Donnerstag, Januar 31, 2008

VertAAAn, VertBBBn, sprach der Hahn

Es geht ja nur um Anleihen im Wert von 500 Milliarden Dollar.

Im Schätzen von allem Möglichen ist S&P ziemlich gut, auch denn die ihren eigentlichen Job offenbar extrem mangelhaft machen ... Das Rating er Anleihen war zwar Mist, aber die Auswirkungen kennen die schon: Weitere Abschreibungen von 175 Milliarden Dollar.

Der FAZ Artikel beschreibt sehr schön, warum das (neben den Abschreibungen, die an für sich schon schlimm genug sind) so drastischen Auswirkungen auf die Banken hat. Nach den Eigenkapitalrichtlinien müssen die Banken je nach Bonität der gehaltenen Assets unterschiedliche hohe Summen Eigenkapital vorhalten. Bei Triple A sind das 0,56 bis 1,56%, bei BBB schon 4,8 bis 6%.

Man sieht also schnel, dass nicht nur die Abschreibungen die Bilanz anfressen, sondern auch die Eigenkapitalanforderungen zunehmend schwieriger zu erfüllen sein werden. Manche Bank wird die schlechten Bonitäten auch schlichtweg zu jedem Preis aus den Bilanzen werfen müssen. Auf Teufel komm aus. Vielleicht eine tolle antizyklische Investmentchance?!? Wenn ich Special Situation Investment Hedgefonds-Manager wäre, wüsste ich, welchen Markt ich im Auge behalten würde ... Eine Investment Chance für Normalsterbliche sehe ich aber nicht, oder hat jemand eine Idee?

S&P schockiert mit Massenherabstufung

Billionär erwartet Shake Out bei den Kreditversicherern

Klare Aussage von Wilbur Ross.

Auf die Frage, ob er ein Investment dort eingehen wird oder nicht, antwortete er deutlich unklarer, dass eine der beiden Möglichkeiten wohl richtig wäre ...

Interessant ist aber auch, dass er ganz klar macht, dass man die Municipal Bonds nicht in "Disorder" gehen lasse dürfe, ansonsten hätte man ein echtes Weltklasse-Problem. Tja, das würde ich auch so sehen ...

Ross sees bond-insurance shakeout soon: report

Hmmm der US-Arbeitsmarkt ...

... Da schrieb ich noch in dieser Woche bei der Veröffentlichung der ADP-Zahlen zum Arbeitsmarkt:
ADP: US-Arbeitsmarkt bleibt stabil

Aber kaum zeigen sich solch leichte Silberstreife am Horizont, haut eine Zahl den ganzen Optimismus weg ...

Die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist nach einigen Wochen Entspannung wieder massiv gestiegen. Die Zahl der letzten Woche lag bei 375.000 nach 306.000 in der Vorwoche. Das ist der schlechteste Wert seit Oktober.

Man sollte eigentlich sowieso nur auf den 4-Wochen-Schnitt schauen und dieser ist nur um 10.000 gestiegen. Und die Erstanträge liefern sowieso einen verzerrten Blick, mindestens genau so wichtig sind die Wiederholungs-Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Die Erstanträge reagieren nur schneller und sind deshalb so beliebt bei den Börsianern. Beliebtheit hat aber wenig mit Aussagekraft zu tun. Die Sensoren, die am sensibelsten reagieren, liefern leider auch die meisten Fehlsignale ...

Marketwatch: Jobless claims surge in latest week - Claims jump 69,000 to 375,000, highest level since Oct.

Mittwoch, Januar 30, 2008

Marc Faber: USA am Ende

Starke Worte sind ja üblich, wenn Marc Faber spricht.

Ein paar interessante Ausschnitte:

Er hält die Zinssenkungen der Fed für eine angemessene Reaktionn auf die Krise.
Gold könnte auf 10.000 Dollar je Unze steigen.
Der Dollar wird langfristig wertlos sein.
Amerika insgesamt wäre eigentlich schon in der Pleite, wenn die Verschuldung richtig erfasst würde.
Faber würde sich als Kleinanleger für eine ganze Weile von Aktien fernhalten.

„Amerika ist ein Imperium im Niedergang“

MBIA und AMBAC vor je 12 Milliarden Abschreibungen?

Wenn die Prognose des Analysten Ackman aufgeht, würde nicht einmal das geplante 15 Milliarden Rettungspaket mehr reichen.

Der Mann ist allerdings auch Short in beiden Aktien, von daher ist die Analyse sicherlich nicht unbedingt objektiv.

MBIA, Ambac slump on Ackman loss estimates

Nochmal minus 0,5 beim US-Leitzins

bei 4,8% Inflation 3% Leitzins. Hmmmhmmmmhmmm. Ob das gut geht?

You never walk away ...

Online-Beratung: Soll ich mein Haus verkaufen, es in die Foreclosure gehen lassen, oder umfinanzieren? Wenn man in die Zwangsversteigerung geht, bekommt man 6 Monate Rechtsbeistand, darf weiterhin 8 Monate in dem Haus wohnen, etc. pp. Und das alles für 995,- Dollar!

www.youwalkaway.com

gefunden über: Mish's Global Economic Trend Analysis: The Business of Walking Away

Update (17:07):

Doofe Frage, aber wer klagt den Besitzer eines leerstehenden Hauses denn eigentlich raus? Ich meine, das Zeuchs liegt ja jetzt bei der SachsenLB, der WestLB, der IKB-Bank und anderen Playern, die für ihr Know-How am US-Immobilienmarkt bekannt sind ...

Kümmert sich der CDO-Verbriefer darum? Oder wer?

ADP: US-Arbeitsmarkt bleibt stabil

+130.000 neue Stellen im Januar. Damit schreibt der ADP fort, was die Initial Jobless Claims schon andeuteten.

Private sector jobs rise 130,000

US-BIP +0,6 in Q4/07

GDP slows to 0.6% in fourth quarter

0,6% ist noch nicht so signifikant als dass ich die Hoffnung aufgeben würde. Schaue mir die Zahlen heute Abend im Detail an ...

Update (31.1.08):

Die wichtigsten Details hat Saviano zusammengefasst. Mehr dazu hier:
BIP USA: Bremsspuren - das Wachstum verlangsamt sich auf 0,6 Prozent

Dass der Export trotz des schwachen Dollars nicht anzieht, überrascht mich. Ich dachte eigentlich, dass dieser Faktor der mögliche Knackpunkt für meine Rezessionswette ist ...

Musterdepot: HypoVereinsBank - Morgen wird's spannend

Morgen gibt es in erster Instanz ein Urteil zum Verkauf der ehemaligen HypoVereinsBank-Tochter Bank Austria an den Großaktionär Unicredit.

Die 12,5 Milliarden Euro Kaufpreis sollen nicht dem wahren Wert der Bank Austria entsprochen haben, die Unicredit hätte sich also auf Kosten der HypoVereinsBank bereichert. Die Hauptversammlung bei der HVB hat einen Sonderprüfer berufen, Helmut Krenek, der (historisch einmalig) in alle relenvanten Unterlagen Einblick nehmen darf.

"Sollte der Vorsitzende Richter Helmut Krenek Heidels Argumentation folgen, wäre das Geschäft nichtig - auch wenn das Landgericht nur die erste Instanz ist. Dann drohen Europas drittgrößter Bankengruppe Schadensersatzzahlungen in Milliardenhöhe. Dann könnte es Kleinaktionären erstmals in der deutschen Wirtschaftsgeschichte gelingen, mit ihren Klagen einen großen Deal aufzuschnüren. Und die Chancen, dass es so weit kommt, stehen nicht schlecht."


Vor allem interessant: Das Abfindungangebot liegt bei 38,26, das Risiko bei dieser Spekulation ist also eng begrenzt.

Der FTD Artikel ist ein Dreiseiter, den ich jedem ans Herzen legen kann. Er fasst die Situation sehr gut zusammen:

FTD: Dossier : Kläger des verlorenen Schatzes

Subprime-*Betrug*? Jetzt 300 Miliarden Abschreibung?

Hmmm, direkt zwei interessante Nachrichten in einem Artikel.

In den USA wird jetzt gegen bestimmte (aber noch unbekannte) Hypothekenfirmen wegen des Verdachts auf Betrug ermittelt. Genaueres weiss man noch nicht. Betrug mag im Spiel gewesen sein, allerdings sind die Versäumnisse der Aufsichts- und Kontrollbehörden auch nicht zu übersehen. Über Nacht hat sich das Ganze schließlich nicht entwickelt ... Aber ist schon eine strategisch coole Position, wenn man in der Aufsichtsbehörde sitzt und nach jahrelangem Tiefschlaf nichts zu befürchten hat, weil da ja bestimmt irgendwie Betrug dabei war und dann konnte man ja wirklich nichts dafür ...

Interessanter als die Nachricht ist aber eigentlich noch die neueste Schätzung von DresdnerKleinwortBensonWassersteinPerella (OK, der wirklich Name ich etwas kürzer DRKW) zur Summe der Subprime-Abschreibungen: Diese werden jetzt auf 310 Milliarden Dollar geschätzt, von denen erst 130 Milliarden angefallen sind.

Da war meine Schätzung gar nicht so schlecht, als ich mal 300 Milliarden schätzte. Meine Rechnung war aber einfach: Es gibt Asset-Backed-Securities im Gesamtwert von etwa 1 Billionen Dollar , die mit Hypotheken hinterlegt sind. Diese Hypotheken sind immer mit einer Immobilie besichert. Da Immobilienpreise aber nicht beliebig tief fallen, ist das Risiko in den Papieren begrenzt. Wenn man jetzt etwa 30% Preisrückgang bei den Immobilien erwartet, ist das Gesamtrisiko eben 300 Milliarden. Diese Rechnung ist eigentlich noch etwas zu negativ, weil ja nicht alle Haushalte bis zur Oberkante Unterlippe verschuldet sind und nicht alle ihr Haus verkaufen müssen. Dagegen rechnen muss man aber die Haushalte, die mit mehr als 100% verschuldet sind, da kann das Risiko dann höher als die 30% sein. Beide Effekte dürften sich aber in etwa aufheben, so dass man die dumme Rechung durchaus machen kann.

FAZ.NET: Betrugsverdacht - FBI ermittelt gegen Finanzfirmen

Dienstag, Januar 29, 2008

US-Verbrauchervertrauen sinkt weiter

bevor ich wieder eine wichtige Zahl vergesse ...

Das US-Verbrauchervertrauen im Januar ist gesunken, aber etwas weniger als erwartet. Der Wert des Indexes vom Conference Board liegt bei 87,9 (erwartet 87,5), der Vormonat lag bei 90,6. Der Dezemberwert wurde allerdings satte 2 Punkte nach oben korrigiert, was mal wieder zeigt, dass man nicht zu stark auf Schwankungen bei den Nachkommastellen achten sollte, wenn doch Fehler bei den Zahlen vor dem Komma üblich sind. Der Trend geht aber weiter nach unten, wenig überraschend, schaut man sich die Schlagzeilen zu Subprime-,Kredit- und Finanzmarktkrise an.



U.S. January consumer confidence falls

Nach der Subprime-Krise kommt die Mückenplage

Und das geht so:

Man lasse die Immobilienpreise crashen, die Leute geben ihre Häuser auf. Der Pool im Garten wird zum Mückenteich und am Ende fahren Leute von der Stadt durch die Gegend und schütten Insektenvernichtungsmittel in die Pools, um die Mückenplage zu verhindern.

Das Immobilien-Kartenhaus

Übrigens eine sehr interessante Information in dem Artikel: Bei der Pleite des Immobilienbesitzers geht die Immobilie an die Bank. Soweit nicht überraschend, aber der Unterschied zu Deutschland: Der Schuldner ist damit raus aus dem Spiel. Er haftet also nicht für eventuelle Verluste, die nach dem Verkauf des Hauses übrig bleiben.

Daraus ergeben sich natürlich gewisse Möglichkeiten: Kostet das Haus auf der anderen Seite der Straße 300.000 und man selber hat noch 400.000 Hypothek auf dem eigenen Hütte, naja, dann geht man halt Pleite und kauft dann das Haus auf der anderen Seite ... Den Verlust von 100.000 Dollar hat dann die Bank zu tragen. Und dieses Spielchen fangen die Amerikaner gerade an zu spielen ...

Die Geschichte habe ich ursprünglich aus einem Kommentar (von anonym, der schreibt viel ;-) ) und zwar aus der LA Times:

A tipping point? "Foreclose me ... I'll save money"

Case-Shiller-Hauspreis-Index kollabiert

Minus 2,1% allein im November, 7,7% im Jahresvergleich. Wenn wir mit dem Dezember komplett sind, dürfte das schwächste Jahr im Case-Shiller-Index feststehen.

Schön übrigens auch der kleine Satz:

"After adjusting for inflation of 4.8%, "

Hmmmhmmmmhmmm. Wenn man einen Preisverfall schön rechnen will, beträgt die Inflation 4,8%, wenn die Fed die Zinsen für die nächste Zinssenkung klein reden muss, ist die "Kerninflation" nur bei unkritischen 2,einwenig %, also nichts kritisches ...

Ich befürchte, dass die 4,8% realistischer sind als vielen lieb ist ...

Home prices falling at record rate in November

Junk-Bonds zeigen Junk-Konjunktur an

sag i do ...

Der Unterschied (=Spread) zwischen (echten) Triple A Anleihen und Junk Bonds beträgt inzwischen wieder 7 Prozentpunkte (nach knapp 2,5 im letzten Juni). Ein sich ausweitender Spread ist ein guter Indikator für eine Rezession.

Nach den Prognosen von FridsonVision würde eine 8-monatige Rezession den Spread auf 16 Prozentpunkte steigen lassen.

Und das ist kein kleines Problem: Das Volumen der Junkbonds ist hoch. Im letzten Jahr wurden zum ersten Mal mehr neue Anleihen im Junk-Status als von Investment-Qualität emittiert. Generell wurde die Schuldner Qualität in den letzten Jahren immer schlechter. Darauf habe ich vor über einem Jahr schonmal hingewiesen (Die Kreditprobleme in der USA werden immer schlimmer).

Junkbonds zeigen Rezession in Vereinigten Staaten an

China: Die Blase platzt?

Die Topbildung ist mit dem aktuellen Rückgang definitiv beendet (Shanghai Composite 2-Jahres-Chart). Ab jetzt ist der Abwärtstrend intakt.

Das erste Unternehmen, dass mehr als 1 Milliarde wert war, ist jetzt nur noch die Hälfte wert ...

FTD: » 400 Mrd. Dollar ausradiert «

Ich habe ja schonmal die Meinung geäussert, dass die Chinesen nicht nur durch externe Effekte gebremst werden (Abschwächung der Weltkonjunktur), sondern auch durch interne Effekte (massive Zinserhöhungen auf inzwischen etwa 7,5%).

Wir werden sehen, ob die beiden neuen Mächte China und Indien die Weltkonjunktur wirklich stabilisieren können und werden. Ich bezweifle, dass China und Indien groß und wichtig genug sind, um das zu schaffen, zusätzlich glaube ich aber auch, dass die beiden Länder auch ohne Abschwächung der Weltkonjunktur bremsen würden.

Herzlichen Glückwunsch! LEg GOdt!

nach Dänemark (auch wenn ich einen Tag zu spät bin ...).

Der Legostein wird 50 - Die Geschichte einer Sucht


Angesichts des 50-jährigen Geburtstags des Legosteins backen wir uns heute mal einen Legokuchen ...




Building Blocks Cakes

Eine Zeitlinie mit der Erfindungen von Lego gibt's hier:

LEGO Brick Timeline: 50 Years of Building Frenzy and Curiosities

Zertifikate: Wenn es drauf ankommt, geht nix ...

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Anmerkung: Ich hole den Artikel nochmal nach vorne, weil er in der hektischen letzten Woche u.U. untergegangen ist. Angesichts der Illiquidität des Markts in hektischen Zeiten, sollte man sich mehr als einmal überlegen, ob man darin sein Geld investiert ...
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Im Zertifikatehandel sind seit Anfang der Woche teilweise bis komplette Ausfälle eher die Regel als die Ausnahme. Die Liste der laut FTD betroffenen Emittenten liest sich wie ein Who is Who der Branche: Citigroup, HSBC Trinkaus & Burkhardt, Merrill Lynch, BNP Paribas, der Landesbank Baden-Württemberg, UBS und Sal. Oppenheim. Und das auch unabhängig voneinander sowohl im Direkthandel, an der EUWAX und auf Scoach (Frankfurt).

Tolle Sache, wenn man dem Verfall seines Vermögens zuschauen muss ohne eine Chance zu bekommen, die Papiere zu verkaufen.

Man darf nie vergessen, dass Zertifikate immer ein Bonitätsrisiko haben (jaja, auch bei der Citibank, die waren mal AAA, aber sind das wie alle anderen Emittenten nicht mehr). Und auch der Handel und damit die Liquidität hängen an den Emittenten. Stellen die keine verlässlichen Kurse, wird man das Zeuch nicht mehr verlässlich los. Und das ist an so Tagen wie Montag und Dienstag tödlich. Und leider sind diese Ausfälle an hektischen Tagen scheinbar üblich und auch an normalen Tagen gar nicht so selten.

FTD: Crash überfordert Zertifikatehandel

Update (29.1.07)

Auch die FAZ berichtet jetzt über die skandalösen Aufälle im Zertifikate- und Optionsscheinhandel in hektischen Zeiten.

Anleger bleiben auf Zertifikaten sitzen

Montag, Januar 28, 2008

Top-Ökonomen loben US-Rettungspaket

Ich nicht, aber ich bin ja auch kein Top-Ökonom ...

Ich finde, 150 Milliarden einfach in die Wirtschaft zu kippen, dumm. Ohne Sinn, ohne Zweck. Klar besser als nichts zu tun, aber schlechter als was richtiges zu tun ...

Wie wäre es mal mit Steuerrabatten für sparsame Autos? Für Energiesparmaßnahmen von Immobilien? Effizientere Klimaanlagen? Irgendwas *Sinnvolles*.

Oder für Zinsvergünstigungen für überschuldete Haushalte (breiter angelegt als das bisherige Programm), um die Abwärtslawine am Immobilienmarkt zu stoppen? Oder Bürgschaften und Sicherheiten für die Municipal Bonds der Kreditversicherer, um die nächste potenzielle Lawine zu verhindern?

Aber nein, einfach 150 Milliarden Dollar mit der Gießkanne möglichst gleichmäßig auskippen. Damit sich bloß kein Wähler benachteiligt fühlt, es ist schließlich Wahlkampf.

