wieder nicht frei ist).

Fannie Mae und Freddie Mac brauchen 225 Milliarden?!?

Naja, ich gestehe die Überschrift ist absichtlich reisserisch ...

Die 225 Milliarden Dollar sind nämlich kein zusätzliches Kapital, sondern Kapital, das ausläuft und neu finanziert werden muss.

Allerdings sind 225 Milliarden Dollar, die bis Ende September refinanziert werden müssen, trotzdem kein Pappenstiel. Der hohe Bedarf in recht kurzer Zeit wird mindestens dafür sorgen, dass die beiden US-Immobilienfinanzierer kräftige Risikoaufschläge zahlen müssen. Fannie Mae musste in der letzten Woche 0,77 bis 0,88 Prozentpunkte Aufschlag zahlen, Freddie Mac sogar 1,13 Prozentpunkte mehr als eine vergleichbare US-Staatsanleihe.

Und wer weiss: Vielleicht bricht die Refinanzierungsmaschine auch komplett zusammen, wenn der Staat nicht einspringt, sei es über direkte Finanzierung, Garantien oder was auch immer. So eine Implosion entsteht aber am Ende immer mehr über (Massen-)Psychologie als über Fakten und ist daher nicht vorhersagbar ...

WSJ: Fannie, Freddie refinancing looms (wohl nicht komplett frei lesbar, finde aber keine bessere Quelle).

Und endlich ist sie weg ... IKB geht an Lone Star (Update mit Kommentaren)

An eine Heuschrecke ...

Egal, tschö mit ö.

Ich hoffe, neben den gestern gemeldeten 800 Millionen Euro muss der Steuerzahler nicht noch weiteres Geld hinterherwerfen ... Die 9,8 Milliarden plus den 0,8 von gestern sind ja auch langsam genug.

Um das Geld wieder reinzuholen, müssen die Politiker (die die IKB immer kontrolliert haben, davon aber natürlich nichts wissen wollen) nicht nur ein paar Steuersünder aus Liechtenstein zurückholen, sondern direkt in Liechtenstein einmarschieren ...

Handelsblatt:US-Investor übernimmt die IKB

Naja, im Moment läuft die Pressekonferenz und ich werde wohl nochmal ein Update machen. Ich befürchte, den deutschen Steuerzahler kostet diese Nummer mehr als 10 Milliarden. Aber warum aufregen: Unser Schulsystem und unsere Infrastruktur ist doch toll. Und außerdem hat man den Zumwinkel eingebuchtet ...

Update (11:22):

Bereits gestern in der FTD:

FTD: Wie die IKB abgewickelt wird

und die IKB Geschichte hier: Suche nach IKB

Update (12:13):

Ein Kommentar zum (nicht vorhandenen) Sinn der Rettung bei der FTD:
FTD: KfW sendet falsches Signal

Update (13:18):

Ich habe lange keinen Hals mehr bekommen ;-)

Aber der IKB Deal ist hart.

Wie kommen diese Politiker auf die Idee, im Zusammenhang mit diesem Geschäft die Worte "gut gelaufen" zu benutzen?

Warum verschweigen sie den Verkaufserlös? Sowohl der Steuerzahler als auch der Aktionör hat ein Interesse daran, den Preis zu erfahren! Ganz nebenbei ist die IKB börsennotiert und daher bleibt das nicht geheim. Dass die Politiker zwischendurch mal die ersten Schritte der Rettung mit dem Hinweis begründet haben, dass die Milliarden nur eine Anzahlung auf den Verkaufserlös darstellen würden, verschweige ich mal besser ... Jetzt werden es nicht einmal 800 Millionen oder weniger als 10% der investierten Summe :-(

Und was meint der Unions-Fraktionsvorsitzende Michael Meister genau mit der Aussage, es seien keine Gelder des Bundes geflossen? Meint er ernsthaft, dass die staatliche KfW nicht irgendwie auch der Bund sei? Man lässt das Geld einfach um eine Ecke laufen und schon ist man in der öffentlichen Darstellung raus aus der Nummer?

Und wie genau und wie toll ist es, wenn der KfW jetzt keine weiteren Risiken mehr drohen, der Bund aber noch für bis zu 2,2 Milliarden Euro gerade stehen muss?

Das ist ja mal eine geile Konstruktion ... Man lässt das Geld indirekt über die KfW laufen und nimmt die Risiken (die Sicherheiten) in die eigenen Bücher. Und am Ende betont man dann, dass die Rettung total geil gewesen sei, weil der KfW ja keine weiteren Risiken mehr drohen und der Staat kein Geld bezahlt hätte. Dummerweise drohen die Risiken dem Staat und das Geld hat die KfW gezahlt ... Am Ende ist das aber sowieso alles die gleiche Kasse ... Die Kasse, die der Steuerzahler füllt ...

FTD: Lone Star zahlt Schnäppchenpreis für IKB

Update (18:07):

Der FAZ Kommentar dazu. War es das wert? 10,7 Milliarden Gesamtschaden, 9,5 Milliarden davon vom Staat. Macht 125 Euro pro Bürger. Also 12 Kästen Bier. Oder ein richtig leckeres Abendessen für zwei. Oder oder oder. Aber für 'ne blöde Bank, die jetzt einer Heuschrecke gehört. Grrr.

FAZ.NET: Ein beispielloser Bankenskandal

Update (21.08) (hab den Artikel nochmal auf die Startseite geholt):

Der Verkaufspreis soll bei 150 Millionen Euro gelegen haben. Bei noch offenen Garantien des Staats in Höhe von 2,2 Milliarden Euro befürchte ich, dass der Kaufpreis am Ende doch noch ins Negative abrutscht ...

Lone Star kann den Kauf übrigens noch rückabwickeln, wenn die EU die Hilfen für die IKB als unrechtmäßig erklären sollte. Das wird zwar als unwahrscheinlich angesehen und ist es wohl auch, weil die IKB sonst halt Pleite gegangen wäre und für den Fall müsste die EU auch eine Lösung präsentieren. Und da wüsste ich nicht welche ...

Handelsblatt: IKB: Teurer Notverkauf

Und noch ein Kommentar von von Heusinger


Unter Geiern


Erwähnenswerter Kommentar, weil er nicht wie fast alle anderen jede Rettungsaktion jedes Mal begrüßt hat und jetzt über den Verkauf meckert. Das ist doch nur die gängige Im-Nachhinein-Klugscheisserei, die keinen Deut weiter hilft. Möglicherweise war der Kaufpreis von 150 Millionen nach 10 Milliarden Unterstützung noch ein relativ gutes Geschäft, weil der Schaden eigentlich noch höher ist. Wer kann das jetzt beurteilen?

ARS Rückkauf Nr. 7

7. Teil der Auction Rate Security Rückkaufwelle.

Diesmal haben sich die Deutsche Bank, Merrill Lynch und Goldman Sachs mit dem Generalstaatsanwalt von New York Cuomo geeinigt.

Merrill Lynch ist mit 10 bis 12 Milliarden Dollar dabei,
die Deutsche Bank mit etwa einer Milliarde Dollar und
Goldman Sachs mit ca. 1,5 Milliarden Dollar.

Damit sind die großen jetzt alle fertig, oder? Die Liste bisher:

Wachovia: 8,8 Milliarden Dollar.

J.P. Morgan: 3 Milliarden US-Dollar.

Morgan Stanley: 4,7 Milliarden US Dollar.

Citigroup : 7 Milliarden,
Merrill Lynch: bis zu 10 Milliarden,
UBS: insgesamt 18,6 Milliarden US-Dollar.

Ach Lehman fehlt. Hmmhmmmhmm. Könnte es sein, dass die etwas zu klamm für einen Rückkauf sind und erstmal geschont werden müssen?!?

FAZ.NET: Deutsche Bank kauft Wertpapiere für eine Milliarde zurück

oder

FTD: Deutsche Bank einigt sich mit Cuomo - Anleihenrückkauf für 1 Milliarde Dollar

Donnerstag, August 21, 2008

US-Frühindikatoren kräftig runter

Die monatlichen plus 0,1%, minus 0,2%, +0,1% habe ich in der letzten Zeit nicht mehr kommentiert, weil die Jahresrate leicht im Minus blieb und sich da wenig Entscheidendes verändert hat.

Heute aber gab es ein Minus von 0,7%, was die Jahresrate jetzt deutlicher ins Minus drückt und zwar auf minus 1,7%.

Damit müssen die Wachstumsaussichten für die Wirtschaft in den USA als äußerst bescheiden eingeschätzt werden. Eigentlich müssten 1,7% Minus bei den Frühindikatoren ausreichen, um für die nächsten Monate eine Rezession anzukündigen. Aber was in der Vergangenheit funktioniert hat, funktioniert aktuell möglicherweise nicht mehr. Entweder funktionieren die Frühindikatoren nicht mehr oder das Wirtschaftswachstum wird anders ;-) berechnet ...

Marketwatch: U.S. leading indicators fall 0.7% in July

500 Milliarden Schaden sind erreicht

Ist zwar schon über eine Woche alt, möchte aber nicht, dass die Zahl untergeht.

Die aktuelle Krise hat inzwischen zu Abschreibungen bei den Banken im Gesamtwert von mehr als 500 Milliarden Dollar geführt.

Naked Capitalism: Credit Crunch Damage to Banks So Far = $500 Billion

Lehman nochmal ...

Ein weiterer Nachrichtenüberblick zu Lehman. Immer noch die Bank, bei denen inzwischen scheinbar mehr Leute mit einem Scheitern als einem Überleben rechnen (zumindest unter den großen an der Wall Street).

a) Auf den Hinweis eines Lesers (MaSe):

Lehman scheint nicht nur alle möglichen Firmenbestandteile (Töchter, Assets, etc.) verkaufen zu wollen, gleichzeitig evaluiert man auch die Möglichkeiten einer neuen Kapitalerhöhung. Investoren aus Südkorea, mit denen Lehman verhandelt hat, haben aber abgesagt.

Boerse.de: Presse: Lehman Brothers - Verhandlungen über milliardenschwere Kapitalspritze aus Südkorea gescheitert

oder auf Englisch:

Marketwatch: Lehman nearly received $5 bln in funds from Korea: report


b) Und selbst gefunden ;-)

JP Morgan rechnet erneut mit einem roten Quartal bei Lehman Brothers. Grund: Weitere 4 Milliarden Dollar Abschreibungen.

Marketwatch: Lehman write-down may hit $4 bln: J.P. Morgan

c) Die alten Nachrichten zu Lehman: Suche nach Lehman

Update (16:27):

Bei der Kapitalerhöhung von Lehman ging es laut Financial Times um einen 50%igen Anteil. Was nicht mehr und nicht weniger als einer Kapitalverdopplung entspricht. Wuh. Ob das die Altaktionäre gefreut hätte? Mal so eben den Anteil der Altaktionäre an der Firma halbiert ...

FT: Lehman’s secret talks to sell 50% stake stall

Britney Spears live (Auuuuaaaahhhh)

Robert Basic hatte vor kurzem den Vergleich von Christina Aguilera und Whitney Houston beim live singen der amerikanischen Hymne. Und ähmm Aguilera war naja, so eine Art Gesang. Aber wie's richtig schlecht ging, zeigte dann ein Auftritt von Britney Spears.

Basic Thinking: Night

Aber es geht noch ein Nummer härter ... Der Auftritt von Britney und NUR und ausschließlich der "Gesang". Meine Güte, ist das grauenhaft ... Das ist ja schlimmer als der schlimmste DSDS Auftritt ... Der Bohlen würde einen Eimer Pech über die ausgießen ... Mindestens.

See more funny videos at Funny or Die


Soll ich das jetzt eigentlich mit dem Label fun versehen? Ich bin mir nicht sicher, ob das noch lustig ist ...

China als Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft?

Das war zumindest die These des "Decoupling", der Entkopplung der aufstrebenden BRIC-Staaten und den alten Volkswirtschaften USA und in Europa.

Nun zeigen zumindest die beiden Rohstoff exportierenden Länder Brasilien und Russland schon deutliche Bremsspuren. Und auch in China scheint nicht mehr alles in Butter zu sein. Laut J.P. Morgan plant die Regierung in China die Verabschiedung eines Konjunkturprogramms mit einem Gesamtvolumen von 58 Milliarden Dollar.

