Freitag, Februar 29, 2008

UBS Analyst erwartet 600 Milliarden Dollar Verlust aus der Finanzkrise

Na Prost Mahlzeit!

Sollte die Prognose aufgehen, hätten wir erst gut ein Viertel der Abschreibungen hinter uns.

Gestern hat es (mal wieder) einen Hedgefonds zerlegt (Peleton), der MarkIt ABX Index hat neue Tiefstände erreicht (kommentierte m106 schon letztes Wochenende), ...

Da waren die 11 Milliarden Dollar Abschreibungen bei der AIG ja wieder nur ein Tropfen auf den heissen Stein ...

Trüber Tag :-( Und für morgen noch eine Orkanwarnung.

Bloomberg: Financial Firms Face $600 Billion of Losses, UBS Says

Der Wochend-US-Konjunkturüberblick

Wie üblich kommen am Donnerstag und Freitag viele viele Zahlen ... So auch heute

1.) Verbrauchervertrauen sinkt kräftig weiter.

Das Verbrauchervertrauen gemessen von der University of Michigan ist auch im Februar weiter gefallen. Der neue Wert beträgt 70,8 nach 78,4 im Januar. Zwar ganz leicht besser als von den Analysten erwartet, aber das spielt bei der Höhe des Einbruchs keine Rolle, vor allem weil der Index auch in den Subindizes (Erwartungen, aktuelle Lage) auf breiter Front schwächer war. Im Jahresvergleich notiert der Index satte 30 Punkte im Minus.

Die Anmerkung des Index-Berechners, dass bisher jeder Einbruch in diesem Ausmaß eine Rezession nach sich zog, muss ich mit Blick auf meine Rezessionswette natürlich kurz erwähnen.

Marketwatch: Consumer sentiment tumbles in February

2.) Der Index der Einkaufsmanager aus der Region Chicago ist von 51,5 auf 44,5 gefallen.

Damit liegt der Index deutlich unter der 50er-Marke, was eine Rezession anzeigt.

3.) Verbraucherausgaben und -einkommen schwach

Die Ausgaben sind im Januar um 0,4% gestiegen. Nach Abzug der Inflation waren diese aber unverändert. Die Einkommen stiegen um 0,3%, nach einmaligen Faktoren sogar nur um 0,2%. Damit haben die US-Verbraucher wieder etwas mehr ausgegeben als sie verdient haben und Tusch! die Sparrate ist nun wieder negativ (-0,1%, zum Vergleich liegt die Sparrate in Deutschland (und nicht nur in Schwaben) über 11%).

Die Einkommen sind ein entscheidender Faktor, weil es einer der vier Indikatoren ist, anhand deren das NBER die Rezession definiert.

(Link siehe unten)

4.) Inflationsrate im Januar bei plus 0,4%.

Die Jahresrate liegt nun bei 3,7%, die Kernrate bei plus 2,2%. Selbst diese (IMHO sinnlose) Kernrate liegt oberhalb des Inflationsziel der Fed (1,5 bis 2%). Alle Zahlen unter 4 sind gemessen am "personal consumption expenditure price index", der (wenn ich mich nicht irre) auch der ist, den die Fed am intensivsten beobachtet.

Marketwatch: Consumer spending flat in January

Tja, schon wieder keine guten Nachrichten ...

Beginnt da der Abstieg eines Monopolisten?

Die flachen Kommentare zur Preissenkung von Vista überlasse ich anderen, ich möchte den Blick auf das langfristigere Bild lenken.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn die heutige Preissenkung für Windows Vista das erste wirkliche Zeichen für den beginnenden langen Abstieg eines Ex-Monopolisten wäre.

Es war schon häufig so, dass der Monopolist irgendwann seine Pricing Power verliert, also seine Preise nicht weiter erhöhen kann, weil die Kunden nicht mehr mitmachen. Wenn man dann noch gleichzeitig Ärger mit den Monopolbehörden hat, kann das dann gut der Wendepunkt sein. Bei IBM war es ähnlich.

<Nachtrag>

Möglicherweise verliert Microsoft nicht nur seine Pricing-Power, sondern auch seine Upgrade-Power. Trotz fünfjähriger Entwicklungszeit gibt es immer noch Probleme beim Upgrade auf Vista. Teilweise liegen die Probleme an Microsoft, zum überwiegenden Teil aber der unglaublichen Vielfalt von Software. Irgendwas ist immer schlampig programmiert, irgendeine Software ist nicht angepasst. Schlimmer sieht die Lage bei Treibern aus. Es dürfte wohl eine ganze Reihe von Computersystemen geben, wo irgendein Teil (sei es der Brenner, sei es der Scanner, die Webcam oder der Multifunktionsdrucker) mit Vista Mucken macht.

Schlimmer für MS aber noch, dass viele Leute gar nicht upgraden wollen, weil sie mit XP einfach zufrieden sind. Eine neue Oberfläche zu lernen ist schon "schlimm" genug, wenn man dafür noch zahlen soll, wird die Hürde noch höher. Wenn man dann noch weitere Software upgraden (und nochmal zahlen) muss, noch höher. Und wenn man dann noch Hardware austauschen muss (die eigentlich funktioniert), noch höher. Und dann lassen es die Leute halt sein.

</Nachtrag>

Man wird sehen.

Ich beobachte diese Entwicklung mit großem Interesse. Solche strategisch, langfristigen Entwicklungen gibt es nicht oft. Und daher sind sie so spannend.

Ein Artikel, den ich leider nicht mehr einer Quelle zuordnen kann, beschrieb mal das Dilemma von Microsoft. Dazu blickte der Autor in die Geschichte und beschrieb sehr schön, wie sich Microsoft einen Markt nach dem anderen holte. Erst DOS, dann Word, dann Excel, dann Windows (an der Stelle hat man die Konkurrenz im Office Bereich abgehängt, weil MS die Dokumentation von Windows intern zuerst hatte). Dann im Netzwerkbereich gegen Novell und dann mit Serverprodukten wie Exchange und Outlook u.a gegen Notes.

Aber wie hat Microsoft das gemacht? Ganz einfach: Features der Konkurrenz kopieren (und alles was noch nicht umgesetzt ist, substanzlos ankündigen) und das Produkt dann billigst in den Markt drücken. Man nennt das auch Dumping. Das kann man gut machen, wenn man ein quasi risikoloses Geschäft als Basis hat (am Anfang DOS, das auf jeden Rechner gebraten wurde).

Microsoft kam also immer spät, kopierte und dumpte.

Und jetzt das Problem: Microsoft kann nur noch von wenigen kopieren (es bleibt nur Apple, die anderen sind platt), weil sie ein Monopol haben. Und dumpen geht als Monopolist halt auch nicht mehr.

Schlimmer ist für Microsoft eigentlich noch ein anderes Problem: Mit Dumping kann man Konkurrenz aus dem Markt fegen, weil die anderen kein Geld mehr verdienen. Nun ist aber ein neuer Konkurrent aufgetaucht und der heisst OpenSource. Mit Linux, KDE und Firefox an der Spitze. Und bei diesen Konkurrenten, der ja kostenlos seine Software abgibt, kommt Microsoft mit den klassischen Mitteln nicht mehr weiter. Microsofts klassische Strategie läuft ins Leere.

<Nachtrag>

Im Heise Forum hat jemand diese Vorgehensweise noch um eine Alternative ergänzt: Die Firma nicht totdumpen, sondern kaufen. Das hat Microsoft auch oft genug gemacht und statt einfach zu kopieren, entweder die ganze Firma gekauft oder die Technologie lizensiert. Zum Beispiel war der SQL-Server am Anfang von Sybase und die Internet Explorer von Spyglass lizensiert. Übrigens auch eine Strategie, die gegen OpenSourceSoftware ins Leere läuft.

</Nachtrag>

Heise: Microsoft senkt Preise für Windows Vista

<Nachtrag>

Zum Taumeln des Riesen eine Klarstellung: Es geht mir nicht vorrangig um die Gewinnentwicklung. Monopole überschreiten den Zenit ihrer Macht üblicherweise zeitlich vor dem Zenit des Gewinns. Ich betrachte des Taumeln eher als die langsam schwindende Kraft von Microsoft Standards zu setzen. So wie die .doc oder .xls, das Win32 API oder Exchange/Outlook oder Active Directory in den Markt schieben konnten.

Wenn diese schwindende Kraft zur Folge haben sollte, dass Microsoft sich jetzt mehr an offenen Standards (sowohl für Dateiformate wie auch Kommunikationsprotokolle) orientiert, mehr Wettbewerb zulässt und die Preise senkt, dürfte auch der platteste Microsoft Troll nichts gegen diesen Machtverlust haben.

Mir geht es nicht darum, dass Microsoft vernichtet wird oder sich selbst vernichtet. Eine Microsoft, die sich fair verhält, offene Standards unterstützt und eine gesunde Marge hat, reicht mir. Also in etwa so wie IBM nach einem 15 Jahren langen Anpassungsprozess heute ist.

Der Vergleich von Microsoft mit IBM Ende der 80er Jahre ist sowieso recht passend.

</Nachtrag>

Pfizer nur noch AA, MBIA weiterhin AAA

Der Pharma-Konzern Pfizer - der Viagra Hersteller - ist von Fitch und Moody's zurückgestuft worden und hat nun kein AAA-Rating mehr.

Der Kreditversicherer MBIA hingegen hat sowohl von Moody's als auch von S&P (zur ersten Bestätigung hatte ich einen Artikel geschrieben) erneut ein Triple-A-Rating bekommen.

Nun hat sich Mike "Mish" Shedlock die Mühe gemacht, die Bilanzen der beiden Firmen mal etwas näher anzuschauen.

Pfizer hat 48,6 Milliarden Dollar Umsatz, MBIA etwas über 3.
Pfizer hat eine Marge von plus 17%, MBIA von minus 62.
Pfizer hat eine Nettocashposition von plus 14 Milliarden, MBIA eine von minus 12 Milliarden.

Pfizer ist nicht mehr Triple A, MBIA jedoch schon.

Kann es sein, dass da nicht mit dem gleichen Maßstab gemessen wird?!? Weil der Kreditversicherer sein Rating nicht verlieren darf?

Die Ratingagenturen blamieren sich mit solchen Aktionen immer weiter und machen sich zunehmend überflüssig. Wie Mish schön zeigt, reicht oft ein kurzer Blick in die Bilanz, um sich ein Urteil zur Bonität bilden zu können. Und in den kritischen Fällen versagen die Ratingagenturen leider viel zu häufig.

Mish's Global Economic Trend Analysis: MBIA Maintains Highest Rating, Pfizer Cut

Die Kollegen von Zeitenwende.ch finden klare Worte dazu und schließen mit den Worten, dass es schon sein könne, dass die Amis genau wie sie die Massenvernichtungswaffen in den eigenen Bilanzen übersehen können, sie diese in fremden Ländern herbeifantasieren ...

Zeitenwende.ch: Inkompetenz oder Korruption?

Donnerstag, Februar 28, 2008

Bernanke: Einige Bankpleiten könnten kommen

Ich hoffe, er meint nicht die Citigroup und die Bank of America ...

Mich hätte auch die genaue Formulierung interessiert, aber mehr als die Überschrift bietet der Spiegel-Artikel zum Thema Bankpleiten leider nicht. Ich könnte dem Spiegel jetzt reisserische Überschriften unterstellen, aber mein Füchschen Alt macht mir zu gute Laune ...

Spiegel: Bernanke sagt Banken Bankrott voraus

Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA weiter rauf

Erstmalige Anträge 19.000 rauf auf 373.000 und damit wieder ganz deutlich oberhalb der Marke, die eine stabile Lage am Arbeitsmarkt anzeigt. Auch der Vier-Wochen-Durchschnitt bleibt mit 360.000 darüber.

Die Anzahl der fortgeführten Anträge (also die Leute, die auch in der Vorwoche schon Unterstützung bekommen haben) ist ebenfalls um 21.000 gestiegen und liegt jetzt bei 2,81 Millionen. Der Vier-Wochen-Schnitt verhielt sich fast analog.

Kurzversion: Keine Entspannung am US-Arbeitsmarkt in Sicht.

Marketwatch:
Initial jobless claims rise 19,000 to 373,000

US-BIP: Die Details

Das BIP Wachstum im 4. Quartal 2007 bleibt auch in der zweiten Revision bei plus 0,6% annualisiert.

Die Gross Domestic Purchases, im Endeffekt das BIP ohne Im- und Export, ist um 0,3% gefallen. Das erste Minus seit der letzten Rezession.

Auslöser dafür war das Wachstum des Exports, das 0,9% zum Wachstum beigetragen hat, in der ersten Schätzung waren es noch 0,4%. Ohne Exportwachstum wäre das Wachstum also negativ gewesen (was an den Gross Domestic Purchases auch sichtbar ist).

Einen großen negativen Wachstumsbeitrag hat der Lagerabbau geleistet. Satte 1,5% Wachstumsreduktion kamen dadurch zu Stande. Diese Zahl wurde gegenüber der ersten Schätzung massiv nach unten korrigiert.

Für die Zukunft ist ein Lagerabbau ein gutes Zeichen, weil die Lager (normalerweise) irgendwann wieder aufgefüllt werden und dann wieder einen Wachstumsbeitrag leisten.

Die andere Korrekturen waren nicht sehr aufregend.

Für meine Rezessionswette bedeutet das wohl, dass der Knackpunkt, den ich immer gesehen habe, nämlich ein durch den wegkrachenden Dollar induzierter Exportboom, wohl wirklich zum Knackpunkt wird.

GDP unrevised at 0.6% growth in fourth quarter

US-BIP: 2. Revision bleibt bei +0,6%

Mist ;-)

Das GDP (Gross Domestic Purchases), quasi das BIP ohne Im- und Export, ist dagegen schon 0,3% gesunken ...

Ich hatte doch auf das GDP gewettet, oder?

Update: Das GDP ist natürlich NICHT Gross Domestic Purchases. Das sind zwei Paar Schuhe. Das GDP ist das Gross Domestic Product, also das BIP (BruttoInlandsProdukt).

Update 2: Das ist natürlich auch nicht die 2. Revision, sondern die erste. Was ich meinte war: die zweite Veröffentlichung. Und ganz korrekt wäre gewesen: Die erste *richtige* Veröffentlichung, denn die allererste Veröffentlichung ist offiziell nur eine "Schnellschätzung".

Musterdepot Wochenschluss


Allgemein Wert Aktuell

StückName
Summe
%Ges
%heute
Kurs

30 Aktienbasket 1.515,00 -3,61% -2,21% 50,50

150 Arcandor
1.774,50 +17,79% -6,52% 11,84

50 Hypovereinsbank 1.984,50 -1,63% +0,22% 39,69

45 BB Biotech
2.240,10 +2,64% -0,89% 49,78

60 Bilfinger
3.138,00 +5,00% -0,96% 52,30

130 CRE
2.056,60 +32,76% -3,89% 15,82

300 Minefinders
2.235,00 +21,30% -0,32% 7,45

500 Primacom
4.400,00 -10,43% -1,93% 8,80

2 P3 Zertifikat
1.980,00 +15,62% -0,70% 990,00

100 Yahoo!
1.819,00 -8,47% -3,18% 18,19
Summe in €: 23.142,70 +3,91% -1,74%
Barbestand (Konto): +7.130,13
Gesamtsumme in EUR: 30.272,83

So, noch leicht im Plus, was sich aber nach dem schwachen Börsenschluss am Freitag am Montagmorgen ändern dürfte.

Zu den einzelnen Aktien gab es ein paar Neuigkeiten:

Meine Gold/Silbermine hat wieder etwas Gold und Siber gefunden. Es sind allerdings die allerersten Schritte und erst ein paar Bohrlöcher. Daraus lassen sich noch keine Reserven ableiten und schon gar nicht schließen, dass man die Edelmetalle zu sinnvollen Kosten aus der Erde bekommen kann. Die Aktie reagierte trotzdem positiv, obwohl das Plus auch gut auf den Silberpreis zurückgehen könnte, der erstmals seit 25 Jahren über 19 Dollar gestiegen ist.

Minefinders Corporation Ltd.: High-Grade Satellite Deposit Delineated at the Dolores Mine

Minefinders will dieses Jahr 40.000 Unzen Gold und 1 Millionen Silber verkaufen. Außerdem braucht Minefinders keine weitere Finanzierung mehr, da die Förderung voraussichtlich ausreichen wird, um den Cashflow ab dem Spätsommer positiv werden zu lassen.

Minefinders: Dolores to sell 40,000oz Au, 1Moz Ag in 08 - Mexico

Die Kursentwicklung von Minefinders bleibt aber enttäuschend. Immerhin kratzt der Silberpreis inzwischen an der 20 Dollar Marke und hätte damit mehr Rendite gebracht als der Kauf einer Silbermine.

Zu Yahoo! und dem möglichen Merger mit der News Corp. bzw. der Internetabteilung von News Corp. (im Wesentlichen MySpace.com) gibt es auch neue Überlegungen:

News Corp. can't lose in a Yahoo deal, analyst says

Der eigentliche Gewinner ist dabei News Corp. Ich will aber natürlich eher, dass der Yahoo! Aktionär der Gewinner ist ... Bei Yahoo! drückt natürlich der schwache Dollarkurs.

Bei den anderen Aktien hat sich nicht viel getan.

Bei CRE gab es eine neue Studie bei der das Kursziel massiv gesenkt wurde. Solange es allerdings von 39 auf 21 runtergeht, kann ich damit leben. Immerhin ist auch das noch deutlich über dem aktuellen Kurs. Im März kommt der Jahresbericht, ich hoffe, darin steht auch ein aktualisierte NAV. Sollte der weiterhin bei 28 Euro liegen, ist das mein Kursziel.

Bei Bilfinger bleibt alles positiv. Man muss sich ins Gedächtnis rufen, dass es diese Aktie vor 5 Wochen noch für unter 35 Euro zu kaufen gab. Ich bin froh, dass ich inzwischen nicht mehr mit Stop-Loss agieren muss, weil ich nötige Selbstdisziplin besitze, mich von einer Aktie zu trennen, wenn der Grund für mein Engagement nicht mehr da ist. Und nicht weil der Kurs ein paar Prozent in die falsche Richtung läuft.

Bei Arcandor ist etwa die Hälfte des zwischenzeitlichen Kursgewinns schon wieder verdampft. Das ist eine Turnaround-Story, hier muss man mit Rückschlägen rechnen. Etwas Geduld braucht man hier.

Bei der Hypovereinsbank werde ich wohl rausgedrängt und nach dem was ich gelesen habe, bekomme ich die 38,26 auf's Konto. Und eine (eventuelle) Nachbesserung kommt automatisch. Aber eine verlässliche Information ist das noch nicht. Würde mich interessieren, ob jemand eine solche Spekulation schonmal bis zum Ende durchgezogen hat und wie das läuft.

Bei Primacom gab es Updates zu den Kundenzahlen. Diese würde ich mal als "im Plan" bezeichnen. Bei Primacom geht es aber auch mehr darum, ob und wann (und zu welchem Kurs) der Großaktionär Orion weiter aufstockt, um mit 95% den Squeeze Out vorzunehmen. Oder ob eine Verschmelzung von Orion und Primacom über eine Kapitalerhöhung per Sacheinlage vorgenommen wird. Meine Überlegungen zu Primacom finden sich rechts auf der Website unter dem Label "Primacom".

Ein Imperium im Fall - Teil 2

Lange Zeit nicht mehr einen so bösen Artikel über die USA in der Mainstreampresse gelesen. Obwohl ... eigentlich ist der eher gegen die Anleger gerichtet, die den USA noch weiter Geld geben ...

Es finden sich ein paar schöne Zahlen darin:

Wenn man den MSCI USA in Euro umrechnet und um die europäische Inflation bereinigt, liegt der Index auf dem Stand von 1997. Autsch.

Auch die vielen statistischen "Optimierungen", die die USA so machen, werden thematisiert. So sollen die Automobilpreise in den USA seit 1996 um 6% *gefallen* sein, während sie in Europa um 14% gestiegen sind. Ein paar "hedonistische" Anpassungen (der Preis steigt um 2%, aber das Auto wird 3% besser, wie auch immer man das misst) und schon sinken die Preise. Mir ist etwas schleierhaft, wieso manche solchen Schwachsinn auch in Europa wollen.

Die kalkulatorischen Mieten habe ich hier auch mal erwähnt. Dabei wird irgendwie versucht, die Immobilienpreise in Mieten umzurechnen. Wenn die Hauspreise um 150% steigen, aber die daraus berechnete kalkulatorische Miete nur um 46%, fragt man sich aber schon, inwieweit das die Realität abbildet.