Dumm und unkreativ. Sorry to disagree.

Top-Ökonomen loben US-Rettungspaket

Der US-Immobilienmarkt bleibt schwach

Nachdem in der letzten Woche ein erstes leicht positives Zeichen kam (der Bestand an unverkauften Häusern ging zurück), sind die Zahlen heute wieder schwach, sogar noch schwächer als erwartet.

Die Anzahl der verkauften Neubauten fiel um 4,7% auf 604.000 (erwartet wurden 647.000). Auch der Vormonat wurde nach unten korrigiert (von 645.000 auf 637.000). Im Gesamtjahr 2007 wurden satte 26,4% weniger verkauft als noch 2006.

Die Preise sanken im Durchschnitt auf Jahressicht um 11,5%, so viel wie seit 1970 nicht mehr.

Die einzige positive Zahl: Die Anzahl der noch nicht verkauften Häuser sank leicht von 502.000 auf 495.000. Da aber die Verkäufe noch stärker sanken, stieg das Volumen gerechnet in durchschnittlichen Verkäufen pro Monat auf 9,6 Monate, ein neues 26-Jahreshoch.


Builders slash prices 10%, but sales fall anyway

80 Mrd. Euro Risikopapiere bei den Landesbanken?

Was auch immer der Focus unter "Risikoanlagen" verstehen mag. Dass eine Bank Risikopapiere hat, ist ja erstmal nichts problematisches ...

Inwieweit daraus auch ein Risiko entsteht, wird man noch sehen.

Dass die WestLB mit 20 Milliarden Euro ganz vorne dabei ist, kommt nicht überraschend. Viel überraschender ist eher, dass da noch nichts abgeschrieben wurde ...



Reuters: Landesbanken halten angeblich fast 80 Mrd Risikoanlagen

Sonntag, Januar 27, 2008

Was wirklich bei der Société Générale passierte

;-)

"Wednesday evening, Paris.

Mianne: "we 'ad some 'elp from ze Fed. Zey so dumb zey thought it was a recession. We only lost 4.9 billion euros. Zis is good, no?"
"

Astonishing Soc Gen Transcripts Emerge.....*

Société Générale ist Equity Derivate Haus des Jahres!

Kein Scheiss.

http://www.risk.net/public/showPage.html?page=printer_friendly_risknet&print=685494

Hmmmhmmhmmm.

Vielleicht sollten die auch mal anfangen, Bonitäts-Ratings zu vergeben. Die dürften sich in der Gesellschaft von Moody's, Standard & Poors und Fitch wohl fühlen ... Blinde unter Blinden ...

via Great Moment in Journalism, Risk Magazin edition

Jaja, und das mit Enron war auch schön. Die hatten damals (größte Pleite bis dahin in den USA) auch noch kurz vor der Insolvenz ein Triple A Rating. Nur für den Fall, dass jemand dem Gejammer der Ratingagenturen jetzt Glauben schenkt: Die liegen nicht zum ersten Mal so übel daneben ...

Nur 70.000 iPhones in Deutschland

Mit Abstand der schwächste Markt. In Frankreich ging die gleiche Menge in der halben Zeit über die Theke, in Großbritannien in vergleichbarer Zeit fast die dreifache Menge. Kein Wunder, angesichts der mit Abstand höchsten Preisen.

Ein iPhone zu 300 Euro (=400 Dollar) mit 400 Minuten Telefonieren, 100 SMS und unlimitierten Internet zu 40 Euro (=59 Dollar) im Monat wie in den USA wäre auch in Deutschland ein Erfolg.

So aber macht T-Mobile das Geschäft kaputt. Die nachträgliche Tarifsenkung (kostenlose Wochenendgespräche, zusätzliche Minuten für 29 statt 39 Cent) haben die meisten gar nicht mehr mitbekommen, das Extrem-Teuer-Image war schon in den Köpfen ...

Laufende Minuten für 29 Cent sind gegenüber 14 Cent bei Aldi oder 10 bei Lidl einfach nicht wettbewerbsfähig. Normalerweise bekommt man die meisten Sachen *billiger*, wenn man sich vertraglich bindet und zahlt nicht das Doppelte oder Dreifache ...

Da kann sich T-Mobile gerne über einen dreimal so hohen Umsatz pro Kunden freuen, ich zahle aber lieber weiterhin ein Drittel des Apple-T-Mobile Preises ... So gerne ich auch ein iPhone hätte ...

Samstag, Januar 26, 2008

Wie weit können die US-Immobilienpreise fallen?

Die Frage, die sich jeden vor dem Kauf einer Immobilie stellen sollte ist:

Mieten oder Kaufen?

Klar, für den Kauf sprechen auch noch andere Gründe (kann tun und lassen, was ich will), aber aus finanzieller Sicht sollte man eigentlich nur überlegen, ob mieten oder kaufen preiswerter ist.

Die Frage ist gar nicht so einfach, wie manche die gerne hätten, denn es kann sehr gut sein, dass mieten die preiswertere Alternative ist. Ich habe irgendwo mal den schönen Satz eines Beraters gelesen, der das ganze kurz zusammenfasste:

Hausbesitzer haben eine höhere Rente, weil sie für die Rückzahlung der Immobilien den Gürtel enger schnallen.

Würde der Immobilienerwerber aber die selbe Summe, die er sonst in ein Haus stecken würde, gut anlegen, sähe das gar nicht mehr so eindeutig aus. In Focus Money erscheint einmal im Jahr ein Vergleich und es gibt einige Regionen, in denen Mieten tendenziell billiger ist.

Auch in den USA gilt dieser langfristige Zusammenhang natürlich. Wenn die Immobilienpreise um 100% steigen, die Mieten aber nur um 50%, stimmt da irgendwas nicht. Die Überlegung ist schon alt und ich habe die hier auch schonmal gebracht, aber das ist lange her.

Die Mietrendite für ein Haus in den USA liegt im Moment bei nur 3,5%. Wenn man also 300.000 Dollar in ein Haus steckt, um es dann zu vermieten, ist man blöd. Denn mit einer Staatsanleihe könnte man mehr Rendite einfahren. Auch ist ein rein rationaler Entscheider blöd, wenn er in dieser Situation ein Haus kauft statt zur Miete einzuziehen.

Diese Schere kann sich auf zwei Arten schließen:

a) Die Mieten steigen deutlich an
b) Die Immobilienpreise sinken deutlich

Wahrscheinlich wird beides auf einmal kommen.

How Far Might Housing Prices Fall?

Freitag, Januar 25, 2008

Bank Of America besorgt sich 12 Milliarden Dollar

Huch, das ist eine ganz schön hohe Summe, denn die Verluste bei denen waren doch dar nicht sooo außergewöhnlich hoch. Aber gut, nach dem Kauf des Immobilienfinanzierers Countrywide hat man wohl sicherheitshalber etwas mehr Geld besorgt. Meine Prognose: Das Geld wird schon noch verbraten werden ;-)

Bank of America verdoppelt frisches Kapital

Eine aufregende Woche geht zu Ende ...

... deshalb zur Abwechslung was Lustiges äh Musik ... Also der kann *echt* gut singen. Also für live ist das nicht schlecht ... Die ersten 15 Sekunden ... Und dann singt der weiter als wäre nichts passiert ...



via reddit

George Soros zur aktuellen Finanzmarktkrise

Seine Worte sind immer interessant, deshalb ein kleiner Hinweis auf diesen Beitrag im Blog des Wall Street Journals, auch wenn nicht sooo wahnsinnig viel Neues drin steht. Soros warnt ja schon länger vor den spekulativen Exzessen ...

"this not a normal crisis, but the end of an era".

WSJ: Soros: ‘Free for All’ Fallout Requires Finance Sheriff

Saviano vom Boersennotizbuch verlinkt auf ein Video-Interview mit und einen Artikel in der Financial Times von George Soros, beides empfehlenswert:

George Soros: Die schlimmste Krise seit 60 Jahren (Artikel und Video)

Eines würde ich aber nicht unterschreiben. Wenn wirklich "Everything that could go wrong did." stimmen würde, würde die Unze Gold 20.000 Euro kosten ...

Händler betrügt Société Général um 5 Milliarden

(Update: Ich hole den Artikel nochmal nach vorne, weil die Kommentare und die Updates ein paar interessante neue Details enthalten ...)

So viel zum Thema Risikokontrolle bei den Banken.

Die erzählen uns immer, dass die riesigen Summen bei den Derivaten kein Problem seien, denn das effektive Risiko gehe gegen Null, weil sich viel der Positionen gegeneinander aufhöben.

Toll, kann man denen glauben, ich habe das schon lange aufgegeben. Und warum? Weil die nicht einmal ihr eigenes, internes Risiko im Griff haben!

Da kann ein Händler Geschäfte im Wert von 5,5 Milliarden abschließen, die komplett an den Sicherheitskontrollen der Bank vorbei gehen? Und niemand bekommt das mit?

Wie soll jemand das Risiko der Bank durch die Märkte bestimmen können, wenn die nicht einmal ihre eigenen Positionen kennen? Da muss ja nicht erst der Quant, der Finanzmathematiker, Mist in seinen Modellen bauen - nein, er bekommt schon von der Buchhaltung falsche Zahlen geliefert.

Gaaanz ruhig bleiben und sich ja keine Sorgen machen: Es geht nur um etwa 500 Billionen Dollar an offenen Derivatepositionen. Die sind in guten Händen und die haben alles im Griff ... Gaaanz sicher.

Warren Buffet hat das Ganze mal "finanzielle Massenvernichtungswaffen" genannt. Ich fürchte, irgendwann wird er Recht bekommen ...

Milliardenschaden: Händler betrügt Großbank

Update (17:02).

Das toppt übrigens auch Nick Leeson, der die Baring Bank in den Abgrund geschickt hat ... Sogar um den Faktor Fünf ...

King of the rogues

Eine schöne Übersicht, leider auf viele Seiten (Klickhuren!) verteilt, bei der FTD:

Die größten Händlerskandale

Update (25.1.08):

Nochmal eine Quelle, die das Gerücht (die Einschätzung) verbreitet, dass die Société Générale womöglich nur Subprime Verluste als Trading-Verluste versteckt haben könnte ...

Üble Gerüchte in Davos

Und noch ein Artikel von der Tagesschau:

Die Geschichte wird von einigen angezweifelt. Und der Schaden soll auch eher zweistellig sein, sprich mindestens doppelt so hoch wie bekannt ...

Vernichtete ein einziger Mann zig Milliarden?

Der beisst nicht, der will nur spielen ...

"Er hat einfach nur gespielt"- Zitat über Jérôme Kerviel, den die FTD den 5-Milliarden-Euro-Mann getauft hat ...

Der 5-Milliarden-Euro-Mann

Update (9:30):

Nick Leeson (bisheriger Spitzenreiter) meint, dass die alle nur spielen wollen. Es gäbe nämlich weit mehr unbekannte Fälle als bekannte und üblicherweise würde vieles vertuscht und nicht an die Öffentlichkeit kommen. Kontrollmöglichkeiten haben die Aktionäre nicht, da das Saldo der ganzen Geschäfte am Ende des Jahres als Gewinn oder Verlust aus dem "Eigenhandel" im Geschäftsbericht erscheint. Mehr Details gibt es da nicht.

Ex-Börsenschwindler Leeson berichtet von zahllosen vertuschten Fällen

Donnerstag, Januar 24, 2008

Hängen der Crash vom Montag und der Société Générale Betrug zusammen?

War vielleicht gar nicht die Konjunktursorgen, sondern Zwangsverkäufe der Société Générale der Auslöser für den Crash Anfang der Woche?

Der Händler hat immerhin 5 Milliarden Euro auf dem Gewissen und wenn man die Positionen schnell glatt stellen muss, dann führt das schon zu Verwerfungen ...

Wer weiss, wer weiss, vielleicht ist an dieser Spekulation mehr dran als man auf den ersten Blick glauben mag ...

SocGen probably was the culprit in Monday's selloff

Wobei die Formulierung "It now seems clear" viel zu eindeutig ist, liefert der Bericht doch nur einen einzigen "Beweis": Wenn es um die Konjunktur gegangen wäre, hätte die konjunkturresistente RWE nicht genau so stark verlieren dürfen wie die konjunkturabhängige Deutsche Bank. Aber kein Wort davon, dass der Sell-Off in Asien begann (und da ist die SocGen nicht so dick engagiert) und kein Wort davon, dass RWE bis Montag ziemlich stabil war, während die DeuBa schon kräftig verloren hat. Es ist in einem solchen Crash nicht gerade unüblich, dass die Werte besonders stark verlieren, die vorher am wenigsten verloren haben. Gewinne sichern ...

Update (22:17):

m106 hat in einem anderen Artikel einen Kommentar hinterlassen, in dem er den SocGen Chef zitiert:

„Wir haben am Sonntag um 11 Uhr begriffen, dass wir bei diesen Positionen ein riesiges Risiko trugen. Es war unsere Pflicht, die Risikopositionen so schnell wie möglich glattzustellen.“ Das habe die Bank von Montag bis Mittwoch getan und anschließend den Markt informiert. „Hätten wir am Montagmorgen gesagt, wie die Lage ist, wären die Verluste zehn Mal so hoch gewesen“

Das spricht wieder für die These, dass die SocGen den Crash zumindest mit verursacht hat ...

Update (25.1.08):

Jetzt bringt auch der Spiegel die Spekulation:

War der französische Amok-Banker schuld am Börsencrash?

Noch eine US-Zinssenkung nächste Woche?!?

Ich staune, ich staune!

Fed funds still favor 50 bp cut, but less so

Die Futures Märkte preisen noch eine Zinssenkung der Fed auf der Sitzung in der nächsten Woche ein. Also noch eine reguläre Senkung nach der außerregulären vorgestern.

Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings gesunken, für 0,50% steht die Wahrscheinlichkeit "nur" noch bei 62%, gestern lag sie noch bei 100%.

Ich hätte eigentlich eher erwartet, dass nach der stärksten Senkung seit 25 Jahren oder so, erst einmal Pause wäre ...

Macht eigentlich die Fed, was die Fed richtig findet, oder nur noch was der Markt von ihr verlangt?!?

Warum die Monolines nicht zum Desaster führen werden

Ich habe das schon an einigen Stellen in den Kommentaren anderer Blogs hinterlassen, aber das passt eigentlich auch hier ...

Ich glaube nicht, dass aus den Risiken der Kreditversicherern ein neues, unbekanntes Risiko entstehen wird, das auch nur annähernd so groß wird, wie die versicherte Summe von 2,5 oder 3 Billionen Dollar befürchten lässt.

Ich stütze meinen Optimismus auf zwei Gründe:

a) Der *gaaanz* große Teil der versicherten Anleihen ist von guter Qualität. Es handelt sich immerhin um Anleihen von Städten, Gemeinden und Bezirken. Diese fallen so gut wie nie aus, im schlimmsten Fall gibt es ein paar Jahre eine Stundung der Zinszahlung, Komplettausfälle sind aber fast ausgeschlossen.

b) Die Summe, die die Kreditversicherer versichert haben, ist viel zu hoch, um das alles unreguliert in einen illiquiden Markt plumpsen zu lassen. Und das würde zwangsläufig passieren, weil der ganze große Teil der Papiere kein vernünftiges oder gar kein Rating hat (wie auch: Eine Stadt wie Münster hat in Deutschland auch kein Rating und bisher gab es ja auch keinen Grund für en Rating, denn der Versicherer hat ja AAA drauf geklebt.).

Der Staat wird IMHO ein Rettungspaket schnüren, weil das in diesem Fall eigentlich ziemlich einfach ist. Das Ausfallrisiko ist extrem gering. Die Kreditversicherer waren eine Zeit lang die profitabelsten Firmen der Welt (Gewinn je Mitarbeiter). Es entsteht also kein zusätzliches Risiko, wenn der Staat die Versicherungen übernimmt, denn damit haben die Kreditversicherer lange viel Geld verdient.

Es ist in diesem Fall auch kein Bail-Out, kein risikofreies Herauskaufen der Leute, die den Mist verbockt haben. Denn ich würde dieses Rettungspaket ausschließlich auf die Anleihen der öffentlichen Schuldner beschränken. Dieses Risiko trägt der Steuerzahler am Ende sowieso schon. Die restlichen Geschäfte (die Versicherung von Mortgage Backed Securities, etc.) würde ich einfach vor die Wand fahren lassen. Strafe muss sein ...

Ich glaube aber nicht, dass "mein" Modell so gemacht wird. Trotzdem glaube ich nicht, dass aus den Monolines ein Risiko entstehen wird, das unvergleichlich höher ist als die Risiken, die bisher schon aus mit Hypotheken hinterlegten ABS und CDOs entstanden ist. Die 2,5 oder 3 Billionen, die herumgereicht werden, sind zum ganz überwiegenden Teil gute Anleihen mit (sehr) guter Bonität, für die am Ende sowieso der Staat haftet.

Ich hätte zuerst dieses Sicherungspaket geschnürt, bevor ich (dümmer geht's nimmer) gepumpte 150 Milliarden Dollar mit der Gießkanne über die Bevölkerung regnen lasse. Das ist dumme, unkreative und ziellose Konjunkturpolitik.

FTD: Rettungspaket für Bondversicherer

Update:

FT: Banks pressed to bail-out bond insurers

Es geht um bis zu 15 Milliarden Dollar neuem Kapital für die Kreditversicherer. Die Banken sollen das Geld geben, die wollen aber nicht (zumindest nicht alle), weil die selber kein Geld haben ... Aber wenn sie das Geld nicht geben, werden sie eben abschreiben müssen. Auch keine gute Alternative.

Egal wie, irgendwie werden die Kreditversicherer aufgefangen werden (ob durch Banken der den Staat), denn eine zweite Lawine wird nicht ins Rutschen kommen. Die CDOs sind schon schlimm genug und das Durchsickern der Immobilienkrise auf die Gesamtwirtschaft fängt ja auch erst gerade an ...

Update (25.1.08):

Deutscher Artikel zum Rettungspaket von der FAZ:

Wall-Street-Banken sollen Anleiheversicherer retten

Und der Skeptiker heisst Goldman Sachs, die als einzige Bank von den Problemen nur wenig betroffen sind und (verständlicherweise) den Mist nicht mitfinanzieren wollen, den die anderen verursacht haben ...

Goldman analysts question bond insurer bailout

Ich hoffe nur, dass das Ganze nicht genauso grandios scheitert wie der Super-SIV M-LEC vor ein paar Wochen ... Die Probleme sind im Endeffekt die selben ... Wer keine Auswirkungen befürchtet, hat kein Interesse sich an einer gemeinschaftlichen Rettungsaktion zu beteiligen.