Das ist dann doch einigermaßen überraschend! Erstens wuchs China noch mit 10,1% im letzten Quartal, was ja nicht gerade wenig ist. Zweitens steht die chinesische Notenbank weiterhin mit beiden Beinen auf der Bremse und mehrfach die Zinsen und Mindestreserveanforderungen erhöht (Alle Geschäftsbanken müssen bei der chinesischen Zentralbank Sicherheiten hinterlegen. Je höher der Wert (die Mindestreserveanforderung), desto mehr Geld entzieht die Zentralbank den Geschäftsbanken und damit dem Wirtschaftskreislauf). Grund dafür die ausufernde Inflation.

Gerade in einem zentralistischen, mit strenger Hand geführtem Staat wie China verwundert es, wenn die Regierung (scheinbar) Politik gegen die Notenbank macht. Wieso senken die Chinesen nicht einfach die Zinsen?!? Oder die Mindestreserve?

Marketwatch: Beijing weighs $58 billion stimulus plan: JP Morgan

Mittwoch, August 20, 2008

Stell dir nur mal vor, sie wäre nicht echt ...

... oder ist sie es etwa? Oder nicht?



Gefunden über: Gizmodo: Emily Isn't Real, But Would You Have Guessed?

Ich glaube, der 200-Meter-Lauf gerade war auch nur aus dem Computer ...

Das US-Imperium im Fall - Teil 3

Produzent und Regie: Nouriel Roubini.

Das Problem ist ein altes: Die Amis haben zu viel Schulden durch negative Handelsbilanz, negativen Haushalt und ungezügelten Konsum. Das Defizit finanziert das Ausland. In letzter Zeit sogar komplett: Seit 2001 sind die Positionen der Amerikaner in den eigenen Staatsschulen konstant (was anderes wäre bei einer Sparquote von etwa Null Prozent auch unlogisch).

Aber seit 2001 hat sich eines geändert:

Das Defizit wird nicht wie in den 80er Jahren von Großbritannien, Deutschland und Japan finanziert (also Freunden), sondern zunehmend von China, Russland und den Golfstaaten. Also allesamt Länder, die man nicht unbedingt zu den Freunden der USA zählen würde.

Und diese Konstellation ist neu. Die USA sind finanziell abhängig von Nationen, die geopolitisch völlig andere Interessen haben (siehe das Abstecken der chinesischen Interessen im rohstoffreichen Afrika). Und wenn die USA mit Was-Auch-Immer drohen, drohen "die Anderen" einfach mit dem Verkauf der US-Anleihen. Was über die Kette: höheres Angebot --> sinkender Preis --> steigende Zinsen --> schwächere Wirtschaft" den USA ziemlich weh tun dürfte.

(Zur Abhängigkeit siehe auch: Freddie Mac plant Mega-Kapitalerhöhung. Diese Rettungsaktion dürfte nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass die Chinesen große Teile der Fannie-Freddie-Schulden halten und ziemlich "pissed" sein dürften, wenn diese angeblich sicheren Anleihen größere Verluste abwerfen sollten).

Die USA leben im Kern eigentlich von dem Wunder, dass die USA eine Weichwährung (Subprime-Währung sage ich gerne) besitzen, die trotzdem nur Zinsen abwirft, als wäre sie mit Gold gedeckt. Die Währungsverluste des Dollars sind so hoch, dass ich mich schon lange frage, wer den USA Geld zu 4 oder 5% Zinsen leiht. Nach einem halben Jahr Dollarverfall ist der komplette Zins doch weg. Eigentlich ist der US-Dollar die neue Lira und müsste mit 6, 7 oder 8% rentieren. Dann allerdings würde die USA unter der Last der Zinszahlungen ersticken ...

Nouriel Roubini: The Decline of the American Empire


siehe dazu auch:

Ein Imperium im Fall - Teil 2

Mr. Doom im zweiten Teil spielt das Original Marc Faber ...

In Frankfurt tickt eine Bombe ...

... behauptet zumindest der SmartInvestor in seinem wöchentlichen Update.

Die Sparzinsen, die die deutschen Banken bieten, seien nur deshalb so hoch, weil die Banken (mehr oder weniger verzweifelt) auf der Suche nach neuem Geld seien. Die Bombe werde explodieren und zwar bald. Das Tauziehen um die Postbank und die Dresdner werde damit abrupt aufhören.

Der einzige Name einer Bank, der fällt, ist "Deutsche Bank", bei der es vor Kurzem signifikante Insiderverkäufe gab. Gefährdet sei auch die Allianz über ihre Tochter Dresdner Bank. Hier sieht insbesondere die Charttechnik extrem negativ ist. Dort gibt es eine riesige Kopf-Schulter-Formation über knapp 3 Jahre mit einem Hoch bei etwa 180 und einer Nackenlinie im Bereich von 100 bis 110. Euro. Daraus würde sich nach Lehrbuchmeinung ein Kursziel von 30(!) errechnen, wenn die 100 nicht halten sollte (man nimmt den Abstand vom Top zur Nackenlinie (180 minus 110 = 70) und zieht diesen Abstand von der Nackenlinie nochmal ab (100-70=30). Der Smartinvestor kauft übrigens einen Allianz Put für sein Musterdepot.

Eigentlich sind die deutschen Banken (mit Ausnahme der IKB und der Landesbanken) bis dato relativ gut durch die Krise gekommen. In der Top-Flop-Liste der US-Banken, die ich vorgestern verlinkt hatte, lag die US-Niederlassung der Deutschen Bank auch sehr gut im Rennen (Wer ist Top oder Flop bei den US-Banken). Daher ist die Prognose/Spekulation des SmartInvestors verdammt mutig.

Damit macht sich der SmartInvestor entweder zum Deppen oder zum Guru ... Aber deshalb habe ich die Zeitschrift abonniert. Das übliche Weichspülgelaber der Mainstreammedien ödet nur an und gibt viel zu selten die nötigen Denkanstöße ...

Smart Investor Weekly 19.08.2008, 17:51 : Was Herr Jain kann - können wir auch!

Dienstag, August 19, 2008

US-Hausbaugenehmigungen weiter runter

Neues 27 Jahrestief bei den Anträgen auf die Errichtung eines neuen Einfamilienhauses, im Jahresvergleich ein Minus von fast 42%.

Besser sieht es bei Mehrfamilienhäusern aus, die üblicherweise zur Vermietung errichtet werden. Ein Trend, der sich schon länger abzeichnet. Erstens müssen die ganzen zwangsvollstreckten Ex-Immobilienbesitzer irgendwo wohnen (zur Miete) und zweitens ist schon seit geraumer Zeit die Miete einer Immobilie in den USA deutlich preiswerter als der Kauf eines Hauses.

Marketwatch:
Single-family housing permits fall to 26-year low


Die Stimmung der potenziellen Häuslebauer bleibt weiterhin am Boden, ähh, besser gesagt im Keller. Die Zahl kam bereits gestern und bietet sich an dieser Stelle zum Nachtrag an.

Marketwatch: Builders still gloomy, but see glimmer of hope

US-Produzentenpreise fast 10% höher

Genauer gesagt um 9,8% im Juli im Jahresvergleich. Das hört sich nur viel an, sondern ist auch viel; so viel wie seit dem Sommer 1981(!) nicht mehr.

Eine Kernrate (ohne Energie und Lebensmittel) gibt es bei den Produzentenpreisen nicht, weil diese eher nach der Stufe der Fertigung (Rohstoffe, Vorprodukte, Endprodukte) unterscheiden.

Zur Beruhigung: Die Energiepreise dürften einen spürbaren Teil des Anstiegs verursacht haben,; die entsprechenden Komponenten sind noch stärker gestiegen. Allerdings sind die Ölpreise seit Mitte Juli schon massiv gesunken und es verwundert etwas, dass davon in den Produzentenpreisen noch nichts zu sehen ist. Wahrscheinlich wird die Preiserhebung einfach nicht komplett am Ende des Monats gemacht.

Marketwatch: Producer prices climb by 1.2%, driven by energy

oder direkt von der Quelle: BLS.gov: July PPI

Kenneth Rogoff: Es wird noch schlimmer :-(

Kenneth Rogoff war früher Chefvlkswirt beim IWF (Internationaler Währungsfonds) und arbeitet heute an der Universität Harvard. Seine Aussagen haben daher durchaus Gewicht.

Rogoff rechnet mit der Pleite einer großen US-Bank (ein paar kleinere "reichen nicht aus") und der Verstaatlichung von Freddie/Fannie (rechnet eigentlich noch jemand nicht damit)?

Blogosphäre:
Zeitenwende.ch: Rogoff rechnet mit Zusammenbruch von großer US-Bank

Mainstreampresse:
FTD: Auch große US-Banken von Pleiten bedroht

Blogosphäre (englisch):
The Big Picture: IMF Economist: Credit Crisis to Worsen; Large Bank May Fail

Nachrichtenagentur (englisch):
Bloomberg: Large U.S. Banks May Fail Amid Recession, Rogoff Says (Update2)

Sucht euch eine Quelle aus.

Lehman weg von der Börse? (und andere Gerüchte)

Bei Lehman ist der Drops noch lange nicht gelutscht.

Ein User hat mich auf einen Artikel im Manager Magazin hingewiesen, nachdem das Management von Lehman Brothers scheinbar ernsthaft über eine Privatisierung und damit einen Rückzug von der Börse nachdenkt.

Ich kann mir das aber nicht vorstellen. Irgendwie fehlt mir der Glaube, dass man aktuell für einen solchen Deal eine Finanzierung hinbekommt ...

Manager Magazin: Verlässt Lehman die Börse?


In einer anderen Nachricht bringt das Wall Street Journal das Gerücht, wonach Lehman über den (teilweisen) Verkauf der Vermögensverwaltungstochter Neuberger Berman nachdenkt.

Die Kurzversion findet sich in der FAZ:

FAZ: Lehman will Vermögensverwaltung verkaufen

Das Original (nur für Abonnenten):
WSJ: Lehman Courts Bids for Piece Of Neuberger Berman Unit

Viele neue Gerüchte, dabei ist das alte auch erst vom letzten Wochenende: Lehman vor Notverkäufen? Damals ging es noch um (Gewerbe-)immobilien ...

Das sieht irgendwie nach verzweifelten Aktionen des Lehman Managements aus ... Einfach mal alles zum Verkauf stellen und wenn man einen vernünftigen Preis für irgendwas bekommen sollte, bloß weg damit ...

Montag, August 18, 2008

Wer ist Top oder Flop bei den US-Banken (Todesliste Nr. 1)

Unser aller Lieblings(weltuntergangs)blog :-) The Big Picture bringt heute mal wieder ein schönes PDF vom Weiss-Report. Dieser hat versucht zu errechnen, bei welchen Banken das angelegte Geld sicher ist und bei welchen eher nicht. Die Ratings gehen von A bis E. A und B sind gut, C sollte beobachtet werden, bei D und E kann schnell was passieren.

Schlecht sind mit C- die Citibank, Wachovia mit C+, Washington Mutual mit D+, HSBC (!) mit D+ und ETrade mit D+ (die anderen Banken kennt in Deutschland kein Mensch).

Da das hier kein Weltuntergangsblog ist (auch wenn ich schon Drogen nehme, um in die passende Stimmung zu kommen), kommt jetzt auch noch eine Liste der Banken, die als unkritisch gesehen werden, vor allem weil sie doch überraschend sind:

Die größte Bank auf der Liste der guten Banken ist die Deutsche Bank und die zweitgrößte die GMAC, die Finanzierungsbank von General Motors. Besonders im zweiten Fall sehen das manche Beobachter ganz anders, weil General Motors sehr kritisch gesehen wird.

Man muss die ganze Studie sowieso mit Vorsicht genießen, weil ich über die Methodik nichts bzw. nicht genug weiss. Außerdem bezieht sich das Urteil nur auf die amerikanische Niederlassung der Bank, für uns Deutsche ist das Urteil also nicht wirklich relevant (auch wenn es kaum vorstellbar erscheint, dass die amerikanische Bankensicherung die Tochter einer europäischen Bank auffängt, wenn nicht auch die ganze Bank die Grätsche macht ...)

The Big Picture: Strongest & Weakest US Banks and Thrifts

Ein Blanko-Scheck wird immer eingelöst

In Bankerkreisen gibt es einen Spruch, das nur eins noch häufiger eingelöst wird als ein normaler Scheck: Ein Blankoscheck ...