Auch dass die Bewertungen an den Börsen niedrig sind, wie immer und immer wieder betont wird, glaube ich nicht. Zwar sind die KGVs relativ niedrig (besonders wenn man das KGV mit der Zins ins Verhältnis setzt), allerdings sind das Kurs-Buchwert- oder das Kurs-Umsatz-Verhältnis im historischen Vergleich eher hoch bzw. die Dividendenrendite eher niedrig. Man muss sich nur die Mühe machen, etwas länger in die Geschichte zu schauen. Die beiden letzten Links weiter unten enthalten die Dividendenrendite seit 1925 und das KGV seit 1900. Man sieht schnell, dass die Bewertungen bei einem Rückblick über ein Jahrzehnt OK sind, bei einem Vergleich mit den 80er oder gar den 70er-Jahren eben nicht billig sind. "Historische Kaufgelegenheiten" (einen Begriff, den tatsächlich jemand benutzt hat) kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

Auch darüber, dass die Bilanzqualität und damit die Bonität der Firmen immer schlechter wird, habe ich hier schonmal geschrieben. Wer heute Aktien mit einem KGV von 15 kauft, kauft eine Firma, die in 15 Jahren ihren Aktienkurs verdient (wenn der Gewinn stabil bleibt). Wer vor 25 Jahren Aktien gekauft hat, hatte den Kaufpreis der Aktie über die Substanz oft direkt schon wieder drin. Die profitable Firma gab es oft kostenlos dazu. *So* sehen historische Kaufgelegenheiten aus.

FTD: Die Werbetricks einer Weichwährung

Bespoke Investment: Historical Dividend Yield of the S&P 500: 1925-Present

Bespoke Investment: Historical P/E Ratio of the S&P 500: 1900-Present

ONN: Die Wahlergebnisse stehen fest

The Onion News Network: "Diebold Accidentally Leaks Results Of 2008 Election Early"



Diebold Accidentally Leaks Results Of 2008 Election Early

Geil! (wenn's nicht so traurig wäre, dass man mit Wahlmaschinen, einer Lösung auf der Suche nach einem Problem, die Demokratie potenziell unterhöhlt ...)

Mittwoch, Februar 27, 2008

Fritz Eckenga zu Tricksilanti

WDR2 Kabarett: Fritz Eckenga - Unentschieden


:-)

Keinen Zentimeter freiwillig aufgeben ...

... scheint Microsofts Devise zu sein ...

Da habe ich mich in der letzten Woche schon gewundert, warum Microsoft unter (zumindest auf den ersten Blick) fairen Bedingungen die (zumindest auf den ersten Blick) komplette Dokumentation zu den eigenen Dateiformaten und Kommunikationsprotokollen (zumindest auf den ersten Blick) freiwillig zur Verfügung stellt.

Das letzte "auf den ersten Blick" zur Freiwilligkeit hat sich heute erledigt, denn mit der neuen Rekordstrafe der EU gegen Microsoft ist jetzt 100% klar, warum Microsoft diesen Schritt gegangen ist. Sie wurden von der EU gezwungen. Da hat sich Microsoft wohl gedacht, lieber schnell und proaktiv noch eine Pressekonferenz, die positive Stimmung macht, statt die Verkündung der Strafe durch die EU abzuwarten.

Zeit: Strafe für alte Sünden

899 Millionen Euro Strafe. Man sollte auch nie vergessen, dass Microsoft trotz der albernen Strafe, die es in den USA gab, wegen der Ausnutzung der Monopolmacht verurteilt wurde. Microsoft ist also verurteilter Monopolist.

Keine Ahnung, warum viele Menschen das so klaglos und schulterzuckend hinnehmen und der Firma weiterhin das Geld in den Rachen werfen ...

11 Gründe, warum die Rezession übel wird und vier warum nicht

Ich führe die Gründe nur auf, um einen Vorgeschmack zu geben. Beide Artikel sind lesenswert, deshalb gebe ich nur kurz Senf dazu ...

Marketwatch: 11 reasons Bernanke's recession lasts till 2011

1. Stagflation: Bernanke's no-win Achilles heel

Das, was ich immer Zwickmühle nennen: Kümmere ich mich um die Inflationsbekämpfung oder das Wachstum? Die Fed kümmert sich nur noch um das Wachstum und damit ist der Kollateralschaden klar: anziehende Inflation.

2. Housing-credit meltdown: We've got a long way to go!

Full Ack! Das Thema ist noch lange nicht vom Tisch. Ich schätze, dass beim Preisrückgang der Immobilien erst die Hälfte erreicht ist und bei den Foreclosures eher weniger (wobei die Finanzmärkte aber schon mehr eingepreist haben).

3. Commodities: World's new reserve 'currency,' not dollars

Tja, dieser Umschwung vom Dollar auf Öl und Gold ist möglicherweise wirklich nachhaltiger als manche das gerne hätten.

4. Toxic derivatives: World's $516 trillion ticking time bomb

Weapons of Mass Destruction, Massenzerstözungswaffen, hat das schon ein anderer kluger Kopf genannt.

5. Massive debt: Everywhere, trade, federal, states, local

Hierauf habe ich schon mehrfach hingewiesen: Wir sprechen nicht über *eine* Kreditblase in *einer* Assetklassen, sondern über eine breite Verschuldung. Es sind eben nicht nur die Verbraucher, die sich für Immobilien verschuldet haben. Die Verbraucher haben sich auch auf allen Ebenen verschuldet. Und auch die Bonität der Unternehmen sinkt immer weiter (egghat's Blog: Die Kreditprobleme in der USA werden immer schlimmer).

6. America's new 'pushers:' Banks feeding consumer addicts

So ist das mit den Drogen- bzw. Konsumabhängigen: Einmal angefixt, kommen die nicht mehr los.

7. More wars: Pentagon predicts bigger, costlier conflicts

Naja, hier wird's spekulativ. Es kann auch gut sein, dass die USA ihre Lehren gezogen haben und unter Obama keinen Krieg mehr starten, für den es a) einen Grund gibt und b) den man auch gewinnen kann.

8. Greed: Wall Street and Corporate America's defining 'value'

Auch das ist eher philosophisch.

9. Democracy failing: America now run by 35,000 lobbyists!

Siehe 8). Sofern das stimmt (Anzeichen gibt es sicherlich), ist das für die kurz- und mittelfristige Börsenentwicklung irrelevant.

10. America's already in a recession, and in denial

Gut. Hierzu ein FulL Ack (=Volle Zustimmung).

11. Class warfare: Superrich vs. Main Street America

Das stimmt natürlich auch. Warren Buffet versteht auch nicht, warum er so wenig Steuern bezahlen muss.

So, starker Tobak ...

Für die Nerven daher noch was aus der FAZ:

FAZ: Die Crash-Propheten übertreiben die Krise in Amerika

Daraus:

Vier Gründe, nicht in Depression zu verfallen:

1. Trotz ihres großen Ausmaßes stellt die aktuelle Krise gemessen an der Größe der betroffenen Volkswirtschaft keinesfalls etwas nie Dagewesenes dar.

2. Ein wichtiger Unterschied der aktuellen Situation zu vergangenen Krisen ist die globale Natur des Problems. [...] Die negativen Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft werden allerdings geringer ausfallen als bei einer im Ausmaß vergleichbaren, aber rein nationalen Krise.

3. Die Fed hat auf die Krise im Finanzsektor schnell reagiert und die Geldpolitik massiv gelockert.

4. Die Finanzinstitute sind die Probleme in der aktuellen Krise wesentlich offensiver angegangen als dies Anfang der neunziger Jahre in Japan der Fall war.

So, jetzt könnt ihr euch das raussuchen, was euch am besten passt ;-)

Ich bin für Rezession in Q1 und Q2 (damit ich meine Wette gewinne) und danach für eine kräftige Erholung.

Dienstag, Februar 26, 2008

Kleines Musterdepot-Update: Colonia Real Estate

Nicht schlecht, plus 15% heute ... Nur 5 Wochen nach meinem Kauf 45% Plus.

130 COLONIA REAL A 2.242,50 +44,76% +20,14% 17,25 +16,01%

Nachrichten gab es meines Wissens heute keine.

Und noch ein sich beschleunigender Trend: Die US-Immobilienpreise

Nach dem (IMHO) besten Indikator für die US-Immobilienpreise, dem Case-Shiller-Index, sind die Preise im Jahr 2007 um 8,9% gefallen. Das ist das größte Minus seit 20 Jahren (länger wird der Index noch nicht berechnet).

In 17 der 20 beobachteten Städte fielen die Preise zwischen Ende 2006 und Ende 2007. Berücksichtigt man die Inflation sogar in allen.

Erschreckend ist nicht nur die Höhe und die Breite der Abwärtsbewegung, sondern auch die zunehmende Geschwindigkeit: im letzten Quartal 2007 sanken die Preise um 5,4%; mehr als die Hälfte des Gesamtrückgangs stammt also aus den letzten drei Monaten.

Die zunehmende Geschwindigkeit macht wenig Hoffnung, wie auch bei den zwei anderen Zahlen von der Konjunkturfront, die ich heute kommentiert habe ...

Marketwatch: Home prices fall 8.9% in 2007, Case-Shiller says

S&P/Case-Shiller® Home Price Indices (straight from the source, PDF!)

US-Verbrauchererwartungen auf 17-Jahrestief

Die Erwartungskomponente ist aber nur ein Teil des Verbrauchervertrauens. Aber auch der Gesamtindikator fiel von 87,3 auf 75, was deutlich unter der Erwartung von 82 lag. Damit zeichnet auch der Indikator des Conference Boards das selbe Bild wie der Konkurrenz-Indikator der University of Michigan.

Übrigens ist (unter Ausklammerung des Irakkriegs) der Wert von 75,3 der schlechteste seit 15 Jahren.

Der freie Fall, in den das Verbrauchervertrauen scheinbar übergegangen ist, macht wenig Hoffnung für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung in den USA. Der private Verbrauch macht mehr als 70% des US-BIPs aus.

Marketwatch: U.S. February consumer confidence plummets

US-Inflation geht durch die Decke!

Ich habe mir ja was dabei gedacht, als ich letzten Sommer begonnen habe, meine Postings zum Thema Inflation dementsprechend zu taggen. Ich vermutete schon, dass das ein Thema wird, das in ein paar Monaten breiter diskutiert wird als damals in diesem kleinen Blog ... (man kann auf die Tags übrigens rechts immer klicken, wenn es jemanden interessiert, was ich zu bestimmten Themen in der Vergangenheit schon so geschrieben habe ...)

Heute dürfte das Thema endgültig in der Breite angekommen sein: Die Produzentenpreise in den USA steigen inzwischen mit 7,4%(!) im Jahresvergleich. Auch die Kernrate steigt mit 2,3%, aber solange die Energiepreise so hoch bleiben, nützt die Kernrate nichts. Man sollte sich nicht einbilden, dass die Energiepreise aus irgendwelchen magischen Gründen nicht am Ende auf die Verbraucherpreise umgelegt werden.

Marketwatch: Energy, food push January's PPI 1% higher

Auch ohne Bailout: Ambac und MBIA bleiben (vorerst) AAA

Standard % Poors hat das Rating von Ambac und MBIA erst einmal auf AAA gelassen. Das ist natürlich eine gute Nachricht, die schlechte ist der Teil "erst einmal".

S&P zeigt Anerkennung für die Bemühungen der beiden großen Kreditversicherer neues Kapital einzusammeln. Da das aber noch nicht erfolgreich abgeschlossen wurde, bleibt der Ausblick noch auf negativ.

Bei MBIA überzeugt auch der Aufspaltungsplan, der MBIA in zwei Firmen zerlegen will: Ein Teil mit den guten Risiken und ein Teil mit den schlechten Risiken. Der gute Teil wird dabei ziemlich wahrscheinlich wieder ein AAA Rating bekommen und der Rest, naja (meine Prognose steht), wird Pleite gehen. Immerhin hat man so verhindert, dass der überwiegende Teil der versicherten Anleihen (die Anleihen von öffentlichen Schuldnern wie Städten und Gemeinden) ohne Rating dasteht und in der Folge der Markt zusammenbricht und illiquide wird. Das Problem mit dem Giftmüll löst man so aber nicht.

MBIA, Ambac jump on positive S&P actions

Update (10:10):

Die FTD hat die Nachricht auch: MBIA entzückt mit Selbstzerschlagung

Montag, Februar 25, 2008

Citigroup vor weiteren 12 Milliarden Abschreibungen

Das prognostizieren die Analysten von der Konkurrenz bei Goldman Sachs.

Auch bei den anderen Konkurrenzfirmen werden weitere Abschreibungen erwartet:

4 Milliarden bei Merrill Lynch (Gewinnerwartung für 2008 von 4,40$ auf 3,85 reduziert)
3,4 Milliarden Dollar bei JP Morgan (3,70 -> 3,40),
3,1 bei Morgan Stanley (6,40 -> 6,00)
3,5 bei Lehman Brothers (6,05 -> 4,80) und
1,4 Miliarden bei Bear Stearns (9,00 -> 7,40).

Bei der Citigroup reduziert sich die Gewinnerwartung von 2,75 auf 2,50.

Es geht dabei ausschließlich um Abschreibungen im ersten Quartal. Es könnte also noch mehr drohen. Allerdings haben die Analysten von Goldman Sachs alle Abschreibungen geschätzt, also nicht nur Subprime-Abschreibungen, sondern auch der ganze andere Kram: Alt-A, MBS, LBO, etc. pp.

Spiegel: Goldman Sachs erwartet weitere Milliardenabschreibungen

Marketwatch:
More credit costs seen weighing on banks, brokers

US-Hausverkäufe auch im Januar wieder runter

... wenn auch nicht nennenswert.

Das Minus Januar gegenüber dem Dezember beträgt 0,4%, was bei einem Signifikanzintervall von etwa +/-15% ziemlich genau NICHTS entspricht. Im Jahresvergleich entspricht das Minus 23,4%, was allerdings aussagekräftig ist.

Der Medianpreis der verkauften Häuser ging ebenfalls weiter nach unten, im Jahresvergleich errechnet sich ein Minus von 4,6%.

Die schlechteste Zahl ist die Anzahl der unverkauften Häuser. Diese steigt weiter, sowohl absolut auf 4,19 Millionen als auch normalisiert nach Monatsumsatz auf 10,9 Monate. Ohne dass ein einziges neues Haus auf den Markt kommt, würde es noch fast 11 Monaten dauern bis alle Häuser verkauft wären. Das sind historisch außergewöhnliche Zahlen. Diese Zahl liegt sonst eher bei einem halben Jahr. Dieser hohe "Lagerbestand", sofern man bei Häusern von Lager sprechen kann, wird wohl noch länger auf die Preise drücken.

Marketwatch: Home resales slip 0.4% in Jan. as inventories climb

Lingohr, Huber, Leber, Buffet - Die Helden an der Spitze

Es ist nicht wirklich überraschend, dass sich ein großer Teil der besten Fondsmanager vor allem durch zwei Punkte von der Masse unterscheidet:

a) Er ist bankenunabhängig (also nicht DWS, DEKA, DIT, etc).
b) Er ist Value-Investor in der Tradition von Graham und Buffet.

Ein Valueinvestor kauft Aktien billig. Aber nicht einfach wenn der Kurs gefallen ist, sondern wenn man den Wert von einem Euro für 50 Cent bekommen kann. Dazu muss man sich allerdings erst einmal die Mühe machen, den Wert zu bestimmen.

Insbesondere der Lingohr hat es mir angetan. Ich fand den schon immer saucool als der vor ein paar Jahren immer Freitagabends in der ntv Telebörse (heisst die Sendung so, ich schau diese Wegwerfnachrichten nicht mehr) vor seinem Laptop saß und den Zuschauern, die per Phone-In ihre Aktien durchgeben durften, sagte: Daimler ist zu teuer, Siemens darf man kaufen und Philip Morris ist zu billig. Hatte etwas sehr Orakelhaftiges. Aber dahinter steckt halt kein drogengeschwängertes Geschwätz, sondern eine sehr umfangreiche Fundamentaldatenbank und ein ausgeklügeltes Bewertungsmodell. Es ist kein Zufall, dass der Lingohr seit Jahren die Indizes schlägt. Und das nicht nur in der Kategorie Performance, sondern auch im Risiko.

FTD: Value-Spezialisten unter sich

P.S. Für einen Job beim Lingohr würde ich töten ;-)

Sonntag, Februar 24, 2008

Musterdepotkauf: BB Biotech

Wie angekündigt, habe ich am Freitag BB Biotech in mein öffentliches Depot eingebucht.

Da in Frankfurt am Parkett nach 16:00 Uhr kein realer Umsatz mehr entstanden ist, nehme ich den Kurs von Xetra. Der erste nach 16:00 Uhr lag bei 48,22. Da ich die Spannen zu dem Zeitpunkt gesehen habe und die Schluss-Askkurse auf Xetra und auch am Parkett (48,13) niedriger lagen, sollte jeder diesen Kurs (oder einen besseren) erreicht haben.

Mein Depot sieht damit so aus:

Allgemein Wert



StückBezeichnungGat.Summe% Ges.








30 Aktienbasket SZ 1.530,60 -2,63%







150 ARCANDOR AG I A 1.887,00 +25,26%







50 BAYER.HYPO- U A 1.990,00 -1,37%







45 BB BIOTECH AG A 2.174,85 -0,35%







60 BILFINGER BER A 3.010,80 +0,75%







130 COLONIA REAL A 1.836,90 +18,58%







300 MINEFINDERS C A 2.121,00 +15,12%







500 PRIMACOM AG I A 4.500,00 -8,40%







2 Private Equit SZ 1.992,00 +16,32%







100 YAHOO! INC. R A 1.891,00 -4,86%







Summe in €: 22.934,15 +2,98%

Barbestand (Konto): +7.130,13
Gesamtsumme in EUR: 30.064,28

Und Yeah: Auch am Ende der Woche leicht im Plus.

Minefinders hat einen Top-Pick bekommen und ein Informationsdienst teilt meine Meinung, dass der zwischenzeitliche Kursrückschlag nicht gerechtfertigt war (Minefinders "top pick," target price reduced, Buzz Bits: Dow and Nasdaq End Mixed).

Bei Bilfinger gab es weiterhin nur gute Nachrichten (Aktienrückkauf, zwei weitere Übernahmen im Dienstleistungsgeschäft, Google News: Bilfinger), die Aktie bleibt auch nach dem Anstieg auf fast 50 Euro zu billig.

Die schlechten Nachrichten kamen von Yahoo, die habe ich aber hier schon gebracht (Konfrontation spitzt sich zu, Yahoo macht die Übernahme für Microsoft teuer, was aber schlecht für die Aktionäre ist).

Schlechte Nachrichten auch von der Hypovereinsbank, bei denen alles auf eine Zwangsabfindung für die Aktionäre hinausläuft. Der Richter geht zwar nach wie vor davon aus, dass eine Neubewertung der Bank Austria vorgenommen werden muss, glaubt allerdings nicht, dass das den Squeeze Out der Aktionäre verhindert (FTD: HVB-Minderheitsaktionäre vor Rauswurf).

Mir ist es im Moment nicht klar, was das jetzt bedeutet. Bekomme ich auch die gut 38 Euro Abfindung und muss mich dann der Klage anschließen, um den (eventuellen) Nachschlag zu bekommen oder wie läuft das? Oder bekomme ich das Geld erst gaaaanz am Ende, wenn der Richter einen Nachschlag beschließt?

Ich glaube weiterhin, dass die 38,26 Euro nicht ausreichen und ein Nachschlag kommen muss. Die andere Frage ist allerdings, ob ich das Geld u.U. für die nächsten zig Jahre gebunden haben möchte, bis dann ein endgültiges Urteil kommt. Die andere Frage ist natürlich auch, wie aktiv man werden muss. Wenn man selber klagen muss, lohnt sich das bei einer 2000 Euro Position wahrscheinlich nicht ...

Würde mich sehr interessieren, wenn jemand von Euch mehr weiss!

Update (23:15)

a) Bei den anderen Werten ist nichts Entscheidendes passiert.

b) Die Tabelle sieht dieses Mal einiges besser aus.

Samstag, Februar 23, 2008

Kreditversicherer weekly

Gesammelt ein paar News zu den Kreditversicherern, die in der letzten Woche aufgelaufen sind.