Update (27.1.08)

Nach der Diskussion mit m106 habe ich die Mühe gemacht, mal ein paar Zahlen zum Subprime-Exposure der Kreditversicherer herauszusuchen:

Dieses betrug laut Moody's im Jahr 2006 branchenweit knapp 8 Milliarden Dollar. Bei MBIA meldet Moody's gut 11 Milliarden, bei Ambac knapp 22 Milliarden.

Ich kann also nur nochmal auf meine These hinweisen, dass die 15 Milliarden für die Kreditversicherer ausreichen müssten, denn die Risiken aus Subprime und Konsorten dürfte nur einen Bruchteil der Gesamtrisiken ausmachen. Die Summe von 2,5 oder 3 Billionen Dollar steckt weiterhin fast auschließlich in Municipal Bonds, bei denen das Ausfallrisiko gegen Null geht.

Es kann natürlich sein, dass die Zahlen von Moddy's alle Müll sind. Aber immerhin habe ich Zahlen und der Typ, den die Times zitiert, liefer gar nichts Handfestes, außer einer gigantisch hohen Schätzung für das fehlende Kapital ...

Financial Guarantors' Subprime Risks: From RMBS to ABS CDOs - September 2007

Mittwoch, Januar 23, 2008

Aufwärts! Zwo! Drei! Vier!

Ansonsten geht's ja doch wieder nach unten bei den lahmen Deutschen ...

Aber mit *der* Wall Street heute abend und *der* Musik im Rücken geht's morgen wohl selbst mit dem DAX nach oben ;-)



gefunden über:

Marching band's classic video game themed halftime show

Abstauberlimit Nr. 7:

--

Kauf 300 CONVISUAL AG O.N. DE0006204589
Tagesgültig XETRA Limit 5,12 EUR

--

Aber wenn jemand 1000 Stück unlimitiert wirft, bin ich drin.

Frech, gell?

Ein Blick auf den Immobilienmarkt in Großbritannien

Sehr schöner Artikel bei Telepolis, der die Situation in Großbritannien zusammenfasst.

Dort hat übrigens ein Immobilienfonds dichtgemacht, wie vor gut 2 Jahren hier in Deutschland auch (z.B. der Grundbesitz Invest). Das habe ich allerdings für eine kleine Spekulation genutzt und den Fonds an der Fondsbörse Hamburg gekauft (weil der Kurs dort etwa 10% unter dem letzten Rücknahmewert des Fonds lag). Nach ein paar Wochen war die Neubewertung der Immobilien abgeschlossen und es gab entgegen der panischen Erwartungen sogar eine Aufwertung der Immobilien. Das waren 15% mit einem Immobilienfonds in 3 Monaten. Das nenne ich gutes Rendite-Risiko-Verhältnis ...

Aber zurück zum Thema: Großbritannien steht auf der Liste der von einer Immobilienkrise gefährdeten Länder ganz weit oben. Einziger Konkurrent in Europa ist Spanien. Der Artikel beschreibt sehr schön wie sich das Rad der Spekulation immer weiter dreht, wie die Hypotheken immer leichtfertiger vergeben werden und wie aus diesen Spekulationen eine Reichtumsillusion entsteht, die die Leute dann immer weiter auf Pump konsumieren lässt. Bis die Preise für Immobilien irgendwann so hoch sind, dass das Top erreicht ist und die Preise wieder zurückgehen (nein, auch wenn's oft behauptet wird: Preise stagnieren nicht am Ende einer solchen Entwicklung nicht. Sie schießen vorher immer zu weit nach oben und das wird dann immer durch sinkende Preise korrigiert (und nicht durch Preise, die eine längere Zeit stagnieren)),

Am Ende steht dann wie in den USA in den Bilanzen nicht weniger Immobilienbesitzer: "Negatives Eigenkapital", sprich: Überschuldet.

Telepolis: "Negatives Eigenkapital"

Abstauberlimits: 2 haben getroffen

Von den 6 (Abstauber-)Limits gestern sind zwei aufgegangen:

Kauf: 150 Stück ARCANDOR AG IN zu 9,96 Euro

und

Kauf: 2 Stück Private Eq BAS zu 850,00 Euro (innerer Wert 1553 Euro).

Die Limits auf Plasmaselect zu 1,41,
Dyckerhoff zu 34,50 (falscher Börsenplatz, ich Depp, in Frankfurt gab es 34,01 nur 5 Minuten nach Aufgabe meiner Order, heute 37 ...),
DEWB zu 1,81 und
ALEO SOLAR (DE000A0JM634) zu 11,01 sind nicht aufgegangen.

Aleo Solar und Dyckerhoff liegen noch im Markt. Die anderen beiden waren nur gestern gültig.

Schau'n mer mal, ob nochmal ein so gnadenloser Paniktag wie gestern kommt. Heute ist es ja relativ gesittet, zumindest finde ich bei einem schnellen Blick keine Wert, die ohne Grund 20% oder mehr verlieren.

Dienstag, Januar 22, 2008

Ambac hat 5,2 Milliarden abgeschrieben ...

könnte an einem so hektischen Tag schnell untergehen ...

Nach den Abschreibungen bleiben 3,26 Milliarden Dollar Verlust, entsprechend 31,85 Dollar je Aktie.

Ambac swings to big loss after $5.2 billion writedown

Bin gespannt, was die Kreditversicherer-Konkurrenz MBIA so meldet ...

Die ganze Geschichte der Kreditversicherer findet sich in meinen älteren Artikeln zum Thema MBIA.

Fed senkt Zinsen um 0,75%

Wow!

Dann kann ich meine Kauflimits, die noch nicht aufgegangen sind, wohl alle vergessen ...

Citigroup pleite?

Das ist tatsächlich der Suchbegriff, der heute am meisten Traffic auf dieses kleine, aber feine Blog leitet.

Laut Feedburner:

Traffic Source visits Trend
Search for "citigroup pleite" 5 —

Nachdem die jetzt 15 Milliarden eingesammelt haben?

Ne, nie im Leben. Die gehen sowieso nie Pleite, weil wir dann alle einpacken können. Kurz: Sowas wie die Citigroup ist "too big to fail", zu groß, um die Grätsche zu machen.

Es gibt keinen Crash, wenn die Amis den nicht auslösen!

Das ist das Land von Hollywood mit einem Gespür für Dramatik!

Wenn die den Crash nicht selber beginnen, wird das kein Crash.

Es sind bisher immer alle Crashs von den USA ausgegangen. Alles andere verdampfte schnell wieder. Ob China, ob Gorbatschow, ... In Europa brachen die Kurse 10% ein und erholten sich sofort wieder als die Wallstreet nicht mit in den Keller rauschte.

Die Amis sind beleidigt, wenn die den Crasg nicht selber machen. Die hatten jetzt lange genug Zeit um sich vorzubereiten. Das Plunge Protection Team wird schon arbeiten, den goldenen Männern aus Sachsen Geld zuschieben und dann wird gekauft.

Durchschnittlich gehen solche Kurseinbrüche nicht über die 30% hinaus. Wir haben jetzt die Hälfte davon und da kann man ruhig wieder vorsichtig kaufen.

Meine Abstauberlimits

Kauf 1.000 PLASMASELECT AG
DE0005471809 22.01.08
Tagesgültig Frankfurt Limit 1,41 EUR

Kauf 140 ALEO SOLAR N...
DE000A0JM634 22.01.08
Ultimo Frankfurt Limit 11,01 EUR

Kauf 50 DYCKERHOFF VZO O.N.
DE0005591036 22.01.08
23.01.08 Stuttgart Limit 34,34 EUR

Kauf 750 DT.EFF.U.WECH.-BET....
DE0008041005 22.01.08
Tagesgültig Frankfurt Limit 1,81 EUR
---

Plasmaselect: Nicht sonderlich profitabel, aber nach Verkauf eines Geschäftsbereichs mit etwa 3 Euro Cash je Aktie.

Aleo Solar. Ganz freches Limit, IMHO fair bewertet (im Gegensatz zu vielen großen Solarfirmen, die immer noch KGVs von 30 haben). Außerdem gut aufgestellt im wichtigen Bereich der Dünnschichttechnologie.

Dyckerhoff ist eine Altposition, bei der der Großaktionär bereits zu 40 Euro mal ein Übernahmeangebot gemacht hat. Das hatte ich damals angenommen, dann ging der Kurs weiter bis auf über 50, jetzt scheinen die Anleger aber die Geduld zu verlieren. Der Buchwert ist aber bei ungefähr 30 Euro (Risiko nach unten ist begrenzt) und eine Komplettübernahme liegt weiterhin in der Luft. Diese dürfte nicht unter dem alten Angebot erfolgen. Dass das freche Limit aufgeht, ist unwahrscheinlich, aber in derart nervösen Märkten wie heute ist alles möglich. Zu 36 würde ich nicht unbedingt kaufen wollen, da ist mir die Chance bis auf 40 (und u.U. ein jahrelanges Warten) zu klein.

DEWB ist eine Beteiligungsgesellschaft, die ebenfalls deutlich unter dem inneren Wert notiert und dementsprechend gute Chancen bietet.

Update (11:01)

(Noch) nichts von den Limits aufgegangen.

Noch eins:

Kauf 150 ARCANDOR AG O.N.
DE0006275001 22.01.08
Tagesgültig Stuttgart Limit 10,00 EUR

Update (11:09)

Und noch ein Papier, das ic schon länger beobachte:

Kauf 2 DR.BK.EQU.BET.ZT.00...
DE0001734994 22.01.08
Ultimo Stuttgart Limit 888,00 EUR

NAV über 1500 Euro, Kurs unter 900. Ab 2010 kann man das Papier zurückgeben ... Bis dahin habe ich Zeit.

Update (11:29)


Dyckerhoff Limit nach Frankfurt gezogen, weil in Stuttgart nichts passiert. Doof, die Order überhaupt in Stuttgart zu platzieren. Machte früher Sinn, aber Stuttgart betreut Dyckerhoff wohl nicht mehr (zu enger Markt). In Frankfurt wäre die Order schon zu 34,10 durchgegangen ...

Kauf 50 DYCKERHOFF VZO O.N.
DE0005591036 22.01.08
Ultimo Frankfurt Limit 34,51 EUR

Ihr sollt kaufen, wenn die Kanonen donnern!

Colonia Real Estate hat einen NAV (Net Asset Value, also inneren Wert) von knapp 20 Euro. Die Aktie kostet heute unter 11. Die Ergebnisschätzuung für 2008 liegt bei 2,80. Das ist ein KGV von 5 oder so. Die Aktie fällt heute nochmal um 10%. Unglaublich.

Bilfinger, mit einem Rekordergebnis nach dem anderen, notiert wieder auf dem Niveau von 2005. Und macht heute viel mehr Gewinn und ist viel weniger zyklisch. Der Kurs ist ein Witz!

Auch bei Aktien wie Indus, Krones und ähnlichen kann ich den Kurs nicht nachvollziehen ...

Musterdepot: Noch mal DEWB

gestern ist das Limit von 2,00 Euro nicht aufgegangen, deshalb heute nochmal. Allerdings mit frecherem Limit ...

DT.EFF.U.WECH.-BET.G.O.N. WP-Portrait
ISIN: DE0008041005
Börsenplatz: Frankfurt
Nominal / Stück: 750
Kurs: 2,11 EUR
Vorauss. Kaufvolumen: 1.357,50 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 12,50 EUR Details

Handelsprovision: 10,00 EUR
Börsengebühr: 2,50 EUR
Hinweis zu sonst. Entgelten: ggf. zzgl. Maklercourtage, fremde Spesen (z.B. Eintragung in das Namensregister bei Namensaktien, Clearinggebühren, etc.)
Vorauss. ausmachender Betrag: 1.370,00 EUR
Bitte beachten Sie, dass sich der angezeigte Kurs bis zur Ausführung der Order noch ändern kann.

Order-Details
Gültig bis: 22.01.08
Ordertyp: Limit 1,81 EUR
Orderzusatz: Kein Zusatz

---

Ich glaube, heute kann man mit dem einen oder anderem frechen Limit einen ganz guten Einstieg hinbekommen ...

Hat noch jemand Ideen?

Ich denke z.B. auch an Krones Vz. oder Indus. Sind beide gestern heftig unter Druck gekommen, ziemlich solide Aktien trotzdem. Oder als Abfindungsspekulation Dyckerhoff Vz., die wieder unter dem Abfindungskurs von 40 Euro notieren.

Montag, Januar 21, 2008

Etwas Entspannendes für die Nerven



amiina

Musterdepot: 2 Kauf(limits): DEWB und CRE

a) DT.EFF.U.WECH.-BET.G.O.N. WP-Portrait
ISIN: DE0008041005
Börsenplatz: Frankfurt
Nominal / Stück: 750
Kurs: 2,00 EUR
Vorauss. Kaufvolumen: 1.500,00 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 12,50 EUR Details

Handelsprovision: 10,00 EUR
Börsengebühr: 2,50 EUR
Hinweis zu sonst. Entgelten: ggf. zzgl. Maklercourtage, fremde Spesen (z.B. Eintragung in das Namensregister bei Namensaktien, Clearinggebühren, etc.)
Vorauss. ausmachender Betrag: 1.512,50 EUR

b) Kauf 130 COLON.REAL ESTATE A...
DE0006338007 21.01.08
11,82 EUR Stuttgart ausgeführt

Colonia

Hat die US-Rezession bereits begonnen?

Marketwatch untersucht die 5 Indikatoren, die das NBER zu Definition einer Rezession verwendet:

a) Arbeitsmarkt:

Der Arbeitsmarkt hat sich spürbar abgeschwächt. Ein Rückgang ist zwar noch nicht zu sehen, das eigentlich benötigte Wachstum aber auch nicht mehr.

"Conclusion: Payrolls are flattening out."

b) Einkommen:

"Conclusion: Incomes and wealth are falling."

c) Industrieproduktion:

"Conclusion: Industrial production is falling."

d) Umsätze:

"Conclusion: Real business sales have been growing, but the data are old."

(Die letzten inflationsbereinigten Zahlen waren gut, sind allerdings von Oktober. Die Zahlen für das Weihnachtsgeschäft sahen nicht gut aus)

e) BIP:

kommt nur quartalsweise. Die monatlichen Schätzungen sind nicht sonderlich zuverlässig.

"Conclusion: Inconclusive."


Alle Details mit den 5 entsprechenden Grafiken gibt's hier:

Odds are, U.S. is in a recession

Hat die Fed die Kontrolle verloren?

"I think Bernanke is in a very difficult situation,” Paul Volcker told me. Volcker was the Fed chief who preceded Greenspan and who conquered, painfully, the great inflation of the 1970s and early ’80s. (He was chairman from 1979 to 1987.) “Too many bubbles have been going on for too long,” Volcker added. “The Fed is not really in control of the situation."


Zu lange zu viele Blasen. Kürzer kann man es wohl nicht sagen ...

Aus berufenem Mund von Paul Volcker, dem Fed-Chef, der Ende der Siebziger Jahre die Vollbremsung der Inflation und die Lohnspirale schaffte.

Ich glaube auch, dass die Fed angesichts der Inflation eigentlich in einer Zwickmühle steckt. Aber der Fed im Moment nichts anderes übrig bleibt, als die Inflation einfach zu ignorieren. Damit wird sie kurzfristig auch Recht behalten, weil der Wirtschaftsabschwung die Inflation bremsen wird. Aber sobald die Wirtschaft sich wieder erholt, wird die Inflation wieder anspringen. Und damit am Anfang des Konjunkturzyklus und nicht am Ende wie normalerweise. Und was dann? Direkt wieder die Zinsen erhöhen und die Wirtschaft wieder abwürgen? Oder die Inflation weiter ignorieren mit der möglichen Folge, dass man dann eine sich beschleunigende Inflation mit Lohnspirale bekommt. Dagegen könnte man nur mit einer Vollbremsung der Wirtschaft vorgehen.

Bernanke: Fed Must Avoid Greenspan Errors

Update (17:04):

Der New Times Artikel ist jetzt frei:

The Education of Ben Bernanke.

Sehr lesenswert für alle, die mehr über die Fed und Bernanke wissen wollen, auch wenn's 10 Seiten sind.

Sonntag, Januar 20, 2008

Wird sich die Fed durch die Inflation aufhalten lassen?

Trotz 4,1% Steigerung der Verbraucherpreise wird die Fed die Zinsen senken. Ich halte zwar die Inflation für ein Thema, sehe allerdings auch, dass die meisten das nicht so sehen. Denn die Inflation zerstört Ersparnisse, die Inflation zerstört die Renten, aber das ist ein so langfristiger Effekt, dass es weder die Fed noch unsere in Vier-Jahres-Zyklen denkenden Politiker auch nur ansatzweise stört ...

Econbrowser untersucht die Inflation etwas genauer, besser gesagt die Inflationserwartungen, weil die Fed diese genauso beachtet wie die wirkliche Inflation. Und diese bleiben niedrig. Das kann man sehr schön ablesen, wenn man den Zins einer inflationsgesicherten Anleihe mit dem Zins einer normalen Anleihe vergleicht. Dieser Unterschied ist ziemlich stabil und zeigt keine aufkeimende Inflationsangst an.

Um meine Position nochmal klar zu machen: Inflation ist ein Problem, quasi immer. Daher sollte niemand mit 6, 8 oder 10% Rendite seine Altersvorsorge kalkulieren. Das sind Zahlen, die man nach Inflation eigentlich nicht schaffen kann. Mancher wird sich noch wundern, wenn er in 30 Jahren in Rente geht und merkt, dass die 1500 Euro Rente nur noch die Hälfte wert ist. Und dann, wenn er noch 20 Jahre weiterlebt, nur noch ein Drittel des heutigen Stands.

Kurzfristig erwarte ich kein großes Problem durch die Inflation, weil ich nicht von einer Entkopplung der Weltwirtschaft von den USA ausgehe. Die USA wird in die Rezession gehen (wenn sie nicht sogar schon drin steckt) und der Rest der Welt wird *deutlich* abkühlen. Das Wachstum in Europa wird im zweiten Halbjahr mindestens einen Prozentpunkt unter 2007 liegen. Klar wird es in China oder Indien nicht zu einer echten Rezession kommen (dazu steigt die Bevölkerungszahl zu kräftig, vor allem in Indien), aber eine Abkühlung wird ausreichen, um die Rohstoffpreise deutlich nach unten zu treiben. Und damit wird ein Hauptverursacher für die Inflation ausfallen.