Deshalb staune ich etwas über die Spekulationen bezüglich des Fannie-Mae-Freddie-Mac-Bailouts. Überall werden die Wahrscheinlichkeiten eines staatlichen Teil- oder Kompletteinstiegs diskutiert; einmal heisst es 50/50, einmal "wahrscheinlich". Dabei ist das Thema IMHO durch. Paulson hat Fannie Mae und Freddie Mac einen Blankoscheck ausgestellt und dieser wird erfahrungsgemäß auch eingelöst.

Marketwatch: GSE shares drop after report says bailout likely

Die Frage ist eigentlich nur noch, wie genau die Rettung durchgeführt wird und wie viel die Rettung den amerikanischen Steuerzahler kosten wird. Die Aktionäre werden wohl leer ausgehen.

Barrons hat am Wochenende geschätzt, dass Fannie und Freddie jeweils MINUS 50 Milliarden Dollar wert sind; daher besteht wohl nicht viel Hoffnung für die Aktionäre.

Da der Barrons Artikel nicht frei ist (oder doch?), ein Link auf eine ausführliche Zusammenfassung bei The Big Picture:

The Big Picture: Fannie and Freddie: Worth Negative $50 Billion Each

Barrons: The Endgame Nears For Fannie and Freddie

Einen etwas älteren Artikel habe ich noch bei der FAZ gefunden, der schön beschreibt, wie teuer die Kreditausfallversicherungen für nachrangige Forderungen gegenüber Fannie und Freddie schon geworden sind.

FAZ.NET: Sturmzeichen für Freddie Mac und Fannie Mae

Update (21:12)

In den Kommentaren hat Kuchenjunkie einen Link auf eine frei verfügbare Version des Barrons Artikels eingefügt. Here it is:

The Endgame Nears For Fannie and Freddie

Update (22:08):

US-Finanzierer fallen auf Rekordtief

Boah, bin ich scheisse drauf ...

Die ultimative, universelle Spaßbremse ist da. Alles wird öde und doof. Bier, Sex, Fußball, Bloggen, ...

Pfizer hat die "Sei-Scheisse-drauf"-Pille fertig.

Man forschen die sich einen Mist zusammen, können die nicht mal was Sinnvolles entwicklen? (man sieht, ich bin Betatester für die Pille ;-) ).

Tagesschau: Schluss mit lustig

Übrigens werde ich bei der nächsten Spekulationsblase einen Sack von den Pillen bestellen und in den Börsensaal kippen. Wahrscheinlich ist das sinnvoller und wirkt schneller als die albernen Zinserhöhungen der Notenbanken ... (Denen fällt doch auch nichts mehr ein ...)

(Es gibt natürlich eine sinnvolle Anwendung: Alkoholiker (oder sonstige Drogenabhängige) bei der Therapie. Wenn der Alkohol keinen Spaß mehr macht, dürfte das beim Entzug ziemlich hilfreich sein).

Das Dosenpfand - Staatliche Regulierung komplett daneben

Wie heisst es so schön: Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint".

"Gut gemeint": Die Mehrwegquote sank unter den Schwellwert von 75 (oder waren es 70?)%. Das war die Grenze ab der der Staat der Selbstregulierung der Industrie und des Handels nicht mehr akzeptieren wollte.

Unter unglaublich viel Diskussion und unter Ausnutzung aller juristischen Tricks von beiden Seiten (egal wie billig) wurde dann Jahre später durch Rot-Grün (unter Jürgen Trittin) das Mehrwegpfand, wie wir es heute kennen, eingeführt. Die Mehrwegquote war bereits auf gut 50% eingebrochen.

Inzwischen liegt sie bei 27,2%. Eine absolut desaströse Zahl.

Der einzige Vorteil, den wir heute haben: Die Dosen und Flaschen werden nicht mehr in die Umwelt geworfen.

Die Nachteile:

Die Unternehmen mussten für viel Geld neue Abfüllsysteme bauen, der Handel neue Sammelsysteme (das zahlt am Ende natürlich alles der Verbraucher).
Die Verbraucher müssen die Flaschen sammeln und wieder zurückbringen (statt sie einfach in den gelben Sack zu werden, wo sie auf die exakt gleiche Art entsorgt werden könnten).

Das ganze ist ein schönes Beispiel für politische Entscheidungen, die viel Aufwand und Kosten produzieren, obwohl das Ergebnis im besten Fall zweifelhaft bleibt, in diesem Fall sogar klar negativ ist ... Korrigiert wird die Entscheidung natürlich nicht ...

FAZ.NET: Die Mehrwegquote sinkt

Sonntag, August 17, 2008

Lehman vor Notverkäufen?

Lehman muss Risikopositionen aus der Bilanz bekommen. In den Lehman-Büchern sind eindeutig zu viele davon (oder es ist eben zu wenig Eigenkapital vorhanden, wenn man das anders herum betrachtet). Eigenkapital ist teuer und so gut wie nicht zu besorgen. Die Verkäufe von Risiko sind auch verdammt schwierig, wie Merrill Lynch vor gut zwei Wochen zeigte. Merill musste nicht nur 80% Kursabschlag gewähren, sondern übernahm sogar noch Sicherheiten UND gab auch den Kredit , weil sich kein anderer Kreditgeber fand ... (siehe Merrill Lynch muss weiter abschreiben und plant Kapitalerhöhung).

Lehman will einen solchen Abschlag aber nicht hinnehmen. Unter Umständen kann Lehman einen solchen Abschlag auch nicht hinnehmen, weil dann bei ähnlichen Vermögenswerten ein gleich hoher Abschlag vorgenommen werden müsste. Und so kommen schnell einige Milliarden zusammen ...

Die Preisvorstellungen von Lehman und die der Käufer liegen scheinbar noch weit auseinander. Analysten geben Lehman aber wenig Chancen auf einen guten Erlös, dazu ist die Lage und damit die Verhandlungsposition bei Lehman zu schlecht

Übrigens eine interessante Note: Es geht bei den Assets auch um Gewerbeimmobilien, die ja bisher (auf relativ magische Art) noch als sicher und von der Krise unbelastet gelten. Was angesichts der kräftigen Wachstumabschwächung in den USA doch überraschend ist, denn eigentlich sinken in solchen Phasen auch die Mieten und damit auch der Wert von Büros und Lagerflächen.

FTD: Krise zwingt Lehman zu Notverkäufen

Yigg am Ende ...

Schade, hätte gerne einen deutschen Konkurrenten zu Digg.com gesehen und zwar einen, der nicht einem Medienhaus gehört ...

Aber nachdem heute im Yigg-RSS-Feed das hier auftaucht

Yigg.de:HOT Romanian MILF acting like a Teeny Slut

erkläre ich Yigg für gescheitert. Billigste Pseudo-Erotik-Scheisse mit einem einzigen satten Yigg auf der Startseite für die Rubrik Unterhaltung ...

Der Artikel danach ist übrigens Hot Brunette with silver lingerie ... Oh mein Gott.

Social News scheinen in Deutschland einfach nicht zu laufen ...

Update (18.8.08):

Der Link ist der Top-Outgoing Link, sprich der Link, der am meisten geklickt wird. Ich bin erschüttert ...

Freitag, August 15, 2008

ARS Rückkauf Nr. 6: Wachovia mit 8,8 Milliarden

Wachovia kauft ebenfalls 8,8 Milliarden Auction Rate Securities zurück.

Die neue Liste aller Rückkäufe:

Wachovia: 8,8 Milliarden Dollar.

J.P. Morgan: 3 Milliarden US-Dollar.

Morgan Stanley: 4,7 Milliarden US Dollar.

Citigroup : 7 Milliarden,
Merrill Lynch: bis zu 10 Milliarden,
UBS: insgesamt 18,6 Milliarden US-Dollar.

Marketwatch: Wachovia in $8.8 bln auction-rate settlement: SEC

Kauforder: Action Press

Heute kamen Zahlen. Waren gut. Gewinntreiber war die Tochter Infas. KGV steht aktuell in der Ecke von 10.

Aber mit knappen Limit. Ich muss da nicht unbedingt dabei sein. Es besteht aber eine gar nicht so schlechte Chance, dass der Effectenspiegel diese Ergebnisse nächste Woche im Heft bringt und die Aktie dann nochmal für schnelle 10 oder 20% gut ist.

---

ACTION PRESS HOLDING O.N. WP-Portrait
ISIN: DE0006097108
Handelsplatz: Frankfurt
Nominal / Stück: 1.800
Kurs: 0,8950 EUR
Vorauss. Volumen: 1.585,80 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 10,95 EUR Details

Handelsprovision: 10,00 EUR
Börsengebühr: 0,95 EUR
Hinweis zu sonst. Entgelten: ggf. zzgl. Maklercourtage, fremde Spesen (z.B. Eintragung in das Namensregister bei Namensaktien, Clearinggebühren, etc.)
Vorauss. ausmachender Betrag: 1.596,75 EUR
Bitte beachten Sie, dass der angezeigte Kurs nur eine Indikation darstellt und nicht maßgeblich für die Orderausführung ist. Grundsätzlich gilt: Für die Ausführung relevant sind die zum Zeitpunkt der Orderausführung an den Handelsplätzen vorliegenden Geld-/Briefkurse, die in bestimmten Marktsituationen eine erhebliche Differenz (Spread) aufweisen können. Die Limitierung Ihrer Order kann daher sinnvoll sein.

Order-Details
Gültig bis: 18.08.08
Ordertyp: Limit 0,8810 EUR
Orderzusatz: Kein Zusatz

Order-Informationen
Handelsdatum: 15.08.08
Valutadatum: 19.08.08

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Update (18.8.08):

Die Order ist noch am Freitag zu 0,881 durchgegangen:

ISIN: DE0006097108
Handelsplatz: Frankfurt
Nominal / Stück: 1.800
Kurs: 0,8810 EUR
Vorauss. Volumen: 1.585,80 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 13,41 EUR Details

Fremde Spesen: 1,19 EUR
Ausmachender Betrag: 1.599,21 EUR

Dann schauen wir mal, was morgen passiert ...

Ambac und MBIA bleiben AA

Zumindest bei S&P. Die Aktien stiegen bereits gestern und steigen heute (aktuell noch vorbörslich) kräftig weiter.

Ich frage mich weiterhin, wie die bei Kreditversicherer angesichts der Klemme aus teurer werdender Finanzierung und gleichzeitig sinkenden Einnahmen herauskommen wollen, aber Standard & Poors traut's denen zu. Aber man sollte das nicht zu Ernst nehmen. Das Entziehen des AAA Ratings kam auch etwa 6 Monate nach dem Zeitpunkt, als andere Beobachter das Geschäftsmodell im Grundsatz bezweifelten ...

Marketwatch: Ambac, MBIA shares up on S&P ratings affirmation

Was juckt es S&P, wenn andere Experten eine komplett andere Meinung zu den Kreditversicherern haben?

JP Morgan nennt Ambacs Geschäftsmodell "kaputt"

Ambac Pleite? Der Citigroup ist's egal ...

R.I.P. Triple AAA : Ambac und MBIA

oder oder oder Posts für die Abfrage mbia

Silber unter 13. Gold unter 800.

Fast 10 % Minus beim Silber ... Nicht gut für meine Silbermine ... In der Spitze waren es sogar von 14%. Und die Preise sinken natürlich nicht nur in Dollar, sondern auch in Euro.

Autsch.

FAZ.NET: Starker Dollar - Ausverkauf bei Silber

Häuser für einen Dollar (!)

OK, das Haus ist natürlich Schrott. Holzbauweise und über 90 Jahre alt. Und in Detroit. Aber auch inkl. Grundstück für 1 Dollar?

Realtor.com: $1; 4 Bed, 2 Bath; 1.249 Sq. Ft.

Und es ist nicht das einzige:

Realtor.com

Da ist sogar ein Angebot dabei, wo man offensichtlich sogar 2 Häuser für einen Dollar bekommen kann ...

Strange ...

Gefunden über The Big Picture: Detroit Houses = $1

Nigeria Fed Spam Scam

Hahaha!



FROM: Dr Ben Bernanke
Central Bank of United States of America
01-658-555-1234

TO: CEO
Lagos, Nigeria

Dear Friend:

I have been requested by the regional members Federal Reserve
of the USA to contact you for assistance in resolving a matter.
The Federal Reserve of the USA has recently concluded a large
number of contracts for credit derivative investment vehicles
"CDIV" in the Wall Street region of the USA. The contracts have
immediately produced moneys equaling US$40,000,000. The Federal
Reserve of the USA is desirous of CDIV in other parts of the
world, however, because of certain regulations of the USA
Government, it is unable to move these funds to another region.