Der neue MBIA Chef will die Aufspaltung:

Neuer FTD: MBIA-Chef fordert Kurswechsel

oder hier

Marketwatch: Ambac, MBIA may be warming up to split ideas

Deshalb ist MBIA auch aus dem Branchenverband ausgeschieden:

Marketwatch: MBIA quits trade group after disagreement

Interessant auch, dass der große Shortseller (Ackman) bei den Kreditversicherungen ebenfalls eine Aufspaltung der Firmen vorschlägt:

Marketwatch: Ackman proposes one way to split up bond insurers

*Seine* Version ist natürlich folgende: Das profitable Geschäft mit den öffentlichen Anleihen auslagern und den Rest (sprich den Müll) in der alten Firma lassen. Damit ist natürlich das Kursziel Null (also das bestmögliche für einen Shortseller) für die alte Firma quasi in Stein gemeisselt. Anders herum , also das gute Geschäft in der alten Firma zu lassen, wäre das natürlich schlecht für den Shortseller ... Ein ähnliches Problem stellt sich bei den Leuten, die die Credit Default Swaps auf die Kreditversicherr gekauft haben. In dem einen Fall sind die reich, in dem anderen arm.

Und zum Schluss noch eine gute Nachricht:

FTD: Mögliche Ambac-Rettung beflügelt Wall Street

Angeblich konkretisiert sich der Rettungsplan für Ambac. Ich berichtete darüber: Rettungsdeal für Ambac?

Moody's schätzt den Schaden aus einer Abwertung der Kreditversicherer übrigens auf 7 bis 10 Milliarden (Moody's: Monoline woes may trigger more bank hits); kein Vergleich mit den Zahlen, die z.B. Telepolis so rumreicht (besonders dort im Forum) (Telepolis: Unsichere Versicherer). Der Analyst Peters von Morgan schätzt den Schaden übrigens auf 35 Milliarden (FAZ: Zweifel an Aufspaltung amerikanischer Bondversicherer).

Sucht Euch die Zahl heraus, die zu Eurer Wochenendstimmung passt ;-)

Ich glaube nach wie vor, dass aus den öffentlichen Anleihen kein besonderes Risiko entsteht. Der Rest (die CDOs) wird aber die Grätsche machen.

Eine Zahl am Rande: Nur ein kleiner Teil der öffentlichen Anleihen sind versichert, zuletzt nur noch gute ein Viertel. Auch daran kann man erkennen, dass ohne Kreditversicherer die Welt nicht untergehen würde ...

Accrued Interest: Bond insurance: Do muni investors still care?

Ein paar mehr Details zur Ambac Rettungsaktion:

Marketwatch: Banks may recapitalize Ambac to save AAA rating

Und die ganze Geschichte:

Die ganze Story der Kreditversicherer gesammelt in diesem kleinen Blog

Freitag, Februar 22, 2008

Musterdepot: Kaufe BB Biotech

Ich habe nach einen Unterschied zwischen meinem echten Depot und dem hier gepflegten. Und das ist BB Biotech.

Diesen Unterschied möchte ich heute tilgen und lege daher eine Order in den Markt:

Kauf 45 Stück BB Biotech mit Limit 48,50 an der Börse Frankfurt.

Ausnahmsweise baue ich die Order in der Realität nicht nach, ich nehme zum Einbuchen den ersten Kurs aus Frankfurt, der nach 16:00 Uhr kommt.

Passt auf Euren Kat auf!










Quelle: Kitco.com - Charts

Die Edelmetalle gehen durch die Decke!

Ich habe mich bereits am vorletzten Wochenende über den Durchbruch der 17 Dollar Marke beim Silber gefreut. Inzwischen sind wir schon wieder einen Dollar höher. Meine Silbermine schwächelt zwar etwas, aber der bleibe ich treu.

Aber noch spannender als die Kursentwicklung bei Gold und Silber ist die Explosion von Palladium und Platin. Platin ist in den letzten dreißig Tagen von 1550 auf 2150 Dollar gestiegen, Palladium von 360 auf 520.

Wow!

Und als Wow-Faktor zum Schluss der Woche:

In den USA spezialisieren sich die Diebe schon auf Autokatalysatoren, weil der Wert des Platins inzwischen an die 200 Dollar pro Kat geht. Also kurz unter's Auto, die Flex anlegen und 200 Dollar gezockt. Das ist wahrscheinlich mehr als man für Radios oder Navis bekommt ... Vor allem hat ein Kat keine Seriennummer ...

Wired Blogs: As Platinum Soars, the Catalytic Converter Gets Hot

P.S. Yiggt den Artikel doch mal. Einfach auf den Button klicken ... Danke!

Donnerstag, Februar 21, 2008

Milliarden verjubeln ist OK - Millionen hinterziehen asozial

WDR2 Kabarett: Dieter Nuhr - Steuerbetrug

Tja, gute Frage. Ab welcher Höhe ist Steuerbetrug Steuerbetrug? Wann ist das Kavaliersdelikt und wann wird man dafür live im ZDF verhaftet? Wieso ist der Diebstahl einer CD Diebstahl, der Download per Bittorrent aber irgendwie akzeptiert?

Wieso hält die SPD die Foerderung von Roland Koch nach höheren Strafen für straffällige Jugendliche für populistisch - fordert 4 Wochen später aber höhere Strafen für Steuerhinterzieher. Ist das etwas nicht exakt genau so populistisch?

Ja, ähnliche Fragen habe ich mir auch schonmal gestellt: Wo ist eigentlich die Einkommensmitte in Deutschland, die genug Geld verdient, um *nicht* per Schwarzarbeit Steuern zu hinterziehen, aber noch so wenig, dass sich eine Stiftung in Liechtenstein nicht rechnet? Oder gibt's die vielleicht gar nicht?

Eine andere Frage wäre natürlich auch folgende:

Warum verhaftet man eigentlich den Zumwinkel wegen ein paar hinterzogenen Millionen, lässt die Vorstände der Landesbanken oder der IKB frei laufen? Die haben Milliarden Steuergelder vernichtet! Milliarden! Aber das mag wohl daran liegen, dass auf der einen Seite (Steuerzahler) die potenziell Bösen sitzen und auf der andere (Steuerverbrater) die potenziell Guten. Zumindest sieht unsere regierende Klasse das so.

Man kann die Steueraffäre auch sportlich sehen, aber das kann Fritz Eckenga besser als ich ...

WDR2 Kabarett: Fritz Eckenga - Fußballmanager A - Kreisklasse

US-Konjunkturüberblick

1.) Frühindikatoren runter um 0,1%. Das ist das vierte Monatsminus in Folge.

Schlecht: die Zahlen sind für den Januar und die Zahlen für die Februar kamen überwiegend als Enttäuschungen. Es ist also keine Besserung in Sicht.

Marketwatch: U.S. Jan. leading economic indicators index falls 0.1%

2.) Philly-Fed-Aktivitätsindex noch weiter runter.

Nach dem extremen Einbruch vom Vormonat hat sich der Index (entgegen der Erwartung) nicht erholt. Er sank weiter von minus 20,9 auf minus 24.

Marketwatch: Philly manufacturing activity slows further in Feb

3.) Die Erstanträge auf US-Arbeitslosengeld sind leicht gesunken.

349.000 nach 358.000 in der Vorwoche. Die Vorwoche wurde aber nach oben korrigiert, so dass das Minus eigentlich keines war.

Der Vier-Wochen-Durchschnitt der Erstanträge stieg um gut 10.000 auf etwa 360.000. Die fortgeführten Anträge stiegen um 48.000 auf 2,78 Millionen. Die letzte Zahl scheint mir im Moment die zu sein, die die Realität am besten widerspiegelt.

Warten wir mal ab, ob nach der Korrektur der Zahlen in der nächsten Woche die Zahlen dieser Woche wirklich noch ein "lowest" in der Überschrift verdienen. Aber es würde mich nicht wundern, wenn in der kommenden Woche erneut die Zahl für die Vorwoche nach oben korrigiert wird und von diesem Niveau aus ein Minus für die aktuelle Woche ausgewiesen wird (und das dann auch in die Überschrift wandert); das hatten wir bereits auffällig oft.

Marketwatch: Jobless claims at lowest since mid-January

Dresdner Bank löst 19 Milliarden Dollar SIV auf

Bei der Bekanntgabe der Allianz Ergebnisse für 2007 wurde heute auch bekannt, dass die Dresdner Bank ihren SIV (Special Investment Vehicle) auflösen wird. Dieser hört auf den schönen Namen K2, dem zweithöchsten Berg der Welt. Vielleicht hätte man das Teil lieber Mariannengraben nennen sollen ;-)

Aber ich will nicht in Pessimismus machen, wo keiner angebracht ist. Analysten der Royal Bank of Scotland rechnen nicht mit einer substanziellen Gefahr bei der Auflösung. Ein größerer Eigenkapitalbedarf sei nicht zu erwarten. Von daher hätte man dem SIV vielleicht eher einen langweiligen Namen geben sollen. Also z.B. norddeutsche Tiefebene ;-)

Unabhängig davon hat die Allianz beeindruckende Zahlen gemeldet. Rekordgewinn, höhere Dividende, etc. pp. Und weiterhin (bis auf den K2-Vorfall bei der Tochter Dresdner Bank) keine Spur von Belastungen durch die "kaputten" Subprime-, MBS-, LBO-, usw. Anleihen. Schon überraschend, dass die Allianz als zweitgrößter Vermögensverwalter der Welt das nicht in den Bilanzen hat, aber bei den Banken, egal ob HSBC, Citigroup oder UBS (größter Vermögensverwalter der Welt) die Bilanzen voll mit diesem "Giftmüll" sind.

Respekt nach München!

FTD: Dresdner Bank gibt Risikogeschäft mit Zweckgesellschaften auf

Yahoo! an die Mitarbeiter: Bleibt! Es lohnt sich! (vielleicht)!

Yahoo! Mitarbeiter bekommen das Angebot ihres Lebens. Damit kein Mitarbeiter kündigt, weil er keine Lust hat demnächst bei Microsoft zu arbeiten, verspricht Yahoo! in diesem Fall eine freiwillige Abfindung von bis zu 2 Jahresgehältern. Wenn Microsoft also Yahoo! übernehmen sollte, kann jeder Mitarbeiter kündigen und bekommt die 2 Jahresgehälter Abfindung.

Damit wird die Übernahme für Microsoft natürlich deutlich teurer. Und falls es Microsoft wirklich nur darauf angelegt haben sollte, Yahoo! an der Weiterentwicklung und dem Schmieden eigener Kooperationen zu hindern und damit die Motivation der Mitarbeiter zu senken um am Ende Frustkündigungen auszulösen, ist das auch geplatzt. Denn zumindest für einige Zeit dürften Yahoo! seine Mitarbeiter halten können ...

Für Microsoft wird die Übernahme damit auf jeden Fall teurer. Die Frage, die sich Yahoo! Aktionäre stellen müssen ist allerdings, wieso Microsoft dann noch Geld nachlegen sollte.

Bisher habe ich als wahrscheinlichste Alternative gesehen, dass Microsoft noch ein wenig nachbessert und dann den Zuschlag bekommt. Die Fronten haben ich aber in letzter Zeit soweit verhärtet, dass das zunehmend unwahrscheinlicher wird. Das Angebot von Microsoft war von Anfang an unaufgefordert und hat diesen feindlichen Charakter nicht verloren. Nach dem Nein des Yahoo! Managements versucht Microsoft nun die Mehrheit feindlich zu erlangen. Yahoo! hält mit allen Mitteln dagegen.

Der Dumme könnte der Yahoo! Aktionär sein. Ich überlege, diese Spekulation abzubrechen.

Meinungen?

FTD: Yahoo macht sich teuer für Microsoft

Mittwoch, Februar 20, 2008

Überschriften, die die Welt nicht braucht ...

FTD: Neue Risiken bei der IKB in Sicht

Heul ...

(OK, die Überschrift übertreibt, denn *konkrete* Risiken sind noch nicht in Sicht, ausgeschlossen werden können diese aber auch nicht ...)

US-Inflation zieht an: CPI 4,3% im Jahresvergleich

0,4% Plus im Januar, macht jetzt 4,3% Plus im Jahresvergleich. Rechnet man die letzten 3 Monate auf ein Jahr hoch, beträgt die Inflation erschreckende 6,8%.

Auch die Kernrate ist mit 0,3% Plus stärker als erwartet gestiegen. Ohne Energie und Lebensmittel sind die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 2,5% gestiegen. Die hochgerechnete Rate über die letzten 3 Monate beträgt 3,1%.

Von nachlassendem Inflationsdruck also keine Spur ...

Ich habe hier ja schon öfter die Meinung geäussert, dass die Fed eigentlich in einer Zwickmühle steckt: Die lahmende Konjunktur und die Finanzkrise verlangen nach weiteren Zinssenkungen, die Inflation aber genau nach dem Gegenteil. Aber die Fed hat sich das einfach gemacht: Inflation spielt keine Rolle ...

Direkt von der Quelle (Marketwatch lässt die Jahreszahlen auf einmal weg, sind die Zahlen zu schlecht oder was?):
BLS:Consumer Price Index Summary

Die erste Heuschrecke überhebe(l)t sich

(Korrektur: siehe Update)

KKR, vielleicht etwas bekannter unter dem langen Namen der Private Equity Tochter Kohlberg Kravis Roberts & Co, hat die Rückzahlung von Krediten "aufgeschoben".

KKR soll übrigens das Vorbild gewesen sein für die Firma von Richard Gere in Pretty Woman, aber ich wollte nicht über Julia Roberts schreiben (obwohl ...).

KKR übernimmt Firmen und verkauft sie in Teilen oder als Ganzes wieder. Dabei finanziert man sich im großen Stile über Fremdkapital, KKR selbst stellt nur einen Bruchteil des benötigten Geldes zur Verfügung. Das nennt sich dann Leveraged BuyOut (LBO). Die Kredite werden dann verbrieft und bei Investoren platziert. Das Volumen dieser LBO-Kredite erreicht (wie üblich) Fantastilliarden.

In solch stark fremd finanzierten Übernahmen stecken natürlich große Risiken. Finanziert man sich zu 90% über Kredite (Fremdkapital), entsprechend einem Hebel von 10, reicht ein Wertverlust von nur 10% aus, um das gesamte Eigenkapital zu vernichten.

Offenbar ist das jetzt (zumindest bei einem Projekt) passiert.

Marketwatch: KKR affiliate in talks with creditors on missed debt payment

Ich schaue nochmal, ob ich einen besseren Link finde und nachreiche, der mehr Details hat.

Update (18:30):

Es ist also eine Tochter der börsennotierten KKR, genauer eigentlich eine Beteiligung, an der die börsennotierte Firma auch nur noch 11% hält. Deshalb reagiert der Kurs auch fast gar nicht.

Spiegel: KKR-Tochter kann Schulden nicht zurückzahlen

KBV und KGV taugen nichts? Was ein gequirlter Mist.

Saviano vom Boersennotizbuch hat heute einen Artikel von Zacks kommentiert, in dem Zacks behauptet, dass man mit KGV und KBV keine guten Aktien finden kann.

Boersennotizbuch: Gibt es “magische Zahlen” — Gedanken zum KGV und KBV,
Zacks: "Magic Numbers" and Relative Valuations

Habe bei Saviano schon eine Kritik hinterlassen, möchte diese aber noch etwas ausführlicher machen. Der Artikel ist nämlich statistischer Unfug, wie er mir schon öfter begegnet ist und auf den leider auch kluge Menschen hereinfallen.

Zacks geht folgendermaßen vor: Man nehme die besten Aktien und schaue dann, wie viele davon nach KGV und KBV billig waren. Daraus wird dann abgeleitet, wie erfolgreich die Strategie mit den niedrigen KGV und KBV ist.

Das hört sich schon bei ganz kurzem Nachdenken an wie das berühmte "Pferd von hinten aufzäumen". Man kann das aber auch etwas theoretischer, statistischer begründen (oder ist das eher Mengenlehre?).

Dass nur 36% der besten Aktien aus der Gruppe der billigen Aktien kommt, heisst exakt gar nichts. Null, niente, zero. Um das zu beurteilen, müsste man zum Einordnung mindestens wissen, wie viele *aller* Aktien billige Aktien sind. Wenn jetzt in der Gruppe der besten Aktien 36% aus der billigen Gruppe sind, in der Allgemeinheit der Aktien nur 5% billig sind, habe ich meine Chancen offenbar deutlich erhöht, in diese Gruppe zu kommen. Diese Zahl fehlt aber im Artikel.

Aber selbst das würde noch nicht reichen, denn ich untersuche ja nur einen Teil des Teils. Nämlich den erfolgreichen. Genauso wichtig ist es, die Flops der jeweiligen Menge zu untersuchen. Sind diese nämlich in einem Teil besonders schlecht und in einem gut, sagt die prozentuale Verteilung bei den besten Aktien überhaupt nichts aus.

Extrem konstruiert könnten ja alle billigen Aktien zugelegt haben, aber nur ein Teil landete unter den besten. Bei den anderen Aktien landet zwar ein größerer Teil unter den besten, aber der Rest sinkt massiv. Welche Aktien möchte ich wohl lieber haben - die billigen oder die anderen?

Klar, eigentlich möchte ich die besten haben, aber die kennt ja niemand ...

Am Ende des Zacks Artikels wird dann klar, worum es geht: Relative Bewertung ist nämlich angeblich der Schlüssel zum Erfolg. Man muss also den billigsten Wert in eine Branche kaufen. Harte Zahlen zur Belegung der Behauptung gibt es keine (null, niente, zero ...), aber die Quelle für die Zahlen zur relativen Bewertung ist klar: Zacks. Buy now! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

Noch etwas mehr Druck zum Kauf der Zacks Ergebnisdatenbank wird aufgebaut, indem Zacks permanent auf den 64% rumreitet. Das seien quasi die Chancen, die man verpasse. Wie gesagt, bedeutet diese Zahl für die Gesamtperformance eines Portfolios aber exakt nichts.

Übrigens haben die fundamental orientierten Investoren den Großteil ihrer Überperformance schon immer in schwachen Börsenjahren erwirtschaftet. Auch das zeigt, dass es nicht darum geht, ständig auf der Suche nach dem nächsten Verdoppler zu sein, sondern vor allem darum, Verluste zu vermeiden.

1999/2000 waren auch einige davon überzeugt, dass Warren Buffet ein Dinosaurier mit überlebter Anlagestrategie war. Spätestens 2003 waren diese Kritiker ziemlich ruhig (und oft schlicht pleite).

Dienstag, Februar 19, 2008

Kakophonie? Das ist Musik in meinen Ohren ...

Die Kakophonie der Mac OS X-Warntöne (Musikvideo)

Könnte allerdings auch daran liegen, dass ich der Magie von Mac OS X erlegen bin ...

Da kann ich nicht mithalten ...

ebay: The World's Greatest Music Collection

3 Million Records, 300,000 CDs, 6 million+ Song Titles

Jetzt bei ebay ab 3 Mio. Dollar.

Ich habe mal Alan Bangs in seinem Musikzimmer gesehen, das an drei Wänden von oben bis unten mit LPs voll war. Aber das ist ja schlapp gegenüber dieser Auktion.

Was mich bei Alan Bangs aber sehr beeindruckend hat: Er sprach über Bob Dylan Platten und griff die entsprechende Platte in Sekunden aus dem Regal. Als wenn der nachts von seinem Regal träumen würde ...

via BoingBoing

Update (22.2.08):

Das ist für 3.002.150,00 weggegangen. Ein Witz!

Ich schätze durch den Verkauf der Sammlerstücke hätte man schon den Kaufpreis wieder reingeholt. Und dann hätte man noch 2,9 Millionen Platten umsonst dazu bekommen ...

Montag, Februar 18, 2008

Yahoo - Microsoft - Warum es wohl dabei bleibt

Der Aufschlag, den Microsoft geboten hat, war gut. Die Alternative mit Google wird schwierig (Monopol!). Von den anderen Bietern hört man wenig außer Gerüchten, aber es ist auch verständlich, denn der Preis ist bereits hoch.

Auch wenn es Gerüchte gibt, Microsoft wolle Yahoo selbst bzw. einen Deal mit jemand anderem (Amazon, ebay) blockieren, bleibt doch die wahrscheinlichste Alternative der Merger mit Microsoft und zwar auch zum aktuellen bzw. minimal erhöhtem Preis

Dafür sprechen inzwischen einige Fakten:

a) Die Berater haben für den Deal gestimmt. Das Management (allen voran wohl die Gründer) waren aber dagegen.
b) Selbst im Management gibt es Befürworter des Deals
c) Die Großaktionäre von Yahoo! haben oft auch signifikante Anteile an Microsoft. Diese würden sich mit einer Erhöhung nur ins eigene Fleisch schneiden. Es kann also gut sein, dass Microsoft die nötigen Prozente auch ohne Zustimmung von Yahoo! zusammenbekommt.