Mittelfristig wird die Inflation aber wieder ein Thema werden, weil die jetzt gedruckten Banknoten irgendwo "enden" müssen. Und das heißt normalerweise immer Inflation. Auf welchen Umwegen auch immer.

Will inflation fears restrain the Fed?

Samstag, Januar 19, 2008

LBBW schreibt 1,7 Milliarden ab

Mal wieder ein Einschlag in Deutschland ...

Landesbank Baden-Württemberg muss 1,7 Milliarden Euro abschreiben

Und die WestLB wird auch noch folgen ...

Ambac nur noch AA

Reuters:Fitch slashes Ambac Assurance's top "AAA" rating

"More cuts are possible"

Tja, das würde ich wohl auch sagen ...

Man muss sich immer überlegen, wie deren Geschäftsmodell funktioniert.

Mal angenommen, eine Anleihe mit AAA verzinst sich mit 4,4%, AA mit 4,7% und A mit 5,0%.

Kommt jetzt jemand mit einen Rating von A zu Ambac, versichert Ambac die Anleihe und klebt darauf AAA. Dafür können die maximal 0,6% Prämie kassieren (ansonsten könnte der Emittent ja direkt die 5% am Markt bezahlen).

Sackt jetzt das Rating von Ambac auf AA, können die nur noch 0,3 % Prämie kassieren, weil sich der Unterschied zwischen "eigentlichem" Rating und versicherten Rating soweit verkleinert hat.

Ambac brechen also mal so eben 50% der Einnahmen weg.

Und unter diesen Annahmen ist das gesamte Geschäftsmodell von Ambac (und den anderen Kreditversicherern wie MBIA) tot, wenn das Rating auf A sinkt. Ende. Aus.

Und ich pflichte m106 bei, der mich in einem Kommentar auf das Downgrade hingewiesen hat (Danke!), dass auch AA noch viel zu gut ist. Das ist ein Geschäftsmodell mit eingebauter Lawinengefahr. Und die ist jetzt ins Rutschen geraten und die wird wohl auch niemand aufhalten.

Sehr guter Überblich über die aktuelle Situation und die Gefahren bei Marketwatch:
Bond-insurer woes may trigger more write-downs

Die ganze Geschichte der Kreditversicherer findet sich in meinen älteren Artikeln zum Thema MBIA.

Übrigens zerlegt es den Kreditversicherer ACA Capital, der als erster herabgestuft wurde (aktuell auf CCC, also Schrott), wohl schon dieses Wochenende: ACA Capital has until midnight, regulator says

Update (20.1.08):

Die Redaktionen der Mainstreampresse arbeiten auch wieder ;-)

FTD: Dossier Bondversicherer Ambac verliert Topnote

Freitag, Januar 18, 2008

US-Frühindikatoren runter, Vertrauen rauf

Das Verbrauchervertrauen, gemessen von der University of Michigan, ist von 75,5 von 80,5 gestiegen. Erwartet wurde ein Rückgang. Es stiegen sowohl die Werte für die aktuelle wie auch die zukünftige Lage.

Das Verbrauchervertrauen scheint also nicht widerstandslos in den Keller zu rutschen. Der weiterhin relative stabile Arbeitsmarkt (zumindest zeigten das die Zahlen von gestern an) wird wohl dazu beigetragen haben. Die Erholung kommt allerdings von extrem niedrigem Niveau aus und auch der absolute Werte zeigt immer noch schlechte Stimmung an.

Marketwatch: Consumer sentiment improves in January

Die Leading Indicators für den Dezember gingen weiter leicht runter. Im Vergleich zum Vormonat um 0,2%. Das ist der dritte Rückgang in Folge. Auf Halbjahressicht ing der Index um 0,8% zurück, auf Jahressicht um 1,4%. Das zeigt weiterhin eine schwache Wirtschaftsentwicklung an, die Frage ist nur *wie* schwach.

Der "gleichlaufende" Indikator hat sich übrigens um 0,7% erholt und zeigt damit ebenfalls (siehe oben) keine komplett zusammencrashende Wirtschaft an.

Marketwatch: U.S. leading indicators point to slow growth ahead

oder direkt von der Quelle:

Conference Board: Leading Indicator for Dec. 2007

Es gibt ja Überschriften ...

... da weiss man vorher, dass sobald man die rechts verlinkt, klickt da auch jemand drauf ...

Riesige Selbstmordpalme entdeckt

Was für eine Überschrift!

"Es ist nun sicher, dass in den USA eine Rezession begonnen hat."

Danke, Herr Wermuth; gerade noch rechtzeitig.

Herdentrieb: Zinsen und Rohstoffpreise auf dem Rückzug

Massenmedien informieren: Durch 13"-Bildschirme bekommt man Augenkrebs

Also ich lese inzwischen mehr Blogs als Mainstreampresse und die paar Highlights pro Jahr, die man im Fernsehen zu sehen bekommt, kann man auch an einer Hand abzählen.

Das passiert zwangsläufig, wenn man sich bei bestimmten Themen besser auskennt als der durchschnittliche Journalist. Dann bleiben einfach nur noch wenige Medien übrig, die man noch lesen kann. Zuviel Mist wird bei den anderen einfach unreflektiert nachgebrabbelt.

Aber auf einen neuen Tiefpunkt weist gerade Maclife hin: Da sitzt ein (angeblicher) Computerexperte im Studio von N24, der offensichtlich Bluetooth und WLAN nicht unterscheiden kann und dann als Höhepunkt behauptet, dass ein 13" Bildschirm zu klein sei und man davon Augenkrebs bekomme ... Ergo: Das MacBook Air kann nix taugen und ist nur was für Angeber auf einer Party (OK, mal ganz davon ab, dass ich froh bin, nicht wie dieser Stuten auf Parties abhängen zu müssen, auf denen die Gäste mit ihren neuen Laptops prahlen).

Da fällt mir ja gar nichts mehr ein ... Ich habe den Artikel mit Fun getaggt, denn das kann man nicht mehr ernst nehmen. Vielleicht war das ja der satirische Wochenrückblick?

N24: Neues von Apple via MacLife: N24-Computerexperte über Augenkrebs durch das MacBook Air

Der Traum eines jeden BWL-Studenten

Endlich mal eine Schwalbe nicht im Hörsaal fliegen lassen oder vom Eiffelturm, sondern von der International Space Station.

Kein Scheiss, scheint wirklich ein wissenschaftliches Experiment zu sein. Die Idee kommt natürlich aus dem Heimatland von Origami. Dort hat man eine Papierschwalbe konstruiert und gefaltet, die Oberfläche behandelt und wird diese jetzt aus dem Weltall in Richtung Erde fliegen lassen.

Weil die Schwalbe viel leichter und aerodynamischer ist, geht man davon aus, dass diese *nicht* verbrennt. Was schon einigermaßen überraschend ist, denn auf das Space-Shuttle muss man High-Tech-Keramikkacheln kleben, damit das Teil nicht verbrennt, aber eine Schwalbe aus Papier soll dann nicht verbrennen?

Man wird sehen ... (oder auch nicht, keine Ahnung, wie man das "da oben" überhaupt verfolgen will ...)

BoinBoing: Paper airplane to be launched from International Space Station

Update (16:14):

Japaner schicken Papierflieger ins All

Ich sag dazu nix mehr ... MBIAs Rückversicherer platt

Wer jetzt gedacht hat, man hätte das Gewurschtel und die Weiterverkauferei mal so langsam durchschaut, tja, Essig.

Das ganze ist wirklich eher Domino-Day, nur dass keiner einen Überblick über die Dominosteine hat, weil die in 1624 unterschiedlichen Zimmern stehen und jeder Stein nicht einen umwirft, sondern direkt mehrere. Kurz: Chaos pur.

OK, den ersten Namen kennt ihr schon: MBIA - ein Kreditversicherer.

Wie eigentlich jede Versicherung hat sich MBIA auch bei einem Rückversicherer abgesichert. Den zweiten Namen kennt ihr aber wahrscheinlich nicht, ist auch nicht wichtig, die gibt's bald nicht mehr ;-) ChannelRe, mit Sitz auf den Bermudas, hat schlappe 8 Milliarden Dollar Risiko von MBIA rückversichert. 3,3 Milliarden hat MBIA abgeschrieben und (mindesten) ein Teil davon ist bei ChannelRe (rück-)versichert. Wieviel genau ist egal, weil ChannelRe schon zugegeben hat, dass die fällige Zahlung nicht geleistet werden kann.

ChannelRe wurde übrigens nur gegründet, um die Risiken von MBIA rückzuversichern. MBIA ist zudem noch mit 17% daran beteiligt.

Das ist an sich schon eine Konstruktion, die ein leichtes Geschäckle hat. Was ich aber viel schlimmer finde: Die essentielle Funktion eines Rückversicherers ist es, Risiken zu verteilen. So dass ein Orkan in Europa nicht die gesamte europäische Versicherungswirtschaft zerlegt. Oder ein Erdbeben in Japan die japanische Versicherungswirtschaft. Nein, solche Risiken landen bei der Münchner Rück, bei der SwissRe, bei Berkshire Hathaways Rückversicherung, etc. pp. Weltweit bei jedem ein wenig und daher ist das verkraftbar. *Das* ist die volkswirtschaftliche Funktion der Rückversicherer und deren Existenzberechtigung.

Wenn jetzt aber eine Rückversicherung nur *ein* Risiko von *einer* Gesellschaft versichert, welchen Sinn soll das machen? Keinen, und das sieht man gerade ... Das sieht schlicht nach "Bilanztuning" aus. MBIA hat die Risiken nicht mehr in der Bilanz, sondern der Rückversicherer. Werden die Risiken aber in hinreichender Höhe akut, sind die Risiken am Ende doch wieder in der Bilanz von MBIA.

MBIA woes exacerbated by ChannelRe crisis


Die ganze Geschichte, u.a. mit einer Beschreibung des Geschäftsmodell findet sich in meinen älteren Artikeln zum Thema MBIA.

Bye bye Tiple A - Bye bye Kreditversicherungen ...

Wenn jetzt schon die Aktionäre nicht mehr an das Geschäftsmodell glauben ...

Da empfiehlt doch tatsächlich ein Großaktionär des Kreditversicherers Ambac, den Plan zur Besorgung weiteren Kapitals fallen zu lassen. Dann verliert Ambac zwar das Triple A Rating, aber bei den Zinsen, die Ambac aktuell bezahlen müsste (etwa 14%), würde sich das einfach nicht mehr rechnen. Schrieb ich hier nicht vor kurzem schon was über Finanzierungskosten, die die Kreditversicherer umbringen?

Ambac solle sich lieber ein neues Geschäftsmodell suchen, so der Großaktionär.

Die Aktie hat sich gestern übrigens halbiert ... Der 6-Monatschart ist schon beeindruckend: Ambac Chart. An der linken Achse steht noch 100, Kurs gestern: 6,24 (Intraday-Tief sogar nur 4,50).

Ambac told to stop capital raising plan

Update (14:43):

Ambac hat die Kapitalerhöhung abgeblasen ... Und evaluiert jetzt Alternativen ...

Ambac opts against raising capital via stock sale


Die ganze Geschichte, u.a. mit einer Beschreibung des Geschäftsmodell findet sich in meinen älteren Artikeln zum Thema MBIA.

Die Kreditversichererkrise hinterlässt Spuren bei Merrill Lynch

Natürlich nicht nur da. Aber zuerst, die anderen Banken (und andere Kapitalverwalter) werden sicher folgen.

Der Zusammenhang war mir gar nicht klar. Die beiden Nachrichten vom Verlust bei Merrill Lynch und bei der Krise bei den Kreditversicherern hängen zusammen.

Die schon erwähnten CDO-Verluste von Merrill Lynch sind vor allem aus einem Grund entstanden: Die CDOs waren von ACA Capital versichert. Ja genau der Kreditversicherer, der schon einen Teil des Weges hinter sich hat, den nach meiner Prognose die anderen Kreditversicherer (auch die beiden großen MBIA und Ambac) noch vor sich haben: erst Abstufung, dann Pleite. ACA wurde bereits herabgestuft. In der Folge verloren die versicherten Papiere (wie erwartet) an Wert und deshalb hat Merrill Lynch gut 3 Milliarden Dollar Abschreibung mehr zu verkraften.

Schrieb ich nicht gestern bereits, dass Bernanke nicht über eine Rezession (das Thema ist IMHO durch) oder ein Konjunkturprogramm nachdenken sollten, sondern solche Lawinen aufhalten, genauer gesagt erst gar nicht ins Rollen kommen lassen. Aber irgendwie glaubt er wohl eher, dass ein olles Konjunkurprogramm wieder hilft. Wird es aber nicht tun. Die US-Wirtschaft steht in einem engen Tal ohne Lawinenschutz und auf allen Seiten bilden sich die Lawinen und sind teilweise schon ins Rutschen geraten. Da nützt es nichts, wenn man den Leuten im Tal 500 Dollar Steuererleichterung für den Wiederaufbau gibt ...

Merrill's CDO hedges tested by bond insurer turmoil

Update (10:17):

Ich bin nicht der Einzige, der die Erfolgsaussichten eines Tax-Credits skeptisch sieht:


Rebates burn holes in most consumers' pockets * But times are different than 2001 -- and debt might be too much to ignore

Donnerstag, Januar 17, 2008

Philly Fed Manufacturing Index im Keller

-20,1 statt minus 1 wie erwartet ...

Das ist schlechter als schlecht. Alle Werte unter Null signalisieren einen Abschwung. Niedrigster Stand seit Oktober 2001 (kurz nach 9/11).

Philly manufacturing activity plummets in January

Und Bernanke sieht keine Gefahr für eine Rezession ...

Bernanke endorses quick, temporary fiscal stimulus

USA: Erstanträge auf Arbeitslosengeld kräftig runter

Ziemlich überraschende Zahl. Man fragt sich, wo die Arbeitsplätze angesichts der an allen Fronten schlechten Stimmung entstanden sein sollen.

Die Zahlen: Minus 21.000 auf 301.000 (was sehr solide ist). Monatsschnitt auf 327.500 runter, was ebenfalls wieder neutral ist (ganz anders als die 350.000 vor 4 Wochen).

Die fortgeführten Anträge sind aber gestiegen, auch im Jahresvergleich gibt es ein Plus von 11%. Die Zahlen passen nicht wirklich zusammen, die Skepsis in den Kommentaren bei Marketwatch ist ziemlich groß ...

Marketwatch: U.S. weekly initial jobless claims fall 21,000

US-Neubaubeginne auf 16-Jahrestief

Weiterhin nichts Gutes aus dieser Ecke. Wie ich ja schon vor über einem Jahr gesagt habe: Wenn der Markt erstmal ins Rutschen kommt, dann dauert das lange bis die Wende geschafft wird.

Im Moment nimmt die Fallgeschwindigkeit eher noch zu ..

Housing starts plunge 14% to 16-year low in Dec.

Merrill Lynch mit 11,5 Milliarden Abschreibung

Subprime, wie üblich. Nach den Abschreibungen gab es knapp 10 Milliarden Dollar Verlust, gut 12 Dollar je Aktie (nach 2,41 Gewinn im Vorjahresquartal).

Merrill Lynch Swings to Loss On $11.5 Billion in Write-Downs

Gut, dass die die 6,6 Milliarden Dollar neues Kapital eingesammelt haben (Merrill Lynch bekommt 6,6 Milliarden Dollar).


Update (13:59):

Zu den 11,5 Milliarden Dollar Subprime kommen noch weitere 3,1 Milliarden CDO-Abschreibungen, die sich aber nicht wirklich zu den 14,1 Milliarden Abschreibungen zusammenaddieren, die die FTD meldet. Aber auf ein paar Hundert Millionen mehr oder weniger kommt es ja auch nicht mehr an ...

Merrill Lynch schockiert mit 14-Milliarden-Abschreibung

Wird die Baubranche der nächste Dominostein, der fällt?

Die Überlegung, dass die Baubranche die nächste Branche ist, die durch die Subprime Krise ins Wackeln kommt, ist nicht ganz unplausibel ...

Die Baubranche, zumindest in den USA, arbeitet offenbar mit Financing on the go. Man besorgt sich das Geld nicht vorher, sondern während das Gebäude gebaut wird. Dass es sowas gibt, habe ich früher auch nicht geglaubt, aber dann platzten die ersten Firmenübernahmen von Hedgefonds, weil diese auch erst den Deal machen und dann das Geld besorgen (was dann aber nicht mehr klappte und fast die Chrysler-Übernahme zum Scheitern gebracht hätte).

Das sollte man mal als Privatmann machen. Man besorgt sich erstmal nur das Geld für die Baugrube, dann für den Keller, etc. pp. Und dann dreht der Wind und die Bank gibt kein Geld mehr für das Dach.

Der Spiegel berichtet über Schätzungen, die bis zu 12% (!) Forderungsaufälle im Bausektor erwarten. Das wäre natürlich der Horror, ich glaube Bilfinger hat eine Bauleistung von 9 Milliarden Euro im Jahr. Wenn da 12 % ausfallen, sind das über 1 Milliarde. Bei gut 100 Gewinn im Jahr, ergibt das den Gewinn von 10 Jahren ...

Die ganze Gesichte könnte auch der Grund sein, warum mein Musterdepotwert Bilfinger so übel abschmiert. Denn das Geschäft läuft eigentlich super. Der Rekordgewinn ist eingefahren, die Dividende erneut erhöht, das KGV für 2008 liegt bei 10.

Kreditkrise erfasst Bauindustrie - Milliardenprojekte in Gefahr

Hasse mal 'ne Milliarde?

Morgan Stanley: "Ambac mag Probleme bekommen, die 1 Milliarde zu besorgen".

Ach was!

Wenn die Konkurrenz schon 14% Zinsen zahlen muss ...

Morgan Stanley hält die gestern gemeldeten Verluste von 3,2 Milliarden (US-Kreditversicherer: 33 Dollar Verlust pro Aktie) für den Best Case, im Worst Case könnte sogar 11 Milliarden anfallen.

Puh, forget it.

Die haben eigentlich keine Chance mehr. Man kann nicht gleichzeitig Triple A geratet sein und 14% Zinsen bezahlen. Das geht nicht. Die Kapitalkosten bringen die um.

Und ohne Triple A ist das Geschäftsmodell beendet. Ich kann dazu nur auf ein Zitat verweisen, das ich hier schonmal gebracht hatte: "Darf ein Geschäftsmodell ein Triple A Rating bekommen, das sofort in sich zusammenbricht, sobald das Triple A Rating verloren geht?" Eigentlich nicht, aber das ist nur meine Einschätzung.