Your assistance is requested as a non-USA citizen to assist the
Federal Reserve of the USA, and also the investment bank
community of Wall Street USA, in moving these funds out of USA.
If the funds can be transferred to your name, in your Nigerian
account, then you can forward the funds as directed by the
Federal Reserve of USA. In exchange for your accommodating
services, the Federal Reserve of USA would agree to allow you to
retain 10%, or Nigerian $4 million of this amount.


[...]



Der ganze Brief hier:

The Big Picture: Central Bank Spam

Auction Rate Securities : Diesmal J.P. Morgan

Diesmal sind es J.P. Morgan (und Morgan Stanley). Es geht bei J.P.Morgan um 3 Milliarden Dollar, bei Morgan Stanley um bis zu 4,5 Milliarden. Wobei die Morgan Stanley Meldung eigentlich schon alt ist ... (Auction Rate Securities: Der Buyback geht weiter). Keine Ahnung, warum die gestern nochmal aufgekocht und die Morgan Stanley Nachricht reingerührt wurde ...

Damit haben wir jetzt folgende Liste:

J.P. Morgan: 3 Milliarden US-Dollar.

Morgan Stanley: 4,7 Milliarden US Dollar.

Citigroup : 7 Milliarden,
Merrill Lynch: bis zu 10 Milliarden,
UBS: insgesamt 18,6 Milliarden US-Dollar.

FAZ.NET: Auch Morgan Stanley und JPMorgan kaufen Anleihen zurück

Marketwatch: J.P. Morgan, Morgan Stanley in auction-rate settlement

Was jetzt mal spannend wäre ... Wenn mal jemand versuchen würde, eine ähnliche Einigung für die ganzen hypothekenbesicherten Schrottanleihen hinzubekommen ... Das würde allerdings alle beteiligten Banken in den Ruin treiben und deshalb wird es das nicht geben ...

Donnerstag, August 14, 2008

US-Verbraucherpreise +5,6% im Juli

Ohne Energie +2,5%.

Den Monatsvergleich klemme ich mir, das ist statistisches Rauschen. Der Drei-Monats-Schnitt annualisiert liegt bei 10,6% und plus 3,5% (ohne Energie). Man sieht also auch ohne Energiepreise eine anziehende Inflation.

Ich schätze, dass angesichts der fallenden Energiepreise diese Spitzen (wie plus 5,6% oder plus 10,6%) den Höhepunkt erreicht haben, allerdings zeigen mir die 3,5% Plus im Dreimonatsschnitt an, dass die Energiepreise eben doch anfangen auf den Rest der Preise durchzuschlagen. Wer also glaubt, dass es bei einem schnellen Rückgang des Energiepreisanstiegs auch ein schnellen Rückgang der Kern-Inflationsrate gibt, irrt IMHO.

Das Problem Inflation könnte sich als hartnäckiger herausstellen als viele erwarten ...

Ich verweise dazu auch auf ein altes Posting von mir: China wird zum Exporteur von Inflation

BLS.GOV: CONSUMER PRICE INDEX: JULY 2008

0,2% Minus im Euro-BIP im 2. Q 08

Das erste Minus seit 15 Jahren!

Dabei sehen Spanien und Großbritannien interessanterweise sogar noch vergleichsweise gut aus. Im Gegensatz zu Deutschland, das mit minus 0,5 die rote Laterne (zumindest unter den großen Nationen) trägt. Italien und Frankreich liegen bei minus 0,3%, Spanien bei plus 0,1% und Großbritannien ist noch am Rechnen.

Die Bank of England erwartet in Großbritannien auf jeden Fall schonmal kein BIP Wachstum mehr für 2009(!). Spanien wird aufgrund des sehr schwachen Immobilienmarkts wohl auch kein Wachstum hinbekommen ... Die Spanier legen schon mal schnell ein Konjunkturprogramm auf, das in 2009 und 2010 die Wirtschaft mit insgesamt 20 Milliarden Dollar ankurbeln will. Das ist IMHO aber nur ein Tropen auf den heißen Stein.

Ich möchte nicht Notenbanker sein in einer Zeit, in der die abstürzende Wirtschaft nach sinkenden Zinsen lechzt, aber die Inflation durch noch höhere Zinsen gebremst werden müsste. Das kann man nur falsch machen.

Der Westen.de: Die Wirtschaft in halb Europa schrumpft

Marketwatch: Bank of England: No U.K. growth for next year

Tagesschau.de: Spanien stützt Wachstum mit 20 Milliarden Euro

Alan Greenspan hat die Lösung!

Wenn man die Ursache des aktuellen Kredit-Problems (Geldhahn viel zu lange weit offen gelassen) ist, sollte man wenigstens auch eine Lösung haben. Und Alan G. hat eine und Oh Wunder es ist ausnahmsweise mal nicht ein erneutes Öffnen des Geldhahns. Das ist doch schonmal was ;-) (Obwohl, wenn ich genau überlege, schlägt Alan G. das wohl nur deshalb nicht vor, weil der Geldhahn schon offen ist und zwar weiter als jemals zuvor ...).

Wie sieht jetzt Alans (Zusatz)Lösung aus? Mehr Einwanderer!

Aha!

Die Logik ist etwas so: Mehr Einwanderer bedeutet mehr Familien und die brauchen mehr Häuser und kaufen den Lagerbestand weg, die Preise stabilisieren sich und alles ist wieder gut.

Gut gut. Aber darf ich mal vorsichtig fragen, was die zusätzlichen Einwanderer denn so arbeiten sollen? Irgendwie scheint mir ein Arbeitsplatz doch eine sinnvolle Voraussetzung für einen Immobilienerwerb zu sein. Und ich wäre mich nicht so sicher, ob bei 5,7% (offizieller) Arbeitslosenquote die Arbeitsplätze wirklich im Überfluss vorhanden sind. Die Zahl der legalen (und illegalen) Arbeiter aus Mittelamerika (v.a. Mexiko, aber auch Karibik) soll schon deutlich zurückgegangen sein.

Oder sollen etwa die Einwanderer nur einwandern dürfen, wenn sie 250.000 Dollar mitbringen, das sie direkt zwangsweise für ein Haus einsetzen müssen?

Irgendwie sieht das doch arg nach "Wir suchen jetzt den nächsten Doofen, der unsere Defizite finanzieren muss" aus ...

Infectious Greed: Greenspan's Greater Foreign Fool Theory

JP Morgan nennt Ambacs Geschäftsmodell "kaputt"

Ich nenne die beiden schlicht die "angekündigsten Pleiten des Jahres" ...

Wirklich viel Hoffnung für die beiden größten Kreditversicherer Ambac und MBIA habe ich nicht und werde ich wohl auch nie wieder haben ...

Wie lange es dauert, bis professionelle Analysten merken, dass das Geschäftsmodell von Ambac kaputt ist ...

Ich zitiere aus einem älteren Posting von mir:

---
Man muss sich immer überlegen, wie deren Geschäftsmodell funktioniert.

Mal angenommen, eine Anleihe mit AAA verzinst sich mit 4,4%, AA mit 4,7% und A mit 5,0%.

Kommt jetzt jemand mit einen Rating von A zu Ambac, versichert Ambac die Anleihe und klebt darauf AAA. Dafür können die maximal 0,6% Prämie kassieren (ansonsten könnte der Emittent ja direkt die 5% am Markt bezahlen).

Sackt jetzt das Rating von Ambac auf AA, können die nur noch 0,3 % Prämie kassieren, weil sich der Unterschied zwischen "eigentlichem" Rating und versicherten Rating soweit verkleinert hat.

Ambac brechen also mal so eben 50% der Einnahmen weg.

Und unter diesen Annahmen ist das gesamte Geschäftsmodell von Ambac (und den anderen Kreditversicherern wie MBIA) tot, wenn das Rating auf A sinkt. Ende. Aus.

----

(aus: Ambac nur noch AA)

Und verdient irgendeine Firma auf der Welt ein Triple A Rating, bei dem das Triple-A-Rating Grundlage für das Geschäft ist? Ich denke wohl kaum, denn eine Triple-A Firma sollte sich ja gerade dadurch auszeichnen, dass sie sicher durch alle wirtschaftlichen Stürme segeln kann ...

Marketwatch: Downgrade of Ambac says model is 'broken'

Alle meine alten Postings für die Abfrage mbia

Mittwoch, August 13, 2008

Die Amis sind ja kreativ ...

In Deutschland werden Omis mit dem Bus zum Heizdeckenshopping gefahren, in den USA gibt's Kaffeefahrten zu leerstehenden Immobilien.

Die Idee hatte übrigens ein Immobilienmakler, der schlicht keine Käufer mehr fand. Und das selbst nach halbierten Preisen (gegenüber dem Höchststand). Also was kann man machen? Einfach neue Käufer rankarren. Mit dem eigenen Bus. Coole Idee!

Die Story wäre aber nur ganz nett, wenn nicht noch folgender Absatz kommen würde:

Hypothekenvermittlerin Savun Somerville erzählt gleich zu Beginn der Tour begeistert von einem staatlichen Kreditprogramm, bei dem Hauskäufer nur 3 Prozent des Kaufpreises selbst aufbringen müssen. „Da kann Ihre Anzahlung niedriger sein als Ihre Miete“, schwärmt Dias – und unterschlägt dabei, dass der derzeitige Schlamassel im Immobilienmarkt nicht zuletzt damit zu tun hat, dass viele Amerikaner Häuser mit minimalem Eigenkapitaleinsatz gekauft haben.
Was soll man dazu noch sagen? Kreativ ja, lernfähig leider nein ... Da marschieren die USA durch die womöglich tiefste Krise seit der Weltwirtschaftskrise und machen beim entscheidenden Auslöser der Krise weiter wie bisher und finanzieren die Häuser immer noch genauso wahnsinnig wie vorher ...

FAZ.NET: Mit dem Bus durch die Kreditkrise

Auction Rate Securities: Der Buyback geht weiter

Irgendwann im Laufe der Krise tauchte eine neue Kombination in der Buchstabensuppe auf (siehe Auction Rate Securities). Ein paar Monate später waren die ARS im Blickpunkt der Ermittlungen der Staatsanwälte angekommen. Und inzwischen ist der Druck so groß geworden, dass die Banken, die diese Auction Raten Securities emittiert haben, diese den Anlegern wieder zum Emissionspreis abkaufen und das Risiko zurück in die eigenen Bücher nehmen.

OK, bisher beziehen sich die Rückkaufsaktionen überwiegend auf ARS, die direkt an Privatanleger verkauft wurden und wahrscheinlich auch nur in den USA. Wenn man also Besitzer eines Geldmarkt ähnlichen Fonds in Deutschland ist, der Auction Rate Securities gekauft hat, naja, dann hat man halt Pech gehabt. Denn die aktuelle Interpretation ist, dass es die Fondsverwalter, die Profis, eigentlich gewusst haben sollten, was die da kaufen ...

Nach der ersten großen Rückkaufswelle, die am Ende meines Urlaubs und am Anfang meiner Mandelentzündung los ging (und deshalb hier noch keinen Artikel bekommen hat), bietet mir Morgan Stanley jetzt nochmal die Möglichkeit, einen Artikel dazu zu verfassen. Danke ;-)

Morgan Stanley kauft jetzt Auction Rate Securities im Gesamtwert von 4,7 Milliarden US Dollar zurück.

In der ersten Welle haben die Citigroup den Rückkauf zum Emissionspreis von ARS im Wert von 7 Milliarden, Merrill Lynch von etwa 10 Milliarden und die UBS von insgesamt 18,6 Milliarden US-Dollar angeboten.

Die Höhe der drohenden Abschreibungen für die Banken ist noch unklar.

Marketwatch: Morgan Stanley to buy back auction-rate securities

Depot: Verkauf Arcandor

Dafür dass der Promi-Manager Middelhoff bei Arcandor eigentlich am Ende des Jahres bei Kursen von 28 Euro aussteigen wollte, ist der aktuelle Kurs von 7,25 ein wenig mager ...