Kurz: Es wird wohl auf den Microsoft Deal hinauslaufen. Eine leichte Nachbesserung (z.B. auf die ursprünglich angebotenen 31 Dollar) ist noch drin, viel mehr aber wohl nicht. Dazu fehlt Yahoo! schlicht die Alternative zu Microsoft.

Barrons: Report: Yahoo-Microsoft Investor Overlap Supports A Deal

Barrons: Bear: Microsoft-Yahoo! Deal the Best of Alternatives

Barrons: N.Y. Post: Burkle, Yahoo! Board Split Over Microsoft Bid

Wie stark sind die Immobilienpreise in den USA bereits gesunken?

Zur Beurteilung der aktuellen Immobilienkrise (die wahrscheinlich dabei ist, zu einer breiten Wirtschaftskrise zu werden) ist ein Faktor der allerwichtigste:

Der Immobilienpreis.

Je stärker er sinkt, desto größer die Verunsicherung der Immobilienbesitzer. Je billiger die Immobilien werden, desto mehr Haushalte werden überschuldet sein, weil die Hypothek auf einmal höher ist als der Wert des Hauses. Dann macht entweder die Bank Druck oder der Immobilienbesitzer gibt die Hypothek und das Haus freiwillig auf (egghat's Blog: Nach der Subprime-Krise kommt die Mückenplage).

Grundlegend für die Frage ist das Verhältnis zwischen Miete und Kauf. Wenn die monatliche Belastung beim Kauf eines Hauses dreimal so hoch ist wie die Miete für ein vergleichbares Haus, ist man ziemlich doof, wenn man kauft und nicht mietet. Das Ganze habe ich hier schon einmal erläutert: egghat's Blog: Wie weit können die US-Immobilienpreise fallen?. Daraus ergibt sich Preisrückgang von etwa 25 bis 35%, je nachdem wie stark die Mieten steigen und wie lange der Anpassungsprozess dauert.

Je länger und je tiefer die Preise sinken, desto größer wird also das Immobilienangebot. Und das höhere Angebot drückt bekanntlich die Preise weiter. Und so lange die Preise sinken, dürfte sich die Wirtschaft nicht stabilisieren.

Nachdem nun geklärt ist, warum die Hauspreise so wichtig sind, stellt sich jetzt natürlich eine Frage: Sinken die Preise noch weiter? Ein richtiger Wissenschaftler stellt sich aber zurecht die grundlegendere Frage: Wie misst man eigentlich Hauspreise? Und was kann ich daraus ableiten?

Genau das macht Econbrowser. Dort werden drei Indikatoren untersucht:

a) Der Median der Hauspreise
b) Der Case-Shiller-Index
c) der OFHEO Hauspreis-Index.

Der Median ist ein ziemlich dummer Indikator, weil er einfach nur schaut, wieviele Häuser zu welchem Preis den Besitzer gewechselt haben und daraus den Median berechnet. Dabei kann es sein, dass die Preise gar nicht sinken, sondern die Käufer Gegenden bevorzugen, in denen die Preise (schon immer) niedriger waren. Obwohl dann der Median der Immobilienpreise sinkt, kann man daraus aber nicht schließen, dass die Preise in besseren Wohngegenden ebenfalls sinken. Man vergleicht hier unter Umständen Äpfel und Birnen.

Genau das versuchen die beiden anderen Indizes zu verbessern. Diese vergleichen nämlich nur Immobilien, für die mehr als eine Transaktion vorliegt, also z.B. ein Kauf 1998, 2003 und 2007. Der große Nachteil dieser beiden Indizes: Sie laufen einige Monate hinterher, weil erst die Daten von den Maklern oder den Hypothekenbanken vorliegen müssen.

Econbrowser stellt nur fest, dass der Median die Situation doch ganz gut erfasst, sobald man die zeitliche Verschiebung herausrechnet. In der Region San Diego ist der Median bereits 29,7% gesunken, der Case-Shiller-Index erst um 17%. Der Median ist aber deutlich aktueller (von Januar). Der Gleichlauf lässt nun befürchten, dass auch die beiden anderen Indizes in Kürze ähnlich deftige Verluste ausweisen werden.

Econbrowser: Tracking home prices in San Diego

Übrigens vermutet Econbrowser, dass inzwischen ein großer Teil der Foreclosures (in etwa Zwangsversteigerung) auf die Immobilienbesitzer zurückgeht, die ihre Hypothek *freiwillig* nicht mehr bedienen, weil sie eine ähnliche Immobilie für 100.000 Dollar weniger bekommen können. Dann fallen Hypothek und Haus an die Bank, aber der Schuldner ist komplett raus, und haftet nicht mit weiterem Vermögen oder Einkommen.

Econbrowser: Project Lifeline

Das ist nach Ansicht von Econbrowser übrigens auch der Grund, warum das Rettungsprogramm für die Immobilienbesitzer ins Leere laufen wird. Es gibt einfach zu viele Immobilienbesitzer, die ihr Haus und Hypothek loswerden wollen, also freiwillig in die Foreclosure laufen.

Sonntag, Februar 17, 2008

Also wenn einer meiner Leser ...

(Es ist Wochenende, ich hatte noch keinen Musik-Post und sowas geht im Laufe der Woche oft unter, daher nochmal)

... durch das Lesen dieses Blogs 1 Millionen Euro an Aktienverlusten gespart haben sollte, hätte ich gerne das hier als kleine Belohnung:



Also ich meine die CD, nicht das Auto (obwohl ...)

Das Video ohne Werbung (nice!):



Und ein Interview mit etwas Musik:




Die Platte hat gerade 10 (von 10) Punkten von Jan Wigger im Spiegel bekommen, ziemlich seltene Sache (Die wichtigsten CDs der Woche)

Samstag, Februar 16, 2008

BildBlog vs. Axel Springer Verlag

Der Streit geht in eine neue Runde. Jetzt möchte der Axel Springer Verlag verhindern, dass das Bildblog weiterhin Beschwerden über ungenaue Berichterstattung, Lügen und Ähnliches aus dem Hause Bild beim Presserat einreichen darf.

Die Begründung: BildBlog wäre rein kommerziell orientiert und würde das nur machen, um noch mehr Aufmerksamkeit und mehr Werbeeinnahmen zu bekommen. Gut, aus dieser Sicht ist die Axel-Springer-Aktion natürlich ein ganz klassisches Eigentor und am Montag dürften alle Konkurrenten des Axel-Springer-Verlags die Nachricht (genüsslich) bringen.

Naja, was sagt nun der Presserat selber dazu?


Jede Person kann sich beim Presserat über Zeitungen, Zeitschriften und redaktionelle Inhalte von Online-Diensten von Verlagen, sofern deren Inhalt printidentisch ist, beschweren. Auch Vereine, Verbände etc. sind hierzu berechtigt. Die Beschwerde ist kostenlos.


(Quelle: Beschwerdeanleitung)

Ich denke, das ist ziemlich eindeutig. Da steht nichts von: Darf man nicht so oft, darf man nicht, wenn man selber Werbung verkauft, etc. pp.

Nein, Bild ist es einfach unglaublich peinlich, dass in fast jeder Ausgabe etwas steht, das eine Beschwerde beim Deutschen Presserat rechtfertig. Ich mein, das weiss natürlich auch jeder, aber wissen und öffentlich anprangern ist halt noch was anderes ...

Man muss sich fragen, wieso sich Bild die (berechtigte) Kritik nicht zu Herzen nimmt und einfach mal so schreibt und berichtet, dass niemand mehr meckern kann?
Wie wär's man mit Wahrheit? Genauigkeit? Sachlichkeit? Recherche? Welchen Anspruch stellen die sich eigentlich? Ist die Bild Deutschlands auflagenstärkste Zeitung oder ist die Bild nicht mehr als wiedergekäuter Hausfrauentratsch gedruckt auf toten Bäumen?

"Bild" geht gegen "Bildblog" vor

Update (17.2.08):

Bildblog hat eine Stellungnahme abgegeben: In eigener Sache.

Musterdepot Update

Heute ohne Depot, weil mir die Formatiererei zu viel Arbeit ist. Aber in der letzten Woche sind viele Nachrichten gekommen, deshalb lohnt sich ein Update.

Meine Silberaktie Minefinders ist letzte Woche ziemlich eingebrochen. Minefinders hat die Reservenschätzung und die Kostenplanung überarbeitet. Die Daten sind sehr schön in der Pressemitteilung (auch für Minen-Laien) zusammengefasst. Die positive Nachricht: Die Reserven sind über 30% gestiegen. Die schlechte Nachricht: Die Kosten leider auch. Pro Unze Gold von 228 Dollar auf 297. Die initialen Kosten werden jetzt auf 192 Millionen Dollar geschätzt nach 231 Millionen. Unter Umständen erwartet die Börse hier noch eine Kapitalerhöhung (ich allerdings nicht). Vielleicht hat die Börse nach dem Platzen der Novagold Mine auch einfach vor jeder Art von Kostenerhöhung Angst (dort hatten sich die Kosten verdoppelt und dann hat einer der Teilhaber die Finanzierung abgeblasen).

Meiner Meinung nach übertreibt die Börse nach unten, schließlich ist die Dolores Mine ein Weltklasse-Projekt, nach der Reservenerhöhung eigentlich erst recht. Und wenn man die erhöhten Silberpreise mit in die Rechung einbezieht, sind die Förderkosten pro Unze Gold sogar von 85 auf 32 Dollar gefallen.

Ich möchte aus der Nachricht keine positive machen, denn das war sie nicht. Ich würde die eher als neutral betrachtet. Dazu passen die 20% Kursverlust IMHO gar nicht.

MINEFINDERS UPDATES DOLORES MINE ECONOMICS AND RESERVE

Bilfinger hat Zahlen gemeldet. Das hatte ich in der letzten Musterdepot-Nachricht schon erwähnt. Die Daten sind auch nach dem zweiten Lesen gut, die Kursziele wurden bestätigt oder erhöht und liegen fast alle deutlich über dem aktuellen Kurs. Kernposition!

Colonia Real Estate hat die erhöhte Ergebnisprognose vom November erfüllt. Außerdem wurde eine Dividende angekündigt. Sollten sich die Gerüchte um 1 Euro Dividende bewahrheiten, wird CRE eine Dividendenperle. Aber auch weniger wäre gut für den Kurs, weil eine Dividende unterstreichen würde, dass die Gewinne von Colonia Real Estate zunehmend aus Mieteinnahmen und der Verwaltung von Immobilien für andere kommt, kurz: wiederkehrende Erträge. Bisher kamen die Gewinne vor allem aus der Aufwertung der Immobilien.

Colonia Real Estate hat zusammen mit Merrill Lynch auch ein weiteres großes Immobilienpaket erworben. CRE hat zwar nur 10% Anteil am Geschäft, wird aber die Immobilien verwalten. In diesem Geschäft steckt also weiter Fantasie. Bei einem NAV, das je nach Analyse zwichen 16 und 22 schwankt, ist der aktuelle Aktienkurs von unter 14 weiterhin ein Witz. Man kauft nicht nur eine Immobiliengesellschaft deutlich unter dem inneren Wert, sondern man bekommt auch noch das ganze Immobilienverwaltungsgeschäft umsonst dazu.

CRE hat eine Marktkapitalisierung von etwa 300 Millionen Euro. Rechnet man einen Gewinn von 8 bis 10 Millionen aus der Verwaltung mit einem KGV von 10 hoch, ergeben sich daraus nochmal 80 bis 100 Millionen Wert.

Das Gesamt-KGV ist übrigens unter 5(!). Entweder übersehe ich etwas oder die Bewertung ist ein Witz! Meinungen?

Arcandor (früher KarstadtQuelle) hat ebenfalls Zahlen geliefert und diese waren (wie man nach den Umsatzzahlen aus dem Weihnachtsgeschäft befürchten musste) schwach. Allerdings blieb der Ausblick positiv. Ich halte die von Middelhoff mal geäusserte Vision von 28 Euro Aktienkurs bei seinem Abschied für ziemlich utopisch, glaube aber auch, dass der Kurs bei 13 Euro noch zu niedrig ist.

Das Handelsblatt fragt sich ziemlich skeptisch, ob die Sanierung nur ein Kartenhaus sei. Klar, die Bilanz ist an manchen Stellen ziemlich luftig (kein Wunder, die Firma war so gut wie Pleite, bevor Middelhoff das Ruder rumgerissen hat). Klar, das alte Kerngeschäft (Karstadt) wird möglicherweise nie mehr wirklich goldene zeiten erleben. Und auch im Versandhandel scheinen die neuen Spieler (allen voran Amazon) schlicht besseren Service und bessere Preise anbieten zu können. Aber ich bleibe dabei: Bei Kursen von unter 10 (wo ich gekauft habe) war die Aktie viel zu billig. 15 oder 18 Euro sind auf Sicht eines Jahres drin. Allein die Beteiligung an Thomas Cook deckt mehr als 8 Euro pro Arcandor Aktie ab.

Handelsblatt: Middelhoffs Kartenhaus

Bei den restlichen Werten ist nicht viel passiert, außer bei Yahoo, aber hier versorge ich euch ja mit regelmäßigen Updates (ich schätze, das wird sich so schnell nicht ändern ...)

Freitag, Februar 15, 2008

Konsumentenvertrauen (und vieles andere) schwach

1.) Das Konsumentenvertrauen (gemessen von der UMich und Reuters) ist nach einer Zwischenerholung erneut (kräftig) eingebrochen. Statt wie erwartetet auf 74 ging der Wert von 78,4 auf 69,6 im Februar zurück. Die sehr schwachen Börsen im Januar dürften einen Teil dazu beigetragen haben, die Steuergutschriften hingegen konnten die Stimmung offenbar noch nicht aufhellen, vielleicht kam die Nachricht aber auch zu spät.

Marketwatch: Consumer sentiment drops in February


2.) Der Empire State Index, der die wirtschaftliche Aktivität im Raum New York misst, brach ebenfalls ein. Von plus 10 ging es auf minus 11. Das ist der schwächste Wert seit 3 Jahren.

Marketwatch: Empire State survey shows N.Y. activity slump

3.) Die Importpreise sind im Januar um 1,7% gestiegen. Nicht auf Jahresbasis, sondern im Monatsvergleich. Schuld ist natürlich das böse Öl. Schade nur, dass in den Monaten, in denen der Ölpreis sinkt, die Inflation *nicht* mal um 1,7% sinkt ...

Man beachte den Marketwatch Artikel, der die Leser mit Zahlen verwirrt, um zu betonen, wie unglaublich Schuld der Ölpreis ist, aber die entscheidende Zahl vergisst:

Die Importpreise sind im Jahresvergleich satte 13,7% gestiegen.

Da haben die Einflüsterer wieder volle Arbeit geleistet ... (Originalquelle: U.S. Import and Export Price Indexes).

Marketwatch: U.S. Jan. import prices up 1.7% on petroleum

4.) Factory Output steigt nur noch marginal.

Die Produktion von Fabriken, Minen und Energiegesellschaften steigt nur noch im Schneckentempo.

Im Januar ging es nur um 0,1% nach oben, im Jahresvergleich allerdings noch ansehlich um 2,0%.

Marketwatch: Industrial production gains 0.1% in January

Sorry, aber heute habe ich wirklich keine einzige gute Zahl für Euch.

Hofft mal besser auf Euren Fußballverein am Wochenende ;-)

Update (17:38):

Die FTD findet in den Daten (so wörtlich) "ein paar Strohhalme". Hhmmm. Wenn ich das richtig verstehe, ist

Strohhalm eins: Die Börsen sind nicht weiter eingebrochen (also nicht die Daten sind ein Strohhalm, sondern die Reaktion darauf)

Strohhalm zwei: Der Konsumentenvertrauen-Index liefert auch schon mal Fehlsignale (ach was), wenn der Berechner der Zahlen aber folgendes äussert:


Der Vertrauensindex war zuletzt auf diesem Niveau während der Rezessionen in der Mitte der 70er-, der frühen 80er und der frühen 90er-Jahre.
kann man das wohl auch vergessen.

Strohhalm drei: Die Datenlage sie diffus, da die "Einzelhandelsumsätze im Januar gestiegen waren". Dumm nur, dass diese Einzelhandelsumsätze *nicht* inflationsbereinigt sind und nach Inflation vom Plus so gut wie nichts mehr übrig bleibt. Wie leicht sich (auch gut geschulte) Journalisten manchmal vera****en lassen ...

US-Verbraucher verlieren Vertrauen

Real Retail Sales Fall to 2003 Levels

Tschuldigung, aber ich habe mir jetzt *wirklich* Mühe gegeben, eine positive Nachricht zu finden. Aber selbst die Strohhalme (den Plural hab ich nachgeschaut) kann man heute knicken ...

Mist, ich werd abgelesen ...

denn ich habe eine Brille und die Spiegelung in der Brille ist so stark, dass man sie inzwischen mit einem Teleskop und Computerhilfe rekonstruieren kann. Man kann also vom Haus auf der anderen Straßenseite aus erkennen, was auf meinem Monitor steht. Eine 12 Punkt Schrift ist problemlos lesbar.

Noch eine Stufe härter: Das geht sogar bei Brillenlosen, allerdings ist die Auflösung um ein Vielfaches geringer.

Angeblich nutzen Geheimdienste und Industriespione das bereits aus.

Die Frage ist jetzt nur, wer sich für meine Pornos interessiert ;-)

Die wirkliche Frage: Kann man das zum Sheaten beim Pokern oder beim Doppelkopf missbrauchen ;-) Dann könnte ich dieses lästige Suche nach dem Alpha an den Weltbörsen beenden ...

Schau mir in die Augen, Nutzer!

Update (17.2.08):

Heute hat auch der Spiegel einen Artikel dazu:
Verräterische Reflexionen

Kreditversicherer FGIC zerlegt sich

Ich benutze das Wort "zerlegen" oft, aber diesmal trifft es im wahrsten Sinne zu.

FGIC (gestern abgewertet auf A3)möchte sich in zwei Firmen aufspalten:

Eine, die die öffentlichen Anleihen versichert und wieder ein Triple-A-Rating bekommen soll

und

eine, die die CDOs, MBS, etc. pp. versichert und dann Pleite geht.

Ich wüsste nicht, was dem zweiten Teil anderes übrig bleibt. Ausser die besorgen irgendwie irgendwo 10 Milliarden Eigenkapital. Aber wer soll das geben? Der Steuerzahler wie hier in Deutschland bei der IKB? Das machen die Amis nicht mit ...

Mal schauen, was die beiden andere großen (MBIA und Ambac) so an Plänen in der Schublade haben.

WSJ: FGIC Will Request Break-Up

Update (17:09)

Korrektur, FGIC hatte vorher auch "nur" Double AA.

Und noch ein deutscher Artikel dazu: Krise der US-Bondversicherer spitzt sich zu

UBS vor weiteren 7,5 - 12,5 Milliarden Euro Abschreibungen?

Nach Schätzungen der Citigroup kommen auf die UBS weitere 7,5 bis 12,5 Milliarden Euro Abschreibungen zu (10 bis 20 Milliarden Schweizer Franken). Das lassen die im Geschäftsbericht veröffentlichten Volumina an Subprime, Alt-A, etc. pp. Anleihen erwarten.

Den Geschäftsbericht der UBS habe ich nicht kommentiert, zwei Zahlen möchte ich dann doch bringen:

a) NZZ: 4,4 Milliarden Franken Verlust
b) NZZ: 12,1 Milliarden Boni an die Mitarbeiter

Eigentlich noch eine dritte Zahl: Kurs gut 35 SFr, tiefster Stand seit Sommer 2003.
Keine Ahnung, wie a zu b oder dem Aktienkurs passen

Die Nachricht über die Citibank Analyse habe ich hierher (eine bessere Quelle konnte ich nicht finden):
NZZ: UBS-Aktie unter Druck

Kreditversicherer News-Überblick

Die Kreditversicherer geben zu, Fehler gemacht zu haben. Man hätte sich nur auf die öffentliche Anleihen konzentrieren sollen und nicht auch CDOs versichern dürfen. Mir fällt dazu nur eines ein:

Jetzt in Echt?

Ausserdem gehen die Kreditversicherer gegen Ackmann, einem der Short Seller vor, dessen Prognosen hier auch schonmal Thema waren. Seine Zahlen und seine Schlussfolgerungen wären falsch. Ausserdem hätte er von diesen falschen Prognosen profitiert (wie gemein). Ackmann entgegnet darauf nur, dass das Management der Kreditversicherer Aktien hält und damit genauso von bestimmten Bewegungen des Aktienkurses profitiert wie er, nur halt von der anderen Richtung.