Wenn die US-Regierung/Fed/Finanzaufsicht etwas Sinnvolles machen wollen, *müssen* die die Kreditversicherer auffangen, bzw. auffangen lassen (von einer Bank).

Die Kreditversicherer haben *unglaublich* viel Einfluss, weil sie (trotz der eigentlich recht kleinen Firmen) riesige Beträge versichert haben. Der Zusammenbruch einer einzigen Firma könnte leicht das Ende des Triple-A-Ratings von 50 oder 100 Milliarden Anleihen bedeuten. Mit genau den Auswirkungen, die das bei den CDOs auch hatte: Keiner kennt das Risiko (das Triple A Rating auf dem Briefumschlag ist weg und das was in dem Brief steckt, hat sich niemand wirklich angeschaut), daher will die Dinger niemand mehr haben und der Markt bricht komplett zusammen.

Marketwatch: Ambac may struggle to raise new capital: analysts

Die ganze Geschichte, u.a. mit einer Beschreibung des Geschäftsmodell findet sich in meinen älteren Artikeln zum Thema MBIA.

Mittwoch, Januar 16, 2008

US-Inflation 2007: 4,1%

Das ist die echte Inflation, also das, was man bezahlen muss. (OK, wirklich echt ist diese Inflation auch nicht, da auch in diese Rate schon gewisse statistische Korrekturen eingearbeitet werden; z.B. werden bestimmte Produkte automatisch durch andere ersetzt, wenn das eine Produkt zu teuer wird. Wird Butter zu teuer, kommt einfach Margarine in den Korb. Magst du das nicht, ist deine persönliche Inflation halt etwas höher).

Die Kernrate (ohne so unwichtige Sachen wie Sprit, Strom und Lebensmittel; wer braucht das schon?) wuchs ebenfalls mit 2,4% stärker als die Fed das gerne hätte.

Der Markt sieht es aber anders und hält diese Inflation nicht für relevant und glaubt nicht, dass die Fed sich von der allseist erwarteten Leitzinssenkung um mindestens ein halbes Prozent abbringen lässt. Ich glaube das erste nicht, das zweite aber schon.

U.S. consumer prices rise 0.3% in December

US-Kreditversicherer: 33 Dollar Verlust pro Aktie

und das bei einem Aktienkurs von 21 Dollar (gestern) bzw. 15 heute.

Es geht um Ambac, ein US-Kreditversicherer, der die gleichen Probleme hat wie MBIA (die hier schön öfter auftauchten). Grund: Die üblichen Subprime CDOs.

Wer mehr über meine grundlegenden Bedenken zu Ambac und Konsorten lesen möchte, den verweise ich auf einen Artikel von gestern: MBIA und AMBAC:Die angekündigsten Pleiten des Jahres


Ambac cuts payout, sees fourth-quarter loss

Kurze Frage zur Citigroup

Interessante Frage, wie ich finde: Wieviel hatte die Citigroup in CDOs investiert und wieviel hat sie mit der Nachricht von gestern (und denen davor) jetzt abgeschrieben?

So rein aus dem Bauch sind das doch schon deutlich mehr als 25%, oder? Das wäre ja auch nicht total überraschend, denn die AAA CDOs notieren ja schon um 30% unter dem Nennwert, sprich eigentlich kann niemand weniger als 30% Verlust haben. Wenn man schlechtere Qualitäten gekauft hat, muss man auf noch höheren Verlusten sitzen.

Mich interessiert das, weil man anhand der Citigroup dann abschätzen könnte, was die anderen Banken noch abschreiben müssen. Und wo noch Gefahr und Risiko drin steckt und wer schon (voraussichtlich) genug abgeschrieben hat.

Die Rechnung mit MBIA hatte ich ja schonmal aufgemacht. Wenn die auch nur annähernd so viel Prozent ihrer CDOs wie die Citigroup abschreiben müssen, zerlegt es die. Die sind eigentlich chancenlos ...

HypoRealEstate: Zehn Dementis und dann doch betroffen

Peinlich! Peinlicher! Am Allerpeinlichsten!

Erst zigmal betonen, dass man selber von der Hypothekenkrise in den USA nicht betroffen ist, und dann am Ende zugeben müssen, dass man es doch ist.

In den USA wäre die Sammelklage bei dieser Vorgeschichte SICHER.

Peinlich, dass man überhaupt betroffen ist.

Noch peinlicher die desaströse Kommunikation der ganzen Geschichte.

Aber am allerpeinlichsten: Wenn sich der Vorstand hinstellt und behauptet, das Management habe sich "super geschlagen".

Dann ist selbst in der wirtschaftsfreundlichen FAZ ein bissiger Kommentar fällig. Ich bin mir sicher, dass es die Aktionäre nicht "super" finden, wenn sich ein Drittel des Firmenwerts über Nacht ins Nichts aufgelöst hat.

FAZ.NET: Der Absturz der Hypo Real Estate

Update (12:10):

Laut FTD war das übrigens der größte Absturz eines DAX-Werts aller Zeiten ...

112 Milliarden Dollar Abschreibungen - und noch viel mehr

Update (14:03):

Anlegeranwälte wollen gegen Hypo Real Estate klagen

Dienstag, Januar 15, 2008

Will haben ...


...

US-Produzentenpreise sinken leicht um 0,1%

Ich wollte mal auch eine gute Nachricht bringen.

Deshalb jetzt aufhören zu lesen ...

Ohne Energie- und Lebensmittelpreise stiegen die Produzentenpreis um 0,2% im Monatsvergleich, im Jahresvergleich um 6,3%. Die Kernrate stieg im Jahresvergleich aber nur um wenig beunruhigende 2,0%. Aber was nützt es, die Preissteigerungen für Energie und Lebensmittel dauernd herauszurechnen. Bezahlen muss man die ja doch ...

U.S. December producer prices fall 0.1%

*Das* wäre ein geiles iPhone!

Kleiner Tipp: Beim Touchpad etws genauer hinschauen ...



Quelle: If Apple Made A Foleo via God, I don’t ask for much but let this be real someday

Das ist ja brilliant!

Man nehme die CPU, den Speicher und das Internet, das man mit dem iPhone eh schon hat und packe darum ein neues Gehäuse, das dem iPhone das gibt, was noch fehlt: Ein größerer Screen und eine (normale) Tastatur.

Das US-Weihnachtsgeschäft war schwach

Jetzt gibt es kein Vertun mehr. Die wichtigste Wirtschaftszahl des Dezembers war schwach.

Die US-Einzelhandelsumsätze sind im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen. Im Jahresvergleich errechnet sich allerdings ein auf den ersten Blick beeindruckendes Plus von 4,2%, das aber nicht preisbereinigt ist. Wenn man die Inflation aus dem Einzelhandel dagegen rechnet, bleibt danach nicht mehr viel Wachstum übrig, auf keinen Fall mehr als 1%, womöglich auch deutlich weniger.

Damit steht für mich nun eigentlich fest, dass ein BIP-Wachstum im 4. Quartal von mehr als einem Prozent schon als positive Überraschung gelten muss.

Retail sales drop 0.4% in December

Update (17.1.08):

Jetzt sagt auch die Fed, dass das Weihnachtsgeschäft schwach war.

Read it here first: Fed Says Holiday Sales Disappointing

Ctigroup schreibt 18,1 Milliarden ab

Im Telegrammstil:

Abschreibungen für Subprime + Konsumentenkredite insgesamt 18,1 Milliarden Dollar. Neuer Rekord!

Verlust von 9,8 Milliarden Dollar im vierten Quartal

Dividendenkürzung von 54 auf 32 Cent.

Geldinfusion in Höhe von 12,5 Milliarden Dollar geplant. Geplant schreibe ich, weil offenbar erst 6,9 Milliarden davon fix sind (u.a. Singapur). 2 Milliarden sollen öffentlich eingesammelt werden. Der Rest bleibt erstmal unklar. Ich schätze, die weiteren Details werden noch reintröpfeln.

Citigroup swings to loss on $18.1 bln write-down

Merrill Lynch bekommt 6,6 Milliarden Dollar

So. Die erste große Bank von der Wall Street hat die Höhe der Geldinfusion gemeldet:

6,6 Milliarden sind es und damit mehr als die bisher erwarteten 3 bis 4 Milliarden. Den Markt dürfte das trotzdem beruhigen, weil die Bilanz von Merrill Lynch damit stabiler wird.

Die Details:

Es handelt sich um "Preferred Stocks", also Vorzugsaktien ohne Stimmrecht mit 9% Dividende. In zwei Jahren und 9 Monaten können diese in normale Aktien umgewandelt werden. Die Investoren sind aus Kuwait, Korea und interessanterweise eine japanische Bank (Mizuho Corporate Bank ), die offenbar nach 15 Jahren eigener Krise wieder ausreichend Geld hat, um solche Investments zu tätigen.

Merrill lines up fresh $6.6 billion capital injection

ZEW-Index auf 15-Jahres-Tief(!)

Das ist ja mal ein übler Stand. Und völlig konträr zu den Prognosen, die dieses Jahr noch immer gut 1,5% Wachstum erwarten.

Spiegel: Finanzexperten sehen Wachstumschancen düster

Das schreit ja nach geradezu nach der Rezessionswette Nummer 2 ;-)

Ich halte diesen Sentimentindex aber nicht für aussagekräftig genug, um allein darauf eine Wette zu bauen. Die volkswirtschaftlichen Sollbruchstellen in den USA waren alle klar gezeichnet, die knarrten auch bereits und es war auch klar, dass das Durchbrechen weit reichende Folgen haben wird.

Allerdings ist eine Wette auf eine deutsche Rezession immer einfacher, da die deutsche Wirtschaft tendenziell etwa 1 Prozent schwächer (so 1,5 bis 2%) wächst als die US-Wirtschaft (eher 2,5 bis 3%). Und daher auch leichter in die Rezession abkippt. Außerdem beginnt der deutsche Verbraucher immer aus Angst zu sparen und konsumiert nicht einfach weiter wie in den USA. Der deutsche Verbraucher verstärkt einen Wirtschaftsabschwung tendenziell während der US-Verbraucher diesen tendenziell verlangsamt.

Spam: Mallorca Building

Der erste Börsenspam in 2008 ...

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Mallorca Building AG

Qualität Made in Germany
Alles aus einer Hand
Planung , Erschließung und Ausführung außschliesslich mit Deutschen Ingineuren und Handwerkern ist das was die Internationalen Kunden Der Mallorca Building AG erwarten und was den großen Erfolg dieser Gesellschaft auf Mallorca ausmacht
Der stetige Ausbau des Geschäfts mit der Erschließung neuer Geschäftsfelder lässt für die Zukunft noch großes erwarten

Investment-Urteil: Starkes Kaufen
WKN A0M1BU
Börsenkürzel: 4M8
Börse: Frankfurt
Kurzfristiges Kursziel (4 Wochen): 1,80 EUR
Mittelfristiges Kursziel (6 Monate): 4,60 EUR

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Finger weg, nicht kaufen, Abzocke!

Meine alten Postings zum Thema Spam

MBIA und AMBAC:Die angekündigsten Pleiten des Jahres

Die Kreditversicherer waren hier schon häufiger Thema (Suche nach MBIA).

Nicht nur, dass mir diese Geschäftsmodell vor einem halben Jahr noch nicht bekannt war, nein, die Frage ist eher, ob das überhaupt ein Geschäftsmodell ist. Zumindest ein nachhaltiges ...

Naked Capitalism zitiert ein paar Fakten aus einer Studie (was man mit etwas Skepsis betrachten muss, weil die Studie von einem Shortseller stammt und Naked Capitalism auch eher ein Doom-Blog ist).

Der Hebel bei den beiden oben genannten Kreditversicherern liegt zwischen 140 und 150. Die haben also Garantien für Kredite übernommen, die fast 150 mal so hoch sind wie das eigene Kapital. Das zeigt das enorme Risiko, das beide Firmen tragen und gleichzeitig auch wie unglaublich dünn die eigene Kapitaldecke ist.

Aber noch viel spannender finde ich eigentlich eine grundsätzliche Betrachtung des Geschäftsmodells.

Für den Bondemittenten lohnt sich die Versicherung über MBIA oder AMBAC genau dann, wenn die Versicherungsprämie niedriger ist als der Aufschlag, den man selber am Markt bezahlen müsste.

Kurzes Beispiel: Ist eine Gemeinde eigentlich mittelprächtig kreditwürdig (Rating Einfach A), müsste die 5% Zinsen zahlen. Wäre das Rating AAA müsste die nur 4% Zinsen zahlen. Also geht man zu einem Kreditversicherer, der die Haftung übernimmt. Der klebt dann sein AAA Rating darauf und verkauft das weiter. Es lohnt sich für den Bondemittenten also nur, wenn die Versicherung eine niedrigere Prämie nimmt als der Markt (also weniger als das eine Prozent zwischen 5 und 4 Prozent). Die Versicherung muss quasi permanent eine niedrigere Prämie stellen als der Markt! Das kann schon bei kurzer Betrachtung nicht das Modell sein, mit dem man risikolos reich wird ...

Richtig schlimm wird das, wenn der Markt zu niedrige Aufschläge nimmt. Denn die Versicherung ist dann weiterhin gezwungen, darunter zu bleiben (oder das Neugeschäft komplett einstellen) und muss noch niedrigere Prämien bieten. Das große Problem: Wenn der Markt sich irrt, sitzen am Ende ein paar Tausend Anleger auf ein paar Verlusten bei Anleihen. Ärgerlich, aber nicht wirklich schlimm. Bei Anleihen, die über einen Kreditversicherer gelaufen sind, landen hingegen alle Risiken aber *ausschließlich* beim Kreditversicherer. Und als wenn das noch nicht schlimm genug wäre: Der Hebel von knapp 150 (s.o.) bedeutet schließlich, dass bereits Ausfälle in Höhe von einem Einhundertfünfzigstel (1/150 --> 0,6%) einen kompletten Verzehr des Eigenkapitals zur Folge haben.

AUTSCH!

Das Ganze konnte u.U. gut gehen, so lange die Kreditversicherer nur höchste Qualität versichert haben, die der Markt aus welchen Gründen auch immer, nicht so bewertet, sondern für risikoreicher gehalten hat.

In den letzten Jahren haben die Kreditversicherer aber auch Immobilienkredite und ähnliches versichert. Und wie ich schätze damit ihr eigenes Grab geschaufelt ...

MBIA, Ambac: Dead Men Walking

WSJ: MBIA Eludes Downgrade but Not Danger (nur für Abonnenten).

Rezession: Nicht immer schlecht für Aktien, aber auch nicht gut

Ich hatte zu diesem Thema schonmal was geschrieben (Rezession und Leitzinssenkung - Gut für Aktien!), allerdings wird das jetzt teilweise schon wieder ausschließlich positiv dargestellt.

Man zeigt, dass in einer Rezession die Aktien nicht zwangsläufig sinken und begründet damit den Kauf von Aktien.

WAS FÜR EIN QUATSCH!

Warum das falsch ist?

a) Eine Rezession ist nicht gut für Aktien. Untersucht man die vergangenen Rezessionen, stellt man fest, dass die Verluste genauso *vor* wie auch *in* der Rezession entstehen können. Dass die Phase des Wirtschafsabschwungs mit dem Enden in der Rezession eine gute Zeit für Aktien ist, stimmt schlichtweg nicht.

b) Das Risiko für Aktien ist in einer Rezession höher als im Wirtschaftsaufschwung, immerhin sinken in etwa 50% der Fälle die Kurse, gegenüber 20% sonst. Ich bekomme also höheres Risiko *und* niedrigere Renditen im Paket. Ein schlechtes Geschäft!
Wenn man berücksichtigt, dass die Basis für den Wirtschaftsaufschwung die Zinssenkungen sind, fällt es nicht schwer in dieser Phase Anleihen zu empfehlen. Zur sicheren Rendite kommt oft noch ein Kursgewinn durch die Zinssenkungen hinzu. Und Risiko/Rendite-Abwägungen ist ein Wirtschaftsabschwung bzw. eine Rezession eine gute Phase für Anleihen.

Eine gute Zeit für Aktien ist die Zeit nach einer Rezession. Dann geht es getrieben von niedrigen Zinsen, steigenden Gewinnen und besserer Stimmung fast immer nach oben.

Big Picture: Equities, Earnings and Recessions

Montag, Januar 14, 2008

US-Rezessions Tab-Sweep

1.) Der New Economist bleibt weiterhin optimistisch und erwartet keine Rezession 2008 in den USA.

US recession risk revisited

2.) Auch die Kunden der Telefon- und Kabelfirmen zahlen ihre Rechnungen nicht mehr (pünktlich). Schulden und Zahlungsausfälle egal wohin man schaut:

Are Cable and Phone Companies Still Recession-Proof?.

3.) Ein paar Details zur Rezessionsprognose von Goldman Sachs:

Calculated Risk: More on Goldman Recession Call

4.) Die Banken sind traditionell einer der ersten Sektoren, die eine Rezession spüren. Daher sinken die Aktien der Banken auch oft als erste. Im Artikel geht es übrigens um *europäische* Banken, nicht um die US-Banken. Rezession auch in Europa? Soll ich wieder wetten ;-) ?

FT Alphaville: Banks priced for recession

Behinderter darf nicht zu Olympia!

Skandal!

Na, nicht wirklich. Er darf nämlich nicht, weil er zu *gut* ist! Besser gesagt seine Prothese.

Es geht um einen Mittelstreckenläufer, der mit einer Beinprothese aus Karbon läuft. Diese Prothese verschafft ihm laut Gutachten der Sportmedizin der Uni Köln einen Vorteil, der sogar deutlich ist.

Soviel zum Thema: Früher war alles besser. Wenn jemand vor 20 Jahren vorhergesagt hätte, dass man mit Prothese schneller laufen kann als ohne, naja --> ab in die Klapse. Der Fortschritt in bestimmten medizinischen Bereichen ist extrem beeindruckend.

Video gefällig? Das war keine Gimmick-Veranstaltung, sondern ein Rennen in der Golden League. Die Gegner dürften schätzungsweise in den Top20 der Welt gewesen sein.




FAZ.NET: Amputierter Sprinter darf nicht bei Olympia starten

Citigroup vor 24 (!) Milliarden Abschreibungen (?)

Gut, sind noch alles nur Gerüchte ...