Die Zahlen heute waren einfach zu schlecht. Durch die Bank. Schlimmer noch: Ein strategisch wichtiger Deal wie der Verkauf von Condor sind geplatzt und damit hat Arcandor weiterhin einen Klotz am Bein. Und das bei einem Kerngeschäft, das eh sanierungsresistent zu sein scheint. Über 50 Mio Miese bei Karstadt sind schon übel ... Auch der Tourismusbereich hebt nicht wirklich ab und der Versandhandel eiert so um die Nulllinie (was im Vergleich zu Karstadt allerdings durchaus als Erfolg gewertet werden muss). Und was in Zukunft passieren soll? In der angedachten Partnerschaft mit erfolgreichen Kaufhäusern aus Frankreich und/oder Spanien gibt es keine News. Und den viel spekulierten Kauf von Kaufhof will ich ehrlich gesagt gar nicht mehr. Scheinbar ist das Kaufhaus dem Tode geweiht. Und dass die mirnichtsdirnichts die Prognose für's Gesamtjahr kassieren, hebt die Stimmung auch nicht gerade ...

Mit 25% Minus raus. Ich sehe keine überdurchschnittlichen Chancen mehr auf eine schnelle, kräftige Kursbewegung.

Finanztreff: UPDATE: Markt straft Arcandor nach Prognosesenkung ab


Die Order:

ARCANDOR AG O.N. WP-Portrait
ISIN: DE0006275001
Handelsplatz: Stuttgart
Nominal / Stück: 150
Kurs: 7,25 EUR
Vorauss. Volumen: 1.087,50 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 12,50 EUR Details

Handelsprovision: 10,00 EUR
Börsengebühr: 2,50 EUR
Hinweis zu sonst. Entgelten: ggf. zzgl. Maklercourtage, fremde Spesen (z.B. Eintragung in das Namensregister bei Namensaktien, Clearinggebühren, etc.)
Vorauss. ausmachender Betrag: 1.075,00 EUR

Order-Details
Gültig bis: 13.08.08
Ordertyp: Limit 7,25 EUR
Orderzusatz: Kein Zusatz

Herr Ficken aus Hamburg in Kasachstan

Ich habe Vertrauen in den Staat. Die Daten sind in guten Händen. Professionelle Mitarbeiter wissen genau, was sie tun. Nein, die Steuernummer ist was Tolles, die hält total lange und ihr werdet garantiert keine Probleme damit bekommen, niemals. Denn was der Staat macht, wird gut. Das dient ausschließlich guten Zwecken. Und wird nie fehlerhaft sein oder zweckentfremdet werden.

OK, manchmal werden Leute sinnlos umbenannt oder wurden woanders geboren. Der lustigste Fall: William Jung heisst auf einmal William Ficken und wurde geboren in Hamburg, das interessanterweise in Kasachstan liegt.

Bild: Steuerdaten-Chaos
gefunden über Heise.de: Kommunen melden grobe Fehler bei Ausgabe der neuen Steuernummer

Update (20:40):

Ich hab echt gedacht, dass ich jetzt einen Haufen neue User bekomme, wegen des neuen Suchbegriffs "Ficken". Aber nicht ein einziger Referrer von Google, dabei stehe ich in der Kombination "Ficken+Hamburg" immerhin auf Platz drei, 5 Plätze vor Bild.de ;-) SEM ist auch nicht mehr so einfach ...

Dienstag, August 12, 2008

US-Finanzaktien heute minus 5 Prozent ...

Wie kann denn das? Den pösen Shorties hat man es doch verboten.

Al Kaida?

Financial Select Sector SPDR Fund

Update (13.8.08):

Die Naked-Short-Selling-Regeln sind gestern ausgelaufen. Das erklärt einiges ...

Zeitenwende.ch: Höhere Aktienkurse dank der FED


Danke für den Hinweis an HRR!

Update 2 (13.8.08):

Das Naked Short Selling Verbot ist erst heute ausgelaufen:

Marketwatch: Stocks down after shorting ban ends

Update 3 (14.8.08)

Zum Thema auch hier: Zeitenwende.ch: Also doch

Sind die USA alleine am Kreditdesaster schuld?

Interessanter Artikel bei telepolis, der auf die wirtschaftliche Macht der USA hinweist, die vor allem auf der Weltleitwährung Dollar beruht.

Der Artikel beschreibt manche Sachen richtig, allerdings geht mir die Kritik an den USA dann an manchen Stellen doch zu weit. Daher habe ich dort auch einen Kommentar hinterlassen, den ich an dieser Stelle noch leicht überarbeitet, auch einfüge.

Aber erstmal bitte den Artikel lesen:

Telepolis: USA sanieren sich auf Kosten der Hartwährungsländer

Dann mein Senf:

Hmmm, also die USA sind nicht das einzige Problem ...
2002egghat (mehr als 1000 Beiträge seit 08.11.02)

Erstens: Es wird ja gerne so getan als seien die USA alleine Schuld (Antiamerikanismus ist in Mode) aber einen total überhitzten Immobilienmarkt hatten auch die Briten und die Spanier. Beide sind jetzt, welche Überraschung, auf der Liste der Rezessionsländer im EU Raum weit vorne ... Das kann man schwerlich den Amis in die Schuhe schieben.

Zweitens: In die Berechnung des BIPs muss man IMMER die Bevölkerungszahl einbeziehen. Die Bevölkerung in den USA wächst deutlich kräftiger als z.B. in Deutschland (vor allem durch Einwanderung). Wenn man das BIP pro Kopf von Deutschland und den USA vergleicht, ist das Wachstumswunder USA schnell auf Nachkommastellen geschrumpft. Die genauen Zahlen habe ich nicht im Kopf, aber es DEUTLICH weniger als das was die 1,x in Deutschland gegen die 3,x% Wachstum in den USA auf den ersten Blick an Vorsprung andeuten. 2% Wachstum sind in Deutschland gut, in den USA hingegen schlecht.

Drittens: Dass die USA harmlos durch die Krise kommen, mag sein. Ich gebe auf die Wirtschaftsindikatoren aber wenig. Als ich in meinem Blog die Rezessionswette angeboten habe, hatte KEINER der 50 vom Wall Street Journal befragten Analysten auch nur ein einziges Quartal im Minus (ich habe direkt auf zwei gewettet). Im Schnitt stand bei den Schätzungen sogar eine 2 vor dem Komma. Auch wenn ich die Wette verloren habe, war ich doch näher dran ...

Viertens: Die Krise ist noch lange nicht vorbei. Der US-Staat hat gerade die Garantien für 5 Billionen Dollar Immobilienkredite von Fannie und Freddie übernommen. Hier sieht man offiziell höchstens die Spitze des Eisbergs. Merrill Lynch hat vor kurzem ein Kreditpaket für defakto 5% des Nennwerts weiterverkauft. Nach 95%(!) Abschreibung. Da sind alle anderen Banken noch weit von entfernt, auch Fannie und Freddie. Ja, die 95% waren auf eine Spezialkreditkonstruktion, aber wenn Freddie und Fannie bei Abschreibungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich verharren, ist auch klar, dass das angesichts von 20% Preisverfall bei Immobilien nicht die ganze Wahrheit sein kann (Und der Preisverfall ist ja auch noch nicht zu Ende). Ich schätze, dass bei Freddie und Fannie mindestens nochmal Kosten in der Größenordnung eines Jahres Irakkriegs anfallen werden, vielleicht auch mehrere Jahre ...

Fünftens: Dass die USA nicht bluten, mag auf den ersten Blick so aussehen. Aber wenn man nach der Krise auf die Wall Street schauen wird, wird dort mehr als eine altehrwürdige Bank sein, die nicht mehr amerikanisch ist, sondern von Singapur, Dubai oder China kontrolliert
wird.

---

War ich mit meiner Kritik zu hart?

Ich muss heulen ...

... Sigur Ros hatten gestern tatsächlich die Dixie Band dabei ...

Was 'ne Scheiss Mandelentzündung ...

meinzuhausemeinblog: Sigur Rós, Köln, 11.08.08

Zum Mitheulen:



Aber dass die das auch im Museum of Modern Art (MOMA) gemacht haben, was ja räumlich eigentlich gar nicht ging (die Bühne war ja eh schon zu klein ...), zeigt nur wie unglaublich diese Band ist ...



Update (13.8.08):

Über rivva gefunden eine schöne Liveversion der Single gobbledigook vom neuen Album mit der ach so charmanten Björk:



first posted here:
Video: Sigur Rós & Björk - “Gobbledigook” live

Gold und Silber im freien Fall

Da hat sich ja einiges getan in meinem zweiwöchigem Urlaub. Sowohl der Dollar als auch Öl und Gold und Silber haben saubere Topformationen hingelegt. Spielen die Weltbörsen jetzt die Rezessionskarte? Vor zwei Wochen war doch noch die Inflation das Thema Nummer 1 ...

Oder lag es nur daran, dass ein großer Spekulant am Ölmarkt Pleite gegangen ist?

Nochmal was zur SdK/Nascalell/Petrohunter/Focus Money

Das Handelsblatt hängt vorbildlich an der Geschichte dran. Nach der schon bekannten Geschichte der SdK und Wirecard, die dann zum Rücktritt von SdK Vize Straub geführt hat, habe ich schon damals auf die Nascacell Geschichte und das Aufsichtsratmitglied Öfele von der SdK hingewiesen. Und auch darauf, dass mein Hinweis auf Nascacell aus der Zeitschrift Focus Money kam (siehe: Kursmanipulation und die SdK mittendrin?)

Das scheint aber kein Zufall gewesen zu sein. Unter Umständen könnte man der SdK eine solche einmalige Nummer noch verzeihen, aber wenn das Handelsblatt jetzt noch eine weitere Connection der SdK und Focus Money in dunkelste Promoteraktienkreise recherchiert hat, wird eigentlich klar, dass weder Focus Money noch die SdK den Aktionärsschutz wirklich ernst nehmen ...

Es geht im zweiten Fall um Petrohunter, vormals unter Digital Ecosystems notiert. Daran waren direkt drei Leute von SdK beteiligt. Öfele über sein Vermögensverwaltung Max8, Markus Straub direkt mit 200.000 Aktien und Ex-SdK-Sprecher Tobias Bösler über seine Vermögensverwaltung TFB Capital GmbH. Und damit endet nur die Liste der Beteiligten aus der SdK. Es geht noch weiter ...
Und nicht nur bei den Anlegerschützern fand Petrohunter großen Zuspruch. Aktien kauften laut SEC auch der Börsenbriefherausgeber Daniel Thung und der Internet-Börsenprofi Gerd Weger, die Vermögensverwaltung von Wallstreet-Online-Vorstand Andre Kolbinger und die Münchener 2S Vermögensverwaltung. Deren Geschäftsführer, Stefan Fiebach, fungierte seinerzeit als Chefredakteur der von der aus Schweiz publizierten Börsenbriefe "Small Cap Scouts" und "International Stock Pickers".
Focus Money hat die Aktie sogar zweimal empfohlen, unter anderem mit so fundierten Hinweisen wie "Kaufen, bevor die Nachrichten kommen". Wow!

Dass Focus Money trotz der auffälligen Parallelen bei Nascacell und Petrohunter keine kriminellen Zusammenhänge erkennen kann, naja. Und Straub und Konsorten betonen nur, dass sie selber auch große Verluste eingefahren haben. Das hilft dann aber auch keinem der Kleinanleger draußen, der auf diese Masche reingefallen ist ...

Handelsblatt.com: Das „Schwarzbuch“ der Aktionärsschützer

In der Börse Online ist auch ein Artikel zum Thema Nascacell, der scheinbar nicht online verfügbar ist, zumindest konnte ich nichts finden. Er enthält keine neuen Fakten. Allerdings hat Börse Online den Chefredakteur von Focus Money Frank Pöpsel gefragt, ob die Berichterstattung über Nascacell unsachgemäß gewesen sei. Daraufhin fiel Pöpsel nichts besseres ein als zu antworten, dass ihm nicht klar sei, was "unsachgemäß" denn zu bedeuten habe.

Irre ich mich eigentlich oder gab es bei der Mutter Focus nicht auch schonmal einen Skandal, wo ein Redakteur mit offensichtlichen Connections in die Graumarkt-Pusher-Szene im angesehenen Focus seine (dubiosen) Tipps zum Besten geben durfte? OK, hab's nach dem Googlen von gestern heute dank scheinbar besserer Suchbegriffe selber gefunden:
Boerse.ard.de: Vorsicht Falle - wie Börsenbriefe Kurse machen
FTD: » Hochgezockt und abgestürzt «
"Focus"-Tipp im Doppelpack

Es ging damals um California Gas & Oil und um De Beira Goldfields. Und mitten drin steckte der Journalist Christian Euler, der u.a. für Focus Money schrieb. Daraufhin ist er dort auch rausgeflogen, immerhin. Aber interessant ist das ganze schon. Denn die üblen Verquickungen haben wir scheinbar nicht nur in offensichtlich halbseidenen Börsen-Pusher-Briefen, sondern die Ausläufer erreichen manchmal sogar seriöse Presseorgane ...