Marketwatch: Bond insurers admit mistakes

Ambac und MBIA sind gestern etwa 10% gestiegen, weil Moody's den Konkurrenten FGIC Corp. abgewertet hat. Und zwar deutlich um 6 mehrere Stufen von AAA AA auf A3, das letzte A-Rating vor B. Um das ganze Desaster vollständig zu machen, blieb der Ausblich auf negativ. Damit ist FGIC defakto aus dem Markt ausgeschieden, daher gut für die beiden Konkurrenten. FGIC gehört übrigens der Heuschrecke Blackstone, da dürfte sich der Münte freuen ;-)

Ob die Kreditversicherer das überleben, bezweifle ich aber weiterhin. Ohne Hilfe (in welcher Form auch immer) geht das eigentlich nicht. Dazu ist der Hebel (über 100-mal mehr Anleihen versichert als man als Eigenkapital hat) einfach viel zu hoch.

Auch das Buffet Angebot nützt nichts, denn Buffet hat ja nur die Übernahme der guten Risiken angeboten. Also das, was unkritisch ist und Rendite gebracht hat (und bringen wird). Das Risiko aus den CDOs will niemand haben (was auch sehr gut nachvollziehbar ist). Mir ist schleierhaft, warum die Börse auf das Berkshire Hathaway-Angebot so angesprungen ist.

Marketwatch: Ambac, MBIA jump on Moody's comments

Dann noch ein Artikel aus der FAZ, der über erste Absatzschwierigkeiten von öffentlichen Anleihen berichtet, weil den aufgepappten Ratings der Kreditversicherer niemand mehr vertraut. Eine neue Finanzierung eines Hafens in New Jersey war nur mit einem Zins von 20(!) Prozent zu platzieren. Die letzte Anleihe war noch zu 4,x% an den Käufer zu bringen. Puh, das ist ein Aufschlag!

Ich habe genau das immer befürchtet und bin ehrlich gesagt völlig baff, dass die Politik *schon wieder* keine Rettungsaktion auf die Reihe bekommt. Da war mein Optimismus wohl arg verfrüht.

Krisenzeichen bei amerikanischen Kommunalobligationen

Und noch eine Nachricht ...

Freddie Mac, der halbstaatliche Hypothekenfinanzierer ändert die Bedingungen, die die Kreditversicherer einhalten müssen, wenn die Hypothekenzahlungen nicht mehr geleistet werden können. Auch wenn ich Details nicht verstehe (ich gebe sowas wenigstens zu), sieht das so aus, als müsste die Kreditversicherung sowohl später eingreifen als auch dann weniger Geld hinterlegen. So sollen die Kreditversicherer Zeit gewinnen, um ihre Bilanzen aufpolieren zu können.

Marketwatch: Freddie Mac alters rules to aid mortgage insurers

Marketwatch fasst die ganzen Nachrichten auch schon täglich in einem "Subprime Today" Special zusammen ... Ich spare mir so Nachrichten wie die zur UBS meistens, weil die doch überall breitgetreten werden ...

Siehe auch meine alten Nachrichten zu den Kreditversicherern.

Update (15.2.08):

Korrektur, FGIC hatte vorher auch "nur" Double AA.

Donnerstag, Februar 14, 2008

Auction Rate Securities

Und noch ein Kürzel: ARS.

Auction Rate Securities.

Die grobe Geschichte ist wie immer: Etwas, was keiner kannte, aber ein kompliziertes Finanzprodukt darstellt, das bis vor ein paar Monaten als sicher galt. Jetzt gilt es nicht mehr als sicher, der Markt ist komplett illiquide und die Kurse crashen in sich zusammen. Ich hoffe nur, dass das Volumen dieses Marktes nicht (wie üblich) in die Billionen geht.

Wer mehr wissen möchte (mit ausführlicher Linksammlung):

Zeitenwende.ch: Sirenengesänge

US-Erstanträge auf Arbeitslosengeld leicht gesunken

Minus 9.000 auf 348.000. Der 4-Wochenschnitt ist leicht gestiegen, da merkt man die schwache von vor zwei Wochen noch. Man muss aber auch dazu sagen, dass 348.000 immer noch viel sind. Auch wenn das keine Desasterzahlen sind, ein Ausdruck von Stärke ist es eben auch nichts.

Die fortgeführten Anträge sind übrigens auch um ein paar Tausend zurückgegangen, bei einem Umfang von etwa 2,75 Millionen spielt das aber keine Rolle ...

Marketwatch: U.S. weekly initial jobless claims fall 9,000 to 348,000

Weitere spannende Zahl:

Das US-Handelsbilanzdefizit ist geschrumpft. Im Dezember um knapp 7% auf 58,8 Milliarden Dollar. Der Rückgang war stärker als erwartet. Für's Gesamtjahr sank das Defizit um kräftige 6,2% auf 711 Milliarden.

So langsam macht sich der schwache Dollar also bemerkbar.

Marketwatch: Trade gap narrows sharply in Dec

R.E.M.: Die neue Single jetzt als 11-Videos

Mochte R.E.M. schon immer und könnte durchaus die Band sein, von denen ich am meisten Lieder gehört habe. Daher kann ich mir einen Hinweis auf die neue R.E.M. Single nicht verkneifen ...

Die neue Single in (mindestens) zwei Versionen und 11 Videos gibt's jetzt online. Die Videos stehen unter einer Open Source Lizenz, daher darf man die runterladen, remixen, etc. pp.

supernaturalsuperserious.com

Yahoo!: Jetzt doch zu Murdoch?

News Corp war der erste Name (neben Google), der in die Diskussion um einen alternativen Käufer für Yahoo! geworfen wurde. Schnell wurde dementiert, jetzt scheinen hinter den Kulissen die Verhandlungen aber (schon wieder?) auf Hochtouren zu laufen.

Würde auf jeden Fall passen, ob Murdoch aber die 50 Milliarden aufbringen kann? Das ist 'ne ganze Stange Geld. Zum Vergleich: Letztes Jahr hat Murdoch's News Corp 5,6 Milliarden für das Wall Street Journal bezahlt.

Wenn es was mit Murdoch wird, läuft das wohl auf einen Aktientausch hinaus. Murdoch wird MySpace mit ein paar Fantastilliarden bewerten und auf dieser Basis mit Yahoo! mergen. Einen Cashdeal schließe ich aus. Ob das dann die Aktionäre zufrieden stellt?

Berichte: Murdoch schmiedet mit Yahoo an Allianz gegen Microsoft

Musterdepot: Ein Überblick

Mal ein Update zum Musterdepot, das hier eigentlich zu kurz kommt ...

Ich habe vor drei Wochen im Blutbad ziemlich gut getimed zugelangt. Zwar sind meine Orders zu Dyckerhoff Vz., Plasmaselect und DEWB nicht aufgegangen.

Gekauft habe ich am 21.01.08 150 Acandor zu 9,96. Diese Aktie kostet heute beeindruckende 13,45, mithin ein Plus von fast 34%. Das ist für drei Wochen natürlich eine extrem gute Performance.
Acandor (die ehemalige Karstadt-Quelle) ist, trotz des enttäuschenden Weihnachtsgeschäfts, eine Turnaround-Story. Ich traue dem Middelhoff durchaus was zu und er hat eigentlich mal 28 Euro für seinen angekündigten Abschied Ende 2008 angekündigt. Gut, das ist jetzt etwas arg optimistisch, aber die komplette Neuerfindung des Konzerns kommt durchaus gut voran. In dem Tempo wird der Kursanstieg nicht weitergehen, aber 20 Euro auf Sicht von 18 Monaten sind durchaus drin.

Ebenfalls aufgegangen ist meine Order auf das P3 Zertifikat der Dresdner Bank. Das ist ein Zertifikat, das breit gestreut in einige Private Equity Fonds investiert. Das Nette an dem Teil ist, dass die jeden Monat den aktuellen Wert der Beteiligungen veröffentlichen. Dieser ist zwar im Januar 1,5% zurückgegangen (vor allem aufgrund bereits börsennotierter Beteiligungen), liegt aber weiterhin über 1500. Da ich das Zertifikat für 850 Euro gekauft habe, will ich mal nicht meckern. Der Abschlag ist so unglaublich hoch, dass das eigentlich ein Null-Risiko-Geschäft ist. Vor allem weil man das Zertifikat 2010 zum ausgewiesenen Wert zurückgeben kann. Selbst wenn der innere Wert nicht steigen sollte, würde mir ein Anstieg auf 1500 in 2 Jahren natürlich reichen ...
Gekauft habe ich 2 Stück zu 850, heute kostet das Teil 999,-, also auch schon ein Plus von 17%.

Dann habe ich noch mein Wohnen in Deutschland-Zertifikat nach 15% Minus verbilligt. Allerdings habe ich nicht nochmal das Zertifikat gekauft, sondern eine Aktie, die im Zertifikat steckt: Colonia Real Estate. Diese erscheint mir bewertungstechnisch völlig daneben zu sein. Hier werden NAVs (Net Asset Values= Wert der Immobilien - Schulden) von 16, 18 oder 20 herumgereicht. Daneben hat CRE noch eine Immobilienverwaltung, die auch für Fremde Immobilien verwaltet. Aus diesem Bereich rechnen Analysten mit 60 bis 80 Cent Gewinn pro Aktie. Mit einem sehr konservativen KGV von 10 sind das nochmal 6 bis 8 Euro Wert je Aktie. So hat man Minimum 22 Euro pro Aktie, rechnet man das aggressiver, kommt man auch schnell auf 30 Euro. Die Aktie kostete aber keine 12, einen Tag nach meinem Kauf sogar nur 11. Inzwischen sind es wieder 14,51, knapp 22% Plus.
CRE hat zusammen mit Merrill Lynch ein großes Immobilien-Paket gekauft. CRE ist nur mit 10% beteiligt, hat aber die Expertise beigesteuert und wird die Immobilien auch verwalten.
Gekauft habe ich am 21.1.08 130 Stück zu 11,82.

Danach habe ich noch Yahoo! gekauft mit der Hoffnung auf Nachbesserung. Dazu habe ich allerdings in den letzten Tagen schon genug Artikel geschrieben, das klemme ich mir.

Zu meinen alten Aktien:

Primacom ist immer noch eine Abfindungsspekulation. Hier ist nicht viel passiert, bis auf den komplette Austausch des Aufsichtsrat. Hier wird kurzfristig wohl nichts passieren. Neues gibt es weder zur SdK-Klage, noch zur Entscheidung des Kartellamts oder der BaFin.

Bei der HypoVereinsbank gab es ein erstes Urteil, das aber noch nichts allzuviel bedeutet. Die Aktie ist wieder zurückgekommen und könnte für noch nicht Investierte durchaus wieder eine Überlegung wert sein.

Bilfinger ist bis auf 35(!) durchgerutscht. Gestern gab es dann aber sehr positive Ergebnisse und auch der Ausblick verhagelte die Stimmung nicht. Die Aktie machte einen Satz und kostet jetzt wieder 47,50, ich bin also nur noch knapp 5% im Minus.

Enttäuschend finde ich die Performance von Minefinders, die trotz des Silberpreises von über 17 Dollar je Unze nicht so recht vom Fleck kommt. Normalerweise haben Minen immer einen Hebel auf den Metallpreis, aber ich hätte mit einem Kauf einer Silbermünze wohl mehr Performance gemacht. Die Aktie bleibt trotzdem interessant. Die Mine geht dieses Jahr in Produktion, die Kosten sind im Griff und die Exploration hat weitere positive Ergebnisse geliefert.

Und posten muss ich das, weil das Depot endlich im Plus ist :-)

Die Tabelle rutscht ziemlich weit nach unten, keine Ahnung warum. Auch stimmen die Überschriften nicht ganz, das sollte aber lesbar sein.




























































































































W.BezeichnungKaufdatumSumme+/- Ges.
Bid
StückISINKaufkursKaufsumme% Ges.%
EUR
30
Aktienbasket
DE000TB0MD95
17.12.07
51,980
1.550,10
1.571,90
-21,800
-1,39%
+1,61%
EUR
150
Acandor
DE0006275001
21.01.08
9,96
2.017,50
1.506,50
+511,00
+33,92%

+5,49%

EUR
50
Hypovereinsbank
DE0008022005
16.08.07
40,10
2.077,00
2.017,50
+59,50
+2,95%

+0,39%

EUR
60
Bilfinger
DE0005909006
21.11.07
49,60
2.846,40
2.988,50
-142,10
-4,76%

+4,10%

EUR
130
Colonia Real Estate
DE0006338007
21.01.08
11,82
1.886,30
1.549,10
+337,20
+21,77%

+3,50%

EUR
300
MINEFINDERS ...
CA6029001022
16.08.07
6,10
2.229,00
1.842,50
+386,50
+20,98%

-5,36%
EUR
500
PRIMACOM AG ...
DE0006259104
05.11.07
9,80
4.425,00
4.912,50
-487,50
-9,93%

±0,00%

EUR
2
Private Equi...
DE0001734994
23.01.08
850,000
1.998,00
1.712,50
+285,500
+16,67%
+1,73%
EUR
100
YAHOO! INC. ...
US9843321061
06.02.08
19,75
2.042,00
1.987,50
+54,50
+2,74%

±0,00%
Summe in €: 21.071,30 +982,80
20.088,50 +4,89%
Barbestand (Konto): +9.312,53
Gesamtsumme in €: 30.383,83


Stand der Kurse (7.2.08: nachmittags)

P.S.

Ich freue mich natürlich über jede Meinung zu "meinen" Werten und dem Depot als Ganzes.

Viermal Ja oder Nein zur US-Rezession

Ich hätte einen Tipp für's nächste Mal: Macht doch mal eine Wette daraus; macht Spaß!

Die FAZ bringt einen Business Week Artikel, in dem Jan Hatzius (Chefvolkswirt von Goldman Sachs), Henr Paulson (US-Finanzminster), Tobias Levkovich (Chef-Aktienstratege bei der Citigroup) und Kim Cupert (von Action Economics).

Recht hat (natürlich) Jan Hatzius:


Nach meiner Einschätzung gibt es keinen Zweifel mehr daran, dass sich die amerikanische Wirtschaft bereits in einer Rezession befindet.


Ich hätte es nicht besser formulieren können.

Für die positiven Stimmen (keinen Rezession) übergebe ich an Saviano ...

Rezession oder nicht? - Goldman gegen Paulson

Mittwoch, Februar 13, 2008

MGIC, größter US-Hypothekenversicherer braucht Geld.

Nach den Kreditversicherern (MBIA, Ambac, etc), die am Anfang nur seriöse öffentliche Anleihen (Municipal Bonds) versichert haben und dann angefangen haben, auf jeden anderen Mist Triple-A-Ratings zu kleben, gibt es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten natürlich auch Versicherer, die sich nur auf den Mist spezialisiert haben ...

OK, die haben nicht direkt Mist versichert, sondern Hypotheken. Und das war ja auch lange eine eigentlich seriöse Sache, solange nur Leute, die auch ein Einkommen haben, ein bezahlbares Haus finanziert haben. Als dann aber jeder Arbeitslose einen Kredit für eine Halbe-Mio-Hütte bekam, wurde das Konstrukt dann wackelig ...

Für das 4. Quartal wurde jetzt ein Verlust von 1,5 Milliarden Dollar gemeldet, also fast 19 Dollar je Aktie. Das sind etwa 50% mehr als der aktuelle Aktienkurs. MGIC erwartet - ohne Besserung der Märkte - auch für 2008 einen Verlust.

MGIC braucht neues Kapital, ansonsten könnte das AA-Rating kippen. Angesichts der ganzen Umstände dürfte das aber schwierig werden ...

Einige Zahlen sind aber positiver als bei den Kreditversicherern. So ist der Hebel auf das Eigenkapital nur etwa 6 (2006) bis 9 (2001); die versicherte Summe ist also "nur" sechsmal höher als das Eigenkapital. Logischerweise, denn die Ausfallraten bei Hypotheken sind um einiges höher als bei öffentlichen Anleihen (6% sind bei Hypotheken üblich). Pro Hypothek hatte MGIC noch etwa 17.000 Dollar Reserven (alle Zahlen vom 3. Quartal 07). Es wird also scheinbar angemessener gearbeitet als bei den Kreditversicherern, bei denen die Hebel eher bei 100 oder 150 liegen.

FTD: US-Hypothekenversicherer taumelt

Spiegel: Legg Mason unterstützt Microsoft

Komisch, die beziehen sich auf die gleiche Nachricht wie ich und wählen eine andere Überschrift, die dem Ganzen eine ziemlich andere Bedeutung gibt ...

Spiegel: Yahoo-Großaktionär unterstützt Microsoft-Übernahme

Nennt man das jetzt Unterstützung, wenn man sagt, im Prinzip Ja, aber zu dem Preis nicht? Ich finde, das ist eher ein Nein als ein Ja ... Aber ich hab ja keine Ahnung ...

Ach schau mal an ... Bill Miller von Legg Mason

Dienstag, Februar 12, 2008

Die nächste Welle kommt ...

Wird nicht langweilig ;-)

Nach ABS und CDO haben jetzt auch die LBO-Bonds Probleme. LBO steht für Leverged BuyOut, also eine kräftig gehebelte (sprich durch Schulden finanzierte) Firmenübernahme. Im Endeffekt etwa das, was sich Münte unter Heuschreckenaktivität vorstellt ...

Diese Anleihen notieren im Schnitt bereits unter 91%, also mit Verlusten von etwa 9% auf den Nennwert. Die Analysten der Bank of America schätzen, dass die Geschäftsbanken im ersten Quartal allein aus diesem Bereich mindestens 15,1 Milliarden Dollar abschreiben müssen.

Eigentlich eine Summe, die gar keine Nachricht mehr wert ist, oder?

FAZ: Prognose: Banken haben weiteren LBO-Abschreibungsbedarf

Ach schau mal an ... Bill Miller von Legg Mason

ist zweitgrößter Aktionär bei Yahoo! und hält das aktuelle Microsoft für zu niedrig ...

Bill Miller hatte 15 Jahre in Folge den Index geschlagen, die letzten zwei Jahre allerdings wohl nicht (Bill Miller - nicht alleine auf die Performance achten).

Yahoo: Legg Mason’s Bill Miller Says Microsoft Will “Need To Enhance Its Offer” To Close The Deal

How high should Microsoft go for Yahoo?

Intrade Rezessionswahrscheinlichkeit bei 2/3

Nur mal ein Update zum Rezessionskontrakt bei intrade. Habe schon so lange nichts mehr zu meiner Rezessionswette geschrieben ;-)

Dass das 3. Quartal im Moment die höchste Rezessionswahrscheinlichkeit hat, passt mir natürlich nicht, aber das gäbe immerhin Ehrenpunkte ;-)

Recession Odds Stabilize at 67%

IKB - Oh jemineh ...

„Das Geld holen wir uns im Rahmen des späteren IKB-Verkaufs wieder zurück“

Zitat zur (erneuten) Stützungsaktion, die der Bund angeblich plant. Dazu sollen Postaktien im Wert von etwa 1 Milliarden Euro vorzeitig verkauft werden, um damit einen Kredit für die IKB zu finanzieren.

Doof nur, dass die erste Stützungsaktion wahrscheinlich mit einem ähnlichen Hintergrund gestartet wurde. Und sich immer noch kein Käufer findet und möglicherweise auch nie einer findet.

Was dann? 1 Milliarde Steuergelder weg?

Den Optimismus der Politiker in Ehren, aber im Fall IKB hatten die Optimisten bisher kein Recht.

Die jetzige Marktkapitalisierung der IKB beträgt übrigens nur noch etwa eine halbe Milliarde Euro. Man steckt jetzt offenbar die doppelte Summe des Firmenwerts nochmal in die Firma und hofft, dass man davon am Ende etwas zurück bekommt. Dafür müsste sich der Kurs der IKB-Aktie mindestens verdoppeln ...(Ich weiss, die Rechnung kann man so nicht aufmachen, weil der Kredit ja auch bei einem Verkauf zu einem Euro zurückgezahlt werden könnte. Aber das Doppelte der Marktkapitalisierung nachschießen zu müssen, zeigt schon das Ausmaß der Krise).

Der Plan C für die IKB

Buffet wird Kreditversicherer - Das Aus für die Konkurrenz?

Warren Buffet's Berkshire Hathaway hat den vom Absturz bedrohten Kreditversicherern angeboten, die Versicherung für bis zu 800 Milliarden Municipal Bonds abzukaufen.

Befragt wurde MBIA, Ambac und FGIC. Zwei Antworten stehen noch aus, eine Versicherung hat schon abgelehnt (welche weiss man (noch) nicht).