Citigroup vor neuer Riesenabschreibung

24 Milliarden Dollar Abschreibung (11 waren bisher angekündigt), Dividendenkürzung bzw. -streichung, 20.000 Arbeitsplätze weg.

Jetzt wissen wir auch, warum die Citigroup bis zu 14 Milliarden neues Kapital einsammeln will (Citigroup besorgt sich wohl bis zu 14 Milliarden Dollar

Morgen kommen die offiziellen Zahlen, dann ist (erstmal?) Schluss mit den Spekulationen und Gerüchten.

Firma fast pleite - Chef bekommt 110 Mio. Abfindung

Es geht um den CEO des Immobilienfinanzierers Countrywide Financial, der letzte Woche von der Bank of America gekauft, besser gesagt gerettet wurde.

Aber wer jetzt denkt, das wäre die Krönung von Frechheit und Unverschämtheit, der kennt nur *diese* Nachricht.

Die davor war: CEO von Countrywide verkauft Aktien im Wert von 414 Millionen Dollar. Danach sank die Aktie um 85%.

Unglaublich!

Mozilo Exit Payday: $110 Million Dollars

Sonntag, Januar 13, 2008

US-Leitzinssenkung um 0,75% im Januar !?!

Das wäre ein Hammer, wie du 'nen übertriebenen Hammer bist ;-) (oder wie geht der Text, ich zapp immer weg wenn das Lied kommt ...)

Die Futures-Märkte signalisieren inzwischen tatsächlich eine etwa 45%ige Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinssenkung um 0,75 Prozentpunkte und eine etwa 55%ige für eine Senkung um 0,50 Prozentpunkte.

How low will Ben go?

Der Kauf der Woche: 14% Rendite mit Triple A Sicherheit

Tja, der Haken ist schnell erklärt: Es ist ein Rating einer Ratingagentur. Und das ist naja für die Tonne ...

Es geht um MBIA, einen Kreditversicherer. Ich habe darüber schon ein paar Mal was geschrieben (Suche nach MBIA).

Die Anleihen von MBIA rentieren inzwischen mit 900 Punkten Aufschlag über dem normalen Zins, den eine AAA Anleihe haben sollte. Krass! So weit habe ich die Bewertung einer Ratingagentur und die des Markts noch nicht auseinanderlaufen sehen. Und das ist jetzt nicht nur einfach verpennt, vergessen oder ähnliches, nein, die Anleihen von MBIA werden beobachtet und stehen auf der Überprüfungsliste. Sollte es MBIA bis Ende Januar gelingen, einen neuen Kredit in Höhe von eine Milliarde Dollar zu bekommen, belässt es die Ratingagentur Fitch voraussichtlich beim bestmöglichen aller Ratings.

Der Kurs spricht allerdings Bände und bewertet die Chance Geld zu bekommen für MBIA so schätzungsweise auf 2,4% ...

Es gibt Leute, die glauben überhaupt nicht mehr an eine irgendwie geartete Kreditwürdigkeit von MBIA. Die Firma sitzt bei gut 7 Milliarden Dollar Eigenkapital immerhin auf 31 Milliarden CDOs. Autsch. Wenn man sich so umschaut und die Abschreibungen der Konkurrenz bei den CDOs betrachtet oder wenn man sich den Kurs für CDOs mit AAA-Rating anschaut (notieren etwa 30% unter dem Nennwert) fragt man sich, wie MBIA überleben will. Denn selbst wenn alle CDOs von bester Qualität gewesen sein sollen, muss man doch 30% abschreiben. Und das sind bei 31 Milliarden halt 10 Milliarden und das sind 3 Milliarden mehr als das Eigenkapital beträgt.

Wenn Conergy die "angekündigste" Ergebniswarnung des letzten Jahres war, könnte MBIA die "angekündigste" Pleite werden ... Enron war übrigens auch Tage vor der Insolvenz noch AAA ...

MBIA: Welches AAA-Unternehmen zahlt 14 Prozent Zinsen?

Update (15.1.08):

Noch ein Artikel zum Thema:

How junky is MBIA?

Das Problem der USA ist: Kein Sparen - Nur Kredit

Sag ich ja schon immer. Ohne Gürtel enger schnallen geht da nix.

Bei drei Prozent Inflation kann auch der Dollar nicht einfach weiter abgewertet werden. Und/oder die Notenpresse angeworfen werden. Diese Zwickmühle ist immer noch da.

Da steckt sehr viel Wahres in den Aussagen von Stephen Roach, auch wenn er Perma-Bär ist.

Im Endeffekt basieren alle gloablen Ungleichgewichte darauf, dass der US-Verbraucher (und eingeschränkt auch die US-Firmen) auf Pump leben. Die Waren kommen aus dem Ausland und dummerweise der Kredit gleich mit. Nur dadurch wurde das Problem so schlimm: Das Ausland kann den Hebel nicht umlegen. Ansonsten zerstört man sich den eigenen Exportmarkt USA. Also gibt man den USA lieber weiterhin den Kredit (sprich kauft Dollar und US-Staatsanleihen) und die USA konsumieren lustig weiter.

Ähnliche Modelle kannte man ja schon im Kleinen. Die sind allerdings auch immer geplatzt. Nun haben wir das Ganze in globalem Maßstab. Das geht länger gut, ich befürchte nur, dass es beim Platzen einen üblen, weltweit nicht zu überhörenden Knall geben wird.

Stephen Roach: America’s inflated asset prices have to fall

Update (14.1.07):

Einen weiteren Blick findet man hier: Big Picture: Consumer Debt & Spending

Samstag, Januar 12, 2008

Citigroup besorgt sich wohl bis zu 14 Milliarden Dollar

Wow.

FTD: Kapitalspritze aus China für Citigroup

Alles noch Gerüchte, aber aus China sollen 9 Milliarden kommen, aus Kuwait 1 Milliarde und 2 bis 4 Milliarden sollen über neue Aktien eingenommen werden.

Bisher war der saudische Prinz Alwalid bin Talal als Investor genannt worden.

Man wird sehen, wer jetzt wirklich das Geld in die Citigroup schiebt/investiert und wieviel Prozent an der Citigroup er dafür bekommt.

Freitag, Januar 11, 2008

Gute Nacht ;-)

Schlaft gut und *lange*, ansonsten werdet ihr fett und doof ...

Snooze or Lose

Die Ergebnisse sind ja dermaßen beeindruckend:

In einem Test mit Schulkindern hatten die mit besten Ergebnis (Grade A) 15 Minuten mehr Schlaf als die mit Grade B, die wiederum 11 Minuten mehr Schlaf hatte als die mit Grade C, die wiederum 10 Minuten mehr Schaf hatten als die mit Grade D.

Was für ein beeindruckend klarer Zusammenhang!

Also lest den Artikel morgen früh. Der läuft nicht weg.

(Um den Artikel noch etwas schmackhafter zu machen: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Dauer, die man vor dem Fernseher verschwendet, und der Dickheit von Kindern. Allerdings mit der Dauer, die man schläft ...).

Aber erst morgen lesen ...

Investor-Sentiment als Indikator: Ich bleibe skeptisch

Taugt das Investor-Sentiment etwas für die Prognose der Aktienmarktentwicklung?

Im Prinzip ja, sagt zumindest die plausible Überlegung: Kaufen, wenn die Stimmung schlecht ist. Das Problem: Welche Zahl nimmt man. Noch schlimmer: Alle, die schonmal wissenschaftlich untersucht wurden (also nicht nur mit Onkel Goldbergs Märchen überprüft wurden), haben versagt.

Jetzt der UBS/Gallup-Sentiment-Indikator: Aussagekraft Null. (OK, fast Null). Wenn man monatliche Änderungen untersucht, ist das schlicht nicht signifikant, schlimmer: es sagt eigentlich fast gar nichts aus. Statistisch genauer formuliert erklärt der Sentimentindex nur 6% der Bewegung des nächsten Monats.

Und auch ob das über längere Zeiträume funktioniert, bezweifle ich.

Man muss sich im verlinkten Artikel mal den Chart anschauen. Und beachte dabei die beiden Hochpunkte im Index im Februar 2002 und im Februar 2004. Beide Mals erreichte der Sentiment Index Werte von 110 bis 120. Einmal ging es nachher über 30% weiter nach unten, 2004 legte der Markt eine kurze Verschnaufpause ein und stieg anschließend noch drei Jahre kräftig weiter.

January 8, 2008 - Update: The UBS/Gallup Measurement of American Investor Optimism

Tab-Sweep Inflation (13.1.08)

Zwei Artikel zum Thema Inflation, die schon zu lange auf Senf von mir warten, deshalb heute mal pur:

1.) Die Märkte erwarten wieder fast 3% Inflation:

Adjusted 10-Year TIPS-Derived Expected Inflation

2.) Warum tun die Regierungen so, als gäbe es keine Inflation? Und warum ist mit dem Deflationsexport aus China Schluss? Ein etwas älterer Artikel aus Slate:

The Great Inflation Fraud.

WSJ Konjunkturumfrage ist da! Rezessionswahrscheinlichkeit: 42%

Rezessionswahrscheinlichkeit: 42%. So langsam kommt ihr Jungs (und Mädels) ;-)

Odds of Recession Seen Rising

Darin auch wie gewöhnt die tollen interaktiven Grafiken, in denen man sich die Details jeder einzelnen Zahl eines jeden Umfrageteilnehmers anschauen kann.

Interessant z.B. dass das 4. Quartal schwächer geschätzt wird als das 1. und 2. Quartal 2008 (0,9% gegen 1,2 und 1,8%). Der Konsens erwartet also immer noch in allen Quartalen ein Plus.

Aus der Reihe tanzen nur einige Analysten:

Karl Kurt und Arun Raha von der Swiss Re, die das Q4/07 und Q1/08 im Minus sehen.
David Resler von Nomura, der Q4/07 im Minus sieht
Lawrence Yun, der Q4 und Q1/08 im Minus sieht.
Paul Ashfort von Capital Economics, der Q4/07 negativ erwartet
Cathleen Camilli von Camilli Economics, die Q4/07 mit satten 2,5% im Minus sieht, offenbar aber den Weltuntergang erwartet, zumindest hab ich keine Prognose für 2008 gefunden ;-)

Für Q1/08 kommen dann Richard Berner und David Greenlaw von Morgan Stanley hinzu und
Bam Bhagavatula von Combinatorics Capital. Beide bleiben auch für das zweite Quartal negativ und können dann auch Jan Hatzius von Goldman Sachs begrüßen, der das zweite Quartal ebenfalls im Minus sieht.

Damit sind in diesem Quartal zwar zwei sehr prominente Stimmen pessimistisch, allerdings ist der Konsens schon wieder bei 1,9% und nur 3 von 50 befragten Ökonomen erwarten eine Negativwachstum.

Auffällig, wie schnell und deutlich die Stimmung schlechter geworden ist. Gegenüber der Novemberschätzung ist die Erwartung um satte 0,5 Prozentpunkte nach unten gegangen und selbst die beiden negativsten Schätzungen erwarteten noch 0,5% Wachstum.

Direkt zu den Grafiken geht's hier:
WSJ: Economic Forecasting Vurvey, Januar 2008

Schade, dass man die Inflation (die ich für ein tendenziell übersehenes Phänomen halte) nicht so fein aufdröseln kann wie die BIP-Prognosen. Trotzdem setzen diese interaktiven Grafiken und Visualisierungen von der WSJ einen Standard, an den kein Massenmedium herankommt.

American Express spürt den Konsum auf Pump

Die Pumpe funktioniert noch, aber das Wasser ist alle ...

American Express spürt jetzt die Auswirkungen des jahrelangen Konsums auf Pump seiner Kunden. Und dass die US-Eigenheimbesitzer zunehmend anfangen, ihre Immobilie über die Kreditkarte zu finanzieren. Lieber mit der Kreditkartenzahlung im Rückstand als mit der Hypothekenrate (denn da ist das Haus weg), ist die Überlegung dahinter wohl.

Die Auswirkungen sind aber noch begrenzt. Die 440 Millionen Dollar tun American Express nicht wirklich weh, das entspricht etwa 20% des Gewinns (statt 87 cent pro Aktie jetzt 70 bis 72 Cent).

Von einem Strudel zu reden, finde ich zu früh. Obwohl Entwarnung auch nicht angesagt ist, denn so langsam aber sicher sehen wir das, was ich so gerne "Durchsickern in die Realwirtschaft" nenne.

Die Finanzkrise war nur der erste Akt. Der zweite Akt (Verbraucher, die kein Geld mehr haben + Banken, die kein Geld mehr verleihen) hat gerade begonnen.

NZZ: Auch Kreditkartenfirmen im Strudel der Finanzkrise

Update: Geht's noch etwas reißerischer, liebe WiWo? WiWo: Finanzkrise bedroht Kreditkartenanbieter Also wenn jetzt jeder Gewinnrückgang um 20% eine Firma gefährdet, dann aber Gute Nacht! Die Pleitewelle möchte ich nicht miterleben ...

Eine viel realistischerer Artikel mit besserer Überschrift findet sich bei Marketwatch: Putting it on plastic. Hauptgrund: Die Kreditkartengesellschaften sind es gewöhnt, mit dem Ausfallrisiko umzugehen. Wahrscheinlich hat niemand auf der Welt einen so guten Einblick in die Finanzstruktur und die Bonität der Verbraucher.

Jetzt mag man einwenden, dass das bei den Banken auch so sein sollte. Ist es IMHO auch, *aber* das Problem waren ja weniger die Kredite, die in den Bilanzen der Banken geblieben sind, sondern die Kredite, die von Vermittlern abgeschlossen und direkt weiter verkauft wurden. Hier kam es nicht mehr auf das Risiko an und deshalb wurde auch ohne jede Risikobetrachtung an Jan und Jupp ein Kredit vergeben.

Nicht falsch verstehen: Ich schätze schon, dass auch eine Menge Kartenkredite über die Wupper gehen werden. Ich glaube auch, dass sich die US-Verbraucher deutlich einschränken müssen und dass das der Auslöser für die nächste Rezession werden wird. Ich glaube aber *nicht*, dass die Kreditkartengesellschaften vor einem ähnlichen Desaster stehen wie die Immobilienbranche.

Tonnentreter Klinsmann wird neuer Bayern-Trainer

Wow!

FAZ.NET: Jürgen Klinsmann neuer Bayern-Trainer

Kicker: Klinsmann neuer Bayern-Coach

Der beste Kommentar dazu IMHO von Udo Lattek:

Das Arbeiten als Bundestrainer ist anders als das Arbeiten als Vereinscoach. Er ist jetzt voll eingespannt, hat keine Minute Freizeit. Klinsmann ist hochintelligent, aber auch ein sturer Kopf. Mal sehen, wie er mit den Führungsgremien bei den Bayern zurechtkommt. Das wird eine hochinteressante neue Saison. Klinsmann war bei der Nationalmannschaft mehr Teamchef oder Teammanager. Der eigentliche Trainer bei der Nationalmannschaft war Joachim Löw.


aus Spiegel: REAKTIONEN AUF KLINSMANN: "Kompliment an die Bayern"

Merrill Lynch muss weiter 10 Milliarden abschreiben

Jetzt wissen wir auch, warum Merrill Lynch 3 bis 4 Milliarden neues Kapital sucht (siehe hier Geld her, Geld her oder wir fall'n um ...):
Die rechnen inzwischen mit weiteren 15(!) Milliarden Dollar Abschreibungen. Sollte das stimmen, sind die 3 bis 4 Milliarden neues Kapital sogar eher knapp ...

Zugegeben: Das ist alles noch aus der Gerüchteküche, aber die Nachrichten waren in letzter Zeit eher schlechter als die Gerüchte ...

Merrill Lynch reportedly facing massive write-down

Update (11:30):

Danke an m106 für den Kommentar! Merrill Lynch (besser gesagt der Markt) rechnet mit 15 Milliarden Dollar Abschreibungen *insgesamt*, also nicht 15 Milliarden weitere Abschreibungen. "Weitere" sind es nur 10 Milliarden, also quasi nix ;-)


Merrill is likely to write down the value of its CDO and subprime mortgage-backed security exposures by $10 billion next week,

Donnerstag, Januar 10, 2008

Neuanträge auf US-Arbeitslosenhilfe gefallen

und zwar ziemlich kräftig um 15.000. Da die wöchentliche Zahl aber wenig aussagt (vor allem am Jahreswechsel mit seinen ganzen Feiertagen), ist der 4-Wochen-Schnitt interessanter. Der ging ebenfalls nach unten, wenn auch nur um 3.000.

Die fortgeführten Anträge gingen ebenfalls zurück, der 4-Wochen-Schnitt stieg aber aufgrund des sehr schwachen Dezembers weiter an.

Interessanter ist da ein Jahresvergleich und der zeigt die Schwäche des US-Arbeitsmarkts weiterhin recht deutlich: Die Erstanträge liegen 7 Prozent über dem Vorjahreswert, die fortgeführten Anträge um 10%. Bei dem Wert für die fortgeführten Anträge handelt es sich ganz nebenbei um ein 2-Jahres-Hoch.


Initial jobless claims fall to two-month low

Die Rezession, die Rezession, die Rezession ist wieder daaaa.

Ich glaube, ich mache heute mal nur Südkurven-Stadion-Überschriften ...

Sehr interessanter Artikel bei Econbrowser über die Frage, ob eine Rezession kommt oder vielleicht schon ein begonnen hat. (NB: Ich gebe mir wirklich Mühe, nicht jeden Mist zu bringen, der über eine Rezession geschrieben wird, aber alles weglassen kann ich auch nicht. Nur auf die Gefahr hin, dass das Thema jemanden nervt). Am Ende geht es eigentlich sogar schon eher um die Frage, wer denn Schuld ist (G.W.Bush natürlich, wer sonst mag man fast einwerfen).

Im Artikel auch nochmal eine genauere Beschreibung einer Rezession, wie sie in den USA (von der NBER) definiert wird. Dafür sind 4 Einflussfaktoren entscheidend:


(1) personal income less transfer payments, in real terms (Nettoeinkommen der privaten Haushalte)

(2) employment (Beschäftigung)

(3) industrial production and (Industrieproduktion)

(4) the volume of sales of the manufacturing and wholesale-retail sectors adjusted for price changes. (Verkäufe der Industrie + Einzelhandelsumsätze).

The committee also looks at monthly estimates of real GDP such as those prepared by Macroeconomic Advisers (see http://www.macroadvisers.com).


(Die Übersetzungen sind unscharf, aber auf die Details der Details kommt es hier nicht an; es geht nur grob darum, was beobachtet wird).