Update (22:19):

Olaf von Trader's Quest hat zu Nascacell eine schöne Zusammenstellung der Push gesammelt:
Trader's Quest: IPO der Woche: Nascacell Technologies AG

Montag, August 11, 2008

Aus der Geschichte kann man lernen (oder auch nicht)

Es gibt eine Reihe professioneller Bewertungstools für Portfolios, die die Schwankungsintensität einer Anlage (die Volatilität) mit dem Risiko einer Anlage gleichsetzen. Schwankt eine Anlage stark, ist sie risikoreich. So kurz. So simpel. So falsch.

Denn man kennt die Volatilität der Zukunft genau so wenig wie die Rendite. Was man zeigen müsste, wäre die Tatsache, dass die Volatilität stabiler ist als die Rendite. In der jetzigen Krise sind aber exakt die Anlagen abgeschmiert, die vor Ausbruch der Krise überdurchschnittliche Renditen bei unterdurchschnittlicher Volatilität gebracht haben, also die ganzen strukturierten Anleihen (MBS, ABS, ARS, ...).

Es hört aber nicht bei der Volatilität auf. Für eine Portfolio-Optimierung ist auch die Korrelation der Anlagen wichtig. Man versucht, eine Depot mit Anlagen zu ergänzen, die sich anders, am besten gegenläufig zu den bereits enthaltenen entwickeln. Also zum Beispiel Energieaktien oder Rohstoffe zu kaufen, die (meistens) steigen, wenn der Rest der Börse unter der Inflation stöhnt. Aber auch diese Korrelationen sind nicht so wahnsinnig stabil.

Letztes Jahr hat die ABN Amro ein Musterdepot für ihre Kunden zusammengebaut: 65 Prozent Anleihen, 13 Prozent Rohstoffe, 2 Prozent Gold und 20 Prozent Immobilienaktien. Das war allein aufgrund des Immobilienanteils ein ziemlich schlechtes Depot ...

Ich bin mir daher sicher, dass eine naive Diversifikation für ein Portfolio ausreicht. Ein wenig Gold, ein wenig Rohstoffe, global anlegen, etc. Alles, was dann angebliche Wissenschaftler in Software gießen, dient doch nur einem Zweck: Sicherheit vorgaukeln und eine "fundierte" Beratung hinzubekommen, um auf dieser Basis hemmungslos Produkte verkaufen zu können.

Dass die Korrelationen und die Volatilitäten nicht stabil sind, ist unter diesem Gesichtspunkt sogar noch förderlich. Man muss schließlich das Depot permanent optimieren und sorgt dadurch für zusätzliche Umsätze, die dem Vertrieb gut tun ...

FTD:Trügerischer Blick zurück

Mandelentzündung :-(

Kann (will) nix posten ...

Habe gestern schon RWO-Leverkusen verpasst und heute abend 11.8. Köln Palladium: Sigur Ros

Heul.

Hätte ruhig ein paar Tage später kommen können ...

Freitag, August 08, 2008

Tipp: Klee umsonst im Herzen des Westens

Heute, 8.8.2008 in Oberhausen im Olga-Park für Noppes, umsonst und draussen.



Oder live:



Vielleicht kommt sogar der Liwa, der wohnt ja direkt um die Ecke.

(Wusste gar nicht, dass der das Lied getextet hat. Erklärt aber die Qualität.)

Und noch ein Interview:

Der Westen.de: Klee: Aber bitte mit Gefühl

Donnerstag, August 07, 2008

EZB lässt Leitzins bei 4,25%

auch nicht wirklich überraschend ...

Morgan Stanlex friert HELOCs ein

HELOC steht für Home Equity Line Of Credit. Das ist ein Verbraucherkredit, der mit einer Immobilie besichert ist und wegen der höheren Sicherheit einen niedrigeren Zins bekommt als ein normaler Verbraucherkredit (ohne Sicherheit).

Über diese HELOCs wurde lange Zeit das amerikanische Konsumwunder finanziert. Wie wahrscheinlich bekannt ist, geben die Amerikaner im Schnitt exakt ihr gesamtes Einkommen aus. Was natürlich nicht sein kann, denn irgendwer spart ja auch (z.B. für die Altervorsorge), aber dann gehört als Ausgleich dazu auch jemand, der mehr ausgibt als er verdient. Nur dann hat man im Schnitt die Sparquote von Null.

Diese HELOCs haben den Konsum der Mitte der US-Gesellschaft finanziert. Man konnte sich einen HELOC besorgen, sobald man ein Haus hatte, dass nicht mehr bis zur Halskrause mit einer Hypothek belastet war. Nur um dann mit Hilfe des HELOCs das Haus wieder bis zur Halskrause belasten. OK, man musste natürlich nicht den Rahmen komplett ausschöpfen, aber wenn der Nachbar schon wieder ein neues Biee Emmm Dabbeljuh Cabriolet hat, wat soll man machen?

Morgan Stanley hat die Auszahlung dieser HELOCs jetzt gestoppt. Bereits abgeschöpftem Geld passiert nichts (d.h. der Kredit wird nicht gekündigt), aber zusätzliches Geld gibt es nicht mehr.

Das Ganze ist auch allzu logisch, denn die Sicherheiten dürften angesichts der fallenden Immobilienpreise nicht mehr das Papier wert sein, auf dem die stehen. Morgan Stanley will jetzt erst einmal alle Sicherheiten (sprich die Immobilien) neu bewerten und in Zukunft auch monatlich überprüfen.

Man muss sich eigentlich fragen, warum das erst jetzt passiert ... Tja, und scheinbar ist Morgan Stanley tatsächlich die erste Bank, die so vorgeht. Mich dünkt, die Krise ist noch lange nicht vorbei ...

FTD: Morgan Stanley friert Kredite ein

Update (14:43):

Morgan Stanley ist nicht die erste Bank, die die HELOCs einfriert. Wikipedia hat sogar einen Artikel dazu: Wikipedia:HELOC: HELOC freeze.Danke an horst_m für den Hinweis!

Freddie Mac (mal wieder) mit Verlust

Und es wird wohl nicht das letzte bleiben ...

Diesmal (im 2. Quartal 2008) waren es 821 Millionen Dollar. Es war das vierte Quartal in Folge mit roten Zahlen.

Als Folge wurde eine Dividendenkürzung auf höchstens 5 Cent (vorher 25 Cent) angekündigt. Außer wurde eine Kapitalerhöhung "angedroht" und die Aktionäre vor einer Verwässerung des Aktienanteils gewarnt. Der Umfang der Kapitalerhöhung soll 5,5 Milliarden Dollar betragen. Die Aktie sank am Mittwoch um fast 20%.

Die Analysten sehen nach diesem Ergebnis und der Ankündigung der Kapitalerhöhung die Wahrscheinlichkeit eines Bailouts durch den US-Steuerzahler deutlich erhöht. Man muss bedenken, dass die Marktkapitalisierung bei nur noch etwa 4,5 Milliarden Dollar liegt. Eine Kapitalerhöhung um 5,5 Milliarden würde den Anteil der Altaktionäre auf weniger als die Hälfte senken.

Die Kapitalerhöhung um 5,5 Milliarden wurde schon einmal angekündigt, aber nicht durchgezogen. Wahrscheinlich haben sich schlicht keine Investoren für dieses Himmelfahrtskommando gefunden. Im Rahmen des Bailouts wurde aber die Möglichkeit eines Einstiegs des US-Staats bei Freddie Mac und Fannie Mae geschaffen; übrigens zum ersten Mal in der Geschichte der zwei Institute. So eine fundamentale Änderung macht man nicht ohne Grund und jetzt wird diese Möglichkeit wohl gezogen werden.

Übrigens denken durchaus einige, dass die 5,5 Milliarden neues Eigenkapital zu wenig sein könnten. Die "sinnvolle" Summe würde eher bei 10 Milliarden liegen. Freddie hat immerhin 133 Milliarden Dollar an sogenannten Alt-A Anleihen in den Büchern stehen . Am Markt werden Abschreibungen von 30% oder mehr auf solche Anleihen für durchaus realistisch gehalten. Und das wären dann bei Freddie 40 Milliarden Abschreibungen ...
(Soviel übrigens zum Thema Freddie und Fannie wären nicht so gefährdet, weil die ja zum überwiegenden Teil gute Risiken in den Büchern hätten. Aber angesichts der insgesamt mehr als 5 Billionen, um die es geht, reichen auch geringe Anteile Schrott aus, um schnell Probleme von 50 oder 100 Milliarden Dollar zu produzieren).

Man sieht schnell, dass unter (durchaus realistischen) Umständen selbst die 5,5 Milliarden nicht wirklich weiter helfen ...

Marketwatch: Freddie loses $821 million on housing, credit crunch
Marketwatch: Freddie warns it may dilute existing shareholders
Marketwatch: Freddie loss makes bailout more likely

Mittwoch, August 06, 2008

Ich weiss, wer die Kartoffeln aus dem Feuer holen wird ...

(letztes Posting aus der Urlaubsreihe "Vermischtes und Obskures")

Der Mann sollte bei der Fed oder der SEC anfangen. Der holt die heißesten Kartoffeln noch aus dem Feuer ... Oder besser: Die heißesten Kartoffelstäbchen aus dem Frittierfett ...




Unglaublich!

Gefunden hier:
Indian man displays unique immunity towards heat

Kursmanipulation und die SdK mittendrin?

Uih, scheint ja immer böser zu werden in der Geschichte SdK und Wirecard, die wie von mir früh vermutet nicht bei Wirecard stehen bleibt, sondern inzwischen auch bei Nascacell angekommen ist.

Nascacell ist ein Biotech-Klitsche, die im Ursprung aus zwei insolventen GmbHs entstanden ist. Die Umstände der Gründung waren schon ähhmm komisch. Im Wallstreet Online Forum gab es von Anfang an einen User namens Procera, der immer nur "Kursziel Null Null Null" geschrieben hat und die Firma liebevoll Nasszelle nannte ;-) Inzwischen hat Nascacell wie von Procera vorhergesagt die Hälfte der Grundkapitals verballert und wird sich wohl erledigen.

Ich habe schon im ersten Artikel erwähnt, dass Christoph Öfele von der SdK bei Nascacell zum Zeitpunkt des Börsengangs im Aufsichtsrat saß. Fand ich schon komisch. Ein Aktionärsschützer im Aufsichtsrat einer solch seltsamen Firma.

Aber es kommt noch schlimmer: Markus Straub von der SdK, der Wirecard geshortet hatte und aufgrund dieser Affäre von den Jobs bei der SdK zugetreten ist, war bei Nascacell sogar beteiligt. Zwar nicht persönlich, sondern indirekt über die Sajama Capital GmbH, aber eben doch beteiligt. Es ging also nicht nur um einen bezahlten Job, sondern um eine direkte Kapitalbeteiligung, was der ganzen Geschichte eine neue Qualität verleiht.

Die Staatsanwaltschat hat eine Strafanzeige erhalten und die BaFin ermittelt inzwischen.

Mich hat damals bei Nascacell immer gewundert, dass auch Focus Money die Aktie zu 8 Euro, dem Preis der Börseneinführung, empfohlen hat, denn die Aktie roch bei jeder genaueren Analyse ziemlich komisch. Alles, war Procera geschrieben hatte, beruhte auf öffentlich zugänglichen Informationen und war völlig schlüssig. Mir ist schleierhaft, wie eine Zeitschrift wie Focus Money so eine Aktie empfehlen kann. Völlig schleierhaft.

Handelblatt: Bafin vermutet Marktmanipulation bei Nascacell

Meine Artikel zum Thema in chronologischer Reihenfolge:

SdK und Wirecard im Kreuzfeuer ...
SdK Vize Straub tritt zurück
Ein Linkhinweis zum Straub/SdK Komplex

Wer meint, der Goldpreis würde nicht manipuliert ...

... der lese hier ...

Zeitenwende.ch: Amerikanischer Kniefall vor asiatischen Investoren

(Kurzversion: Kurz vor dem Fannie-Freddie-Bailout hat die EZB einen Haufen Gold (im Wert von etwa 1 Milliarde) verkauft. Und das obwohl die EZB ihre Goldverkäufe für 2008 eigentlich schon abgeschlossen hatte ... Aber Gold war wohl zu attraktiv und da mussten die Zentralbanken wohl mal wieder gemeinsam auf dem Goldpreis rumtrampeln)

Dienstag, August 05, 2008

Das Ende der Spiegelreflexkamera?