Ich würde das allerdings auch ablehnen. Denn das Problem der Kreditversicherer sind ja nicht die Municipal Bonds (sprich staatlichen Anleihen), die im Normalfall nicht Pleite gehen, sondern der Rest: Die Asset oder Mortgage Backed Securities. Denn darin steckt das Risiko und weil die Kreditversicherer mit einem so unglaublich hohen Hebel gearbeitet haben (manche sagen 100, manche 150) reichen schon kleinste Verluste in diesem Teil, um zu einem kompletten Verlust der Eigenkapitals zu führen.

Der Vorschlag von Buffet macht für die Kreditversicherer eigentlich keinen Sinn. Sie müssen das margenstarke, seit langem bewährte Geschäft verkaufen und dürfen den Schrott behalten.

Somit könnte der Vorschlag von Buffet, der auf den ersten Blick wie ein Rettungsversuch aussieht, durchaus das Ende der Kreditversicherer bedeuten: Sollte Berkshire Hathaway einen Triple A Kreditversicherer mit *solider* Eigenkapitalausstattung gründen (bzw. werden), dürften die Emittenten (Städte, Counties, Bundesstaaten) dem neuen Laden die Türe einrennen. Und die Konkurrenz kann dicht machen.

Marketwatch: Berkshire offered plan to assume muni liability

Meine alten Artikel zu den Kreditversicherern

Update (21:08):

Meine Meinung zum Geschäft findet sich auch hier Portfolio.com: Buffett's Offer Won't Save the Monolines

Der Fall AIG wirft ein Licht auf den CDS-Markt

Dass das ganze Weltfinanzsystem einem gigantischen Domino Day ähnelt, dürfte ich langsam herumgesprochen haben. Fällt irgendwo ein Steinchen aus irgendeinem Grund um, kann das eine fatale Kettenreaktion auslösen.

Die Volumina, die in einzelnen Märkten bewegt werden, sind einfach erschreckend. Egal ob man sich das Volumen anschaut, das über besicherte Papiere an den Markt gebracht wurde oder die unglaublichen Summen, die die Kreditversicherer verbrieft haben, obwohl sie die Summen nur mit Eigenkapital im Promille-Bereich hinterlegt haben.

Genauso ist es mit den Credit Default Swaps. Hier wird, losgelöst vom eigentlichen Kredit, nur das Kredit*risiko* gehandelt. D.h. jemand kann das Risiko verkaufen (die Anleihe aber weiter halten) und jemand anderes kann nur das Risiko kaufen. Üblicherweise ist der Verkäufer des Risikos ein relativ konservativer Anleger, der Käufer üblicherweise ein ziemlich spekulativer Hedgefonds.

Das Volumen solcher CDS beträgt ungefähr 45 Milliarden Billionen Dollar.

Das gesamte, kumulierte Risiko aus diesen Geschäften ist logischerweise Null, weil sich die beiden Seiten des Geschäfts aufheben. Das Dumme daran ist allerdings, dass das nur so lange gilt, wie beide Seiten auch liquide sind. Fällt eine Seite aus, kuckt die andere in die Röhre. Das kann dann schnell zum befürchteten Domino werden ...

Eine andere große Gefahr besteht in einer Illiquidität des Markts. Die abgeschlossenen Geschäfte sind teilweise sehr speziell und individuell. Das sind überwiegend keine standardisierten, börsennotierten Kontrakte. Daher gibt es sehr wenig Preise, an denen man sich orientieren kann. Aktuell will so ziemlich niemand Risiko haben, also ist der Markt fast komplett ausgetrocknet (wie bei den ABS auch).

Aktuell will zwar niemand Risiko in die eigenen Bücher nehmen, vor 8 Monaten sah das aber noch anders aus. Und die Bilanzen sind voll mit dem Zeuchs. Jetzt hat man das Problem, das niemand mehr "faire" Preise errechnen kann, die man in die Bilanz übernimmt.

Den weltgrößten Versicherungskonzern AIG hat dieses Problem gestern eingeholt. Die Wirtschaftsprüfer haben die Unterschrift unter die Bilanz verweigert, weil das Risiko nicht sauber bewertet werden kann.

Die AIG wollte gegen die 5,9 Milliarden Dollar Verluste positive Effekte in Höhe von 3,6 Milliarden gegen rechnen, diese Rechnung konnten die Wirtschaftsprüfer aber nicht nachvollziehen.

Außerdem stellten die Wirtschaftsprüfer "wesentliche Schwäche" in den Kontrollsystemen fest, die schärfste Kritik, die den Wirtschaftsprüfern möglich ist.

Die AIG-Aktie litt massiv unter dem Vertrauensverlust und brach um fast 12% ein und erreichte ein neues 5-Jahres-Tief.

Jetzt fürchten Skeptiker um den nächsten Markt, der durch Illiquidität implodieren könnte. Und dann neben den Banken auch die Versicherungen betroffen sind. Die Ruhe bei den Versicherungen ist sowieso auffällig.

FTD: Prüfer führen Versicherer AIG vor

FAZ: Die Kreditkrise trifft den weltgrößten Versicherer

Marketwatch: AIG stock tumbles on heightened CDO concerns

Montag, Februar 11, 2008

Noch kurz ein Gerücht zu Yahoo!

Angeblich hat eine Heuschrecke die Übernahme von Yahoo! geplant (im Bereich von 25 Dollar), was dann Microsoft zu einem schnellen und höheren Angebot bewogen hat.

Nur ein Gerücht, aber immerhin präsentiert von The Big Picture:

Was a Private Equity Bid for Yahoo Thwarted by Microsoft ?

Zum ganzen Wahnsinn der Monolines

Um den ganzen Wahnsinn der Kreditversicherer in zwei Zahlen darzustellen:

Der Kreditversicherer Ambac hat 5.000.000.000 Dollar Eigenkapital und versichert damit Anleihen des Staates Kalifornien, das die 6(!)-größte Volkswirtschaft der Welt ist.

Also Ambac hat 5 Milliarden Eigenkapital und Kalifornien als sechstgrößte Volkswirtschaft hat Steuereinnahmen von über 120 Milliarden Dollar und der Bundestaat muss sich beim Versicherungskonzern ein Triple-A Rating einkaufen?!? Aber das Beste: Der Finanzmarkt hat dann diesem Rating vertraut, also der Versicherung mit dem fantastisch hohem Eigenkapital mehr als dem Staat mit den niedrigen Steuereinnahmen?

Die Welt ist manchmal komisch ...

The Future of the Monolines

The Big Picture: Quote of the Day: Bill Gross on Monolines

Update (12.2.08)

Aus den 5 Millionen jetzt auch wirklich 5 Milliarden gemacht ... Das kommt davon, wenn man seinen Sohn schon um sich rumspringen hat ...

Die Guten setzen auf die Rezession

Die Guten sind in diesem Fall die Fonds, die Alpha (also Mehrrendite zum Markt) generiert haben.

Diese sind defensiv eingestellt, haben Big Caps übergewichtet und die Banken untergewichtet.

Smart money postured for a recession

P.S. Sag i doch ;-)

Ist Obama ein Rapper?

Oder ein Soulsänger?



Immerhin passt der Spruch, den ich für den hohlsten, aber auch besten Werbespruch seit Nike's "Just do it" halte.

Kurz.
Prägnant.
Rhythmisch auf mehrere Arten betonbar.

Und wie gesagt inhaltlich hohl und wenig sagend, aber das sind die Sprüche ja alle.

Wie doof ist dagegen "Mehr Freiheit wagen" oder "Gerechtigkeit kommt wieder". Lame!

OK, bin sät dran, das Video hat ja wohl jeder schon gebracht ...

Wer ein paar Hintergründe haben will (z.B. wer da so mitmacht) US-Wahlkampf XI: Yes We Can

Update (18:44):

Mein Posting war ein wenig lame, aber jetzt wird es gut.

Das gleiche Video nur jetzt mit McCain.

Zum Schießen!



gefunden über reddit.com

Yahoo! Wer will noch mal, wer hat noch nicht?

Jetzt redet Yahoo! angeblich auch mit AOL über ein Bündnis und Disney wird ebenfalls in die Diskussion geworfen.

Disney? Würde sicherlich schon irgendwie passen, aber ob Disney dafür 50 Milliarden Dollar locker macht?

Und ob Yahoo! mit AOL seine Probleme lösen kann? AOL gilt auch eher als Fußkranker in der Internet-Branche ...
YAOL?

Hmmm hmmm hmmmm.

Microsoft oder Google würden strategisch besser passen. Nokia wäre auch eingeschränkt sinnvoll (aber Nokia wird das Geld wohl nicht locker machen, die haben schon Navteq für 8 Milliarden gakauft).

Bericht: Yahoo will mit AOL über Fusion verhandeln

Update (18:06):

"They tried to make me go to Redmond, I said, No! No! No!"

;-)

Die interaktive Renditekurve

Ich habe hier ja schon häufiger betont, dass ich meine Rezessionswette auf einen entscheidenden Parameter gestützt habe: Die inverse Zinskurve.

Vor ein paar Tagen habe ich eine interaktive Zinskurve gefunden, mit der man sich mal durch die letzten paar Jahre Zinsen und Aktienmarkt scrollen kann. Ein noch längerer Zeitraum wäre noch interessanter, ich habe aber leider nichts gefunden.

Man muss in den rechten Chart klicken und kann dann im linken Fenster die Zinskurve sehen. Man sieht auch, dass die Zinskurve dem Aktienmarkt ziemlich weit vorausläuft. Auch dieses Mal ging es noch deutlich länger als ein Jahr und über 30% nach oben, obwohl die Zinskurve schon negativ war. Auch in der Baisse ab 2000 ging es noch um einiges weiter nach unten, obwohl die Zinskurve schon wieder normal war. Dass die Zinskurve jetzt auch wieder normal ist, muss also nichts heißen. Beim letzten Mal war bei der Normalisierung der Zinskurve gerade erst die Hälfte des Wegs geschafft.

Man sollte sich die Zinskurve *unbedingt* verinnerlichen. Es ist IMHO einer der entscheidenden Faktoren bei der Entscheidung, ob ich in Aktien oder Anleihen gehe.

Übrigens steckt hinter der Prognosekraft der Zinskurve ein wirtschaftlicher Mechanismus, sprich der Zusammenhang ist kein Zufall. Bei einer normalen Zinskurve können sich die Banken billig kurzfristiges Geld bei der Notenbank leihen und dann langfristig (zu den dann höheren Zinsen) weiter verleihen. Je steiler die Zinskurve ist, desto größer ist der entstehende Gewinn. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich die Banken schon früh im Konjunkturzyklus eine goldene Nase verdienen, während der Rest der Wirtschaft noch die Wunden der Rezession leckt.

Übrigens kennt ihr damit auch die Branche, auf die ich ein Auge geworfen habe. Noch erscheint mir das aber verfrüht.

Stockcharts: Dynamic Yield Curve

via Inverted Yield Curve Observations

Société Général verschenkt Aktien

OK, nicht ganz, aber bei einem aktuellen Kurs knapp 78 die neuen Aktien für nur 45 Euro auszugeben, sagt doch einiges über die (erwartete) Nachfrage für die neuen Aktien. Offenbar rechnet das Management der SocGen nicht damit, dass sich eine Kapitalerhöhung in diesem Volumen (immerhin 5,5 Milliarden Euro bzw. um 25% (Verhältnis 4:1)) in der Nähe des aktuellen Kurses platzieren ließe.

Die Aktie der Société Générale verliert überraschenderweise nur drei Euro auf 75 Euro. Das ist deutlich weniger als sich theoretisch aus den Konditionen der Kapitalerhöhung berechnen ließe ((78-45)/4 --> 8,25). Ein gutes Zeichen?

WSJ: Societe Generale Prices Rights Issue at Discount (Der Artikel ist leider nur für Abonnenten komplett lesbar, das Wichtige ist aber in meiner Zusammenfassung drin).

Update (11:43)

Jetzt auch auf Deutsch gefunden:

Société Générale bietet neue Aktien mit großem Abschlag

Sonntag, Februar 10, 2008

17 Dollahr, Silbriges Haar, so steht sie vor mir

nein, keine neue Freundin, die Feinunze Silber. Ein neues All-Time-High ist immer ein Grund für einen umgetexteten Udo Jürgens Schlager.

Besonders spannend, dass sich die Edelmetalle zunehmend von den Basismetallen (die unter der erwarteten Konjunkturabschwächung leiden) und dem Euro/Dollar lösen. Silber geht jetzt nicht mehr nach oben, weil alle anderen Rohstoffe nach oben gehen. Und es ist auch nicht mehr der schwache Dollar, der zumindest beim Gold der einzige Grund für den ersten Teil des Anstiegs war. In Euro war die Entwicklung der Edelmetalle erst in den letzten drei Jahren wirklich gut, in Dollar ging das schon früher los.

Wahrscheinlich ist es ähnlich wie bei der Rezessionsprognose: Man muss etwas in die Geschichte schauen, sehen welcher Indikator eine hohe Prognosegüte hat und sich darauf verlassen. Bei der Rezession ist es die inverse Zinskurve, bei den Edelmetallen der negative Realzins.

Wir haben jetzt wieder einen negativen Realzins und die Edelmetalle gehen wieder nach oben.

Yahoo! sagt No zu Microsoft

zumindest zum aktuellen Kurs. Angeblich will Yahoo! mindestens 40 Dollar pro Aktie.

Da bin ich mal gespannt, was mein Musterdepotwert dann morgen macht ...

Yahoo says 'no-hoo' to Microsoft: report

Ist noch nicht offiziell, aber morgen wird es offiziell werden.

Update (20:09):

Ein Kommentar dazu, den ich voll unterschreiben würde:

I'd Like To See A Plan Out Of Yahoo! Instead Of A Rejection Letter

Nur Nein zu sagen ist etwas wenig. Vielleicht reicht das wirklich aus, um einen Nachschlag herauszuholen. Aber einen Alternativplan sollte Yahoo! schon haben und vorstellen. Wie wollen die (endlich) aus ihren Nutzern und Pageviews auch Geld machen?

Samstag, Februar 09, 2008

Bin im Keller ...

als Grabsteinspruch ...

Oder beim plötzlichen Tod: Huch!

Lustiger Vogel der Dieter Nuhr ...



Ein Hinweis auf eine älteres verwandtes Posting von mir sei noch erlaubt:

Todesanzeigen - Von herzzerreißend bis geradezu komisch

Freitag, Februar 08, 2008

Herrlicher Artikel zu den pösen Neoliberalen!

Ich habe heute wahrlich schon genug gepostet, aber den kann ich mir nicht verkneifen.

Ein herrlicher Rant an/über alle, die neoliberal zum Schimpfwort gemacht haben.

Nur ein kurzes Zitat:


Denn, liebe Anti-Neoliberalen, verehrte Frau Nahles, sehr geehrter Herr Minister Seehofer, Genosse Lafontaine, Sie alle müssen jetzt sehr tapfer sein, weil: Die soziale Marktwirtschaft ist eine Idee von Neoliberalen.

So, das lassen wir jetzt erst einmal sacken und atmen ganz ruhig weiter.


OK, noch eins:

Der Wettbewerb brauche deshalb einen Schiedsrichter, damit sich die Mächtigen nicht auf Kosten der Schwachen bereichern könnten. Diese Rolle sollte nach Ansicht der Neoliberalen ein starker Staat übernehmen.


So'n Mist. Die Neoliberalen fordern tatsächlich einen starken Staat als Schiedsrichter. Hmmmhmmm, da muss doch der ein oder andere zugeben, dass er das mit dem Neoliberalismus anders verstanden hat (weil er sich noch nie damit beschäftigt hat). Aber egal, immer drauf auf die pösen neoliberalen Kapitalistenschweine!

Ich möchte ein kurzes Beispiel bringen, wie es mir schon einige Male in Diskussionen über den Mindestlohn untergekommen ist: Mein Vorschlag ist ein Mindestlohn von 5 Euro plus 2,50 vom Staat als Kombilohn. Somit verhindert man, dass Leute zu "Ausbeuterlöhnen" angestellt werden und man verhindert gleichzeitig, dass dadurch der Staatszuschuss ins Unermessliche steigt (weil man eben bei 2,50 ein Maximum) einzieht. Wenn man aber jetzt meint, dass dieser Vorschlag auf Gegenliebe stößt, weil doch jeder ein anständiges Einkommen bekommt, Irrtum. Nein, der Vorschlag geht natürlich nicht, weil man damit die Löhn senkt, die Gewinne der Unternehmer steigert, etc. Mal ab davon, dass das alles nicht stimmt ... Viel schlimmer: Es zeigt, was die linken Kämpfer wollen: Die wollen nämlich nicht dem ausgebeuteten Arbeiter helfen, sondern unbedingt sicherstellen, dass die bösen Chefs nicht mehr Geld bekommen.

Ich dachte, das erste wäre das wichtige Ziel nicht das zweite. Aber dazu habe ich im Fach Ideologie für Idioten nicht genug aufgepasst ...

Spiegel Online: Unsozial sind immer die anderen

MBIA plant RIESENkapitalerhöhung

Der Kreditversicherer MBIA hat die Konditionen seiner Kapitalerhöhung angekündigt:

82,3 Millionen neuer Aktien zu 12,15 Dollar. Sollte die Nachfrage hoch genug sein, können noch weitere 12,3 Millionen Aktien dazukommen.

Das macht etwa 1 Milliarde Dollar neues Kapital, bei der Aufstockung sogar 1,15.

Um das ins Verhältnis zu setzen: MBIA hat aktuell 125 Millionen Aktien; auf drei alte Aktien kommen also etwa 2 neue. Das ist eine heftige Kapitalerhöhung, sprich Verwässerung ...

Die Aktie von MBIA bricht ein und kostet nur noch 12,60 ... Und das könnte noch gut ein über Stützungskäufe stabilisierter Wert sein ...

Die ganze Geschichte der Kreditversicherer in meinen alten Postings

Marketwatch: MBIA to sell $1 billion in stock; shares retreat

Amazoo!

Yahoo! und Amazon wollten zusammen gehen? Und Microsoft hat nur geboten, um Yahoo! in eine Zwickmühle zu treiben (Akzeptieren und das Kartellamt ist dagegen ODER Nicht akzeptieren und Aktionre werden wild)?

Weil bei MS auch niemand damit rechnet, dass der Deal von den Kartellbehörden durchgewinkt wird, sei der ganze Deal nur Fake.

Hmmm, hmmm, ich bring die Nachricht, aber die Yokia! Spekulation erschien mir gehaltvoller ...

Analyst: Microsoft's Yahoo bid may be fake

Wir nehmen Euros - in New York!

Die Amis wollen ihren eigenen Dollar nicht mehr ... Die nehmen jetzt Euros. Also das ist schon überraschend, nicht zuletzt deshalb, weil die meisten Amis gar nicht wissen, dass es andere Länder gibt (hier könnte man den Satz schon enden lassen ;-)), die andere Währungen und andere Sprachen haben ... Ok, das war jetzt genug Dumme-Amis-Bashing.

Scheinbar ist der Strom der Shopping-Touristen in die USA inzwischen so groß, dass sich mit dem Akzeptieren von Euroscheinen ein Extra-Geschäft generieren lässt. Angesichts der Preise dort, aber auch kein Wunder. Bei fast allen Produkten von Apple entspricht ein Dollar einem Euro. Ein iPhone für 399 Dollar kostet aktuell etwa 275 Euro. Zu *dem* Preis würde ich das ohne zu Zögern kaufen. Also wenn mal jemand drüben ist und mir was Gutes tun will: Für 300 Euro könnt ihr mir ein iPhone mitbringen und verkaufen. Jeans und bestimmte Designerklamotten sollen sich im Übrigen auch wieder richtig lohnen.

Bleibt nur noch die Frage, wann die ersten "Wir sprechen Deutsch"-Schilder in New York auftauchen.

Euros do nicely for New York store owners

Systemimmanente Katastrophen werden wahrscheinlicher

Interessantes Interview mit Andrew Lo vom MIT zur Stabilität der globalen Finanzmärkte in der Technology Review. Daraus ein Zitat:


Die Anzahl der Teilnehmer, die Art der Transaktionen und das Marktvolumen, das mit dem Wachstum weiter zunimmt – all das entwickelt eine Dynamik, die zu einem exponentiellen Wachstum der Komplexität führt. Kein einzelner Mensch kann die noch verstehen. Doch mit der zunehmenden Komplexität kommt es zu einem wohlbekannten Phänomen – die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Schock durch das gesamte System ausbreiten kann, steigt. Systemimmanente Katastrophen werden wahrscheinlicher.