Die 4 Faktoren gibt es auf monatlicher Basis. Anhand dieser (und anderer) wird auch ein monatliches BIP geschätzt (kannte ich bisher nicht). Es kann also gut sein, dass eine Rezession von Dezember bis April dauert und dann nur 1 Quartal im Minus landet.

Nebenbei: Die Schätzung für das BIP im Dezember ist höher als das im September. Damit dürfte das 4. Quartal 2007 ebenfalls (wenn auch nur leicht) im Plus gewesen sein (Mist!).

Interessant (und ebenfalls für mich neu): Der Einfluss des Exports bleibt deutlich unter meinen Erwartungen. Ich rechnete damit, dass das eher ein stabilisierender Faktor für die US-Wirtschaft wird (wegen des schwachen Dollars), in Wirklichkeit lieferten die Auftragseingänge aus dem Ausland den größten negativen Beitrag zu den Leading Indicators. Whopp!

(Die Rezessionswahrscheinlichkeit nach diesen Leading Indicators beträgt übrigens 81%).

What Are the Prospects for a Two Recession Bush Presidency?

Geld her, Geld her oder wir fall'n um ...

Sallie Mae sucht 30 Milliarden Dollar, die Citigroup sucht weitere 10 Milliarden und Merrill Lynch 3 bis 4 Milliarden.

Meine sarkastische Prognose, dass die US-Banken zwar wohl alle überleben werden, aber nachher eigentlich keine *US*-Banken mehr sind, scheint wahrer zu werden als ich ursprünglich dachte. Die verkaufen ja im Rekordtempo ihre Anteile in den Nahen und Fernen Osten.


SLM Asks: Brother, Can You Spare $30 Billion, Cheaply?

Citigroup, Merrill seek fresh capital injections

Die (geheime) Geschichte des iPhones

Wired: The Untold Story: How the iPhone Blew Up the Wireless Industry

Das erste Musikhandy von Apple, das unsägliche ROKR, hat Apple so frustriert, dass Apple tatsächlich überlegt hat, selber Mobilfunkanbieter zu werden. Zu schlimm waren die Kompromisse, die die Telefonanbieter auf Geheiss der Netzbetreiber machen mussten. Das ganze war nicht als ein großer, fauler Kompromiss. Und daher auch ein Flop, denn die Kunden(wünsche) taten nichts zur Sache.

Spannende Geschichte!

Ich beobachte das iPhone schon länger, nicht nur weil es ein tolles Mobiltelefon ist, sondern auch, weil es die Spielregeln des Geschäfts zwischen Mobilfunkanbieter und Mobiltelefonhersteller verändert. Strategisch sehr spannend.

Exclusivbilder vom neuen Tata

Also ein Auto für 1700 Euro ist doch eine Nachricht wert ...



Ein befreundeter Blogger aus Indien hat mir das folgende Exclusiv-Bild des nächsten Modells zugespielt:



;-)

Zur echten Nachricht:

Das billigste Auto der Welt kommt aus Indien

Und zum echten Spot:


Peugeot 206 India - MyVideo


Tja, noch lachen wir Deutschen ... Haben wir über die Japaner auch gemacht.

Mittwoch, Januar 09, 2008

Rezession und einer der guten Indikatoren

Ich habe es ja schon mehr als einmal geschrieben: Ein Anstieg der Arbeitslosenquote um mehr als 0,5% ist ein ziemlich gutes Warnzeichen für eine kommende Rezession. Unter Umständen auch eine die schon läuft, was aber noch keiner mitbekommen hat. Die meisten Konjunkturzahlen kommen ja mit einer gewissen Zeitverzögerung und werden dann auch oft noch korrigiert. Wann eine Rezession begonnen hat, weiss man immer erst nachher ... (Ein Beispiel: In dem Monat, in dem die letzte Rezession angefangen hat, war der ganz überwiegende Teil der Volkswirte fest davon überzeugt, dass es keine geben werden. Obwohl die Wirtschaft schon drin steckte ...).

Aber zurück zum Anstieg der Arbeitslosenquote: Der Artikel bei Big Picture bezieht sich auf die Aussage von Merrill Lynch, der hier schon verlinkt war. Aber durch den Chart ist ein Link sinnvoll. Schaut Euch das mal an. Die Trefferquote ist wirklich beeindruckend!

Big Picture: Merrill: Recession is already here

Update (22.56):

Ich habe übrigens gerade die Stelle wiedergefunden, an der die Fehlprognose der Analysten stand:


"... an Economist magazine poll in March 2001 (when the recession had already started) showed that 95% of such forecasters believed that a recession would be avoided ..."



The Bernanke Put and the Last Legs of the Stock Market Sucker's Rally
.

Eh ein ganz interessanter Artikel, der die Entwicklungen vor und in einer Rezession unter die Lupe nimmt. Zeigt der Aktienmarkt eine Rezession frühzeitig an? Wieviel verliert der Aktienmarkt vor der Rezession und wieviel in einer Rezession? Interessant, aber lang.

Wenn dieses Mal die Rezession im Dezember begonnen haben sollte, hat's wieder keiner richtig gehabt ...

Gurkophon



via BoingBoing: Vegetable orchestra

Für mehr Infos direkt zur Homepage: Gemüseorchester.

Und wem das jetzt etwas zu obskur war, hier ein ganz klassischer Song mit ganz klassischen Gitarren:



Ist übrigens Spoon, wer mehr will --> Spoon Homepage

Also wenn ich meine Rezessionswette *so* verliere ...

... dann würde ich mich ja wirklich ärgern ...

Goldman sagt US-Rezession voraus.

Das klingt ja ziemlich gut (also für meine Wette ...). Die zweite große US-Investmentbank sagt jetzt eine Rezession voraus. Besser spät als nie ;-)

Das Problem: Die Rezession soll erst im 2. und 3. Quartal 2008 kommen. Mist. Das wäre genau 1 Quartal zu spät ... Grrrr.

Aber Goldman Sachs war ja schon mit der Prognose zu spät, daher müssen die konsequenterweise auch mit dem Zeitraum zu spät sein ...

Tabsweep (09.01.08)

Ich hatte ja schonmal angekündigt, dass ich bei vielen interessanten Artikeln nicht dazu komme, meinen Senf abzugeben, bzw. auch einfach nichts Spannendes dazuzufügen habe. Oder das Thema nicht ganz so passt. Oder mir es sinnvoll erscheint, den Link noch etwas prominenter herauszuheben, als es bei einer Empfehlung rechts in der Leiste wäre (weil die z.B. die Nutzer des reinen RSS-Feeds nicht sehen). Außerdem nerven die 100 offenen Tabs irgendwann, also weg damit und zwar hierhin:

1.) Was droht Eigenheimbesitzern, bei denen die Hausbank den Kredit einfach an einen Hedgefonds weitervertickert hat? Die Antwort im Spiegel: Alarmstufe Rot für Eigenheimbesitzer. In den USA ist das alles schon Usus, aber die Wildwest-Methoden verbreiten sich zunehmend auch hier.

2.) Wie wird man eigentlich Wirtschaftsweiser? Ein sehr interessanter Artikel u.a. zu den Rankings von Wirtschaftsprofessoren. Professor Selten, immerhin Nobelpreisträger, liegt in diesen Listen ziemlich weit hinten. Problem: Sein wichtigster Artikel ist einer Zeitschrift erschienen, die nicht gezählt wurde ...

Die zweifelhaften Platzhirsche unter den Ökonomen

3.) Der Kreditversicherer MBIA (war schon Thema hier) senkt seine Dividende um zwei Drittel (Sarkasmus: passt ganz gut zum Kurs):
MBIA slashes dividend to preserve capital.

4.) Deutsche Autos am zuverlässigsten. Spannend, weil die Dekra nicht nach Alter des Fahrzeugs gewertet hat, sondern nach Laufleistung. Da die ganzen Vertreterautos, die die Kilometer fressen, üblicherweise Passat, A4, 3er oder 5er heißen, ist das vielleicht auch fairer. Deutsche Autos haben die wenigsten Mängel

5.) Die Ratingagentur Moody's macht sich selbst überflüssig: Bankrotterklärung von Moody's. Im Endeffekt geben die zu, dass die ganze komplexe Zeuchs nicht mehr bewerten können, weil es weder transparent noch verstehbar ist.

6.) Eine schöne Flash-Animation über die Konstruktion eines CDOs. Wie entsteht so ein CDO? Was passiert dann, wenn die Immobilieneigner nicht mehr zahlen können?

WSJ: The Making of a Mortgage CDO

Subprime: Deutsche Versicherer auch gefährdet?

Man wird sehen, ob die deutschen Versicherer völlig ungeschoren durch die Krise kommen und nur die Banken betroffen sind. Die FTD bringt jedenfalls ein Studie, die nicht davon ausgeht.

Feri, die die Umfrage durchgeführt hat, kommt spannenderweise sogar zum gegenteiligen Ergebnis: Es haben prozentual mehr Versicherer als Banken ABS und CDOs in den Bilanzen. Daher erscheint es kaum vorstellbar, dass die schlechten Risiken nur bei den Banken gelandet sind und die Versicherer nichts davon abbekommen haben. Auch wenn die Allianz ein ziemlich guter Vermögensverwalter ist, *so* unglaublich clever sind die dann wohl doch nicht.

Kreditkrise rollt auf Versicherer zu

Schulden, Schulden, Schulden ...

Als wenn die sinkenden Immobilienpreise und das immer schlechter werdende Verhältnis zwischen Wert des Eigenheims und Hohe der Hypothek noch nicht genug wären.

Der eh schon bis zur Halskrause verschuldete Verbraucher in den USA legt jetzt den Hebel um und erhöht nicht mehr die Hypothek, sondern den Kreditkartenkredit. Und zwar in rekordverdächtigem Tempo, genauer um 7,5% im Jahresvergleich.

Das Weihnachtsgeschäft war also nicht nur relativ schwach, es wurde offensichtlich vermehrt auf Pump gekauft. Wobei ganz so überraschend kommt das nicht, immerhin gab es im November schon eine negative Sparrate (siehe hier: US Konsumenten konsumieren weiter (auf Pump)).

Consumer credit jumps at 7.5% annual rate

Das Erwachen wird böse. Wir werden steigende Ausfallraten sehen, bzw. weiter steigende Ausfallraten (siehe dazu auch hier Jetzt wackeln zunehmend auch die Kreditkartenkredite ...). Nicht nur bei den Hypotheken, sondern auch bei den "normalen" Kreditkartenkrediten.

Bin mal gespannt, ob das wieder eine Welle von Abschreibungen bei den Banken auslöst. Ich weiss, dass auch Konsumentenkredite gebündelt, verbrieft und weiterverkauft wurden. Genau wie die Hypotheken. Wie kritisch das ist oder wie groß das Volumen, weiss ich allerdings nicht. Wenn das jemand weiss, bitte als Kommentar hinterlassen. Ich freue mich eh über jeden Kommentar.

Dienstag, Januar 08, 2008

Die US-Rezession ist bereits da!

und das sagt nicht der doofe Egghat, sondern Merrill Lynch.

US recession is already here, warns Merrill

Wird auch langsam Zeit, ich brauche noch zwei Quartale für meine Wette ;-)

Um genau zu sein, redet David Rosenberg über eine Rezession, was etwas anderes ist als zwei Quartale mit negativem Wachstum (meine Wette). Eine Rezession wird in den USA von der NBER (auch denn der Telegraph immer NEBR schreibt) definiert und das muss nicht unbedingt mit negativem BIP-Wachstum übereinstimmen (auch wenn es das sehr oft tut).

Die erste Schätzunf für's vierte Quartal kommt Ende Januar. Da bin ich ja mal gespannt ...

Alternativ gibt's die Story auch beim Spiegel: Merrill-Lynch-Banker sieht USA schon in der Rezession

Montag, Januar 07, 2008

Musterdepot: Unicredit will den Squeeze Out (sofort und ohne Nachbesserung)

ob sie damit durchkommen, ist fraglich.

Die Unicredit will die Kleinaktionäre loswerden. Die Kleinaktionäre wollen mehr Geld, weil Sie überzeugt sind, dass die Bank Austria mehr Geld gebracht hätte, wenn die Unicredit-Tochter HVB diese nicht an die Unicredit verkauft hätte. Kurz: Der Preis war nicht fair, weil die Unicredit den Preis bestimmt hat und nicht die HVB. Das gefällt natürlich weder den Bank Austria-Aktionären noch den HVB Aktionären. Und beide klagen.

Die Unicredit hat natürlich keine Lust, mehr zu bezahlen und auch keine Lust, Jahre auf die Entscheidung zu warten. Die Kleinaktionäre haben aber (bisher einmalig) einen Sonderprüfer bestellt, der die Bücher prüfen darf. So ziemlich alles, was in Zusammenhang mit dem Bank Austria Verkauf so an Unterlagen und Protokollen angefallen ist. Das wird spannend.

Die Unicredit will jetzt den Squeeze Out durchführen, auch wenn die Verfahren noch nicht eingestellt sind. Das würde bedeuten, dass die HVB Aktie nicht mehr an der Börse gehandelt wird. Was dann nicht heißt, dass die Aktie wertlos ist, sondern "nur", dass sie komplett illiquide wird und auch im äußersten Notfall nicht zu Geld gemacht werden kann.

Ich halte die Spekulation auf eine Nachbesserung bei der HVB für so aussichtsreich, dass ich wohl auch durch diese, möglicherweise ziemlich lange Zeit, durchhalten werde. Das dürfte aber nicht jedermanns Sache sein ...


Exklusiv HVB knöpft sich Restaktionäre vor

Update (8.1.08):

Zumindest bis jetzt reagiert die Hypovereinsbank Aktie nicht negativ, im Gegenteil: Die Aktie steigt sogar leicht. Der große Teil der Anleger hält die Nachricht entweder für ein Non-Event oder hatte sowieso schon immer vor, die Aktie bis zum finalen Gerichtsbeschluss durchzuhalten.

Kreditausfälle könnten sich vervierfachen

Und zwar nicht nur in den USA, sondern weltweit.

Aber bevor jetzt zu viel Panik entsteht ... Es geht nur um die Kreditqualitäten, die S&P schlechter als BBB einstuft. Also klassische Junk-Bonds, die allerdings ihrem Namen in den letzten 12 Monaten keine Ehre machten; die Ausfallrate lag bei nur einem Prozent. So fiel in Europa z.B. kein einziger Emittent aus.

Bei einer Rezession könnte die Ausfallrate laut den Analysten auch noch stärker steigen. Harte Zeiten für Junk Bonds also, wahrscheinlich auch für die Hedgefonds und Heuschrecken, die einen großen Teil dieser Kredite auf dem Gewissen haben ...

High-Yield Defaults to Quadruple in '08, Moody's Says

Die Dow-Hunde sind los

Eine der erfolgreichsten Strategien für den langfristigen und ruhigen Anleger ist es, die Aktien aus einem Standardwerteindex zu kaufen, die die höchste Dividendenrendite besitzen.

Bekannt geworden ist die Strategie in den USA als Dogs of the Dow. Man nehme die 5 oder wahlweise 10 Aktien aus dem Dow mit der höchsten Dividendenrendite und wechsle diese an jedem Jahresanfang aus.

Die Aktien sind in diesem Jahr:

Citigroup (7,3% Dividendenrendite!)
Pfizer
General Motors
Altria
Verizon

Dupont
AT&T
JP Morgan
GE
Home Depot

Die Strategie war im letzten Jahr übrigens zum ersten Mal seit langen schwächer als der Dow. Grund waren die auch im letzten Jahr schon vorhandenen Finanzwerte, die aufgrund der Subprimekrise extreme Wertverluste einstecken mussten.

Man kann diese Strategie auch als Zertifikat kaufen. In Deutschland auch als Index über den DIVDAX, der die 15 höchtsrentierienden Aktien aus den 30 DAX-Werten enthält.

Von der Strategie gibt es auch noch einige Abwandlungen. Eine, die ich ganz spannend finde, ist es, die Aktie mit der höchsten Dividende oder auch mit dem niedrigsten Kurs aus dem Korb zu entfernen. Idee dahinter ist, dass diese Firma richtig schwerwiegende Probleme haben könnte. Generell muss man an dieser Strategie aber auch nicht zu viel einstellen. Die ist schon ziemlich gut: Die Überrendite ist signifikant (mindestens 4 Prozent Rendite mehr), das Ergebnis ist stabil (in mehr als 80% der Jahren ist die Rendite besser) und sie ist einfach und nachvollziehbar.

Econbrowser erwartet keine US-Rezession. Oder doch?

Normalerweise würde ich laut, aber halbironisch "Die haben keine Ahnung" schreien. Aber Econbrowser schätze ich dafür zu viel.

Die schlechte Nachricht (für meine Wette): Econbrowser, recht häufig verlinktes Blog an dieser Stelle, erwartet keine Rezession in den USA im Jahre 2008. Die gute Nachricht (für meine Wette): Es wird knapp.

Der Grund, warum die USA nicht in die Rezession abtaucht, ist der schwache Dollar, der in Kombination mit der weiterhin starken Weltkonjunktur den Export stark beschleunigt. Das Exportwachstum hat ja schon in 2007 einen entscheidenden Wachstumsbeitrag geliefert. Ob die USA aber zum ersten Mal vom Rest der Welt aus dem Sumpf gezogen werden (und nicht wie bisher die USA den Rest der Welt aus dem Sumpf zieht), wird man sehen. Es wäre ein historischer Wendepunkt.

Ich halte meine Rezessionswette weiterhin aus einem anderen Grund für realistisch: Der Beitrag des Exports kann die USA eigentlich nicht retten, denn dazu ist der Beitrag zum BIP schlicht zu klein. Die USA lebt vom Konsum und von Dienstleistungen. Und wenn die Immobilienkrise dazu führt, dass der US-Verbraucher den Gürtel spürbar und abrupt enger schnallen muss, kann ich mir das nicht ohne gravierende Folgen für's Wirtschaftswachstum vorstellen.

2008: No US recession

Update:

Der oben verlinkte Artikel war aus der letzten Woche 2007. Interessanterweise ist die Konjunktureinschätzung von Econbrowser inzwischen wieder auf :-( gewechselt. Das bedeutet zwar noch nicht zwangsweise eine Rezession, aber die Wirtschaftszahlen der letzten Woche waren wohl einfach zu schlecht und das Risiko für eine Rezession ist deutlich gestiegen.