OK, mal wieder was aus der Kategorie "Diverses" ...

Olympus und Panasonic haben heute ihr Four Thirds System erweitert. Four Thirds war bisher ein System für Spiegelreflexkameras mit einem etwas kleineren Sensor als die Einsteiger-Spiegelreflexkameras der Konkurrenz. Etwas bedeutet, dass die Bildqualität auch nur unwesentlich unter der der Konkurrenz liegt. Normiert ist dabei der Abstand vom Bajonett bis zum Sensor, die Anschlüsse, etc.

Jetzt haben Panasonic und Minolta Olympus den Standard erweitert. Und zwar auf eine Version OHNE Spiegelreflex. Und das ist spannend, weil man nun (bzw. demnächst) relativ kompakte Kameras bekommen wird, die

a) einen großen (und damit lichtempfindlichen) Sensor haben und
b) wechselbare Objektive unterstützen.

Und damit hätten wir die zwei spannendsten Features der Spiegelreflexkameras bald auch bei Kompaktkameras. Und für mich stellt sich dann die Frage, warum man dann noch eine Spiegelreflexkamera kaufen soll.

Spiegelreflexkameras hatten bisher (im analogen Zeitalter) immer den großen Vorteil, dass man das Bild so gesehen hat, wie es auch aufgenommen wurde. Dieser Vorteil ist aber im Zeitalter der Digitalfotografie so gut wie hinfällig, weil man auf dem Display sowieso direkt das Bild vom Sensor sieht. Bei Spiegelreflexkameras ist dieses Feature dummerweise sogar ziemlich aufwändig, weil der Spiegel erstmal hochklappen muss, um das Bild auf den Sensor fallen zu lassen. Das ist übrigens auch schlecht für den Stromverbrauch. Überhaupt: Spiegelreflex ist allgemein aufwändig und teuer.

Ein anderes Problem: Spiegelreflex kann kein Video. Das neue Four Thirds wird aber (wie fast alle anderen Kompaktkameras) das wohl können (Es fehlt halt die Spiegelklappmechanik).

Mir fällt jetzt für die große Masse der Normalanwender ECHT kein Grund mehr ein, eine Spiegelreflexkamera zu kaufen. Es sei denn, man hat schon einen Berg von digitalen Objektiven. Aber sonst? OK, der Profi wird die großen SLRs mit den noch größeren Sensoren kaufen. Aber das ist eine kleine Nische. Aber für Normalsterbliche?

Ich bin mir sicher: Die Marktsegmente Einsteiger-Spiegelreflex und Bridgekameras wird dieser Schritt revolutionieren.

Oder habe ich irgendwas übersehen?

Heise: Micro FourThirds soll leichtere Kamerasysteme mit Wechseloptik ermöglichen


DPReview: Olympus / Panasonic announce Micro Four Thirds

Update (26.08.08):

Nikon hat in der neuen D90 Spiegelreflex doch tatsächlich Video eingebaut. Das wäre der große Nachteil der Spiegelreflexkameras gegenüber den Bridgekameras weggefallen. Interessant! Allerdings kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass sich der Konstruktionsaufwand dafür lohnt. Aber das ist aktuell schlecht zu beurteilen. Am Ende hängt es wahrscheinlich doch nur vom Preis ab, wie klein die Nische für die Einsteiger-Spiegelreflexkameras wird.

Gizmode: Nikon D90 Official: First DSLR Ever With HD Video Recording

Heise.de: Nikons Konsequenz: Spiegelreflex D90 macht auch Videos


Noch'n Update:

Kein Autofokus im Video Modus der D90 :-( (sagt dpreview). Allerdings können andere (Foto-)Kameras das auch nicht, oder hat sich daran was geändert? Wieso ist das eigentlich so schwierig; jeder blöde Camcorder für 200 Euro bekommt das doch hin ...

Und noch'n Update:

Im Heise Forum hat mich jemand darauf hingewiesen, dass die Casio EX-F1 (diese geile High-Speed-Digitalkamera) einen Autofokus im Video Modus hat. Allerdings sei der recht langsam.

Mich würde trotzdem noch interessieren, warum das (bis auf eine) keine Digitalkamera hinbekommt.

Noch n Update:

Einige Sony Kameras können das auch, z.B. die Cybershot H5, hat mir jemand im Heise-Forum geschrieben.

Und noch'n Update (12.9.08):

Panasonic hat eine erste Micro Four Thirds Kamera angekündigt. Leider ist die eher eine Enttäuschung ...: Erste Micro Four Thirds Kamera da

US-Leitzins unverändert

kam nicht wirklich überraschend ...

The Big Picture: No Change in Rates, Substantial Inflation Risk

Die Erde von oben

Faszinierende Bilder!

30 Most Incredible Abstract Satellite Images of Earth

Gefunde über Very Small List (Ein Link pro Tag per Mail).

No! No! No! (wäre die Antwort gewesen)

Ein Interview mit der Analystin Meredith Whitney von Oppenheim & Co über die gesamte Lage an den Finanzmärkten. Darin nochmal sehr schön aufgeführt die ganzen Tatsachen, die mich auch so skeptisch machen. U.a. sind die Abschreibungen bei weitem noch nicht auf dem Niveau angekommen, wo der Markt sie sieht. Auch sind die Einschätzungen der Banken für den gesamten Kursverfall bei den Immobilienpreisen noch viel positiver als die des Marktes. Alles Punkte, die für Leser dieses Blogs nicht neu sind. Trotzdem schadet es nicht, das alles nochmal gesammelt aus berufenem Munde zu hören ...

Aber das ist noch nicht genug, um den Artikel zu verlinken. Denn der Knaller ist die Stelle, als Whitney gefragt wird, ob Lehman das überleben kann. Die Antwort kommt nach etwa 8 Minuten und ist absolut herrlich:

Ähmmm.
Öhmm.
I.
I öhhhmm.
I.
I.
I ääh.
I don't know.

Und man weiss genau, dass die Antwort OHNE Kamera ein klares Nein gewesen wäre ...

Ungefähr so:



Der Artikel inkl. Video-Interview und Kurzzusammenfassung:

Weissgarnix: Eine Lady who gets it

Montag, August 04, 2008

Ambac Pleite? Der Citigroup ist's egal ...

OK, ich habe es schon vor einiger Zeit die Geschäftsentwicklung der Kreditversicherer MBIA und Ambac mit den Worten "angekündigste Pleite" bezeichnet. Zu unwahrscheinlich klingt ein Überleben, wenn beide ihr Triple-A Rating verlieren sollten (was inzwischen passiert ist) und somit sowohl die Finanzierungskosten deutlich steigen wie auch gleichzeitig die Einnahmen einbrechen.

Nun hat Ambac einen interessanten Deal mit der Citigroup abgeschlossen. Dabei wird die Kreditversicherung für ein 1,4 Billionen Dollar (die FTD schreibt Euro, aber das ist falsch. Ich habe die Originalpressemitteilung gelesen) schweres Kreditportfolio, das der Citigroup gehört, gekündigt. (Das Paket besteht übrigens aus CDO squared, der absoluten Krönung des Verbriefungswahnsinns, siehe hier: CDOs zum Quadrat?!?). Natürlich verzichtet die Citigroup nicht einfach so auf die Versicherung, die ja angesichts des Verfalls der Kurse eine Zahlung verspricht, und erhält eine Ausgleichszahlung von 850 Millionen Dollar. Die Citigroup hat jetzt also 850 Millionen mehr, dafür aber alle Risiken selber in den Büchern. Ambac hat das eigene Risiko gesenkt, aber dafür 850 Millionen Dollar weniger.

Das große Problem, das ich sehe: Wenn sich Ambac auf weitere so extrem kostenpflichtige Vergleiche einlässt, gibt's die nicht mehr lange. Als ich mir die Bilanzen zum letzten Mal angeschaut habe, lagen die Reserven bei etwa 1 Milliarde Dollar, die gesamten Assets bei etwa 10 Milliarden.
Allerdings muss man berücksichtigen, dass Ambac schon massive Abschreibungen auf das Paket vorgenommen hat und diese sogar höher waren als die jetzige Zahlung und daher sogar ein außerordentlicher Gewinn entsteht.
Außerdem sind die Auswirkungen auf die Bilanz und die Liquidität zwei Paar Schuhe. Ich kann nicht wirklich beurteilen (dazu fehlt mir die Zeit, ich bin im Urlaub ...), ob und wie viel der Summe von 850 Millionen Dollar liquiditätswirksam sind und vor allem wann der Vergleich wirksam wird (es könnte sich gut um eine zeitlich gestreckte Auszahlung handeln).

Trotzdem schätze ich, dass angesichts des extremen Missverhältnisses aus Eigenkapital+ Reserven und den Risiken in den über 500 Milliarden Dollar versicherten Assets, die Prognose der FTD richtig liegt:
Danach dürfte sich die Citigroup auf einen Deal eingelassen haben, der höchstwahrscheinlich das Risiko nur teilweise abdeckt (sprich die Ausgleichszahlung ist geringer als der wahrscheinliche Verlust), ABER die Citigroup hat das Geld JETZT. Im Gegensatz zu den anderen, die keine Zahlung ihrer Kreditversicherung mehr bekommenam und am Ende wohl in die Röhre schauen.

Wie heißt es so schön? Den letzten beißen die Hunde. Und die Citigroup gehört definitiv nicht zu den Letzten und hat ihre Schäfchen schon ins Trockene gebracht.

Die Börse beurteilt den Deal (ganz anders als ich) sehr positiv und setzte den Kurs von Ambac am Freitag um 50% nach oben. Auch heute steigt der Aktie (allerdings langsamer) weiter. Ich tippe allerdings auf ein Strohfeuer.

Marketwatch: Ambac settlement sparks debt insurer rally

FTD: Banken schlachten Monoliner aus

Ambac: Ambac Settles $1.4 Billion CDO Squared Transaction

Die ganze Geschichte zu den US-Kreditversicherern in meinem Blog

Sonntag, August 03, 2008

Keine Panik: Das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anderes

Süddeutsche.de: Sag, wo die Milliarden sind

Normalerweise empfehle ich ja hier meistens Artikel, die lesenswert sind, aber manchmal muss ich auch Schrott verlinken ...

Der Artikel ist ein Haufen Müll. Sorry. Hätte diese Kritik gerne auch bei der Süddeutschen geschrieben, aber deren Forumsadmins haben am Wochenende frei (wie dämlich ist das denn?!?).

Aber zum Thema: Der Artikel behauptet, dass die Riesenverluste in der US-Immobilienkrise gar keine wirklichen Verluste seien, sondern das Geld nur von einer Tasche in die andere geflossen sind, also quasi ein Nullsummenspiel seien.

Dabei scheint der Autorin aber der Gaul durchgegangen zu sein.

Es gibt Märkte, die Nullsummenspiele sind und es gibt Märkte, die KEINE Nullsummenspiele sind. An den Options- und Futuresmärkten gilt die Regel: Das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anderes. Denn jedem Gewinn eines Teilnehmers steht ein Verlust eines anderen Teilnehmers entgegen. (Übrigens eine Tatsache, die viele Kritiker dieser Märkte auch nicht verstanden haben ...).

Der Aktienmarkt ist aber schon kein Nullsummenspiel mehr, weil dem Gewinn eines Aktionärs keine Verlust irgendeines anderen Anlegers entgegensteht. Und der Immobilienmarkt ist erst recht kein Nullsummenspiel mehr. In den USA haben etwa 70% der Haushalte eine eigene Immobilie. Und diese Haushalte haben alle Vermögensverluste von 10, 20 oder 30% zu verkraften. Und unter Umständen wegen einer platzenden Hypothek das Haus komplett verloren. Wo ist da die Gegenposition, die zu einem Nullsummenspiel notwendig ist? Die Bank hat eine nicht vollständig getilgte Hypothek (=Verlust) und der Hausbesitzer hat kein Haus mehr und u.U. noch einen Batzen Schulden.