Die normale Katastrophenforschung hat schon einiges herausgefunden. Der große Unterschied zwischen Katastrophen an den Finanzmärkten und "normalen" Katastrophen ist der Auslöser. Bei normalen Katastrophen wird meistens "nur" geschlampt. Durch die Kombination von ein wenig Schlampen und ein wenig nicht bedachten Fällen gibt es dann die sprichwörtliche "unglückliche Verkettung verschiedener Umständen". Am Finanzmarkt kommt aber immer noch die Gier sprich Absicht hinzu. Das Transrapid Unglück kann passieren, obwohl niemand das will und niemand etwas davon hat. Oder der Flugzeug-Crash über dem Bodensee. Aber wenn jetzt noch jemand absichtlich gegen die Sicherheitsmaßnahmen verstoßen will, weil er sich davon einen Profit verspricht, macht das die Katastrophen noch wahrscheinlicher.

Lo hält übrigens die These, dass der Crash aus dem Januar 2008 von den Zwangsverkäufen der Société Générale ausgelöst wurde, für nicht ganz abwegig. Ich auch nicht, immerhin ging es um ein Handelsvolumen von etwa 50 Milliarden Euro (aus dem dann etwa 5 Milliarden Verlust wurden). 50 Milliarden, die schnell und ohne Rücksicht auf Verluste verkauft werden müssen, sind auch für die unglaublich liquiden Finanzmärkte kein Pappenstiel.

Lo fordert eine gründliche Analyse solcher Vorgänge. Damit meint er nicht die internen Fehler der Bank, sondern die Reaktionen an den Börsen. War die Société Générale der Auslöser? Oder lag es doch an der Rezessionsangst? Warum kommt es manchmal zur Kettenreaktion und manchmal nicht?

Interessante Fragen. Wenn man die Antworten hätte, könnte man sicher besser auf solche Vorfälle reagieren. Ein Volumen von 50 Milliarden sollte man eigentlich auch marktschonend abwickeln können.

"Ein exponentielles Wachstum der Komplexität"

WTF?

OK, es ist Freitag und Stammleser wissen, das ist der Tag für Vermischtes (nicht, dass ich an den restlichen Tagen nicht auch Vermischtes einstreuen würde ...). Also ohne Skrupel voran:

Der dritte Buchstabe aus dem Subject ist ausnahmsweise mal wörtlich zu nehmen ...

This Is Not What Your Girlfriend Wants For Valentine's Day

Also was manche Leute so erfinden ...

Die Kommentare mit Musikvorschlägen sind eröffnet ;-)

(und bitte: Kein Schwein yigged sonst meine Artikel. Bitte nicht ausgerechnet diesen hier nehmen ...)

Negativer Realzins - Gut für Gold!

Ich hatte ja bereits auf die inverse Zinskurve hingewiesen und später im Kommentar darauf, dass diese Zeiträume normalerweise sehr gute für Gold sind.

Logisch: Gold ist die einzige große Assetklassen, die keine Verzinsung bietet. Kein Zins wie Anleihen oder Tagesgeld, keine Dividende wie Aktien. Daher ist Gold in Zeiten von niedrigen Zinsen normalerweise eine gute Anlage. Man muss aber die Zinsen richtig messen, denn es zählt weniger das absolute Zinsniveau als das reale. Liegt der Zins wie aktuell bei 3%, ist das zwar niedrig, aber je nachdem ob die Inflation 1% oder 4% beträgt, völlig unterschiedlich zu bewerten. Bei einer Inflation von 1% wird das Geld (in Kaufkraft) bei 3% Zinsen am Ende mehr wert, bei 4% Inflation aber weniger. Und wenn Bargeld an Wert verliert, ist die stabile Alternative Gold natürlich besonders gefragt.

Da die Inflation in den USA wahrscheinlich höher als 3% (also der Leitzins) ist, haben wir gerade einen negativen Realzins. Wobei die Frage, was denn die richtigen Messwerte für den Zins und für die Inflation sind, unklar und umstritten bleibt. Einer nimmt den Leitzins, einer die 90-Tages-T-Bills, einer die Rendite der 10-jährigen Anleihen. Auch bei der Inflation hat man die Wahl zwischen CPI-Core (Verbraucherpreise ohne Energie und Lebensmittel), CPI-gesamt (Verbraucherpreise inkl. allem), PCD (Preisanstieg des privaten Verbrauchs), Preisdeflator im BIP, etc. pp. Je nach gewähltem Indikator liegen die Zinsen zwischen 3% und knapp 4% und die Inflation zwischen gut 2% und über 4%. Daher kann man mit beliebiger Wahl der Werte auch jetzt noch behaupten, dass es keine negativen Realzins gäbe.

Robert Rethfeld von Wellenreiter Invest nimmt z.B. CPI-Gesamt (4,2%) und den Zinssatz der 10-jährigen Anleihen und bei der Messgrundlage hatten wir bereits Ende letzten Jahres einen negativen Leitzins:


"aus Rethfelds Wellenreiter vom 30.12.2007: http://www.wellenreiter-invest.de/

Nur dreimal in den vergangenen 35 Jahren herrschte ein negativer Realzins vor. Diese seltene Situation ist jetzt wieder eingetreten. Der Realzins erlaubt Investoren in Anleihen und anderen festverzinslichen Instrumenten, den realen Wert ihres Investments zu erkennen. Beispielsweise verbleibt bei einem Zinssatz von 5 Prozent und einer Inflationsrate von 2 Prozent ein Realzins von 3 Prozent. In diesem Fall „rentiert sich“ die Anleihe. Steigt hingegen die Inflationsrate – wie aktuell – auf 4,3 Prozent, während der Zinsatz für 10jährige US-Anleihen auf 4,2 Prozent fällt, wird der Realzins negativ. Die Anleihen rentieren unterhalb der Inflationsrate (Realverlust)! (Die Rechnung geht inzwischen sogar bei den geschönten und gefälschten Inflationraten auf :-)

Die hohe offizielle Inflationsrate dürfte in den kommenden Monaten anhalten, sodass der Realzins ebenfalls bis ins zweite Quartal negativ bleiben sollte. Der negative Realzins macht die Fortsetzung der Aufwärtsbewegung in Gold und die Überwindung des Allzeithochs von 1980 wahrscheinlich.
In solch einem Fall gewinnen Investments in Edelmetalle mangels Alternative an Attraktivität. Wie der folgende Chart zeigt, stieg der Goldpreis im Falle eines negativen Realzinses jeweils deutlich an.
"

Zitat eines Zitat gefunden im Goldseitenforum.

Auch wenn Gold bereits auf Allzeithoch ist und die wirtschaftliche Abschwächung eigentlich gegen Rohstoffe spricht, haben die Edelmetalle mit dem negativen Realzins ein Superargument für weiter steigenden Kurse.

P.S. Mein Top-wert im Silberbereich: Minefinders. Im Goldbereich denke ich über Oceana Gold nach. Der Kursrückgang erscheint mir übertrieben. Mehr dazu in meinem Musterdepot. Stay tuned, and subscribe to this blog (Der Button ist oben rechts).

P.P.S. : 120 Seitenabrufe und EIN Yigg? Ist der Artikel sooo schlecht? Und noch schlimmer: Der erste Yigg ist ja von mir :-(

Donnerstag, Februar 07, 2008

Musterdepot: Kauft Nokia Yahoo!?

Hmm hmmm hmmm.

Keine so falsche Überlegung.

Nokia möchte Content haben und diesen auf das Handy schicken. Das Ganze nennt sich dann Ovi. Damit soll man dann Musik und Spiele auf sein (Nokia-)Handy laden können. Etwas weitergedacht dann ortsabhängiges Zeug, Instant Messaging, Nachrichten, Social Networks, Mail, Maps, ... Einiges davon (und noch viel mehr) hat Yahoo! im Angebot.

Weiteres Sache, die sehr gut passen würde: Nokia ist eigentlich überall auf der Welt stark, nur nicht in Japan und den USA. Genau da wäre Yahoo! stark. Außerdem könnte Nokia mit der Übernahme von Yahoo! auch Google mal den Stinkefinger zeigen als Antwort auf Googles Einstieg ins Handy-Geschäft (noch schlimmer: Eigentlich dringt Googles Android-Plattform sogar in das margenträchtige Smartphone-Geschäft ein).

Die Wahrscheinlichkeit für einen Einstieg von Nokia bei Yahoo würde ich allerdings auf gefühlte 1,3% schätzen ...

Yokia! Why Nokia Should Buy Yahoo

Update (8.2.08):

Habe noch was zu Yahoo! gefunden:

* MSFT wins with current bid: 30% chance.
* MSFT wins with a higher $32 bid: 40% chance.
* MSFT wins, but the deal is blocked by regulators: 10% chance.
* Competing takeover bid wins at $34: 10% chance.
* Yahoo stays independent, stock drops back to $23: 10% chance.

Askew’s weighted average of the value of those outcomes is $29.72.


Die Empfehlung ist allerdings, Google zu kaufen. Die wären besser aufgestellt und beim aktuellen Kurs von Yahoo! auch wesentlich besser bewertet.

Ich sehe die Wahrscheinlichkeiten etwas anders, vor allem fehlt mir die Variante, dass Yahoo! und Google kooperieren. Yahoo! bleibt dann selbstständig, aber würde (teilweise) von Google vermarktet. In diesem Fall würde der Kurs kaum auf 23 zurückfallen, weil dann begonnen würde, das Potenzial von Yahoo! zu heben.

Yahoo: Swap Your Shares For Google, Stifel Advises

Update (8.2.08):

Es gibt jetzt auch Gerüchte über Amazoo

EZB pumpt weiter Geld in den Markt

Die EZB wird beide längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte aus dem November und Dezember 2007 mit einem Volumen von jeweils 60 Milliarden um weitere drei Monate verlängern. Das Geschäft bis ursprünglich 21. Februar läuft somit bis zum 22. Mai, das Geschäft bis ursprünglich 13. März jetzt bis zum 12. Juni.

So richtig traut die EZB der Normalisierung am Geldmarkt also noch nicht ...

EZB Pressemitteilung

Komisch, dass das im November noch Nachrichten für die Titelseite waren, das jetzt aber scheinbar niemanden mehr interessiert ...

Wochenzahlen vom US-Arbeitsmarkt

Erstanträge 22.000 runter (eigentlich nur 19.000, weil der Vormonat 3.000 nach oben korrigiert wurde). Stand 356.000. 4-Wochen Schnitt bei 335.000.

Fortgeführte Anträge weiterhin rauf: Jetzt plus 75.000 auf 2,78 Millionen, 4-Wochen-Schnitt plus 24.250 auf 2,73 Millionen. Höchster Wert seit Herbst 2005.

Vor allem die fortgeführten Anträge deuten nicht auf eine Entspannung am US-Arbeitsmarkt hin.

U.S. jobless claims turn lower in latest week

Die Februar WSJ-Konjunkturumfrage ist da

Die Rezessionswahrscheinlichkeit wird jetzt auf 49% (nach 42% im Januar) geschätzt, die Analysten, die aber gleichzeitig auch ein negatives Wachstum schätzen, bleiben deutlich in der Minderheit. Komischer Widerspruch, aber das war letzten Monat ja noch ausgeprägter. Damals lag die Rezessionswahrscheinlichkeit bei 42%, aber nur 2 Analysten hatten auch wirklich zwei Quartale hintereinander im Minus (WSJ Konjunkturumfrage ist da! Rezessionswahrscheinlichkeit: 42%).

Ich hatte ja angekündigt, dass alle Analysten, die die Rezession korrekt vorhersagen, mit *mir* in die Hall Of Fame kommen, daher seien alle nochmal erwähnt:


Karl Kurt und Arun Raha von der Swiss Re, die das Q4/07 und Q1/08 im Minus sehen.
David Resler von Nomura, der Q4/07 im Minus sieht
Lawrence Yun, der Q4 und Q1/08 im Minus sieht.
Paul Ashfort von Capital Economics, der Q4/07 negativ erwartet
Cathleen Camilli von Camilli Economics, die Q4/07 mit satten 2,5% im Minus sieht, offenbar aber den Weltuntergang erwartet, zumindest hab ich keine Prognose für 2008 gefunden ;-)

Für Q1/08 kommen dann Richard Berner und David Greenlaw von Morgan Stanley hinzu und
Bam Bhagavatula von Combinatorics Capital. Beide bleiben auch für das zweite Quartal negativ und können dann auch Jan Hatzius von Goldman Sachs begrüßen, der das zweite Quartal ebenfalls im Minus sieht.


Im Februar sieht die Lage schon anders aus.

Die Einquartaler schenke ich mir, zwei Quartale im Minus sehen jetzt:

Nariman Behrevesh von Global Insight (wie letzten Monat auch)
Richard Berner/David Greenlaw von Morgan Stanley (wie letzten Monat auch)
David Rosenberg von Merrill Lynch (Neuzugang, hat übrigens auch Q3 im Minus)
Jan Hatzius von Goldman Sachs (hatte bisher nur Q2 im Minus)
Paul Kasriel von Northern Trust (Neuzugang)
Maury Harris von der UBS (Neuzugang)

Dazu kommen dann noch Karl Kurt und Arun Raha von der Swiss Re, die Q2 und Q3 im Minus haben und mit der selben Prognose Dana Johnson von der Comerica Bank (das ist ein Quartal zu spät, Leute! ;-) ).

Damit haben wir jetzt 12 Analysten, die Q1 im Minus haben, 8, die Q2 im Minus sehen und 3, die Q3 und 2 die Q4 im Minus sehen.

Bei 50 Analysten entspricht das nicht annähernd der Wahrscheinlichkeit von 49%. Seltsam.

Die Camilli aus dem Januar-Posting sitzt übrigens scheinbar wirklich auf dem Dach und wartet auf Außerirdische (oder den Weltuntergang), zumindest gibt es keine Zahlen mehr von ihr. Ebenfalls lustig: Es sind zwei dabei, die schätzen Q1 bis Q3 allesamt auf mehr als 3% Plus. Das nenne ich mal Optimismus!

WSJ: Economists Raise the Odds of a Recession to 49%

Die Krise kann man übrigens kaum besser zusammenfassen als mit dem Schlusssatz des Wall Street Journals:

" Some 68% said the credit crisis and related market turmoil was about half over, but the majority (60%) has been saying that since the question was first asked in September."


Tja, das Schlimmste ist jetzt vorbei, aber das schon seit September ...

Diabetes 2: Zu niedriger Zucker --> tot?

Man verzeihe mir die platte Überschrift ...

Nach 50 Jahren Behandlung von Diabetes 2 nach dem Motto "je niedriger der Zuckerspiegel, desto besser" wackelt diese Erkenntnis jetzt massiv. So massiv, dass man eine Studie abgebrochen hat; genauer den Teil, beim dem die Teilnehmer den Zuckerspiegel unter 7 halten sollte. Dort gab es deutlich mehr Tote als in allen anderen Vergleichsgruppen (Cholesterin senken, Blutdruck senken).

Hmmmhmmmhmmm. Da macht man sich doch Gedanken zum aktuellen Stand der Medizin ... Wenn bei einer der am weitesten verbreiteten Krankheiten (Diabetes) noch nie jemand vernünftig untersucht hat, wie weit man den Zuckerspiegel eigentlich absenken muss, um die besten Überlebenschancen zu haben.

Manches muss nur oft genug wiederholt werden und dann glauben es die Leute. November bis April sind ja auch die besten Börsenmonate (dieses Jahr nicht) und wie der Januar ist, wird das ganze Jahr an der Börse (bloß nicht!). Hmmm hmmm hmmm.

NY Times: Diabetes Study Partially Halted After Deaths

Update:

Der Leser horst_m hat mich darauf hingewiesen, dass der Wert nicht der Blutzuckerwert sein kann, denn der liegt bei gesunden Menschen bei 100. Es dürfte der HbA1C-Wert sein. Tschuldigung für meine ungenaue Darstellung, aber mir ging es vor allem um die Tatsache, dss hier etwas zum Common Sense in der Behandlung geworden ist, was offenbar noch nie jemand wirklich überprüft hatte.

Außerdem scheint der Artikel in der NY Times nicht mehr frei zugänglich zu sein (kann es sein, dass die aus dem RSS Feed heraus den Artikel frei zugänglich machen, aber den eigentlichen Artikel nicht? Oder machen die die Artikel nach einem Tag dicht?). Egal: Horst_m hat auch direkt einen Alternativlink für Euch: IHT: Diabetes study partially halted after deaths

Der Immobilienmarkt in Großbritannien ...

... ist interessant und das direkt aus zwei Gründen:

a) Der Markt dort gibt nach, obwohl er doch gar nichts mit den USA zu tun hat.
b) Der gewerbliche Teil des Markts ( Büro, Industrie) bricht ein, obwohl er mit den unseriösen Finanzierungen des privaten Teil nichts zu tun hat.

Der Obwohl-Teil lässt sich teilweise immer noch in den Mainstreammedien finden. Dadurch wird er aber nicht richtiger ...

zu a) würde ich gerne hinzufügen, dass die privaten Immobilienfinanzierungen in Großbritannien teilweise genauso leichtsinnig waren wie in den USA. Kurz: Dort haben im Peak auch eine Menge Leute eine Immobilie gekauft, die sie niemals finanzieren konnten und niemals hätten kaufen dürfen.

zu b) würde ich ergänzen, dass die Finanzierungen zwar anders gelaufen sind, aber im Endeffekt auch hier sehr große Kredite auf sehr teuer Objekte vergeben wurden, die nur mit extrem wenig Eigenkapital hinterlegt waren. Risiko pur. Das zeigt auch der gerade platzende Kredit des US-Immobilieninvestors Macklowe (Dt Bank droht wg Macklowe-Kredit max 700 Mio EUR Verlust-Studie).

Zum Artikel: Die Renditen von Gewerbeimmobilien betrug im letzten Jahr minus 5,6%, der schlechteste Wert seit 1991. Besserung ist nicht in Sicht. Anleger ziehen sich in Scharen aus Immobilienfonds zurück (1,7 Milliarden Pfund Abfluss), die Fonds stellen die Rücknahme ein oder verlängern die Kündigungsfristen.

FAZ.NET: Immobiliengesellschaften kämpfen mit Wertverlusten

Merke: In Märkten, in denen Krisen bisher immer von einem in den anderen übergeschwappt sind, werden die Krisen auch dieses Mal überschwappen. Auch wenn viele was anderes behaupten. Die letzten Immobilienkrisen in Großbritannien hatte ihren Ursprung in den USA und auch die nächste wird es haben. Auch die meisten US-Rezessionen schwappten bisher über den Atlantik. Und auch fast jeder Einbruch des US-Immobilienmarkt führte zu einer US-Rezession. Da konnte Bernanke noch so oft die Krise sei "contained" wiederholen, sie war es nicht.

Der teuerste Satz an der Börse ist und bleibt: Diesmal ist alles anders.

Investieren Sie ruhig in US-Büroimmobilien - Das hat nichts mit den Eigenheimen zu tun. Investieren Sie ruhig in London - Das hat nichts mit Florida zu tun.

Pustekuchen. Kommt die Lawine erst ins Rutschen, sollte man nicht versuchen superclever zu sein, sondern man sollte rennen ... Weit weg und sich das Desaster aus der Ferne und in Ruhe anschauen ... Geduld ist in solchen Zeiten eine Tugend!

Mittwoch, Februar 06, 2008

Musterdepot Kauf Yahoo

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YAHOO INC. DL-,01 WP-Portrait
ISIN: US9843321061
Börsenplatz: Frankfurt
Nominal / Stück: 100
Kurs: 19,73 EUR
Vorauss. Kaufvolumen: 2.000,00 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 12,50 EUR Details

Handelsprovision: 10,00 EUR
Börsengebühr: 2,50 EUR
Hinweis zu sonst. Entgelten: ggf. zzgl. Maklercourtage, fremde Spesen (z.B. Eintragung in das Namensregister bei Namensaktien, Clearinggebühren, etc.)
Vorauss. ausmachender Betrag: 2.012,50 EUR
Bitte beachten Sie, dass sich der angezeigte Kurs bis zur Ausführung der Order noch ändern kann.

Order-Details
Gültig bis: 06.02.08
Ordertyp: Limit 20,00 EUR
Orderzusatz: Kein Zusatz

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Risiko nach unten sehr beschränkt, Chance nach oben da, entweder durch Google oder höheres Angebot von Microsoft. Die wahrscheinlichste Alternative ist eine Kooperation mit Google und ein Spinoff von Randaktivitäten (z.B. Yahoo Japan und/oder Yahoo Europa). Die Summe der Teile erscheint mir bei Yahoo durchaus höher zu sein als der aktuelle Kurs.

Update:

Ausgeführt zu 19,75.