Economic indicators take a turn for the worse

Sonntag, Januar 06, 2008

Die Börse ist doch reines Chaos

zumindest wenn man die Börse mit sowas geregeltem wie dem Straßenverkehr in Deutschland vergleicht. Wenn man allerdings den indischen Straßenverkehr als Maßstab nimmt, wirkt die Börse geradezu übersichtlich und gut vorhersagbar ...



via BoingBoing:Eerily graceful Indian traffic merging via Making Lighs

Roy Amara (Zukunftsforscher) ist tot

BoingBoing: Roy Amara, forecaster, RIP

Gut, mit dem Namen konnte ich bis vor wenigen Sekunden auch nichts anfangen, aber von ihm stammt ein *sehr* kluges Zitat, das ich verinnerlicht habe:

"Wir neigen dazu, die kurzfristigen Auswirkungen einer neuen Technologie zu überschätzen und die langfristigen zu unterschätzen".

Das ist eine Sache, die man auch an der Börse gut gebrauchen kann. Denn fast jede Technologie wird am Anfang in den Himmel gelobt. Egal ob es Nanotechnologie ist, das Internet, erneuerbare Energien, Biotechnologie, etc. pp. Am Anfang gibt es wahnsinnige Prognosen, Visionen und Möglichkeiten. Die Bewertungen der Firmen schießen durch die Decke, dann kommt die große Ernüchterung, die Kurse brechen in sich zusammen, aber irgendwann tritt aus der Marktbereinigung eine Reihe starker Firmen hervor, die dann die Versprechungen aus der ersten Phase einlösen.

Im Endeffekt ist dieser Ablauf auch bei Minengesellschaften oft zu beobachten. Da erreichen viele Gesellschaften schon nach der Entdeckung der Vorräte Kurse, die häufig erst nach Jahren wieder erreicht werden. Denn es muss eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, die Finanzierung sicher gestellt werden (oft über viele Kapitalerhöhungen) und erst dann kann mit dem Aufbau der Mine begonnen werden. Und auch dabei kann es Probleme geben, seien es neuer Kapitalbedarf, Verzögerungen und sogar ein komplettes Scheitern. Viele Firmen erreichen die Höchstkurse erst dann wieder, wenn die Mine erfolgreich in Produktion geht und diese auch zu den geplanten Kosten die geplante Menge fördert und diese zu den geplanten Preisen verkaufen kann.

Freitag, Januar 04, 2008

US-Arbeitsmarkt schockt die Märkte - Hier aber niemandem, oder?

Zumindest habe ich einige Male darauf hingewiesen, dass die ADP Zahlen ein guter Indikator sind (und die waren auch schon schwach), dass die offiziellen Zahlen mehr als einmal nur durch statistische Korrekturen noch gut aussahen und auch die 5% Arbeitslosenquote stand gestern schon hier (obwohl das Zitat falsch war, weil Trinkaus den Anstieg erst im Laufe des ersten Halbjahrs 2008 erwartete) ...

Gut 18.000 neue Arbeitsplätze sind wirklich extrem schwach und deutlich unter den erwarteten (auch schon schwachen) 58.000 neuen Arbeitsplätzen. Wenn man in die Details geht, sieht man, dass 112.000 Leute jetzt NILF sind, also Not In Labor Force. Das ist einer der lustigen statischen Korrekturfaktoren, die oft zu komischen Schwankungen in den Werten führen. (Klar, man muss Leute heraus rechnen, die keinen Job mehr suchen, die Frage ist nur, wie man das macht). Man sieht auch, dass für 5 der vergangenen 12 Monate die Arbeitslosenquote um 0,1% nach oben korrigiert wurde, wahrscheinlich weil man bestimmte Korrekturen zu stark vorgenommen hat.

Egal: Wie gestern bereits erwähnt, zeigt jetzt einer der Indikatoren, der bisher alle Rezessionen korrekt vorhergesagt hat, wieder eine Rezession an. Den inversen Zinsspread hatten wir, den Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte (von 4,4% im März auf 5,0% im Dezember) jetzt auch. Schau'n mer mal.

US-Arbeitsmarktbericht schockt Märkte

oder hier

Jobless rate jumps to 5% as payroll growth stalls

Börsenspammer droht Knast. Endlich!

Zum Glück ist Aktienspam ein Thema, über das ich hier nicht mehr so häufig schreiben muss. Während in der schlimmsten Phase teilweise 3 Aktien am Tag bespammt wurden, habe ich aktuell manchmal einen ganzen Monat nichts mehr zu berichten. Ich hoffe, die Aufklärung durch dieses Blog hat ein wenig dazu beigetragen ...

Nun wird in den USA der erste Spammer wegen Kursmanipulation und Verschleierung der Absendeadressen der Mails angeklagt. Hoffentlich bekommt er eine Strafe, die zieht (sprich abschreckt). Das wird das Problem zwar nicht lösen, weil man Bot-Netze heute für 500 Dollar mieten kann und darüber 20 Millionen Mails loswerden kann. Und solange das auch nur in einem Land nicht strafbar ist, werden sich die Spammer dahin zurück ziehen und ihr "Geschäft" von dort betreiben. Russland ist scheinbar aktuell hoch im Kurs.

Spiegel: Spammer wegen Kursmanipulation angeklagt

Jetzt werden die Subprime Abschreibungen schon geschätzt

Hätte man eine schöne Tippbörse draus machen können ;-) Wer schätzt die Abschreibungen der großen Banken richtig?

Die Credit Suisse und Goldman Sachs haben die Schätzung für das Volumen der Abschreibungen bei der Citigroup für's vierte Quartal 2007 deutlich erhöht. Die Credit Suisse von 12 Milliarden Dollar auf 16 bis 18 Milliarden, Goldman Sachs sogar auf 18,7 Milliarden Dollar.

Diese Zahlen wirken nicht nur für den ungeübten Betrachter äusserst hoch, sie sind sind es tatsächlich. Sollten sich die Schätzungen bewahrheiten, wird die Citigroup wohl nicht an einer weiteren Kapitalzufuhr vorbeikommen. Wahrscheinlich ist die Citigroup aktuell vor allem damit beschäftigt, einen neuen, weiteren Investor in China, Singapur, Abu Dhabi oder Dubai aufzutreiben ...

Ich habe die US-Bankenkrise schon mal ketzerisch so zusammengefasst: Die US-Banken werden wohl überleben, nur gehören die nachher jemandem im Nahen oder Fernen Osten ...

ARD Börse: Citigroup mit höheren Abschreibungen

100 Sachen, die wir letztes Jahr noch nicht wussten

Die BBC stellt wie in jedem Jahr eine Liste der 100 interessantesten, bemerkenswertesten und/oder spannendsten Sachen zusammen, die wir vor einem Jahr noch nicht wussten.


Darunter so wichtige wie "Paris Hilton und Zsa Zsa Gabor sind verwandt", "Dumbledore ist schwul", aber auch so wichtige Sachen wie "Milch im Tee zerstört die positiven Gesundheitsauswirkungen" ...

Schade, dass ABS, CDO CDOs zum Quadrat und die ganze restliche Buchstabensuppe darin nicht auftaucht ... In der Liste für 2008 wird dann "egghat ist der einzige, der eine Rezession korrekt vorhersagen kann " auftauchen ;-)


100 things we didn't know last year

Donnerstag, Januar 03, 2008

Schwache Zahlen vom US-Arbeitsmarkt

Nur 40.000 neue Arbeitsplätze nach den Zahlen der Lohnabrechnungsfirma ADP:

U.S. Dec. private-sector job growth slows to 40,000: ADP

Im November gab es noch ein überraschendes Plus von 189.000 http://egghat.blogspot.com/2007/12/achtung-eine-gute-zahl-von-der-us.html

Die ADP Zahlen sind nicht die offiziellen Zahlen, aber sie geben eine Indikation für die offiziellen Zahlen (in die allerdings deutlich mehr statistische Korrekturen eingearbeitet werden).

Dann kam noch eine Zahl, die auf den ersten Blick sehr positiv ist, auf den zweiten allerdings nur noch so lala. In der letzten Woche sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 21.000. Allerdings hat man die Zahl der Vorwoche um 8.000 nach oben korrigiert; das wahre Minus beträgt also nur 15.000 Stellen. Ich hatte in der letzten Woche schon darauf hingewiesen, dass die Zahlen nicht sehr verlässlich sind und stark schwanken (US Konjunkturüberblick"). Man muss eher auf den Vier-Wochen-Schnitt schauen und der ist nur um 750 auf 343.750 gesunken.

Trinkaus erwartet übrigens einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5 %. Damit würde dann einer der Indikatoren, der in den letzten 30 Jahren immer funktioniert hat, eine Rezession anzeigen.

Der Indikator besteht aus zwei Teilen: Der inversen Zinsstruktur (hatten wir bereits) und einem Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte (egal ob von 8,0 auf 8,5% oder von 5 auf 5,5%). Im Tief waren wir bei 4,3, jetzt haben wir 4,7, aber ein weiterer Anstieg erscheint langsam unvermeidbar ...

Rotwein oder krank sein?

Da sich viele für's neue Jahr Vorsätze machen wie "mehr Sport", "mal was für die Gesundheit machen", etc. hier *mein* ultimativer Gesundheitstip:

8-14 Gläser Wein pro Woche senken da Erkältungsrisiko um 60%.

Bier, Schnaps, Vitamin C und Zink zeigen keine positiven Ergebnisse.

Das passt ja gut zum Erkältungsrisiko. Wenn's kalt ist, tendiere ich eh zum Rotwein, im Sommer ist mir ein kühles Bier lieber.

The Claim: A Little Alcohol Can Help You Beat a Cold

Prost Neujahr!

Mittwoch, Januar 02, 2008

US Konjunktur kippt (scheinbar) weg!

Ich leg schonmal den Sekt für meine Wette kalt ;-) !

Das ist ja eine schwache Zahl! Statt eines ganz leichten Rückgangs des ISM Indexes von 50,8% auf (erwartete) 50,5% brach der Index auf 47,7% ein. Das ist deshalb interessant, weil der Index definitionsgemäß um die 50%-Marke schwanken soll: Werte oberhalb der 50 zeigen Wirtschaftswachstum an, Werte unterhalb ein Schrumpfen der Wirtschaft.

Man muss noch etwas relativieren, denn der Dezember ist für solche Statistiken ein tendenziell unsicherer Monat. Ein Feiertag mehr oder weniger und schon sieht die Statistik besonders gut oder besonders schlecht aus. Auch war der Januar 2007 schonmal unterhalb der 50er-Marke. Aber nichtsdestotrotz ist die Schwäche im Produktionssektor überraschend, denn eigentlich habe ich den Export als möglichen Retter für die US-Wirtschaft gesehen.

U.S. factory sector contracting in December, ISM says

Update (3.1.08):

Die FTD zum selben Thema, u.a. mit einer Relativierung der Wichtigkeit dieses Werts. Ich habe ja auch darauf hingewiesen, dass der Wert stark schwankt. Außerdem ist der Produktionssektor in den USA nicht der Wichtigste, Konsum und Dienstleistungen sind deutlich wichtiger.

Volkswirte warnen vor dem R-Wort

Eine gute Chance für eine Short-Spekulation?

Es geht um Merck und Shering-Plough, die mit einem neuartigen Cholesterin-Senker (Zetia bzw. Vytorin) ziemlich viel Geld verdienen. Das Problem: Es gibt keine Untersuchung, die die Überlegenheit des neuen Medikaments nachweist. Das ist vor allem dann ein Problem, wenn das neue Medikament wesentlich teurer als das alte ist ...

Grund der Spekulation: Es wird seit über zwei Jahren eine Studie zur Wirksamkeit des neuen Wirkstoffs Ezetimib unter Verschluss gehalten. Was ziemlich unüblich ist und mit teilweise abstrusen Begründungen begleitet wird.

Es könnte sogar noch schlimmer kommen. In internen Untersuchungen gab es Hinweise auf Leberprobleme, die aber als nicht relevant eingestuft wurden. Wenn da noch was dran wäre, hätte Merck nicht nur einen überflüssigen Wirkstoff, sondern sogar noch einen schädlichen hinzu. Mit den dann üblichen gigantischen Schadensersatzforderungen.

Verheimlichte die Pharmaindustrie Indizien für Leberschäden?

Dienstag, Januar 01, 2008

Musterdepot: Kassensturz

























































































































Allgemein Gekauft Aktuell Gewinn / Verlust
Bezeichnung
WKN | Waeh. | Gat. | B.
Datum
U.-Kurs
Stück
Spesen
Summe €
Kaufkurs
Zeit
Datum
+/-
%
Summe €
Letzter
+/- Ges.
+/- heute
% Ges.
% heute
S
Aktienbask BAS
TB0MD9 | EUR | Z | EUWAX
17.12.07
1:1,000
30,00
12,50
1.571,90
51,980
11:51
28.12.
+0,190
+0,37
1.538,40
51,280
-33,50
+5,70
-2,14%
+0,37%
P
Bilfinger Berg
590900 | EUR | A | FSE
21.11.07
1:1,000
60,00
12,50
2.988,50
49,60
13:48
28.12.
-0,03
-0,06
3.117,60
51,96
+129,10
-1,80
+4,32%
-0,07%
P
HVB
802200 | EUR | A | FSE
16.08.07
1:1,000
50,00
12,50
2.017,50
40,10
13:00
28.12.
-0,06
-0,14
2.157,50
43,15
+140,00
-3,00
+6,94%
-0,15%
P
MINEFINDERS CO
859435 | EUR | A | FSE
16.08.07
1:1,000
300,00
12,50
1.842,50
6,10
09:08
28.12.
-0,32
-4,16
2.214,00
7,38
+371,50
-96,00
+20,16%
-5,25%
P
Primacom
625910 | EUR | A | FSE
05.11.07
1:1,000
500,00
12,50
4.912,50
9,80
10:35
28.12.
-0,15
-1,61
4.280,00
8,56
-632,50
-70,00
-12,88%
-1,43%
P

Summe:
62,50
13.332,90 13.307,50 -25,40
-165,10
-0,20%
-1,23%


Dazu kommen noch 16.068,13 Euro Bargeld, ich liege also etwa 600 Euro im Minus. Da ich aber nicht den DAX schlagen will, sondern vor allem ein deutlich niedrigeres Risiko und trotzdem eine Rendite im Bereich von 8 bis 10 Prozent anstrebe, ist das angesichts der investierten Hälfte des Geldes durchaus in Ordnung. Die letzten Monate waren für mich vor allem durch Risikovermeidung gekennzeichnet.

Das Aktienbasket Papier oben ist das "Wohnen in Deutschland" Zertifikat, mit dem man Gagfah, Colonia Real Estate und Konsorten in einem Papier erwerben kann. Hier halte ich die aktuellen Bewertungen für zu niedrig. Einige der Werte notieren deutlich unter dem inneren Wert.

Bilfinger ist bei 50 ein Witz. Die Firma wächst solide, erhöht die Margen, engagiert sich (erfolgreich) immer mehr im Betreiber- und Dienstleistermarkt, ist also schon lange kein Baukonzern mehr. Wieso die Aktie von 80 auf 50 gefallen ist, erschließt sich mir nicht.

HVB ist eine langfristige Abfindungsspekulation. Im Endeffekt so eine Art Geldmarkt mit Turbo. Hier läuft alles nach Plan. Der Sonderprüfer überprüft gerade die Bücher, um festzustellen, ob die Unicredit beim Verkauf der Bank Austria alles korrekt bewertet hat. Und darauf baut die Hoffnung auf eine (wesentlich) höhere Abfindung.

Minefinders war schon 50% im Plus, hat aber nach dem Einbruch des Silberpreises von 16 auf unter 13 Dollar wieder an Boden verloren. Die Eröffnung der ersten Mine, die eigentlich für 2007 geplant war, soll jetzt im zweiten Quartal 2008 stattfinden. Eine große Nachricht dazu gab es nicht, etwas strange. Minefinders gilt aber trotzdem als eines der interessantesten Unternehmen kurz vor Produktionsaufnahme (Mining Industry: Cash Flow is Key to Quality in 2008;Factors to Consider When Picking Gold Stocks).
In einer potenziell zweiten Mine hat Minefinders Blei und Zink gefunden (Drill Results Are Promising at Minefinders' Real Viejo Project, Northern Sonora, Mexico. Fantasie ist also auch noch da.

Tja und Primacom habe ich sehr unglücklich aufgenommen, selbst wenn ich zum dritten Kurs des Kauftages eingebucht hätte, wäre der Kaufpreis schon 5% niedriger gewesen). Hier läuft es nicht nach Plan. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass der neue Großaktionär Orion schneller nachkauft, um dann einen Squeeze Out anzustreben. Bisher ist da aber noch nichts zu sehen. Man muss aber auch sehen, dass der ganze Deal noch geprüft wird und es daher für Orion jetzt auch noch wenig Sinn macht, weiter nachzukaufen, denn es besteht ja ein (geringes) Risiko, dass das Kartellamt oder die Bafin gegen das ganze Geschäft vorgeht. Ich verweise auf meine älteren Postings zum Thema.

Ich werde mein Depot in den nächsten Wochen noch weiter aufstellen. U.a. überlege ich ins Agrarbusiness zu investieren. Ich würde auch gerne in Emerging Markets Anleihen (in lokaler Währung gehen), kenne dafür aber keine geeigneten Investitionsmöglichkeiten. Kennt jemand von Euch eine Möglichkeit?

"Ich esse nichts, was vier Jahre haltbar ist"

Kann man Nostalgie nicht auch aus einer Fertigsuppe zaubern?

Niemals. Ich esse nichts, was vier Jahre haltbar ist.



Schönes Zitat, kann man bestimmt mal gebrauchen.

Sarah Wiener im FAZ.NET-Interview.

Sarah Wiener im Interview - „Wir sind alle kleine Diven“

Die Frage ist nur, ob mir jetzt etwas einfällt, was auch Sarah Wiener essen würde, das älter als 4 Jahre ist. Balsamico Essig würde mir spontan einfallen. Wein und Alkohol zählt ja nicht, weil man den ja nicht isst. Wird so'n luftgetrockneter Schinken unter der Decke hängend nicht auch so alt?

Geldmarktfonds auch Subprime verseucht?

Zumindest in den USA kaufen die Banken bzw. Fondsgesellschaften ihren Geldmarktfonds die wackligen Forderungen ab. Ziemlich heimlich, damit bloß keiner merkt, dass der Giftmüll auch in den (angeblich) hochsicheren Geldmarktfonds steckt, mit denen auch konservativste Kunden ruhig schlafen können ... Oder eben auch nicht.

US-Banken stützen ihre Geldmarktfonds

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