Dass jetzt ein Hedgefonds 3,7 Milliarden verdient hat, macht die Verluste von 1 oder 2 Billionen Dollar noch lange nicht zu einem Nullsummenspiel. Wenn jetzt jemand den gesamten US-Immobilienmarkt geshortet hätte, naja, dann wäre es ein Nullsummenspiel. Aber den Immobilienmarkt kann man nicht shorten, außer in bestimmten kleinen Teilbereichen. Einige börsennotierte immobilienbesicherte Anleihen kann man shorten, aber das macht auch nur aus dem Kapitalmarkt, der an den Immobilien hängt, ein Nullsummenspiel, nicht aus dem Immobilienmarkt an sich.

Der einzige Profiteur ist der, der jetzt ein Haus kaufen möchte (und noch keins besitzt). Der profitiert nämlich von den fallenden Preisen. Aber dessen "Gewinn" entsteht erst in der Zukunft. Und diese Argumentation ist dann schon etwas abstrus: Der Verlust von heute ist nicht so schlimm, weil dann ja in der Zukunft jemand davon profitiert. Mit der Argumentation hätte es auch nie eine Weltwirtschaftskrise geben dürfen ...

Der Artikel ist relativ schwierig zu kritisieren, weil ziemlich viele Sachen angesprochen und nur halb durchdacht werden (ich gebe zu, meine Kritik müsste auch strukturierter sein). Am Ende bleibt für den Laien nur das diffuse Gefühl, dass die ganze Krise nicht so schlimm sei.

Der Artikel hat sein Grundproblem wohl in der Vermengung der Begriffe "Geld" und "Wert". Denn wenn Wert oder Vermögen vernichtet wird, wird nicht wirklich Geld vernichtet. Die Beschreibung im Artikel wie Geld entsteht oder vernichtet wird, stimmt (grob vereinfacht) schon, nur heißt das noch lange nicht, dass selbst ohne Vernichtung von Geld trotzdem Vermögen und Wert vernichtet werden kann. Allein das Thema Inflation sollte ausreichen, um zu verdeutlichen, dass Geld und Wert nicht 1:1 zusammenhängen.

So richtig nervig wird der Artikel, wenn er Zitate einstreut. Hauptsache einen Professor zitiert. In welchem Zusammenhang der Satz geäussert wurde, bleibt völlig offen. Und damit dient das Zitat nur der Suggerierung irgendeines Sachverhalts.

Ich bin echt erstaunt, dass eine angesehene deutsche Zeitung einen solchen unreflektierten, unzulässig verkürzten Schwachsinn verzapft ... Dass die Yigger das hochraten, wundert mich nicht, das Allgemeinwissen Wirtschaft scheint in Deutschland rar zu sein ...

yigg.de: Finanzkrise: Das Geld ist nur woanders

Und noch ein Jahr bleibt der Dreck unter dem Teppich ...

... und trotzdem werden die Banken über die Beule im Teppich stolpern ...

Die Nachricht: Bestimmte Buchhaltungsregeln in den USA (festgelegt durch die FASB) gelten jetzt doch nicht wie geplant ab Anfang 2009, sondern erst ein Jahr später.

Der Grund: Das Eingeständnis, dass man die betroffenen 5 Billionen Dollar nicht in die Bilanzen zurückholen kann, weil dann die Eigenkapitalvorschriften nicht mehr eingehalten werden können und/oder weitere Milliardenabschreibungen drohen.

Der Hintergrund: Die Banken geben indirekt zu, dass sie durch die niedrigen eigenen Aktienkurse nicht genügend Geld über Kapitalerhöhungen einsammeln können. Also wollen sie erst mal abwarten, bis die Kurse wieder höher sind.

Die Konsequenz: Keine Bankaktien kaufen. Jede Kurserholung wird zu Kapitalerhöhungen genutzt werden, die den Kurs direkt wieder dämpfen. Einen natürlicheren, nachhaltigeren Deckel auf dem Aktienkurs habe ich lange nicht mehr gesehen. Finger weg kann ich da nur raten!

Zeitenwende.ch: Neue Regeln für schlechte Zeiten

GM: Back to the Eighties

Zurück auf Los. Ziehen Sie keinen Gewinn ein.

Gewinn von General Motors addiert für 1985-2006: 59,59 Milliarden Dollar
Verlust ab 2007 bis heute: 57,48 Milliarden Dollar

Der Gewinn von 22 Jahren in 1,5 Jahren ausradiert. Wow!

(OK, der Vergleich ist nicht ganz fair, denn man müsste die alten Gewinne um die Inflation bereinigen und sie wären damit zu heutigen Preisen mehr wert, aber trotzdem eine nette Zahl)

Infectious Greed: GM Turns Cumulative Profit Clock Back to 1980s

Die Sonnenfinsternis vom Flugzeug aus

Nicht uncool, nicht uncool ...



gefunden über Gizmodo: Beautiful Video of a Solar Eclipse Taken From an Airplane

Samstag, August 02, 2008

Nummer 8 stirbt

Die achte Bank aus den USA, die 2008 vom Einlagensicherungsfonds FDIC aufgefangen werden muss: First Priority aus Florida.

Die Bank ist aber eine Klitsche. Die Einlagen lagen bei nur 227 Millionen Dollar. Die FDIC rechnet mit einem Schaden von 72 Millionen Dollar. Und weil das Risiko begrenzt ist, hat sich auch schon ein Käufer gefunden: Sun Trusts.

Marketwatch: First Priority becomes eighth bank failure this year

Update (3.8.08)
FTD: Achte US-Bank schlittert in die Pleite

2 Billionen Dollar Verluste durch die Kreditkrise

Leider nicht frei verfügbar der Artikel im Barrons ...

Ist aber (von dem inzwischen bekannten) Professor Nouriel Roubini ... (siehe auch hier: Suche nach Roubini)

Die Hintergründe sind die bekannten. Die US-Verbraucher sind bis zur Halskrause verschuldet und haben sich in den letzten Jahren vornehmlich über erhöhte Hypotheken finanziert. Deren Sicherheiten, der Wert der beliehenen Häuser, schmilzt jetzt schneller als der Schnee in der Sonne und es kommt zu einer Abwärtsspirale, die wir gerade beobachten können/dürfen/müssen.

Die Zahl von 2 Billionen Dollar Gesamtschaden erscheint mir aber neu, oder irre ich mich?

Barrons: Yes, That's $2 Trillion of Debt-Related Losses

Ein Linkhinweis zum Straub/SdK Komplex

Als kleines Update auf meine beiden Postings zum Thema Straub und SdK und Unabhängigkeit des letzteren, ein Hinweis auf einen Artikel in der Welt.

Darin u.a. der Hinweis, dass Christoph Öfele neben dem Job bei der SdK (wo er u.a.die Aktientipps für die SdK verfasst) noch eine Vermögensverwaltung leitet.

Es hört also möglicherweise nicht mit Markus Straub auf, der seine Aufgabe bei der SdK und seine anderen Jobs nicht mehr sauber genug getrennt hat.

Welt: Härtetest für den Anlegerschutz

Meine beiden älteren Artikel:

SdK und Wirecard im Kreuzfeuer ...

SdK Vize Straub tritt zurück

Machen Sie niemals nachts den Fernseher an ...

Erde? War das nicht der Planet mit den dickbusigen Monstern, die mit Geldpaketen wedeln?

Herrlich!

WDR2 Kabarett: Dieter Nuhr.

Freitag, August 01, 2008

4-Jahreshoch bei der US-Arbeitslosigkeit (und andere Daten)

a) Besser als erwartet?!? Naja, das war die Zahl angeblich. Trotzdem sind 5,7% Arbeitslosigkeit in den USA ein neues 4-Jahres-Hoch und garantiert keine positive Zahl. Die Anzahl der Arbeitsplätze sank um 51.000. Das einzig positive: Es wurde ein Minus von mehr als 70.000 erwartet. Die 51.000 waren im Endeffekt auf den zweiten Blick noch besser, weil der Mai und der Juni um jeweils 26.000 nach oben korrigiert wurden.

Dass die Lage dennoch als wenig rosig bezeichnet werden muss, zeigt die Anzahl der durchschnittlich gearbeiteten Stunden. Diese sank auf 33,6 Stunden und damit auf ein Allzeittief. Einige Analysten halten diese Zahl für eine der Zahlen, die die wirkliche Lage am Arbeitsmarkt am besten wiederspiegelt. Mehr- und Minderarbeit, der Wechsel zwischen Voll- und Teilzeit sind in den USA sehr üblich, weil der Arbeitsmarkt sehr flexibel ist. Und daher kann man die Beschäftigungssituation an der Zahl der "average working hours" sehr gut ablesen. Ganz nebenbei ist das eine Zahl außerhalb des Medienfokus und damit eine, bei der es sich nicht lohnt zu manipulieren.

Marketwatch: U.S. jobless rate jumps to four-year-high 5.7%

b) ISM bei 50,0 und damit 0,2% niedriger als im Vormonat. Weiterhin an der 50% Marke, die nach der Definition die Grenze zwischen Rezession und Wachstum kennzeichnet. Keine Ahnung, aber das ist nur einer der vielen Indikatoren, die eigentlich Nullwachstum anzeigen, während das offizielle BIP mit einem Plus von fast 2% kommt ...

Marketwatch: ISM shows no factory growth in July

Sonnenuntergang auf Baltrum

Unmanipuliert. Ging auch gar nicht anders, ist erst eine halbe Stunde her ...

Geschmacksterroristenmusikalarm



gefunden über Mondgucker: Lost in Music

Der RWO ist wieder da!

Und diesmal sind wir verrückt, passt auf ...

OK, uns fehlt mehr als die halbe Abwehr, aber who cares? Dann spielen wir eben mit vier Stürmern oder so ... Koblenz wir kommen ;-)

Spiegel: VERRÜCKTER AUFSTEIGER OBERHAUSEN: "Prosecco aus Dosen"

Spammer? Graumarkt? Und die Mainstreammedien?

Weil ich im Urlaub bin, nur ein kurzer Hinweis auf einen Artikel über einen Bericht in den von mir so geliebten Mainstreammedien ... Ich habe allerdings keine der Tatsachen/Behauptungen überprüft (insbesondere die gegen GSC Research), also lest besser selbst und bildet Euch Eure eigene Meinung. Man sieht nicht nur hier, dass es an der Börse zwischen Weiss und Schwarz sehr viel Grau in allen möglichen Abstufungen gibt ... Nicht zuletzt die Hochfinanz an der Wall Street hat sich in den vergangenen Monaten teilweise bis auf die Knochen blamiert ...

"Am vergangenen Dienstag, 29. 07. 2008 strahlte das ZDF folgenden
Beitrag in seinem Reportermagazin Frontal21 aus:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/550472?inPopup=true

Erstaunlich wie gestandene Journalisten u.a. auf in Deutschland verurteilte Urkundenfälscher und Leistungsbetrüger reinfallen"

Lest weiter hier ...

Gutes Fernsehen - schlechtes Fernsehen?

Gefunden über yigg.de

Pleite? Die Fed zahlt ...

Zwei Nachrichten zur Fed, die man ruhig mal kombinieren kann ...

Die FDIC, die Bankensicherung in den USA darf sich jetzt im Rahmen des Diskont-Fensters bei der Fed Geld leihen. Damit kann sich quasi jede insolvente Bank bei der Fed Geld leihen. Die Frage bleibt wieviel? Und wie lange? Und wie soll eine insolvente Bank das Geld jemals zurück zahlen? Ich erinnere: Die Bank ist bankrott ... Das hört sich für mich nicht mehr an wie ein Kredit im klassischen Sinne, also wie ein Kredit, der irgendwann auch nochmal getilgt werden soll ...

FTD: Bankrotte Banken dürfen Fed anpumpen

Die zweite Nachricht:

Die Europäischen Zentralbank verlängert die zusätzlichen Finanzierungsgeschäfte mit dreimonatiger Laufzeit nochmals um 3 Monate. Ähnliches hat die Fed natürlich auch schon angekündigt.

Mich erinnert das an "Dauerleihe" in der Uni-Bibiliothek. Das waren die Bücher, die nie mehr zurückkamen ...

EZB: Fortführung der zusätzlichen längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte mit dreimonatiger Laufzeit vom 21. Mai und 11. Juni 2008

Gleichzeitig gaben die EZB und die Schweizerische Nationalbank eine Ausweitung des Dollar-Finanzierungsgeschäfte bekannt.

EZB: Massnahmen zur Ausweitung des US-Dollar "Term Auction Facility"

Ich habe bei der Kombination der Nachrichten nicht mehr wirklich das Gefühl, das es hierbei noch um das geht, was man im engerem Sinne mit dem Wort Kredit verbindet. Weil irgendwie die Rückzahlung zu fehlen scheint ...

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