Update 2:

Die größte Gefahr für den Kurs ist natürlich, dass der Deal platzt. Aber ich hatte bereits vor der Übernahme Yahoo auf dem Radar und halte die ganze Geschichte für den finalen Weckschuss. Yahoo wird sich (wenn sie alleine weitermachen) massiv umstrukturieren müssen und dabei die versteckten Assets heben müssen. Das wird den wahren Wert von Yahoo deutlich machen. Ein Kurseinbruch dürfte zwar schmerzhaft, aber nur vorübergehend sein.

*Keine* US-Rezession wäre eine Überraschung

Oh, da nähern sich die Analysen ja langsam meiner Seite der Wette an ...

Zitat:


"Current recession forecasts indicate that it would be unprecedented not to have a recession in 2008"


Das Prognosemodell stammt von Michael Dueker von Russell Investment (früher mal bei der St. Louis Fed). Der wichtigste Einflussfaktor ist (wie so oft) die Zinskurve, die ich hier ja schon einige Male in Kombination mit weiteren Faktoren als *DEN* guten Indikator für eine Rezession vorgestellt habe (Inverse Zinskurve - Der gute Indikator). Die Einflussfaktoren werden im Qual VAR Modell von Dueker noch mit einem Bayes-Schätzer gewichtet und dann kommt da eine ziemlich klare Rezessionsprognose heraus. Wenn der Wert auf dem aktuellen Niveau lag, gab es bisher immer eine Rezession. Der Indikator liefert auch nicht dauernd Fehlsignale, also auch diese Seite des Modells ist sauber.

Was übrigens nicht uncool ist: Der Indikator gibt für bis zu 48 Monate eine Prognose mit brauchbarer Qualität. Und diese sieht auch nicht schlecht aus. Entgegen der allgemeinen Weltuntergangsstimmung wird sich die US-Wirtschaft nach der Rezession wieder fangen. Hauptauslöser: Die durch die Zinssenkungen wieder ziemlich steile Zinskurve.

Econbrowser: Predicting recession

Interessanter Artikel, wer noch mehr Details braucht, kann sich auch die richtige wissenschaftliche Arbeit durchlesen, die im Artikel verlinkt ist.

Dienstag, Februar 05, 2008

ISM Servicesektor Umfrage bricht ein

Im Dezember noch 54,5%, jetzt 41,9%, erwartet wurden 52. Alles unter 50 signalisiert einen Rückgang im entsprechenden Sektor, hier also im Service-(Non-Manufacturing)-Sektor.

Da der Service/Dienstleistungsbereich bisher die wichtigste Konjunkturstütze war, deutet der Einbruch bei dieser Zahl klar auf eine Rezession hin.

Ich möchte aber darauf hinweisen, dass dieser dramatische Einbruch möglicherweise auf die neue Berechnungsweise des Indexes zurückzuführen ist.

"Bei dem heute zur Veröffentlichung anstehenden Einkaufsmanagerindex (ISM-Index) für den Dienstleistungssektor in den USA zeichnet sich ein erneuter Rückgang von 54,4 auf 52,0 Punkte ab, so dass sich der seit Mitte 2007 andauernde Abwärtstrend fortsetzen würde. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass mit den heutigen Daten die Erhebungsweise des Service-Sektor-ISM umgestellt wurde, um die Prognosegüte dieser Umfrage für das BIP-Wachstum zu erhöhen. So setzt sich der Gesamtindex nun – zu jeweils gleichen Teilen – aus den Unterkomponenten „Geschäftsaktivität“, „Auftragseingänge“, „Beschäftigung“ und „Lieferfristen“ zusammen. Bislang wurde die Komponente „Geschäftsaktivität“ allgemein als Service-Sektor-ISM bezeichnet. "

aus "Der Markt heute" von HSBC Trinkaus (Leider nicht verlinkbar, weil E-Mail-Newsletter).

(Update: doch verlinkbar Der Markt Heute, 2.5.08).

Ich könnte jetzt sarkastisch sagen, dass jeder Indikator, der versucht die Prognosegüte zu erhöhen, die Rezession anzeigen würde ... Im Normalfall werden die Indikatoren ja immer in Richtung: niedrige Arbeitslosigkeit, niedrige Inflation und hohes Wachstum getrimmt.

Update (7.2.08):

Econbrowser hat ein paar Details zum Index und zur Aussagekraft: ISM Nonmanufacturing index. Kurzversion: Ist noch ein recht junger Index, hat bisher kaum Unterschiede zum ISM-Manufacturing-Index gezeigt und daher weiss niemand, was man aus der aktuellen, ersten deutlichen Abweichung schließen kann ...

Marketwatch: U.S. Jan. ISM nonmanufacturing index falls sharply to 41.9%

Negativer Realzins in den USA!

Also nach den geschöntesten Inflationszahlen haben wir das noch nicht erreicht, nach den realistischen aber schon: Der reale Zins ist negativ, sprich die Zinsen für Tagesgeld sind niedriger als die Inflation. Jeder, der Geld auf ein Tagesgeldkonto steckt, verliert also effektiv mit jedem Tag ein wenig Geld.

Ich hätte jetzt mal gerne Zahlen zum Wirtschaftswachstum und zu den Aktienmärkten in solchen Zeiten. Ist das gut, ist das schlecht? Weiss das jemand?

Das mal genauer zu untersuchen, fände ich interessant, denn negative Realzinsen sind eine seltene Sache. Vielleicht haben die eine ähnlich hohe Aussagekraft wie die inverse Zinsstruktur, die Rezessionen ja sehr treffsicher vorausläuft. Was die Experten nicht daran hindert, das zu ignorieren und ein "Diesmal ist alles anders" zu murmeln. Meistens ist es dann doch wie meistens ...

Montag, Februar 04, 2008

Die Municipal Bonds wackeln schon

Wie die Business Week berichtet, wackeln schon die ersten Municipal Bonds. Also genau die Anleihen von öffentlichen Schuldnern, die von den Kreditversicherern mit einem Triple-A Rating versehen wurden.

Der Auslöser: Geldmarktfonds, die in diesem Markt einen ähnlich schlimmen Zusammenbruch der Liquidität erwarten wie er schon bei den ABS zu beobachten war. Also lieber raus, solange es noch geht. Ganz nebenbei werden einige Geldmarktfonds auch zwangsweise verkaufen müssen, wenn das Rating heruntergestuft wird. Die Anlagerichtlinien verbieten oft das Halten von allem, was nicht ein AAA-Rating hat.

Alle Geldmarktfonds zusammen verwalten ein Volumen von fast 500 Milliarden Dollar (471, um genau zu sein). Es geht also nicht um Peanuts.

Es wird also höchste Zeit, dass ein Rettungspaket für die Kreditversicherer geschnürt wird. Es gibt ja sogar Anzeichen, dass die Finanzbranche das selber auf die Reihe bekommt. Obwohl ich darauf nicht wetten würde, zu dämlich hat sich die Branche bisher angestellt. Und die Politik war genauso schlecht. Immerhin haben aber alle inzwischen verstanden, welches Risiko besteht, wenn auch die 2,5 Billionen Dollar Municipal Bonds auf einmal ohne Rating darstehen. Ein kompletter Zusammenbruch des Markts wäre die Folge.

Businessweek: Bernanke's New Entourage

Sonntag, Februar 03, 2008

Die ultimative Zertifikate Lobhudelei

neeh, kommt nicht von mir, sondern aus der Focus Money vom 23.1.2008. Also der, die quasi direkt im "Crash" erschien.

Dort finden sich in der Beschreibung über Bonuszertifikate tolle Zitate wie "in der Krise bewährt". "Bonuszertifikate sind Allwetterinvestments". Auch dass zwischen Juli und August 97% der Bonuszertifikate "gehalten" haben, wird positiv erwähnt.

Am besten wird es aber hier:


"Die Rating-Agentur Scope hat alle Bonuszertifikate auf die DAX 30-Werte analysiert, die 2007 emittiert wurden. Leider wurde das Ergebnis teil irreführend wiedergegeben: Bonusprodukte würden "der Reihe nach an die Wand gefahren", hieß es in einer Tageszeitung. Bei einzelnen DAX-Werten wären mehr als 40 Prozent der emittierten Produkte "zu Bruch gegangen". Zur Klarstellung: Wenn Barrieren reißen, ist ein Zertifikat nicht zu Bruch gegangen. Der Bonus ist weg, aber Anleger partizipieren weiter am Basiswert."


Auf solche sprachlichen Details, wie dass Zertifikate offensichtlich zwar halten können, aber trotzdem nicht zu Bruch gehen können, will ich gar nicht eingehen. Das belegt nur die Tendenz des Artikels.

Aber die Relativierung der Scope-Analyse tut echt weh. Da schreiben die allen Ernstes, dass man bei einer gerissenen Barriere doch die Aktie bekomme. Man partizipiere an der Aktie! Wie geil! Der Bonus, immerhin der Grund weswegen ich das Papier ursprünglich gekauft habe, ist weg. Aber nicht ärgern, ins Depot gebucht wird die Aktie, die offenbar gerade so zusammencrasht, dass die eigentlich niemand haben will. Das kann zugegebenermaßen gut gehen, aber es ist ziemlich sicher nicht das, was dieses "Allwetterinvestment" eigentlich leisten sollte.

Um dem ganzen Artikel noch die Krone auszusetzen:

Am Ende wird geschrieben, dass 92% der Schwellen der 2007 emittierten Papiere auf DAX-Werte noch gültige Barrieren (sprich einen Bonusanspruch) haben. Dummerweise änderte sich das in der Crashwoche massiv:

Im Januar haben laut Börse Stuttgart mehr als 10.000 Bonuszertifikate ihre Schwellen gerissen, davon alleine 6000 in der Crash-Woche. Das ist jedes fünfte gelistete Papier. Erste Emittenten ermittelten für ihre Produkte, dass ein Drittel aller Bonuszertifikate auf Einzelaktien bereits die Sicherheitsschwelle durchstoßen habe. Andere Banken bestätigen das nach ersten Schätzungen.
(aus der FAZ, Link unten)

Das hört sich gar nicht mehr so nach Allwetterinvestment an ...

Ich glaube, dass der unbedarfte Anleger das Risiko dieser Scheine unterschätzt, weil er das Risiko der zugrunde liegenden digitalen Option unterschätzt. Es ja keine Option, die nur einmal am Ende der Laufzeit überprüft wird, sondern mit jedem einzelnen Kurs. Das Blutbad von Dienstagmorgen erkennt in einem Jahr in einem der üblichen Charts mit Tagesschlusskursen niemand mehr. Wenn ich einen Barchart oder einen Candlestick-Chart nehme, aber sehr wohl noch. Eine Aktie wie Centrosolar hat an diesem Tag 50% Intraday-Schwankung gehabt. Sowas zerlegt jede sinnvoll gepreiste digitale Option.

Zertifikate in der Krise - Nicht so sicher wie gedacht

Ich weise auch nochmal auf einen älteren Artikel hin, den ich jedem empfehlen möchte, bevor er sein Geld in Zertifikate steckt: Zertifikate: Wenn es drauf ankommt, geht nix ...

Ich habe in meinem Depot auch Zertifikate. Ich mache das aber nur und ausschließlich dann, wenn ich die Anlagestrategie nicht mit anderen Mitteln umsetzen kann (weil mir das Geld für die Streuung fehlt oder weil ich diesen Markt nicht anders abdecken kann).

Samstag, Februar 02, 2008

Lalallallaaaaa ...



Schönes Wochenende!

Freitag, Februar 01, 2008

Rettungsdeal für Ambac?

Naja, in der Hinsicht scheinen alle meine Prognosen aufzugehen:

a) MBIA und Ambac sind (allein und ohne Hilfe) nicht überlebensfähig
b) Beide sind zu wichtig und die aktuellen Probleme sind zu groß, als dass die Betroffenen auch die drohende Lawine ins Rutschen kommen lassen.

Die werden angesichts der unglaublichen Milliarden-Beträge, die die versichert haben, aufgefangen werden. Für die Banken ist es allemal billiger, den Kreditversicherern ein oder zwei Milliarden Eigenkapital zur Verfügung zu stellen als einer Ratingabstufung *aller* versicherten Anleihen zuzuschauen. Das bedeutet nämlich für jede Bank erstens weitere Abschreibungen und zweitens neuen Eigenkapitalbedarf.

Nach CNBC Angaben sind Dresdner Bank, Royal Bank of Scotland, Société Générale, Wachovia, BNP Paribas, Barclays, UBS AG und Citigroup am Rettungskonsortium beteiligt. Spruchreif ist da aber noch nichts ...

DJ 8 Banken arbeiten an Rettung für Bondversicherer Ambac - CNBC

Noch ein paar US-Konjunkturzahlen

1.) Der Index der Manager der Produktionsunternehmen ist auf 50,7% von 48.4% gestiegen. Das ist deutlich über der Erwartung von 47 und auch wieder über der Schwelle von 50, die nach der Definition ein Wachsen bzw. Schrumpfen der produzierenden Gewerbes anzeigen soll.

Factory sector expanding in January, ISM says - Manufacturing index rises to 50.7%, much better than 47% expected

2.) Das ist zwar nicht der Indikator für das Verbrauchervertrauen, den ich bevorzugt verwende, aber trotzdem: Hoch von 75,5 auf 78,4, allerdings leicht unter der Erwartung von 79,0.

Consumer sentiment up, but recession risk remains

Damit haben wir zum Wochenschluss nochmal zwei Zahlen, die etwas Hoffnung machen.

DLduM: 376.000 Jobs weg.

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ...

Nochmal kurz nachgeschaut und pschujjjhh 376.000 Arbeitsplätze weg. Man hat halt falsch geschätzt. Es sind jetzt nur 1,136 Millionen Arbeitsplätze im Jahr 2007 entstanden, also weniger als 100.000 pro Monat (eine Korrektur um fast 15%). Das ist deutlich weniger, als die USA aufgrund der wachsender Einwohnerzahl eigentlich bräuchten.

Bei den ganzen Korrekturen muss man sich ernsthaft fragen, welchen Nutzen das permanente Schielen auf die monatlichen Zahlen eigentlich hat. Bei einer Abweichung der Zahlen um 20 oder 30-Tausend bricht die Börse ein (oder explodiert), obwohl die Zahlen so unzuverlässig sind, dass man auf Jahressicht um fast 400.000 daneben liegen kann.

Mal ein Auszug:

"The government also revised its estimates for the population, labor force, employment and unemployment to reflect better data from the Census Bureau about immigration and death rates. The revision lowered the population estimate by 745,000, the labor force by 637,000, the level of employment by 598,000 and the level of unemployment by 40,000."


Man hat die Bevölkerung um 745.000 überschätzt und die Arbeitskräfte um 637.000. Na kein Wunder, in die andere Richtung gibt es scheinbar keine Fehler, ansonsten würde die Arbeitslosenquote ja steigen ...

Je mehr ich mich mit den Arbeitsmarktzahlen aus den USA beschäftige, desto mehr komme ich zur Überzeugung, dass man die eigentlich nicht ernst nehmen kann. Vielleicht sind die Zahlen der OECD, die mit dreimonatiger Verzögerung kommen, etwas besser. Aber das ist wahrscheinlich auch nur ein vergebene Hoffnung ...

2007 job growth revised lower

US-Arbeitsmarkt schwach: 17.000 Jobs weniger

Entgegen der positiven Signale sowohl von den Initial Jobless Claims (bis auf die letzte Woche) und der eigentlich positiven Zahl von ADP, kommt jetzt eine erneute Desasterzahl vom US-Arbeitsmarkt.

Nach den positiven Zahlen lag die Erwartung bei plus 85.000, es ist aber ein Minus von 17.000 geworden. Durch magische statistische Korrekturen ist die Arbeitslosenquote trotzdem von 5,0 auf 4,9% gesunken ... Wahrscheinlich geben immer exakt dann, wenn die 5 vor dem Komma steht, ganz viele Amerikaner die Suche nach einem Job auf und werden dann nicht mehr gezählt (NILF - not in labor force).

U.S. Jan. nonfarm payrolls decline by 17,000

Microsoft will Yahoo! kaufen!

Wird aus dem Gerücht doch Wahrheit. Schade, da habe ich nicht genug Mut gehabt, vorher reinzugehen.

Yahoo ist ja eigentlich eine Perle. Die Angebote sind gut, aber die Vermarktung ist extrem schwach. So schwach, dass ein Analyst vorgerechnet hat, dass Yahoo u.U. sogar mehr Geld verdienen würde, wenn die sich von Google vermarkten lassen würden (obwohl Google sich ja auch was von den Vermarktungserlösen einstecken würde). Die Einnahmen pro PageImpression von Google sind halt deutlich höher als die, die Yahoo! erzielt hat.

Gut. Jetzt ist Yahoo! bei Microsoft untergeschlüpft. Damit ist Microsoft/Yahoo! definitiv und mit Abstand größte Online-Macht. Dass so schöne Sache wie del.icio.us und Filckr! jetzt bei MS hängen gefällt mir ehrlich gesagt nicht, aber das werde ich in Ruhe beobachten.

Kurs gestern übrigens 19,14 Dollar, heute werden es wohl ziemlich genau 31 Dollar werden, soviel hat MS nämlich geboten.

Microsoft will Yahoo übernehmen

Update (17:58):

Mein Lieblingszitat aus den bisherigen Analysen: "Death Star Culture at Microsoft". Besser kann man diese, wie ich finde, zutiefst unsympathische Firma nicht beschreiben. So unsympathisch wie Roland Koch.

Wem gehören die verbrieften Hypotheken eigentlich?

Ich stellte mir die Frage, als ich auf den neuen Rechtsberatungsservice für überschuldete amerikanische Immobilienbesitzer hingewiesen habe (You never walk away).

Der Leser horst_m hat im Kommentar einen sehr interessanten Link hinterlassen (Danke!), der zeigt, dass das ganze gar nicht so klar ist.

Also im Prinzip ist es schon klar, denn es gibt einen Trustee, der die Forderungen verwaltet. Das ist wahrscheinlich die Bank, die die Hypotheken auch verbrieft hat. Nur haben diese Trustee wohl ziemlich geschlampt und nach der ganzen Hin- und Herschieberei wissen die selber nicht mehr, wem die Rechte an der Hypothek und der Immobilie gehören. Gut, die Trustees sind fest überzeugt, dass *sie* die rechtmäßigen Besitzer sind. Wenn man allerdings dagegen klagt und die Trustees Beweise (sprich Unterlagen) liefern sollen, sieht es mau aus.

Die Deutsche Bank hat in Ohio bereits ein Gerichtsverfahren verloren, weil der Richter die Beweise nicht akzeptiert hat. Die Aussagen des Richters waren ziemlich deutlich: Nur weil das Abwicklungsverfahren so lange gut ging, weil es nicht hinterfragt wurde, heisst das noch lange nicht, dass es rechtens war. Wenn die Bank dann mit "Herr Richter, Sie verstehen nicht, wie das läuft" argumentiert, macht man sich auch nicht unbedingt Freunde ...

So richtig haarsträubend wird das Ganze, wenn ein Analyst berichtet, dass ihm Fälle bekannt wären, in dem die selbe Hypothek in mehr als einem Pool gelandet wäre. Man hat das Zeuch teilweise offenbar mehrfach verbrieft. Unglaublich!

Denn sie wissen nicht was sie tun, aber sie packen sich 100 Mio Bonus am Ende des Jahres auf's Konto ...

New York Times: Foreclosures Hit a Snag for Lenders

Wieder ein Kreditversicherer herabgestuft: FGIC

FGIC (Financial Guarantee Insurance Company) ist nicht so im Blickpunkt des Medieninteresses, weil die nicht börsennotiert sind. Trotzdem versichert FGIC 500 Milliarden Dollar (wenn ich das Investor Fact Sheet richtig lese).

S&P hat das Rating für FGIC von AAA auf AA gesenkt. Der Konkurrent MBIA wurde auf die Überwachungsliste gesetzt, bei AMBAC hingegen wurde das AAA-Rating bestätigt.

Ich muss auf die Details zum Geschäftsmodell mit eingebauter Abwärtsspirale nicht mehr eingehen, weil ich das schon einige Male getan habe. Kurz: Für FGIC wird es jetzt richtig schwer, weil die Bonds nicht mehr auf AAA "hochversichern" können, sondern nur noch auf AA. Damit fällt vieles der Einnahmen weg. Siehe dazu auch meine älteren Postings zum Thema.

Im Anschluss wurden direkt 27 ABS-Bonds von FGIC runtergestuft und übrigens auch auf "Watch negative" gelassen, sprich es wird weiter überprüft, ob das Rating nicht noch zu gut ist.

Business Week:Standard & Poor's cuts FGIC rating

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